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DLF: Kein Interesse am Studium: Angehende Pflegekräfte machen lieber eine Ausbildung (12.05.2022)

Deutschlandfunk Kultur: Stadtforscherin Tatjana Schneider – Einsatz für klimagerechte, soziale Städte (11.05.2022)
Gemüseanbau auf Häuserdächern, mehr Einzelhandel und kleine Fabriken im Stadtinneren: Die Architektin und Hochschulprofessorin Tatjana Schneider setzt sich für eine Stadtplanung ein, die sozialer und klimagerecht ist.

BR: „Lasst uns nicht allein!“ Pflegenotstand in häuslicher Pflege (09.05.2022)
Sonja Walser hält ihre sechsjährige Tochter Katharina im Arm – sie muss inhalieren. Im Anschluss darf sie heute hoffentlich die Grundschule besuchen – wenn die Pflegekraft nach Hause kommt. Seit Wochen zittert Mutter Sonja jeden Morgen, denn nur mit der Unterstützung einer Pflegekraft kann Katharina die erste Klasse besuchen – und Sonja Walser erledigt in der Zeit ihre Arbeit an der Hochschule Benediktbeuern. Doch seit Monaten sucht die Familie in Königsdorf händeringend Intensivpfleger/innen. Im Winter hat ihr einer der zwei Pflegedienste von einem Tag auf den anderen abgesagt – und dann stand die Familie mehr oder weniger alleine da. Und wie ihr geht es unzähligen Familien – bundesweit. Denn überall herrscht derzeit ein dramatischer Pflegenotstand – doch wie ist dieser überhaupt noch in der häuslichen Pflege zu bewältigen?  

DLF: Vision Inklusion – Wie Teilhabe wirklich gelingen kann (07.05.2022)
Rampen statt Treppen, Filme mit Untertiteln und betreutes Wohnen – das können nur erste Schritte sein, um eine Gesellschaft inklusiv zu gestalten. Denn für Menschen mit Handicap gibt es in weit mehr Lebensbereichen Hürden, die ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben unmöglich machen. Und das obwohl Inklusion in der Bundesrepublik seit 2009 ein Grundrecht ist. Damit Menschen mit Behinderung zu ihrem Recht kommen, gibt es viele private Initiativen und innovative Projekte.

DLF: Eine EU-Richtlinie und ihre Auswirkungen – Unmut über ungleiche Behandlung von Kriegsflüchtlingen(06.05.2022)
Eine EU-Richtlinie, die bereits lange existiert, in diesem Jahr aber erstmals aktiviert wurde, sorgt für Unruhe und Verzweiflung. Auch in Deutschland. Denn die Richtlinie gesteht ukrainischen Flüchtlingen Leistungen zu, die andere Kriegsflüchtlinge nicht in Anspruch nehmen können.

DLF: Nach oben buckeln, nach unten treten. Warum Menschen Schwächere abwerten (05.05.2022)

WDR: Pflege: „Wir brauchen einen Masterplan“ (04.05.2022)
Laut einer Studie gibt es in Deutschland ein Potenzial von mindestens 300.000 zusätzlichen Vollzeit-Pflegekräften. Dafür müssten aber die Arbeitsbedingungen verbessert werden, sagt Michael Isfort, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung.

WDR: Marode Schule ( 04.05.2022)
Undichtes Dach, gesperrte Stockwerke, nicht mal die Hälfte der Toiletten nutzbar: Die Gesamtschule Bockmühle in Essen ist schon seit Jahren marode. Ein Neubau soll 2028 fertig sein – doch bis dahin, so befürchten Lehrkräfte, Eltern und Schüler, wird nichts mehr in die alte Schule investiert. Julia Schöning über die Stimmung vor Ort.

HR: Mehr als nur Sprachbarrieren – Ukrainer und der deutsche Arbeitsmarkt (03.05.2022)
Etwa 390.000 Menschen sind aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. 84 Prozent sind Frauen, viele von ihnen mit Kindern. Die Ukrainerinnen sind gut ausgebildet, etwa drei Viertel haben ein abgeschlossenes Studium, mehr als 90 Prozent Abitur. Doch für diese Frauen ist vor allem die Kinderbetreuung wesentlich, um einen Arbeitsplatz zu finden.

DLF: DigitalPakt Schule: Soziale Kluft wird durch ungleich verteiltes Geld verstärkt (03.05.2022)

Deutschlandfunk Kultur: Alterskriminalität – JVA statt Altenheim (03.05.2022)
Die Kriminalität von über 70-Jährigen nimmt in Deutschland zu. Betrug, Diebstahl und leichte Körperverletzungen führen die Statistik an. Viele Haftanstalten müssten sich auf Bedürfnisse älterer Menschen einstellen, so der Gerontologe Stefan Pohlmann.

BR: Arbeiten im Alter – Will ich? Darf ich? Kann ich noch? (01.05.2022)
Die einen wollen so früh wie möglich in Rente gehen, ihren Ruhestand genießen. Die anderen müssen mit ihrem Beruf aufhören, weil ihr Körper nicht mehr mitspielt. Und dann sind da noch die, die länger arbeiten müssen als bis zur Rente und die, die länger arbeiten wollen. Seit bald 150 Jahren versucht das deutsche Rentensystem etwas unglaublich Individuelles zu vereinheitlichen: Die Erwerbsbiografien aller Bürgerinnen und Bürger. Doch das wird immer schwieriger. Wie könnte man das ändern?

DLF: Bluttests auf Down-Syndrom als Kassenleistung – Ethik und Elternglück (01.05.2022)
Wenn eine Schwangere wissen möchte, wie hoch ihr Risiko ist, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, kann sie einen einfachen Bluttest machen lassen. Bisher mussten die werdenden Mütter dafür selbst zahlen. Jetzt werden die Tests zur Kassenleistung. Aus ethischer Sicht ist das umstritten.

DLF: Gründerin Lisa Jaspers – Für eine menschenzentrierte und nachhaltige Arbeitswelt (01.05.2022)
Lisa Jaspers, Gründerin von „Folkdays“, einem Berliner Unternehmen für „Contemporary Fair-Trade Design“, fordert eine Revolution der Arbeitswelt. Selbstbestimmter sollte diese sein, ohne Ausbeutung von Menschen oder Ressourcen. Ziel ist dann nicht der Erfolg eines Unternehmens, sondern wertebasiertes Arbeiten.

SR: Anders Arbeiten. Wie die Pandemie die Arbeitswelt verändert hat (30.04.2022)
Homeoffice, Kurzarbeit oder Jobverlust- mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich für Viele der Arbeitsalltag verändert. Wie haben Beschäftigte diese Zeit erlebt? Und was ist davon nach zwei Jahren geblieben?

Deutschlandfunk Nova: Assistierter Suizid – Medizinrechtsanwältin Birgit Schröder (29.04.2022)
Im Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden: § 217 Strafgesetzbuch ist verfassungswidrig – der Paragraph hatte bis dahin geschäftsmäßige Sterbehilfe in Deutschland verboten. Seither ist das selbstbestimmte Beenden des eigenen Lebens in Deutschland gesetzlich ungeregelt. Der Gesetzgeber muss Abhilfe schaffen. Birgit Schröder, Fachanwältin für Medizinrecht, erklärt in ihrem Vortrag die juristischen Grundlagen.

DLF: Made in Bulgaria – In den Nähfabriken der globalen Mode-Industrie (23.04.2022)
Ein Großteil der Kleidung, die Modegeschäfte rund um den Globus anbieten, wird unter prekären Bedingungen hergestellt. Das Label „Made in Europe“ verspricht hingegen ein gutes Gewissen mit Blick auf Lohn, Arbeitsschutz und Arbeitnehmerrechte. Und doch können Näher in Bulgarien kaum von ihrem Lohn leben.

BR: Medizinische Versorgungszentren – Zwischen Profit und Gesundheit (29.03.2022)
Seit rund eineinhalb Jahrzehnten können Praxisärzte in einer besonderen Rechtsform zusammenarbeiten: Medizinische Versorgungszentren (MVZ) können weit stärker als traditionelle Gemeinschaftspraxen wie Unternehmen arbeiten: Sie können ohne Probleme angestellte Ärzte beschäftigen und Kapital von außen einsammeln. Finanzinvestoren nutzen das und lassen immer mehr Geld in diesen Bereich fließen.

BR: Falle Sozialversicherung – geschiedene Bäuerinnen in Not (20.04.2022)
237 Euro – so hoch ist die Rente für mithelfende Bäuerinnen derzeit. Denn in der Landwirtschaft gilt Rente nur als zweites Standbein. Der Rest: Pachteinnahmen, familiäre Unterstützung. Scheidung kann so die Armutsfalle bedeuten.

BR: Kiffen erlaubt: Was bringt die geplante Cannabis Freigabe? (20.04.2022)
„Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein“, so heißt es wörtlich im Koalitionsvertrag der Ampelregierung. Auch wenn das Vorhaben gerade auf Eis liegt wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, so ist die Legalisierung doch ein Thema, das viele bewegt: Was bringt die Cannabis-Freigabe? Wie sollte sie umgesetzt werden? Fragen im Dossier Politik mit Thies Marsen am Mikrofon und Studiogast Heino Stöver, Professor für sozialwissenschaftliche Suchtforschung an der Frankfurter Fachhochschule University of Applied Sciences.

Deutschlandfunk Kultur: Von der Hand in den Mund – Wenn Arbeit kaum zum Leben reicht (18.04.2022)
Sie arbeiten in der Pflege, als Reinigungskraft oder liefern Essen aus. Sie stecken in Minijobs, schlecht bezahlten Vollzeitstellen oder verdingen sich als digitale Tagelöhner – oft so schlecht bezahlt, dass es kaum zum Leben reicht. In dieser Reportage stellen wir fünf Menschen vor, bei denen genau das zutrifft.

DLF: Beruf des Schäfers – Mit 800 Tieren unterwegs im Elsebachtal (16.04.2022)
Den ganzen Tag an der frischen Luft sein, gemütlich mit den Schafen durch die Lande ziehen oder ein bisschen Rast auf der Wiese machen. Die Schäferidylle wurde oft besungen, doch die Realität sieht anders aus. Es ist einer der ältesten und härtesten Berufe in der Landwirtschaft. Gerade einmal 900 Berufsschäfer gibt es noch in Deutschland. Wie sieht ihr Alltag aus?

SW: Sterbende nicht allein lassen (15.94.2022)
Seit Februar 2020 sind Sterbehilfevereine in Deutschland wieder aktiv. Sie nutzen eine Grauzone und Gesetzeslücke: Das Gesetz zum Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gilt nicht mehr, die Sterbehilfe muss erst neu geregelt werden. In den Kirchen wird die Sterbehilfe kontrovers diskutiert. Einige prominente Protestantinnen und Protestanten plädieren dafür, auch in evangelischen Einrichtungen Sterbehilfe zuzulassen. Wir sprechen mit Menschen, die ihre Angehörigen bei der Hilfe zum Sterben begleitet haben. Und mit Menschen, die entschlossen sind, notfalls Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen.

BR: Klinik-Krise nach Corona-Krise? – Versorgung zwischen medizinischer Expertise und wirtschaftlichen Zwängen (10.04.2022)
60 Prozent aller deutschen Kliniken gehen davon aus, dass sie im vergangenen Jahr ein Defizit gemacht haben. Kleinen Kliniken droht die Schließung von Abteilungen oder das komplette Aus. Aber auch die medizinische Kompetenz entscheidet über den Fortbestand. Und die ist in größeren Krankenhäusern oft deutlich größer als in kleinen.

DLF: An Mamas Seite – Wie Österreich die Pflege organisiert (09.04.2022)
Viele Pflegebedürftige in Österreich möchten zuhause betreut werden: Von Angehörigen, die sich im Burgenland vom Staat anstellen lassen können oder auch von 24-Stunden-Pflegerinnen aus den osteuropäischen Ländern. Österreich gilt als Vorbild, wenn es um die Organisation der Pflege gilt. Doch das System gerät durch eine alternde Gesellschaft unter Druck.

Deutschlandfunk Nova: Bedingungsloses Grundeinkommen macht uns resilient – Ökonom Bernhard Neumärker (18.03.2022)
Viele Menschen haben während der Corona-Pandemie ihre Arbeit verloren. Der Staat hat versucht, das mit Kurzarbeitergeld und Soforthilfen aufzufangen. Das war teuer, bürokratisch und konnte trotzdem nicht alle Existenzängste beseitigen. Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen würde das deutlich besser gelingen, argumentiert Bernhard Neumärker in seinem Vortrag. Mit seinem Team hat Bernhard Neumärker verschiedene Modelle durchgerechnet und kommt am Beispiel der Corona-Maßnahmen zu dem Schluss, dass ein Grundeinkommen letztlich sogar günstiger gewesen wäre als die Finanzierung der unterschiedlichen Corona-Maßnahmen.

BR: Armut bei jungen Erwachsenen: Wenn Kinder die Eltern finanziell unterstützen (09.03.2022)
Schullektüre für 5 Euro, frische Brezen zum Frühstück; den Eintritt ins Schwimmbad: In Familien mit wenig Geld sind das Investitionen, die nicht einfach so möglich sind. Für die Kinder, die in armen Familien aufwachsen, ist das belastend. Und wenn sie erwachsen werden und ihr erstes Geld verdienen, wird es häufig nicht leichter, denn solange sie in mit ihrer Familie unter einem Dach wohnen, sind sie Teil der Bedarfsgemeinschaft – und müssen somit Verdienst abgeben. Was bedeutet es, wenn junge Erwachsene für ihre Familien aufkommen müssen?

Deutschlandfunk Kultur: Kirchenaustritte: Brechen damit auch soziale Leistungen weg? Interview mit Carsten Frerk (13.04.2022)

Deutschlandfunk Kultur: Politologe Lukas Haffert – Der Konflikt zwischen Stadt und Land wächst (09.04.2022)
Die unterschiedlichen Lebenswelten in der Stadt und auf dem Land drücken sich auch immer mehr in Wahlergebnissen aus. So sind die urbanen „Grünen“ in den Metropolen stark, die AfD eher auf dem Land. Und der Politologe Lukas Haffert sieht wachsendes Konfliktpotenzial.

DLF: Syrische Flüchtlinge in der Türkei – Schutz ohne sichere Zukunft (08.04.2022)
Etwa vier Millionen Flüchtlinge aus Syrien hat die Türkei aufgenommen. Sie erhalten Schutz vor Abschiebung, Zugang zum Gesundheitswesen, zu Schulen, Universitäten und sozialen Diensten. Doch Aussicht auf legale Arbeit und Staatsbürgerschaft kann und will ihnen der türkische Staat nicht zugestehen.

DLF: DDR-Sozialisation Umbruch. Der geringere Gender-Pay-Gap in Ostdeutschland (07.04.2022)

HR: Ford-Entwicklung am laufenden Band – Wie die Arbeitswelt immer wieder neu erfunden wird (07.04.2022)
»Henry Ford, benannt nach der gleichnamigen Automarke, gilt als „Erfinder“ des Fließbands. Das setzte seinerzeit, vor mehr als 100 Jahren, eine gewaltige Umwälzung der industriellen Arbeits- und Produktionsprozesse in Gang. Mehr Work-Flow als am Fließband? Damals undenkbar! Ford, der schillernde Initiator dieser revolutionären Entwicklung, ist heute auf den Tag genau vor 75 Jahren gestorben. Aber das Arbeitsleben ist seitdem natürlich weitergegangen, mit vielen weiteren Umwälzungen im Laufe der Jahrzehnte bis hin zur heutigen Fabrik und erst recht auf dem Weg zur Fabrikation der Zukunft. Umwälzungen, die auch unsere Gedanken rotieren lassen sollten. Denn wie einst der „Fordismus“ haben auch sie tiefgreifende Folgen für die Industrie, ihre Beschäftigten und für die Gesellschaft, in der wir alle leben.«

DLF: Umnutzen und neu denken – Konzepte für bezahlbares Wohnen (03.04.2022)
In Deutschland fehlen hunderttausende Wohnungen, vor allem im bezahlbaren Segment. Deshalb möchte die Ampelkoalition das Angebot erhöhen und 400.000 neue Wohnungen bauen – pro Jahr. Es kann aber auch sinnvoll und attraktiv sein, Bestandsimmobilien umzunutzen. Gerade in den Städten, wo es kaum Bauland gibt.

DLF: Philosoph Michael Quante – Sinn und Selbstwert des arbeitenden Menschen (03.04.2022)
„Wir erleben die Fließbandisierung der sozialen Berufe“, sagt der Philosoph Michael Quante. Wer aber Pflege auf Versorgung reduziere, Bildung auf Ausbildung und Medizin auf Reparatur, werde der Sinnhaftigkeit dieser Arbeit nicht gerecht. Mit Karl Marx glaubt Quante an eine „sozial gerechte, befreite“ Wirklichkeit.

SWR: Pflegeheime in der Pandemie – Isolation und Einsamkeit (24.03.2022)
Menschen in Altenheimen sollen vor Corona geschützt werden, doch das hat teils gravierende Folgen: Einsamkeit und Depression, körperlicher Abbau. Vielen fehlt die soziale Teilhabe. Eines scheint allerdings klar: Pflegebedürftige sollen nicht mehr pauschal von der Außenwelt und ihren Angehörigen isoliert werden.

Deutschlandfunk Kultur: Lieferdienste in New York – Revolution des Einzelhandels (24.03.2022)
Nur 15 Minuten nach dem Klick sollen die Lebensmittel nach Hause kommen. Damit werben Lieferdienste in New York und revolutionieren somit den Einzelhandel. Oft auf dem Rücken der Fahrer, die sich jetzt das Recht erkämpften, auf Toilette zu gehen.

Deutschlandfunk Kultur: Strukturwandel in Gelsenkirchen – Raus aus der „Vergeblichkeitsfalle“ (22.03.2022)
Gelsenkirchen ist groß geworden durch den Bergbau, Kohle, Eisen und Stahl – und dann tief gestürzt in Armut und Arbeitslosigkeit. Die großen politischen Probleme stehen auf der Tagesordnung. Wie lebt es sich dort, und wie kann es wieder aufwärts gehen?

DLF: Arbeitsmarkt – Die Ausbeutung von Wanderarbeitern in Deutschland (21.03.2022)
Armut hat viele Gesichter. Ausbeutung auch. Und es gibt sie auch in einem reichen Land wie Deutschland. Betroffene schildern, wie ihnen grundlegende Rechte vorenthalten werden. Und wie im Ernstfall keiner etwas davon wissen will.

HR: Emanzipation der Arbeitnehmer: Wie Corona unsere Arbeitsmoral verändert hat (18.03.2022)
Die Corona-Pandemie hat uns Zeit zum Nachdenken gebracht. Das hat dazu geführt, dass immer mehr Arbeitnehmer ihren Job reflektieren und unter den alten Bedingungen nicht mehr arbeiten wollen. Schwappt die große Kündigungswelle aus den USA auch zu uns?

Deutschlandfunk Nova: Bedingungsloses Grundeinkommen macht uns resilient – Ökonom Bernhard Neumärker (18.03.2022)
Viele Menschen haben während der Corona-Pandemie ihre Arbeit verloren. Der Staat hat versucht, das mit Kurzarbeitergeld und Soforthilfen aufzufangen. Das war teuer, bürokratisch und konnte trotzdem nicht alle Existenzängste beseitigen. Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen würde das deutlich besser gelingen, argumentiert Bernhard Neumärker in seinem Vortrag. Mit seinem Team hat Bernhard Neumärker verschiedene Modelle durchgerechnet und kommt am Beispiel der Corona-Maßnahmen zu dem Schluss, dass ein Grundeinkommen letztlich sogar günstiger gewesen wäre als die Finanzierung der unterschiedlichen Corona-Maßnahmen.

SWR: Solidarität unter Druck – Was können Gewerkschaften noch leisten? (17.03.2022)
Die Gewerkschaften verlieren Mitglieder, mehr als je zuvor; beim DGB betrug der Schwund letztes Jahr 120.000. Außerdem mangelt es an Frauen und an Nachwuchs. Wozu brauchen wir noch Gewerkschaften? Welche Rolle spielen sie beim Zusammenhalt der Gesellschaft? Marion Theis diskutiert mit Prof. Dr. Klaus Dörre – Soziologe, Universität Jena, Dr. Ursula Weidenfeld – Wirtschaftsjournalistin, Susanne Wingertszahn – DGB Rheinland-Pfalz/Saarland

DLF: Cannabis als Genussmittel – Mit legalen Strukturen gegen den illegalen Markt (17.03.2022)
Trotz anhaltender Kritik will die Ampelkoalition Cannabis als Genussmittel für Erwachsene freigeben. So will sie den Schwarzmarkt austrocknen, Drogenkriminalität bekämpfen und Konsumenten aus der Illegalität holen. Die Legalisierung von Cannabis aber ist ein politisches und gesellschaftliches Mammutprojekt.

DLF: Einrichtungsbezogene Impfpflicht – Die Pflege- und Gesundheitsbranche im Zwiespalt (15.03.2022)
Alle, die in der Gesundheits- und Pflegebranche tätig sind, müssen ab heute einen Impf- oder Genesenenstatus vorlegen. Das wurde im Dezember im Bundestag beschlossen. Bundesweit finden seitdem Proteste statt. Für die Gegner gilt: Die Impfpflicht ist ein Eingriff in ihre Selbstbestimmung. Droht jetzt ein akuter Pflegenotstand?

SR: „Die ewige Aushilfe“ – Passen Minijobs noch in unsere Zeit? (11.03.2022)
Etwas dazu verdienen – manche wollen das, andere müssen eine geringfügige Beschäftigung annehmen. Vor allem Frauen sind Minijobber. Warum? Muss sich an der Struktur nicht grundlegend etwas ändern?

DLF: Klinik-Krise – Wie Deutschlands Krankenhäuser wirtschaftlich überleben können (05.03.2022)
Schon vor der Corona-Pandemie steckten viele Krankenhäuser in Deutschland in den roten Zahlen. Und trotz der Milliarden-Zuschüsse sind inzwischen noch mehr Kliniken nicht mehr wirtschaftlich. Die Stimmen nach einem grundlegenden Umbau der Krankenhauslandschaft in Deutschland werden lauter.

DLF: Neue Utopien für soziale und ökologische Nachhaltigkeit (03.03.2022)

DLF: Betriebsratswahlen – Mitbestimmen statt Befehle empfangen (26.02.2022)
Die Betriebsratswahlen am 1. März stellen einen Generationenwechsel von Räten mit linkem Selbstverständnis hin zu einer jungen Generation mit mehr kämpferischer Einstellung nach den Erfahrungen der Wende dar. Aber auch rechte Kandidaten drängen in die Betriebsräte – und der IG Metall droht bei Tesla eine symbolische Schlappe bei den Betriebsratswahlen.

BR: Zwischen Lavendel und Fremdenhass – Rechtsradikale Gemeinden im Süden Frankreichs (27.02.202)
Bei den Regionalwahlen 2021 in Frankreich blieben rechtsnationale Kräfte zwar weitgehend erfolglos. Trotzdem sind sie nicht auf dem Rückzug. Insbesondre in der Provinz PACA, Provence Alpes Cotes d’Azur. Christian Sachsinger über rechtsradikale Gemeinden in Südfrankreich kurz vor den Präsidentschaftswahlen.

DLF: Stimmen aus der Banlieue – Auch wir sind Frankreich (26.02.2022)
Vor allem Politiker des rechten Randes warnen vor der Banlieue als Bedrohung für ganz Frankreich. In den Randgebieten der französischen Großstädte leben über fünf Millionen Menschen, häufig mit einer Migrationsgeschichte. Viele sehen sich und ihr Leben falsch dargestellt und wehren sich dagegen.

BR: Die Geschichte der Arbeitsmoral – Drückeberger, Leistungsträger, Workaholics (24.02.2022)
Arbeitsmoral, das ist eine schwierige Sache. Meist beklagt man ein zu wenig als ein zu viel davon. Aber warum eigentlich? – Ein Blick in die Geschichte zeigt: Die Verknüpfung von Arbeit und Moral ist eine Erfindung der Neuzeit. Heute hat Arbeitsmoral weniger mit althergebrachten Werten zu tun, als mit den realen Arbeitsbedingungen.

BR: Beruf: Hausfrau – Die Geschichte einer Arbeiterin (24.02.2022)
Die klassische „Hausfrau“ ist tot. Oder doch nicht? Wer kocht, putzt und wäscht, wenn alle arbeiten? Und wann entstand das Bild der „Hausfrau“?

DLF: Die Diskussion über andere Wochenarbeitszeiten – nur etwas für die Elite? (24.02.2022)

NDR: Die Lehrerlücke: An Schulen fehlen die Fachkräfte (24.02.2022)
Die Corona-Jahre haben es deutlich gezeigt: Schule ist viel mehr als Bildungsvermittlung. Schule ist sozialer Lernort, Schule ist wichtig für die Psyche der Kinder, Schule kann gar nicht wichtig genug genommen werden. Dennoch: Oft fällt in deutschen Schulen der Unterricht aus. Und das nicht nur wegen Corona. Lehrer sind überlastet, geben ihren Job auf – oder beenden die Ausbildung erst gar nicht. Ein Strukturproblem: Es gibt immer mehr schulpflichtige Kinder – aber zu wenige Lehrerinnen und Lehrer. Alles bekannt. Doch Gegensteuern ist schwierig – berichtet Armin Himmelrath.

Deutschlandfunk Kultur: Suizide in der DDR – Geheime Verschlusssache (23.02.2022)
In der DDR war die Suizidrate europaweit am höchsten. Geforscht werden durfte dazu aber nicht, Statistiken blieben geheim. Manche widersetzten sich dem Forschungsverbot und nach dem Mauerfall wurden sogar verlorengeglaubte Akten wiedergefunden.

Deutschlandfunk Kultur: Hochlohn-Kreis Böblingen – Warum im Ländle viele viel verdienen (23.02.2022)

Deutschlandfunk Kultur: Kreis Saale-Orla in Thüringen – Wo viele wenig verdienen (22.02.2022)
Der Kreis Saale-Orla in Thüringen ist trauriger Spitzenreiter: Kaum irgendwo in Deutschland arbeiten so viele Menschen im Niedriglohn-Sektor wie dort. Obwohl sie Vollzeit arbeiten, reicht der Lohn kaum aus. Aber es gibt auch positive Gegenbeispiele.

HR: My home is my office. Wie lange noch? (22.02.2022)
Corona kreißte und gebar aus dieser Not (wie neu) das Homeoffice. Was daraus inzwischen entstanden ist an heimischen Arbeitstischen, Arbeitsräumen, Arbeitsweisen, das ist für die einen auch nach zwei Jahren Pandemie immer noch eine Notlösung. Viele andere dagegen witterten von Anfang an die Gelegenheit, endlich aus der Not die ersehnte Tugend zu machen. Aber nun, da immer lauter über ein näher rückendes Ende der Not nachgedacht wird, winkt oder droht womöglich auch dem Homeoffice der Feierabend. „Endlich!“, rufen die einen. „Bitte nicht!“, rufen die anderen und suchen deshalb Heil im Bundesarbeitsministerium. Die Gretchenfrage lautet also: Welchen Platz hat, welchen Komfort bietet und welche Räume öffnet das Homeoffice in der post-pandemischen Arbeitswelt?

SWR: Erzieherinnen im Stress: Was ist uns Kinderbildung wert? (22.02.2022)
Erzieherinnen machen einen Höllenjob: Ständig unter Strom, dauernd beansprucht, mäßig bezahlt; dazu die Verantwortung für Kinder, das kostbarste Gut, was wir haben. In der anstehenden Tarifrunde fordern sie bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld und Maßnahmen gegen den Personalmangel. Das könnte teuer werden für Staat und Steuerzahler. Was wollen wir uns frühkindliche Bildung kosten lassen?

SWR: Kinder und Kosten – Was ist uns frühe Bildung wert? (21.02.2022)
Lärm, Zeitdruck, Kollegenmangel: Erzieherinnen machen einen Höllenjob mit viel Verantwortung. Das wird wenig anerkannt, dabei stellen sie wichtige Weichen für die Zukunft der Kleinsten. Am Freitag beginnt die Tarifrunde. Ist Kinderbildung Luxus? Wieviel davon wollen wir uns leisten? Marion Theis diskutiert mit Anja Braekow – Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg, Dr. Sina Veronika Fackler – Deutsches Jugendinstitut, Markus Zwick – Oberbürgermeister Pirmasens

Deutschlandfunk Kultur: Polizist und Autor Oliver von Dobrowolski – Im Einsatz für eine bessere Polizei (21.02.2022)
Als Kriminalhauptkommissar arbeitet Oliver von Dobrowolski an Berlins sozialen Brennpunkten. Offen kritisiert der Polizist Missstände in den eigenen Reihen. Für eine „bessere Polizei“ hat der 46-Jährige die Initiative „BetterPolice“ gegründet.

Deutschlandfunk Kultur: Gesetzliche Betreuung – Ein Mensch ist keine Akte (20.02.2022)
Katharina Wagner bekommt ihre Klienten von einer Behörde zugewiesen. Oft sind diese krank, psychisch eingeschränkt, manche obdachlos. Alle brauchen ihre Zeit, ihre Hilfe. Katharina Wagner schafft das irgendwie. Die Geschichte einer Alltagsheldin.

DLF: Altruismus – Der Mensch in Zeiten der Katastrophe (20.02.2022)
In Katastrophensituationen neigt der Mensch zu Massenpanik, hat ein Gefühl der Ohnmacht und Egoismus und kriminelle Verhaltensweisen nehmen zu: so drei gängige Annahmen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen offenbaren jedoch ein deutlich optimistischeres Bild des Menschen.

DLF: Das Ende der Truckerromantik – Ausbeutung auf der Autobahn (19.02.2022)
LKW-Fahrer haben einen knallharten Job: Sie fahren tausende Kilometer kreuz und quer durch Europa, immer unter Zeitdruck. Ihr Wohn- und Schlafzimmer ist die Führerkabine, oft sind sie wochenlang nicht zu Hause. Manfred Götzke hat mit osteuropäischen Fahrern über ihr Leben auf der Straße gesprochen – und war mit einem deutschen Trucker auf Tour, der ihm erzählt hat, wie sich seine Arbeit verändert hat.

HR: Von Heimlichtuereien und Kündigungen: Betriebsratswahlen mit Hindernissen (18.02.2022)
Meistens ist es kein großes Thema. Aber immer wieder kommt es bei der Wahl zum Konflikt. Von März bis Mai wird wieder gewählt und so einfach wie im Gesetz ist es nicht immer.

DLF: Investitionen in frühkindliche Bildung – Bildungsexpertin: Kita schafft Grundlage für positiven Bildungsverlauf (18.02.2022)
Etwa zehn Prozent der 18- bis 25-Jährigen in Deutschland bricht die Schule ohne Abschluss ab. Die Basis für eine erfolgreiche Bildungskarriere werde aber bereits früher, in der Kita gelegt, sagte Bildungsexpertin Anette Stein. Dafür brauche es ausreichende Ressourcen und qualifiziertes Fachpersonal.

BR: Krankenbesuche in der Pandemie – Pflegende, Patienten und Angehörige zwischen Menschlichkeit und Infektionsschutz (18.02.2022)
Welch wichtige Rolle Angehörige von Klinikpatienten bei Heilungsprozessen spielen, zeigt sich in aller Deutlichkeit, wenn sie – wir zurzeit pandemiebedingt – kaum oder gar nicht in die Klink dürfen. Manches kann durch das Krankenhauspersonal kompensiert werden, doch bei Weitem nicht alles. Pflegende und Patientenvertreter berichten, was sie erleben.

BR: Was, wenn die künstliche Intelligenz übernimmt? (16.02.2022)
KI wird in immer mehr Unternehmen eingesetzt. Manchmal um die Mitarbeiter von Routinearbeit zu entlasten, manchmal aber übernehmen die Computer auch die Entscheidungen und damit dreht sich das Verhältnis um: Der Mitarbeiter wird zum Handlanger der Maschine. Beispiel Banken. Dort übernehmen manchmal Roboter schon die Anlageentscheidung eines Investmentfonds. Und manchmal, da ersetzt die KI den Menschen sogar komplett.

NDR: Recht auf Faulheit? Wie die Pandemie unsere Arbeit verändert (17.02.2022)
Die Corona-Pandemie war und ist für alle eine Belastung. Doch der verordnete Stillstand ließ viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auch Aufatmen, bedeutete eine Pause. Kurzarbeit und Homeoffice gaben Raum für das eigene Ich und die Frage: Wie will ich leben? Wie will ich arbeiten? Und wie viel will ich arbeiten? In den USA entstand aus solchen Überlegungen die „AntiWork“- Bewegung. Sie setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Autonomie und das Recht auf Faulheit ein. Und auch in Deutschland wachsen die Zweifel am Sinn von Pendeln, Überstunden und Termindruck.

SWR: Personalmangel mit Ansage – Welche Folgen hat die Pflege-Impfpflicht? (15.02.2022)
In Krankenhäusern oder Altenheimen sollen künftig nur noch geimpfte Beschäftigte arbeiten dürfen. So sieht es das Gesetz vor. Was passiert, wenn dann tausende ungeimpfte Pflegekräfte nicht mehr zum Dienst kommen dürfen? Verbände und Einrichtungen warnen: Die Impfpflicht gefährde die Versorgungssicherheit, Bayern will sie deshalb verschieben. Die aktuelle Diskussion wirft – wieder einmal – ein Schlaglicht auf die oft dramatische Situation in der Pflegebranche. Was lässt sich dagegen tun? Geli Hensolt diskutiert mit Prof. Dr. Annika Herr – Gesundheitsökonomin, Leibniz Universität Hannover, Ricardo Lange – Intensivpfleger und Buchautor, Berlin, Bernhard Schneider – Hauptgeschäftsführer Evangelische Heimstiftung, Stuttgart

BR: Das Verschwinden der Mitte – Leben zwischen Aufstiegshoffnung und Abstiegsangst (15.12.2022)
Noch immer sieht sich die bundesrepublikanische Gesellschaft als Gesellschaft der Mitte. Ob Friedrich Merz oder Facharbeiter – alle wollen Teil der Mittelschicht sein. Aber gibt es sie überhaupt noch, die Mittelschicht? Und, wenn ja, wo ist sie zuhause? Markus Metz kehrt zurück nach „Mittelstadt“ – eine kleinbürgerliche Illusion, die es nicht mehr gibt?

WDR: Klassenjustiz in Deutschland? – Ronen Steinke (14.02.2022)
Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, heißt es. Stimmt aber nicht, sagt Ronen Steinke. Denn unser Justizsystem werde immer ungerechter. Warum? Darüber spricht der Journalist und Jurist in der Redezeit.

SR: Evke Rulffes: Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung (13.02.2022)
Warum haben Frauen, allen voran Mütter, häufig das Gefühl, alles alleine schaffen zu müssen? Was hat unser Hausfrauenbild geprägt? Ein Gespräch über Rollenbilder, Machtverhältnisse und die „Erfindung der Hausfrau“.

SWR: Das Hickhack um die Pflege-Impfpflicht – Worum geht es? (12.02.2022)
Die Diskussion um die Impfplicht für alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, läuft. Laut Gesetz sollen ungeimpfte Krankenpflegerinnen und oder Altenhelfer ab Mitte März nicht mehr arbeiten dürfen. Kritiker warnen vor riesigem Personalmangel. Bayern will den Start deshalb verschieben, andere Bundesländer drängen auf fristgerechte Umsetzung. Was bedeutet das Hin- und Her für die Einrichtungen, für Beschäftigte und Pflegebedürftige?

DLF: Welche Arbeit haben Einrichtungen mit der Impfpflicht? Interview Marcus Jogerst (11.02.2022)

SR: Mehr Frustration?! Die Pflege und die Impfpflicht (11.02.2022)
Mehr Frustration?! Die Pflege und die Impfpflicht Ab Mitte März soll die einrichtungsbezogene Impfpflicht gelten. Doch darüber gibt es politischen Streit. Auch die Träger haben noch viele Fragen. Und was halten Pflegekräfte davon?

rbb: Bessere Unterstützung für Wohnungslose in Berlin (11.02.2022)
Geschätzt leben um die 50 000 Obdach- und Wohnungslose in Berlin. Bis 2030 soll niemand mehr auf der Straße leben, hat sich der Senat vorgenommen. Um das zu erreichen, hat er einige neue Projekte angestoßen. Anja Dobrodinsky berichtet über das Prinzip „Wohnung zuerst“, über Stadtführungen mit ehemaligen Obdachlosen und ehrenamtliche Helfer.

DLF: Klinik oder Knast – Warum mehr süchtige Straftäter im Maßregelvollzug landen (09.02.2022)
Die Gerichte schicken immer mehr drogenabhängige Straftäter in den Maßregelvollzug. Die forensischen Kliniken sind überfüllt, die Wartelisten lang. Das Bundesjustizministerium will jetzt das Strafgesetzbuch reformieren.

WDR: Altersarmut – Irene Götz (11.02.2022)
Frauen werden im Alter eher arm als Männer. Mehr Frauen arbeiten in Teilzeit und verdienen insgesamt auch durchschnittlich weniger als Männer. Die Professorin für Ethnologie und Kulturwissenschaft Irene Götz untersucht, wie arme Menschen leben.

BR: Sozialarbeiter – gefragter, gefährdeter, integrativer denn je (09.02.2022)
Sie führen ein Leben an vorderster Front, wenn es darum geht, Menschen aufzufangen. Alleine deswegen sind die Mitarbeiter der Jugendheime und Jugendzentren seit Beginn der Pandemie diejenigen, die nahezu alle an der Krankheit erkrankten, denn sie gehen weiterhin mit ihren Klienten auf Tuchfühlung. Eine Alternative gibt es kaum. An Zusperren und ab ins Homeoffice ist jedenfalls nicht zu denken. Sie wollen die jungen Menschen nicht sich selbst überlassen. Wie geht es den jungen Menschen? Wie den Sozialarbeitern seit der Pandemie? Wie bewältigen sie ihre Arbeit?

NDR: Pflege rund um die Uhr (09.02.2022)
Schätzungen zufolge arbeiten in Deutschland 300.000 bis 600.000 Menschen in der 24-Stunden-Pflege. Gesprächssendung.

NDR: Betreuungskräfte aus Osteuropa: Immer da und ausgenutzt? (2/2) (09.02.2022)
Pflegebedürftige werden oft von Frauen aus Osteuropa betreut. Was bedeutet der Preisdruck in der Branche für diese Leute? 24-Stunden-Betreuung – das ist oft die schnelle Lösung für pflegebedürftige Menschen, die weiter zuhause leben wollen. Mehr als drei Millionen werden in Deutschland im eigenen Zuhause gepflegt. Tendenz steigend. Für die Angehörigen bedeutet das: entweder viel Zeit freischaufeln, den eigenen Job aufgeben und sich selbst kümmern. Oder: über eine der zahlreichen Vermittlungsagenturen, die im Internet ihre Dienste anbieten, eine Betreuerin einstellen. Die Nachfrage nach solchen Betreuerinnen ist groß. Und es herrscht Preisdruck. Doch was bedeutet das für diejenigen, die diese Arbeit machen? Meist ungelernte Frauen aus Osteuropa. Schätzungen zufolge mehr als 600.000 Menschen.

NDR: Betreuungskräfte aus Osteuropa: Immer da und ausgenutzt? (1/2) (08.02.2022)
Viele Menschen in Deutschland werden von Pflegehilfen aus Osteuropa gepflegt. Deren Arbeitsbedingungen sind meist schlecht. In Deutschland werden mehr als drei Millionen Pflegebedürftige laut statistischem Bundesamt Zuhause gepflegt. Gut zwei Millionen von ihnen allein durch sogenannte selbst beschaffte Pflegehilfen. So die Formulierung im Gesetz. Das können Angehörige sein, oder: eine sogenannte 24-Stunden-Betreuerin. In aller Regel Frauen aus dem Osten Europas, die für einige Monate bei den Pflegebedürftigen einziehen. Sie gelten mittlerweile als eine der Säulen des Pflegesystems. Sie springen ein, übernehmen einen Job, den in Deutschland kaum noch jemand machen will. Die Arbeitszeiten sind lang. Das Gehalt schmal. Kontrollen gibt es in dem Bereich kaum. Und die Bedingungen für Betreuerinnen werden eher schlechter statt besser: Es herrscht Preisdruck und die Nachfrage wächst.

BR: Mein Wohl, Dein Wohl, Unser Wohl – Aufschwung für die Gemeinwohlökonomie (07.02.2022)
Ludwig Erhard hat die soziale Marktwirtschaft ausgerufen. Der Staat sichert den freien Wettbewerb bei gleichzeitiger Wahrung sozialen Gleichgewichts. Allerdings ist unser Wirtschaftssystem aus den Fugen geraten. Es zählt häufig nur noch Gewinnmaximierung, ethische, soziale und nachhaltige Werte sind vielfach verloren gegangen. Um die Fugen wieder zu kitten hat der österreichische Wirtschaftsreformer Christian Felber das Modell der Gemeinwohlökonomie populär gemacht – Kooperation und Solidarität statt Konkurrenz und Gewinnmaximierung. Und die neuen Werte lassen sich genau bilanzieren in der so genannten Gemeinwohlbilanz.

DLF: Weg von der Straße – Wie Obdachlose wieder ein Zuhause finden (05.02.2022)
Wer einmal auf der Straße lebt, findet schwer wieder zurück in einen geregelten Alltag. Wer nimmt schon einen Obdachlosen oder eine Obdachlose zur Miete, wer gibt denjenigen eine Chance, die ganz am Boden sind? Vivien Leue hat für das Wochenendjournal mit Menschen gesprochen, die keinen Ort zum Heimkehren haben.

DLF: Ursprünge der Armutsforschung – Von der Hand in den Mund (03.02.2022)
Armut gibt es, seit Menschen in organisierten Gemeinschaften zusammenleben. Systematische Beobachtungen und Forschung dazu folgten hingegen erst viel später, im deutschsprachigen Raum etwa von der Schriftstellerin Bettina von Arnim. Ein Blick auf die Geschichte der Armutsforschung.

DLF: Frankreich – Profitgier in Pflegeheimen von Orpéa (02.02.2022)

DLF: Das Geschäft mit der Pflege in Europa – Interview mit Stefan Sell (02.02.2022)

BR: Nachtarbeiter – schuften wenn andere schlafen (02.02.2022)
Krankenhausmitarbeiter und Polizisten, Musiker und Theatermenschen, Bandarbeiter und Labormitarbeiter. Sie arbeiten in der Nacht und schlafen und leben am Tag. Was macht das mit den Menschen, wie kommen sie mit Freunden und Familie zurecht und wie geht es ihnen gesundheitlich?

DLF: Die Lehrerlücke – Was man gegen Fachkräftemangel an den Schulen tun kann (01.02.2021)
In Deutschlands Schulen fehlen Lehrkräfte. Die Folgen: Unterrichtsausfall, verringertes Angebot und eine hohe Arbeitsbelastung der vorhandenen Pädagogen. Das Problem ist seit langem bekannt – und dürfte sich weiter verschärfen. Gegensteuern ist schwer.

HR: Alltagsproblem Armut – Mehr als nur ein leeres Portemonnaie (01.02.2022)
In Hessen steigt die Armut deutlich steiler an als in allen Nachbarbundesländern und hat erneut einen historischen Höchststand erreicht. Nach dem Armutsbericht, den der Paritätische Gesamtverband Mitte Dezember veröffentlicht hat, hat die Armutsquote im ersten Corona-Jahr in Hessen einen Sprung um 1,3 Prozentpunkte nach oben gemacht. Im Bundesdurchschnitt ist sie dagegen nur um 0,2 Prozentpunkte gewachsen. 2020 lag die Armutsquote in Hessen demnach bei 17,4 Prozent, deutschlandweit bei 16,1 Prozent. Warum steigt ausgerechnet in Hessen die Armut so stark an? Wie leben arme Menschen in Hessen? Und: Was muss passieren damit mehr Menschen die Armut hinter sich lassen? Wir sprechen mit dem Hessischen Paritätischen über die Lage der Armen in Hessen und mit einer Expertin über die Möglichkeiten zur Bekämpfung der Armut.

Deutschlandfunk Kultur: Armut und Würde – „Das Leid eines Mitmenschen darf mich nicht unberührt lassen“ (30.01.2022)

DLF: Working Class – Die Wohlstandsillusion (30.01.2022)
Es ist die bescheidene, deutsche Variante des „American Dream“, das Versprechen an die Kinder „Ihr sollt es einmal besser haben.“ Allein: Es trägt in vielen Fällen nicht mehr. Vermögensaufbau aus eigener Kraft ist für viele Bundesbürger unmöglich. Journalistin und Autorin Julia Friedrichs hinterfragt in ihrem kürzlich erschienenen Sachbuch „Working Class: Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können“.

DLF: Keyboarder Karl – Geschichten vom Alleinunterhalter (28.01.2022)
Karl-Josef Jörissen vor seinem Keyboard.50. Geburtstag, silberne Hochzeit, Schützenfest: Das ist die Welt, das ist das Leben des Alleinunterhalters Keyboarder Karl. Doch oft ist dieses Leben ganz schön hart.

HR: „Chill doch mal!“ – Die sedierte Gesellschaft (27.01.2022)
Sie sind ein Segen in der Notfallmedizin, die Benzodiazepine, gemeinhin als Beruhigungs- und Schlafmittel bekannt. In Watte gepackt übersteht man die Phase kurz vor einer Operation oder eine Panikattacke einfach besser. Zunehmend aber entdecken Jugendliche die „Benzos“ für sich, ebenso wie Opioide, eigentlich als Schmerzmittel im Einsatz. Dass die Medikamente verschreibungspflichtig sind und schnell süchtig machen können, stört offensichtlich nicht. Experten sprechen von popkulturellen Einflüssen und einer „Lieferandoisierung“ des Drogenmarktes – mit wenigen Klicks ist die Bestellung perfekt. Über 1,5 Millionen Menschen sind nach Schätzungen von Benzodiazepinen abhängig, darunter auch viele Ältere, den wenigsten merkt man es an. Wie gefährlich ist die neue Verbreitung dieser Medikamente?

SWR: „Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich“ – Ronen Steinke über die neue Klassenjustiz (27.01.2022)
„Arme Leute erleben die ungefilterte Härte des Strafrechts, während reiche Leute gute Chancen haben, sich aus der Affäre zu ziehen und beides hat in den letzten 20 Jahren noch zugenommen“, sagt der Journalist und Autor Ronen Steinke. Von ihm erscheint jetzt das Buch „Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich“. Grund für die Ungerechtigkeit im deutschen Rechtssystem seien teilweise die Paragrafen. Steuerbetrug und Hartz-IV-Betrug beispielsweise würden durchaus unterschiedlich behandelt. Die Vorschriften des Steuerstrafrechts seien nämlich milder als die allgemeinen Betrugstatbestände. Entgegen dem eigenen Selbstverständnis sei Deutschland mittlerweile ein Land, in dem die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinanderklafft. Egal wie groß die ökonomischen Unterschiede seien und wie der Kapitalismus tobt – die Justiz müsse so gestaltet sein, dass das im Gerichtssaal keinen Unterschied macht, meint Ronen Steinke.

Deutschlandfunk Kultur: Selbstbestimmtes Sterben: Nichts essen und trinken bis in den Tod (24.01.2022)
Schwerstkranke und Hochbetagte, die nicht mehr leben wollen, haben in Deutschland nur wenige Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Sterben. Eine ist der „Freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken“, umgangssprachlich auch „Sterbefasten“ genannt.

DLF: Firmenportrait: Pflegekonzern in Investoren-Hand – Alloheim (21.01.2022)

DLF: Ausgrenzung durch prekäre Arbeit in Deutschland (20.01.2022)
Die Arbeit in der Fleischindustrie und im Versandhandel ist prekär und migrantisch geprägt. Wer hier beschäftigt ist, versucht Geld zu verdienen, zu wechseln oder wieder nach Hause zu kommen. Viele bleiben aber im Job stecken und haben mit schwierigen Lebensbedingungen zu kämpfen, sagen Wissenschaftler.

HR: Deutschland und das Dope: Wann wird Cannabis bei uns legal? (19.01.2022)
Bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags der neuen Ampel-Regierung war es eines der Aufreger-Themen: die Legalisierung von Cannabis soll kommen. In kleinerem Rahmen gibt es das schon: Am 19.01.2017 hat der Deutsche Bundestag Cannabis-Arzneimittel für Schwerkranke zugelassen. Nun kommt auch in die Debatte um die weitere Legalisierung Bewegung. Welche Fragen sind offen, wie verlaufen Konfliktlinien? Kann das Thema trotz der Einigung im Koalitionsvertrag für Streit in der Regierung sorgen? Welche Erfahrungen konnten in den fünf Jahren mit Medizinal-Cannabis gesammelt werden? Wie beurteilen Suchtforscher die Pläne, worauf wäre zu achten? Und warum sind die Niederlande ein abschreckendes Beispiel?

DLF: Einladend inklusiv – neues WG-Konzept für Menschen mit Behinderungen (19.01.2022)

BR: Hebamme cum laude: Die brandneuen Wissenschaften in der Geburtshilfe (18.01.2022)
Lange Zeit war die Ausbildung zur Hebamme eben eine Ausbildung, eine Lehre. Mittlerweile ist daraus ein Studiengang geworden. Was hat das verändert? Was wird dort gelehrt? WIe sind die Voraussetzungen für einen Studienplatz. Und wird der Beruf jetzt mehr wertgeschätzt und besser bezahlt?

DLF: Die Gastarbeiter-Generation im Alter – Körperlich verausgabt und oft ohne entsprechende Hilfen (18.01.2022)
Sie kamen in den 50ern und 60ern nach Deutschland, etwa aus Italien, Spanien, Griechenland oder der Türkei. Heute sind die jungen Gastarbeiter und Migranten der ersten Generation Seniorinnen und Senioren. Und ihre speziellen Nöte und Bedürfnisse finden in Deutschland kaum Berücksichtigung.

DLF: Working Class – Das Kapital – Aktuelle Brisanz der Marxschen Kategorie (16.01.2022)
Globalisierung, Automation, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche, Pandemie – die multiple Krise der Weltwirtschaft, die wir durchleben, nimmt kein Ende. Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon überall, auch unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert.

DLF: Arbeiterklasse – was ist das heute eigentlich? (13.01.2022)

Deutschlandfunk Kultur: Reinigungskraft Edita Delic – „Die Leute geben alles, trotzdem haben sie nicht genug“(18.01.2022)
Als sie zum ersten Mal nach Berlin kam, sollte es nur für ein paar Tage sein. Der Krieg in ihrer Heimat Bosnien zwang sie zu bleiben. Seit fast 30 Jahren arbeitet sie als Reinigungskraft in mindestens zwei Jobs am Tag. Zum Leben reicht das nur knapp.

HR: Selbständig in Deutschland – Arbeit mit Risiken (12.01.2022)
Deutschland ist Angestelltenland. Selbstständige machen mit vier Millionen gegenüber den 45 Millionen Angestellten eine Minderheit aus. Und das sind bei Weitem nicht nur die gutverdienenden Apotheker, Ärzte und Rechtsanwälte. Aus einem Gutteil der Sozialsysteme sind Selbständige ausgeschlossen. Viele sollen derzeit Corona-Hilfen zurückzahlen, obwohl sie das gar nicht können. Werden Selbständige in Deutschland vernachlässigt?

Deutschlandfunk Kultur: Japans hochbetagte Gesellschaft – Arbeiten bis 80 (11.01.2022)
Japan hat die älteste Bevölkerung der Welt. Rund ein Drittel ist im Rentenalter. Das Land versucht, sich auf die Alterung der Gesellschaft einzustellen. Beispielsweise gibt es Anreize, länger zu arbeiten.

SWR: Hospizarbeit in Deutschland – Sterbende begleiten, den Tod sichtbar machen (10.01.2022)
Viele Menschen möchten gerne zuhause sterben. Die Ehrenamtlichen in der deutschen Hospizbewegung wollen ihnen das ermöglichen. In ihrer Anfangsphase musste sich die Bewegung gegen erhebliche gesellschaftliche Widerstände behaupten. Hinzu kommt, dass die Bewegung noch jung ist und der Nachwuchs fehlt.

NDR: Marseille im Griff der Drogenbanden (10.01.2022)
Heruntergekommene Viertel, rechtsfreie Zonen – nicht die Stadt, sondern das Haschisch regiert in den Armenvierteln von Marseille. Selten hat die Mittelmeermetropole so viele Vergeltungsmorde erlebt wie in den vergangenen Monaten. Seit Sommer 2021 waren es über ein Dutzend. Die Opfer: zumeist junge Männer und sogar Kinder aus den armen Vierteln im Norden der Stadt. Die Drogen-Clans terrorisieren die Bewohner der Vororte. Perspektivlosigkeit und Trostlosigkeit machen viele Jugendliche zu ihren Handlangern. Die Polizei wagt sich nur in Mannschaftsstärke in die Hochhaus-Siedlungen. Die Politik schien aufgegeben zu haben und investierte lieber in glamouröse Prestigeprojekte statt in neue Schulen, bessere Wohnungen und eine vernünftige Infrastruktur. Jetzt soll ein milliardenschwerer Masterplan des Staates alles besser machen.

WDR: Sterben nach Plan – Doku über den assistierten Suizid (09.01.2022)
Jeder Mensch hat das Recht auf Hilfe zum Suizid, sagt das Bundesverfassungsgericht. Ein Urteil mit Folgen: Sterbehilfevereine rüsten auf, Altenheime ringen um Haltung, Psychiater sorgen sich um Menschen in Lebenskrisen.

Deutschlandfunk Kultur: Einblicke in den Pflegealltag – Traumberuf mit Hindernissen (09.01.2022)
Rund 9.000 Pflegekräfte haben in der Pandemie wegen miserabler Arbeitsbedingungen gekündigt. Dabei war die Pflege kranker Menschen mal ihr Traumberuf. Aber es gibt auch die, die ganz bewusst bleiben, alles geben – und wissen, wie es anders gehen kann.

Deutschlandfunk Kultur: Geschichte der prekären Arbeit: Zwischen Ausbeutung und Systemrelevanz (09.01.2022)
Menschen arbeiten nicht nur für Geld, sagt die Soziologin Nicole Mayer-Ahuja. Ihre Sache gut zu machen, sei für die meisten ein Ansporn. Doch immer mehr könnten von ihrer Arbeit kaum noch leben, und das habe handfeste politische Ursachen.

DLF: Psycho-Revolution – Neustart für die Diagnosen der Psychiatrie (09.01.2022)
Zwanghafte, dissoziale oder paranoide Persönlichkeit – das sind gängige Diagnosen der Psychiatrie. Kritiker sagen: Es sind Schubladen, in die Patienten nicht wirklich passen. Das überarbeitete Handbuch will Persönlichkeitsstörungen in Zukunft differenziert erfassen – und streicht Narzissmus aus dem Katalog.

Deutschlandfunk Kultur: Wie Milieus in Deutschland zementiert werden (08.01.2022)
Soziologe Andreas Kemper über Chancenungleichheit.

DLF: Lizenz zum Prügeln? – Polizeigewalt in Frankreich (07.01.2022)
Als 2018 in ganz Frankreich die Gelbwesten auf die Straße gehen und Bilder von Gewalt, Ausschreitungen, den verwüsteten Champs-Élysées die Nachrichten beherrschen, wird das harte Vorgehen der Polizei weitgehend toleriert. Heute blickt Frankreich anders auf diese Zeit. Videos von prügelnden Polizisten haben die Stimmung kippen lassen. Wie kann es sein, dass ein demokratischer Staat mit hochbewaffneten Einsatzkommandos auf Demonstrierende losgeht? Diese Frage wird immer nachdrücklicher gestellt. Und auch in migrantisch geprägten Stadtvierteln wächst die Wut. Denn immer wieder kommt es dort bei Polizeieinsätzen zu tödlichen Zwischenfällen.

NDR: Seelische Not – Bekommen Menschen schnell genug Hilfe? (05.01.2022)
Wer psychiatrische Hilfe braucht, muss auf Therapieplätze lange warten. Doch Krankenkassen sprechen von Überversorgung. Kann das sein? Vor knapp einem Jahr schlug der Verband der psychologischen Psychotherapeuten Alarm. Viele Hilfesuchende müssten länger als sechs Monate auf professionelle Hilfen warten. Die Praxen seien ausgelastet wie noch nie. Ein Grund scheint offensichtlich: Corona lässt Menschen vereinsamen. Die Angst vor dem Virus sorgt für Dauerstress, der krank machen kann, Erwachsene wie Kinder. Nach Ansicht von Dietrich Munz, Präsident der Psychotherapeutenkammer, rächt sich jetzt, dass Krankenkassen eine ausreichende Anzahl von psychotherapeutischen Praxen seit Jahren verweigern. Die angegriffenen Kassen halten dagegen. Deutschland stehe im internationalen Vergleich sehr gut da, in großen Städten gebe es sogar eine Überversorgung mit psychotherapeutischen Praxen. Wie erklärt sich dieser Widerspruch, kann Menschen in seelischer Not schnell genug geholfen werden?

BR: Arbeiten mit Handicap – Wie klappt die Inklusion behinderter Menschen im Berufsleben? (04.01.2022)
Eigentlich sollten möglichst viele Menschen mit Handicap auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Doch die Vorgabe der UN-Behindertenrechtskonvention wird in Deutschland nur zögerlich umgesetzt. Und warum sind immer noch Menschen mit Behinderung doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen?

Deutschlandfunk Kultur: „Der gesetzliche Mindestlohn ist ein Witz“ (04.01.2022)
Wenig Wertschätzung, wenig Lohn, viel Stress: Und doch wehrten sich viele Beschäftigte im Einzelhandel nicht, beklagt die Essener Kassiererin Maurike Maaßen. Denn für jede gebe es „mindestens zehn Leute als Ersatz, die neu eingestellt werden können“.

BR: Goodbye Mittelschichtsmärchen! Die Wiederentdeckung der Klasse (03.01.2022)
Deutschland – ein Land ohne Klassen, in dem fast alle zur Mittelschicht gehören? Diese Erzählung entspricht nicht mehr der Realität. Auch der Begriff „Klasse“ ist zurück und fällt nicht zuletzt in einigen jüngeren Romanen.

Deutschlandfunk Kultur: Beschäftigung in Deutschland – Die Arbeitswelt als Klassengesellschaft (03.01.2022)
Rekordniveau bei der Zahl der Beschäftigten, gleichzeitig enorme Einkommensunterschiede: Klaus Dörre sieht hier Handlungsbedarf, hat aber wenig Hoffnung auf eine Gegenmacht der Arbeitnehmer. Auch weil die Angst vor Hartz IV die Menschen diszipliniert.

Deutschlandfunk Kultur: Eine Bildungsgeschichte der 70er-Jahre – Was ist aus uns geworden? (03.01.2022)
Sie duzten ihre Lehrerinnen und Lehrer, konnten ihr Abitur auch in Kochen oder Tischtennis machen. Von 1973 an lernten sie gemeinsam an der IGS Roderbruch in Hannover unter außergewöhnlichen Bedingungen. Was machen sie heute?

Deutschlandfunk Kultur: Die Integrationsexperten – Was man braucht, um anzukommen (01.01.2022)
Knapp zwei Millionen Geflüchtete leben in Deutschland, die meisten kommen aus Syrien. Sie nehmen an Programmen zur Eingliederung teil, nicht alle mit Erfolg. Was hilft wirklich beim Ankommen? Niemand weiß das besser, als die, die es geschafft haben.

Deutschlandfunk Kultur: Ursachen von Depressionen – Leben in einer Leistungsgesellschaft (30.12.2021)
Allein in Deutschland erkranken pro Jahr etwa fünf Millionen Menschen an Depressionen. Bei der Suche nach den Ursachen für das psychische Leiden geraten zunehmend auch gesellschaftliche Umstände in den Fokus. Macht unsere Leistungsgesellschaft krank?

DLF: Wenn am Monatsende nichts bleibt: Von Zwei-Klassen-Gesellschaft und Aufstiegschancen (29.12.2021)
Diskussionsgäste: Susanne Holtkotte, Reinigungsfachkraft und Buchautorin; Oliver Nachtwey, Soziologe an der Universität Basel; Martin Rosemann, Sprecher für Arbeit und Soziales der SPD-Bundestagsfraktion, Marc Stöckli, Doktorand am Ifo Institut.

DLF: Hospize und Palliativmedizin – Sterben als Teil des Lebens (28.12.2021)
Moderne Palliativmedizin kann sterbenden Menschen oft viel Leid ersparen, doch nur knapp fünf Prozent der Ärzte haben eine entsprechende Zusatzausbildung. Experten wünschen sich, dass in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern mehr über den Tod gesprochen wird.

DLF: Pflegenotstand – An vorderster Front. Interview mit Christine Vogler, Präsidentin Deutscher Pflegerat (23.12.2021)
Der Pflegeberuf sei ein „wunderbarer, guter und krisensicherer Beruf“, sagte Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerates, im Dlf. Die Strukturen und die Arbeitsbedingungen hingegen seien dies nicht. Bereits heute fehlten bundesweit 200.000 Pflegekräfte. Die Gesellschaft müsse sich fragen, „wie lange wir das durchhalten können“.

DLF: Wachsender Pflegenotstand – Sechs Millionen Pflegebedürftige und viel zu wenig Personal (22.12.2021)
Schon heute fehlen Tausende Fach- und Hilfskräfte in Altenheimen und Krankenhäusern. Bis 2030 soll die Kluft zwischen Pflegebedürftigen und benötigten Pflegern weiter wachsen – das geht aus dem aktuellen Barmer Pflegereport hervor. Mit Prävention, technischen und sozialen Innovationen will man gegensteuern.

DLF: Die Veränderungen des Alterns und der Bilder vom Alter (16.12.2021)

SWR: Runter von der Straße – Wie bekämpft man Obdachlosigkeit? (09.12.2021)
Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, das die neue Ampel-Regierung in ihrem Koalitionsvertrag formuliert: Bis 2030 sollen Wohnungs- und Obdachlosigkeit „überwunden“ werden. Mit Hilfe tausender neuer Wohnungen und einer Reform des Mietrechts will man Menschen runter von der Straße holen – Menschen, die im zweiten Winter der Pandemie wieder ein Leben zwischen Kälte und Corona führen. Kann der Plan der Ampel gelingen? Kann es eine Gesellschaft ohne Obdachlosigkeit geben? Michael Risel diskutiert mit Willibert Bongartz – Leiter der Tagesstätte Pflasterstub´, Freiburg, Prof. Dr. Volker Busch-Geertsema – Sozialwissenschaftler GISS, Bremen, Werena Rosenke – BAG Wohnungslosenhilfe, Berlin.

SWR: Die Sache mit der Solidarität – Wie Gewerkschaften um Einfluss kämpfen (17.12.2021)
Seit Jahren gehen die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften zurück. Digitalisierung und ökologische Transformation gefährden Arbeitsplätze. Haben sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt?

Deutschlandfunk Nova: Die Zukunft der Arbeit nach der Pandemie – Soziologin Nicole Mayer-Ahuja (16.12.2021)
Krisen können Chancen sein – besonders, wenn sie Missstände offenlegen. So auch die Corona-Pandemie. Sie rückte ins öffentliche Bewusstsein, dass viele Menschen, die systemrelevante Arbeit leisten, dies unter schlechten Bedingungen und bei mieser Bezahlung tun. Hat Corona daran etwas geändert? Nein, sagt die Soziologin Nicole Mayer-Ahuja in ihrem Vortrag, aber es sollte und es könnte sich etwas ändern.

SR: Pflegebedürftig zuhause – was ausländische Helfer leisten (16.12.2021)
Alleinstehend und im Rollstuhl? Die Kinder weit weg und nicht mehr mobil? Dann wird Hilfe gebraucht. Ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung sind auf Pflegekräfte angewiesen. 24 Stunden Pflege ist teuer und aufwändig. Agenturen vermitteln Pflegekräfte oder Pflegehelfer, die für Wochen oder Monate mit im Haus leben. 24 Stunden Pflege wird häufig versprochen und das bedeutet, Einsatz auch wenn nachts Hilfe gebraucht wird. Schätzungsweise 300.000 Pflegekräfte aus Osteuropa sind in Deutschland im Einsatz. Sie müssen eigentlich rund um die Uhr bezahlt werden und haben Anspruch auf Pausen und Freizeit. Das Bundesarbeitsgericht hat im Juni ein Urteil dazu gesprochen. Auch für Bereitschaftszeiten muss demnach Mindestlohn bezahlt werden. Was bedeutet das für Betroffene und für die Pflegerinnen und Pfleger?

Deutschlandfunk Kultur: Leitlinien in der Medizin – Goldstandard oder Goldesel? (16.12.2021)
Ärztinnen und Ärzte sind frei in ihrer therapeutischen Entscheidung. Um eine optimale Behandlung sicherzustellen, orientieren sie sich dabei aber häufig an Leitlinien. Doch sind diese wirklich neutral und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen?

SWR: Das Ziel: Marseille aus dem Griff der Drogenbanden holen (16.12.2021)
„French Connection“ – Marseille ist schon fast traditionell die Drogenhauptstadt Frankreichs. Mit weitreichenden Folgen: Der Staat hat sich über die Jahrzehnte aus einigen Vierteln im Norden der Stadt immer weiter zurückgezogen, ist heute nur noch mit sporadischen Polizeieinsätzen präsent. Das soll sich nun ändern. Präsident Macron hat ein Milliardenschweres Programm aufgelegt, mit dem die Vororte zurück geholt werden sollen in die Gesellschaft. Ob das gelingt?

IMF: Nathaniel Counts on Dementia: Averting Another Public Health Crisis (16.12.2021)
While the world has been focused on the pandemic for the past two years, the rapid rise of Alzheimer’s disease and related dementias pose another threat to global public health. Nathaniel Counts is Senior VP for Behavioral Health Innovation at Mental Health America and Assistant Professor at Albert Einstein’s School of Medicine. In this podcast, Counts says dementia will vastly increase across the globe as the population age rises with increasing life expectancy and have profound impacts on welfare and economic growth, especially in low- and middle-income countries.

DLF: Pflegeheime und Pandemie – Was die Coronaregeln für Menschen in Altenheimen bedeuten (15.12.2021)
Zu Beginn der Corona-Pandemie galten in stationären Alten- und Pflegeheimen strenge Besuchsverbote. Manche Bewohner wurden wochenlang isoliert, um sie vor dem Coronavirus zu schützen. Doch vielen hat das geschadet: Sie leiden langfristig unter Depressionen, Desorientierung und Demenz.

Deutschlandfunk Kultur: Strukturwandel in Gelsenkirchen – Aufstieg. Abstieg. Aufbruch? (14.12.2021)
Durch den Bergbau ist Gelsenkirchen groß geworden – und dann tief gestürzt. Armut und Arbeitslosigkeit prägen hier das Leben vieler Menschen. Der Niedergang macht der Politik große Probleme. Aber gibt es auch wieder einen Weg aus der Krise?

DLF: Den Unternehmern treu ergeben – Das paternalistische Arbeitsrecht des Hans Carl Nipperdey (13.12.2021)
Hans Carl Nipperdey, führender Arbeitsrechtler in der NS-Zeit, von 1954 bis 1963 Präsident des Bundesarbeitsgerichts, hat das restriktive deutsche Arbeitsrecht bis heute geprägt: Politische Streiks sind verboten, Beschäftigte zur Treue verpflichtet und Whistleblower nahezu ungeschützt.

DLF: Arbeitsmarktzugang auf dem Prüfstand – Wie das Einwanderungsgesetz für Fachkräfte verbessert werden muss (13.12.2021)
Jedes zweite Unternehmen in Deutschland kann Stellen längerfristig nicht besetzen. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollte es Menschen aus dem Ausland erleichtern, in Deutschland zu arbeiten. Doch in der Praxis zeigen sich noch viele Hürden, die die neue Bundesregierung angehen muss.

DLF: Polens Trucker – Harter Weg nach Westen, Konkurrenz im Osten (11.12.2021)
Die große Freiheit on the road verspüren wohl nur die wenigsten – die Transport- und Logistikbranche ist ein hartes Geschäft. Fahrerinnen und Fahrer werden zwar überall händeringend gesucht, an dem schlechten Arbeitsbedingungen ändert sich dadurch aber kaum etwas. Vor allem im Osten Europas macht sich die Preistreiberei bemerkbar.

MDR: Die Tränen der Kinder – Wochenkrippen in der DDR (11.12.2021)
Mindestens einhunderttausend Kinder waren in der DDR in sogenannten Wochenkrippen untergebracht. Die kollektive Betreuung hatte oft verheerende Folgen, die bei den Betroffenen bis heute nachwirken.

WDR: Die Bittsteller – Arme Menschen im Kampf mit der Bürokratie (09.12.2021)
Hilfsbedürftigen Menschen wie Nadine Bauer wird das Leben von Behördenseite oft unnötig schwer gemacht. Ohne Hilfe hätte die alleinerziehende Mutter längst im Dschungel der Bürokratie kapituliert.

DLF: Pflegenotstand – Die Ampel-Pläne für mehr Personal im Gesundheitssystem (08.12.2021)
Personalmangel, Pandemie-Management und steigende Kosten – die Gesundheitspolitik wird eine der größten Baustellen der Ampel-Koalition. Die wichtigste Herausforderung: mehr Pflegekräfte in den Beruf holen. Wie das gelingen soll.

SWR: Zwischen Patientenwohl und Ökonomie – Krankenhäuser unter Druck (03.12.2021)
Die Pandemie stellt unser Gesundheitssystem auf die Probe. Es geht nicht nur um Intensivstationen. Es gab Berichte, dass die Anzahl der Intensivbetten falsch berechnet wurde, diese abgebaut wurden und von fehlendem Personal.

SWR: Wie kommt die Wirtschaft aus der Ausbildungskrise? (03.12.2021)
Die Zahl der Ausbildungsverträge geht dramatisch zurück. Betriebe bieten ohnehin coronabedingt weniger Lehrstellen an. Und dennoch bleiben viele Plätze unbesetzt, weil sich immer weniger junge Menschen für eine Lehre entscheiden. Ein Desaster für die Unternehmen und für viele Jugendliche, denen eine berufliche Perspektive fehlt. Wie lässt sich das Image der Ausbildungsberufe retten? Welche Verantwortung haben die Unternehmen? Und welche Unterstützung brauchen sie? Geli Hensolt diskutiert mit Peter Haas – Hauptgeschäftsführer Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V., Stuttgart, Prof. Dr. Bettina Kohlrausch – Wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf, Ulrike Mucke – Leiterin des Bereichs Arbeit, Beschäftigung, Ausbildung bei der Evangelischen Gesellschaft

HR: Raus aus der Arbeitslosigkeit: So ist es in einer Hartz 4-Maßnahme (02.12.2021)
Ex-Obdachlos, alleinerziehend oder einfach drei Jahre auf der Couch gelebt: In der Marburger Bootswerft sollen Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden – verordnet vom Jobcenter. Aber wer lange nicht mehr gearbeitet hat, für den ist die Wiedereingliederung in einen Beruf oft schwer. Kann das überhaupt klappen? Wie sinnvoll sind solche Maßnahmen? Und was passiert, wenn es nicht klappt – für immer im Maßnahmenkarussell?

BR: Zwischen Klebeeffekten und lebenslanger Armut: Aufwachsen mit Hartz IV (29.11.2021)
Einmal arm, immer arm? Klebeeffekt nennen es die Wissenschaft, wenn Kinder, die in armen Familien aufwachsen, sich auch später nur schwer daraus befreien können. Woran aber liegt das? Fördert das Hartz IV System diesen Klebeeffekt? Wie prägt es junge Menschen, wenn sie in einer Familie aufwachsen, die immer nur von Sozialleistungen gelebt hat?

SWR: Werden Arzttermine zum Luxus? (27.11.2021)
Zu Corona-Zeiten und auch sonst sind wir darauf angewiesen, dass unser Gesundheitssystem funktioniert. Nur: Der Ärztemangel wird immer mehr zum Problem. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter und brauchen mehr Hilfe. Was tut die neue Bundesregierung für eine bessere medizinische Versorgung?

Deutschlandfunk Kultur: Bremen nach dem Trauma Kevin – Elternsein mit Droge (26.11.2021)
2006 findet die Bremer Polizei die Leiche eines kleinen Jungen in der Kühltruhe des drogenabhängigen Ziehvaters. Seitdem gelten deutschlandweit neue Standards für Kindeswohl und Kinderschutz. Reichen sie aus?

BR: Brennpunkt Pflege: Anderthalb Jahre Pandemie und nichts gelernt? (24.11.2021)
In vielen Krankenhäusern der Republik herrscht blanke Not, Mediziner müssen entscheiden, wem sie das Intensivbett geben. Pflegekräfte arbeiten am Limit und darüber hinaus. Rettungskräfte suchen für Patientinnen und Patienten oft stundenlang nach einer Klinik, die noch Kapazitäten frei hat. Hat die Politik aus eineinhalb Jahren Pandemie nichts gelernt?

NDR: Life’s holiday (23.11.2021)
Ist sie hier in den Ferien? Oder ist es „ihr letzter Platz“? Ist sie wirklich schon seit zwei Jahren da, wie ihre Betreuerinnen es behaupten? Oder doch erst seit zwei Wochen, wie ihr Gefühl es ihr sagt? Um diese Fragen kreist Elisabeths Bewusstsein, seit sie von ihren Töchtern in die nordthailändische Stadt Chiang Mai gebracht wurde. Im Pflegeheim „Baan Kamlangchay“ verbringt sie, mit zehn weiteren Alzheimer- und Demenzkranken aus Deutschland und der Schweiz, ihren Lebensabend. Die meisten von ihnen sind bereits im späten, „non-verbalen“ Stadium des geistigen Abbaus angelangt. So etwa Bernard, aus der französischen Schweiz. Vor seiner Erkrankung war er Sport- und Reisejournalist. Seine Frau, Christiane, hat ihn vor vier Jahren in Baan Kamlangchay untergebracht. Sie bereut ihre Entscheidung nicht, obwohl sie ihn nur einmal jährlich besuchen kann. In der Schweiz wären die Pflegeheime entweder nicht leistbar, oder nicht zumutbar, sagt sie.

Deutschlandfunk Kultur: Pflegeheim-Leiter Marcus Jogerst-Ratzka: „Sie können mit schlechter Pflege viel Geld verdienen“ (22.11.2021)
Wohnküche, gemeinsames Wohnzimmer, zusammen kochen: Das Leben in den Pflegeheimen von Marcus Jogerst-Ratzka erinnert eher an eine Alten-WG. Deshalb nennt der Ex-Pfleger sie auch lieber „Altenlebeheime“. Für die gute Betreuung verzichtet er auf Profit.

SR: Langzeitarbeitslosigkeit und Teilhabechancengesetz (20.11.2021)
Glücksfall für Langzeitarbeitslose. Warum eine längere Förderung mehr bewirken kann. Tanja Westphal, Helmut Weigerding, Norbert Reiter waren mehr als 6 Jahre arbeitslos. Deshalb hatten sie die Chance über das sogenannte Teilhabechancengesetzt eine geförderte Arbeitsstelle zu finden. Bis zu 5 Jahre übernimmt das Jobcenter die Lohnkosten für diese Jobs. Karin Mayer hat die Drei nach gut zwei Jahren in ihrem geförderten Job wiedergetroffen. Wie sich ihr Leben verändert hat und warum diese lange Förderung so wichtig ist.

SWR: Betriebsräte – Warum sie heute noch wichtig sind (20.11.2021)
Betriebsräte haben in Deutschland eine lange Tradition. Im Gesetz verankert, sollen sie die demokratische Kultur am Arbeitsplatz fördern und darauf achten, dass die Rechte der Beschäftigten geschützt werden. Doch die Zahl der Betriebsräte nimmt seit Jahren stetig ab. Vielen Unternehmensführungen gelten Betriebsräte oft als störend, engagierte Arbeitnehmer*innen werden gemobbt oder entlassen. Erfolgreiche Beispiele zeigen, wie sich ein Betriebsrat für beide Seiten lohnt

BR: Pflege daheim – wer kann sich das noch leisten? (18.11.2021)
Pflegerinnen und Pfleger, die oft aus dem Ausland kommen, die Menschen zu Hause betreuen, oft 24 Stunden am Tag, dort wohnen und leben. Sie müssen nach einem neuen Urteil mit dem Mindestlohn bezahlt werden und auch die Bereitschaftszeiten müssen honoriert werde. Damit wird die häusliche Betreuung für die meisten nicht mehr bezahlbar. Wie soll das gehen? Was sind die Folgen? Welche Lösungen gibt es?

HR: Legalize Himbeereis – die Diskussion um Cannabis (18.11.2021)
Es ist eine schöne Pflanze mit sehr charakteristischen Blättern: Hanf. Die Chancen stehen gut für den echten Hanf, dass er unter einer Ampelkoalition legalisiert wird. Dabei hat die Nutz, Heil- und Genusspflanze einen zweifelhaften Ruf. Sie gilt als Einstiegsdroge und Jugendliche, die sehr früh Cannabis rauchen, können eine Psychose entwickeln. Aber Cannabis hat auch positive Wirkungen: Schmerzpatienten haben lange dafür gekämpft, dass sie den Stoff legal bekommen können. Traut man sich nun auch in Deutschland das Verbot aufzuheben? Welche Folgen hätte es, wenn der Staat Anbau, Handel und Verkauf kontrollieren könnte und wer würde profitieren?

DLF: Moralische Verletztheit als ein kaum beachteter Grund des Pflegekräftemangels (18.11.2021)

DLF: Migranten an der EU-Außengrenze – Gefangen zwischen Polen und Belarus (18.11.2021)
Seit der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko Migranten zur polnischen EU-Außengrenze schleust, herrscht dort Ausnahmezustand. Hilfsorganisationen und Journalisten wird der Zutritt in das Gebiet verweigert, dennoch gelangen regelmäßig Berichte von harter Gewalt und Pushbacks an die Öffentlichkeit.

DLF: So viele Studiengänge wie noch nie. Interview mit Cort-Denis Hachmeister vom CHE (16.11.2021)

DLF: Warum Berufe nicht gewählt werden – Interview mit Mona Granato vom BIBB (15.11.2021)

SWR: Häusliche 24-Stunden-Pflege – Ausbeutung in der Rundum-Betreuung (15.11.2021)
Osteuropäische Pflegekräfte, in der Regel Frauen, schuften zu Dumpinglöhnen – außerdem oft illegal. Anders wären sie für viele Familien unbezahlbar. Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts im Juni 2021 könnte das Recht der Betreuungskräfte auf angemessene Bezahlung und Freizeit stärken. Vermittlungsagenturen, aber auch Familien in Deutschland, stehen vor einem Problem.

SWR: Sozialer Wohnungsbau für Jahrhunderte – die Fuggerei in Augsburg (12.11.2021)
Seit 500 Jahren gibt es die Fuggerei in Augsburg. Sie ist die älteste Sozialsiedlung der Welt. Gegründet von einem der reichsten Männer seiner Zeit, funktioniert sie noch immer. Was die Fuggerei so besonders macht und wie sie für die kommenden 500 Jahre fit gemacht werden soll.

NDR: Ein (fast) aussichtsloser Kampf – Opioid-Missbrauch in den USA (09.11.2021)
Immer mehr US-Amerikaner sterben an einer Überdosis von Opioiden. West Virginia ist zum Drogen-Hotspot geworden – trotz vieler Hilfsangebote. Mit fast 95.000 Drogentoten haben die USA im vergangenen Jahr einen traurigen Rekord gemeldet. Vor allem der Opioid-Missbrauch nimmt zu. Los ging es Anfang der 2000er Jahre mit dem Schmerzmittel Oxycontin: Hunderttausende Amerikaner schluckten das Opioid auf Rezept und wurden süchtig. Danach stiegen viele auf Heroin und andere Drogen um. Inzwischen ist Fentanyl das Hauptproblem. Besonders dramatisch ist die Situation in West Virginia und dort in der ehemaligen Hafenstadt Huntington am Ohio River. Früher bekannt als Umschlagplatz für Rohstoffe aus den Appalachen. Jetzt berüchtigt als „Opioid-Hauptstadt“ der USA. Über 10 Prozent der gut 45.000 Einwohner sind laut Schätzungen süchtig. Es gibt eine regelrechte Industrie, um ihnen bei Entzug und Reha zu helfen. Milliarden Dollar wurden investiert. Trotzdem ist die Zahl der Überdosis-Opfer im vergangenen Jahr dramatisch gestiegen. Ein Grund ist die Corona-Pandemie. Für die vielen Süchtigen gibt es in dieser ärmlichen Region mit hoher Arbeitslosigkeit kaum Perspektiven.

NDR: Die digitale Stadt – Wie sich Verwaltung transformiert (09.11.2021)
Nur 47 Prozent der Bürger sind mit kommunalen Onlinediensten zufrieden. Städte digitalisieren nur schleppend. Hamburg ist Vorreiter.

DLF: Soziologe Wolfgang Streeck – Plädoyer für den Nationalstaat (07.11.2021)
Die Globalisierung produziert immer umfassendere Krisen – die Erkenntnis wuchs nach der Finanzkrise von 2008, spätestens mit der Pandemie ist sie zum Gemeinplatz geworden. Angesichts fehlender politischer Konsequenzen plädiert Soziologe Wolfgang Streeck für den Nationalstaat.

DLF: Folgen der Corona-Pandemie für Ältere – Isoliert und ausgeschlossen? Nicht noch einmal! (04.11.2021)
Besuch einer Angehörigen in einem Seniorenheim in Düsseldorf.  (dpa/ Norbert Schmidt)Die Corona-Maßnahmen sollen schützen, aber sie führen auch zu emotionalen und sozialen Belastungen. Die Erfahrungen aus den voran gegangenen Wellen zeigen: Vor allem ältere Pflegebedürfte waren stark von Einsamkeit betroffen. Sie brauchen besonderen Schutz – aber das möglichst ohne erneute Isolation.

DLF: Stabile Alterssicherung und Generationengerechtigkeit – wie geht das zusammen? (03.11.2021)
Gesprächsgäste: Anna Braam, Politikwissenschaftlerin von Netzwerk Zukunftsgerechtigkeit; Ulrike Mascher, Ehrenpräsidentin des Sozialverband VdK Deutschland, Gert G. Wagner, Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen

NDR: Viel gesucht, selten gefunden – Handwerkermangel in Deutschland (03.11.2021)
Wer mit fachlicher Hilfe etwas renovieren, modernisieren oder reparieren lassen möchte, muss derzeit viel Geduld aufbringen – und Geld. Handwerker sind vielerorts schwer zu bekommen. Die Wartelisten sind lang. In den meisten Gewerken fehlen Fachkräfte und Auszubildende. Zwar sind im Herbst 2021 die Ausbildungszahlen im Handwerk erstmals seit Jahren wieder leicht gestiegen, den großen Nachholbedarf können sie aber nicht decken. Ein Grund: viele Auszubildende brechen die Lehre vorzeitig ab oder rasseln durch die Prüfungen. Ein anderer Grund: es sind viel zu wenige, um die demografisch bedingte Nachwuchslücke zu schließen.

Deutschlandfunk Kultur: Inklusion und Arbeitsmarkt – Deutschland behindert sich selbst (02.11.2021)
Menschen mit Behinderungen stoßen auf viele Barrieren – besonders auf dem Arbeitsmarkt. Oft sind sie gut ausgebildet, aber im Vergleich zu anderen Menschen überproportional erwerbslos. Was muss sich ändern, damit alle gleichwertig arbeiten können?

DLF: Arbeiten mit Handicap – Wie Inklusion in der Berufswelt gelingt (30.10.2021)
Wie gelingt bislang Inklusion in der Berufswelt? Wie lassen sich noch bestehende Hürden auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt abbauen? Welchen Beitrag leisten dabei Inklusionsbetriebe und Werkstätten? Wie können Beschäftigte mit und ohne Behinderung von Inklusion in der Arbeitswelt profitieren?

BR: Schule anders machen – Lernen von Corona für die Zukunft (29.10.2021)
Die Inzidenzen steigen, immer wieder müssen Kinder in Quarantäne. Gleichzeitig steigt im Klassenzimmer der Leistungsdruck: Versäumtes soll rasch nachgeholt und Neues gelernt werden. Haben wir denn gar nichts gelernt von der Pandemie? Genau jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für grundsätzliche Schulreformen, sagen Experten und Expertinnen.

BR: Corona und die Langzeitfolgen – wirtschaftlich und sozialpolitisch (27.10.2021)
Das größte Rätsel nach einer Ansteckung mit dem Sars-Cov-2 Virus sind die Langzeitfolgen. Untersuchungen für Deutschland gehen von jedem zehnten Patienten aus. Das wären über 400.000 Menschen. Sie gelten als genesen, sind aber noch lange nicht gesund. Internationale Studien sprechen sogar von 30 Prozent. Die Betroffenen leiden auch sechs Monate später unter Atemnot, chronischer Müdigkeit und psychischen Problemen.

HR: Ausgebremst? Mythos Trucker-Romantik (27.10.2021)
Sie sind die Könige der Landstraße, Herrscher über hunderte von Pferdestärken und allein hinterm Steuer am glücklichsten. So geht die Mär, allein glauben kann man sie nicht mehr. Denn man sieht die Staus, die verstopften Rasthöfe, die knallhart vorgeschriebenen Arbeits- und Ruhezeiten. Man weiß von der schlechten Bezahlung in Osteuropa und der immens hohen Verantwortung auf den Straßen. Und weil der Job immer unattraktiver wird, fehlen überall Kraftfahrer, aber nicht nur deshalb. In Großbritannien zum Beispiel sind über 100.000 Stellen vakant, seit Osteuropäer das Land nach dem Brexit verlassen mussten. Doch ist das überhaupt ein Mangel? Wäre es nicht an der Zeit, eine neue Verkehrswende einzuleiten und Frachtgüter auf Schiff und Schiene zu verlagern? Wohin geht die Reise der europäischen LKW-Fahrer?

DLF: Immer mehr Menschen im Ruhestand-Muss Rente neu gedacht werden? (27.10.2021)
Rentnerinnen und Rentner wie heute: das Statistische Bundesamt bemisst den Anteil der über 65-Jährigen auf mehr als 18 Millionen, das sind gut 20 % der Gesamtbevölkerung. Wenn nun die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter kommen, wird die Zahl deutlich steigen. Bis zum Jahr 2030 rechnet man damit, dass nur noch zwei Erwerbstätige für eine Rente aufkommen müssen. Gilt der Generationenvertrag dann noch? Oder müssen wir schon jetzt die Weichen stellen für eine neue Form der Alterssicherung? Von der neuen Regierung werden Antworten dazu erwartet. Doch welche Alternativen stünden überhaupt zur Verfügung? Ist ein gesetzlich verankerter Aktienfond die Lösung? Oder die Stärkung der Betriebsrenten? Oder muss schon jetzt jeder für sich selbst vorsorgen?

DLF: Deutsches Gesundheitssystem – Die Misere der Krankenhaus-Finanzierung über Fallpauschalen (25.10.2021)
Deutschlands Kliniken rechnen die Behandlung ihrer Patienten nach Fallpauschalen ab. Kritiker sehen darin einen falschen Anreiz: Möglichst viele Operationen und Untersuchungen durchzuführen. Inzwischen gibt es einen Konsens, dass eine grundlegende Reform des Systems nötig ist.

DLF: Lauschen ob sein Herz noch schlägt – Krank ohne Krankenversicherung (25.10.2021)
Dylan hat einige Jahre in Afrika gearbeitet und kehrt nun wieder nach Deutschland zurück. Doch als er sich krankenversichern will, stößt er auf ungeahnte Schwierigkeiten. Die Versicherer verweigern ihm die Mitgliedschaft.

Deutschlandfunk Kultur: Smilie – Jugendobdachlosigkeit (23.10.2021)
Smilie, Anfang 20, lebt auf der Straße. Die Jugendlichen, mit denen er abhängt, sind seine Familie. Doch manchmal hat er genug von diesem Leben. Er will Sozialassistent werden.

DLF: Vom Gastarbeiter zum Gastwirt. Forschung zur Geschichte türkischer Arbeitswelten (21.10.2021)

DLF: Vor dem Virus sind nicht alle gleich. Die soziale Unwucht der Corona-Pandemie (21.102.201)

SWR: Streit ums Kiffen – Soll Cannabis legalisiert werden? (19.10.2021)
Sie wird an Bahnhöfen verkauft, in Parks und im Internet kann man sie bestellen wie eine Pizza: Die Droge Cannabis ist in Deutschland illegal und trotzdem allgegenwärtig. Die Zahl der jungen Kiffer steigt seit Jahren, die Strategie der Verbote scheint gescheitert. SPD, FDP und Grüne wollen deshalb die Drogenpolitik reformieren, weg vom Schwarzmarkt hin zum kontrollierten Verkauf. Doch nicht nur Polizeigewerkschaften, auch Suchtmediziner warnen vor diesem Schritt. Wie gefährlich wäre eine Legalisierung von Cannabis? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. med. Derik Hermann – Suchtmediziner und Chefarzt im Therapieverbund Ludwigsmühle, Prof. Dr. Heino Stöver – Direktor des Instituts für Suchtforschung Frankfurt, Uwe Wicha – Institut für Gesundheit und Bildung.

Deutschlandfunk Kultur: Streit ums Existenzminimum – Was der Mensch zum Leben braucht (18.10.2021)
Ein Dach überm Kopf, Nahrung, Kleidung, medizinische Versorgung: Diese Dinge gehören zweifellos zum Existenzminimum. Über alles andere wird heftig gestritten – auch weil die Frage, was ein menschenwürdiges Leben ausmacht, sich nicht pauschal beantworten lässt.

DLF: Fachkräftemangel – Wie das Handwerk gegen die Personalnot kämpft (18.10.2021)
Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks fehlen derzeit bundesweit 250.000 Mitarbeiter. Der Personalmangel hat Folgen: Durchschnittlich liegt die Wartezeit, bis ein Auftrag begonnen werden kann, bei knapp neun Wochen. Es können aber auch deutlich mehr sein. Und ein Ende der Misere ist noch nicht in Sicht.

DLF: #IchBinHanna – Was tun gegen prekäre Beschäftigung in der Wissenschaft? (16.10.2021)
Gesprächsgäste: Günter Ziegler, Präsident der FU Berlin; Ina Czyborra, Wissenschaftspolitische Sprecherin der Berliner SPD-Fraktion, Amrei Bahr, wiss. Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Uni Düsseldorf, Mitinitiatorin #IchBinHanna
»Seit Jahren beklagen junge Wissenschaftler die prekären Arbeitsbedingungen in den Hochschulen. Ihre Angst vor Armut und vor Arbeitslosigkeit nach etlichen Jahren auf Zeitverträgen. Es gab dutzende Initiativen und Protestaktionen – zuletzt unter dem Hashtag #IchBinHanna. Der Berliner Senat hat nun reagiert. Kurz vor der Wahl des Abgeordnetenhauses hat der Senat ein neues Hochschulgesetz beschlossen: Berliner Hochschulen müssen jetzt allen Postdoktoranden auf einer sogenannten Qualifikationsstelle einen Anschlussvertrag anbieten; wenn die Wissenschaftler also an einer Habilitation arbeiten oder Lehrerfahrungen sammeln. Im Grunde geht es um eine sichere Beschäftigung neben der klassischen Professur. Während viele Wissenschaftler sich über die neuen Perspektiven freuen, beklagen Hochschulleitungen, sie könnten die Dauerstellen nicht finanzieren, außerdem gehe den Hochschulen nun Flexibilität verloren.«

SR: Wenn die Arbeitskräfte fehlen (15.10.2021)
»Vielen fällt es auf: in der Gastronomie, im Handel, in Gesundheitsberufen und im Handwerk überall fehlt Personal. Dabei geht es längt nicht mehr ausschließlich um ausgebildete Fachkräfte. Es geht auch um Arbeitskräfte und um einfache Jobs. In der Gastronomie mag das Corona-bedingt sein. Im Handwerk oder in der Pflege und in technischen Berufe ist Fachkräftemangel ein Dauerthema. Weil die Bevölkerung schrumpft, suchen Unternehmen, Kammern und Arbeitsmarkt-Experten nach Lösungen. Die Industrie und Handelskammer des Saarlandes sieht Chancen für Teilzeitbeschäftigte und will stärker als bisher für die duale Ausbildung werben. Weiterbildung von Arbeitslosen könnte besser als bisher gefördert werden. Auch Minijobber könnten profitieren und in sozialversicherungspflichtige Jobs kommen.«

DLF: Nachhilfe, Sport, eine warme Mahlzeit – Wie Familien für die Pandemie-Zeit entschädigt werden (15.10.2021)
Mit Geld für Nachhilfe, einem Kinderfreizeitbonus und Projektmitteln für die Jugendarbeit will die Bundesregierung Familien nach den Härten des Lockdowns stärken. Es kann nur ein Anfang sein. Denn die Zeit der Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt: Ein Konzept gegen die Armut wird dringend benötigt.

DLF: Sollte Cannabis legalisiert werden? Interview mit Suchtmediziner Derik Hermann (15.10.2021)

BR: Gesellschaft und Armut – Der Umgang mit Mittellosen (14.10.2021)
In der Antike wurden arme Menschen bespuckt und verhöhnt. Im vorindustriellen England hat man sie in Arbeitshäuser interniert. Erst Karl Marx sah in der Armut weniger ein persönliches Versagen, sondern hielt sie für systemisch bedingt. Über die Zeit hinweg hat sich so die Sicht auf Armut immer wieder stark gewandelt.

BR: Die Arbeitslosen von Marienthal – Eine bahnbrechende Sozialstudie (13.10.2021)
Revolution oder Resignation – wie reagiert der Mensch, die Gemeinschaft auf Arbeitslosigkeit? Eine Sozialstudie aus den 1930er Jahren sucht Antworten durch ungewöhnliche Methoden und verändert die Forschung bis heute.

SWR: Deutscher Pflegetag: Mehr Gehalt und mehr Kompetenzen sind notwendig (13.10.2021)
Die Misere im Pflegebereich kann nur durch Verbesserungen bei der Bezahlung und bei den Kompetenzen von Pflegenden verbessert werden. Im Gespräch sagt die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler: „Wir brauchen ein anderes Gehaltsniveau.“ Vogler nennt dabei als Marke 4000 Euro für Fach- und Spezialkräfte des Sektors und begründet das: „Man darf nicht vergessen, Pflege ist ein Schichtdienstberuf – 24 Stunden, 7 Tage in der Woche.“ Die Bezahlung sei jedoch nicht die einzige Erklärung für den Mangel an Pflegekräften in Deutschland. Ebenso schwer wögen fehlende Ausbildungskriterien für die Skala der Tätigkeiten – von Pflegeassistenten bis zu Pflegekräften mit akademischer Vorbildung. So gebe es in anderen Ländern zum Beispiel so genannte „Pflegefachpersonen“, die im Alltag auch Verschreibungen vornehmen dürfen. „Wir brauchen neue Berufsfelder – das wertet den Beruf auch auf“, so Vogler. Insgesamt sieht sie einen Stillstand in der Debatte um die Pflege. Grund für die Misere sei, dass Betroffene nicht die Kraft hätten, sich politisch um Verbesserungen zu kümmern und Nichtbedürftigen der Bezug zum Thema fehle. Für ihre Kolleginnen und Kollegen lautet Voglers Bilanz: „Die jahrzehntelang gepflegte Praxis, dass die Pflegenden nicht in die Selbstverwaltungsstrukturen im Gesundheitswesen kommen, hat es zu einer Passivität kommen lassen, aus der wir nicht herausfinden.“ Christine Vogler ist gelernte Krankenschwester und diplomierte Pflegepädagogin. Sie leitet den Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe und ist seit dem Sommer 2021 Präsidentin des Deutschen Pflegerats.

Deutschlandfunk Kultur: Pflegekräfte – Viele sagen: „Ich kann nicht mehr!“ (13.10.2021)
In Deutschland fehlen Pflegerinnen und Pfleger. Das sei ein erfüllender Beruf, wenn die Umstände besser wären, sagt Frédéric Valin, Autor der „Pflegeprotokolle“. Er empfiehlt Norwegens Modell: geringere Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich.

DLF: Coronatests – Was die kostenlosen Bürgertests gebracht haben (10.10.2021)
Ab dem 11. Oktober müssen die meisten Bürger in Deutschland ihre Corona-Tests selbst zahlen. Dem Bund spart das viel Geld. Virologen und Volkswirte ziehen eine positive Bilanz der Massentests. Die Justiz aber werden sie weiter beschäftigen: Rund 100 Verfahren laufen wegen falscher Abrechnungen.

rbb: Wie liefern die Lieferdienste bei den Arbeitsbedingungen ab? (09.10.2021)
Die Arbeitsbedingungen von Fahrradkurieren stehen immer wieder in der Kritik. Mit einem wilden Streik haben sich Gorillas-Beschäftigte zuletzt für eine Verbesserung in der Lieferbranche eingesetzt. Über die Situation der Angestellten und die Veränderungen in den Unternehmen berichtet Lisa Splanemann.

Deutschlandfunk Kultur: DIW-Ökonomin über Niedriglöhne in Deutschland – „Ein Nährboden für gesellschaftliche Polarisierung“ (09.10.2021)
Jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet im Niedriglohnsektor, so viel wie in kaum einem anderen europäischen Land. Nur wenige schaffen den Aufstieg. „Das ist ein Alarmsignal“, sagt die DIW-Ökonomin Alexandra Fedorets.

Deutschlandfunk Kultur: Sozialpädagoge Carlos Benede – Vom Polizeidienst zur Prävention (08.10.2021)
Mit dem Verein „Weitblick Jugendhilfe“ hilft Carlos Benede Jugendlichen. Nicht Sanktionen, sondern Zeit, Respekt und Verständnis führen zum Ziel, meint der ehemalige Polizeibeamte, der selbst zwei in Not geratene Kinder adoptiert hat.

SWR: Die “Würde“ des Menschen – Mehr als eine schöne Idee? (07.10.2021)
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, steht in den Verfassungen unserer westlichen Gesellschaften. Und aus diesem Grundsatz folgen konkrete politische Vorstellungen von einem Recht auf Wohnen, auf soziale Unterstützung, auf Asyl. In Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie stellt sich die Frage nach der Menschenwürde. Bis wohin kann ein Staat Bürger in die Pflicht nehmen? Welche Grenze darf er nicht überschreiten

SWR: Sexkauf verbieten? – Der Streit um Prostitution in Deutschland (04.10.2021)
Prostitution wird immer noch oft als moralische Frage behandelt. Doch eine selbständige Sexarbeiterin ist nicht mit einer Zwangsprostituierten zu vergleichen. Eine Verbesserung der Situation von Sexarbeiter*innen sollte 2017 das neue Prostituiertenschutzgesetz bringen. Doch zufrieden ist damit niemand so wirklich. Wie können alle sicher arbeiten?

BR: Goodbye Mittelschichtsmärchen! Die Wiederentdeckung der Klasse (03.10.2021)
Unter dem Schlagwort „Klassismus“ wird gerade – nicht ohne Widerspruch – versucht, Diskriminierungen und subtile Ausschlüsse aufgrund der Klassenzugehörigkeit sichtbar zu machen. Hardy Funk beleuchtet die Wiederbelebung eines überholt geglaubten Begriffs.

SWR: Doping für den Job: Sucht am Arbeitsplatz (02.10.2021)
Der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer hat vor kurzem seine jahrelange Tablettenabhängigkeit publik gemacht – und damit Licht auf ein Thema geworfen, das in den Unternehmen häufig tabuisiert wird: Sucht am Arbeitsplatz. Alkohol ist immer noch das Suchtmittel Nr. 1, eine immer größere Rolle spielen in der verdichteten Arbeitswelt aber auch leistungssteigernde Substanzen, so genannte „Neuro-Enhancer“. Konsumenten sind dabei nicht nur gestresste Manager, sondern auch Geringverdiener mit Existenzsorgen.

WDR: Inklusion: Ein Werkstattbericht (28.09.2021)
Eine Werkstatt für behinderte Menschen soll sie ins Arbeitsleben integrieren, heißt es. Aber was, wenn diese Einrichtungen eigentlich ausbeuten und ausschließen? Stephan Beuting hat eine Werkstatt besucht, um sich selbst ein Bild zu machen.

BR: Legale Ausbeutung – Ein Feature über Deutschlands unsichtbare Arbeitssklaven aus Osteuropa (25.09.2021)
Hunderttausende Menschen aus Bulgarien, Rumänien und Polen sind nach Deutschland gekommen, um der Armut ihrer Heimatländer zu entfliehen. Das deutsche Arbeitsrecht erlaubt Unternehmen und skrupellosen Netzwerken, sie dennoch auszubeuten.

Tageschau Podcast: Bundesweiter Mietendeckel? Was dann? (23.09.2021)
Mal angenommen, es gibt einen bundesweiten Mietendeckel? Bekommen dann alle eine bezahlbare Wohnung? Und wird dann mehr oder weniger gebaut? Ein Gedankenexperiment.

Deutschlandfunk Kultur: Ehegattensplitting – Steuerprivileg und Teilzeitfalle (21.09.2021)
Von der OECD und der EU-Kommission wurde Deutschland wiederholt für das Ehegattensplitting gerügt, weil es Frauen vom Arbeitsmarkt fernhalte. Wer profitiert davon, wen benachteiligt das Steuermodell – und wie fair ist es?

SWR: Der Stachel des Denkens – Roland R. engagiert sich für das Sozialrecht (20.09.2021)
Der Freiburger Roland R. engagiert sich für die Rechte sozial benachteiligter Menschen. Seine Beschäftigung mit den Sozialgesetzen hat ihn zu einem Rechtsexperten gemacht.

DLF: 50 Jahre Theorie der Gerechtigkeit – Wie Rawls über Umverteilung, Sozialstaat und Weltordnungen dachte (19.09.2021)
Eine gerechte Umverteilung unterschiedlicher Berufsgruppen war eines der Hauptanliegen des Harvard-Philosophen John Rawls. Es sei ihm dabei nicht um einfaches Umschichten von Vermögen und Eigentum gegangen, sondern um Änderungen von Gesetzen und Grundstrukturen, sagte die Philosophieprofessorin Tamara Jugov.

SWR: Alles andere als sicher – Wie zukunftsfähig ist die Rente? (17.09.2021)
Für viele Wählerinnen und Wähler ist es neben dem Klimaschutz das Thema Nummer 1: Wie geht es weiter mit der Rente? Die umlagefinanzierte Alterssicherung steckt aufgrund der demographischen Schieflage – immer mehr Alte, immer weniger Junge – schon lange in der Krise. Was also tun? Länger arbeiten, höhere Beiträge zahlen und am Ende immer weniger rausbekommen – ist das die Perspektive für die junge Generation? Wie sähe eine wirklich nachhaltige Rentenreform aus? Michael Risel diskutiert mit Matthias W. Birkwald – rentenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion „Die Linke“, Prof. Dr. Dr. h.c. Gert G. Wagner – Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Dr. Ursula Weidenfeld – Wirtschaftsjournalistin

WDR: Die (neue) Klassengesellschaft – Nicole Mayer-Ahuja (17.09.2021)
Die Coronakrise hat deutlich gemacht, sagt die Soziologin Nicole Mayer-Ahuja, wie sehr unsere Gesellschaft von Menschen abhängig ist, deren (Arbeits-) Leistungen zu oft nicht adäquat gewürdigt und bezahlt werden. Das müsse sich ändern.

Deutschlandfunk Kultur: Prekäre, Pragmatiker, Weltverbesserer – Die neuen deutschen Wählerstämme (13.09.2021)
Wahlprognosen sind schwierig geworden: Die alten Großmilieus haben sich aufgelöst. Dafür gibt es neue Wählergruppen. Verschiedene Forscher machen verschiedene Grundtypen aus. Sie bilden sich entlang kultureller Konfliktlinien.

DLF: Digitalisierung im Gesundheitsdienst – Wer geht zuerst: das Fax – oder die Pandemie? (12.09.2021)
Nach drei Corona-Wellen und 17 Monaten Pandemie sind die Gesundheitsämter immer noch auf Faxgeräte angewiesen, um die Kontakte der Deutschen nachzuverfolgen. Was ist da schiefgelaufen? Eine Spurensuche, wo die Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitsdienst trotz bester Absichten bislang scheitert.

SR: Georg Cremer: Sozial ist, was stark macht. Warum Deutschland eine Politik der Befähigung braucht (12.09.2021)
Der ehemalige Caritas-Chef entwirft sein Bild von einem modernen Sozialstaat – und fordert eine Politik der „Befähigung“

WDR: Ein Leben für die Altenpflege – Doris Röhlich-Spitzer (10.09.2021)
Doris Röhlich-Spitzer wuchs auf dem Gelände eines Kölner Altenheims auf. Mit 22 Jahren führte die examinierte Altenpflegerin ihre erste Pflegestation, wurde zur erfolgreichen Pflegemanagerin – und hat einige Veränderungen und Reformen in der Altenpflege miterlebt.

Deutschlandfunk Kultur: Jugendliche Straftäter – Das Ende der Unschuld (09.09.2021)
Aufsehenerregende Fälle von Körperverletzung und Totschlag, gewaltverherrlichende Videos – wird die Jugend immer krimineller? Und was passiert mit jungen Tätern? Experten und Statistiken verraten, wie es um die Jugendkriminalität steht.

WDR: Sterbehilfe: Warten auf den assistierten Suizid (08.09.2021)
Im Februar 2020 fällte das Bundesverfassungsgericht ein wegweisendes Urteil zur Sterbehilfe: Selbstbestimmtes Sterben, der sogenannte assistierte Suizid, soll nicht strafbar sein. Auf ein Gesetz, das dieses Urteil umsetzt, warten Betroffene noch.

SR: David Gutensohn: Pflege in der Krise (05.09.2021)
Nicht zuletzt die Corona-Krise hat die Probleme unseres Pflegesystems in den Fokus gerückt. Betten, Geräte, Räume, alles oft in ausreichender Zahl vorhanden. Nur: Wo sind die Menschen, die das alles bedienen und die sich kümmern?

WDR: Junge Drogentote und die deutsche Drogenpolitik (05.09.2021)
2020 wurden 1.581 drogenbedingte Todesfälle in Deutschland registriert, ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eltern von jungen Drogensüchtigen beklagen, dass kein Angebot der Drogenhilfe genützt hat. Woran liegt das?

WDR: Gefahr durch zu schnelle Lokführerausbildung? (02.09.2021)
Verantwortung für millionenteure Fracht und unbezahlbare Menschenleben: Die Suche nach passenden Lokführerinnen und Lokführern gestaltet sich zunehmend schwierig. Zudem ist die Ausbildung wenig reguliert – ein Sicherheitsrisiko, das offenbar minimiert werden muss

SWR: Immer nur Notstand – Ist die Pflege noch zu retten? (01.09.2021)
Steigende Kosten, miese Bezahlung und viel zu wenig Personal – seit Jahren ist die Unzufriedenheit über das deutsche Pflegesystem groß. Mehr als kleine Reformen bringt die Politik nicht zustande, wirkt überfordert und konzeptionslos. Vielleicht läuft das Thema auch deshalb im Bundestagswahlkampf unter dem Radar. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Pflegebedürftigen weiter zu, wird Pflege für immer mehr Menschen zum Problem, warnen Experten vor einem Kollaps des Systems. Was muss sich ändern? Wie lässt sich Pflege besser organisieren? Michael Risel diskutiert mit David Gutensohn – Journalist und Buchautor, Hamburg, Prof. Dr. Stefan Sell – Sozialwissenschaftler, Hochschule Koblenz, Dr. Andreas Westerfellhaus – Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

HR: Das Boot ist leer – Fachkräftemangel in Deutschland (01.09.2021)
Es gibt zur Abwechslung auch mal Befürchtungen, die sich nicht bewahrheitet haben in diesem Jahr: Trotz Corona – und allen damit verbundenen Schwierigkeiten – haben wir in Deutschland keine Massenarbeitslosigkeit. Stattdessen viele offene Stellen, die nicht besetzt werden können, weil das Personal fehlt. Selbst die Bundesagentur für Arbeit spricht nun von einem dramatischen „Fachkräftemangel“. Es fehle an allen Ecken: Von der Pflege über Klimatechniker und Logistikern bis hin zu Akademikerinnen. Deutschland brauche deswegen rund 400.000 Einwanderer pro Jahr, allerdings gesteuert und zielgerichtet für den Arbeitsmarkt. Wäre das tatsächlich die Lösung? Oder müssen wir darüber hinaus die Arbeitsbedingungen nicht auch wesentlich attraktiver machen in den Jobs, in denen offenbar kaum noch jemand tätig sein will?

HR: Aus für den Minijob? – Der Arbeitsmarkt und die Pandemie (01.09.2021)
Ursprünglich war der Minijob, auch 450-Euro-Job genannt, gedacht als Weg in eine richtige Anstellung. Wirklich funktioniert hat das nicht. In der Pandemie haben viele Menschen mit Minijobs ihre Arbeit verloren oder mussten sie pausieren – doch jetzt wollen viele nicht zurück in das 450-Euro-Modell. Stirbt der Minijob aus? Was ist überhaupt ein Minijob? Und wie reagiert die Politik auf die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt?

DLF: 50 Jahre nach Einführung – Warum das BAföG immer noch dringend notwendig ist (31.08.2021)
Chancengleichheit und Bildungsaufstieg ohne finanzielle Sorgen: 1971 wurde die Ausbildungsförderung BAföG auf den Weg gebracht – ein Wendepunkt in der Bildungspolitik. 50 Jahre später geht der Anteil der BAföG-Empfängerinnen und Empfänger immer weiter zurück.

SR: Thomas Straubhaar: Grundeinkommen jetzt! (29.08.2021)
Zurück in die Normalität nach Corona – das ist der Herzenswunsch vieler Menschen – andere sagen: Wir haben jetzt die Chance, grundlegende Dinge zu verändern. Dabei will der Autor keinesfalls Kapitalismus oder Marktwirtschaft abschaffen.

SWR: Lehrling dringend gesucht! (28.08.2021)
Zum Start des Ausbildungsjahrs sind im Südwesten noch tausende Lehrstellen unbesetzt. Viele Betriebe in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz suchen händeringend Nachwuchs. Wegen der Corona-Pandemie konnten viele junge Menschen nicht über Praktika oder Ausbildungsmesse für eine Lehre begeistert werden. Jetzt fehlen die Bewerber, zudem entscheiden sich immer mehr Jüngere gegen eine betriebliche Ausbildung.

Deutschlandfunk Nova: Türkische Arbeitswelten in West-Berlin (28.08.2021)
Ein Gast kommt, dann geht er wieder. Das war die Idee hinter dem Begriff der sogenannten Gastarbeiter. Die Alltags- und Arbeitsgeschichte türkischer Arbeitsmigranten und -migrantinnen in West-Berlin war in weiten Teilen noch nicht erforscht, stellte der Historiker Stefan Zeppenfeld fest – und machte sich an die Arbeit.

DLF: Schwieriger Balanceakt – Die Gewerkschaften und der Klimaschutz (27.08.2021)
Der Klimawandel ist unumstritten. Das sehen auch die Gewerkschaften. Sie wissen, dass Veränderungen anstehen und sich Wirtschaft und Arbeitswelt neu aufstellen müssen. Doch sie tun sich schwer. Sie fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen und das Aussterben ganzer Industrie-Landschaften.

Tagesschau: Gesetzliche Aktienrente? Was dann? (26.08.2021)
Mal angenommen es gibt eine gesetzliche Aktienrente. Steigt dann für alle die Rente? Was passiert beim Börsencrash? Wer profitiert am Ende davon und wo wird das viele Geld investiert? Ein Gedankenexperiment.

Deutschlandfunk Kultur: Aus für die Pflegekammer in Schleswig-Holstein (26.08.2021)

Deutschlandfunk Kultur: Gesetzliche Betreuung – Viel Verantwortung für wenig Honorar (22.08.2021)
Wer damit überfordert ist, die eigenen Finanzen zu regeln, kann eine gesetzliche Betreuung vom Gericht zur Seite gestellt bekommen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die allerdings schlecht vergütet wird.

Deutschlandfunk Kultur: Kevin – Eine Jugend am Rand der Großstadt (21.08.2021)
Hochhäuser. Plattenbauten. Dazwischen ein ehemaliger Konsum. Eine Kneipe, eine Dönerbude. Ödnis. Die Topografie der Stadtrandlage. Wie wachsen Kinder und Jugendliche an der Peripherie der Stadt auf? Wovon träumen sie?

rbb: Corona und der Arbeitsmarkt im Ausland (14.08.2021)
Trotz der Corona-Pandemie hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland sehr robust gezeigt. Vor allem das Kurzarbeitergeld und Hilfsmaßnahmen haben dazu beigetragen. Aber wie sieht die Situation des Arbeitsmarkts in anderen europäischen Ländern aus?

SWR. Kinderzimmer statt Campus – Studieren in der Pandemie (14.08.2021)
Für viele ist es im Rückblick die beste Zeit ihres Lebens: Partys, nächtelange Gespräche und radikale Ideen – im Studium scheinen die eigenen Möglichkeiten unbegrenzt. Doch mit Corona wurde aus einer Phase des Aufbruchs eine des Stillstands: Viele Studierende sind zurück zu ihren Eltern gezogen, kennen ihre Kommilitonen nur vom Bildschirm. Zoom-Calls statt Hörsaal, Küchentisch statt Mensa, Kinderzimmer statt Campus – was geht da verloren? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Ulf-Daniel Ehlers – Bildungsforscher, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Karlsruhe, Sabine Köster – Leiterin der psychotherapeutischen Beratungsstelle für Studierende des Studierendenwerks Karlsruhe, Antonia Winkler – Studentin, Universität Heidelberg.

DLF: Die vermeintliche Bremer BAMF-Affäre – Hochgezogen, aufgebauscht, verpufft (06.08.2021)
Es sah nach dem ganz großen Skandal aus: Über Monate witterten Politik und Medien ungeheuerliche Vorgänge in der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration (BAMF). Tausende Asylbewerber, so der Verdacht, seien unrechtmäßig anerkannt worden. Von den ursprünglichen Vorwürfen allerdings blieb zuletzt kaum etwas übrig.

MDR: Übertherapie am Lebensende. Feature über den Umgang mit Sterbenskranken (01.08.2021)
Viele Sterbenskranke werden falsch versorgt. Patienten erhalten noch kurz vor ihrem Tod aggressive Therapien, die mehr schaden als nützen. Und nicht immer bekommen Patientenverfügungen die gewünschte Beachtung.

DLF: Gabentausch – Claus Leggewie zur Idee eines Homo Cooperativus (25.07.2021)
Corona-Pandemie, Klimawandel, globale Migration – solchen Krisen kommt der Mensch mit nationalen Strategien und der Vorstellung des primär eigennützigen Homo Oeconomicus nicht mehr bei, meint Claus Leggewie. Als alternatives Paradigma schlägt der Politologe hier ein Gegenbild vor: den Homo Cooperativus.

rbb: Arbeitswelt im Wandel (24.07.2021)
Neue Bürokonzepte nach der Corona-Pandemie, die Nachteile des Arbeitens im Homeoffice, die Zukunft der Co-Working-Spaces und ganze Industrien, die wegbrechen – die Wirtschaftsdoku zu einer Arbeitswelt im Wandel.

BR: Werkbank statt Hörsaal – Haben wir zu viele Akademiker? (21.07.2021)
Seit Jahrzehnten heißt es: Du musst Abitur machen, du musst studieren, nur dann wirst du gut verdienen und Erfolg haben. Mit dem Ergebnis, dass heute womöglich zu viele junge Menschen studieren und zu wenige einen handfesten Beruf lernen: Im Handwerk oder in der Pflege fehlt der Nachwuchs. Müssen wir wieder umdenken? Werden Ausbildungsberufe in Zukunft die besseren Chancen bieten, als die akademische Ausbildung? Wie denken Schüler, wie die Eltern? Was sagen Bildungsforscher dazu?

BR: Die neue Working Class – Wenn Arbeit in die Armut führt (16.07.2021)
Was haben eine Supermarktverkäuferin, ein Lieferbote und eine Friseurin gemeinsam? Sie sind unentbehrlich in unserer Gesellschaft – aber ihr Lohn ist gering. Das wurde durch die Pandemie deutlich sichtbar. Was die sogenannte Working Class in ihren Jobs verdient, reicht gerade zum Leben. Spätestens im Alter rutschen die Beschäftigten in die Altersarmut.

SWR: Immer weniger Azubis – Wie kommt die Wirtschaft aus der Ausbildungskrise? (13.07.2021)
Die Zahl der Ausbildungsverträge geht dramatisch zurück. Betriebe bieten ohnehin coronabedingt weniger Lehrstellen an. Und dennoch bleiben viele Plätze unbesetzt, weil sich immer weniger junge Menschen für eine Lehre entscheiden. Ein Desaster für die Unternehmen und für viele Jugendliche, denen eine berufliche Perspektive fehlt. Wie lässt sich das Image der Ausbildungsberufe retten? Welche Verantwortung haben die Unternehmen? Und welche Unterstützung brauchen sie? Geli Hensolt diskutiert mit Peter Haas – Hauptgeschäftsführer Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V., Stuttgart, Prof. Dr. Bettina Kohlrausch – Wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf, Ulrike Mucke – Leiterin des Bereichs Arbeit, Beschäftigung, Ausbildung bei der Evangelischen Gesellschaft.

Deutschlandfunk Kultur: Soziale Gerechtigkeit – Menschen befähigen, mehr Macht über ihr Leben zu erlangen (10.07.2021)
Deutschland brauche eine „Politik der Befähigung“, meint der frühere Caritas-Chef Georg Cremer. Der Sozialstaat müsse Menschen mehr stärken, ihre Potenziale zu entfalten. Durch Geld allein könne die soziale Spaltung nicht abgebaut werden.

BR: Verloren unter gerichtlicher Betreuung (07.07.2021)
Ein Unfall oder eine Krankheit und ein Patient kommt ins Krankenhaus. Kann er seine Geschäfte nicht mehr erledigen und es liegt keine Vorsorgevollmacht vor, muss der Arzt einen gerichtlich bestellten Betreuer beantragen, der alles regelt von Vermögensverwaltung bis zur Einweisung in ein Heim.

HR: Das Pleitevirus – Wie Corona Existenzen vernichtet (06.07.2021)
Die Corona-Pandemie mit ihren massiven Einschränkungen im Alltag wurde immer als der Super-Gau für die Wirtschaft beschrieben: Eine ausgebremste Welt-Konjunktur, Pleiten noch und nöcher – dazu ausgestorbene Innenstädte mit verrammelten Läden, die für immer geschlossen bleiben, weil sie die Krise nicht überstanden haben. So die Befürchtung. Ein Blick in die Statistik vermittelt allerdings einen anderen Eindruck. Bei uns in Deutschland hat es im vergangenen Jahr, im Vergleich zu 2020, fast 15 Prozent weniger Insolvenzen gegeben. Auch in den meisten anderen Ländern Europas ist diese Entwicklung zu beobachten. War die Corona-Pandemie für die Wirtschaft also doch harmloser als gedacht? Fachleute zumindest warnen: Viele Läden hätten auf eigene Initiative hin geschlossen, bevor sie überhaupt offiziell Insolvenz anmelden mussten und in der Statistik gelandet wären. Und die staatlichen Hilfsprogramme verdeckten die wahre Situation in einigen Branchen. Kommt das dicke Ende also noch? Und was können wir tun, um leere Innenstädte und Massen-Arbeitslosigkeit im Handel und dem Dienstleistungs-Gewerbe zu verhindern?

DLF: Urteil zu ausländischen Pflegekräften – Das Dilemma bleibt (05.07.2021)
Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur Entlohnung ausländischer Pflegekräfte hat für gemischte Gefühle gesorgt. Viele Betreuungskräfte kommen aus Osteuropa und der Ukraine – und dort sind nicht alle begeistert. Manche fürchten, dass sie jetzt keine Aufträge mehr bekommen.

DLF: Reform in der Altenpflege – Pflegekräfte und ihr neuer Kampf um höhere Löhne (04.07.2021)
Die Pflegereform verspricht zwar Lohnerhöhungen, doch die gibt es nur, wenn die Arbeitgeber sich auf gute Tarifverträge einlassen. Für die Beschäftigten heißt das: Sie müssen sich bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne selbst erstreiten.

WDR: Zeitalter der Mega-Migration – Parag Khanna (02.07.2021)
Wo – und wie – werden wir im Jahr 2050 leben? Vor allem durch die Folgen des Klimawandels steht der Menschheit eine immense und permanente Migrationsbewegung bevor, sagt der Politikwissenschaftler Parag Khanna.

DLF: Der lange Kampf gegen den kalten Entzug: Drogenabhängige im Gefängnis (01.07.2021)

DLF: Unbezahlbar, aber unverzichtbar? Ausländische Betreuung für die häusliche Pflege (30.06.2021)
Es diskutieren: Heinz Rothgang, Universität Bremen, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik; Eugen Brysch, Deutsche Stiftung Patientenschutz; Renata Föry, Seniocare Vermittlung häusliche Pflege; Thomas Heller, DGB Rechtsschutz GmbH

HR: Rund um die Uhr – die ausgebeuteten Pflegekräfte (29.06.2021)
Viele wünschen sich, im Alter zuhause wohnen zu können, auch wenn sie nicht mehr allein zurechtkommen. Glück hat, wer Angehörige hat, die diesen Wunsch erfüllen können. Wenn pflegende Familienmitglieder an ihre Belastungsgrenzen kommen, blicken sie von Deutschland aus gerne über die Grenzen im Osten. Hundertausende meist weibliche osteuropäische Pflegekräfte kommen in deutsche Haushalte, monatelang, arbeiten Tag und Nacht, vermittelt über entsprechende Agenturen. Durch das Grundsatz-Urteil des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt kommt jetzt wieder einmal ans Licht, auf welch ausbeuterischem System die häusliche Pflege in Deutschland fußt. Eine Sozialassistentin aus Bulgarien hatte geklagt, weil von den 24 Stunden, die sie gearbeitet hat oder in Bereitschaft war, nur ein Bruchteil entlohnt wurde. Für die vertraglich vorgesehenen 30 Stunden in der Woche, in denen sie kochte, putzte, Körperpflege oder Hilfe beim Essen leistete, bekam sie monatlich 950 Euro netto. Nur so können sich in Deutschland viele Familien die häusliche Pflege leisten, auch die Politik preist diese Modelle in ihre Planung ein. Was bedeutet es, wenn jetzt alle osteuropäischen Kräfte in deutschen Haushalten den Mindestlohn für die volle Arbeitszeit fordern würden? Viele Familien werden es sich nicht mehr leisten können, wer trägt die Kosten? Zuhause bleiben bis zum Lebensende könnte zum unmöglichen Wunschtraum werden. Und was ist die Alternative? Genug Plätze in Altenpflegeeinrichtungen gibt es schon jetzt nicht.

SWR: Arbeiten bis zum Umfallen – Ist die Rente noch zu retten? (01.07.2021)
Arbeiten wir bald noch länger für die Rente? Berater der Bundesregierung halten ein Renteneintrittsalter mit 68 Jahren für notwendig. Immer wieder wurde an der Rentenformel gebastelt, trotzdem fehlt dem System die Stabilität. Die Gesellschaft wird immer älter, die Alten werden immer gesünder und für die Jüngeren bleibt immer weniger übrig. Was heißt das für die Zukunft des Rentensystems? Und wie lässt sich das politisch lösen? Thomas Ihm diskutiert mit Prof. Dr. Christian Hagist – Otto Beisheim School of Management, Prof. Dr. Ute Klammer – Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Stefan Sell – Hochschule Koblenz.

SWR: Spielhölle statt Spielhalle – Wie gut ist das neue Glücksspielrecht? (30.06.2021)
Glücksspiel im Internet wird ab 1. Juli in Deutschland legal. Der neue Staatsvertrag aller Bundesländer zum Glücksspielrecht soll Spieler besser schützen und den Schwarzmarkt eindämmen. Doch Kritiker fürchten, dass durch die „digitale Lockerung“ die Zahl der Süchtigen eher steigen könnte. Wie gut ist das neue Regelwerk? Marion Theis diskutiert mit Ilona Füchtenschnieder – Vorsitzende des Fachverbands Glücksspielsucht, Prof. Dr. Tilman Becke – Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim, Dirk Fischer – Automaten-Verband Baden-Württemberg

Deutschlandfunk Kultur: Digitale Tagelöhner – Die gar nicht so schöne neue Arbeitswelt (29.06.2021)
Per Mausklick zum Auftrag: Nicht mehr nur Lieferfahrer oder Putzkräfte, sondern auch hoch spezialisierte Fachkräfte werden über digitale Plattformen vermittelt. Regulieren lassen sich die global agierenden Vermittlungsplattformen kaum.

Deutschlandfunk Kultur: Tönnies und ein Jahr Fleischskandal – Das Ende der Ausbeutung? (27.06.2021)
Der Schlachtbetrieb Tönnies ist mit dem Fleischskandal vor einem Jahr zum Synonym für katastrophale Arbeitsbedingungen geworden. Mittlerweile müssen Konzerne ihre Schlachter und Zerleger direkt anstellen. Werden Rumänen und Bulgaren nun fair behandelt?

SWR: Die Grundrente kommt – Altersarmut bleibt? (26.06.2021)
Im Juli geht es los mit der Grundrente, die ersten Bescheide werden verschickt. Die Erwartungen vieler Rentner sind groß, doch hoch sind auch die Hürden für den Bezug des Rentenzuschlags.

HR: Wo sind die Azubis!? Corona belastet Unternehmen und Jugendliche (26.06.2021)
Digitale Messen, virtuelle Unternehmensbesuche und online-Gespräche: In der Pandemie müssen alle neue Wege gehen. Das ist nicht leicht. Noch sind Tausende Lehrstellen unbesetzt.

Deutschlandfunk Kultur: IG Metall in Ostdeutschland – Das Ende der Bescheidenheit (22.06.2021)
Nach der Wende war Ostdeutschland Tarifwüste. Die Gewerkschaften kassierten zahlreiche Schlappen. Doch das war einmal: Die IG Metall hat Auftrieb – und die Arbeiter treten im Kampf um ihre Rechte mit einem neuem Selbstbewusstsein auf.

Deutschlandfunk Kultur: Erdbeerpflücken in Spanien – „Eine moderne Art der Sklaverei“ (21.06.2021)
Aus der südspanischen Provinz Huelva werden pro Jahr rund 300.000 Tonnen Erdbeeren exportiert, ein großer Teil davon nach Deutschland. Die Ernte wäre nicht machbar ohne die Saisonkräfte aus Marokko.

NDR: Diskussion um Rente mit 68 (16.06.2021)
Muss die Rente an die allgemeine Entwicklung der Lebenserwartung gekoppelt werden?

HR: Erfolgsverspechen – eine Frage der Klasse (18.06.2021)
Wenn es um Bildung geht, dann legen wir den Fokus meist auf Kindergarten und Schule. Einen enormen Einfluss auf den späteren Bildungserfolg haben aber bereits die ersten drei Jahre im Leben eines Kindes. Schon in den ersten Wochen öffnet sich die Schere. Wie viele Anregungen bekommt das Kind, wie viele Wörter hört es? Die Schule kann die unterschiedlichen Voraussetzungen nur mit Mühe ausgleichen. Sprungbrett oder Hemmschuh? Die soziale Klasse, in der wir aufwachsen, bestimmt unsere Zukunft mehr, als wir lange wahrhaben wollten. Muss das so bleiben? Lange schien es, als sei dieses Thema verschwunden. Jetzt entdecken Soziologen und Schriftstellerinnen ein altes Phänomen wieder: die Klasse. Wo kann man ansetzen für mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit?

HR: Alleine in der digitalen Vorlesung: Studieren im Lockdown (18.06.2021)
Gerade läuft das dritte Semester, in dem wegen Corona fast nur virtuelles Studieren möglich ist. Viele Studierende sind noch gar nicht richtig an den Unis angekommen. Ihr Studium ist auf die Größe des Laptop-Bildschirms zusammengeschrumpft, vor dem sie in ihrer Bude sitzen – wenn sie nicht gleich zuhause bei den Eltern geblieben sind. Es fehlte der Kontakt zu den Kommilitonen, zu den Professoren, es fehlte Geld, weil viele ihren Job verloren haben. Wie erleben Studierende in Hessen ihr Studium, was verpassen sie gerade und: Haben Sie nicht auch mal ein bisschen Solidarität verdient?

HR: Von Beruf befristet – Alltag mit Zeitverträgen (16.06.2021)
Heute hier, morgen dort – Anstellungen ohne Langzeitperspektive sind in vielen Bereichen zur Normalität geworden. Gerade in der Wissenschaft sind unbefristete Arbeitsverträge die absolute Ausnahme. In einem Video des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das es seit 2007 gibt, bejubelt. Die Befristung auf maximal zwölf Jahre verhindere, dass eine Generation die Stellen verstopfe und gebe nachrückenden Wissenschaftlern die Möglichkeit, ebenfalls Qualifikationen zu erwerben. Diese Erklärung empfinden viele, die sich von Job zu Job hangeln und unter der mangelnden Sicherheit und Planbarkeit leiden, als Hohn. Die meisten bekommen gerade mal Verträge für ein bis zwei Jahre. Für Forschungsarbeiten ein viel zu kurzer Zeitraum. Auch in anderen Branchen sind Festanstellungen zur Mangelware geworden. Aber in der Wirtschaft scheint es tatsächlich den Effekt zu geben, von dem das BMBF spricht: Innovation durch Befristung. Wir schauen also auf Fluch und Segen dieser Regelung.

Deutschlandfunk Kultur: Generationenvertrag – Füreinander da sein in der „liebenden Kommune“ (16.06.2021)
Was tun, wenn man sich im Alter einsam fühlt und Hilfe braucht? Pflegekräfte sind schon jetzt rar. Das Prinzip des generationenübergreifenden Miteinanders habe sich als Lösung bewährt, sagt Hosea Dutschke von der Sozialverwaltung im dänischen Aarhus.

Deutschlandfunk Kultur: Das Leiden der Angehörigen – Wie Alkoholsucht Familien zerstört (14.06.2021)
Kinder, Ehe- oder Lebenspartner: Wenn es um Alkoholismus geht, werden Angehörige selten gehört. Meist steht die Sucht und damit der Süchtige im Mittelpunkt. Hier soll es andersherum sein: Die, deren Leiden oft übersehen wird, bekommen eine Stimme.

DLF: Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen – Ein Jahr Fleischskandal (12.06.2021)
Ein Jahr ist es her, dass sich massenweise rumänische Arbeiter in den Fabriken von Westfleisch, Tönnies und Co. mit dem Corona-Virus infizierten. Es wurde offenbar, unter welch katastrophalen Bedingungen diese Menschen leben und arbeiten. Fast alle waren damals noch Werkvertragsarbeiter – beschäftigt bei Subunternehmern. Viele dieser Firmen haben die Arbeiter um den Mindestlohn geprellt – und ihnen für Wucherpreise Betten in heruntergekommen Häusern vermietet. Arbeitsminister Hubertus Heil ließ daraufhin die Werkverträge verbieten. Ist nun alles gut in der Fleischindustrie? Manfred Götzke geht im Wochenendjournal dieser Frage nach.

BR: Wie geht es weiter in der Fleischindustrie? Ein Jahr nach dem Corona-Skandal bei Tönnies (11.06.2021)
Vor genau einem Jahr gab es bei dem Fleisch-Großunternehmen Tönnies in NRW einen Corona-Skandal mit über 2.000 Ansteckungen. Der Massenausbruch legte eine ganze Region lahm. Die beengten Massenunterkünfte und Arbeitsbedingungen der vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien stammenden Leiharbeiter kamen ans Licht. Die Bundesregierung beschloss eine Neuregelung beim Arbeitsschutz. Lina Verschwele hat vor Ort recherchiert, ob sich die Fleischindustrie seitdem verändert hat.

BR: Rente mit 68: Gibt’s denn keine bessere Idee? (11.06.2021)
Das Rentenalter soll nochmals um ein Jahr steigen, zumindest wenn es nach dem Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums geht. Auf diesen Vorschlag folgte ein Sturm der Entrüstung. Auch Bundeswirtschaftsminister Altmeier ist dagegen. Dennoch ist allen klar, dass sich unser Rentensystem reformieren muss, um zukunftsfähig zu sein. Und dabei ist Eile geboten.

DLF: Relevanz von Handwerk und Pflegeberufen (10.06.2021)

BR: Knochenarbeit Profisport – Was bleibt wenn der Medallienglanz verblasst (08.06.2021)
Sie schinden Ihren Körper, verdienen aber nur, wenn ihre Sportart populär ist und sie an der Spitze stehen. Profisportler sind auf Werbeeinnahmen und Sponsorenverträge angewiesen – aber ihre Verdienstphase ist zeitlich begrenzt. Schnell sind sie zu alt und dann muss ein neuer Beruf gefunden werden.

Deutschlandfunk Nova: Susanne – Wenn deine Tochter mit 18 zum Pflegefall wird (04.06.2021)
Susanne freut sich, dass ihre Tochter Lisa, 18, bald Abi machen und ausziehen wird. Doch dann stürzt Lisa in der Schule eine Treppe hinunter und hat eine schweres Schädel-Hirn-Trauma. Sie wird notoperiert und liegt danach wochenlang im Koma. Eine Zeit lang ist nicht klar, ob Lisa überleben wird. Als sie aufwacht, ist sie schwerstbehindert und für den Rest ihres Lebens ein Pflegefall. Susanne, selbst Krankenschwester, widmet sich ganz der Versorgung und Pflege ihrer Tochter. Bis sie nicht mehr kann.

Deutschlandfunk Kultur: Die Pflegereform: Großer Wurf oder fauler Kompromiss? (04.06.2021)
Lange wurde gestritten, nun hat die Große Koalition einen Gesetzentwurf zur Pflegereform vorgelegt. Eckpunkte sind höhere Löhne, Entlastung für Pflegebedürftige und höhere Beiträge für Kinderlose. Kritiker bezweifeln die Wirksamkeit und Finanzierung.
Es diskutieren: Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU im Bundestag, Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Prof. Dr. Heinz Rothgang, Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen.

DLF: Höhere Löhne, höhere Beiträge – Wer die Pflege in Zukunft schultert (02.06.2021)
Es diskutieren: Erwin Rüddel, CDU MdB, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Holger Schult, Geschäftsführer des Senioren- und Pflegezentrums Brandenburg,  Kordula Schulz-Asche, Pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag und Stefan Sell, Hochschule Koblenz

Deutschlandfunk Kultur: Klassifikation von Krankheiten – Was gilt als krank, was nicht? (25.05.2021)
Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten (ICD) legt fest, was als Krankheit gilt und was nicht. Das kann große Auswirkungen auf Diagnose und Behandlung haben. Wie entsteht die Klassifikation und wer nimmt dabei Einfluss?

DLF: Politik und Krankheit – Plädoyer für eine gerechtere Gesundheitsökonomie (23.05.2021)
Der Patient als Verwaltungsobjekt, Zahlungsmedium, Konkurrenzmasse, Kostenfaktor, statistische Größe: Die Pandemie macht sichtbar, was zwischen Politik und Krankheit geschieht, deutet auf Fehler und Versäumnisse hin. Zeit für einen neuen Eid des Hippokrates – für die gesamte Gesellschaft.

DLF: Corona ist nicht gerecht. Wie die Pandemie Armut und Ungerechtigkeit verschärft (19.05.2021)
Je länger die Pandemie dauert, umso größer sind die Einschnitte in unsere Gesellschaft. Vielen Kindern und Jugendlichen wird der Fernunterricht nicht nur zur Last, einige haben auch den Anschluss verloren. Das hinterlässt auch bei Lehrerinnen und Lehrern Sorge und eine gewisse Ratlosigkeit. Sichtbar wird der Riss durch unsere Gesellschaft auch bei den Lebensmittel-Tafeln. Die verzeichnen deutlich mehr Kundinnen und Kunden und sie sehen die soziale Frage, die sich jetzt stellt, drängender denn je. Fühlen sich bedürftige Menschen von der Gesellschaft vergessen? Welche Weichen können neu gestellt werden? Und: Inwiefern sind wir alle gefordert, Menschen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen?
Gäste: Martin Süsterhenn, Leiter der Katharina-Henoth-Gesamtschule Köln-Höhenberg; Franz Meurer, Pfarrer in Köln und Sabine Werth, Mitbegründerin und ehrenamtliche Vorsitzende der Berliner Tafel.

DLF: Corona-Bekämpfung in Behörden – Die verschleppte Digitalisierung (18.05.2021)
Die Coronakrise hat die strukturellen Schwächen der Gesundheitsämter offengelegt. Gleich zu Beginn der Pandemie zeigte sich: Die Behörden waren überfordert, unterbesetzt sowie unterdigitalisiert. Das Urteil von Gesundheitsdezernenten und Politik fällt entsprechend ähnlich aus.

DLF: Übergangssysteme – Auslaufmodelle oder relevant? (17.05.2021)

DLF: Wut in gelben Westen – Das Erbe der Gilets Jaunes in Frankreich (15.05.2021)
Erst ging es nur um die geplante Erhöhung der Ökosteuer, später wurde das gesamte politische System in Frage gestellt: Die Gelbwesten-Proteste im Winter 2018 haben Frankreich erschüttert. Zweieinhalb Jahre später ist es um die Bewegung ruhiger geworden – aber die Wut vieler Gilets Jaunes ist immer noch da.

BR: In Bremerhaven kommt der Tod am frühesten – der fatale Zusammenhang von Armut und Lebenserwartung (14.05.2021)
Als die Mauer fiel, starben die Menschen in Ostdeutschland im Durchschnitt mehrere Jahre früher als im Westen. Heute ist die Lebenserwartung nahezu gleich. Dafür besteht ein großer Unterschied, ob jemand in Bremerhaven oder München sein Leben verbracht hat. In der bayerischen Landeshauptstadt werden Männer mit durchschnittlich 81,2 Jahren bundesweit am ältesten, in Bremerhaven sterben sie mit im Schnitt nur 75,8 Jahren am frühesten. Ausschlaggebend ist die hohe Armut in der Stadt an der Nordsee.

Deutschlandfunk Kultur: Geflüchtete in Bosnien – Am Nadelöhr der Balkanroute (13.05.2021)
In der Nähe der bosnischen Grenzstadt Velika Kladuša kampieren Hunderte Geflüchtete. Sie möchten von dort in die EU gelangen. Den meisten gelingt dies nicht. Bei den Migranten wachsen Wut und Verzweiflung, bei vielen Anwohnern auch.

MDR: Verband: Gute Beschäftigten-Zahlen in der Pflege täuschen (12.05.2021)
Laut Bundesarbeitsagentur gibt es Zehntausende Beschäftigte mehr in der Pflege. Der Berufsverband für Pflegeberufe hegt aber Zweifel an den guten Zahlen. Es würden offenbar Köpfe gezählt und nicht Vollzeitstellen.

HR: Genug des Beifalls – wann kommt endlich die Pflegereform? (12.05.2021)
»Die Corona-Pandemie hat gezeigt, was in der Pflege-Branche schon lange offenkundig ist: Es fehlt an Fachkräften und Wertschätzung. Zum Tag der Pflege wird versucht, einen Blick in die Zukunft zu werfen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Wie ist die Lage in Pflegeberufen? Was muss getan werden?

DLF: Pflegeakademisierung – Nicht mal ein Praktikumsgehalt für Pflege-Studierende (12.05.2021)
Politiker betonen, Pflegekräfte verdienten mehr „Wertschätzung“. Doch für das dreijährige Pflegestudium mit 2.500 Stunden Praxiseinsätzen gebe es „überhaupt kein Geld“, sagte Christine Vogler, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerates, im Dlf. So könne man nicht weitermachen.

Deutschlandfunk Kultur: Klassismus – Die verachtete Unterschicht (11.05.2021)
Es liegt nicht nur am Geld: Wer zur Unterschicht gehört, trägt in den Augen anderer oft die falsche Kleidung, spricht falsch und benimmt sich falsch. Klassismus wird diese kulturelle Ausgrenzung genannt, die sozialen Aufstieg fast unmöglich macht.

DLF: Eine verschobene Reform: Die inklusive Kinder- und Jugendhilfe (06.05.2021)

DLF: Grauzone Sterbehilfe – „Suizidwünsche sind fragil“ (05.05.2021)
Das Thema Sterbehilfe bewegt sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone. Bei der Entscheidung über einen assistierten Suizid müssten Ärzte immer gewissenhaft prüfen, wie frei der Wille des Einzelnen zur Selbsttötung tatsächlich sei, sagte der Psychiater Karl Beine.

Deutschlandfunk Kultur: Sterbehilfe – Wird Deutschland zur „Avantgarde“ in der Suizidfrage? (04.05.2021)
Deutschland könnte bald liberalere Gesetzesregelungen zur Sterbehilfe haben als die Niederlande, so der Philosoph und Ehtiker Jean-Pierre Wils. Etliche Vorschläge sieht er kritisch. Der Suizid dürfe keine „normalisierte Option“ für das Ende werden.

HR: Wer nicht erbt, der nicht gewinnt – Von der Schwierigkeit, Eigentum zu schaffen (04.05.2021) 
In Deutschland wird heute so viel Geld von einer Generation an die nächste übergeben wie selten zuvor. Studien zufolge werden jährlich bis zu 400 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt. Diese Erbschaften machen vor allem Vermögende noch reicher. Erbschaften sind genauso ungleich verteilt, wie die Vermögen insgesamt. Und Steuern zahlen die Erben auch kaum. In den USA bittet US Präsident Joe Biden die reichen Amerikaner nun zur Kasse, um das Land nach seinen Vorstellungen umzubauen, sozialer und gerechter zu werden. Vor 20 Jahren hatte Großinvestor Warren Buffet sogar gegen die Senkung der Erbschaftssteuer gewettert. Man dürfe doch nicht einen lebenslangen Vorrat an Lebensmittelmarken erhalten, nur weil man der richtigen Gebärmutter entschlüpft sei. Der Aufschrei ist nach Bidens Vorstoß ungleich lauter. Doch weil viele Menschen auch hierzulande viel erben und viele Menschen gar nichts, geht der französische Ökonom Thomas Piketty noch einen Schritt weiter. Sein Vorschlag für Deutschland: Künftig sollen alle 25-jährigen vom Staat ein Startkapital in Höhe von 120.000 Euro bekommen. Es ist Wahljahr. Ob sich mit dieser Idee Wahlkampf machen lässt?