Gerade vor dem Hintergrund, dass immer wieder nicht nur grundsätzliche Debatten geführt werden, ob und in welchem Ausmaß die große Welt der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) stabilisiert werden kann oder nicht (einige Diskussionsteilnehmer plädieren sogar für einen Ausbau und höhere Leistungen in diesem wichtigsten Teilsystem der Alterssicherung) sowie der dabei ständig vorgetragenen Forderung nach mehr Kapitaldeckung in der zweiten und dritten Säule der Alterssicherung, also der betrieblichen und privaten Altersvorsorge, als Ausweg aus den (angeblichen) Problemen der gesetzlichen Rentenversicherung (und selbst in der GRV als Kern des Sozialversicherungssystem soll, so einige Forderungen, Kapitaldeckung – erneut1 – Einzug halten), ist der Blick auf die (Nicht-)Funktionalität einiger Sondersysteme, die bereits existieren, von besonderem Interesse.
Stefan Sell
Corona-Pandemie, war da nicht noch was? Zu den individuellen und gesellschaftlichen Kosten in der Long Covid-Schattenwelt
Man muss leider immer wieder an diese Zeit erinnern. An die Corona-Pandemie. Für viele verblasst, ob bewusst oder unbewusst vorangetrieben, der Blick zurück und man hat ja auch genug zu tun mit den Irrungen und Wirrungen der „Polykrisen“, die uns in Beschlag halten. Andere schieben vieles, was sie oder ihr Umfeld an Schicksalsschlägen heute erfahren, wie beispielsweise eine Krebserkrankung oder einen Herzinfarkt, auf die damalige Zeit und mit dem Brustton der unerschütterlichen Überzeugung gesicherten Wissens wird dann die Behauptung vorgetragen, dass das bestimmt mit dieser Impfung zusammenhängt. Eine Impfung gegen eine Erkrankung, die doch gar nicht so schlimm gewesen sei, wie man uns damals hat glauben lassen wollen (vgl. den Kasten „Exkurs: Von angeblichen „Impftoten“, (einigen) Impfschäden und dem Post-Vac-Syndrom“ am Ende dieses Beitrags).
Wenn Armut auch schon mit fünf Jahren krank macht. Am Beispiel der Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen in Kassel
Die Diskussionen über den Zusammenhang von Armut und Krankheit blicken auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück. Wie so oft im komplexen gesellschaftlichen Gefüge erweist sich eine „Entweder-Oder“-Dichotomie hinsichtlich der Verursachung als nicht hilfreich. Also keine Engführung auf die Aussage „Armut macht krank“ versus „Krankheit macht Arm“, sondern wir haben es eher mit einer Gleichzeitigkeit dieser beiden unterschiedlichen Kausalitäten zu tun.