Es ist Winter und wie in jedem Jahr erreichen uns die Meldungen von auf der Straße verstorbenen Menschen ohne Obdach – jeder einzelne Todesfall ist eine Tragödie, aber selbst über deren genaue Zahl kann man sich in Teilen unseres Landes offensichtlich nicht sicher sein, weil man unterschiedlich rechnet, was dann zu solchen Meldungen führt: » Die Hamburger Sozialbehörde spricht von 13 Obdachlosen, die allein im Januar in Hamburg gestorben sind. Die Polizei hatte zuvor bereits die Zahl von 18 gestorbenen obdach- und wohnungslosen Menschen genannt.« Die Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) erklärt die unterschiedlichen Zahlen „durch verschiedene Zählweisen“.1 Keine Sorge: „Sozialbehörde, Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiten derzeit daran, eine einheitliche Berichtsgrundlage zu schaffen“.
Vergütungstarifverträge: Sie laufen immer länger. Über eine grundsätzliche und ambivalente Entwicklung im Windschatten aktueller Tarifkonflikte
Jetzt (warn)streiken sie wieder. Im Mittelpunkt der aktuellen Aufmerksamkeit steht der Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst der Länder. In der Woche vor der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar 2026 hatten sich in mehreren Bundesländern Tausende Beschäftigte an Warnstreiks und Protesten beteiligt. Weitere Streikaktionen sind vor der dritten Verhandlungsrunde angesetzt, die für den 11. bis 13. Februar 2026 terminiert ist.
Insgesamt verhandeln die DGB-Gewerkschaften im Jahr 2026 für zehn Millionen Beschäftigte neue Vergütungstarifverträge.
Verloren in den Tiefen und Untiefen des Rechts auf Teilzeit und dessen (Nicht-)Inanspruchnahme
Über den Sinn und vor allem Unsinn der jüngsten Teilzeit-Debatte wurde hier ausführlich berichtet in dem Beitrag Trigger-Alarm: Diesseits und jenseits der „Lifestyle-Teilzeit“- Debatte. Und warum am Ende sogar mehr Teilzeitarbeit und nicht weniger davon sinnvoll sein kann. Aber es lohnt sich, noch einmal genauer hinzuschauen, was da eigentlich genau (nicht) gefordert wurde. Wir bekommen frei Haus ein Beispiel geliefert, dass man zuweilen auf Schlachtfelder geschickt wird, auf denen aber kaum jemand unterwegs ist.
Trigger-Alarm: Diesseits und jenseits der „Lifestyle-Teilzeit“- Debatte. Und warum am Ende sogar mehr Teilzeitarbeit und nicht weniger davon sinnvoll sein kann
Am Ende des ersten Monats des Jahres 2026 bekommen wir zum einen frei Haus ein Lehrbuch-Beispiel geliefert für einen Begriff, der viele Menschen „triggert“:1 „Lifestyle-Teilzeit“. Allein diese Begrifflichkeit hat eine enorme Resonanzwelle ausgelöst und wird möglicherweise (in Kombination mit anderen Verunsicherungen bzw. Aufreger-Aussagen) seine Spuren hinterlassen bis hin zu den in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen.
Aber der Reihe nach.
Die Diskussion über Arbeitsunfähigkeit und telefonische Krankschreibungen reloaded
Zuweilen muss man zu dem Befund kommen, dass es so eine Art Wiedervorlagekalender gibt, der bereits durch das Dorf getriebene Themen nach einer gewissen Zeit wieder aufruft und für einen erneuten Moment in die öffentliche Berichterstattung verbunden mit einer eruptiven Debatte spült. Dabei ist es immer wieder faszinierend, wenn man dabei zur Kenntnis nehmen muss, das weite Teile der Medien und der politischen Akteure so tun, als ob da jetzt aber was wirklich ganz Neues gefunden und seziert wird.