Studien

… und weitere Materialien zu sozialpolitischen Themen

Verbraucherzentrale Bundesverband (2021): Reform der kapitalgedeckten Zusatzvorsorge nicht in der betrieblichen Altersversorgung verankern. Warum die betriebliche Altersversorgung in der Entgeltumwandlung für Verbraucher:innen ungeeignet ist, Berlin, November 2021

Sabrina Weller et al. (2021): Berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung: Wahrnehmung und Empirie. BIBB Report 2/2021, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2021

Cort-Denis Hachmeister (2021): Die Vielfalt der Studiengänge 2021. Entwicklung des Studienangebotes in Deutschland zwischen 2016 und 2021. CHE Impulse Nr. 6, Gütersloh: CHE gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung, 2021

Daniel Hechler, Theresa Hykel und Peer Pasternack (2021): Disziplinentwicklung der Kindheitspädagogik. Eine empirische Bestandsaufnahme anderthalb Jahrzehnte nach Einrichtung der neuen Studiengänge. WiFF-Studien Band 34, München: Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, (WiFF), 2021

Klaus-Peter Buss, Volker Baethge-Kinsky, Martin Kuhlmann und Harald Wolf (2021): Digitalisierung und Arbeit – eine Zwischenbilanz. Aktuelle Befunde der Digitalisierungsforschung am SOFI, Göttingen: Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI), Oktober 2021
»„Digitalisierung“ dient als Catch-all-Bezeichnung, mit der alles „total Neue“ der heutigen Arbeitsentwicklung assoziiert wird. In der Diskussion ist Digitalisierung oft mit einer Art Tunnelblick auf die Zukunft der Arbeit verbunden: „Digitale Technik“ treibt die große Transformation der Arbeit an, mit „disruptiven“ oder „inkrementellen“, in jedem Fall aber unvermeidlichen Folgen. Am Ende des Tunnels sehen wir nur noch das – lichte oder düstere – Bild der einen (nur noch) digitalen Zukunft der Arbeit.«

Björn Hacker (2021): Ungleiches Europa. Regionale Disparitäten in der EU überwinden, Stockholm: Friedrich-Ebert-Stiftung Nordische Länder, 2021
»Quer über den Kontinent ist eine doppelte soziale und räumliche Polarisierung zwischen wirtschaftlich entwickelten Zentren und peripheren Regionen entstanden, die sich in jeweils eigenen Zyklen in ihrer Entwicklung nach unten oder oben bestärken. Externe Faktoren wie struktureller Wandel, die Globalisierung oder schwere Wirtschaftskrisen befeuern die Divergenzen. Nötig ist der Wandel vom Wettbewerbs- und Wachstumsparadigma hin zu einer auf gleichwertige Lebensverhältnisse abzielenden integrierten europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik als Schutzfilter gegen globale Herausforderungen wie Pandemien oder den Klimawandel.«

Klara Kaufmann, Volker Kotte, Barbara Schwengler und Doris Wiethölter (2021): Regional unterschiedliche Beschäftigungsentwicklung von Helfertätigkeiten. IAB-Forschungsbericht Nr. 10/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Judith Kohlenberger, Milda Zilinskaite, Aida Hajro, Irini Vafiadis und Sabina Bikic (2021): Systemrelevant, aber unsichtbar: Arbeitsbedingungen migrantischer und geflüchteter Amazon-Zusteller*innen während der COVID-19-Pandemie. Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft Nr. 228, Wien: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, Oktober 2021

René Schaffert (Hrsg.) (2021): Berufskarrieren Pflege. Resultate einer Längsschnittstudie zum Berufseinstieg von diplomierten Pflegenden und Erkenntnisse aus einem kombinierten Datensatz zu diplomierten Pflegenden und Fachfrauen/Fachmännern Gesundheit, Zürich: ZHAW Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften, Institut für Gesundheitswissenschaften, Oktober 2021

Alexandra Mergener und Jacqueline Fank (2021): Arbeiten von zuhause aus: anerkannte Arbeitszeiten im Homeoffice oder unbezahlte Mehrarbeit? Unterschiede in Anerkennung und Ausmaß der von zuhause geleisteten Arbeitszeit nach ausgewählten Beschäftigtenmerkmalen, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2021
»Die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten, wird – nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie – von immer mehr Beschäftigten auf dem deutschen Arbeitsmarkt genutzt. Der Arbeitsortwechsel ersetzt allerdings nicht immer nur regulierte Präsenzzeiten im Betrieb, sondern wird auch verwendet, um zuhause unbezahlte Überstunden für den Arbeitgeber zu leisten. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wer bislang die Möglichkeit, zuhause zu arbeiten, nutzte, und differenziert dabei zwischen Homeoffice innerhalb der anerkannten Arbeitszeit und unbezahlter Mehrarbeit. Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen den Haushaltstypen, den Geschlechtern, der Qualifizierung, dem Einkommen sowie dem Innehaben einer Führungsposition Unterschiede in der Nutzung, Intensität und Regulierung bestehen.«

Christoph Richter, Maximilian Wächter, Jost Reinecke, Axel Salheiser, Matthias Quent und Matthias Wjst (2021): Politische Raumkultur als Verstärker der Corona-Pandemie? Einflussfaktoren auf die regionale Inzidenzentwicklung in Deutschland in der ersten und zweiten Pandemiewelle 2020, in: ZRex – Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung, Jg. 1, Heft 2/2021 – Online-Only-Beitrag, 1–39

Ursula Nothelle-Wildfeuer (2021): „Handle unternehmerisch!“. Sozialethische Anmerkungen zum Leitbild der Selbstoptimierung. Kirche und Gesellschaft Nr. 484, Mönchengladbach: Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle, November 2021
»Schneller, höher, weiter, fitter, kreativer, effizienter, attraktiver, klüger, nachhaltiger – mit solchen und vielen weiteren Komparativen dieser Art lässt sich umschreiben, was in Ratgeberliteratur vielfältiger Art seit den 1990er Jahren bis heute als Ziel für die individuell angestrebte Veränderung im Sinne von Verbesserung gesetzt und vorgegeben wird. Im geistes- und verhaltenswissenschaftlichen Diskurs wird dies seit einiger Zeit unter dem Stichwort der Selbstoptimierung verhandelt. Was bedeutet und welche Konsequenzen hat ein solches, zunächst auf das Individuum bezogenes Programm für die Gesellschaft und ihr Gemeinwohl? Was ist aus einer spezifisch christlich-theologischen Perspektive dazu zu sagen? Dem soll im Folgenden nachgegangen werden, zunächst im Sinne einer Skizze wesentlicher Elemente dieses Konzepts, sodann in kritischer Analyse aus sozialethischer und theologischer Perspektive, bevor dann ein kurzes Fazit gezogen wird.«

Martin Werding (2021): Demografische Alterung und öffentliche Finanzen. Wie geht es nach der Covid-19-Krise weiter?, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, November 2021
»Deutschland steht vor einer akuten Phase des demografischen Alterungsprozesses, durch die die aktuell aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bereits stark belasteten öffentlichen Finanzen weiter unter Druck geraten. So zeigen sich nach einem zuvor längerfristigen Trend zur Senkung der Schuldenstandsquote Rekordstände bei der Kreditaufnahme des Bundes zur Bekämpfung der Pandemie. Verschärfend kommt jetzt hinzu: Ab sofort – und bis etwa 2035 zunehmend beschleunigt – schlagen die Effekte der demografischen Alterung auf die öffentlichen Finanzen durch. Unsere Studie zeigt: Die belastenden Auswirkungen der demografischen Alterung auf die öffentlichen Finanzen lassen sich nur dann spürbar abmildern, wenn Maßnahmen zur Steigerung von Beschäftigung und Wachstum ergriffen und Anpassungen in der Rentenpolitik sowie im Gesundheits- und Pflegesystem vorgenommen werden.«

Geraldine Dany-Knedlik und Alexander Kriwoluzky (2021): Einkommensungleichheit in Deutschland sinkt in Krisenzeiten temporär, in: DIW Wochenbericht, Nr. 46/2021
»Erstmals untersucht die vorliegende Studie, wie sich die Einkommensungleichheit in Deutschland mit den Konjunkturzyklen in den vergangenen 40 Jahren verändert hat. Diese temporären Änderungen sind vor allem deswegen wichtig, weil sie entscheidend für eine wirksame und zielgerichtete Ausgestaltung struktureller Umverteilungsmaßnahmen und stabilisierender Wirtschaftspolitik sind. Es zeigt sich, dass die Einkommensungleichheit in Deutschland mit dem Konjunkturzyklus schwankt und zwar prozyklisch. So verringert sich die Brutto­ sowie die Nettoeinkommensungleichheit während Wirtschaftskrisen und steigt während Erholungsphasen. Dies liegt vor allem daran, dass die prozentualen Einkommensverluste beziehungsweise ­gewinne bei den zehn Prozent mit den höchsten Einkommen stärker ausfallen als bei Personen mit geringeren Einkommen. Stabilisierende wirtschaftspolitische Maßnahmen, die Einkommensverluste in Krisenzeiten abfedern wie das Kurzarbeitergeld, verstärken die Prozykliziät leicht und wirken in Krisenzeiten der Einkommensungleichheit entgegen. Die Prozyklizität der Einkommensungleichheit ist politisch also durchaus erwünscht und wirkt beispielsweise durch die Sozialversicherung von Geringverdienenden gegen negative Schocks wohlfahrtsmaximierend. Inwieweit der Anstieg der Einkommensungleichheit während Boomphasen dafür in Kauf genommen werden muss, ist allerdings bislang unklar.«

Bernd Fitzenberger, Christian Kagerl, Malte Schierholz und Jens Stegmaier (2021): Zeitnahe Daten in der Corona-Krise: Von der schwierigen Vermessung der Kurzarbeit. IAB-Kurzbericht, 24/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Kurzarbeit wurde in der Corona-Krise in bisher nicht gekannten Umfang genutzt und hat sich als zentraler Rettungsschirm für den Arbeitsmarkt erwiesen. Entsprechend groß war das öffentliche Interesse an zeitnahen Daten, die zunächst nur über Sondererhebungen in den Betrieben zu bekommen waren. Dabei zeigte sich allerdings, dass die Zahl der Kurzarbeitenden in solchen Betriebsbefragungen deutlich überschätzt wird. Die Autoren untersuchen, warum es dazu kommt und wie groß diese Überschätzung – gemessen an der später vorliegenden amtlichen Statistik – ist.«

Peter Kupka und Monika Senghaas (2021): Zur Einrichtung von unabhängigen Ombudsstellen für Erwerbslose im SGB-II-Bezug. Stellungnahme des IAB zum Antrag der Fraktion DIE LINKE in der Hamburger Bürgerschaft bei der Anhörung im Ausschusses für Soziales, Arbeit und Integration am 10.8.2021. IAB-Stellungnahme, 07/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Das IAB wurde gebeten, zu dem Antrag der Fraktion DIE LINKE in der Hamburger Bürgerschaft „In Zeiten der Pandemie endlich die dringend benötigten unabhängigen Ombudsstellen für Erwerbslose im SGB-II-Bezug einrichten“ im Rahmen der Anhörung des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Integration am 10.8.2021 Stellung zu nehmen. Da hierzu keine Studien des IAB vorliegen, beschränkt sich die Stellungnahme auf Erkenntnisse zu bestimmten Aspekten des Kontakts von Personen im Bezug von Grundsicherungsleistungen mit den Jobcentern. Erläutert werden folgende Aspekte: Erfahrungen von Leistungsberechtigten mit ihren Jobcentern anhand der Panelbefragung „Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung“ (PASS), Forschungsergebnisse zur Qualität der Beratung am Beispiel der Eingliederungsvereinbarung, Erfahrungen vulnerabler Leistungsberechtigter am Beispiel psychisch kranker Menschen im SGB II und Erfahrungen mit einer Ombudsstelle für ein Berliner Jobcenter. Abschließend wird geschlussfolgert, dass Ombudsstellen ein gewisses Potenzial für bestimmte Probleme und für bestimmte Leistungsberechtigte haben können. Aufgrund anderer Defizite in der Beratung und Betreuung – insbesondere hinsichtlich besonders vulnerabler Gruppen – bedürfe es jedoch neuer Konzepte des „Empowerment“ in den Jobcentern selbst.«

Ramona Kay, Jan Eckhard und Anna Tissot (2021): Digitales Lehren und Lernen im Integrationskurs. Herausforderungen und Potenziale aus der Sicht der Lehrkräfte. Working Paper 91, Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), 2021
»Das Working Paper 91 befasst sich mit den Erfahrungen der Integrationskurslehrkräfte hinsichtlich der Verwendung von digitalen Medien und Unterrichtsformen in den Integrationskursen während der COVID-19-Pandemie. Es zeigt auf, welche Vor- und Nachteile digitaler Unterrichtselemente von Lehrkräften wahrgenommen wurden und welche Voraussetzungen aus ihrer Sicht bestehen müssen, um digitale Medien und virtuelle Unterrichtsformate erfolgreich in den Integrationskursen anwenden zu können.«

Care Quality Commission (2021): The state of health care and adult social care in England 2020/21, London, October 2021

Helen Hickmann und Ruth Maria Schüler (2021): Die 20 lukrativsten Berufe für junge Fachkräfte. IW-Kurzbericht Nr. 85/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 2021
»Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen. Eine Auswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass Berufe im Metall- und Elektrobereich für junge Fachkräfte besonders lukrativ sein können.«

Rosa-Luxemburg-Stiftung (Hrsg.) (2021): Atlas der Versklavung. Daten und Fakten über Zwangsarbeit und Ausbeutung, Berlin, November 2021

Boris Augurzky, Sabine Finke und Celia Rothe (2021): Fair und versorgungsrelevant – Pflege richtig vergüten. Anreize für patientenindividuelle, gute Pflege und attraktive Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Impulspapier im Auftrag der AOK Rheinland-Hamburg, Essen: Institute for Health Care Business GmbH (hcb), Oktober 2021

Johannes Steffen (2021): Rentenanpassung 2022 – Rückkehr zum Nachholfaktor!? Ein »Elefant« wird zur »Mücke«, 11.11.2021

Florian Butollo und Jobst Gaus (2021): Digital Organizing. Potenziale neuer Technologien für gewerkschaftliche Organisationsmacht, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Oktober 2021

Vera Weghmann (2021): Daseinsvorsorge und Rekommunalisierung. Eine Handreichung, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Oktober 2021

Aline Zucco und Anil Özerdogan (2021): Verteilungsbericht 2021. Die Einkommenssituation und Abstiegsängste der Mittelschicht. WSI-Report Nr. 69, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), November 2021
»Die Einkommensungleichheit ist in den letzten Jahren leicht zurückgegangen, nicht zuletzt, weil vor allem die mittleren Einkommen seit 2014 stetig gestiegen sind. Was bedeutet das für die sogenannte Mittelschicht und deren Abstiegsängste, die in den letzten Jahrzehnten vielfach thematisiert worden sind? Der Verteilungsbericht zeigt, dass die positive konjunkturelle Entwicklung im letzten Jahrzehnt auch zu einer deutlichen Verringerung der ökonomischen Zukunftssorgen dieser Gruppe geführt hat. Deren ökonomische Stabilisierung und die damit verknüpfte Abnahme finanzieller und beruflicher Sorgen könnte aber durch die Covid-19-Krise gestoppt werden, weswegen es jetzt politischer Maßnahmen bedarf, die vor allem die stark von der Krise betroffenen Gruppen im Blick haben.«

Denise Becka et al. (2021): Herausforderungen für den Einsatz und die Nutzung digitaler Technologien für Alter(n) und Pflege, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen (IAT), November 2021

WSI (2021): Bundestagswahl: Soziale Themen mit hohem Stellenwert – Auswertung zeigt Profil von Personen, die kurzentschlossen SPD wählten, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), 09.11.2021

Bundesagentur für Arbeit (2021): Situation am Ausbildungsmarkt, Nürnberg, November 2021
»Die Lage am Ausbildungsmarkt war im Beratungsjahr 2020/21 weiterhin stark von den Folgen der Pandemie-Maßnahmen geprägt. Von Oktober 2020 bis September 2021 ist vor allem die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich zurückgegangen. Ebenso ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen weiter gesunken, wenngleich nicht mehr so stark wie im letzten Jahr. Insgesamt waren zwar wie in den Vorjahren mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet. Auf Bewerberseite muss aber berücksichtigt werden, dass viele Meldungen unterblieben sind, weil die gewohnten Zugangswege zur Berufsberatung eingeschränkt waren und durch digitale Angebote nicht vollständig ersetzt werden konnten. Deshalb dürfte die gemeldete Bewerberzahl das tatsächliche Ausbildungsinteresse nur unzureichend widerspiegeln. Mit den Lockerungen der Pandemiebeschränkungen ist ab dem Frühsommer eine leichte Aufhellung im Vergleich zum letzten Berichtsjahr sichtbar. Der Anteil unversorgter Bewerberinnen und Bewerber ist leicht gesunken. Meldungen der Kammern über eine etwas höhere Zahl von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr unterstreichen die leichte Besserung. Trotzdem bleiben die Ergebnisse insgesamt erheblich hinter denen vor der Pandemie zurück.«

Axel Plünnecke (2021): Inder haben die höchsten Medianlöhne in Deutschland. IW-Kurzbericht, Nr. 83, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 2021
»Seit 2012 hat die qualifizierte Zuwanderung aus Drittstaaten stark zur Fachkräftesicherung in den akademischen Berufen beigetragen. In der Folge ist zu beobachten, dass der Medianmonatslohn von allen in Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigten Indern in Deutschland mit 4.824 Euro fast 1.300 Euro über dem entsprechenden Medianwert der Deutschen in Höhe von 3.541 Euro liegt. In akademischen MINT-Berufen liegen die Medianlöhne von Indern im Alter zwischen 25 und unter 45 Jahren mit 5.276 Euro etwa auf dem Niveau der Deutschen mit 5.207 Euro.«

Norbert Arnold (2021): Wissenschaftliche Politikberatung. Erfahrungen aus der Corona-Pandemie. Analysen & Argumente Nr. 459, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, November 2021

Sebastian Borchmeyer (2021): Die Suche nach einer post-pandemischen Sozialordnung, New York: Konrad-Adenauer Stiftung, Oktober 2021 

Jochen Roose (2021): Wenn es Nacht wird in Deutschland. Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zu Kriminalitätsangst und der Akzeptanz von Maßnahmen gegen Kriminalität, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, Oktober 2021

Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI)/Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) (2021): 60 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei. Interviews mit Zeitzeuginnen zu 60 Jahren in der neuen Heimat, Berlin 2021

Thomas Haipeter, Fabian Hoose und Sophie Rosenbohm (2021): Arbeitspolitik im Zeichen der Digitalisierung. IAQ-Report 2021-09, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), 2021
»Die Digitalisierung ist eine zentrale Herausforderung für arbeitspolitische Interventionen der Gestaltung, Organisation und Regulierung von Arbeit. Die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle als Enabler von Veränderungen, sie ist aber zumeist nicht die determinierende Kraft. Daneben bestehen andere Probleme der Arbeitspolitik mit je eigenen Ursachen fort. Es gibt Initiativen zur Einflussnahme auf die Gestaltung der gewandelten Arbeitswelt, aber Gestaltungsanspruch und strategisches Handlungsvermögen müssen in Einklang gebracht werden. Arbeitspolitik in Zeiten der Digitalisierung muss nicht nur darauf ausgerichtet werden, neue Themen zu entwickeln, sondern auch darauf, die Handlungsfähigkeit der Akteure der Arbeitspolitik zu stärken.«

Deutsches Aktieninstitut/Verbraucherzentrale Bundesverband (2021): Kapitalgedeckte Altersvorsorge mit Aktien! 120 Jahre Aktien und Staatsanleihen im Renditevergleich. Hintergrundpapier des Deutschen Aktieninstituts und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) in Zusammenarbeit mit dem FINVIA Family Office, Frankfurt am Main/Berlin, November 2021

Bernhard Boockmann et al. (2021): Meta-Studie: Covid-19-Pandemie und betriebliche Anpassungsmaßnahmen. Begleitforschung für die Arbeitsweltberichterstattung. Forschungsbericht 580/4, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), 2021

IZA et al. (2021): Begleitevaluation der arbeitsmarktpolitischen Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete. Schlussbericht. Forschungsbericht 587, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, November 2021
»Dieser Schlussbericht präsentiert wissenschaftliche Erkenntnisse über Umsetzung, Inanspruchnahme, Wirkungen und Wirtschaftlichkeit der arbeitsmarktpolitischen Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete. Es werden die Fragen beantwortet, wie effektiv und effizient die zentralen Maßnahmen der Arbeitsförderung in den Rechtskreisen SGB II und SGB III für Personen im Kontext von Fluchtmigration im Hinblick auf ihre Arbeitsmarktintegration und soziale Teilhabe sind, und welche Faktoren, wie etwa Sprachförderung und individuelle und lokale Kontextfaktoren, die Maßnahmenwirksamkeit verstärken oder hemmen. Die kausalanalytisch angelegte Auswertung administrativer Daten wird durch die Untersuchung von Befragungsdaten und eine umfassende Implementationsanalyse ergänzt. Aus den empirischen Erkenntnissen abgeleitete Handlungsempfehlungen geben schließlich Impulse, um die Organisation, Prozesse und Rahmenbedingungen der arbeitsmarktpolitischen Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete so zu gestalten, dass ihre positiven Wirkungen weiter verstärkt werden können.«

Dirk Löhr (2021): Der Teufel im Detail. Zur neuen Wohnungsgemeinnützigkeit, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2021

Matthias M. Mayer (2021): Fachkräfteengpässe und Zuwanderung aus Unternehmenssicht in Deutschland 2021: Stärkerer Anstieg als im Vorjahr angenommen, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, November 2021
»66 Prozent der befragten Unternehmen berichten aktuell von Fachkräfteengpässen. Im Vorjahr hatten nur 54 Prozent damit gerechnet, dieses Jahr Engpässe zu haben. Diese betreffen vor allem Personen mit Berufsausbildung. Die Rekrutierung ausländischer Fachkräfte spielt weiterhin eine untergeordnete Rolle. Allerdings gibt es Hinweise, dass die Hürden in der Fachkräftezuwanderung Schritt für Schritt abgebaut werden.«

Victoria Basualdo, Hugo Dias, Mirko Herberg, Stefan Schmalz, Melisa Serrano und Kurt Vandaele (2021): Kollektive Interessenvertretung im digitalen Kapitalismus. Alte und neue Arbeitskämpfe, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Oktober 2021

Thomas Groos und Katharina Knüttel (2021): Sozialindizes für Schulen. Kommunale Perspektiven, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Oktober 2021

Dorothea Lemke, Pascal Nohl-Deryk und Antje Erler (2021): Gesundheitliche Versorgung in Hessen. Bestandsaufnahme und Perspektiven, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2021

Johannes Geyer, Peter Haan, Hannes Kröger und Maximilian Schaller (2021): Pflegebedürftigkeit hängt von der sozialen Stellung ab, in: DIW Wochenbericht, Nr. 44/2021
»Ärmere Personen haben eine deutlich geringere Lebenserwartung als Personen mit höheren Einkommen. Dieser Wochenbericht zeigt auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels, dass sie zudem häufiger und früher pflegebedürftig werden. Gleiches gilt für Arbeiter und Arbeiterinnen im Vergleich zu Beamten und Beamtinnen sowie für Menschen mit hohen Arbeitsbelastungen im Vergleich zu Personen mit niedrigen beruflichen Belastungen. Das Risiko der Pflegebedürftigkeit wird also entscheidend durch Gesellschaft, Einkommen und Arbeitswelt beeinflusst. Um diese Ungleichheit zu reduzieren, sind sozialpolitische Reformen notwendig. Denn die bestehenden sozialen Sicherungssysteme kompensieren diese ungleichen Belastungen nur teilweise. Eine nachhaltige Politik muss schon in der Erwerbsphase ansetzten und dort Belastungen reduzieren, sodass das Pflegerisiko präventiv verringert wird. Um die Ungleichheit kurzfristig zu reduzieren, sollten die privaten Zuzahlungen gesenkt und stärker vom verfügbaren Einkommen abhängig gemacht werden. Zielführend ist auch eine Bürgerversicherung, also die Verbindung von privater und gesetzlicher Pflegeversicherung, da das Pflegerisiko von Menschen mit privater Pflegeversicherung deutlich geringer ist.«

Karl Blum und Sabine Löffert (2021): Umfrage Oktober 2021: Abwanderungen aus der Intensivpflege, Düsseldorf: Deutsches Krankenhausinstitut (DKI), 29.10 2021

Karol Florek (2021): Resilience of the Long-Term Care Sector. Early Key Lessons Learned, Brussels: European Federation of Public Service Unions (EPSU), October 2021

Yvonne Lott und Elke Ahlers (2021): Flexibilisierung der Arbeitszeit: Warum das bestehende Arbeitszeitgesetz und eine gesetzliche Arbeitszeiterfassung wichtig sind. WSI Report Nr. 68, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), November 2021
»Eine weitreichende Flexibilisierung der Arbeitszeit wird von verschiedenen politischen Akteuren gefordert. Anhand des nationalen und internationalen Forschungsstandes zeigt dieser Report, welche positiven, aber auch negativen Folgen flexible Arbeitszeiten (inklusive Homeoffice bzw. mobile Arbeit) für die Gesundheit und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben haben können. Dabei wird deutlich: Das bestehende Arbeitszeitgesetz ist für eine gesunderhaltende und vereinbarkeitsfreundliche Flexibilisierung der Arbeitszeit notwendig. Anhand von Ergebnissen der fünften Welle der HBS-Erwerbspersonenbefragung zeigt der Report, dass arbeitsorganisatorische Rahmenbedingungen im Betrieb wie eine unzureichende Personaldecke, häufige Projekt- und Teamarbeit und knappe Deadlines mit einer schlechteren Erholung von der Arbeit einhergehen. Eine Arbeitszeiterfassung im Homeoffice kann hingegen die Erholung fördern.«

Ulrich Walwei and Jürgen Deller (2021): Labor Market Participation of Older Workers in International Comparison. IAB Discussion Paper 16/2021, Nürnberg: Institute for Employment Research of the Federal Employment Agency, 2021
»Der Beitrag beschäftigt sich aus einer international vergleichenden Perspektive mit Treibern und Hemmnissen der Arbeitsmarktpartizipation von Älteren. Der Fokus der Studie richtet sich auf Länderbeispiele, die prototypisch für bestimmte Kontexte stehen. Ausgehend von unterschiedlichen Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und wohlfahrtsstaatlichen Regulierungen in Europa und benachbarten Ländern wurden mit Deutschland, Israel, Italien und Schweden vier Länder ausgewählt, in denen der Entwicklung und Situation älterer Beschäftigter am Arbeitsmarkt nachgegangen wird. Jedes der ausgewählten Länder steht für eine spezifische Konstellation, sei es, dass eine Trendwende erreicht wurde, ein langfristig hoher Beschäftigungsstand realisiert werden konnte oder anhaltende Probleme zu beobachten sind. Die Fallbeispiele befassen sich u.a. mit rentenpolitischen Reformen sowie arbeitsmarktpolitischen Ansätzen zum Management alternder Belegschaften. Sie zeigen, dass es keinen Königsweg zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation Älterer gibt. Unabhängig von staatlichen Politiken kommt der Entwicklung der Beschäftigungsfähigkeit über den Lebenszyklus große Bedeutung bei. Mit Blick auf zukünftige Entwicklungen sind geeignete betriebliche Praktiken für das Management alternder Belegschaften unverzichtbar. Entscheidend sind dabei insbesondere Initiativen, die auf ein lebenslanges Lernen und ein gesundes Arbeitsumfeld zielen.«

Institut der deutschen Wirtschaft  (IW) (2021): Pensionsrückstellungen im Niedrigzinsumfeld, München: Stiftung Familienunternehmen, Oktober 2021
»Die Familienunternehmen in Deutschland brauchen andere Rechnungszinsen für die Bildung von Pensionsrückstellungen. Der seit Jahrzehnten geltende Zinssatz von 6 Prozent im Steuerrecht sollte auf ein marktkonformes Niveau gesenkt werden. Für die Handelsbilanz wäre ein fester Zinskorridor empfehlenswert. Das ist das Ergebnis der Studie der Stiftung Familienunternehmen, verfasst vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW).«

Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (2021): Forderungen des Deutschen Hospiz-und PalliativVerbands für die 20. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages, Berlin, Oktober 2021

Maximilian Joseph Blömer, Simon Litsche und Andreas Peichl (2021): Gutachten zum Reformvorschlag „Kindergrundsicherung“. ifo Forschungsberichte 124, München: ifo Institut, 2021
»Dieses Gutachten untersucht einen Reformvorschlag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Einführung einer Kindergrundsicherung. Ziel des Reformvorschlags ist es, Familien materiell besser zu stellen und die Bezugsmöglichkeiten von Leistungen zu vereinfachen. Kernelemente des Reformvorschlages umfassen zum einen eine Zusammenlegung von derzeit verschiedenen Transferleistungen für Familien in eine Kindergrundsicherung. Im Zuge dessen werden die kinderbezogenen Leistungen vom Arbeitslosengeld II entkoppelt. Zum anderen beinhaltet das Konzept eine allgemeine Anhebung der Leistungshöhe im niedrigen und mittleren Einkommensbereich. Der Reformvorschlag bietet insbesondere für Familien mit Kindern in den unteren Einkommensdezilen signifikante Verbesserungen hinsichtlich des verfügbaren Haushaltseinkommens. Damit lässt sich auch das Armutsrisiko deutlich reduzieren. Negative Arbeitsangebotseffekte tragen zu den hohen Kosten des Reformvorschlags bei. Bei der Ausgestaltung des Reformvorschlages ergeben sich Gestaltungsspielräume bei der Höhe einer  Abschmelzgrenze sowie einer Abschmelzrate. Die negativen Arbeitsanreize fallen bei geringerer Transferentzugsrate und höherer Abschmelzgrenze verhältnismäßig schwächer aus.«

Joachim Ragnitz, Felix Rösel, Thum Marcel und Martin Werding (2021): Die teure Bilanz der Rentenpakete der vergangenen Jahre, in: ifo Dresden berichtet, Nr. 5/2021
»Wir präsentieren eine aktuelle Simulationsrechnung der Rentenfinanzen bis zum Jahr 2050. Die Rentenpakete der vergangenen Jahre verdoppeln in den nächsten zehn Jahren die altersbedingten Zusatzlasten für die Rentenversicherung. Die Fortführung der doppelten Haltelinie nach 2025 würde für den Bundeshaushalt und damit die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu einer zusätzlichen Belastungsprobe werden. Bei einer reinen Finanzierung über die Mehrwertsteuer müsste deren Normalsatz dann bis 2050 von heute 19% auf rund 30% steigen.«

Netzwerk Gerechte Rente (2021): Für eine gerechte Altersversorgung: Auf die starke Gesetzliche Rente setzen, Berlin: DGB, Oktober 2021
Das Netzwerk Gerechte Rente ist ein Zusammenschluss aus dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), dem Paritätischen Gesamtverband, dem Sozialverband VdK Deutschland, dem Sozialverband Deutschland (SoVD), der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands und der Volkssolidarität.

René Schaffert (Hrsg.) (2021): Berufskarrieren Pflege. Resultate einer Längsschnittstudie zum Berufseinstieg von diplomierten Pflegenden und Erkenntnisse aus einem kombinierten Datensatz zu diplomierten Pflegenden und Fachfrauen/Fachmännern Gesundheit, Zürich: ZHAW Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften, Institut für Gesundheitswissenschaften, Oktober 2021

Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (2021): Anregungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. für Koalitionsverhandlungen der 20. Legislaturperiode, Berlin, Oktober 2021

Toralf Pusch (2021): 12 Euro Mindestlohn. Deutliche Lohnsteigerungen vor allem bei nicht tarifgebundenen Beschäftigten. Policy Brief WSI Nr. 62, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Oktober 2021

Henner Wolter (2021): Arbeitsrecht bei Umstrukturierung von Betrieben und Unternehmen. Resultate der Privatautonomie. HSI-Schriftenreihe Bd. 40, Frankfurt am Main: Hugo Sinzheimer Institut für Arbeits- und Sozialrecht (HSI), 2021
Umstrukturierungen sind in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Henner Wolter stellt die praktischen und arbeitsrechtlichen Konsequenzen für Beschäftigte dar, ordnet sie in einen Gesamtzusammenhang ein und stellt die gegenwärtige Rechtslage auf den Prüfstand des höherrangigen Rechts.

Hagen Lesch, Helena Schneider und Christoph Schröder (2021): Anpassungsverfahren beim gesetzlichen Mindestlohn. Argumente gegen eine politische Lohnfindung, in: List Forum für Wirtschafts- und Finanzpolitik, online first, Oktober 2021
»Die Mindestlohnkommission entscheidet alle zwei Jahre über eine Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns. Bisher orientierte sie sich dabei nachlaufend an der Tariflohnentwicklung. Das trug dazu bei, dass der Arbeitsmarkt den staatlichen Eingriff in die Lohnfindung gut verkraftete und die Tarifparteien trotz einer Beschränkung ihres Handlungsspielraums weiterhin gewillt sind, die Entgelte autonom auszuhandeln. Der Bundesarbeitsminister kündigte jedoch an, den Mindestlohn rasch auf 12 € je Stunde erhöhen zu wollen. Außerdem soll das Anpassungsverfahren beim gesetzlichen Mindestlohn verändert werden und bei der weiteren Entwicklung 60 % des Medianeinkommens (Living Wage) als Referenzgröße dienen. Mit einem solchem Systemwechsel, durch den der Staat dreimal so stark in das Tarifsystem eingreifen würde wie mit der Einführung des Mindestlohns 2015, würde die Tarifautonomie noch deutlicher eingeschränkt. Der Blick auf Frankreich und das Vereinigte Königreich zeigt, dass ein solcher Systemwechsel hin zu einem Living Wage durch Lohnsubventionen flankiert wird. Deshalb müsste bei der Diskussion über einen Systemwechsel beim Mindestlohn in Deutschland auch darüber gesprochen werden, ob die bisherigen Sozialleistungssysteme geändert werden müssen.«

Hagen Lesch, Helena Schneider und Christoph Schröder (2021): Mindestlohnanpassung und Living Wage. Was kann Deutschland von Frankreich und dem Vereinigten Königreich lernen? IW-Analyse Nr. 145, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Oktober 2021

Alexander Burstedde (2021): LKW-Fahrer werden auch in Deutschland knapp. IW-Kurzbericht Nr. 80, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Oktober 2021
»Nach dem Mindestlohngesetz hat die Mindestlohnkommission die Aufgabe, alle zwei Jahre über eine Anpassung des Mindestlohns zu entscheiden. Neben einer Gesamtabwägung soll sie sich dabei nachlaufend an der Tariflohnentwicklung orientieren. Dieses Regelbindungselement hat sich bewährt. Das Tarifsystem geriet zwar in einigen Branchen mit niedrigem Lohnniveau unter Anpassungsdruck. Das Tarifgeschehen wurde aber nicht nachhaltig negativ beeinflusst. Die vom Bundesarbeitsminister vorgeschlagene Änderung des Anpassungsmechanismus, der eine Orientierung des Mindestlohns am Medianeinkommen vorsieht, würde diesen Erfolg gefährden und tief in die Tarifautonomie eingreifen. Erfahrungen aus Frankreich und dem Vereinigten Königreich zeigen, dass eine Umgestaltung des Mindestlohns zu einem sogenannten Living Wage (existenzsichernden Lohn) Lohnsubventionen für Unternehmen notwendig machen würde, um negative Beschäftigungseffekte zu vermeiden. Dies sollte – ebenso wie die daraus resultierenden fiskalischen Lasten – in der politischen Debatte thematisiert werden. Zudem sollte berücksichtigt werden, dass die Einführung eines Living Wage im Vereinigten Königreich im Jahr 2016 vor dem Hintergrund eines günstigen ökonomischen Umfelds auf den Weg gebracht wurde und bei ungünstiger Entwicklung eine Notbremse („Emergency Break“) gezogen werden kann.«

ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik und infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft (2021): Studie zu einem transparenten und zukunftsfähigen Entgeltsystem für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten für behinderte Menschen und deren Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Erster Zwischenbericht. Forschungsbericht 586, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Oktober 2021
»Die Studie dient dazu, ein transparentes, nachhaltiges und zukunftsfähiges Entgeltsystem in Werkstätten für behinderte Menschen zu entwickeln. Es wird auch untersucht, wie Übergange auf den allgemeinen Arbeitsmarkt verbessert werden können. Der erste Zwischenbericht enthält eine Auswertung der rechtswissenschaftlichen und sozialpolitischen Diskussion sowie den ersten Teil des rechtlichen Rahmens, der sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention und aus dem Europarecht ergibt. Weiterhin enthält er Berechnungen zur Einkommenssituation von Werkstattbeschäftigten unter Berücksichtigung möglicher Kombinationen mit Grundsicherung und Erwerbsminderungsrenten sowie Modellrechnungen zu einigen Alternativvorschlägen. Schließlich wird über den Stand der Vorbereitung der Befragungen von Werkstattleitungen und Werkstattbeschäftigten berichtet.«

Herbert Brücker, Christoph Deuster, Tanja Fendel, Philipp Jaschke, Sekou Keita und Teresa Freitas-Monteiro (2021): Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan: Erfahrungen aus der Vergangenheit und erste Einschätzungen der Folgen für Migration und Integration. IAB-Forschungsbericht Nr. 9/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 42-43/2021: Gefängnis
»In Deutschland fallen der Strafvollzug und mit ihm die rund 200 Justizvollzugsanstalten in die Regelungskompetenz der Bundesländer. Den 16 Landesstrafvollzugsgesetzen gemeinsam ist das Ziel der Resozialisierung: Die Gefangenen sollen dazu befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung zu leben, ohne erneut straffällig zu werden. Wie gut das gelingt, wird im Lichte von Rückfallstatistiken immer wieder kritisch diskutiert – bis hin zu Forderungen, Gefängnisse abzuschaffen. Was soll, was kann und was darf der Staat mit der Verhängung einer Freiheitsstrafe leisten?« 

Thomas Klie, Hartmut Remmers und Arne Manzeschke (2021): Corona und Pflege: lessons learned. Zur Lage der Pflege in einer gesundheitlichen und gesellschaftlichen Krisensituation, Berlin: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), August 2021

Johannes Geyer und Ralf Himmelreicher (2021): Entgeltumwandlung im Jahr 2018: Wer nutzt sie in welchem Umfang? Discussion Papers 1977, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 2021

Bernhard Emunds, Eva Kocher, Simone Habel, Rebekka Pflug, Theresa Tschenker, Verena von Deetzen (2021): Gute Arbeit für Live-In-Care. Gestaltungsoptionen für Praxis und Politik, St. Georgen und Frankfurt (Oder): Nell-Breuning Institut und Center for Interdisciplinary Labour Law Studies, 2021
»Die politische Gestaltung der Live-In-Care ist eine der wichtigsten pflegepolitischen Aufgaben der neuen Legislaturperiode. Gegenstand des Policy Papers sind zum einen Perspektiven für eine Weiterentwicklung dieser besonderen Form häuslicher Pflege und Betreuung durch die Vermittlungsagenturen. Zum anderen wird aber auch ein Vorschlag für eine politische Gestaltung der Praxis durch die deutsche Pflegepolitik gemacht: Wie kann diese Form der Betreuung im Sinne guter Arbeit durch Regulierung, konditionierte Förderung und durch ergänzende Maßnahmen wie den Aufbau von Beratungsstrukturen weiterentwickelt werden?«

DGB (2021): Forderungskatalog für Gute Saisonarbeit. Fokus: Landwirtschaft, Berlin: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Oktober 2021

Nils Backhaus, Louisa-Katharina Stein und Ines Entgelmeier (2021): Arbeitszeiterfassung und Flexibilität. Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2019, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), 2021
»Im Mai 2019 hat der EuGH die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, Arbeitgeber zu verpflichten, ein „objektives, verlässliches und zugängliches System zur Arbeitszeiterfassung“ einzurichten, das die tägliche Arbeitszeit, die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden (inklusive Überstunden) und ihre zeitliche Verteilung misst. Aus der Perspektive des Arbeitsschutzes ist die Erfassung der Arbeitszeit zudem wichtig, um Expositionszeiten nachzuhalten, zeitliche Entgrenzung (insbesondere Überstunden und Mehrarbeit) zu vermeiden und Erholung zu gewährleisten. Während Kritiker einer Arbeitszeiterfassung Einschränkung der Flexibilität für Beschäftigte anführen, zeigen die Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2019, dass eine Erfassung der Arbeitszeit, insbesondere bei der Arbeit von zuhause, nicht nur mit weniger zeitlicher Entgrenzung, sondern auch mit mehr Flexibilität für Beschäftigte einhergeht.«

Detlef Fickermann, Benjamin Edelstein, Julia Gerick und Kathrin Racherbäumer (Hrsg.) (2021): Schule und Schulpolitik während der Corona-Pandemie: Nichts gelernt?, DDS Die Deutsche Schule Beiheft,  Band 18, Münster/New York: Waxmann, 2021

Katharina Werner and Ludger Woessmann (2021): The Legacy of Covid-19 in Education. CESifo Working Paper No. 9358, Munich: CESifo, 2021
»If school closures and social-distancing experiences during the Covid-19 pandemic impeded children’s skill development, they may leave a lasting legacy in human capital. To understand the pandemic’s effects on school children, this paper combines a review of the emerging international literature with new evidence from German longitudinal time-use surveys. Based on the conceptual framework of an education production function, we cover evidence on child, parent, and school inputs and students’ cognitive and socio-emotional development. The German panel evidence shows that children’s learning time decreased severely during the first school closures, particularly for low-achieving students, and increased only slightly one year later. In a value-added model, learning time increases with daily online class instruction, but not with other school activities. The review shows substantial losses in cognitive skills on achievement tests, particularly for students from disadvantaged backgrounds. Socio-emotional wellbeing also declined in the short run. Structural models and reduced-form projections suggest that unless remediated, the school closures will persistently reduce skill development, lifetime income, and economic growth and increase inequality.«

Julia Freuding und Johanna Garnitz (2021): Ausbilden während der Covid-19-Pandemie – Hürden für Betriebe und Auszubildende, in: ifo Schnelldienst, Heft 10/2021
»Das ifo Institut befragt im Auftrag von Randstad Deutschland quartalsweise über 1 000 deutsche Personalleiter*innen. Im dritten Quartal 2021 wurde unter anderem nach der Ausbildungssituation während der Covid-19-Pandemie gefragt. Bei erfolgreichem Abschluss übernahmen drei von vier Unternehmen ihre Auszubildenden. Zwei von drei Ausbildungsbetrieben berichteten für das aktuelle Ausbildungsjahr 2021/2022 über Schwierigkeiten bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze. Rund 14% der ausbildenden Firmen konnten keine ihrer Ausbildungsstellen besetzen.«

DGB-Bezirk Berlin-Brandenburg (2021): Gute Arbeit statt Niedriglöhne in Berlin und Brandenburg, Berlin, 22.09.2021

Eurofound and European Commission Joint Research Centre (2021): What just happened? COVID-19 lockdowns and change in the labour market, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2021

Thomas Rauschenbach, Christiane Meiner-Teubner, Melanie Böwing-Schmalenbrock und Ninja Olszenka (2021): Plätze. Personal. Finanzen. Bedarfsorientierte Vorausberechnungen für die Kindertages- und Grundschulbetreuung bis 2030. Teil 2: Ganztägige Angebote für Kinder im Grundschulalter, Dortmund: Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2021

Laura Menze, Malte Sandner, Silke Anger, Reinhard Pollak und Heike Solga (2021): Jugendliche aus Förderschulen mit Schwerpunkt „Lernen“: Schwieriger Übergang in Ausbildung und Arbeitsmarkt. IAB-Kurzbericht, 22/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»In Deutschland wird ein vergleichsweise hoher Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an separaten Förderschulen unterrichtet. Dort erreichen die jungen Menschen häufig keinen Schulabschluss und gehören damit zu einer am Arbeitsmarkt vulnerablen Gruppe. Deshalb wird in dem Kurzbericht untersucht, ob und wie diesen Jugendlichen der Zugang in Ausbildung und zum Arbeitsmarkt gelingt. Die Ergebnisse zeigen: Jugendliche von Förderschulen mit dem Schwerpunkt ‚Lernen‘ finden seltener Zugang zu einer Ausbildung und erwerben bis zum Alter von 20 Jahren seltener einen Ausbildungsabschluss als Jugendliche von Regelschulen, selbst wenn sie einen vergleichbaren Schulabschluss haben.«

Zum Zustand der Pflegewissenschaft in Deutschland. Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag, Bundestags-Drucksache 19/32662, 08.10.2021

Deutsches Institut für Altersvorsorge (2021): Was für Sparer übrig bleibt. Überprüfung der Renten geförderter Altersvorsorge nach Rendite, Kosten, Förderung und Besteuerung, Berlin 2021
➔ dazu: Welche Förder-Rente liegt im Nettovergleich vorn?

Marcel Helbig, Sebastian Steinmetz, Michael Wrase und Ina Döttinger (2021): Mangelhafte Umsetzung des Rechts auf inklusive Bildung. Bundesländer verstoßen gegen Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention. WZBrief Bildung 44, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), September 2021

Lewe Bahnsen und Frank Wild (2021): „Bürgerversicherung“ oder Finanzausgleich? Keine Lösungen für die demografischen Herausforderungen in der Pflege, Köln: WIP – Wissenschaftliches Institut der PKV, Oktober 2021
»Der Begründungsansatz für die Forderungen nach einer Pflegebürgerversicherung oder einen Finanzausgleich zwischen der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) und der Privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) greift zu kurz. Das PPV-Kollektiv altert deutlich schneller als das SPV-Kollektiv, so dass der Anteil von Pflegebedürftigen mittelfristig in der PPV höher sein wird als in der SPV. Bis 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen in der SPV um 13 Prozent, in der PPV dagegen um 74 Prozent steigen. Privatversicherte Pflegebedürftige sind zudem teure Pflegefälle. Bereits jetzt weist die PPV je Pflegebedürftigen um gut 18 Prozent höhere Leistungsausgaben auf. Während aber die PPV mit ihren Alterungsrückstellungen für die demografische Entwicklung gezielt vorsorgt, geschieht das im Umlageverfahren nicht. Die Studie kommt damit zu dem Fazit, dass die Etablierung eines Systems, welches PPV-Versicherte in die Finanzierung der SPV einbezieht, nicht nachhaltig ist und sogar fatal für die SPV wäre.«

Günter Neubauer, Christof Minartz und Frank Wild (2021): Ambulant-ärztliche Versorgung. Ein Blick ins westeuropäische Ausland, Köln: WIP – Wissenschaftliches Institut der PKV, September 2021
»Die Studie vergleicht die ambulant-ärztliche Versorgung in Deutschland mit der in Frankreich, der Schweiz und in Österreich. Es wird deutlich, dass die Versicherungs- und Vergütungsdualität in Deutschland im internationalen Vergleich sowohl der medizinischen Versorgung der Menschen als auch dem Verbraucher- und Patientenschutz dient. In den betrachteten Nachbarländern verfügen die privatrechtlich praktizierenden niedergelassenen Ärzte vergleichsweise frei über die Vergütungshöhe. Damit fehlt es dort an einer entsprechenden regulativen Vergütungsordnung, die einerseits bei den Ärzten die Angemessenheit der Vergütung sicherstellt und andererseits die Patienten und Verbraucher vor zu hohen Preisen schützt. Die Studie verdeutlicht auch, dass Deutschland mit Blick auf die Diskussion um eine Zwei-Klassen-Medizin in der ambulanten Versorgung sehr gut abschneidet. Die oft in der Öffentlichkeit diskutierten Wartezeiten auf einen Arzttermin sind im internationalem Vergleich – unabhängig vom Einkommen – die kürzesten.«

Jörg Heining, Oskar Jost, Anja Rossen, Duncan Roth und Antje Weyh (2021): Regionale Arbeitsmarktprognosen 2021/2022: Viele Regionen erreichen 2022 wieder Vorkrisenniveau. IAB-Kurzbericht 21/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Théo Bourgeron, Caroline Metz und Marcus Wolf (2021): Private-Equity-Investoren in der Pflege. Eine Studie über das Agieren von Private-Equity-Investoren im Pflegebereich in Europa, Berlin: Finanzwende/ Heinrich-Böll-Stiftung, 2021

Wido Geis-Thöne (2021): In Europa entwickeln sich die Bevölkerungen im erwerbsfähigen Alter unterschiedlich. Eine Analyse der demografischen Strukturen in den 27 EU-Ländern, IW-Report, Nr. 38, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Oktober 2021

Larissa Pfaller und Mark Schweda (2021): Erfolgreiches = gesundes = gutes Altern? Altersbilder und Prämissen gerontologischer und sozialpolitischer Altersdiskurse in Deutschland, Erlangen/Oldenburg 2021

Daniel Hlava und Thomas Klebe (2021): Mindesthonorare für Soloselbstständige. Politische Gestaltungsansätze und rechtliche Rahmenbedingungen, Bonn: Friedrich­Ebert­Stiftung, Oktober 2021
»Die Situation Soloselbstständiger ist oftmals prekär. Geringe Nettoeinkommen und unzureichende soziale Absicherung stellen nicht nur eine individuelle Belastung, sondern auch eine Herausforderung für den Sozialstaat dar. Politik und Gewerkschaften haben daher unterschiedliche Vorschläge unterbreitet, um Mindesthonorare, Kollektivverträge von Soloselbstständigen und deren stärkere Einbeziehung in die Sozialversicherung zu ermöglichen. Der vorliegende Beitrag skizziert den Stand der Debatte, stellt einen Vorschlag zur Regelung von Mindesthonoraren für Soloselbstständige vor und bewertet die rechtlichen Rahmenbedingungen.«

BMFSFJ (2021): Kinder, Haushalt, Pflege – wer kümmert sich? Ein Dossier zur gesellschaftlichen Dimension einer privaten Frage, Berlin: Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Oktober 2021

Maximilian Blömer, Przemyslaw Brandt und Andreas Peichl (2021): Raus aus der Zweitverdienerinnenfalle. Reformvorschläge zum Abbau von Fehlanreizen im deutschen Steuer- und Sozialversicherungssystem, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Oktober 2021

➔ dazu: Raus aus der Zweitverdienerinnenfalle: Reform des Ehegattensplittings und der Minijobs brächte mehr als 100.000 Jobs für Frauen (13.10.2021)

Arnt von Bodelschwingh, Katharina Enders, Jochen Lang und Dirk Löhr (2021): Bezahlbare Wohnungen sichern. Sozialer Wohnungsbau, Wohnungsgemeinnützigkeit und Gemeinwohlwohnungen, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, September 2021

Andreas Storm (Hrsg.) (2021): Pflegereport 2021. Junge Menschen und Pflege. Einstellungen und Erfahrungen nachkommender Generationen. Beiträge zur Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung Band 35. DAK-Gesundheit, Hamburg/Freiburg, Oktober 2021

Wolfgang Däubler (2021): Interessenvertretung durch Betriebsrat und Gewerkschaften im digitalen Betrieb. HSI-Schriftenreihe Band 41, Frankfurt am Main 2021
»Die Corona-Krise hat die fortschreitenden Prozesse der Digitalisierung in der Arbeitswelt nicht aufgehalten, vielmehr wurden sie in manchen Bereichen sogar beschleunigt – Beispiele sind die explosionsartige Zunahme mobiler Arbeit und das anhaltende Wachstum der Plattformökonomie. Ausgehend von der Prämisse, dass gewerkschaftliche und betriebliche Interessenvertretung entscheidend sind für gelingende Transformationsprozesse, stellen sich angesichts dieser Entwicklung die Fragen: Was bedeutet es für die Interessenvertretung der Beschäftigten durch Gewerkschaften und Betriebsräte, wenn Kommunikation in der Arbeitswelt zunehmend über digitale Kanäle erfolgt, die in der Hand des Arbeitgebers liegen? Wie wird Gewerkschafts- und Mitbestimmungsrechten jetzt und in Zukunft Rechnung getragen, wenn der Betrieb als Ort der sozialen Begegnung und des Austauschs an Bedeutung verliert? Im vorliegenden Gutachten geht Prof. Dr. Wolfgang Däubler diesen Fragen nach. Er erläutert zunächst den geltenden rechtlichen Rahmen und gibt einen- so hoffen wir – insbesondere für die betriebliche Praxis hilfreichen Überblick über die Handlungsmöglichkeiten von Betriebsräten und Gewerkschaften zur Kommunikation mit Beschäftigten in digitalen Räumen. Dabei baut das Gutachten auf der Rechtsprechung insbesondere des Bundesarbeitsgerichts auf und denkt diese konsequent zu Ende. Abschließend nimmt es auch die rechtspolitische Forderung nach digitalen Zugangsrechten in den Blick.«

Anne Lenze (2021): Verfassungsrechtliches Kurzgutachten zur Fortschreibung der Regelbedarfsstufen nach § 28a SGB XII zum 1.1.2022, Darmstadt, 30. September 2021

Johann Fuchs et al. (2021): IAB-Prognose 2021/2022: Arbeitsmarkt auf Erholungskurs. IAB-Kurzbericht Nr. 20/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Auch wenn die Corona-Krise noch nicht endgültig überwunden ist, befindet sich der Arbeitsmarkt wieder auf Erholungskurs. Der Kurzbericht blickt auf das zu erwartende Arbeitsmarktgeschehen in diesem und im nächsten Jahr. Insgesamt wird für 2021 ein Jahreswachstum des realen BIP von 2,2 Prozent, für 2022 ein Wachstum von 3,8 Prozent erwartet. Für den Jahresdurchschnitt 2022 geht die Prognose gegenüber 2021 von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 290.000 Personen aus. Die Erwerbstätigkeit nimmt bereits im Jahresverlauf 2021 spürbar zu und liegt im Jahresdurchschnitt 2022 um 560.000 über dem Vorjahr.«

Rolf Paprotny (2021): Von der Heimarbeit ins Homeoffice. Was haben wir aus der Vergangenheit gelernt?Mitbestimmungsreport Nr. 67, Düsseldorf: Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.), Oktober 2021

Yvonne Lott (2021): Do employees always reciprocate home-based working with commitment? The role of blurring boundaries, trust and fairness. Working Paper 213, Düsseldorf: Wirtschaft- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), 2021
»Work organizations are increasingly under pressure to offer home-based working. However, there is inconsistent evidence on whether granting employees to work from home is a business case increasing their organizational commitment. Analysis of the representative German Linked Personnel Panel revealed that, overall, the use of home-based working is associated with employees’ higher organizational commitment. A closer look at the data, however, shows that this is less often the case when the use of home-based working involves the blurring of work–life boundaries. Our results are the first to provide evidence that perceived fairness in the exchange relation with supervisors is of particular importance for employees’ experiences with working from home.«

Willem Pieter de Groen et al. (2021): Digital labour platforms in the EU. Mapping and business models, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2021
»This is the final report of the study on ‘Digital labour platforms in the EU: Mapping and business models’ for the Directorate-General for Employment, Social Affairs and Inclusion (DG EMPL). In total, 516 active and another 74 inactive digital labour platforms (DLPs) in the EU27 have been identified. For each of these DLPs, information on the business model has been collected and analysed. Moreover, for a sample of 38 DLPs, details on the working conditions have been collected and analysed for one or more countries. This study illustrates that DLPs have grown rapidly in the last five years, though still small in size with EUR 14 billion in activity. DLPs act as intermediaries for a large range of activities, including freelance, contest-based, microtask, taxi, delivery, home and professional services. DLPs intermediating the same services often follow similar business models, nevertheless the working conditions can differ between these platforms and even for the same platform across countries.«

Eurofound (2021): COVID-19: A turning point for upward convergence in health and healthcare in the EU?, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2021

Anja Hall (2021): Qualifikationsmismatch – alles eine Frage der Messmethode? Ausmaß und Determinanten von über- und unterqualifizierter Erwerbstätigkeit im Vergleich. Wissenschaftliche Diskussionspapiere Nr. 229, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2021

Kreis Recklinghausen (Hrsg.) (2021): Digitale Teilhabe und Quartiersentwicklung. Befähigungsstrategien für ältere Menschen im Sozialraum, Recklinghausen, August 2021

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (2021): Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zum Umgang mit dem Wunsch nach Suizidassistenz in der Hospizarbeit und Palliativversorgung, Berlin, September 2021

Jeanette Carstensen, Holger Seibert und Doris Wiethölter (2021): Entgelte von Pflegekräften 2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 29. September 2021

Monika Schröttle et al. (2021): Gewaltschutzstrukturen für Menschen mit Behinderungen – Bestandsaufnahme und Empfehlungen. Forschungsbericht 584, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, September 2021
Menschen mit Behinderungen sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, Gewalt in verschiedenen Lebensbereichen zu erfahren. Gleichzeitig sind sie im Hinblick auf den Schutz vor Gewalt, vor allem, wenn sie in Einrichtungen leben und arbeiten, strukturell und rechtlich in einer besonders schwierigen Lage. Aus diesem Grund hat das Institut für empirische Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales eine Studie zu Gewaltschutzstrukturen für Menschen mit Behinderungen in Deutschland durchgeführt. Der Abschlussbericht enthält eine Bestandsaufnahme der aktuellen Gewaltschutzsituation in Wohnrichtungen und Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, identifiziert Handlungsfelder sowie Lücken im Gewaltschutz und gibt zwölf Handlungsempfehlungen für eine wirksame und Ebenen übergreifende Gewaltschutzstrategie für Menschen mit Behinderungen.

BMFSFJ (2021): Kindertagesbetreuung Kompakt – Ausbaustand und Bedarf 2020, Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, September 2021

Serhat Karakayalı und Celia Bouali (2021): Migrantische Aktive in der betrieblichen Mitbestimmung. Working Paper Forschungsförderung Nr. 228, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, September 2021
»Unter gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten der Metallbranche sind überdurchschnittlich viele Migrant:innen in der betrieblichen Mitbestimmung aktiv. Das Working Paper diskutiert die Ergebnisse einer fallvergleichenden qualitativen Studie, die sich mit den Motiven, Kontextbedingungen und Verläufen migrantischen Engagements in den Strukturen der Mitbestimmung befasst. Sie zeigt, inwiefern Muster der Rekrutierung und Nominierung sowohl mit lebensweltlichen und durch Migration geprägten Erfahrungen als auch mit den durch eine „ethnische Segmentierung“ des Arbeitsmarkts bedingten betrieblichen Dynamiken zusammenhängen.«

Sabrina Apicella (2021): Das Prinzip Amazon. Über den Wandel der Verkaufsarbeit und Streiks im transnationalen Versandhandel, Hamburg: VSA Verlag, 2021

Jörn Boewe, Tina Morgenroth und Johannes Schulten (2021): Amazons letzte Meile. Ein Onlinehändler als Prekarisierungstreiber in der Paketlogistik. Eine Fallstudie zum Verteilzentrum Erfurt-Stotternheim, Erfurt: Rosa-Luxemburg-Stiftung, September 2021
»Der Amazon-Konzern wird in Deutschland immer noch vor allem als Onlinehändler wahrgenommen. Entsprechend sind auch die gewerkschaftlichen Aktivitäten bislang praktisch ausschließlich auf die großen Versandzentren (»Fulfillment Center«) beschränkt. Doch inzwischen hat Amazon auch die Straße erobert. Seit etwa fünf Jahren baut der Konzern seine eigene Lieferlogistik auf der »letzten Meile« auf. Damit verdrängt Amazon nicht nur traditionelle Paketdienste wie dhl und Hermes vom Markt. Amazon agiert auch als Treiber der Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen in der ohnehin schon unter einem enormen Konkurrenzdruck stehenden Branche. Amazon Logistics ist der einzige große Paketdienst, der seine Lieferlogistik komplett an Subunternehmer ausgelagert hat. Zusätzlich experimentiert das Unternehmen mit einem plattformbasierten Beschäftigungsmodell: Mit seiner App Amazon Flex hat der Konzern aus Seattle das durch Unternehmen wie Uber oder Lieferando bekannt gemachte Beschäftigungsmodell der gig economy in der Paketlogistik etabliert.«

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (2021): Unsicherheit im Wandel. Das Paritätische Jahresgutachten 2021, Berlin, September 2021
»Das Jahresgutachten untersucht anhand von Daten der offiziellen Statistiken und der Gesetzgebung des jeweiligen Vorjahres, wie es um den sozialen Zusammenhalt in Deutschland steht, identifiziert Problemlagen und formuliert Handlungsbedarfe. „Die sozialpolitische Bilanz der scheidenden Bundesregierung fällt bescheiden aus. Viele selbstgesteckte Ziele waren wenig ambitioniert oder wurden verfehlt. Die Stärkung des sozialen Zusammenhalts wird programmatisch zwar gerne beschworen, in der politischen Praxis dann jedoch allzu oft vernachlässigt”, bilanziert Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands die Befunde des vorliegenden Jahresgutachtens.«

Lars Fredrik Andersson, Håkan A. Bengtsson, Stefan Fina, and Bastian Heider (2021): Unequal Sweden. Regional socio-economic disparities in Sweden, Stockholm: FES Nordic Countries, 2021
»Internationally, Sweden is still associated with a growth model that secures a high level of social equality via a strong universal welfare state. However, this perception overlooks a distinct rise in inequalities over the past 30 years. Successive market-based reforms and structural change have created distinct regional socioeconomic disparities. This leads to the observation that there a four Swedens. Inputs for overall growth and employment stem from a minority of regions. Municipalities in the lagging areas are increasingly under severe pressure to uphold attractive levels of high-quality public services for their populations. Neither previous ongoing economic growth nor central government transfers to municipalities and EU regional funds have helped to balance the regional disparities and inequalities. On the contrary, they may have deepened the divide. A new approach for regional development is needed.«

Jean-Victor Alipour, Christina Langer und Layla O’Kane (2021): Wird uns das Homeoffice erhalten bleiben? Ein Blick in 35 Millionen Stellenanzeigen, in: ifo Schnelldienst, Heft 9/2021
»Während eine Homeoffice-Option in Stellenausschreibungen vor der Krise selten war, führte der Corona-Schock zu einem Homeoffice-Boom. Das zeigt die Analyse der Verbreitung von Homeoffice anhand von mehr als 35 Millionen Stellenanzeigen im Zeitraum von 2014 bis 2021. Gleichzeitig haben sich regionale, berufliche und sektorale Ungleichheiten im Zugang zu Homeoffice während der Pandemie verringert. Zudem werden digitale Kompetenzen sowie Team- und Anpassungsfähigkeit vermehrt verlangt.«

Henning Hermes, Philipp Lergetporer, Frauke Peter, Simon Wiederhold, Vera Freundl und Olivia Wirth (2021):Bewerbungsunterstützung erhöht die Kita-Inanspruchnahme von Kindern aus bildungsferneren Familien, in: ifo Schnelldienst, Heft 9/2021
»Kinder aus bildungsferneren Familien profitieren besonders stark vom Besuch einer Kindertageseinrichtung (Kita), besuchen diese aber deutlich seltener. In der hier betrachteten Studie mit über 600 Familien mit Kindern unter drei Jahren erhalten die Eltern Informationen und ein personalisiertes Unterstützungsangebot für ihre Kita-Bewerbung. Diese Maßnahme erhöht die Bewerbungsquote und die Kita-Inanspruchnahme von bildungsferneren Familien deutlich. Auf bildungsnähere Familien hat die Maßnahme hingegen keine Auswirkungen.«

Ludger Wößmann, Vera Freundl, Elisabeth Grewenig, Philipp Lergetporer und Katharina Werner (2021): Bildungspolitik zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen während und nach Corona – Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers 2021, in: ifo Schnelldienst, Heft 9/2021
»Das ifo Bildungsbarometer 2021 hat unter mehr als 4 000 Erwachsenen erfragt, welche bildungspolitischen Maßnahmen sie zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen, die in der Corona-Pandemie offengelegt wurden, befürworten. Die Mehrheit sprach sich für einen verpflichtenden Online-Unterricht bei Schulschließungen und eine intensivere Betreuung von Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen aus. Insgesamt fällt die Beurteilung der Corona-Schulpolitik recht negativ aus, besonders im Hinblick auf den Umgang mit benachteiligten Schüler*innen.«

Günther Schmid (2021): Eine Europäische Arbeitslebensversicherung? Auf den Spuren des Revolutionärs Immanuel Kant. Discussion Paper EME 2021–002, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), September 2021
»Die Arbeitsmarktpolitik auf europäischer Ebene hat durch die Krisen der letzten Jahre wiederholt neue Impulse erhalten. Mit den Initiativen für eine europäische Arbeitslosenrückversicherung, einen europäischen Mindestlohn, eine europäische Jugendgarantie und – vor kurzem – Europäische Sozialanleihen, ist die EU mittlerweile ein arbeitsmarktpolitischer Akteur, der die nationalen Aktivitäten ergänzt oder unterstützt. Die COVID-19-Krise könnte ein Gelegenheitsfenster sein, den Europäischen Sozialfonds um bestimmte Elemente einer Europäischen Arbeitslebensversicherung weiter zu entwickeln. Das Ziel sollte nicht nur darin bestehen, in europäischer Solidarität auf zyklische oder pandemische Krisen des Arbeitsmarkts zu reagieren, sondern auch die nationalen Kapazitäten zu stärken, um Einkommensrisiken im gesamten Erwerbsverlauf abzusichern. Die Innovation dieses Essay besteht darin, die Grundzüge einer Arbeitslebensversicherung auf die revolutionäre Trias „Freiheit, Gleichheit, Selbständigkeit“ von Immanuel Kant zurückzuführen. Kants Konzept der „bürgerlichen Selbständigkeit“ – anstelle der „Solidarität“ – erweist sich als überaus fruchtbar, um ein institutionell fundiertes Grundrecht auf würdige Arbeit zu begründen.« 

Marco Giesselmann, David Brady and Tabea Naujoks (2021): The Social Consequences of the Increase in Refugees to Germany 2015-2016. Discussion Paper SP I 2021–502, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), September 2021

Bundesministerium für Bildung und Forschung (2021): Weiterbildungsverhalten in Deutschland 2020. Ergebnisse des Adult Education Survey — AES-Trendbericht, Berlin, September 2021

Karin Schulze Buschoff und Helge Emmler (2021): Selbstständige in der Corona-Krise. Ergebnisse aus der HBS-Erwerbspersonenbefragung, Wellen 1 bis 5. Policy Brief WSI Nr. 60, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), September 2021

Alexander Patzina und Gabriele Wydra-Somaggio (2021): Ausbildungsabbrüche und -unterbrechungen im Vergleich: Ohne Abschluss ist der Verdienst geringer und die Dauer der Beschäftigung kürzer. IAB-Kurzbericht, 18/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), September 2021
»Wenn junge Menschen ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen, wird das häufig als Nachteil für die Jugendlichen und die Ausbildungsbetriebe gesehen. Jedoch führt nicht jede vorzeitige Vertragslösung zu einem Abbruch der Ausbildung. Vielmehr ergibt sich dadurch auch die Chance, dass sich die Passung zwischen Jugendlichen und ihren Ausbildungsstellen verbessert. Die Analysen auf Basis des Ausbildungspanels Saarlands zeigen, dass Personen, die ihre Ausbildung lediglich unterbrechen, nahezu die gleichen Verdienstchancen aufweisen wie Auszubildende ohne Vertragslösung. Personen ohne abgeschlossene Ausbildung schneiden im Vergleich dazu deutlich schlechter ab.«

Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) (2021): Arbeitswelten. Menschenwelten. Prioritäten für den Arbeitsschutz von morgen, Berlin, September 2021
»Die wichtigsten Präventionsthemen für die großen Branchen und Sektoren identifiziert und beschreibt ein aktueller Bericht zum Risikoobservatorium der DGUV. Welche Entwicklungen Arbeiten und Lernen verändern und wo deshalb neue Risiken für Sicherheit und Gesundheit den Arbeitsschutz besonders fordern, illustrieren in Wort und Bild 13 Branchenbilder – von der Abfallbranche über die Fleischwirtschaft bis zu Kitas und Schulen.«

AOK-Bundesverband und Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) (2021): Jenseits des Lagerdenkens: Reformansätze für eine zukunftsfähige und qualitätsorientierte Krankenhauslandschaft, September 2021

Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium der Finanzen (2021): Bedingungsloses Grundeinkommen, Berlin: Bundesministerium für Finanzen, September 2021
Der Wissenschaftliche Beirat hat sein Gutachten „Bedingungsloses Grundeinkommen“ vorgelegt. Darin untersucht er die in der Öffentlichkeit diskutierten Vorschläge aus ökonomischer und rechtlicher Sicht. Im Vordergrund stehen dabei Aspekte der Finanzierbarkeit und der Effizienz.

Angelika Kümmerling und Vanessa Schmieja (2021): Arbeitszeiten während der Corona-Pandemie: Wachsende Unterschiede zwischen Frauen und Männern. IAQ-Arbeitszeitmonitor. IAQ-Report 2021-07, Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), September 2021
»2020 betrugen die Arbeitszeiten abhängig Vollzeitbeschäftigter 39,9 Stunden und lagen damit 0,7 Stunden niedriger als 2010. Die im Krisenjahr 2020 beobachteten Arbeitszeitrückgänge gegenüber dem Vorjahr sind außergewöhnlich hoch. Die Corona-Pandemie wirkt sich geschlechtsspezifisch auf die Arbeitszeiten aus. Die Arbeitszeiten vollzeitbeschäftigter Frauen sind stärker gesunken als die vollzeitbeschäftigter Männer. In der Folge hat sich die Arbeitszeitdifferenz zwischen Männern und Frauen seit 2013 das erste Mal wieder erhöht. In Krisenzeiten, so zeigen die Daten, besteht die Gefahr, dass Frauen und Mütter wie selbstverständlich und auf Kosten von Rentenansprüchen, beruflicher Weiterbildung und Karriereoptionen in alte Rollenbilder zurückgedrängt werden. Daten des Labour Force Survey zeigen, dass im Jahr vor der Krise rund die Hälfte der Beschäftigten überwiegend fremdbestimmte Arbeitszeiten hatte. Frauen können seltener verschiedene Formen der Arbeitszeitflexibilisierung selbstbestimmt nutzen als Männer.«

Michael Krennerich (2021): Wahlrecht von wohnungslosen Menschen. Rechtliche, organisatorische und politische Bedingungen der Wahlrechtsnutzung durch wohnungslose Menschen, Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte, Juli 2021

Kerstin Bruckmeier, Katrin Hohmeyer und Torsten Lietzmann (2021): Zugänge in die Grundsicherung für Arbeitsuchende: Aus Erwerbstätigkeit kommen mehr Personen als ausdem Arbeitslosengeldbezug. IAB-Kurzbericht Nr. 17/2021

Eric Seils und Katharina Molitor (2021): Wandel der Kinderbetreuung. Ein Vergleich von 18 westeuropäischen Ländern, 1990-2020. Study Nr. 27, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, September 2021
»Die formale Kinderbetreuung wurde in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts ausgebaut, um die Arbeitsmarktpartizipation von Frauen zu fördern und Kinderarmut zu bekämpfen. Ausgehend von einer pragmatischen Einteilung in drei unterschiedliche Regimes der Kinderbetreuung untersucht der Beitrag den Wandel der formalen Kinderbetreuung in 18 westeuropäischen Ländern seit 1990. Es zeigt sich, dass die drei Gruppen in Richtung einer umfassenden formalen Kinderbetreuung skandinavischer Prägung konvergieren.«

Tuuli-Marja Kleiner und Luise Burkhardt (2021): Ehrenamtliches Engagement: Soziale Gruppen insbesondere in sehr ländlichen Räumen unterschiedlich stark beteiligt, in: DIW Wochenbericht, Nr. 35/2021
»Ehrenamtliches Engagement ist in sehr ländlichen Räumen mit guter sozioökonomischer Lage besonders hoch. In stark ländlich geprägten Räumen engagieren sich Männer deutlich häufiger für ein Ehrenamt als Frauen. Zudem ist die Erwerbstätigkeit von großer Bedeutung Menschen, die regelmäßig religiöse Veranstaltungen besuchen, sind in allen Raumtypen vergleichsweise stark ehrenamtlich engagiert. Stärkung ehrenamtlicher Strukturen ist insbesondere in sehr ländlichen Räumen mit weniger guter sozioökonomischer Lage wünschenswert. Hier geht es vor allem um einen verbesserten Zugang für Frauen und Nicht-Erwerbstätige.«

Natalia Danzer, Mathias Huebener, Astrid Pape, C. Katharina Spieß und Gert G. Wagner (2021): Kita- und Schulschließungen haben bei westdeutschen Vätern Einstellung zurErwerbstätigkeit von Müttern verändert, in: DIW Wochenbericht, Nr. 34/2021
»Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben Familien vor große Herausforderungen gestellt, insbesondere durch die vorübergehenden (Teil-)Schließungen von Kitas und Schulen. Während viele Studien bisher darauf fokussierten, wie die zusätzliche Sorgearbeit zwischen Müttern und Vätern aufgeteilt wurde, untersucht dieser Beitrag Auswirkungen auf die Ansichten zu Geschlechterrollen. Konkret wird anhand repräsentativer Daten aus dem Frühjahr 2021 im Vergleich zu 2008 bis 2016 untersucht, ob sich die Einstellungen zur Erwerbstätigkeit von Müttern verändert haben. Im Ergebnis zeigt sich, dass Väter mit jüngeren Kindern ihre im vergangenen Jahrzehnt immer egalitärer gewordenen Einstellungen zur Erwerbstätigkeit von Müttern verändert haben. Nachdem im Jahr 2016 noch rund 60 Prozent der Väter sehr egalitäre Geschlechterrolleneinstellungen hatten, waren es ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie rund 54 Prozent – und damit etwa zehn Prozent weniger. Bei Müttern und Vätern in Ostdeutschland sind solche Veränderungen in den Einstellungen zur Erwerbstätigkeit hingegen nicht zu beobachten. Neben der veränderten Aufgabenteilung in Familien hat die Pandemie tendenziell also die Entwicklung hin zu egalitäreren Geschlechterrollen insgesamt gebremst – und in Westdeutschland sogar teilweise umgekehrt.«

DBfK (2021): Reform der Krankenhausfinanzierung. Positionspapier, Berlin: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), September 2021

Clémence Merçay, Annette Grünig und Peter Dolder (2021): Gesundheitspersonal in der Schweiz – Nationaler Versorgungsbericht 2021. Bestand, Bedarf, Angebot und Massnahmen zur Personalsicherung, Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan), 2021

Andreas Hövermann, Bettina Kohlrausch und Dorothea Voss (2021): Anti-demokratische Einstellungen. Der Einfluss von Arbeit, Digitalisierung und Klimawandel. Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, September 2021
»Der Arbeitskontext und eine sichere Integration in den Arbeitsmarkt können einen Schutz vor rechtspopulistischen und menschenfeindlichen Einstellungen bieten. Diese zusammenfassend als anti-demokratisch bezeichneten Einstellungen treten gehäuft auf, wenn Sicherheit, Anerkennung und Selbstwirksamkeit am Arbeitsplatz fehlen. Zentral für anti-demokratische Einstellungen sind zudem Erfahrungen mit Digitalisierung am Arbeitsplatz und Einstellungen zum sozial-ökologischen Wandel. Aber Transformationserfahrungen sind unterschiedlich: Für einige Menschen stellen sie ein enormes Bedrohungspotenzial dar, sie bergen die Gefahr einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft – und einer Zunahme anti-demokratischer Einstellungen.«

Daniel Schönherr (2021): Zur Situation von Arbeitslosen in Österreich 2021, Wien: SORA Institut, August 2021

Tobias Heidland und Finja Krüger (2021): Zuwanderung und Flüchtlingsschutz im Wahlkampf: Zerrbild statt Chancenorientierung. Kiel Policy Brief Nr. 157, Kiel: Institut für Weltwirtschaft (IfW), September 2021
»In den Wahlprogrammen der Parteien für die Bundestagswahl 2021 finden sich sehr unterschiedliche Migrationsbilder. Einige Programme sind stärker auf Verhinderung, andere eher auf die sich bietenden Chancen fokussiert. Die Autoren stellen fest, dass alle Parteien das Thema Flucht und Asyl in ihren Programmen überbetonen, obwohl dies nur etwa ein Drittel der Migration der letzten Jahre ausmacht. Trotz unterschiedlicher Positionen gibt es in einigen Kernthemen wie Integration und einer europäischen Lösung mit Flucht/Asyl Einigkeit zwischen einzelnen Parteien, die sich in anderen Politikbereichen deutlich unterscheiden. In vielen Bereichen sind die Wahlprogramme unspezifisch und bieten kaum konkrete Vorschläge, was Koalitionsverhandlungen erleichtern wird. Angesichts der rapiden Alterung der Gesellschaft und des sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels sehen die Autoren eine chancenorientierte Einwanderungspolitik als dringend notwendig an.«

Tom Krebs und Moritz Drechsel-Grau (2021): Mindestlohn von 12 Euro: Auswirkungen auf Beschäftigung, Wachstum und öffentliche Finanzen. IMK Study Nr. 73, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), September 2021
»Die vorliegende Studie nutzt die Methoden der modernen Arbeitsmarktforschung, um die gesamtwirtschaftlichen Effekte einer Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro zu evaluieren. Der erste Teil der Studie bietet eine Zusammenfassung der einschlägigen Literatur und eine Einordnung der neoklassischen und neo-marxistischen Theorie des Arbeitsmarkts aus Sicht der aktuellen Forschung. Im zweiten Teil der Studie werden die empirischen Arbeiten zur Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro in 2015 erörtert. Der dritte Teil der Studie untersucht die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen eines Mindestlohns von 12 Euro auf Basis eines theoretisch fundierten und empirisch belegten makroökonomischen Modells des deutschen Arbeitsmarktes. Die Simulationsanalyse zeigt, dass eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro langfristig keinen nennenswerten Effekt auf die Beschäftigung hat. Darüber hinaus führt ein Mindestlohn von 12 Euro langfristig zu einem Anstieg der Produktivität um circa ein Prozent, einer Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktion um circa eineinhalb Prozent und Mehreinnahmen der öffentlichen Hand von circa 20 Milliarden Euro pro Jahr.«

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2021): Gesundheitswirtschaft. Fakten & Zahlen, Daten 2020. Ergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Berlin, Juli 2021

Nikolai Huke (2021): „Bedeutet unser Leben nichts“? Erfahrungen von Asylsuchenden in Flüchtlingsunterkünften während der Corona-Pandemie in Deutschland, Frankfurt am Main: Pro Asyl, 2021
Eine von PRO ASYL herausgegebene Studie der Universität Kiel macht sichtbar, welchen Problemen Bewohner von Flüchtlingsunterkünften gegenüberstehen und wie sie diese erleben –nicht nur, aber insbesondere während der Corona-Pandemie.
➔ dazu: Pro Asyl: »Bedeutet unser Leben nichts?« (02.09.2021)

Bundeskartellamt (2021): Sektoruntersuchung Krankenhäuser. Wettbewerb im Krankenhaussektor in Deutschland und Schutz durch die Fusionskontrolle. Darstellung und Analyse der Strukturen auf den Märkten der Akutkrankenhäuser in Deutschland. Abschlussbericht gemäß § 32e GWB, Bonn: September 2021

AOK-Bundesverband (2021): AOK-Positionen für eine Vergütungs- und Strukturreform im Krankenhaussektor, Berlin, August 2021

Hagen Lesch und Luis Winter (2021): Konfliktbereitschaft nimmt zu. Tarifpolitischer Bericht 1. Halbjahr 2021, IW-Report Nr. 32/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 2021
»Während die Tarifverhandlungen im Jahr 2020 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie überaus harmonisch geführt wurden, zeichnet sich im laufenden Jahr eine Trendwende ab. Die Konfliktbereitschaft hat im ersten Halbjahr 2021 spürbar zugenommen. Dies zeigt eine Analyse von 14 zentralen Tarifverhandlungen im Rahmen des IW-Konfliktmonitorings. In diesem Monitoring werden die Tarifverhandlungen in 20 Branchen aus allen Bereichen der Volkswirtschaft regelmäßig ausgewertet und ermittelt, wie konfliktreich sie verlaufen. Die Konfliktintensität – sie summiert die in Tarifverhandlungen erreichten Eskalationsstufen wie Streikdrohungen, Warnstreiks, juristische Auseinandersetzungen oder Urabstimmungen – stieg im Durchschnitt auf 8,4 Punkte je Tarifkonflikt. Das liegt nahe am langjährigen Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2020 (9,0 Punkte). Im letzten Jahr summierten sich die Eskalationsstufen im Durchschnitt auf lediglich 2,3 Punkte pro Verhandlung, während es 2019 (dem letzten Jahr vor der Pandemie) 10,3 Punkte waren.«

Frauke Mischler (2021): Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen. Eine Ursachenanalyse auf Grundlage der Verdienststrukturerhebung 2018, in: Wirtschaft und Statistik, Heft 4/2021
»Anknüpfend an frühere Analysen stellt der Beitrag Ergebnisse zum unbereinigten und bereinigten Gender Pay Gap auf Basis der Verdienststrukturerhebung für das Jahr 2018 vor und erläutert die zugrunde gelegte Methodik. Eine modellbasierte Analyse zeigt die (eingeschränkte) Sensitivität des unbereinigten Gender Pay Gap bei einem hypothetisch höheren Mindestlohn für Frauen und Männer oder einem Verdienstzuschlag auf den Bruttostundenverdienst ausschließlich für Frauen. Deutlich wird hierbei, dass der unbereinigte Gender Pay Gap sich nur geringfügig bei einem hypothetischen Mindestlohn von 12 Euro ändert. Höher wäre die Wirkung bei einem einseitigen Verdienstzuschlag für Frauen um 50 Cent auf den Bruttostundenverdienst.«

Johannes Geyer, Peter Haan und Alexander Ludwig (2021): Mindestrente: Absicherung gegen Altersarmut und notwendiger Baustein für weitere Reformen. DIW aktuell Nr. 72 – 31. August 2021, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 2021
»Die demografische Entwicklung in Deutschland wird im nächsten Jahrzehnt eine grundlegende Reform der Rente erforderlich machen. Bisher halten sich aber gerade die Regierungsparteien mit Vorschlägen zurück und sehen den Handlungsbedarf als nicht so dringlich. Einige Oppositionsparteien liefern hingegen richtungsweisendere Ideen für Menschen mit niedrigeren Alterseinkommen. Ein Blick in die Nachbarländer Österreich und die Niederlande zeigt aber noch einen anderen Weg auf: die Mindestrente. Sie könnte zumindest die finanzielle Absicherung sicherstellen und zum sozialen Ausgleich beitragen. Zudem wäre sie auch eine wichtige Voraussetzung, um andere Rentenreformen in Deutschland in der nächsten Legislaturperiode umzusetzen, wie eine Erhöhung des Rentenzugangsalters oder stärkere (kapitalgedeckte) private Vorsorge. Alternativ müsste die Grundsicherung deutlich überarbeitet werden, damit die Inanspruchnahme steigt.«

BAG Wohnungslosenhilfe (2021): Statistikbericht. Zu Lebenslagen wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen in Deutschland – Lebenslagenbericht. Berichtsjahr 2019, Berlin 2021

Christina Boll, Dana Müller and Simone Schüller (2021): Neither Backlash nor Convergence:Dynamics of Intracouple Childcare Division After the First COVID-19 Lockdown and Subsequent Reopening in Germany. IAB-Discussion Paper 12/2021. Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Using unique monthly panel data (IAB-HOPP) covering the immediate postlockdown period from June to August 2020, we investigate opposing claims of widening/closing the gender gap in parental childcare during the COVID-19 pandemic in Germany. We consider prepandemic division as a reference point and provide dynamics rather than snapshots. Our results suggest a slight shift toward a more egalitarian division in June that, however, faded out in subsequent months. Starting from a fairly ‚traditional‘ prepandemic childcare division, the lockdown stimulus was not nearly strong enough to level the playing field. Subgroup analysis differentiating between individual lockdown-specific work arrangements shows that the drivers of the observed shift were mothers with relatively intense labor market participation who cannot work from home. Fathers‘ work arrangement instead did not play a significant role. We conclude that the shift emerged out of necessity rather than opportunity, which makes it likely to fade once the necessity vanishes.«

Anne Otto et al. (2021): Systemrelevante Berufe und das Potenzial für Homeoffice: Eine geschlechtsspezifische Bestandsaufnahme für Rheinland-Pfalz. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Rheinland-Pfalz-Saarland 02/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Holger Seibert, Doris Wiethölter und Barbara Schwengler, (2021): Beschäftigungsentwicklung von Helfertätigkeiten: Starker Einbruch in der Corona-Krise. IAB-Kurzbericht 16/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Geringqualifizierte weisen ein besonders hohes Arbeitslosigkeitsrisiko auf. Dennoch bietet der deutsche Arbeitsmarkt diesem Personenkreis Beschäftigungschancen auf einfachen Helfer- und Anlerntätigkeiten. In den Jahren unmittelbar vor der Corona-Krise hatte sich die Beschäftigung auf Helferniveau sehr positiv entwickelt. Die Folgen der Covid-19-Pandemie verdeutlichen aber, wie anfällig dieses Segment für kurzfristige Nachfrageschwankungen ist. Der Kurzbericht zeigt, in welchen Berufsgruppen, Branchen und Regionen Helfertätigkeiten besonders verbreitet sind und von welchen Personen sie überwiegend ausgeübt werden.«

Deutscher Kitaleitungskongress (2021): DKLK-Studie 2021. Kita-Leitungen: Besondere Herausforderungen in Pandemiezeiten, Hamburg, Berlin, Koblenz, August 2021

Kathrin Bock-Famulla, Antje Girndt, Tim Vetter und Ben Kriechel (2021): Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2021, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, August 2021
»Die Systeme der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland haben sich im vergangenen Jahrzehnt enorm weiterentwickelt. Doch noch immer kann nicht jedem Kind, für das die Eltern eine Betreuung wünschen, ein Platz in der Kindertagesbetreuung angeboten werden. Zudem sind die Rahmenbedingungen in den KiTas oftmals noch nicht kindgerecht, vielfach entsprechen sie auch nicht den Anforderungen an professionelle Arbeitsbedingungen. Schließlich stellt sich die Situation der Kindertagesbetreuung im Vergleich der einzelnen Bundesländer, aber auch innerhalb des jeweiligen Bundeslandes sehr unterschiedlich dar – die Teilhabe- und Bildungschancen jedes Kindes hängen deshalb stark vom Wohnort ab. Für den weiteren Ausbau und somit auch für eine Angleichung der Bildungs- und Lebensverhältnisse in der Kindertagesbetreuung spielt das unzureichende Angebot an KiTa-Fachkräften eine große Rolle. Um hier mehr Klarheit für die Zukunft zu schaffen, zeigt der Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule in sieben datenbasierten Szenarien mögliche Entwicklungstrends auf: für Deutschland insgesamt, differenziert nach West- und Ostdeutschland sowie für die 16 Bundesländer. Die Szenarien konzentrieren sich dabei auf den Fachkräftebedarf für Kindertageseinrichtungen (KiTas) und hier wiederum ausschließlich auf die Betreuung von Kindern im Alter bis zum Eintritt in die Schule. Eine weitere Ausgabe des Fachkräfte-Radars wird sich mit dem Bedarf und Angebot an Fachkräften für die Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter befassen.«

Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung (2021): Pflege & Corona: Jetzt die richtigen Schlüsse ziehen!, Berlin, August 2021

Andreas Büscher, Stephanie Stelzig, Lara Peters und Alena Lübben (2021): Zu Hause pflegen – zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die VdK-Pflegestudie. Erster Zwischenbericht, Osnabrück, Juni 2021

Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2021): Konzertierte Aktion Pflege. Zweiter Bericht zum Stand der Umsetzung der Vereinbarungen der Arbeitsgruppen 1 bis 5, Berlin, August 2021

Heinz Rothgang, Franziska Heinze, Thomas Kalwitzki und Christian Wagner (2021): Auswirkungen der Regelungen des GVWG auf die stationären Pflegekosten und ihre Aufteilung. Expertise im Auftrag der DAK-Gesundheit, Bremen, August 2021

Laura Goßner und Yuliya Kosyakova (2021): Integrationshemmnisse geflüchteter Frauen und mögliche Handlungsansätze – eine Übersicht bisheriger Erkenntnisse. IAB-Forschungsbericht Nr. 8/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Der aktuelle Stand der Integration Geflüchteter in Deutschland weist hinsichtlich der Beschäftigungsquoten, der Bildungspartizipation sowie des Spracherwerbs auf geschlechtsspezifische Differenzen hin. Vor diesem Hintergrund bietet der Bericht eine Übersicht bisheriger empirischer Evidenz zu Integrationshemmnissen geflüchteter Frauen. Der Fokus liegt dabei auf möglichen Herausforderungen durch die Kinderbetreuung sowie durch das Fehlen sozialer Netzwerke. Hierzu werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen präsentiert.«

Wido Geis-Thöne (2021): Deutliche Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration trotz Pandemie. Aktuelle Zahlen zur Lage von Personen aus den acht Hauptasylherkunftsländern. IW-Report 30/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 23.08.2021

Jasper Tjaden and Tobias Heidland (2021): Does welcoming refugees attract more migrants? The myth of the ‘Merkel effect’. Kiel Working Paper No. 2194, Kiel: Kiel Institute for the World Economy, August 2021
»In 2015, German Chancellor Angela Merkel decided to allow over a million asylum seekers to cross the border into Germany. One key concern at the time was that her decision would signal an open-door policy to aspiring migrants worldwide – thus, increasing migration to Germany in the long-term. With the continued global rise in forced displacement, Merkel’s decision in 2015 provides a unique case study for the fundamental question of whether welcoming migration policies have sustained effects on migration towards destination countries. We analyze an extensive range of data on migration inflows, intentions, and interest between 2000 and 2020. The results reject the “pull effect” hypothesis while reaffirming states’ capacity to adapt to changing contexts and regulate migration.«

Fabian Wagner (2021): Zahl der Zuwanderer und religiösen Minderheiten wird systematisch überschätzt, in: ifo Dresden berichtet, Heft 4/2021
»Wie eine Reihe jüngerer Forschungsarbeiten zeigt, sind systematisch verzerrte Wahrnehmungen von grundlegenden Fakten in großen Teilen der Bevölkerung vorhanden. Das gilt ebenso für Themen, die seit Jahren im Zentrum der medialen sowie politischen Debatte stehen, wie bspw. die Zuwanderung. Dieser Artikel fasst eine Auswahl der bisherigen Forschungsarbeiten zusammen, die sich mit der verzerrten Wahrnehmung der Bevölkerungsanteile von religiösen Minderheiten und Zuwanderern befassen. Die bisher veröffentlichten Papiere zeigen, dass Zuwandereranteile und religiöse Minderheiten um 15% bis zu über 600% gegenüber dem tatsächlichen Bevölkerungsanteil überschätzt werden. Die Überschätzung variiert zudem nach verschiedenen sozio­demografischen Größen, wie bspw. Geschlecht und Bildungshintergrund.«

Clemens Fuest und Lea Immel (2021): Die langfristigen Auswirkungen von Hochschulgründungen auf lokale Löhne, in: ifo Dresden berichtet, Heft 4/2021
»In diesem Beitrag untersuchen wir, ob und inwiefern Neugründungen von Hochschulen langfristig zu steigenden Löhnen in der betreffenden Region führen. Unsere Untersuchung zeigt, dass die Gründung einer Hochschule einen positiven Langzeiteffekt auf die Löhne in umliegenden Kreisen hat. Die Höhe der Lohneffekte variiert entlang der Lohnverteilung und zwischen verschiedenen Beschäftigungsgruppen. Zudem sind die regionalen Lohnsteigerungen im Wesentlichen auf die Gründung von Fachhochschulen sowie die Gründung von Hochschulen in städtischen Regionen zurückzuführen.«

Silke Hamann, Per Kropp, Annekatrin Niebuhr, Duncan Roth und Georg Sieglen (2021): Die regionalen Arbeitsmarkteffekte der Covid-19-Pandemie: Nicht nur eine Frage der Wirtschaftsstruktur. IAB-Kurzbericht Nr. 14/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Die Covid-19-Pandemie hat beträchtliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die jedoch nicht einheitlich ausfallen. Hier wird untersucht, ob die Arbeitsmarkteffekte der Corona-Krise tatsächlich vorwiegend auf die Betroffenheit der Wirtschaftszweige zurückzuführen sind, oder ob nach Berücksichtigung der Wirtschaftszweigstruktur auch andere Faktoren – darunter regionale Merkmale jenseits der Branchenstruktur – einen spürbaren Einfluss auf die Höhe des pandemiebedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit haben.«

Susanne Forstner, Zuzana Molnárová und Mario Steiner (2021): Volkswirtschaftliche Effekte einer Ausbildungsgarantie. Simulation einer Übertragung der österreichischen Ausbildungsgarantie nach Deutschland, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2021

Clemens Wieland (2021): Die Ausbildungsgarantie in Österreich. Funktionsweise – Wirkungen – Institutionen, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2021
»Die Corona-Pandemie trifft nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den Ausbildungsmarkt hart, da viele Unternehmen aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage weniger Ausbildungsplätze anbieten. Mehr Jugendliche denn je laufen also Gefahr, bei der Ausbildungsplatzsuche nicht zum Zuge zu kommen und – abhängig von den weiteren Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt – auch dauerhaft ohne berufliche Qualifizierung zu bleiben. Dies ist sowohl aus individueller als auch aus bildungs-, sozial- und wirtschaftspolitischer Perspektive fatal. Eine Möglichkeit, den Mangel an Ausbildungsplätzen zu verhindern, ist der Ausbau außerbetrieblicher Ausbildungsmöglichkeiten mit dem Ziel, jedem jungen Menschen trotz Krise die Chance auf eine vollwertige Berufsausbildung zu geben. Ein Vorbild dafür findet sich in Österreich: Dort gibt es seit vielen Jahren eine staatliche Ausbildungsgarantie, bei der die Jugendlichen einen Vertrag zunächst nur für das erste Ausbildungsjahr in einer außerbetrieblichen Einrichtung bekommen und dann unter Anrechnung der absolvierten Lehrzeit in eine betriebliche Ausbildung wechseln können.«

Andrej Holm, Valentin Regnault, Max Sprengholz und Meret Stephan (2021): Muster sozialer Ungleichheit der Wohnversorgung in deutschen Großstädten. Working Paper Forschungsförderung, Nr. 222, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, August 2021
Soziale Ungleichheit spiegelt sich in den Wohnverhältnissen. Haushalte mit weniger Einkommen wohnen in kleineren Wohnungen, haben kaum Zugang zu modernen Neubauwohnungen und wohnen häufiger zur Miete. Besonders ausgeprägt sind prekäre Wohnbedingungen bei Alleinerziehenden, Haushalten mit Migrationshintergrund und Mieter mit niedrigen Bildungsabschlüssen. Soziale Ungleichheit wird auch verstärkt, weil Geringverdienerhaushalte eine höhere Mietbelastung haben und die Resteinkommen nach der Mietzahlung eine noch größere Spreizung aufweisen als die ohnehin bestehende Einkommensungleichheit.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2021): Sozialbericht 2021, Berlin 2021
»Mit dem Sozialbericht 2021 dokumentiert die Bundesregierung Umfang und Bedeutung der sozialstaatlichen Leistungen und die in diesem Kontext ergriffenen Reformen in der 19. Legislaturperiode. Er besteht aus zwei Teilen: Teil A gibt einen umfassenden Überblick über Maßnahmen und Vorhaben der Gesellschafts- und Sozialpolitik. Zudem werden die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie dargestellt. Teil B widmet sich dem Sozialbudget, mit dem die Bundesregierung in regelmäßigen Abständen über Umfang, Struktur und Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der einzelnen Zweige der sozialen Sicherung in Deutschland informiert. Dabei wird die ansonsten übliche jährliche tabellarische Berichterstattung des Sozialbudgets durch eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Sicherungssysteme ersetzt und durch eine Vorausschau auf die künftige mittelfristige Entwicklung der Sozialleistungen ergänzt.«

Hilmar Höhn (2021): Ein demokratisches Gesundheitssystem für alle. Dossier Nr. 10, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Juli 2021
»Investorinnen und Investoren diktieren zusehends, wie das Gesundheitssystems funktionieren soll. Sie nutzen jede Lücke unzureichender Gesetze, um ihre Macht auszubauen. In der Corona-Krise wurden die Ressourcen knapp. Das System ist ausgeblutet, die Beschäftigten sind zusehends entsetzt.«

Katalin Gennburg, Jannis Hertel, Carolin Moje und Denis Petri (2021): Gemütliches Loft mit Aussicht auf Verdrängung. Wie die Vermietungsplattform Airbnb die Stadt Berlin verändert, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mai 2021

Moritz Altenried, Julia Dück, Mira Wallis (Hrsg.) (2021): Plattformkapitalismus und die Krise der sozialen Reproduktion, Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, 2021
»Nicht zuletzt die gegenwärtige Krise um die Ausbreitung des Coronavirus zeigt, wie sehr sich Plattformunternehmen bereits zu zentralen Infrastrukturen der Reproduktion entwickelt haben – ein Aspekt, der in Diskussionen um digitale Plattformen zumeist unterbelichtet bleibt. Auch wenn selten in diesem Zusammenhang diskutiert, intervenieren Plattformen wie Helpling, Deliveroo, Care.com, Airbnb, Uber und viele weitere direkt oder indirekt in soziale Reproduktionsverhältnisse. Dies betrifft etwa die Betreuung von Kindern, Ernährung oder Pflege ebenso wie die vergeschlechtlichte Arbeitsteilung oder die gesamtgesellschaftliche Organisation dieser Tätigkeiten. Damit sind nur einige Beispiele eines multidimensionalen Verhältnisses zwischen neuen Formen digital vermittelter und organisierter Arbeit und sozialen Reproduktionskrisen genannt. Der Band versucht sich an einer Vermessung dieses Verhältnisses und versammelt vielfältige theoretische und empirische Beiträge, die sich etwa mit der Entwicklung der Hausarbeit im digitalen Kapitalismus, vergeschlechtlichter Ungleichheit in plattformvermittelter Sorgearbeit oder mit den Potenzialen und Grenzen kooperativer Ansätze im Kontext der Plattformökonomie beschäftigen.«

Robert Vehrkamp und Lars Bischoff (2021): Der „Corona-Effekt“. Warum die Pandemie der Wahlbeteiligung schaden und ihre soziale Spaltung vertiefen könnte, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Juli 2021
»Die soziale Spaltung der Wahlbeteiligung war bei der Bundestagswahl 2017 leicht rückläufig. Der „Corona-Effekt“ könnte das bei der Bundestagswahl 2021 wieder ändern, die Wahlbeteiligung als Spätfolge der Pandemie verringern und ihre soziale Spaltung erneut vertiefen.«

Katharina Domschke et al. (2021): Neuregelung des assistierten Suizids – Ein Beitrag zur Debatte. Diskussion Nr. 26, Halle (Saale): Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, 2021
»Mehrere europäische Länder haben in den vergangenen Jahren Regelungen zum assistierten Suizid erlassen. Auch in Deutschland steht der Gesetzgeber seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vor der Aufgabe, hier eine Neuregelung zu finden. Das Gericht hatte im Februar 2020 festgestellt, dass das im Grundgesetz verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst, welches letztlich auch die Freiheit einschließt, hierfür die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. Die anstehende Neuregelung berührt theologische, philosophische, ethische, medizinische und politische Fragen und bedarf einer offenen gesamtgesellschaftlichen Debatte. Um zu dieser Diskussion beizutragen, haben Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Perspektiven ihre Überlegungen zu einer Neuregelung des assistierten Suizids in einem Diskussionspapier gebündelt und heute veröffentlicht. Mit Diskussionspapieren gibt die Leopoldina gemäß ihrem Auftrag als Nationalakademie Denkanstöße und regt gesellschaftliche Debatten an.«

Timo‐Kolja Pförtner, Kira Hower und Holger Pfaff unter Beteiligung der AG Pflege, Gesundheit, Altern des Kompetenznetzes Public Health zu COVID‐19 (2021): Pflegerische Versorgung in Zeiten von Corona – Drohender Systemkollaps oder normaler Wahnsinn? 2. wissenschaftliche Studie zu Herausforderungen und Belastungen aus der Sichtweise von Leitungskräften, Köln, Juli 2021
»Der vorliegende Ergebnisbericht fokussiert auf die Entwicklung der Herausforderungen und Belastungen ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen im Verlauf der Pandemie. Hierzu wurden sowohl zu Beginn der ersten Pandemiewelle im April 2020 wie auch im Verlauf der zweiten Pandemiewelle zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 Leitungskräfte aus ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland online befragt.«

Martin Bujard et al. (2021): Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pandemie, Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2021

Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 30-31/2021: Krankenhaus
»Krankenhäuser im Sinne des Krankenhausfinanzierungsgesetzes sind „Einrichtungen, in denen durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können“. Die moderne Medizin ist ohne die Entstehung des modernen Krankenhauses, in dem Krankheiten studiert und Behandlungen erprobt werden können, nicht denkbar. Im Laufe der Zeit sind Krankenhäuser in Gesundheitssystemen weltweit zu Eckpfeilern der Krankenversorgung geworden. Die Debatte um ihre Zukunft wird häufig mit Blick auf die Diagnose „Ökonomisierung“ geführt, die mit der Einführung von diagnosebezogenen Fallpauschalen und der Privatisierung von Krankenhäusern in Verbindung gebracht wird.«

Hans J. Pongratz (2021): Bewerbung als Risiko? Informationskontrolle auf dem digitalisierten Arbeitsmarkt, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 2021
»Online-Stellenbörsen, Karrierenetzwerke und Rekrutierungssoftware machen es wesentlich leichter, für die Stellensuche und Personalauswahl Informationen zu sammeln. Die digitale Beschäftigungsindustrie gewinnt über die neuen Datenzugänge zusehends Einfluss auf Vermittlungsprozesse am Arbeitsmarkt. Bewerber/innen dagegen droht aufgrund des Informationsungleichgewichts und der Intransparenz der Verfahren digitaler Personalauswahl der Verlust der Kontrolle über ihre Selbstdarstellung.«

BMFSFJ (2021): Allein- oder getrennterziehen – Lebenssituation, Übergänge und Herausforderungen. Monitor Familienforschung. Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik, Ausgabe 43, Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Juli 2021

Anja Bauer and Enzo Weber (2021): Lockdown length and strength: labour-market effects in Germany during the COVID-19 pandemic. IAB-Discussion Paper 10/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmark- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Dieses Papier evaluiert die kurzfristigen Arbeitsmarkteffekte der COVID-19-Eindämmungsmaßnahmen in Deutschland. Wir untersuchen zwei verschiedene Dimensionen des ersten Lockdowns in Deutschland, nämlich die Länge und die Stärke des Lockdowns. Während die Länge über die regionale und zeitliche Variation der Schließungstage und Ausgangssperren erfolgt, wird für die Stärke der Grad der Schließung in verschiedenen Branchen herangezogen. Für die Länge des Lockdowns finden wir, dass ein zusätzlicher Tag zu einem Anstieg der Entlassungsrate um 2,7 Prozent und einem Rückgang der Einstellungsrate um 1,8 Prozent führt. Für die Stärke der Schließung zeigen die Ergebnisse, dass ein höherer Grad der Schließung die Entlassungen erhöht und die Einstellungen in ähnlichem Ausmaß senkt. In beiden Dimensionen stellen wir fest, dass die Effekte im Zeitverlauf nicht linear sind. Mit diesem Ansatz finden wir, dass 31 Prozent der deutlich erhöhten Zuflüsse aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit und 33 Prozent der verringerten Abflüsse aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung in der ersten Welle auf die Schließungsmaßnahmen zurückzuführen sind. In Summe erhöhten die Eindämmungsmaßnahmen die Arbeitslosigkeit in der kurzen Frist um 80.000 Personen.«