Studien

… und weitere Materialien zu sozialpolitischen Themen

Michael Krennerich (2021): Wahlrecht von wohnungslosen Menschen. Rechtliche, organisatorische und politische Bedingungen der Wahlrechtsnutzung durch wohnungslose Menschen, Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte, Juli 2021

Kerstin Bruckmeier, Katrin Hohmeyer und Torsten Lietzmann (2021): Zugänge in die Grundsicherung für Arbeitsuchende: Aus Erwerbstätigkeit kommen mehr Personen als aus dem Arbeitslosengeldbezug. IAB-Kurzbericht Nr. 17/2021

Eric Seils und Katharina Molitor (2021): Wandel der Kinderbetreuung. Ein Vergleich von 18 westeuropäischen Ländern, 1990-2020. Study Nr. 27, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, September 2021
»Die formale Kinderbetreuung wurde in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts ausgebaut, um die Arbeitsmarktpartizipation von Frauen zu fördern und Kinderarmut zu bekämpfen. Ausgehend von einer pragmatischen Einteilung in drei unterschiedliche Regimes der Kinderbetreuung untersucht der Beitrag den Wandel der formalen Kinderbetreuung in 18 westeuropäischen Ländern seit 1990. Es zeigt sich, dass die drei Gruppen in Richtung einer umfassenden formalen Kinderbetreuung skandinavischer Prägung konvergieren.«

Tuuli-Marja Kleiner und Luise Burkhardt (2021): Ehrenamtliches Engagement: Soziale Gruppen insbesondere in sehr ländlichen Räumen unterschiedlich stark beteiligt, in: DIW Wochenbericht, Nr. 35/2021
»Ehrenamtliches Engagement ist in sehr ländlichen Räumen mit guter sozioökonomischer Lage besonders hoch. In stark ländlich geprägten Räumen engagieren sich Männer deutlich häufiger für ein Ehrenamt als Frauen. Zudem ist die Erwerbstätigkeit von großer Bedeutung Menschen, die regelmäßig religiöse Veranstaltungen besuchen, sind in allen Raumtypen vergleichsweise stark ehrenamtlich engagiert. Stärkung ehrenamtlicher Strukturen ist insbesondere in sehr ländlichen Räumen mit weniger guter sozioökonomischer Lage wünschenswert. Hier geht es vor allem um einen verbesserten Zugang für Frauen und Nicht-Erwerbstätige.«

Natalia Danzer, Mathias Huebener, Astrid Pape, C. Katharina Spieß und Gert G. Wagner (2021): Kita- und Schulschließungen haben bei westdeutschen Vätern Einstellung zur Erwerbstätigkeit von Müttern verändert, in: DIW Wochenbericht, Nr. 34/2021
»Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben Familien vor große Herausforderungen gestellt, insbesondere durch die vorübergehenden (Teil-)Schließungen von Kitas und Schulen. Während viele Studien bisher darauf fokussierten, wie die zusätzliche Sorgearbeit zwischen Müttern und Vätern aufgeteilt wurde, untersucht dieser Beitrag Auswirkungen auf die Ansichten zu Geschlechterrollen. Konkret wird anhand repräsentativer Daten aus dem Frühjahr 2021 im Vergleich zu 2008 bis 2016 untersucht, ob sich die Einstellungen zur Erwerbstätigkeit von Müttern verändert haben. Im Ergebnis zeigt sich, dass Väter mit jüngeren Kindern ihre im vergangenen Jahrzehnt immer egalitärer gewordenen Einstellungen zur Erwerbstätigkeit von Müttern verändert haben. Nachdem im Jahr 2016 noch rund 60 Prozent der Väter sehr egalitäre Geschlechterrolleneinstellungen hatten, waren es ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie rund 54 Prozent – und damit etwa zehn Prozent weniger. Bei Müttern und Vätern in Ostdeutschland sind solche Veränderungen in den Einstellungen zur Erwerbstätigkeit hingegen nicht zu beobachten. Neben der veränderten Aufgabenteilung in Familien hat die Pandemie tendenziell also die Entwicklung hin zu egalitäreren Geschlechterrollen insgesamt gebremst – und in Westdeutschland sogar teilweise umgekehrt.«

DBfK (2021): Reform der Krankenhausfinanzierung. Positionspapier, Berlin: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), September 2021

Clémence Merçay, Annette Grünig und Peter Dolder (2021): Gesundheitspersonal in der Schweiz – Nationaler Versorgungsbericht 2021. Bestand, Bedarf, Angebot und Massnahmen zur Personalsicherung, Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan), 2021

Andreas Hövermann, Bettina Kohlrausch und Dorothea Voss (2021): Anti-demokratische Einstellungen. Der Einfluss von Arbeit, Digitalisierung und Klimawandel. Forschungsförderung Policy Brief Nr. 007, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, September 2021
»Der Arbeitskontext und eine sichere Integration in den Arbeitsmarkt können einen Schutz vor rechtspopulistischen und menschenfeindlichen Einstellungen bieten. Diese zusammenfassend als anti-demokratisch bezeichneten Einstellungen treten gehäuft auf, wenn Sicherheit, Anerkennung und Selbstwirksamkeit am Arbeitsplatz fehlen. Zentral für anti-demokratische Einstellungen sind zudem Erfahrungen mit Digitalisierung am Arbeitsplatz und Einstellungen zum sozial-ökologischen Wandel. Aber Transformationserfahrungen sind unterschiedlich: Für einige Menschen stellen sie ein enormes Bedrohungspotenzial dar, sie bergen die Gefahr einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft – und einer Zunahme anti-demokratischer Einstellungen.«

Daniel Schönherr (2021): Zur Situation von Arbeitslosen in Österreich 2021, Wien: SORA Institut, August 2021

Tobias Heidland und Finja Krüger (2021): Zuwanderung und Flüchtlingsschutz im Wahlkampf: Zerrbild statt Chancenorientierung. Kiel Policy Brief Nr. 157, Kiel: Institut für Weltwirtschaft (IfW), September 2021
»In den Wahlprogrammen der Parteien für die Bundestagswahl 2021 finden sich sehr unterschiedliche Migrationsbilder. Einige Programme sind stärker auf Verhinderung, andere eher auf die sich bietenden Chancen fokussiert. Die Autoren stellen fest, dass alle Parteien das Thema Flucht und Asyl in ihren Programmen überbetonen, obwohl dies nur etwa ein Drittel der Migration der letzten Jahre ausmacht. Trotz unterschiedlicher Positionen gibt es in einigen Kernthemen wie Integration und einer europäischen Lösung mit Flucht/Asyl Einigkeit zwischen einzelnen Parteien, die sich in anderen Politikbereichen deutlich unterscheiden. In vielen Bereichen sind die Wahlprogramme unspezifisch und bieten kaum konkrete Vorschläge, was Koalitionsverhandlungen erleichtern wird. Angesichts der rapiden Alterung der Gesellschaft und des sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels sehen die Autoren eine chancenorientierte Einwanderungspolitik als dringend notwendig an.«

Tom Krebs und Moritz Drechsel-Grau (2021): Mindestlohn von 12 Euro: Auswirkungen auf Beschäftigung, Wachstum und öffentliche Finanzen. IMK Study Nr. 73, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), September 2021
»Die vorliegende Studie nutzt die Methoden der modernen Arbeitsmarktforschung, um die gesamtwirtschaftlichen Effekte einer Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro zu evaluieren. Der erste Teil der Studie bietet eine Zusammenfassung der einschlägigen Literatur und eine Einordnung der neoklassischen und neo-marxistischen Theorie des Arbeitsmarkts aus Sicht der aktuellen Forschung. Im zweiten Teil der Studie werden die empirischen Arbeiten zur Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro in 2015 erörtert. Der dritte Teil der Studie untersucht die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen eines Mindestlohns von 12 Euro auf Basis eines theoretisch fundierten und empirisch belegten makroökonomischen Modells des deutschen Arbeitsmarktes. Die Simulationsanalyse zeigt, dass eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro langfristig keinen nennenswerten Effekt auf die Beschäftigung hat. Darüber hinaus führt ein Mindestlohn von 12 Euro langfristig zu einem Anstieg der Produktivität um circa ein Prozent, einer Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktion um circa eineinhalb Prozent und Mehreinnahmen der öffentlichen Hand von circa 20 Milliarden Euro pro Jahr.«

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2021): Gesundheitswirtschaft. Fakten & Zahlen, Daten 2020. Ergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Berlin, Juli 2021

Nikolai Huke (2021): „Bedeutet unser Leben nichts“? Erfahrungen von Asylsuchenden in Flüchtlingsunterkünften während der Corona-Pandemie in Deutschland, Frankfurt am Main: Pro Asyl, 2021
Eine von PRO ASYL herausgegebene Studie der Universität Kiel macht sichtbar, welchen Problemen Bewohner von Flüchtlingsunterkünften gegenüberstehen und wie sie diese erleben –nicht nur, aber insbesondere während der Corona-Pandemie.
➔ dazu: Pro Asyl: »Bedeutet unser Leben nichts?« (02.09.2021)

Bundeskartellamt (2021): Sektoruntersuchung Krankenhäuser. Wettbewerb im Krankenhaussektor in Deutschland und Schutz durch die Fusionskontrolle. Darstellung und Analyse der Strukturen auf den Märkten der Akutkrankenhäuser in Deutschland. Abschlussbericht gemäß § 32e GWB, Bonn: September 2021

AOK-Bundesverband (2021): AOK-Positionen für eine Vergütungs- und Strukturreform im Krankenhaussektor, Berlin, August 2021

Hagen Lesch und Luis Winter (2021): Konfliktbereitschaft nimmt zu. Tarifpolitischer Bericht 1. Halbjahr 2021, IW-Report Nr. 32/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 2021
»Während die Tarifverhandlungen im Jahr 2020 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie überaus harmonisch geführt wurden, zeichnet sich im laufenden Jahr eine Trendwende ab. Die Konfliktbereitschaft hat im ersten Halbjahr 2021 spürbar zugenommen. Dies zeigt eine Analyse von 14 zentralen Tarifverhandlungen im Rahmen des IW-Konfliktmonitorings. In diesem Monitoring werden die Tarifverhandlungen in 20 Branchen aus allen Bereichen der Volkswirtschaft regelmäßig ausgewertet und ermittelt, wie konfliktreich sie verlaufen. Die Konfliktintensität – sie summiert die in Tarifverhandlungen erreichten Eskalationsstufen wie Streikdrohungen, Warnstreiks, juristische Auseinandersetzungen oder Urabstimmungen – stieg im Durchschnitt auf 8,4 Punkte je Tarifkonflikt. Das liegt nahe am langjährigen Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2020 (9,0 Punkte). Im letzten Jahr summierten sich die Eskalationsstufen im Durchschnitt auf lediglich 2,3 Punkte pro Verhandlung, während es 2019 (dem letzten Jahr vor der Pandemie) 10,3 Punkte waren.«

Frauke Mischler (2021): Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen. Eine Ursachenanalyse auf Grundlage der Verdienststrukturerhebung 2018, in: Wirtschaft und Statistik, Heft 4/2021
»Anknüpfend an frühere Analysen stellt der Beitrag Ergebnisse zum unbereinigten und bereinigten Gender Pay Gap auf Basis der Verdienststrukturerhebung für das Jahr 2018 vor und erläutert die zugrunde gelegte Methodik. Eine modellbasierte Analyse zeigt die (eingeschränkte) Sensitivität des unbereinigten Gender Pay Gap bei einem hypothetisch höheren Mindestlohn für Frauen und Männer oder einem Verdienstzuschlag auf den Bruttostundenverdienst ausschließlich für Frauen. Deutlich wird hierbei, dass der unbereinigte Gender Pay Gap sich nur geringfügig bei einem hypothetischen Mindestlohn von 12 Euro ändert. Höher wäre die Wirkung bei einem einseitigen Verdienstzuschlag für Frauen um 50 Cent auf den Bruttostundenverdienst.«

Johannes Geyer, Peter Haan und Alexander Ludwig (2021): Mindestrente: Absicherung gegen Altersarmut und notwendiger Baustein für weitere Reformen. DIW aktuell Nr. 72 – 31. August 2021, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 2021
»Die demografische Entwicklung in Deutschland wird im nächsten Jahrzehnt eine grundlegende Reform der Rente erforderlich machen. Bisher halten sich aber gerade die Regierungsparteien mit Vorschlägen zurück und sehen den Handlungsbedarf als nicht so dringlich. Einige Oppositionsparteien liefern hingegen richtungsweisendere Ideen für Menschen mit niedrigeren Alterseinkommen. Ein Blick in die Nachbarländer Österreich und die Niederlande zeigt aber noch einen anderen Weg auf: die Mindestrente. Sie könnte zumindest die finanzielle Absicherung sicherstellen und zum sozialen Ausgleich beitragen. Zudem wäre sie auch eine wichtige Voraussetzung, um andere Rentenreformen in Deutschland in der nächsten Legislaturperiode umzusetzen, wie eine Erhöhung des Rentenzugangsalters oder stärkere (kapitalgedeckte) private Vorsorge. Alternativ müsste die Grundsicherung deutlich überarbeitet werden, damit die Inanspruchnahme steigt.«

BAG Wohnungslosenhilfe (2021): Statistikbericht. Zu Lebenslagen wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen in Deutschland – Lebenslagenbericht. Berichtsjahr 2019, Berlin 2021

Christina Boll, Dana Müller and Simone Schüller (2021): Neither Backlash nor Convergence: Dynamics of Intracouple Childcare Division After the First COVID-19 Lockdown and Subsequent Reopening in Germany. IAB-Discussion Paper 12/2021. Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Using unique monthly panel data (IAB-HOPP) covering the immediate postlockdown period from June to August 2020, we investigate opposing claims of widening/closing the gender gap in parental childcare during the COVID-19 pandemic in Germany. We consider prepandemic division as a reference point and provide dynamics rather than snapshots. Our results suggest a slight shift toward a more egalitarian division in June that, however, faded out in subsequent months. Starting from a fairly ‚traditional‘ prepandemic childcare division, the lockdown stimulus was not nearly strong enough to level the playing field. Subgroup analysis differentiating between individual lockdown-specific work arrangements shows that the drivers of the observed shift were mothers with relatively intense labor market participation who cannot work from home. Fathers‘ work arrangement instead did not play a significant role. We conclude that the shift emerged out of necessity rather than opportunity, which makes it likely to fade once the necessity vanishes.«

Anne Otto et al. (2021): Systemrelevante Berufe und das Potenzial für Homeoffice: Eine geschlechtsspezifische Bestandsaufnahme für Rheinland-Pfalz. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Rheinland-Pfalz-Saarland 02/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Holger Seibert, Doris Wiethölter und Barbara Schwengler, (2021): Beschäftigungsentwicklung von Helfertätigkeiten: Starker Einbruch in der Corona-Krise. IAB-Kurzbericht 16/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Geringqualifizierte weisen ein besonders hohes Arbeitslosigkeitsrisiko auf. Dennoch bietet der deutsche Arbeitsmarkt diesem Personenkreis Beschäftigungschancen auf einfachen Helfer- und Anlerntätigkeiten. In den Jahren unmittelbar vor der Corona-Krise hatte sich die Beschäftigung auf Helferniveau sehr positiv entwickelt. Die Folgen der Covid-19-Pandemie verdeutlichen aber, wie anfällig dieses Segment für kurzfristige Nachfrageschwankungen ist. Der Kurzbericht zeigt, in welchen Berufsgruppen, Branchen und Regionen Helfertätigkeiten besonders verbreitet sind und von welchen Personen sie überwiegend ausgeübt werden.«

Deutscher Kitaleitungskongress (2021): DKLK-Studie 2021. Kita-Leitungen: Besondere Herausforderungen in Pandemiezeiten, Hamburg, Berlin, Koblenz, August 2021

Kathrin Bock-Famulla, Antje Girndt, Tim Vetter und Ben Kriechel (2021): Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2021, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, August 2021
»Die Systeme der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland haben sich im vergangenen Jahrzehnt enorm weiterentwickelt. Doch noch immer kann nicht jedem Kind, für das die Eltern eine Betreuung wünschen, ein Platz in der Kindertagesbetreuung angeboten werden. Zudem sind die Rahmenbedingungen in den KiTas oftmals noch nicht kindgerecht, vielfach entsprechen sie auch nicht den Anforderungen an professionelle Arbeitsbedingungen. Schließlich stellt sich die Situation der Kindertagesbetreuung im Vergleich der einzelnen Bundesländer, aber auch innerhalb des jeweiligen Bundeslandes sehr unterschiedlich dar – die Teilhabe- und Bildungschancen jedes Kindes hängen deshalb stark vom Wohnort ab. Für den weiteren Ausbau und somit auch für eine Angleichung der Bildungs- und Lebensverhältnisse in der Kindertagesbetreuung spielt das unzureichende Angebot an KiTa-Fachkräften eine große Rolle. Um hier mehr Klarheit für die Zukunft zu schaffen, zeigt der Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule in sieben datenbasierten Szenarien mögliche Entwicklungstrends auf: für Deutschland insgesamt, differenziert nach West- und Ostdeutschland sowie für die 16 Bundesländer. Die Szenarien konzentrieren sich dabei auf den Fachkräftebedarf für Kindertageseinrichtungen (KiTas) und hier wiederum ausschließlich auf die Betreuung von Kindern im Alter bis zum Eintritt in die Schule. Eine weitere Ausgabe des Fachkräfte-Radars wird sich mit dem Bedarf und Angebot an Fachkräften für die Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter befassen.«

Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung (2021): Pflege & Corona: Jetzt die richtigen Schlüsse ziehen!, Berlin, August 2021

Andreas Büscher, Stephanie Stelzig, Lara Peters und Alena Lübben (2021): Zu Hause pflegen – zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die VdK-Pflegestudie. Erster Zwischenbericht, Osnabrück, Juni 2021

Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2021): Konzertierte Aktion Pflege. Zweiter Bericht zum Stand der Umsetzung der Vereinbarungen der Arbeitsgruppen 1 bis 5, Berlin, August 2021

Heinz Rothgang, Franziska Heinze, Thomas Kalwitzki und Christian Wagner (2021): Auswirkungen der Regelungen des GVWG auf die stationären Pflegekosten und ihre Aufteilung. Expertise im Auftrag der DAK-Gesundheit, Bremen, August 2021

Laura Goßner und Yuliya Kosyakova (2021): Integrationshemmnisse geflüchteter Frauen und mögliche Handlungsansätze – eine Übersicht bisheriger Erkenntnisse. IAB-Forschungsbericht Nr. 8/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Der aktuelle Stand der Integration Geflüchteter in Deutschland weist hinsichtlich der Beschäftigungsquoten, der Bildungspartizipation sowie des Spracherwerbs auf geschlechtsspezifische Differenzen hin. Vor diesem Hintergrund bietet der Bericht eine Übersicht bisheriger empirischer Evidenz zu Integrationshemmnissen geflüchteter Frauen. Der Fokus liegt dabei auf möglichen Herausforderungen durch die Kinderbetreuung sowie durch das Fehlen sozialer Netzwerke. Hierzu werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen präsentiert.«

Wido Geis-Thöne (2021): Deutliche Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration trotz Pandemie. Aktuelle Zahlen zur Lage von Personen aus den acht Hauptasylherkunftsländern. IW-Report 30/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 23.08.2021

Jasper Tjaden and Tobias Heidland (2021): Does welcoming refugees attract more migrants? The myth of the ‘Merkel effect’. Kiel Working Paper No. 2194, Kiel: Kiel Institute for the World Economy, August 2021
»In 2015, German Chancellor Angela Merkel decided to allow over a million asylum seekers to cross the border into Germany. One key concern at the time was that her decision would signal an open-door policy to aspiring migrants worldwide – thus, increasing migration to Germany in the long-term. With the continued global rise in forced displacement, Merkel’s decision in 2015 provides a unique case study for the fundamental question of whether welcoming migration policies have sustained effects on migration towards destination countries. We analyze an extensive range of data on migration inflows, intentions, and interest between 2000 and 2020. The results reject the “pull effect” hypothesis while reaffirming states’ capacity to adapt to changing contexts and regulate migration.«

Fabian Wagner (2021): Zahl der Zuwanderer und religiösen Minderheiten wird systematisch überschätzt, in: ifo Dresden berichtet, Heft 4/2021
»Wie eine Reihe jüngerer Forschungsarbeiten zeigt, sind systematisch verzerrte Wahrnehmungen von grundlegenden Fakten in großen Teilen der Bevölkerung vorhanden. Das gilt ebenso für Themen, die seit Jahren im Zentrum der medialen sowie politischen Debatte stehen, wie bspw. die Zuwanderung. Dieser Artikel fasst eine Auswahl der bisherigen Forschungsarbeiten zusammen, die sich mit der verzerrten Wahrnehmung der Bevölkerungsanteile von religiösen Minderheiten und Zuwanderern befassen. Die bisher veröffentlichten Papiere zeigen, dass Zuwandereranteile und religiöse Minderheiten um 15% bis zu über 600% gegenüber dem tatsächlichen Bevölkerungsanteil überschätzt werden. Die Überschätzung variiert zudem nach verschiedenen sozio­demografischen Größen, wie bspw. Geschlecht und Bildungshintergrund.«

Clemens Fuest und Lea Immel (2021): Die langfristigen Auswirkungen von Hochschulgründungen auf lokale Löhne, in: ifo Dresden berichtet, Heft 4/2021
»In diesem Beitrag untersuchen wir, ob und inwiefern Neugründungen von Hochschulen langfristig zu steigenden Löhnen in der betreffenden Region führen. Unsere Untersuchung zeigt, dass die Gründung einer Hochschule einen positiven Langzeiteffekt auf die Löhne in umliegenden Kreisen hat. Die Höhe der Lohneffekte variiert entlang der Lohnverteilung und zwischen verschiedenen Beschäftigungsgruppen. Zudem sind die regionalen Lohnsteigerungen im Wesentlichen auf die Gründung von Fachhochschulen sowie die Gründung von Hochschulen in städtischen Regionen zurückzuführen.«

Silke Hamann, Per Kropp, Annekatrin Niebuhr, Duncan Roth und Georg Sieglen (2021): Die regionalen Arbeitsmarkteffekte der Covid-19-Pandemie: Nicht nur eine Frage der Wirtschaftsstruktur. IAB-Kurzbericht Nr. 14/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Die Covid-19-Pandemie hat beträchtliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die jedoch nicht einheitlich ausfallen. Hier wird untersucht, ob die Arbeitsmarkteffekte der Corona-Krise tatsächlich vorwiegend auf die Betroffenheit der Wirtschaftszweige zurückzuführen sind, oder ob nach Berücksichtigung der Wirtschaftszweigstruktur auch andere Faktoren – darunter regionale Merkmale jenseits der Branchenstruktur – einen spürbaren Einfluss auf die Höhe des pandemiebedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit haben.«

Susanne Forstner, Zuzana Molnárová und Mario Steiner (2021): Volkswirtschaftliche Effekte einer Ausbildungsgarantie. Simulation einer Übertragung der österreichischen Ausbildungsgarantie nach Deutschland, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2021

Clemens Wieland (2021): Die Ausbildungsgarantie in Österreich. Funktionsweise – Wirkungen – Institutionen, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2021
»Die Corona-Pandemie trifft nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den Ausbildungsmarkt hart, da viele Unternehmen aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage weniger Ausbildungsplätze anbieten. Mehr Jugendliche denn je laufen also Gefahr, bei der Ausbildungsplatzsuche nicht zum Zuge zu kommen und – abhängig von den weiteren Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt – auch dauerhaft ohne berufliche Qualifizierung zu bleiben. Dies ist sowohl aus individueller als auch aus bildungs-, sozial- und wirtschaftspolitischer Perspektive fatal. Eine Möglichkeit, den Mangel an Ausbildungsplätzen zu verhindern, ist der Ausbau außerbetrieblicher Ausbildungsmöglichkeiten mit dem Ziel, jedem jungen Menschen trotz Krise die Chance auf eine vollwertige Berufsausbildung zu geben. Ein Vorbild dafür findet sich in Österreich: Dort gibt es seit vielen Jahren eine staatliche Ausbildungsgarantie, bei der die Jugendlichen einen Vertrag zunächst nur für das erste Ausbildungsjahr in einer außerbetrieblichen Einrichtung bekommen und dann unter Anrechnung der absolvierten Lehrzeit in eine betriebliche Ausbildung wechseln können.«

Andrej Holm, Valentin Regnault, Max Sprengholz und Meret Stephan (2021): Muster sozialer Ungleichheit der Wohnversorgung in deutschen Großstädten. Working Paper Forschungsförderung, Nr. 222, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, August 2021
Soziale Ungleichheit spiegelt sich in den Wohnverhältnissen. Haushalte mit weniger Einkommen wohnen in kleineren Wohnungen, haben kaum Zugang zu modernen Neubauwohnungen und wohnen häufiger zur Miete. Besonders ausgeprägt sind prekäre Wohnbedingungen bei Alleinerziehenden, Haushalten mit Migrationshintergrund und Mieter mit niedrigen Bildungsabschlüssen. Soziale Ungleichheit wird auch verstärkt, weil Geringverdienerhaushalte eine höhere Mietbelastung haben und die Resteinkommen nach der Mietzahlung eine noch größere Spreizung aufweisen als die ohnehin bestehende Einkommensungleichheit.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2021): Sozialbericht 2021, Berlin 2021
»Mit dem Sozialbericht 2021 dokumentiert die Bundesregierung Umfang und Bedeutung der sozialstaatlichen Leistungen und die in diesem Kontext ergriffenen Reformen in der 19. Legislaturperiode. Er besteht aus zwei Teilen: Teil A gibt einen umfassenden Überblick über Maßnahmen und Vorhaben der Gesellschafts- und Sozialpolitik. Zudem werden die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie dargestellt. Teil B widmet sich dem Sozialbudget, mit dem die Bundesregierung in regelmäßigen Abständen über Umfang, Struktur und Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der einzelnen Zweige der sozialen Sicherung in Deutschland informiert. Dabei wird die ansonsten übliche jährliche tabellarische Berichterstattung des Sozialbudgets durch eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Sicherungssysteme ersetzt und durch eine Vorausschau auf die künftige mittelfristige Entwicklung der Sozialleistungen ergänzt.«

Hilmar Höhn (2021): Ein demokratisches Gesundheitssystem für alle. Dossier Nr. 10, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Juli 2021
»Investorinnen und Investoren diktieren zusehends, wie das Gesundheitssystems funktionieren soll. Sie nutzen jede Lücke unzureichender Gesetze, um ihre Macht auszubauen. In der Corona-Krise wurden die Ressourcen knapp. Das System ist ausgeblutet, die Beschäftigten sind zusehends entsetzt.«

Katalin Gennburg, Jannis Hertel, Carolin Moje und Denis Petri (2021): Gemütliches Loft mit Aussicht auf Verdrängung. Wie die Vermietungsplattform Airbnb die Stadt Berlin verändert, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mai 2021

Moritz Altenried, Julia Dück, Mira Wallis (Hrsg.) (2021): Plattformkapitalismus und die Krise der sozialen Reproduktion, Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, 2021
»Nicht zuletzt die gegenwärtige Krise um die Ausbreitung des Coronavirus zeigt, wie sehr sich Plattformunternehmen bereits zu zentralen Infrastrukturen der Reproduktion entwickelt haben – ein Aspekt, der in Diskussionen um digitale Plattformen zumeist unterbelichtet bleibt. Auch wenn selten in diesem Zusammenhang diskutiert, intervenieren Plattformen wie Helpling, Deliveroo, Care.com, Airbnb, Uber und viele weitere direkt oder indirekt in soziale Reproduktionsverhältnisse. Dies betrifft etwa die Betreuung von Kindern, Ernährung oder Pflege ebenso wie die vergeschlechtlichte Arbeitsteilung oder die gesamtgesellschaftliche Organisation dieser Tätigkeiten. Damit sind nur einige Beispiele eines multidimensionalen Verhältnisses zwischen neuen Formen digital vermittelter und organisierter Arbeit und sozialen Reproduktionskrisen genannt. Der Band versucht sich an einer Vermessung dieses Verhältnisses und versammelt vielfältige theoretische und empirische Beiträge, die sich etwa mit der Entwicklung der Hausarbeit im digitalen Kapitalismus, vergeschlechtlichter Ungleichheit in plattformvermittelter Sorgearbeit oder mit den Potenzialen und Grenzen kooperativer Ansätze im Kontext der Plattformökonomie beschäftigen.«

Robert Vehrkamp und Lars Bischoff (2021): Der „Corona-Effekt“. Warum die Pandemie der Wahlbeteiligung schaden und ihre soziale Spaltung vertiefen könnte, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Juli 2021
»Die soziale Spaltung der Wahlbeteiligung war bei der Bundestagswahl 2017 leicht rückläufig. Der „Corona-Effekt“ könnte das bei der Bundestagswahl 2021 wieder ändern, die Wahlbeteiligung als Spätfolge der Pandemie verringern und ihre soziale Spaltung erneut vertiefen.«

Katharina Domschke et al. (2021): Neuregelung des assistierten Suizids – Ein Beitrag zur Debatte. Diskussion Nr. 26, Halle (Saale): Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, 2021
»Mehrere europäische Länder haben in den vergangenen Jahren Regelungen zum assistierten Suizid erlassen. Auch in Deutschland steht der Gesetzgeber seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vor der Aufgabe, hier eine Neuregelung zu finden. Das Gericht hatte im Februar 2020 festgestellt, dass das im Grundgesetz verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst, welches letztlich auch die Freiheit einschließt, hierfür die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. Die anstehende Neuregelung berührt theologische, philosophische, ethische, medizinische und politische Fragen und bedarf einer offenen gesamtgesellschaftlichen Debatte. Um zu dieser Diskussion beizutragen, haben Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Perspektiven ihre Überlegungen zu einer Neuregelung des assistierten Suizids in einem Diskussionspapier gebündelt und heute veröffentlicht. Mit Diskussionspapieren gibt die Leopoldina gemäß ihrem Auftrag als Nationalakademie Denkanstöße und regt gesellschaftliche Debatten an.«

Timo‐Kolja Pförtner, Kira Hower und Holger Pfaff unter Beteiligung der AG Pflege, Gesundheit, Altern des Kompetenznetzes Public Health zu COVID‐19 (2021): Pflegerische Versorgung in Zeiten von Corona – Drohender Systemkollaps oder normaler Wahnsinn? 2. wissenschaftliche Studie zu Herausforderungen und Belastungen aus der Sichtweise von Leitungskräften, Köln, Juli 2021
»Der vorliegende Ergebnisbericht fokussiert auf die Entwicklung der Herausforderungen und Belastungen ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen im Verlauf der Pandemie. Hierzu wurden sowohl zu Beginn der ersten Pandemiewelle im April 2020 wie auch im Verlauf der zweiten Pandemiewelle zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 Leitungskräfte aus ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland online befragt.«

Martin Bujard et al. (2021): Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pandemie, Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2021

Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 30-31/2021: Krankenhaus
»Krankenhäuser im Sinne des Krankenhausfinanzierungsgesetzes sind „Einrichtungen, in denen durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können“. Die moderne Medizin ist ohne die Entstehung des modernen Krankenhauses, in dem Krankheiten studiert und Behandlungen erprobt werden können, nicht denkbar. Im Laufe der Zeit sind Krankenhäuser in Gesundheitssystemen weltweit zu Eckpfeilern der Krankenversorgung geworden. Die Debatte um ihre Zukunft wird häufig mit Blick auf die Diagnose „Ökonomisierung“ geführt, die mit der Einführung von diagnosebezogenen Fallpauschalen und der Privatisierung von Krankenhäusern in Verbindung gebracht wird.«

Hans J. Pongratz (2021): Bewerbung als Risiko? Informationskontrolle auf dem digitalisierten Arbeitsmarkt, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 2021
»Online-Stellenbörsen, Karrierenetzwerke und Rekrutierungssoftware machen es wesentlich leichter, für die Stellensuche und Personalauswahl Informationen zu sammeln. Die digitale Beschäftigungsindustrie gewinnt über die neuen Datenzugänge zusehends Einfluss auf Vermittlungsprozesse am Arbeitsmarkt. Bewerber/innen dagegen droht aufgrund des Informationsungleichgewichts und der Intransparenz der Verfahren digitaler Personalauswahl der Verlust der Kontrolle über ihre Selbstdarstellung.«

BMFSFJ (2021): Allein- oder getrennterziehen – Lebenssituation, Übergänge und Herausforderungen. Monitor Familienforschung. Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik, Ausgabe 43, Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Juli 2021

Anja Bauer and Enzo Weber (2021): Lockdown length and strength: labour-market effects in Germany during the COVID-19 pandemic. IAB-Discussion Paper 10/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmark- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Dieses Papier evaluiert die kurzfristigen Arbeitsmarkteffekte der COVID-19-Eindämmungsmaßnahmen in Deutschland. Wir untersuchen zwei verschiedene Dimensionen des ersten Lockdowns in Deutschland, nämlich die Länge und die Stärke des Lockdowns. Während die Länge über die regionale und zeitliche Variation der Schließungstage und Ausgangssperren erfolgt, wird für die Stärke der Grad der Schließung in verschiedenen Branchen herangezogen. Für die Länge des Lockdowns finden wir, dass ein zusätzlicher Tag zu einem Anstieg der Entlassungsrate um 2,7 Prozent und einem Rückgang der Einstellungsrate um 1,8 Prozent führt. Für die Stärke der Schließung zeigen die Ergebnisse, dass ein höherer Grad der Schließung die Entlassungen erhöht und die Einstellungen in ähnlichem Ausmaß senkt. In beiden Dimensionen stellen wir fest, dass die Effekte im Zeitverlauf nicht linear sind. Mit diesem Ansatz finden wir, dass 31 Prozent der deutlich erhöhten Zuflüsse aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit und 33 Prozent der verringerten Abflüsse aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung in der ersten Welle auf die Schließungsmaßnahmen zurückzuführen sind. In Summe erhöhten die Eindämmungsmaßnahmen die Arbeitslosigkeit in der kurzen Frist um 80.000 Personen.«

Council oft he European Union and European Commission (2021): 2021 Long-Term Care Report. Trends, challenges and opportunities in an ageing society. Volume I, Brussels 2021

Council oft he European Union and European Commission (2021): 2021 Long-Term Care Report. Trends, challenges and opportunities in an ageing society. Country profiles. Volume II, Brussels 2021

Council oft he European Union and European Commission (2021): The 2021 Pension Adequacy Report: current and future income adequacy in old age in the EU. Volume I, Brussels, June 2021

Council oft he European Union and European Commission (2021): The 2021 Pension Adequacy Report: current and future income adequacy in old age in the EU. Country profiles. Volume II, Brussels, June 2021

European Commission (2021): The 2021 Ageing Report. Economic & Budgetary Projections for the EU Member States (2019-2070). European Economy Institutional Paper 148, Brussels, May 2021

Alexander Burstedde, Helen Hickmann, Sebastian Schirner und Dirk Werner (2021): Ohne Zuwanderung sinkt das Arbeitskräftepotenzial schon heute. Mehr Renteneintritte als Nachwuchs-Arbeitskräfte überall. IW-Report 25/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Juli 2021

Maria Zöller (2021): Ausbildung in der Heilerziehungspflege. Ein Bundesländervergleich 2020. Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 226, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2021
»Heilerziehungspfleger/-innen sind für Menschen in behindernden Lebenslagen, die eine Assistenz für ein selbstbestimmtes Leben benötigen, unverzichtbar. Und doch bleiben Ausbildung und Tätigkeit dieser Fachkräfte weitgehend unter dem Radar. Bundeslandspezifische Unterschiede in der Ausbildung erschweren einen Gesamtblick auf die für Teilhabe in der Gesellschaft so wichtige Berufsgruppe. Ordnungspolitisch sind aktuell mit der Vorbereitung eines verbindlichen Qualifikationsprofils die Weichen für eine Modernisierung der Berufsbildung in der Heilerziehungspflege gestellt. Vor diesem Hintergrund dient die vorliegende Studie als Bestandsaufnahme des Jahres 2020. Sie beschreibt den Stand der Ausbildung zu diesem Zeitpunkt in den einzelnen Bundesländern sowie die Entwicklung der Auszubildendenzahlen.«

Carmelo Mesa-Lago (2021): Evaluation of Four Decades of Pension Privatization in Latin America, 1980 – 2020: Promises and reality, Mexico City: Friedrich Ebert Stiftung (Mexico), 2021

Florian Boettcher, Ronny Freier und René Geißler (2021): Bundesbeteiligung an den Kosten der Unterkunft – ein „pragmatischer“ Transfer, in: Wirtschaftsdienst, Heft 7/2021
»Die Beteiligung des Bundes an den Kosten der Unterbringung und Heizung (KdU) erfolgt seit der Einführung des SGB II 2005 mit dem Ziel, die Kommunen finanziell zu entlasten. Seitdem wurde die Bundesbeteiligung in Höhe, Struktur, Berechnung und Zweck beständig verändert. Der Beitrag zeigt, wie sich dieser Transfer im Zeitablauf entwickelt hat, aus welchen Komponenten er heute besteht und welche Kritikpunkte sich um die KdU ergeben. Die Autoren schlussfolgern, dass die Bundesbeteiligung vereinfacht werden sollte, indem regionale Privilegien auslaufen und sachfremde Leistungen auf anderen Wegen finanziert werden.«

Sabine Pokorny (2021): Haushalt ist Frauensache? Familienleben vor und während der Corona-Pandemie. Ergebnisse aus repräsentativen und qualitativen Befragungen, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, Juli 2021
»Die Corona-Pandemie hat das Familienleben auf eine harte Probe gestellt. Schnell wurde diskutiert, ob in Familien alte Rollenmuster wieder aufleben. Unsere Studie präsentiert die Ergebnisse aus repräsentativen und qualitativen Befragungen. Sie untersucht die Traditionalisierung und Enttraditionalisierung von Geschlechterrollen vor und während der Pandemie.«

Joachim Ragnitz, Felix Rösel und Marcel Thum (2021): Soziale Sicherungssysteme nachhaltig finanzieren, in: ifo Schnelldienst, Heft 7/2021
»Die künftige Regierung sollte keine weiteren Rentenpakete, die die ohnehin stark anwachsenden Ausgaben für die Alterssicherung auf Dauer weiter nach oben treiben, verabschieden und die Aussetzung des Nachholfaktors und die doppelte Haltelinie nicht über 2025 hinaus verlängern. Für eine langfristig tragfähige Finanzierung des Rentensystems muss in Deutschland die Regelaltersgrenze verlängert werden. Die Erhöhung der Regelaltersgrenze sollte regelgebunden – an Lebenserwartung oder Lebensjahre in guter Gesundheit gekoppelt – erfolgen.«

Helmut Rainer und Andreas Peichl (2021): Erwerbstätigenpotenzial besser ausschöpfen, in: ifo Schnelldienst, Heft 7/2021
»Die sozialen Sicherungssysteme müssen reformiert werden, damit sie im demografischen Wandel finanzierbar bleiben. Es gilt, das Erwerbspersonenpotenzial auf dem Arbeitsmarkt besser auszuschöpfen. Durch eine Verbesserung der Kindertagesbetreuung und den Umbau des Ehegattensplittings sollte die Politik insbesondere die Frauen- und Müttererwerbstätigkeit fördern. Um Anreize für Arbeitnehmer im Niedrigeinkommenssegment zu schaffen, müssen die bestehenden Hartz-IV-Hinzuverdienstregelungen ausgeweitet und die hohen Grenzbelastungen beim Hinzuverdienst reduziert werden.«

Panu Poutvaara (2021): Zuwanderung von Fachkräften fördern, in: ifo Schnelldienst, Heft 7/2021
»Angesichts des demografischen Wandels wird Deutschland in den kommenden Jahren mit einem zunehmenden Fachkräftemangel konfrontiert sein. In Deutschland kann das Fachkräfteeinwanderungsgesetz notwendige Kompetenzen sichern: Damit es diese Wirkung entfalten kann, sollten der Visaprozess und die Terminvergabe optimiert und die Beschäftigungsmöglichkeiten während der Suche ausgebaut werden. Darüber hinaus sollte die Arbeitsmarktbeteiligung von bereits in Deutschland lebenden Geflüchteten erhöht werden.«

European Union Agency for Fundamental Rights (2021): Protecting migrants in an irregular situation from labour exploitation – Role of the Employers Sanctions Directive, Luxembourg, June 2021

Marcus Maurer, Pablo Jost, Simon Kruschinski und Jörg Haßler (2021): Fünf Jahre Medienberichterstattung über Flucht und Migration, Mainz: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Publizistik, Juli 2021
»Die vorliegende Studie untersucht die Berichterstattung über Flucht und Migration in sechs deutschen Leitmedien (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Bild, ARD Tagesschau, ZDF heute, RTL Aktuell) zwischen Februar 2016 und Dezember 2020 mithilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse.«

Anne Lenze (2021): Alleinerziehende weiter unter Druck. Bedarfe, rechtliche Regelungen und Reformansätze, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Juli 2021
»Anne Lenze knüpft mit der Studie an ihre Vorgängerstudie „Alleinerziehende unter Druck“ aus dem Jahr 2014 (aktualisiert 2016) an und nimmt zunächst die seitdem erfolgten Reformen für Alleinerziehende in den Blick. Danach werden aktuelle Daten und wissenschaftliche Befunde zur sozioökonomischen Lage alleinerziehender Familien präsentiert. Die nach wie vor hohe Armutsbetroffenheit zeigt, dass weitere Reformen notwendig sind. Daher werden in einem ersten Schritt die besonderen Bedarfe von Alleinerziehenden analysiert und der Alleinerziehenden-Mehrbedarf im Sozialrecht sowie der Entlastungsbetrag im Steuerrecht kritisch bewertet. Einen Schwerpunkt der Studie bildet darauf aufbauend die Frage: Können die Einführung einer Kindergrundsicherung bzw. des Teilhabegeldes für Kinder und Jugendliche, das die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Expert:innenbeirat entwickelt hat, die Lebenssituation Alleinerziehender und ihrer Familien verbessern? Dazu werden konkrete Vorschläge entwickelt, wie das Teilhabegeld ausgestaltet werden sollte, damit es die Armutsbetroffenheit Alleinerziehender und ihrer Kinder deutlich verringert.«

Andreas Aust (2021): Kein Kind zurücklassen. Warum es wirksame Maßnahmen gegen Kinderarmut braucht, Berlin: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband, Paritätische Forschungsstelle, Juli 2021

Institut Solidarische Moderne (2021): Wir brauchen einen neuen ökologischen und solidarischen Gesellschaftsvertrag. Vier Thesen für eine progressive Zeit, 19.07.2021

Albert Martin und Luca Cardinali (2021): Soziographie der Arbeitszufriedenheit. Schriften aus dem Institut für Mittelstandsforschung der Universität Lüneburg, Heft 61, Lüneburg 2021
»Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Soziographie der Arbeitszufriedenheit. In Studien zur Arbeitszufriedenheit werden soziographische Merkmale oft als Kontrollgrößen eingesetzt. Ihre Berücksichtigung bei der Datenanalyse soll die Frage beantworten, ob sich der Einfluss von Determinanten der Arbeitszufriedenheit (Arbeitsinhalte, Arbeitsbedingungen, persönliche Dispositionen usw.) für unterschiedliche Personengruppen und Situationen jeweils anders darstellt. Die Berücksichtigung von Kontrollgrößen macht aber nur dann Sinn, wenn diese selbst eine empirische Beziehung entweder zu den Determinanten der Arbeitszufriedenheit und/oder zu der Arbeitszufriedenheit selbst aufweisen. Dem vorliegenden Beitrag geht es um die Frage, ob sich Zusammenhänge zwischen bedeutsamen soziographischen Merkmalen und der Arbeitszufriedenheit aufzeigen lassen. Als Datengrundlage dienen die 35 Erhebungswellen des Sozioökonomischen Panels (SOEP) von 1984 bis 2018. Im Einzelnen betrachtet werden die Variablen Erwerbsstatus, Geschlecht, Alter, Schulabschluss, Hochschulabschluss, Berufsstatus, Betriebszugehörigkeit und Unternehmensgröße. Für die meisten dieser Größen ergeben sich, wenn überhaupt, nur sehr schwache statistische Beziehungen mit der Arbeitszufriedenheit. Eine Ausnahme macht der Berufsstatus. Die Qualifikationsanforderungen, die sich damit verknüpfen und die hierarchische Position haben einen beachtlichen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit. Bemerkenswert ist die große Stabilität der Befunde über alle Erhebungsjahre von 1984 bis 2018 hinweg.«

Matthias Kohl, Andreas Diettrich und Uwe Faßhauer (Hrsg.) (2021): „Neue Normalität“ betrieblichen Lernens gestalten. Konsequenzen von Digitalisierung und neuen Arbeitsformen für das Bildungspersonal, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2021
»Bedingt durch die COVID-19-Pandemie wird der „digital turn“ in der betrieblichen Bildung in zweifacher Hinsicht beschleunigt. Zum einen gewinnen Formen der digitalen Unterstützung des beruflichen Lernens erheblich an Relevanz. Zum anderen erfordert die Digitalisierung fachlicher Inhalte und neuer Arbeitsformen Veränderungen des betrieblichen Lernens. Aufgabe des Bildungspersonals ist es, innovative Konzepte für die Gestaltung betrieblichen Lernens qualitätsgesichert zu entwickeln und umzusetzen. Die Beiträge dieses Bandes verdeutlichen, dass durch die Digitalisierung pädagogische und didaktische Themen an Bedeutung gewinnen. Die Professionalisierung des betrieblichen Bildungspersonals wird somit zu einer strategischen Frage des Berufsbildungssystems.«

Daniel Stohr et al. (2021): Wird noch gelehrt, was der Arbeitsmarkt verlangt? Ein Vergleich von vermittelten und geforderten Skills. Working Paper Forschungsförderung Nr. 220, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Juli 2021
»Wird in der Ausbildung noch gelehrt, was der heutige Arbeitsmarkt verlangt? Und lassen sich dabei Unterschiede in der Ausbildung für frauen- und männerdominierte Berufe feststellen? Eine Analyse von Stellenanzeigen und Ausbildungsordnungen geht diesen Fragen auf den Grund. Die Auswertung zeigt, dass in frauen- und männerdominierten Berufen das Gelehrte zumeist nicht dem auf dem Arbeitsmarkt Geforderten entspricht. Somit gibt es keine geschlechtsspezifische Benachteiligung in der Ausbildung.«

Martina Fuchs, Peter Dannenberg, Tim Riedler und Cathrin Wiedemann (2021): Marktführer des Online-Handels. Wirkungen auf Arbeit und Beschäftigung in Deutschland. Study 463, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Juli 2021

Stefan Jestl and Robert Stehrer (2021): (Post-)pandemic employment dynamics in a comparative perspective. ETUI Policy Brief 2021.12, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), July 2021

Corona Datenplattform (2021): Homeoffice im Verlauf der Corona-Pandemie, Bonn, Juli 2021

Susanne Drescher und Martin Brussig (2021): Neueinstellung von Älteren. Teilzeit gewinnt an Bedeutung, Unterschiede aufgrund von Geschlecht und Region nehmen ab. Altersübergangs-Report 2021-01, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Juli 2021
»Die Zahl der Neueinstellungen von Älteren ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Der Beginn des alterstypischen Rückgangs von Neueinstellungen hat sich zwischen 2010 und 2020 auf höhere Altersjahre verschoben (nun erst ab ca. 55 Jahren statt wie bisher ab ca. 50 Jahren). Neueinstellungen in Teilzeit gewinnen sowohl bei älteren Frauen als auch bei älteren Männern an Bedeutung. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen aus den neuen und alten Bundesländern nehmen seit 2010 tendenziell ab. Zwischen den Branchen bleiben Unterschiede in den Neueinstellungen bestehen, wobei sich die Einstellungsraten der Jüngeren und Älteren innerhalb der Branchen zum Teil stark verändern.«

C. Katharina Spieß (2021): Zehn Ansatzpunkte für die Kita-Politik der nächsten Legislaturperiode. DIW aktuell Nr. 70, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 16.07.2021
»Den Kita-Ausbau fortführen, einheitliche Qualitätsmindeststandards festlegen, Zentren für Familien ausbauen und den Erzieherberuf attraktiver machen: Dies sind nur einige Ansätze eines Zehn-Punkte-Programms für die Kita-Politik der nächsten Bundesregierung, das in diesem DIW aktuell skizziert wird. Der Handlungsbedarf besteht nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Sie hat noch einmal unterstrichen, wie systemrelevant Kitas sind – gleichermaßen als Betreuungs- und als zentrale Bildungseinrichtungen. Obwohl für die Kindertagesbetreuung in erster Linie Länder und Kommunen zuständig sind, hat sich der Bund in den vergangenen Jahren, etwa mit finanziellen Zuschüssen und dem Gute-KiTa-Gesetz, verstärkt engagiert. Er sollte dies künftig noch stärker tun, denn im Kita-Bereich werden die Grundsteine zur Bewältigung großer Herausforderungen gelegt, etwa mit Blick auf das demografisch bedingt abnehmende Erwerbspersonenpotenzial und die Integration von zugewanderten Familien.«

Alexander S. Kritikos, Daniel Graeber und Johannes Seebauer (2021): Corona-Pandemie drängt Selbstständige vermehrt zur Geschäftsaufgabe – Frauen stärker betroffen. DIW aktuell Nr. 69, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 15.07.2021
»Die COVID-19-Pandemie führte im Jahr 2020 für viele Selbstständige zu einem negativen Einkommensschock. Wie hat sich die Pandemie im weiteren Verlauf auf die Bereitschaft ausgewirkt, in dieser Erwerbsform zu verbleiben? Während im Jahr 2019 noch rund 85 Prozent der im Vorjahr Selbstständigen weiterhin einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, trifft dies zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 nur noch auf rund drei Viertel zu. Zudem erhöht sich der Anteil der vormals Selbstständigen, die ihr Geschäft aufgeben und auch nicht in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wechseln, von neun auf 15 Prozent. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 stabilisiert sich für Männer die Wahrscheinlichkeit, selbständig zu bleiben, bei Frauen nimmt sie hingegen weiter ab.«

Maxie Lutze, Samer Schaat, Stefanie Demirci und Susanne Ritzmann (2021): Auf dem Weg zu einer digital vernetzten Pflege: Potenziale und Herausforderungen der Telematikinfrastruktur. Working Paper des Instituts für Innovation und Technik in der VDI/VDE-IT, Nr. 60, Berlin, Juli 2021
»Versorgungskontinuität ist ohne Informationskontinuität nicht möglich. Die Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) als zentrale Vernetzungsinfrastruktur im Gesundheitswesen birgt dafür zugleich Potenziale und Herausforderungen. Für das Nachsorgemanagement, konkret die Überleitung von Pflegeempfangenden z. B. von einem Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung, werden die Anforderungen für den Einsatz der TI aufgezeigt. Dabei stehen Aspekte der Interoperabilität sowie die Perspektiven von Pflegeeinrichtungen und der Pflegeempfangenden im Vordergrund, ebenso die Sicht auf die Interaktion der Akteure. Die stärkere Einbindung pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen in die Planungs- und Umsetzungsprozesse erweist sich dabei als entscheidend.«

Katharina Dengler und Britta Matthes (2021): Folgen des technologischen Wandels für den Arbeitsmarkt: Auch komplexere Tätigkeiten könnten zunehmend automatisiert werden. IAB-Kurzbericht 13/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Martin Biewen and Miriam Sturm (2021): Why a labour market boom does not necessarily bring down inequality: Putting together Germany’s inequality puzzle. SOEP papers on Multidisciplinary Panel Data Research 1139, Berlin 2021

Martin Beznoska, Jochen Pimpertz und Maximilian Stockhausen (2021): Führt eine Bürgerversicherung zu mehr Solidarität? Eine Vermessung des Solidaritätsprinzips in der gesetzlichen Krankenversicherung. IW-Analysen 143, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Juli 2021
»Das Solidaritätsprinzip prägt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Bislang leisten rund vier von zehn Versicherten einen Solidarbeitrag, weil sie mehr einzahlen, als es ihren alters- und geschlechtsabhängigen Durchschnittsausgaben entspricht.«

Robin Heber,  Anna Levsen und Matthias Offermanns (2021): Aussagekraft von Krankenhausstruktur- und Qualitätsvergleichen auf Basis von OECD-Daten. Gutachten des Deutschen Krankenhausinstituts, Düsseldorf, Juli 2021

Axel Plünnecke (2021): Herausforderung Demografie. Bildung, Zuwanderung und Innovation stärken. IW-Kurzbericht 48/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Juli 2021
»Der demografische Wandel wird in den kommenden zehn bis 20 Jahren zu einem erheblichen Rückgang des Fachkräfteangebots in Deutschland führen. Gerade im MINT-Bereich dürfte das notwendige Fachkräfteangebot nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. In über zwei Dritteln der befragten Unternehmen hat daher die Fachkräftesicherung in den kommenden fünf Jahren einen eher großen oder sehr großen Stellenwert für die Sicherung ihres Geschäftsmodells. Um die Veränderungsprozesse von Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung erfolgreich bewältigen zu können, sind zusätzliche Impulse bei Bildung, Zuwanderung und Forschung notwendig.«

Anika Jansen und Helen Hickmann (2021): Lockdown am Ausbildungsmarkt. Folgen für die Fachkräftesicherung, KOFA-Studie 3/2021, Köln: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), Institut der deutschen Wirtschaft, Juni 2021

Heinz Rothgang und Dominik Domhoff (2021): Beitragssatzeffekte und Verteilungswirkungen der Einführung einer »Solidarischen Gesundheits- und Pflegeversicherung“. Gutachten im Auftrag der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Berlin, Juni 2021

Nicole Baur und Giuliano Bonoli (2021): Die Kindertagesstätte: eine exklusive Einrichtung? Sozioökonomische und ethnische Verzerrungen beim Zugang zu frühkindlicher Bildung und Betreuung in Kindertagesstätten. EKFF Policy Brief Nr. 4, Bern: Eidgenössische Kommission für Familienfragen (EKFF), Juli 2021

Matthias Knuth (2021): Transformative Arbeitsmarktpolitik. Herausforderungen der Arbeitsmarktpolitik unter den Bedingungen der „konfluenten Digitalisierung“. Working Paper Forschungsförderung Nr. 219, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Juli 2021
»Das Zusammentreffen von Post-Corona-Krise, Digitalisierung, Energiewende, Mobilitätswende und Agrarwende erfordert eine arbeitsmarktpolitische Flankierung, die in den überkommenen Strukturen und Kategorien der Arbeitsmarktpolitik nicht darstellbar ist. Es geht weniger um neue Instrumente als vielmehr um grundlegend andere Handlungslogiken und Steuerungsformen. Da eine so weitreichende Reform der Arbeitsmarktpolitik nicht rasch genug umgesetzt werden könnte, wird für eine Übergangszeit von zehn Jahren ein Arbeitsmarktpolitisches Sonderprogramm „Transformation der Arbeitswelt“ im Umfang von jährlich vier Milliarden Euro vorgeschlagen.«

Erik-Benjamin Börschlein und Mario Bossler (2021): Rückgang der Arbeitsnachfrage in der Corona-Krise – Kurzfristig sind Mindestlohnbetriebe etwas stärker betroffen. IAB-Kurzbericht 12/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Juli 2021

Christian Felber et al. (2021): Covid-19 ins Verhältnis setzen. Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen, Berlin: Berufsverband der Präventologen, 7. Juli 2021

Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (2021): Sicherung der Teilhabe während und nach der Pandemie: Problemlagen, Herausforderungen, Handlungsoptionen. Abschlussbericht. Corona-Konsultationsprozess der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation „Teilhabe und Inklusion in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie – Auswirkungen und Herausforderungen“, Heidelberg: Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR), 2021

Dieter Rink, Annegret Haase, Tim Leibert und Manuel Wolff (2021): Corona hat das Städtewachstum ausgebremst. Die Einwohnerentwicklung deutscher Großstädte während der Corona-Pandemie. UFZ Discussion Papers Department Stadt- und Umweltsoziologie 3/2021, Leipzig: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, Juni 2021

Wido Geis-Thöne und Axel Plünnecke (2021): Familienpolitik – Erwerbstätigkeit beider Elternteile stärken. IW-Kurzbericht 45/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Juli 2021
»Um Familien wirtschaftlich besser zu stellen und gegen Risiken abzusichern, ist die Erwerbstätigkeit beider Elternteile hilfreich. Daher sollte die Familienpolitik die U3-Betreuung und Ganztagsgrundschulen ausbauen, die Qualität der Betreuungsangebote erhöhen und Elterngeld und Ehegattenbesteuerung weiterentwickeln.«

Wolfgang Schroeder, Samuel Greef und Alexander Berzel (2021): Digitalisierung industrieller Wertschöpfung. Industrie 4.0 und regionale Ungleichheit in Deutschland, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2021

Claudia Maria Hofmann, Gerhard Igl, Franz Knieps, Hartmut Reiners, Felix Welti, Ulrich Wenner und Silvia Woskowski (2021): Neustart! für das Gesundheitsrecht Ein Handlungskatalog für Politik und Selbstverwaltung, Stuttgart: Robert Bosch Stiftung, 2021
»Als Teil der „Neustart!-Initiative“ und auf Einladung der Robert Bosch Stiftung befasste sich … ein Arbeitskreis ausgewiesener Fachleute mit der Fragestellung, wie die Sozialgesetzgebung, wesentlich das SGB V, weiterzuentwickeln ist, um den auch rechtlichen Ansprüchen von Bürgerinnen und Bürgern Rechnung zu tragen: Wie können die Sektoren zugunsten einer patientenzentrierten Gesundheitsversorgung überwunden werden? Wie erreichen wir eine multiprofessionelle Leistungserbringung und neue verantwortliche Rollen in den Gesundheitsberufen? Wie kann der Stellenwert der öffentlichen Gesundheit erhöht werden? Wie können Regionen in ihrem Handeln für Gesundheit gestärkt werden? Welche Grenzen setzt dabei das Grundgesetz? Wie können die Potenziale der Digitalisierung für eine bessere Patientenversorgung genutzt werden?«

Guðmundur D. Haraldsson and Jack Kellam (2021): Going Public: Iceland’s journey to a shorter working week, Alda, Association for Democracy and Sustainability, and Autonomy, June 2012

Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf (2021): Niedriglohnbeschäftigung 2019 – deutlicher Rückgang vor allem in Ostdeutschland. IAQ-Report 2021-06, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), 2021
»Im Jahr 2019 arbeiteten noch 25,3 % der ostdeutschen und 18,9 % der westdeutschen Beschäftigten für einen Niedriglohn von unter 11,50 € brutto pro Stunde. In Deutschland insgesamt waren rund 7,2 Millionen Beschäftigte in einem Niedriglohnjob tätig. In den Jahren 2011 bis 2019 hat sich der Niedriglohnanteil in Ostdeutschland von 39,4 % auf 25,3 % deutlich reduziert. Allein im Jahr 2019 sank der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten im Osten um sieben Prozentpunkte. In Westdeutschland erreichte der Niedriglohnanteil seinen höchsten Wert im Jahr 2011 (20,9 %) und schwankte danach zwischen 19,6 % und 20,6 %. Von 2016 bis 2019 ist die Niedriglohnquote von 20,4 % auf 18,9 % gesunken. Der deutliche Rückgang der Niedriglohnbeschäftigung in Ostdeutschland hängt auch damit zusammen, dass in den meisten Branchen die zuvor unterschiedlich hohen tariflichen Verdienste in West- und Ostdeutschland inzwischen angeglichen worden sind.«

Martin Krzywdzinski und Christine Gerber (2021): Unterschiedlich prekär. Die sozialen Sicherungssysteme prägen die Plattformarbeit in Deutschland und den USA, in: WZB Mitteilungen, Heft 172, Juni 2021

Sonja Buckel / Laura Graf / Judith Kopp / Neva Löw / Maximilian Pichl (Hrsg.) (2021): Kämpfe um Migrationspolitik seit 2015. Zur Transformation des europäischen Migrationsregimes, Bielefeld 2021
»Die migrantische Mobilität im Sommer 2015 hat die europäische Flüchtlingspolitik auf den Kopf gestellt. Rechte und konservative Kräfte wurden bestärkt, aber auch die Solidaritätserfahrungen hallen immer noch nach. Wie steht es nun um die Kämpfe der Migration? Welche Kräfte haben sich durchgesetzt und welche Verschiebungen haben sich diskursiv und politisch ergeben? Und was bedeutet dies für emanzipatorische, pro-migrantische Perspektiven? Die Forschungsgruppe »Beyond Summer 15« diskutiert diese Transformation des Migrationsregimes und zeigt u.a. in den Bereichen Recht, öffentliche Debatten, zivilgesellschaftliche Interventionen und Arbeitsmarkt auf, wie um Migration gerungen wird.«

Klaus Jacobs, Adelheid Kuhlmey, Stefan Greß, Jürgen Klauber und Antje Schwinger (Hrsg) (2021): Pflege-Report 2021. Sicherstellung der Pflege: Bedarfslagen und Angebotsstrukturen, Berlin 2021

IG BAU und ver.di (2021): Keine Rendite mit der Miete. Für eine neue Wohngemeinnützigkeit, Frankfurt am Main/Berlin, Juni 2021
»Die Mieten in zahlreichen Städten ziehen seit langem deutlich an. Menschen werden dadurch aus ihren Vierteln verdrängt. Viele Beschäftigte können sich heute keine Wohnung in Arbeitsplatz-Nähe mehr leisten. Die Wohnungsfrage braucht vor diesem Hintergrund neue Antworten. Diese Broschüre von ver.di und IG BAU zeigt, welchen Beitrag die Wiedereinführung einer Wohngemeinnützigkeit für bezahlbaren, guten und klimagerechten Wohnraum leisten kann.«

Nationaler Normenkontrollrat (2021): Initiative Leistungsfähige Verwaltung – Zukunftsfester Staat. Empfehlungen für eine nachhaltige Modernisierung – in der Krise, wie im Alltag, Berlin, Juni 2021

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (2021): Zur Situation Älterer im Land Brandenburg, Potsdam, Juni 2021

Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (2021): Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Weiterentwicklung und Rechtsvereinfachung im SGB II, Berlin, Juni 2021
»Seit Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Jahr 2005 sind die komplexen Regelungen im Leistungsrecht mehrfach ergänzt und an die höchstrichterliche Rechtsprechung angepasst worden. Das zum 1. August 2016 in Kraft getretene 9. SGB II-Änderungsgesetz – Rechtsvereinfachung – wollte mehr Bürgerfreundlichkeit, die Vermeidung unnötiger Bürokratie und den nachhaltigen Einsatz der Ressourcen bewirken. Diese Ziele wurden allerdings nur bedingt erreicht. Die Komplexität des SGB II wurde an verschiedenen Stellen sogar noch gesteigert, sodass Rechtsvereinfachung im SGB II weiterhin Dauerthema bleibt. Transparente Verwaltungsverfahren und bedarfsgerechte Leistungen sind für die Sicherung des Existenzminimums wesentlich. Nach Ansicht des Deutschen Vereins besteht in diesem Zusammenhang nach wie vor die Notwendigkeit, das Verfahren zur Regelbedarfsermittlung von Kindern und Jugendlichen sowie Kindern und Jugendlichen in temporären Bedarfsgemeinschaften weiterzuentwickeln und zu verbessern. Darüber hinaus sollten Zirkelschlüsse durch Einbeziehung sog. „verdeckter Armer“ vermieden werden. Im Bereich der Beschäftigungsförderung ist daneben für die nachhaltige Integration in Arbeit die ständige Weiterentwicklung der Integrationsinstrumente erforderlich, um die Menschen zu befähigen, unabhängig von staatlichen Unterstützungsleistungen zu leben. Die vorliegenden Empfehlungen richten sich an den Bundesgesetzgeber. Sie enthalten Anregungen, das aktive und passive Leistungsrecht weiter zu optimieren und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.«

Susanne Kohaut (2021): Entwicklung der Tarifbindung. Stellungnahme des IAB zur öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags am 7.6.2021. IAB-Stellungnahme 03/2021, Nürnberg: Insttitu für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Roger Meyer und Laura­Maria Jordan (2021): Beschwerdeverfahren verbessern – Menschenrechte schützen. Zwölf Empfehlungen für die stationäre Pflege, Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte, Juni 2021
»Beschwerdemöglichkeiten können ein Garant dafür sein, dass Menschenrechte nicht nur als abstrakte Prinzipien auf dem Papier stehen, sondern in der Praxis auch gelebt werden können. Beschwerdemöglichkeiten sichern damit in Pflegeheimen den Bewohner Selbstbestimmung, machen diese erfahrbar und sind damit zentraler Baustein für die Achtung ihrer Menschenwürde. Die Empfehlungen, die das Deutsche Institut für Menschenrechte in diesem Eckpunktepapier zur Verbesserung von außergerichtlichen Beschwerdeverfahren formuliert, fußen auf einem Forschungsprojekt, in dem insbesondere Menschen mit Pflegebedarfen, aber auch ihre Angehörigen und andere ihnen nahestehende Personen von ihren Erfahrungen mit Beschwerdeverfahren berichten konnten.«

➔ Roger Meyer et al. (2021): Wie können Beschwerdeverfahren den Schutz pflegebedürftiger älterer Menschen in der Lebenswelt Pflegeheim stärken?, Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte, Juni 2021

Josh Bivens et al. (2021): Reforming Unemployment Insurance. Stabilizing a System in Crisis and Laying the Foundation for Equity. A joint report of the Center for American Progress, Center for Popular Democracy, Economic Policy Institute, Groundwork Collaborative, National Employment Law Project, National Women’s Law Center, and Washington Center for Equitable Growth, June 2021

DGB (2021): Besoldungsreport 2021, Berlin: Deutscher Gewerkschaftsbund, Bundesvorstand, Abteilung Öffentlicher Dienst, Juni 2021
»Das Saarland verfestigt seine Schlusslichtposition, Berlin holt weiter auf und Bayern führt wie gehabt mit großem Abstand – so kann der DGB Besoldungsreport 2021 knapp zusammengefasst werden. Während die Besoldungslücke in kleinen Schritten schrumpft, bringt die jüngere Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation zweifellos erhebliche Bewegung in die Besoldungspolitik von Bund und Ländern.«

Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) und Institut der versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS) (2021): Garantien in der bAV im Niedrigzinsumfeld. Ergebnisbericht des Fachausschusses Altersversorgung, Köln, 26.02.2021

Institut für Demoskopie Allensbach (2021): Ein Jahr Corona-Pandemie Wie geht es Familien in der Krise? Zusammenfassung von Kernergebnissen mit Schaubildern zu einer repräsentativen Elternbefragung im Februar 2021, Allensbach am Bodensee, 27. April 2021

Jakob de Lazzer und Martina Rengers (2021): Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt: experimentelle Statistiken aus Daten von Online-Jobportalen, in: Wirtschaft und Statistik, Heft 3/2021
»Die Coronakrise hat den Bedarf an schnell verfügbaren Daten zur Beschreibung der aktuellen wirtschaftlichen Lage stark ansteigen lassen. Dazu zählen auch Informationen zu kurzfristigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Das Statistische Bundesamt befasst sich bereits seit einiger Zeit damit, aus Online-Stellenanzeigen Indikatoren zur kurzfristigen Arbeitsmarktberichterstattung zu entwickeln und veröffentlicht diese zunächst als experimentelle Statistiken (EXDAT). Der Artikel beschreibt diesen Analyseprozess, prüft die Qualität der so erhobenen Daten und stellt einen monatlichen Index zur (konjunkturellen) Entwicklung von Online-Stellenanzeigen vor.«

Bericht der Enquete-Kommission Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt, Bundestags-Drucksache 19/30950 vom 09.05.2021

Ronald Bachmann, Philipp Jäger und Robin Jessen (2021): A Split Decision: Welche Auswirkungen hätte die Abschaffung des Ehegattensplittings auf das Arbeitsangebot und die Einkommensverteilung? RWI-Materialien Heft 144, Essen: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Juni 2021
»In diesem Artikel wird mithilfe eines Mikrosimulationsmodells untersucht, inwiefern ein Wechsel von der gemeinsamen Besteuerung („Ehegattensplitting“) zur individuellen Besteuerung das Arbeitsangebot erhöhen würde. Wir zeigen, dass diese Umstellung das Arbeitsangebot um mehr als eine halbe Million Vollzeitäquivalente erhöhen würde. Eine solche Reform führt jedoch auch zu finanziellen Verlusten bei manchen Bevölkerungsgruppen, die von der Wirtschaftspolitik berücksichtigt werden sollten.«

Robert Bosch Stiftung (Hrsg.) (2021): Die Neustart! Zukunftsagenda – für Gesundheit, Partizipation und Gemeinwohl, Stuttgart 2021

Anke Mönnig et al. (2021): „MoveOn“ III: Folgen eines veränderten Mobilitätsverhaltens für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Version 1.0, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Juni 2021
»Das Mobilitätssystem unterliegt gegenwärtig einem tiefgreifenden Wandel. Dies ist neben dem wachsenden Mobilitätsaufkommen und der Digitalisierung insbesondere auf den Klimaschutz zurückzuführen. Der vorliegende Beitrag beleuchtet die Folgen eines Regimewechsels im Verkehr für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Auf Basis der BIBB‐IAB‐Qualifikations‐ und Berufsprojektionen (QuBe‐Projekt) wird ein Mobilitätsszenario gezeichnet, welches eine Transformation des Mobilitätssystems hin zu einem dekarbonisierten, umweltfreundlichen, effizienten, bezahlbaren und zukunftsfähigen Mobilitätssystem in Deutschland abbildet. Auf umfangreichen Erweiterungen in der Datengrundlage und Modellierung das QuBe‐Projektes aufbauend werden anhand einer Szenarioanalyse die Folgen dieses Transformationsprozesses für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2040 abgeschätzt. Im Ergebnis ziehen die getroffenen Annahmen im gesamten Projektionszeitraum positive Wirkungen für das Bruttoinlandsprodukt sowie Arbeitskräfteangebot und ‐bedarf nach sich. Der Transformationsprozess ist zudem mit einem hohen Umschlag von Arbeitsplätzen verbunden, welcher sich im Jahr 2040 auf rund 220.000 wegfallende und im Gegenzug 280.000 zusätzlich aufgebaute Arbeitsplätze beläuft. Von den getroffenen Annahmen profitieren insbesondere Arbeitsplätze in Verkehr und Logistik, dem Baugewerbe und der Lagerwirtschaft. Dagegen verzeichnen Arbeitsplätze im Kfz‐Handel sowie in der Fahrzeugführung im Straßenverkehr einen starken Rückgang. Letzteres ist auf eine annahmegemäße stärkere Etablierung autonom fahrender Systeme zurückzuführen.«

Reinhard Bispinck (2021): Die Tarifbindung verblasst – was die Parteien ändern wollen, 21.06.2021
»Seit über zwei Jahrzehnten geht die Tarifbindung zurück. Der Schutz der Arbeitnehmer:innen wird schwächer. Das zu ändern ist nicht nur Aufgabe von Gewerkschaften und Arbeitgebern. Auch die Politik ist gefordert. Was bieten die Parteien zur Stärkung an? Ein Check vor den Bundestagswahlen.«

Nils Backhaus und Beate Beermann (2021): Arbeiten von zu Hause und überall? Herausforderungen zeit- und ortsflexibler Arbeit aus Sicht des Arbeitsschutzes, in: DGUV Forum Nr. 6/2021

Axel Börsch-Supan und Nicolas Goll (2021): Ziele verfehlt: Eine Analyse der neuen Grundrente, in: ifo Schnelldienst, Heft 6/2021
»Die Grundrente, die zum 1. Januar 2021 in Kraft getreten ist, wurde mit dem Anspruch beworben, Altersarmut zu vermeiden und durch ihr kompliziertes Design besonders zielgenau zu sein. Axel Börsch-Supan und Nicolas Goll untersuchen, ob die Grundrente diesen Anspruch auch tatsächlich erfüllt. Dies ist nicht der Fall. Einerseits haben 75,9% der Rentner*innen, die im Sinne des neuen Gesetzes als arm gelten, keinen Anspruch auf Grundrente. Auf der anderen Seite gehören 21% der Anspruchsberechtigten zur vermögensreicheren Hälfte der deutschen Rentner. Das neue Gesetz erreicht zu wenige der Personen, die tatsächlich Unterstützung benötigen, und gewährt zu vielen Personen Leistungen, die keine Hilfe brauchen.«

DGB (2021): Alternativer BAföG-Bericht. Daten und Fakten für eine bessere Ausbildungsförderung, Berlin: Deutscher Gewerkschaftsbund, Abteilung Jugend und Jugendpolitik, Juni 2021

Ernst Niemeier (2021): Beitragsfinanzierung im „demografiegestressten“ Rentensystem möglich, in: Wirtschaftsdienst. Heft 6/2021
Trotz des demografischen Wandels ist ein beitragsfinanziertes Rentensystem in Deutschland möglich und wünschenswert. Ein Rentenniveau von beispielsweise 50% kann auch nach 2030 noch über Beiträge finanziert werden. Zum einen übersteigt die Produktivitäts- und Einkommensentwicklung die steigende Beitragsbelastung, sodass das Nettorealeinkommen trotz höherer Beiträge deutlich steigt. Außerdem müssen versicherungsfremde Leistungen sachgemäß durch Steuern und nicht durch Beiträge finanziert werden, um die Beitragshöhe zu begrenzen.

Christian Kestermann und Christoph Schröder (2021): Der Einfluss von Mindestlohnerhöhungen auf die Einkommensarmut, in: Wirtschaftsdienst Heft 6/2021

Matthias Dütsch and Oliver Bruttel (2021): Cumulative risks in a segmented labour market: Working-time patterns of low-wage workers, Dortmund: Federal Institute for Occupational Safety and Health (BAuA), June 2021
»Based on a unique, representative study comprising about 20,000 indivi- duals, we provide insights into the specific working-time arrangements of low-wage earners regarding the duration of work, atypical work hours and working-time autonomy. Our findings indicate that low-paid workers have si- gnificantly longer average actual working hours. They report higher average weekly overtime and a greater number of unpaid hours. Low-wage workers are more exposed to working hours outside normal working hours. They work more often on weekends and do more rotating day-shift work. Additionally, low-wage workers have less influence on the beginning or end of their working day and on breaks. Finally, they work on demand more often and their working hours change more frequently due to operational reasons.«

Frank Schulz-Nieswandt (2021): Wann ist eine soziale Innovation innovativ? Der erkenntnistheoretische Status eines »Index der Non-Exklusion« als Fluchtpunkt gesellschaftspolitischer Orientierung, Berlin: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), Mai 2021

Christian Günster, Jürgen Klauber, Bernt-Peter Robra, Caroline Schmuker und Alexandra Schneider (Hrsg.) (2021): Versorgungs-Report. Klima und Gesundheit, Berlin: MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2021
»Der aktuelle Versorgungs-Report geht der Frage nach, welche Auswirkungen der Klimawandel auf unsere Gesundheit hat und welche Konsequenzen sich daraus für die medizinische Versorgung in Deutschland ergeben. Dabei bringt er die unterschiedlichen Perspektiven von Umweltepidemiologie, Medizin und Gesundheitspolitik zusammen. Expertinnen und Experten analysieren in insgesamt 16 Fachbeiträgen den Einfluss des Klimawandels auf Erkrankungshäufigkeiten, gefährdete Bevölkerungsgruppen und Infrastrukturen der Gesundheitsversorgung.«

Miriam Peters (2021): Bedingungen digitalen Lernens in der Altenpflege am Beispiel der Technikbereitschaft, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2021
»Digitale Anwendungen gewinnen in Pflege und Pflegebildung zunehmend an Bedeutung. Der Einsatz dieser digitalen Systeme ist nicht nur fachlich bzw. fachwissenschaftlich, sondern auch ethisch und rechtlich abzuwägen und zu legitimieren. Weiterhin sind Arbeits- und Bildungsprozesse zu überarbeiten bzw. grundlegend neu auszurichten. Eine Prämisse der erfolgreichen Nutzung stellt die Akzeptanz der Systeme durch die Nutzenden dar. Über die spezifischen Bedingungen des digital gestützten Lehrens und Lernens in der Altenpflege in Deutschland liegen derzeit noch kaum empirisch gestützte Erkenntnisse vor. Zwar sind digitale Anwendungen auch für diesen Bereich der beruflichen Bildung zunehmend verfügbar, belastbare Erkenntnisse über einschlägige Einschätzungen und Erfahrungen im Handlungsfeld sind aber rar. Insbesondere ist weitgehend unbekannt, welche Verbreitung und Akzeptanz digitale Anwendungen in Ausbildungskontexten der Altenpflege in Deutschland derzeit erfahren. Vor diesem Hintergrund gibt die vorliegende Arbeit erstmals einen Einblick in die Technikakzeptanz von Lehrenden und Lernenden in der Altenpflege am Beispiel Rheinland-Pfalz.«

Anke Jürgensen und Bettina Dauer (2021): Handreichung für die Pflegeausbildung am Lernort Praxis, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2021
»Die Handreichung für die Umsetzung der praktischen Ausbildung aus der Reihe „Pflegeausbildung gestalten“ unterstützt Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter sowie weitere für die praktische Ausbildung Verantwortliche bei ihrer Arbeit: Sie beschreibt die für die praktische Ausbildung relevanten gesetzlichen Grundlagen, erläutert den bundesweit empfehlenden Rahmenausbildungsplan und gibt praktische Beispiele für dessen Umsetzung. Ergänzt wird die Handreichung um Formulare zum Download, die für die eigene Nutzung angepasst werden können. Die Broschüre basiert auf dem Pflegeberufegesetz vom 17. Juli 2017 und der Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung vom 2. Oktober 2018.«

Reinhard Stockmann und Hubert Ertl (Hrsg.) (2021): Evaluation und Wirkungsforschung in der beruflichen Bildung. Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2021
»Was kann die Wissenschaft zur Berufsbildungspraxis beitragen? Wie sollen Projekte, Programme und politischen Strategien weiterentwickelt werden? Ziel von Evaluation, Begleit- und Wirkungsforschung ist, Bedingungen für die Entwicklung von Projekten, Programmen, Modellvorhaben oder Systemreformen zu analysieren. Implementationsprozesse werden wissenschaftlich begleitet. Wirkungen von Interventionsmaßnahmen sollen erfasst und ihren kausalen Ursachenfaktoren zugeschrieben werden. Mit diesem Band widmet sich die Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) der Evaluations- und Wirkungsforschung in der beruflichen Bildung. Es werden neue Trends, Konzepte und Methoden thematisiert.«

Johann Fuchs und Brigitte Weber (2021): Neue Schätzungen für die Stille Reserve – erstmalig Anwendung des IAB-Konzepts auf Gesamtdeutschland. IAB-Forschungsbericht Nr. 6/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Juni 2021

Andrej Holm, Valentin Regnault, Maximilian Sprengholz und Meret Stephan (2021): Die Verfestigung sozialer Wohnversorgungsprobleme. Entwicklung der Wohnverhältnisse und der sozialen Wohnversorgung von 2006 bis 2018 in 77 deutschen Großstädten. Forschungsförderung Working Paper Nr. 217, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Juni 2021
Die Entwicklung der Wohnversorgung im Zeitraum von 2006 bis 2018 zeigt in den 77 untersuchten Großstädten ein strukturell verfestigtes Defizit an leistbaren und angemessenen Wohnungen. Im Jahr 2018 lebten 4,4 Millionen Haushalte in zu kleinen oder zu teuren Wohnungen. Selbst unter Annahme einer optimalen Verteilung des vorhandenen Wohnraumes könnten 1,5 Millionen Haushalte nicht mit leistbaren und angemessenen Wohnungen versorgt werden. Dieser „harte Kern“ der Wohnungsnot entspricht über 18 Prozent aller Mieterhaushalte in den Großstädten. Das Versorgungsdefizit betrifft vor allem kleine Haushalte und Einkommensklassen mit geringen Einkommen.

Hildegard Theobald (2021): An der Corona-Front. Die Erfahrungen der Altenpflegekräfte in Deutschland, Stockholm: FES Nordic Countries, 2021

Evangelischer Verband Kirche Wirtschaft Arbeitswelt (KWA) (2021): Jobcenter der Zukunft. Perspektiven auf eine umstrittene Behörde, Hannover, Juni 2021
»„Hartz IV überwinden!“ heißt es derzeit in der Politik. Kurz vor der Bundestagswahl kündigen verschiedene Parteien an, Hartz IV umbauen oder sogar abschaffen zu wollen. Den dafür zuständigen Behörden, den Jobcentern, könnte ein tiefgreifender Wandel bevorstehen. Aber in welche Richtung? Der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt hat zu dieser Frage bundesweit Menschen befragt, die die Behörde selbst intensiv erleben: Erwerbslose, Jobcentermitarbeitende und soziale Einrichtungen. Ihre vielfältigen Erfahrungen und Ideen werden in dem neuen Report „Jobcenter der Zukunft – Perspektiven auf eine umstrittene Behörde“ vorgestellt, der ab heute bestellt und heruntergeladen werden kann. Der KWA-Report ist ein Beitrag zur politischen Debatte um eine Behörde, die unser soziales Klima prägt wie kaum eine andere. Über fünf Millionen Menschen in Deutschland sind auf Geldzahlungen und Fördermaßnahmen nach Hartz IV existenziell angewiesen. Für viele von ihnen sind damit jedoch auch Ängste und Ausgrenzungserfahrungen verbunden. Der KWA macht Vorschläge für ein Jobcenter, das Menschen motiviert statt bestraft, Abläufe vereinfacht statt verkompliziert und Armut bekämpft statt verfestigt.«

Sarah Jaffe (2021): Organizing Big Tech, New York: Rosa Luxemburg Stiftung, New York Office, April 2021
»Tech trades on its novelty to tell us that it is a sector that we outsiders simply can’t understand. Its lack of unions is explained as a condition of that novelty, rather than a strategy for worker control that dates back before Fordism. Tech workers are told they are not workers at all, but it is precisely the breadth of these companies that proves this is a lie: after all, warehouse workers and autoworkers have long been unionized, and they too fall within the umbrella of “tech” these days.«

Rolf G. Heinze, Dieter Kreimeier, Manfred Wannöffel (Hrsg.) (2021): Lernfabriken an Hochschulen: Neue Lernorte auf dem Vormarsch? Bestandsaufnahme – Curriculare Ausrichtungen – Transferkanäle. Study 456, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Mai 2021

Clara Behrend und Katharina Oerder (2021): Unternehmensmitbestimmung in Gesundheitskonzernen. Study 457, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, April 2021
»Der Gesundheitssektor ist ein schwieriges Feld für die Unternehmensmitbestimmung. Die Studie bietet einen Überblick über die Unternehmensmitbestimmung in 59 Konzernen und vertieft diesen anhand von Fallbeispielen mit Ergebnissen aus qualitativen Interviews. Sie zeigt, dass die Unternehmensmitbestimmung in privaten und konfessionellen Konzernen des Gesundheitswesens kaum verbreitet ist. Nur zehn Prozent der untersuchten Konzerne weisen einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat auf. Und auch in diesen Fällen ist die Unternehmensmitbestimmung nicht immer vollständig umgesetzt.«

Volker Kotte und Andrea Stöckmann (2021): Zum Beschäftigungsbedarf in der Pflege Hamburgs bis 2035: Modellrechnungen für die ambulante und stationäre Pflege. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Nord, 04/2021, Nürnberg, 2021
Volker Kotte und Andrea Stöckmann (2021): Zum Beschäftigungsbedarf in der Pflege Mecklenburg-Vorpommerns bis 2035: Modellrechnungen für die ambulante und stationäre Pflege. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Nord, 03/2021, Nürnberg, 2021
Volker Kotte und Andrea Stöckmann (2021): Zum Beschäftigungsbedarf in der Pflege Schleswig-Holsteins bis 2030: Modellrechnungen für die ambulante und stationäre Pflege. . IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Nord, 02/2021, Nürnberg, 2021

Nils Backhaus, Anita Tisch und Beate Beermann (2021): Telearbeit, Homeoffice und Mobiles Arbeiten: Chancen, Herausforderungen und Gestaltungsaspekte aus Sicht des Arbeitsschutzes, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Mai 2021
»Die folgende Stellungnahme war Gegenstand einer Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Sie fasst arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse zu Homeoffice, Telearbeit bzw. Mobilem Arbeiten zusammen. Dabei werden rechtliche Rahmenbedingungen aber auch Chancen und Risiken erörtert. Es zeigt sich, dass die Arbeit von zuhause bzw. von „überall“ den Arbeitsschutz herausfordert. Ein rechtlicher Rahmen kann eine Orientierung für gesundheitsförderliche Vereinbarungen schaffen und Risiken eindämmen.«

ILO and UNICEF (2021): Child Labour. Global estimates 2020, trends and the road forward, Geneva: International Labour Office (ILO) and New York: United Nations Children’s Fund (UNICEF), 2021
»What the report tells us is alarming. Global progress against child labour has stalled for the first time since we began producing global estimates two decades ago.«

Jochen Pimpertz (2021): Höhere Regelaltersgrenze: 68 reicht nicht. IW-Kurzbericht 34/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Juni 2021
»Mit der fortschreitenden Bevölkerungsalterung muss der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung steigen – trotz sinkendem Rentenniveau und auch nach 2031, dem Anfangsjahr der „Rente mit 67“. Mit einer fortgesetzten Anhebung der Regelaltersgrenze bis auf 70 Jahre ab 2052 ließe sich der Beitragssatzanstieg aber bremsen und gleichzeitig das Sicherungsniveau stabilisieren.«

Stefan Bach und Peter Haan (2021): Kinderfreibetrag reduzieren, Familienleistungen für Geringverdienende ausbauen. DIW aktuell Nr. 64, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Mai 2021
»Jedes vierte bis fünfte Kind in Deutschland lebt in relativer Armut, schätzen ExpertInnen. Um soziale Teilhabe für alle Kinder zu ermöglichen, wird in einigen Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2021 gefordert, das Kindergeld deutlich zu erhöhen und eine Kindergrundsicherung einzuführen, die das Existenzminimum von Kindern effektiver sichern soll. Die vorliegenden Berechnungen zeigen, dass von der bisherigen steuerlichen Ungleichbehandlung durch Kindergeld und Kinderfreibeträge vor allem Haushalte mit hohen Einkommen profitieren. Um diese zu reduzieren, sollte der überhöhte Anteil für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf im Kinderfreibetrag deutlich gesenkt werden. Die dadurch entstehenden Mehreinnahmen von bis zu 3,5 Milliarden Euro sollten vor allem für die Bildungsinfrastruktur und eine zielgenaue Kindergrundsicherung für einkommensschwache Haushalte eingesetzt werden.«

Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2021): Vorschläge für eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung, Berlin, Mai 2021

Johannes Geyer (2021): Die Folgen der Corona-Krise für die Anwartschaften an die gesetzliche Rentenversicherung. Working Paper Forschungsförderung Nr. 216, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Juni 2021
»Die Pandemie wirkt sich stark auf den Arbeitsmarkt aus. Wir untersuchen anhand eines Simulationsmodell die Folgen der Krise für die Rentenanwartschaften der älteren Erwerbsbevölkerung. Welche langfristige Bedeutung hat die soziale Absicherung während der Krise für die Alterseinkünfte? Dafür simulieren wir zwei Szenarien: ein Szenario ohne Krise und ein Szenario mit dem aktuellen Wirtschaftseinbruch. Für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben die sozialen Sicherungsnetze bisher funktioniert. Es kommt zu einem leichten Rückgang der Rentenanwartschaften der betrachteten Bevölkerung.«

Steffen Maretzke und Enno Nowossadeck (2021): Regionale Sterblichkeitsmuster in Deutschland. Altersstruktur, Lebenserwartung und COVID-19. BBSR-Analysen KOMPAKT 09/2021, Bonn: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Mai 2020
»Regionale Sterblichkeitsprozesse waren bisher nur selten ein Gesprächsthema für die breite Öffentlichkeit. Mit COVID­19 hat sich das grundlegend geändert, weil das diese Krankheit auslösende SARS­CoV­2­Virus unser aller Leben stark beeinflusst hat. Steffen Maretzke vom BBSR diskutiert in dieser Publikation gemeinsam mit Enno Nowossadeck vom Robert­Koch­Institut (RKI) in Berlin wesentliche Aspekte der regionalen Sterblichkeit in Deutschland, auch mit Blick auf COVID­19.«

Thomas Klie, Michael Ranft und Nadine-Michèle Szepan (2021): Strukturreform Pflege und Teilhabe II. Pflegepolitik als Gesellschaftspolitik. Ein Beitrag zum pflegepolitischen Reformdiskurs, Berlin: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), Februar 2021
»Das Strategiepapier stellt die Bedingungen guten Lebens für auf Pflege angewiesene Menschen in den Mittelpunkt und betont die Bedeutung der Kommunen: ‚Pflege geschieht vor Ort!‘ so das Autorenteam aus Prof. Dr. habil. Thomas Klie, Staatssekretär Michael Ranft und Diplom-Volkswirtin Nadine-Michèle Szepan. Die Autorin und die Autoren legen ein umfassendes und differenziertes Strategiepapier zum aktuellen pflegepolitischen Reformdiskurs vor. Es wird rechtzeitig zu den Debatten im Kontext der Bundestagswahl 2021 veröffentlicht und entfaltet in neun Reformbausteinen den Weg zu gleichwertigen Lebensbedingungen für auf Pflege angewiesene Menschen in Deutschland. Das KDA leistet mit dieser Publikation aus dem Kreis seiner Kuratorinnen und Kuratoren einen erneuten Beitrag zur Pflegereformdebatte. Der Text knüpft an die Forderungen des KDA an, Pflegepolitik gesellschaftspolitisch radikal neu zu denken.«
➔ dazu auch dieser Grundlagentext: Frank Schulz-Nieswandt (2020): Pflegepolitik gesellschaftspolitisch radikal neu denken. Gestaltfragen einer Reform des SGB XI. Grundlagen, Kontexte, Eckpunkte, Dimensionen und Aspekte, Berlin: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), Januar 2020

Roland Strauß et al. (2021): Hohe Anforderungen, wenig Ressourcen: Arbeitszeiten in der Alten- und Krankenpflege, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Februar 2021
»Beschäftigte in der Pflege arbeiten häufig nachts sowie an Wochenenden und überdurchschnittlich oft in Rufbereitschaft. Gleichzeitig arbeiten sie seltener in Vollzeit. Das zeigen Analysen auf Basis der BAuA- Arbeitszeitbefragung 2019. In der Krankenpflege sind zudem besonders häufig verkürzte Ruhezeiten zu verzeichnen. Ferner berichten Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege von einem geringen Einfluss auf ihre Arbeitszeitgestaltung.«

Marguerita Lane and Anne Saint-Martin (2021): The impact of Artificial Intelligence on the labour market: What do we know so far? OECD Social, Employment and Migration Working Papers No. 256, Paris: OECD, January 2021
»This literature review takes stock of what is known about the impact of artificial intelligence on the labour market, including the impact on employment and wages, how AI will transform jobs and skill needs, and the impact on the work environment. The purpose is to identify gaps in the evidence base and inform future OECD research on AI and the labour market.«

Alexandre Georgieff and Anna Milanez (2021): What happened to jobs at high risk of automation? OECD Social, Employment and Migration Working Papers No. 255, Paris: OECD, January 2021
»This study looks at what happened to jobs at risk of automation over the past decade and across 21 countries. There is no support for net job destruction at the broad country level. All countries experienced employment growth over the past decade. Within countries, however, employment growth has been much lower in jobs at high risk of automation (6%) than in jobs at low risk (18%). Low-educated workers were more concentrated in high-risk occupations in 2012 and have become even more concentrated in these occupations since then. In spite of this, the low growth in jobs in high-risk occupations has not led to a drop in the employment rate of low-educated workers relative to that of other education groups. This is largely because the number of low-educated workers has fallen in line with the demand for these workers. Going forward, however, the risk of automation is increasingly falling on low-educated workers and the COVID-19 crisis may have accelerated automation, as companies reduce reliance on human labour and contact between workers, or re-shore some production.«

Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (Hrsg.) (2021): Brennglas Corona – DigitalPakt für die Kinder- und Jugendhilfe. Stellungnahme der Erziehungshilfefachverbände, Hannover, Freiburg, Frankfurt am Main, 01.06.2021

Szabolcs Sepsi  und Anna Szot (2021): Das Arbeitsschutzkontrollgesetz in der Praxis. Eine erste Bilanz aus der Perspektive von Faire Mobilität, Berlin: Faire Mobilität, Juni 2021

Lisa Pelling (2021): An der Corona-Front. Die Erfahrungen der Altenpflegekräfte in neun europäischen Ländern – zusammenfassender Bericht, Stockholm: FES Nordic Countries, 2021

European Commission (2021): The 2021 Ageing Report. Economic and Budgetary Projections for the EU Member States (2019-2070), Brussels, May 2021

Hans-Dieter Nolting, Richard Ochmann und Karsten Zich (2021): Gesundheitszentren für Deutschland. Wie ein Neustart in der Primärversorgung gelingen kann, Stuttgart: Robert Bosch Stiftung, Mai 2021
Die im Auftrag der Robert Bosch Stiftung vom IGES Institut erstellte Studie modelliert den zu erwartenden Hausärztemangel in Deutschland im Jahr 2035 und beschreibt, wie eine Neuausrichtung der Primärversorgung auf kommunal eingebundene Gesundheitszentren eine Perspektive für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sein kann – auch angesichts demographischer Herausforderung und der Zunahme chronischer Erkrankungen in der Bevölkerung.

Roschan Monsef, Holger Schäfer und Jörg Schmidt (2021): Der Trend zur Zweitbeschäftigung – Nur eine Frage des Geldes?, in: IW-Trends, Heft 2/2021
»Arbeitnehmer gehen in den letzten Jahren deutlich häufiger einer Nebentätigkeit nach. Daher untersucht die vorliegende Studie, ob Nebentätigkeiten primär zur Vermeidung einer sozialen Notlage ausgeübt werden. Eine empirische Analyse zeigt, dass sich die Motivlage bei Mehrfachbeschäftigten – Arbeitnehmer mit abhängiger Nebentätigkeit – und Hybridbeschäftigten – Arbeitnehmer mit selbstständiger Nebentätigkeit – deutlich unterscheidet. So weisen 41 Prozent der Hybridbeschäftigten einen Hochschulabschluss auf, deutlich mehr als der Anteil bei Einfach- und Mehrfachbeschäftigten. Ihr Einkommen im Haupterwerb fällt überdurchschnittlich aus. Bei Mehrfachbeschäftigten dürften finanzielle Aspekte dagegen eine zentrale Rolle spielen, da ihr Bruttostundenlohn im Haupterwerb geringer als der von Arbeitnehmern ohne Nebenbeschäftigung ist und sie dort zu einem deutlich höheren Anteil in Teilzeit beschäftigt sind. Wird das Gesamteinkommen im Haushalt einschließlich der Einkünfte aus Nebentätigkeiten betrachtet, sind keine nennenswerten Unterschiede zu Einfachbeschäftigten zu erkennen. Weitergehende Analysen zeigen, dass Beschäftigte mit geringeren Einkommen im Haupterwerb auch unter sonst gleichen Bedingungen tendenziell höhere Wahrscheinlichkeiten aufweisen, mehrfachbeschäftigt zu sein. Dies gilt allerdings nicht, wenn auch die Einkommen aus Nebentätigkeiten berücksichtigt werden. Würden demnach durch politische Interventionen beispielsweise Minijobs im Nebenerwerb unattraktiver, könnten damit die sozialen Risiken für Betroffene ansteigen, deren Verdienstmöglichkeiten im Haupterwerb begrenzt sind.«

Judith Niehues and Maximilian Stockhausen (2021): Inequality revisited. An international comparison with a special focus on the case of Germany. IW-Report 18/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Mai 2021
»While global extreme poverty and global income inequality have decreased over the last decades before the Corona pandemic, inequality within many industrialized countries has increased. In Germany, net income inequality has increased after the German reunification, but since 2005 there has merely been no change in the distribution of net incomes. A similar picture can be drawn for the development of net wealth, which is generally more unequally distributed than net income. Since the end of the financial crisis, the level of net wealth inequality hast remained almost unchanged. In the last decade, both income and wealth have remarkably increased on average across all income and wealth groups. This development was accompanied by a rising share of labour income reaching levels of the 1990s again. Unfortunately, the Corona pandemic has put a temporary end to the positive income development, and it is not clear so far, what the long-run consequences of the Corona pandemic will be. In the short-run, it is especially a threat to the very poor in developing countries and it is a large challenge in the fight against global extreme poverty.«

Timo Giotto, Hartmut Seifert und Jens Thoemmes (2021): Regelungsstrukturen und Praxis von Arbeitszeitkonten in Deutschland und Frankreich. Acht Fallstudien. Study Nr. 461, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Mai 2021

DBfK (2021): Skill-Grade-Mix im Krankenhaus. Positionspapier, Berlin: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Mai 2021
»Die Rolle der Pflegeberufe und der Mangel an Pflegepersonal sind spätestens in der Pandemie allen bewusst geworden, doch hat sich nichts an der Situation der beruflich Pflegenden verbessert. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zeigt in einem 10-Punkte-Papier, was für die Qualifikationszusammensetzung zu beachten ist, um die pflegerische Versorgung in Zukunft zu verbessern.«

Josef Weinzierl (2021): Alterssicherungsbericht 2020 – Ergebnisse und Reaktionen. Informationen der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung in Bayern, Nr. 03/2021, 11.05.2021

OECD (2021): Reducing the precarity of academic research careers. OECD Science, Technology and Industry Policy Papers No. 113, Paris, May 2021
»This report analyses academic research careers, with a focus on the “research precariat”, defined as postdoctoral researchers holding fixed-term positions without permanent or continuous employment prospects. It identifies policies and practices that aim to improve researchers’ well-being, develop more diverse, equitable and inclusive research systems, attract and retain the best talent in academia, and ultimately improve the quality of science. The report presents a conceptual framework and synthesis of available data and policy information. It draws on a survey of OECD countries that included country notes and interviews with policy officials, funders, representatives of research performing organisations and researchers. It offers recommendations and a set of policy options to improve working conditions and professional development, better link funding to human resource policies, make governance more inclusive, promote equal opportunities and diversity, improve human resource management, promote inter-sectoral and international mobility, and develop the evidence base on research careers.«

Clemens Ohlert (2021): Ausmaß der betrieblichen Betroffenheit vom gesetzlichen Mindestlohn anhand der Verdienststrukturerhebung, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), April 2021
»Ob und wie stark sich der gesetzliche Mindestlohn auf Betriebe auswirkt, hängt maßgeblich davon ab, in welchem Ausmaß diese vom Mindestlohn betroffen sind. Der vorliegende Beitrag nimmt erstmals differenzierte Auswertungen der Verdienststrukturerhebung (VSE) zur betrieblichen Betroffenheit von der Einführung des Mindestlohns vor. Es zeigt sich, dass etwa 37 Prozent der Betriebe im Jahr 2014 mindestens ein Beschäftigungsverhältnis aufwiesen, in dem der Stundenlohn unterhalb von 8,50 Euro pro Stunde lag. In diesen überwiegend kleinen Betrieben waren im Durchschnitt 4,3 Beschäftigungsverhältnisse bzw. etwa 57 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse vom Mindestlohn betroffen. Im Vergleich zu den verfügbaren Ergebnissen auf Basis des IAB-Betriebspanels zeigt sich ein höheres Niveau der betrieblichen Mindestlohnbetroffenheit sowie eine ähnliche Struktur betroffener Betriebe je nach Regionen, Branchen und Betriebsgröße.«

Ruth Enggruber, Frank Neises, Andreas Oehme, Leander Palleit, Wolfgang Schröer und Frank Tillmann (2021): Übergang zwischen Schule und Beruf neu denken: Für ein inklusives Ausbildungssystem aus menschenrechtlicher Perspektive. Expertise im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbandes, Berlin: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband, Mai 2021
»Hintergrund und Anlass dieser Expertise war das „Jubiläum“ der Benachteiligtenförderung am Übergang Schule und Beruf im Jahre 2020. 40 Jahre Erfahrung boten für den Paritätischen Anlass, um sich mit diesem Bereich kritisch auseinanderzusetzen, eine Zwischenbilanz zu ziehen und sich mit der Frage zu beschäftigen, wie das Berufsbildungssystem grundlegend neu ausgerichtet werden kann. Dabei müssen das Berufsausbildungssystem und die Berufsausbildungsförderung insgesamt in den Blick genommen werden. Zudem bestimmen in der jüngeren Zeit die Erkenntnisse des 15. Kinder- und Jugendberichts die Fachdiskussion in der Kinder- und Jugendhilfe, hier insbesondere in der Jugendsozialarbeit. Die drei Kernherausforderungen in der Jugendphase und die Verlängerung der Jugendzeit fordern eine Neubewertung des Aufwachsens im institutionellen Gefüge. Das gilt auch für die Institutionen der Berufsbildung. Vor diesem Hintergrund hat der Paritätische 2020 eine Expertise in Auftrag gegeben, die sich mit dem Übergangsbereich kritisch auseinandersetzt und auf der Grundlage eines menschrechtsbasierten Ansatzes und unter Einbeziehung der UN BRK Anforderungen an und Perspektiven für das Ausbildungssystem beschreibt. In der Expertise finden sich verschiedene Anregungen und Hinweise für eine Vision von einem zukünftigen Ausbildungssystem, in dem der Kinder- und Jugendhilfe und hier insbesondere der Jugendsozialarbeit eine wichtige Aufgabe bei der Durchsetzung der Rechte junger Menschen auf Zugang und Teilhabe im institutionellen Gefüge des Aufwachsens zukommt.«

BAGFW (2021): Positionierung Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zum IAB-Evaluationsbericht, Berlin, 12.05.2021
»Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat in seinem kürzlich veröffentlichten Evaluationsbericht deutlich gemacht, dass mit dem Instrument “Teilhabe am Arbeitsmarkt” gem. § 16i SGB II eine Fördermöglichkeit für langzeitarbeitslose Menschen geschaffen wurde, für die es vorher oft keine passenden Förderungen zur Integration in Erwerbsarbeit gab. Durch §16i SGB SGB II konnte die anvisierte Zielgruppe arbeitsmarktferner Langzeitleistungsbeziehenden gut erreicht und ihren Förderbedarfen entsprechend unterstützt werden. Das Gesetz ist aktuell bis zum Jahr 2024 befristet. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) sieht auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen ihrer sozialen Dienste und Einrichtungen mit der Umsetzung des Instruments und aufgrund von positiven Rückmeldungen der geförderten Teilnehmenden bereits jetzt gute Gründe für die Entfristung des §16i SGB II. Der Soziale Arbeitsmarkt muss zudem weiter ausgebaut werden. Die Wohlfahrtsverbände weisen auch auf Verbesserungsmöglichkeiten hin, die vor dem Hintergrund der Praxiserfahrungen der Einrichtungen und Träger nötig sind. So hat insbesondere das Coaching eine wichtige Funktion und muss zielgerichtet weiterentwickelt und gestärkt werden.«

Bundesministerium für Gesundheit (2021): Siebter Pflegebericht – Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung der Pflegeversicherung und den Stand der pflegerischen Versorgung in der BRD (2016 – 2019), Berlin, 2021

Rat der Arbeitswelt (2021): Vielfältige Ressourcen stärken – Zukunft gestalten. Impulse für eine nachhaltige Arbeitswelt zwischen Pandemie und Wandel, Berlin, Mai 2021
➔ Zusammenfassung

Der Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege (2021): Forderungen für eine selbstbestimmte Pflege, Berlin, Mai 2021

Fachkommission Fluchtursachen der Bundesregierung (2021): Krisen vorbeugen, Perspektiven schaffen, Menschen schützen. Bericht der Fachkommission Fluchtursachen der Bundesregierung, Berlin: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, 2021
➔ Kurzfassung
»Menschen verlassen ihre Heimat, wenn sie dort Gefahren ausgesetzt sind oder wenn sie keine positiven Zukunftsperspektiven für sich und ihre Familien sehen. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind weltweit rund 80 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg oder politischer Verfolgung. Darüber hinaus sind die Auswirkungen des Klimawandels und auch strukturelle Probleme wie Armut, Ungleichheit und das Versagen staatlicher Einrichtungen der Grund dafür, warum viele Migrantinnen und Migranten keine Zukunft in ihrem Herkunftsland sehen. Wie kann man diese Ursachen von Flucht und irregulärer Migration wirksam mindern? Antworten auf diese Frage hat die von der Bundesregierung im Juli 2019 eingesetzte Fachkommission Fluchtursachen gesucht. Nach anderthalb Jahren intensiver Analyse hat die Kommission der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag ihre Ergebnisse am 18. Mai 2021 in einem Bericht vorgestellt.«

Jutta Allmendinger und Michael Wrase (2021): Bildungschancen verbessern. Gesetzliche Regelungsmöglichkeiten des Bundes für eine Förderung von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Rechtsgutachten im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung, April 2021

Herbert Brücker, Lidwina Gundacker, Andreas Hauptmann und Philipp Jaschke (2021): Arbeitsmarktwirkungen der COVID-19-Pandemie: Stabile Beschäftigung, aber steigende Arbeitslosigkeit von Migrantinnen und Migranten. IAB-Kurzbericht Nr. 9/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Mai 2021
»Die deutsche Volkswirtschaft hat sich an den COVID-19-Schock überwiegend durch Kurzarbeit und die Verlegung wirtschaftlicher Aktivitäten in das Homeoffice sowie durch andere Formen der Arbeitszeitverkürzung angepasst. Dabei variieren die Auswirkungen des Schocks zwischen unterschiedlichen Gruppen am Arbeitsmarkt. Geflüchtete und – in geringerem Umfang – andere Migrantinnen und Migranten waren während des ersten Lockdowns überdurchschnittlich von Beschäftigungsabbau und Kurzarbeit betroffen. Geflüchtete konnten die von ihnen ausgeübten Tätigkeiten nur in sehr geringem Umfang im Homeoffice durchführen. Wichtige Ursachen für negative Arbeitsmarkteffekte sind befristete Beschäftigungsverhältnisse, kurze Betriebszugehörigkeiten und Unterschiede in den Tätigkeitsstrukturen. Bei Geflüchteten und anderen Migrantinnen und Migranten ist die Arbeitslosigkeit sehr viel stärker gestiegen, als ihre Beschäftigung gesunken ist. Dies kann unter anderem auf den pandemiebedingten Abbruch und die Unterbrechung von Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen zurückgeführt werden. Unmittelbar nach dem Auslaufen der Eindämmungsmaßnahmen des ersten Lockdowns ist die Beschäftigung der Geflüchteten zwar wieder gestiegen, doch ist ihr Beschäftigungswachstum 2020 sehr viel geringer ausgefallen als in den Vorjahren.«

Johannes Steffen (2021): Rentnerinnen und Rentner – Gewinner der Pandemie? Verqueres zu Corona-Krise und Altersbezügen, 17.05.2021
»Im Windschatten der Pandemie macht sich verqueres Denken mittlerweile auch in der Rentendebatte breit. So werden die Rentner kurzerhand zu den ökonomischen Gewinnern der Corona-Pandemie erklärt. Dieser Gewinn summiere sich bis zum Jahr 2050 (!) auf angeblich fast 100 Milliarden Euro; entsprechend hoch falle die zusätzliche finanzielle Belastung der »Aktiven« aus, die das »Corona-Plus« bei den Renten am Ende stemmen müssten. Um das zu verhindern sei die befristete Deaktivierung des so genannten Nachholfaktors wieder aufzuheben. Was technisch verklausuliert daherkommt zielt am Ende auf die Rücknahme der 2018 vom Gesetzgeber verabschiedeten und zeitlich befristeten Niveaugarantie für die Rente.«

Michael Christl, Silvia De Poli, Tine Hufkens, Andreas Peichl, and Mattia Ricci (2021): The Role of Short-Time Work and Discretionary Policy Measures in Mitigating the Effects of the COVID-19 Crisis in Germany. CESifo Working Paper No. 9072, Munic: CESifo, May 2021
»In this paper, we investigate the impact of the COVID-19 pandemic on German household income using a micro-level approach. We combine a microsimulation model with labour market transition techniques to simulate the COVID-19 shock on the German labour market. We find the consequences of the labour market shock to be highly regressive with a strong impact on the poorest households. However, this effect is nearly entirely offset by automatic stabilisers and discretionary policy measures. We explore the cushioning effect of these policies in detail, showing that short-time working schemes and especially the one-off payments for children are effective in cushioning the income loss of the poor.«

Lawrence Mishel and Josh Bivens (2021): Identifying the policy levers generating wage suppression and wage inequality, Washington, DC: Economic Policy Institute (EPI), May 2021
»Inequalities abound in the U.S. economy, and a central driver in recent decades is the widening gap between the hourly compensation of a typical (median) worker and productivity—the income generated per hour of work. This growing divergence has been driven by two other widening gaps, that between the compensation received by the vast majority of workers and those at the top, and that between labor’s share of income and capital’s. This paper presents evidence that the divorce between the growth of median compensation and productivity, the inequality of compensation, and the erosion of labor’s share of income has been generated primarily through intentional policy decisions designed to suppress typical workers’ wage growth, the failure to improve and update existing policies, and the failure to thwart new corporate practices and structures aimed at wage suppression. Inequality will stop rising, and paychecks for typical workers will start rising robustly in line with productivity, only when we enforce labor standards and embrace policies that reestablish individual and collective bargaining power for workers.«

Ludovica Gambaro, C. Katharina Spieß und Franz G. Westermaier (2021): Erzieherinnen empfinden vielfache Belastungen und wenig Anerkennung, in: DIW Wochenbericht Nr. 19/2021
»Fachkräfte im Bereich der frühen Bildung und Betreuung sind nicht nur für Familien, sondern für die gesamte Gesellschaft essenziell. Oft wird über die Arbeitsbedingungen und das Gehalt von Erzieherinnen diskutiert. Wie diese selbst ihren Beruf, den Arbeitsalltag und die Entlohnung sehen, zeigt dieser Bericht auf Basis neuer und bis Ende 2019 reichender Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und einer speziellen SOEP-Zusatzbefragung in Kitas. Demnach sind Erzieherinnen in nahezu allen Bereichen unzufriedener als Grundschullehrerinnen. Mit Blick auf ihre Gesundheit sind Erzieherinnen fast auf dem Zufriedenheitsniveau von Krankenpflegerinnen angelangt. Weit über die Hälfte fühlt sich durch Zeitdruck mäßig bis sehr stark belastet. 81 Prozent empfinden eine Belastung aufgrund eines als nicht angemessen betrachteten Gehalts. Wenn Erzieherinnen ihre Arbeitszeit verändern möchten, wollen sie diese eher verringern. Mehr Personal in den Einrichtungen wäre nötig, um das Arbeitsumfeld insgesamt attraktiver zu machen und mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können. Das würde nicht nur den Erzieherinnen, sondern auch den Kindern, Familien und der gesamten Gesellschaft zugutekommen. Ein koordiniertes und verstärktes Engagement aller Beteiligten – vom Bund über die Länder und Kommunen bis zu den Kita-Trägern – ist dafür nötig.«

Ludger Wößmann et al. (2021): Bildung erneut im Lockdown: Wie verbrachten Schulkinder die Schulschließungen Anfang 2021?, in: ifo Schnelldienst Nr. 5/2021
»Während der mehrwöchigen Corona-bedingten Schulschließungen Anfang 2021 verbrachten die Schulkinder im Durchschnitt 4,3 Stunden pro Tag mit schulischen Tätigkeiten. Das zeigt eine Befragung von über 2.000 Eltern. Zwar ist das eine knappe Dreiviertelstunde mehr als während der ersten Schulschließungen im Frühjahr 2020, aber immer noch drei Stunden weniger als an einem üblichen Schultag vor Corona.«

Maximilian Joseph Blömer, Sebastian Link, Andreas Peichl und Marc Stöckli (2021): Die Auswirkungen der bedarfsorientierten Grundsicherung auf das Verhalten der Haushalte – ein Überblick. ifo Forschungsberichte 120/2021, München: ifo Institut, Mai 2021 
»In der Öffentlichkeit wird seit einiger Zeit verstärkt eine grundlegende Reform des Sozialsystems in Deutschland diskutiert, deren Forderungen bis hin zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens gehen. Hintergrund sind zum einen zahlreiche Kritikpunkte am bestehenden System der Grundsicherung in Deutschland. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Interaktion verschiedener Transferleistungen, welche teilweise unterschiedliche Verteilungs- und Anreizziele verfolgen. Zum anderen stehen wir aufgrund von Globalisierung, Digitalisierung und technischem Fortschritt vor großen Herausforderungen, aber auch neuen Chancen. Es stellt sich die Frage, ob das bestehende Sozialsystem hierfür gewappnet ist und neue Chancen nutzen kann. Gleichzeitig ist die Literatur in den letzten Jahren um Analysen der Wirkung von Hartz-IV und weiterer Elemente des bestehenden Sozialsystems in Deutschland, sowie um teilweise experimentelle Studien zu Grundeinkommenskonzepten in anderen Ländern, gewachsen. Diese Studie gibt einen Überblick über die Literatur und die Auswirkungen der bedarfsorientierten Grundsicherung auf das Verhalten der Haushalte.«
➔ ifo–Forscher Peichl für umfassende Reform der Grundsicherung (05.05.2021)

Maximilian Blömer, Johanna Garnitz, Laura Gärtner, Andreas Peichl und Helene Strandt (2021): Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Unter- und Überbeschäftigung am deutschen Arbeitsmarkt. Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. ifo Forschungsberichte 119/2021, München: ifo Institut, März 2021
«Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Vollzeitbeschäftigte aufgrund von deutlich stärkeren arbeitszeitlichen Restriktionen häufiger von Überbeschäftigung betroffen sind als Teilzeitbeschäftigte. Außerdem ist die wöchentliche Arbeitszeitdiskrepanz bei Frauen im Durchschnitt größer als bei Männern. Weiterhin stellen wir fest, dass eine strengere Restriktion bei der Realisierung des Arbeitszeitwunschs nicht grundsätzlich durch ein Kind hervorgerufen wird, sondern insbesondere durch institutionelle Faktoren wie der Mangel an oder die zu hohen Kosten einer passenden Kinderbetreuung. So haben insbesondere Mütter bei unzureichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten deutliche Schwierigkeiten, ihre gewünschte Arbeitszeit zu realisieren.«

Alexander Herzog-Stein, Patrick Nüß, Lennert Peede and Ulrike Stein (2021): Germany’s labour market in Coronavirus distress – new challenges to safeguarding employment. IMK-Working Paper No. 209, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), May 2021
»We analyse measures of internal flexibility taken to safeguard employment during the Coronavirus Crisis in comparison to the Great Recession. Cyclical working-time reductions are again a major factor in safeguarding employment. Whereas during the Great Recession all working-time instruments contributed to the reduction in working time, short-time work now accounts for almost all of the working-time reduction. Short-time work was more rapidly extended, more generous, and for the first time a stronger focus was put on securing household income on a broad basis. Still, the current crisis is more severe and affects additional sectors of the economy where low-wage earners are affected more frequently by short-time work and suffered on average relatively greater earnings losses. A hypothetical average short-time worker had a relative income loss in April 2020 that was more than twice as large as that in May 2009. Furthermore, marginal employment is affected strongly but not protected by short-time work.«

TUC (2021): Covid-19 and Insecure Work, London: Trades Union Congress (TUC), April 2021

Landeshauptstadt Stuttgart (2021): Ein Jahr COVID-19 in Stuttgart: Strukturelle Erklärungen des Infektionsgeschehens auf dem Prüfstand. Ergebnisse, Stuttgart: Statistisches Amt, Gesundheitsamt und Sozialamt, 05.05.2021

Sandra Fischer (2021): Kindertagesbetreuung im liberalen Wohlfahrtsstaat Kanadas. Vielfalt und Harmonisierung im Föderalismus. IAQ-Report 2021-05, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Mai 2021
»Kanada hat ein zweigeteiltes Kindertagesbetreuungssystem für noch nicht schulpflichtige Kinder: Kindergärten für Fünfjährige, die in den Schulgesetzen der Provinzen geregelt sind, und Kindertagesbetreuung für unter Fünfjährige, die unter die Kindertagesbetreuungsgesetze der Provinzen fallen. Die Kindertagesbetreuung für unter Fünfjährige entspricht der Logik eines liberalen Wohlfahrtsregimes. Verstärkt durch die dualföderale Staatsorganisation, verhinderte dies bisher, ein allen zugängliches, bezahlbares und qualitativ hochwertiges Kindertagesbetreuungssystem kanadaweit zu etablieren. Nachdem vor allem in den 1980er und 1990er Jahren die intergouvernementalen Beziehungen von Konflikt geprägt waren, stellen das multilaterale Rahmenabkommen von 2017 und die darauf aufbauenden bilateralen Verträge zwischen Bund und Provinzen den Versuch dar, eine Harmonisierung zwischen den Provinzen zu erreichen und gleichzeitig die verfassungsrechtliche Kompetenzzuschreibung zu respektieren. Die Bundesmittel unterstützen die Innovationsfähigkeit der Provinzen; einige scheinen an einem universalistischen Kindertagesbetreuungssystem zu arbeiten.«

Hannah Illing and Theresa Koch (2021): Who Suffers the Greatest Loss? Costs of Job Displacement for Migrants and Natives. IAB-Discussion Paper 8/2021, Nürnberg: Institute for Employment Research of the Federal Employment Agency, May 2021
»Wir sind die ersten, die empirische Belege für Unterschiede in den individuellen Kosten des Arbeitsplatzverlustes für Migranten im Vergleich zu Einheimischen in Deutschland liefern. Unter Verwendung von verknüpften Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten für den Zeitraum 1996-2017 berechnen wir die Verdienst-, Lohn- und Beschäftigungsverluste jedes entlassenen Arbeitnehmers nach einer Massenentlassung im Vergleich zu einem nicht-entlassenen Kontrollarbeiter. Wir stellen fest, dass Migranten aufgrund höherer Lohn-und Beschäftigungsverluste wesentlich höhere Einkommensverluste hinnehmen müssen als Einheimische. Unterschiede in den individuellen Merkmalen und die unterschiedliche Selektion nach Branchen und Berufen können den Unterschied bei den Lohnverlusten vollständig erklären, nicht aber die Unterschiede bei der Beschäftigung nach der Entlassung. Entlassene Migranten haben sowohl eine geringere Wahrscheinlichkeit, wieder eingestellt zu werden, als auch weniger Arbeitstage als entlassene Einheimische. In Bezug auf diverse Kanäle zeigen wir, dass i) Migranten sich in schlechtere Betriebe sortieren und ii) die etwas geringere geografische Mobilität von Migranten zwischen den Bundesländern einen Teil ihres geringeren Wiederbeschäftigungserfolgs erklären kann; iii) unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Konkurrenz durch andere Migranten und nicht durch Einheimische negativ zu den Kosten des Arbeitsplatzverlustes von Migranten beiträgt.«

Markus M. Grabka (2021): Einkommensungleichheit stagniert langfristig, sinkt aber während der Corona-Pandemie leicht, in: DIW Wochenbericht Nr. 18/2021
»Sowohl Löhne als auch bedarfsgewichtete Haushaltseinkommen sind im Zeitraum 2013 bis 2018 real um gut zehn Prozent gestiegen. Hiervon profitierten alle Einkommensgruppen. Die Ungleichheit der Löhne ist seit mehreren Jahren rückläufig und liegt wieder auf dem Niveau wie zu Beginn der 2000er Jahre. Parallel dazu ist der Niedriglohnsektor um zwei Prozentpunkte geschrumpft. Anders verhält es sich bei den Haushaltseinkommen, bei denen sich die Ungleichheit seit vielen Jahren kaum verändert hat. Auch die Niedrigeinkommensquote stagniert. Allerdings ist der Anteil der Personen, die von essentiellem Mangel (materieller Deprivation) betroffen sind, auf ein im europäischen Vergleich niedriges Niveau gesunken. Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat die Einkommensungleichheit in Deutschland leicht abgenommen, was vor allem an den rückläufigen Einkommen bei den Selbstständigen liegen dürfte. Die Pandemie birgt aber die Gefahr, dass durch eine steigende Zahl von Insolvenzen und Arbeitslosen die Einkommen in der Breite wieder sinken. Die Politik sollte die Hilfen an Selbstständige und Unternehmen nicht zu früh einstellen und deren Zielgenauigkeit nachjustieren.«

AG Soziales Europa der Hans-Böckler-Stiftung (2021): #Zukunftsozialeseuropa. Das Europäische Wirtschafts- und Sozialmodell stärken. WSI-Report Nr. 67, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut, Mai 2021

Titan Alon, Sena Coskun, Matthias Doepke, David Koll, and Michèle Tertilt (2021): From Mancession to Shecession: Women’s Employment in Regular and Pandemic Recessions, March 2021

Yvonne Lott, Elke Ahlers, Johanna Wenckebach und Aline Zucco (2021): Recht auf mobile Arbeit – warum wir es brauchen, was es regeln muss. WSI Policy Brief Nr. 55, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Mai 2021

Joachim Wieland (2021): Rechtsgutachten zu den rechtlichen Möglichkeiten einer Rücküberführung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg in öffentliches Eigentum, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2021

Günter Eder (2021): Mehr Rente! Von Österreich lernen und die gesetzliche Rente stärken, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, April 2021

Bernd Belina und Maximilian Pechstein (2021): Wohnungsbaugenossenschaften ernst nehmen und stärker einbeziehen! Potenziell wichtige Bündnispartner progressiver Wohnungspolitik, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, April 2021
»Wohnungsbaugenossenschaften, insbesondere die teils über 100 Jahre alten Traditionsgenossenschaften, werden in progressiven wohnungspolitischen Debatten oft zu wenig beachtet. Dabei zeigt sich, dass sie dank ihres solidarischen Eigentumsmodells, ihrer Erfahrung und ihres Know-hows in der Lage sind, günstigen Wohnraum bereitzustellen. Sie gehören damit zu den wenigen verbliebenen nicht-profitorientierten Akteuren und zu potenziell wichtigen Bündnispartnern einer progressiven Wohnungspolitik. Es gilt, sie ernst zu nehmen und stärker einzubeziehen.«

Johannes Geyer und Hermann Buslei (2021): Einkommenswirkung und fiskalische Kosten der Grünen Garantierente. Politikberatung kompakt 165, Endbericht. Forschungsprojekt im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, April 2021

Amrei Maddox (2021): Lebenssituationen älterer Geflüchteter in Deutschland. Ausgabe 05/2021 der Kurzanalysen des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg, April 2021

Dave Watson (2021): An der Corona-Front. Die Erfahrungen von Altenpflegekräften in Schottland, Stockholm: FES Nordic Countries, April 2021
»Bereits vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie befand sich das dezentralisierte schottische Altenpflegesystem nach Jahren der Vernachlässigung in einer Krise. Die Pandemie hat viele Versäumnisse offengelegt. Sie haben tragische Auswirkungen für ältere Menschen, besonders für diejenigen in Altenpflegeheimen. Die unzureichende Pandemieplanung führte zu weiteren Versäumnissen: beim Testen, bei der Rückverfolgung und der Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung. Insbesondere der Krankentransport von Krankenhäusern in Altenpflegeheime ohne vorherige Tests führte dazu, dass sich das Virus auf eine besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe ausbreiten konnte. Das fragmentierte und größtenteils privatisierte Altenpflegesystem Schottlands war nicht in der Lage, in der ersten Infektionswelle 2020 mit der Situation fertig zu werden.«

Uta Dirksen und Mirko Herberg (Hrsg.) (2021): Gewerkschaften im Wandel 4.0. Wie sich Gewerkschaften weltweit der neuen Welt der Arbeit stellen, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2021

Mike Brewer, Karl Handscomb and Krishan Shah (2021): In need of support? Lessons from the Covid-19 crisis for our social security system, London: Resolution Foundation, April 2021
»This briefing note looks at the lessons we have learnt about the UK’s welfare system over the course of the Covid-19 crisis so far, and what those lessons might mean for its future direction. The £111 billion spent so far on supporting incomes during the pandemic should remind us of the importance of welfare systems. It also provides an opportunity to ask what we want of such a system, and whether it is currently achieving this. Considerations include: protecting public health and family incomes, providing earnings insurance, and support for those with additional costs. Much recent debate about reform has focussed on specific details, or has become unrealistic. It is time to consider broader reforms, while remaining grounded in the real needs of society. This report therefore draws out the lessons for the welfare state from both how the existing system performed and also the changes that were swiftly made to it. It also offers examples of practical policy changes that draw on the experience of the past year.«

Tobias ten Brink, Yuxin Li and Tao Liu (2021): China’s Social Policy Response to Covid-19: Pragmatic Adjustment of Existing Welfare Institutions. CRC 1342 Covid-19 Social Policy Response Series, No. 25, Bremen: SFB 1342 Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik / CRC 1342 Global Dynamics of Social Policy, 2021
»In response to the Covid-19 pandemic, the Chinese government has utilized and pragmatically adjusted existing welfare institutions to ensure social and economic stability, the author team writes in its report. The Chinese government put aside 2 trillion Chinese Yuan (roughly 2% of the GDP) to fund the social and economic Covid-19 countermeasures in 2020. It provided cash benefits and benefits-in-kind for vulnerable people in the fields of health, social assistance, unemployment, and elderly care. In order to support private enterprises during the economic crisis in the first half of 2020, social insurance contributions were reduced and deferred. The Chinese economy recovered quickly, but problems implementing the countermeasures did emerge though, as indicated by the low number of unemployed actually receiving insurance benefits.«

Maja Gustafsson, Kathleen Henehan, Fahmida Rahman and Daniel Tomlinson (2021): After shocks. Financial resilience before and during the Covid-19 crisis, London: Resolution Foundation, April 2021
»This report provides some of the first evidence on how the impact of the Covid-19 crisis on households has differed across countries. It studies the living standards-related factors that contribute to financial resilience (or the lack of it) both before and during Covid-19 in the UK, France and Germany. Overall, we find that pre-crisis vulnerabilities were large, especially in the UK and for lower income households in Germany. We conclude that across all three countries, the impact of the crisis will last via its effects on savings and debt. Going from here, the task for policy makers task is to respond to the specific impacts of the crisis, without losing sight of the longer-term trends and problems that needed action long before the pandemic.«

Alexandra Fedorets und Mattis Beckmannshagen (2021): Mindestlohn: Nicht nur die Höhe ist entscheidend. DIW aktuell Nr. 61, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 26. April 2021
»Sechs Jahre nach der Einführung des Mindestlohns in Deutschland stehen vor allem die Höhe des Mindestlohns und seine europaweite Einführung im Fokus der politischen Debatte. Dabei wird zu wenig auf weitere strukturelle Schwachstellen eingegangen, die im Rahmen der Mindestlohneinführung zutage traten. So lassen sich Stundenlohnerhöhungen nicht eins zu eins in Erhöhungen der Monatseinkommen übersetzen. Auch wird die Einhaltung des Mindestlohns nach wie vor zu wenig und zu ineffektiv kontrolliert sowie betroffene Beschäftigte arbeitsrechtlich zu wenig geschützt. Diese drei Schwachstellen zu beheben wäre eine wichtige Aufgabe für die nächste Bundesregierung, um bessere Löhne im Niedriglohnsektor zu ermöglichen und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Firmen zu schaffen. Die Mindestlohndebatte sollte daher breiter geführt werden und Aspekte wie innovative, kostengünstige und effiziente Kontrollmechanismen, stärkere Anreize für gesetzeskonformes Handeln und Strategien zur Realisierung eines besseren Arbeitsschutzes berücksichtigen.«

Martin Brussig, Werner Eichhorst und Philipp Langer (2021): Versicherungsämter: eine explorative Studie über kommunale Beratungseinrichtungen zur Sozialversicherung. Kurzexpertise. Forschungsbericht 577, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), April 2021
»In dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Jahr 2018 initiierten Zukunftsdialog mit Bürgerinnen und Bürgern wurde neben anderen Aspekten das Bedürfnis nach einer leichteren Orientierung über staatliche Sozialleistungen, einheitlichen Anlaufstellen und kompetenter Beratung deutlich. Hierbei wurden insbesondere dezentrale Einrichtungen wie die kommunalen Versicherungsämter angesprochen. Vor diesem Hintergrund wird mit dieser Kurzexpertise der Status quo der Versicherungsämter und deren Aufgabenwahrnehmung nach § 93 SGB IV beispielhaft aufgezeigt. Dabei stehen Themen wie das Leistungsspektrum und -angebot, die Ausstattung, der Umfang der wahrgenommenen Aufgaben, die Bekanntheit und Nachfrage der Angebote, die Kooperation mit Leistungsträgern und die Bewertung des bestehenden Rechtsrahmens im Vordergrund. Auf Basis explorativer Fallstudien in ausgewählten einzelnen Versicherungsämtern sowie ergänzender Interviews mit Expertinnen und Experten kann eine erste Einschätzung der Funktion und Potenziale der Versicherungsämter vorgenommen und der weitere Forschungsbedarf präzisiert werden.«

Jürgen Figerl, Dennis Tamesberger und Simon Theurl (2021): Umverteilung von Arbeit(-szeit): Eine (Netto)Kostenschätzung für ein staatlich gefördertes Arbeitszeitverkürzungsmodell, in: Momentum Quarterly. Zeitschrift für Sozialen Fortschritt, Heft 1/2021

Jim Frindert, Heiner Dribbusch und Thorsten Schulten (2021): WSI Arbeitskampfbilanz 2020. Streiks unter den Bedingungen der Corona-Pandemie, WSI-Report Nr. 66, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), April 2021
Auch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie haben nach wie vor eine Vielzahl von Arbeitskämpfen stattgefunden. Mit rund 342.000 ausgefallenen Arbeitstagen lag das Arbeitskampfvolumen im Jahr 2020 nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Die Anzahl der an Arbeitskämpfen beteiligten Arbeitnehmer lag mit 276.000 sogar leicht oberhalb des Vorjahres. Deutlich zurückgegangen ist hingegen die Anzahl der Arbeitskonflikte, die 2020 nur 157 erreichte, während es im Vorjahr noch 227 waren. Für das laufende Jahr 2021 ist hingegen wieder mit einer deutlichen Zunahme des Arbeitskampfvolumens zu rechnen.

Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (2021): Memorandum 2021. Corona – Lernen aus der Krise! Alternativen zur Wirtschaftspolitik. Kurzfassung, Bremen, März 2021

Zsolt Darvas (2021): The unequal inequality impact of the COVID-19 pandemic. Working Paper 06/2021, Brussels: Bruegel, March 2021
»GDP contractions are typically associated with within-country income inequality increases. While official income inequality data for 2020 will not be available for about two years, the already available employment data for 2020 shows that the difference between highly-educated and low-educated people in terms of job losses is correlated with the economic shock from the COVID-19 pandemic, suggesting that the depth of the economic recession is related to the increase in within-country income inequality in 2020. Scenarios based on historical patterns of recessions and within-country income inequality increases suggest relatively small increases in global income inequality in 2020. Factors mitigating global inequality increases in 2020 include larger GDP per-capita declines in richer advanced countries than in poorer emerging and developing countries, and the positive GDP growth of China, which suggests that within-country inequality in the world’s most populous country might have not changed much in 2020. In contrast, it is quite likely there was a significant increase in European Union income inequality in 2020, partly reversing the decline during the previous decades.«

National Audit Office (2021): The adult social care market in England. Report by the Comptroller and Auditor General, London: National Audit Office (NAO), 25 March 2021

Thomas Horvath et al. (2021): Effekte von Bildung und Gesundheit auf Erwerbsbeteiligung und Gesamtwirtschaft im demografischen Wandel, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, April 2021
»Während der demografische Wandel dazu führt, dass die Erwerbsbevölkerung in den meisten Industrienationen zunächst altert und anschließend schrumpft, können durch ein höheres Bildungs- und Gesundheitsniveau sowie durch eine bessere Integration von Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden in den Arbeitsmarkt die Erwerbsbeteiligung erhöht und die demografisch bedingte Schrumpfung teilweise abgefedert werden. Das wirkt sich auch positiv auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts aus. Dieses Fokuspapier fasst die Kernergebnisse unserer Studie „The Impact of Education and Health on Labour Force Participation and the Macroeconomic Consequences of Ageing“ kompakt und in deutscher Sprache zusammen.«
Die Studie im Original:
➔ Thomas Horvath et al. (2021): The Impact of Education and Health on Labour Force Participation and the Macroeconomic Consequences of Ageing, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, April 2021
»Der demografische Wandel wird in den nächsten Jahren dazu führen, dass die Erwerbsbevölkerung in den meisten Industrienationen zunächst altert und anschließend deutlich schrumpft. Dadurch tragen immer weniger Menschen zur Erwirtschaftung des materiellen Wohlstands bei, gleichzeitig dämpft die Alterung der Erwerbsbevölkerung die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Die Studie ermittelt anhand von Mikro- und Makrosimulationsrechnungen, wie neben dem demografischen Wandel die Faktoren Bildung und Gesundheit sowie eine bessere Erwerbsintegration von Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden auf die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung (Anzahl der Erwerbspersonen und geleistete Arbeitsstunden) in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich bis zum Jahr 2080 wirken und was daraus für die Gesamtwirtschaft folgt.«

Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (2021): Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher 2021, Berlin: Sachverständigenrat für Verbraucherfragen beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, April 2021

Johannes Seebauer, Alexander S. Kritikos und Daniel Graeber (2021): Warum vor allem weibliche Selbstständige Verliererinnen der Covid-19-Krise sind, in: DIW Wochenbericht Nr. 15/2021
»Die Covid-19-Pandemie hat das Leben vieler Menschen negativ beeinflusst. Auf Basis einer Sonderbefragung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP-CoV) zeigt sich, dass die Pandemie die rund 4,2 Millionen Selbstständigen in Deutschland im Vergleich zu den abhängig Beschäftigten stärker getroffen hat. Dabei besteht ein deutlicher Gender Gap: Während 47 Prozent der selbstständigen Männer Einkommensverluste verzeichnen, sind es bei den selbstständigen Frauen 63 Prozent. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass selbstständige Frauen häufiger in Branchen tätig sind, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind und deshalb mit höherer Wahrscheinlichkeit direkt mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie der Regulierung von Öffnungszeiten konfrontiert werden. Darüber hinaus zeigt sich, dass auch die psychische Gesundheit selbstständiger Frauen stärker unter den Folgen der Pandemie leidet als diejenige selbstständiger Männer. Insgesamt machen die Ergebnisse deutlich, dass die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in ihrer Wirkung nicht geschlechterneutral sind; dies müssen politische Verantwortungsträger stärker berücksichtigen.«

Jasmin Schreyer und Jan-Felix Schrape (2021): Digitale Plattformen in kommerziellen und gemeinwohlorientierten Arbeitszusammenhängen. Study 460, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, April 2020

Aktionsrat Bildung (2021): Führung, Leitung, Governance: Verantwortung im Bildungssystem, Münster: Waxmann, herausgegeben von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, 2021

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) (2021): Corona. Pandemie und Krise. Schriftenreihe Band 10714, Bonn 2021
Die Edition versammelt zum einen Texte, die seit August 2020 zur Corona-Pandemie und -bekämpfung und all ihren Folgen in unterschiedlichen Ausgaben von „Aus Politik und Zeitgeschichte“ erschienen sind, teils aktualisiert, teils mit einem Postskriptum versehen, teils unverändert wiederabgedruckt. Zwei weitere Beiträge stammen aus der 2015 erschienenen Ausgabe „Seuchen“, hier nun in aktualisierter und erweiterter Form. Zudem wurden für diese Edition neue Beiträge verfasst.

Ludger Wößmann et al. (2021): Bildung erneut im Lockdown: Wie verbrachten Schulkinder die Schulschließungen Anfang 2021?, in: ifo Schnelldienst, Nr. 5/2021
»Wir haben über 2 000 Eltern befragt, wie Schulkinder die mehrwöchigen Corona-bedingten Schulschließungen Anfang 2021 verbracht haben. Im Durchschnitt haben die Schulkinder 4,3 Stunden pro Tag mit schulischen Tätigkeiten verbracht. Das ist eine knappe Dreiviertelstunde mehr als während der ersten Schulschließungen im Frühjahr 2020, aber immer noch drei Stunden weniger als an einem üblichen Schultag vor Corona. Fast jedes vierte Kind (23%) hat sich nicht mehr als zwei Stunden am Tag mit Schule beschäftigt. Weiterhin haben die Schulkinder täglich mehr Zeit mit Fernsehen, Computerspielen und Handy (4,6 Stunden) verbracht als mit dem Lernen für die Schule. Ein Viertel (26%) der Schüler*innen hatte täglich gemeinsamen Unterricht für die ganze Klasse (z.B. per Video), aber 39% hatten dies nur maximal einmal pro Woche. 21% der Schüler*innen haben seit den ersten Schließungen an Maßnahmen wie Förder- oder Nachhilfeunterricht oder Ferienkursen teilgenommen, um entgangenen Schulstoff nachzuholen. Die Mehrzahl der Eltern (56%) denkt, dass ihr Kind pro Stunde zu Hause weniger lernt als im regulären Unterricht in der Schule, 22% denken das Gegenteil. Während sich die Lernzeit kaum nach schulischen Leistungen und Familienhintergrund unterscheidet, haben leistungsschwächere Schüler*innen und Nicht-Akademikerkinder zu Hause deutlich weniger effektiv und konzentriert gelernt. Die große Mehrzahl der Schulkinder hat zu Hause Zugang zu Computer und Internet für das Homeschooling. Für die Hälfte der Kinder war die Situation während der Schulschließungen eine große psychische Belastung – deutlich mehr als während der ersten Schließungen (38%). Ein knappes Drittel (31%) der Eltern berichtet, dass ihr Kind während der Corona-Pandemie z.B. wegen Bewegungsmangel an Körpergewicht zugenommen hat. Für 76% der Kinder war es eine große Belastung, nicht wie gewohnt Freunde treffen zu können. Aber es gibt auch positive Aspekte: Die Mehrheit der Eltern gibt an, dass ihr Kind durch die Schulschließungen gelernt hat, sich eigenständig Unterrichtsstoff zu erarbeiten (56%) und mit digitalen Technologien besser umzugehen (66%).«

Martin Burgi und Gerhard Igl (2021): Rechtliche Voraussetzungen und Möglichkeiten der Etablierung von Community Health Nursing (CHN) in Deutschland. Schriften zum Sozialrecht Band 61, Baden-Baden: Nomos, 2021
»In diesem Werk werden zum ersten Mal umfassend die rechtlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten für die Etablierung von Community Health Nursing (CHN) in Deutschland dargelegt. Die bereits existierenden rechtlichen Möglichkeiten werden ebenso geschildert wie die Anforderungen an künftige gesetzliche Regelungen für eine breite Etablierung von CHN. Zu diesem Zweck werden die gesundheitsberufsrechtlichen, sozialleistungsrechtlichen, die möglichen institutionellen Grundentscheidungen und organisatorischen Gestaltungsoptionen sowie auch unter verfassungsrechtlichen Aspekten die Perspektiven für künftige Regelungen aufgezeigt.«

Meike Baas (2021): Bildungsbeteiligung nach Migrationshintergrund. Der Einfluss von Zuwanderungsgeneration, Zuzugsalter und Zuzugsmotiven, in: Wirtschaft und Statistik, Heft 2/2021
«In den letzten Jahren sind sowohl mehr Hochqualifizierte als auch mehr Menschen ohne formalen beruflichen Abschluss nach Deutschland zugewandert. Gerade für Menschen ohne beruflichen Abschluss ist die Bildungsbeteiligung wichtig, sie ist daher eine zentrale Kennzahl der Bildungsdiskussion. Vor diesem Hintergrund wird hier erstmals untersucht, inwiefern sich die Bildungsbeteiligung je nach Zuzugsmotiv unterscheidet und wie Zuzugsmotive mit Herkunftsregionen zusammenhängen. Ziel ist, die Bedeutung des Zuzugsalters erstens für den Zusammenhang von Herkunftsregion und Bildungsbeteiligung und zweitens für den Einfluss von Bildungsabschlüssen auf die Bildungsbeteiligung aufzuzeigen. Datenbasis für die vorgestellte Analyse ist der Mikrozensus 2019.«

Brigitte Aulenbacher, Helma Lutz und Karin Schwiter (Hrsg.) (2021): Gute Sorge ohne gute Arbeit? Live-in-Care in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Weinheim, Basel: Beltz, 2021
»Im Alter gut betreut zu Hause zu leben – dieser Wunsch ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbreitet. Die sogenannte 24-Stunden-Betreuung verspricht, ihn zu erfüllen, ohne jedoch gute Arbeitsbedingungen gewährleisten zu können. Dieser Grundkonflikt durchzieht den Alltag der Live-in-Care, ist Gegenstand von Auseinandersetzungen um Sorge- und Arbeitsbedingungen und führt zum Nachdenken über Alternativen. Das Buch zeigt, wie das transnationale Betreuungsarrangement in den drei Ländern ausgestaltet ist und wie Agenturen, Betreuende, Betreute, Angehörige und weitere Stakeholder mit der Situation umgehen.«

Elke Ahlers, Sandra Mierich, Aline Zucco (2021): Homeoffice. Was wir aus der Zeit der Pandemie für die zukünftige Gestaltung von Homeoffice lernen können. WSI-Report Nr. 65, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), April 2021

Yuliya Kosyakova, Lidwina Gundacker, Zerrin Salikutluk und Parvati Trübswetter (2021): Arbeitsmarktintegration in Deutschland: Geflüchtete Frauen müssen viele Hindernisse überwinden. IAB-Kurzbericht Nr. 8/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Wenke Niehues, Nina Rother und Manuel Siegert (2021): Vierte Welle der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten. Spracherwerb und soziale Kontakte schreiten bei Geflüchteten voran. Ausgabe 04|2021 der Kurzanalysen des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg, April 2021

Birgitta Schweickert et al. (2021): COVID-19-Ausbrüche in deutschen Alten- und Pflegeheimen, in: Epidemiologisches Bulletin, 18/2021, S. 3 -29

Gerry Mitchell (2021): On the Corona Frontline. The Experiences of Care Workers in England, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung Nordic Countries, 2021

Mari Huupponen (2021): On the Corona Frontline. The Experiences of Care Workers in Sweden, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung Nordic Countries, 2021

Marcel Helbig (2021): Als hätte es Corona nicht gegeben. Bildungspolitische Reaktionen auf Schulschließung und Distanzunterricht. WZBrief Bildung Nr. 43, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), März 2021
»Kenntnisse und Chancen der Kinder sind nach Schulschließungen und Distanzunterricht so ungleich wie nie. Zusatzunterricht, Wiederholung von Schuljahren, Reduktion des Stoffs: Es gibt keine einfache Lösung für die Schule nach Corona – die Folgen jedes Weges sollten bedacht werden. Maßstab der Bildungspolitik sind der ursprüngliche Lehrplan und privilegierte Kinder.«

Edgar Grande, Swen Hutter, Sophia Hunger und Eylem Kanol (2021): Alles Covidioten? Politische Potenziale des Corona-Protests in Deutschland. Discussion Paper ZZ 2021-601, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), März 2021
»Die empirische Studie gibt erstmals einen umfassenden Überblick über die politischen Potentiale des Corona-Protests in Deutschland. Basierend auf Umfragedten zeigt sie, dass dieser Protest ein erhebliches und relativ stabiles Mobilisierungspotenzial in der deutschen Bevölkerung besitzt. Dieses Mobilisierungspotenzial wird nicht nur aus radikalen-rechten Randgruppen gebildet. Es besteht zu einem großen Teil aus einer von den etablierten Parteien nicht repräsentierten politischen Mitte, die der staatlichen Politik insgesamt misstrauisch gegenübersteht. Dieses Mobilisierungspotential tendiert über Zeit zunehmend nach rechts und es besitzt aufgrund seiner Anfälligkeit für Verschwörungstheorien ein erhebliches Radikalisierungspotenzial.«

Daniel Stohr, Benedikt Runschke, Sabrina Spies, Patrick Beule, Andrea Laukhuf und Sandra Hofmann (2021): Horizontale Segregation auf dem Arbeitsmarkt: Unterschiedliche Anforderungen an Frauen und Männer? Eine Analyse auf Grundlage von Stellenanzeigen. Working Paper Forschungsförderung Nr. 211, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, März 2021

Zein Kasrin, Bastian Stockinger und Stefan Tübbicke (2021): Aktive Arbeitsmarktpolitik für arbeitslose Geflüchtete im SGB II: Der Großteil der Maßnahmen erhöht den Arbeitsmarkterfolg. IAB-Kurzbericht 7/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Laut Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wurden in den Jahren 2015 bis 2020 etwa 1,9 Millionen Asylanträge in Deutschland gestellt. Diese Studie untersucht, inwieweit Fördermaßnahmen zur Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt beigetragen haben. Es zeigt sich: Die untersuchten Maßnahmen sind ähnlich effektiv für Geflüchtete wie für arbeitslose Grundsicherungsbeziehende insgesamt.«

Wido Geis-Thöne (2021): Mögliche Entwicklungen des Fachkräfteangebots bis zum Jahr 2040. Eine Betrachtung der zentralen Determinanten und Vorausberechnung. IW-Report 11/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), April 2021

Eric Seils und Helge Emmler (2021): Befristete Einstellungen. Die Folgen von Corona. Policy Brief WSI Nr. 54, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), April 2021

Christine Steinhoff (2021): Zur Rolle von Kindern im Corona-Pandemiegeschehen, Berlin: Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages, 25. März 2021

Alexandra Graevskaia, Annelie Molapisi, Benedikt Müller, Nina Müller, Jan Thews, Rafael Behr, Martin Brussig, Antonio Vera und Anja Weiß (2021): Polizei und Migration. Jenseits von Rekrutierung und Weiterbildung. IAQ-Report 2021-04, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), April 2021
»Die Polizeibehörden bemühen sich um die Rekrutierung von Bewerber*innen mit sog. Migrationshintergrund. Im Arbeitsalltag wird Diversität der Beschäftigten insbesondere genutzt, wenn Sprach- und Kulturkenntnisse benötigt werden. Diese Kompetenzen werden jedoch nicht honoriert. Risiken für diskriminierendes Handeln aufgrund von stereotypen Zuschreibungen durch die Polizei steigern sich durch Mängel in der Ressourcenausstattung und durch fehlende Angebote zur professionellen Selbstreflexion. Reformen in der Polizei zielen auf wachsende Sensibilität durch Fortbildungen sowie die Rekrutierung von Bewerber*innen mit Migrationshintergrund. Der Zusammenhang solcher Maßnahmen mit strukturellen Problemlagen bedarf vermehrter Aufmerksamkeit. Verfahrensregeln für Standardsituationen polizeilichen Handelns, etwa zur Hinzuziehung von Dolmetschern, können Polizeibeamt*innen Handlungssicherheit geben und gerade Polizist*innen mit Migrationshintergrund von strittigen Situationen mit Kolleg*innen entlasten. Grundlagenforschung zur Polizeiarbeit kann durch wissenschaftliche Distanz zu Erkenntnissen über das Innenleben der Behörde Polizei sowie die damit verbundenen institutionalisierten Werte und die Entstehung von Wissensbeständen beitragen. Sie begleitet Professionalisierungsbemühungen in der Polizei und lädt Polizeibeamt*innen dazu ein, das eigene berufliche Handeln selbstbestimmt und -bewusst zu reflektieren.«

Michael Klie und Gerhard Streicher (2021: Ökonomische Wirkungen des gemeinnützigen Wohnbaus. Wien: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), März 2021
Die WIFO-Studie beleuchtet die ökonomischen Wirkungen des gemeinnützigen Wohnbaus. Die gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) sind ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Wohnungswirtschaft. Mit 650.000 verwalteten Wohneinheiten repräsentieren sie 40% des gesamten Mietwohnungsbestandes.

Ralf Stegmann, Inga L. Schulz, Ute B. Schröder (2021): Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt: Betriebliche Wiedereingliederung aus der Perspektive der Zurückkehrenden. Ausgewählte Ergebnisse der qualitativen Teilstudie F 2386 einer Mixed-Methods-Follow-Up-Studie zu Entstehensbedingungen von psychischen Krisen und der Rückkehr in den Betrieb, Dortmund/Berlin/Dresden: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), 2021

Damini Purkayastha et al. (2021): Work, health and Covid‐19: a literature review, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), 2021
»With work a key vector of Covid‐19 transmission, this report examines why it is critical that occupational health and safety measures take centre stage in mitigation policies. Workers in sectors declared essential by state authorities have been mandated to continue working in physical settings during the pandemic. Several such sectors involve many face‐to‐face contacts with colleagues and clients, meaning that workers face a higher risk of exposure to Covid‐19. Unregulated safety measures, a lack of personal protective equipment and crowded settings further increase the risk in these sectors. Persisting inequalities are exacerbated by the pandemic, as low‐wage workers, workers from ethnic minorities, migrant workers and women are overrepresented in these sectors. They also face intersecting factors, including precarious contracts, job insecurity, inadequate paid sick leave, a lack of bargaining power and low socioeconomic status. The risks faced by (recent) migrants are compounded by the fact that their residence permits, access to healthcare and housing may be mediated by their employers. Studies show that there is also a gender dimension to the OSH implications of the pandemic, with women facing a higher exposure to the disease, a higher care burden and an increased risk of domestic violence. These patterns of inequality play a significant role in a health crisis, determining who is at greater risk of becoming infected, and whether or not they will have access to healthcare and self‐isolation. Besides recognising Covid‐19 as an occupational disease and providing adequate protection to workers across sectors, it is important for OSH measures to go beyond workplace exposure to the disease and to include the various factors increasing exposure because of work. Policy recommendations include better representation of workers at all levels of employment, sector‐specific OSH measures, broader EU‐wide policies and infrastructures, improved job security and sick leave policies, disaggregated data collection and inclusive messaging.«

Valeria Pulignano et al. (2021): Creative labour in the era of Covid‐19: the case of freelancers, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), 2021
»This working paper identifies some key areas of policy intervention for advancing socially sustainable and fair solutions for freelancers working in the creative industries, who are among those have suffered the most from the economic fallout of the Covid-19 pandemic. In particular, the authors focus on those who work entirely on their own account, without employees (i.e. the ‘solo self-employed’), and who undertake project- or task-based work on a fixed-term basis. While demand for some services (e.g. ICT services, software development, digital communication, media, medical translation and audiobooks) has grown, due to their digital nature or essentiality in the post-Covid reality, other types of creative work have suffered due to increased competition, decreased demand, or because they were entirely put on hold due to the pandemic. National government policy measures aimed at cushioning the impact of Covid-19 on workers’ livelihoods proved necessary but insufficient to guarantee long-term protection. This is because the eligibility criteria for such support measures exclude many freelancers in the creative industries. Moreover, those who have been guaranteed access to national government support are often confronted with the complexity and length of the administrative proceedings which accompany the implementation of these measures. Finally, career development and employability are vulnerable areas for freelancers due to there being a lack of (or insufficient) national funds dedicated to these areas.«

Jürgen Klauber, Jürgen Wasem, Andreas Beivers und Carina Mostert (Hrsg.) (2021): Krankenhaus-Report 2021. Versorgungsketten – Der Patient im Mittelpunkt, Berlin, Heidelberg: Springer, 2021

Maximilian Blömer, Johanna Garnitz, Laura Gärtner, Andreas Peichl und Helene Strandt (2021): Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Unter- und Überbeschäftigung auf dem deutschen Arbeitsmarkt, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, März 2021
»Männer arbeiten im Durchschnitt neun Stunden pro Woche mehr als Frauen. Dabei möchten mehr Männer als Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren und andererseits mehr Frauen als Männer ihre Arbeitszeit ausweiten. Damit besteht Potenzial zur Angleichung der Arbeitszeiten zwischen den Geschlechtern.«

Diakonie Deutschland (2021): Existenzsicherung neu denken – „Hartz IV“ überwinden, Berlin: Diakonie Deutschland. Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung, März 2021

Helge Emmler und Bettina Kohlrausch (2021): Home-Office: Potenziale und Nutzung. Aktuelle Zahlen aus der HBS-Erwerbspersonenbefragung, Welle 1 bis 4. WSI Policy Brief Nr. 52, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2021

Toralf Pusch und Hartmut Seifert (2021): Kurzarbeit – Mehr als eine Beschäftigungsbrücke.  WSI Policy Brief Nr.53, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2021

ISG und IAW (2021): Evaluation des ESF-Bundesprogramms zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter nach dem SGB II auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Endbericht. BMAS-Forschungsbericht 576, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), März 2021
»Das ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter nach dem SGB II auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichte es den teilnehmenden Jobcentern, arbeitsmarktferne langzeitarbeitslose Frauen und Männer durch eine gezielte Ansprache und Beratung von Arbeitgebern, beschäftigungsbegleitendes Coaching sowie Lohnkostenzuschüsse zu unterstützen. Insgesamt wurden rund 20.400 Langzeitarbeitslose im Rahmen des Programms gefördert (2015-2020). Den Ergebnissen der Evaluation zufolge sind die Elemente des Programms erfolgreich. Das soziale Teilhabeempfinden der Geförderten pendelte sich nach anfänglich überraschend hohen Werten auf einem Niveau zwischen dem von Erwerbslosen und Erwerbstätigen ein und konnte somit insgesamt gesteigert werden. Kausalanalysen belegen weiterhin, dass durch das Programm die Wahrscheinlichkeit von potenziell Förderberechtigten, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzunehmen, signifikant erhöht wurde. Die durch die Förderung geschaffenen Beschäftigungsverhältnisse erweisen sich im Vergleich zu anderen Beschäftigungsverhältnissen als überdurchschnittlich stabil. Zudem sind sie zusätzlich, d.h. sie wären ohne das Programm nicht zustande gekommen. Die Höhe der positiven Beschäftigungseffekte führen mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit dazu, dass spätestens bis zum Oktober 2023 eine positive fiskalische Gesamtbilanz erwartet wird. Ergänzende Wirkungsanalysen zur Nachhaltigkeit der Beschäftigungseffekte folgen Ende 2021.«

Anja Bauer et al. (2021): IAB-Prognose 2021: Arbeitsmarkt auf dem Weg aus der Krise. IAB-Kurzbericht Nr. 6/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (2021): Digitalisierung für Gesundheit. Ziele und Rahmenbedingungen eines dynamisch lernenden Gesundheitssystems. Gutachten 2021, Berlin, März 2021
➔ Executive Summary

Theresa Entringer, Jannes Jacobsen, Hannes Kröger und Maria Metzing (2021): Geflüchtete sind auch in der Corona-Pandemie psychisch belastet und fühlen sich weiterhin sehr einsam, in: DIW Wochenbericht, Nr. 12/2021
»Unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden viele Menschen. Geflüchtete gehören jedoch in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu einer der am schlechtesten gestellten Gruppen. Sie leben überdurchschnittlich häufig in beengten Wohneinrichtungen wie Gemeinschaftsunterkünften und sind dadurch einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Gleichzeitig waren sie schon vor der Pandemie überproportional häufig psychisch stark belastet. Sie könnten daher von der Pandemie besonders betroffen sein. Der Wochenbericht untersucht deshalb, wie sich die ersten Monate der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit Geflüchteter ausgewirkt haben. Er zeigt, dass die psychischen Belastungen Geflüchteter im Jahr 2020 unverändert hoch sind. Darüber hinaus fühlten sich Geflüchtete in dieser Zeit weiterhin sehr einsam. Die psychische Gesundheit Geflüchteter sollte daher weiterhin genau beobachtet werden, um einerseits steigenden psychischen Belastungen rechtzeitig entgegenwirken zu können und andererseits bestehende Einsamkeit abzubauen. Dies ist auch für die erfolgreiche Integration der Geflüchteten wichtig.«

DGB (2021): Einkommenssicherung in der Corona-Krise: Günstige Hartz-IV-Regeln gelten weiter. Info für Erwerbstätige mit Einkommenseinbußen, Berlin: DGB-Bundesvorstand, Abteilung Arbeitsmarktpolitik, März 2021
»Bei Anträgen, die bis zum Jahresende gestellt werden, werden Ersparnisse in der Regel nicht berücksichtigt und die tatsächlichen Wohnkosten in voller Höhe erstattet. Ersparnisse müssen nicht mehr vorab aufgebraucht werden und die vertraute Wohnung ist gesichert. Diese Verbesserungen helfen vor allem Soloselbstständigen und Beschäftigten in Kurzarbeit, da Einkommenseinbußen zumindest abgemildert werden.«

Enzo Weber (2021): Zu Mindesthöhe und Qualifizierung beim Kurzarbeitergeld. Stellungnahme des IAB zur öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags am 1.3.2021. IAB-Stellungnahme 2/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), März 2021

Susanna Kochskämper (2021): Reform der sozialen Pflegeversicherung für mehr Nachhaltigkeit? Beleuchtung des Vorhabens des Bundesgesundheitsministeriums. IW-Report 9/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 22.03.2021

Dieter Dohmen, Klaus Hurrelmann und Galiya Yelubayeva (2021): Kein Anschluss trotz Abschluss?! Benachteiligte Jugendliche am Übergang in Ausbildung. Studie des FiBS in Kooperation mit der Akademie für Innovative Bildung und Management (aim). FiBS-Forum Nr. 76, Berlin: Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS), März 2021
»Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge wird in diesem Jahr noch einmal deutlich sinken: Das FiBS schätzt, dass dieses Jahr nur noch rund 430.000 Ausbildungsverträge im dualen System unterschrieben werden könnten. Das sind fast 100.000 weniger als noch 2019 und 35.000 weniger als 2020. Es zeigt sich zudem, dass insbesondere der Anteil der Abiturient:innen im dualen System angestiegen ist, während Jugendliche mit Realschul- oder Hauptschulabschluss immer schlechtere Chancen haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Es steht daher zu befürchten, dass diese Jugendlichen zukünftig noch schlechtere Chancen auf eine Ausbildung haben werden. Es braucht eine zeitnahe und grundlegende Reform des beruflichen Ausbildungssystems in Deutschland, um zu verhindern, dass ein größerer Teil der Jugendlichen zur „Generation Corona“ wird.«

Malte Lübker und Thorsten Schulten (2021): Tarifbindung in den Bundesländern. Entwicklungslinien und Auswirkungen auf die Beschäftigten. Elemente qualitativer Tarifpolitik Nr. 89, 3., aktualisierte Auflage, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2021

Dieter Korczak, Sally Peters und Hanne Roggemann (2021): Private Überschuldung in Deutschland. Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Zukunft der Schuldnerberatung, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, März 2021

Zukunftsforum Public Health (2021): Eckpunkte einer Public-Health-Strategie für Deutschland, Berlin: Zukunftsforum Public Health, März 2021

Thorsten Schulten und das WSI-Tarifarchiv (2021): Tarifpolitischer Jahresbericht 2020. Tarifpolitik unter den Bedingungen der Corona-Pandemie, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2021

Holger Bonin et al. (2021): Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf private Haushalte. Kurzexpertise, Forschungsbericht 575, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, März 2021

Holger Bonin et al. (2021): Auswirkungen der Corona-Krise auf das Familien- und Erwerbsleben. Kurzexpertise. Forschungsbericht 574, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, März 2021

Verena Eberhard und Eric Schuß (2021): Chancen auf eine betriebliche Ausbildungsstelle von Geflüchteten und Personen mit und ohne Migrationshintergrund, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, März 2021
»Insbesondere für Geflüchtete ohne beruflich verwertbare Qualifikationen kann eine betriebliche Ausbildung als erster Schritt in den deutschen Arbeitsmarkt dienen. Studien, die die Zugangschancen in betriebliche Ausbildung von Personen mit Fluchthintergrund untersuchen, sind bislang jedoch rar. Der vorliegende Beitrag versucht diese Forschungslücke zu schließen. Es werden Daten zweier schriftlich-postalischer Befragungen von insgesamt 7.191 Ausbildungsstellenbewerber/-innen des Jahres 2018 genutzt (BA/BIBB-Bewerberbefragung 2018 und BA/BIBB-Fluchtmigrationsstudie 2018). Die Analysen zeigen auf, dass Personen mit Fluchthintergrund und Personen mit sonstigem Migrationshintergrund eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit aufweisen, in betriebliche Ausbildung zu gelangen als es bei Personen ohne Migrationshintergrund der Fall ist. Demgegenüber unterscheiden sich Geflüchtete und Personen mit sonstigem Migrationshintergrund nicht signifikant. Weitere Analysen verdeutlichen, dass der Zugang zu einer betrieblichen Ausbildung für Geflüchtete anderen Logiken zu folgen scheint als es bei migrantischen Personen ohne Fluchthintergrund sowie Personen ohne Migrationshintergrund der Fall ist.«

Frank Bauer et al. (2021): Evaluation der Förderinstrumente nach §16e und §16i SGB II – Zwischenbericht. IAB-Forschungsbericht Nr. 3/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), März 2021
»Mit dem „Teilhabechancengesetz“ wurden zum Jahresbeginn 2019 die Instrumente „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ (§16e SGB II) sowie „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ (§16i SGB II) eingeführt. Beide Instrumente richten sich gleichermaßen an langzeitarbeitslose Leistungsberechtigte, die auch bei guter Arbeitsmarktlage nur geringe Aussichten auf eine ungeförderte Beschäftigung und damit auf ein Leben jenseits staatlicher Transferzahlungen haben. Damit rückt eine Teilgruppe unter den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in den Fokus der arbeitsmarktpolitischen Förderung, die über Jahre hinweg faktisch von regelmäßiger Erwerbstätigkeit und den darüber vermittelten Teilhabemöglichkeiten ausgeschlossen ist. Entsprechend besteht das Kernanliegen beider Instrumente darin, den Geförderten die Beteiligung am Arbeitsleben zu eröffnen und dadurch zur Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit, ihrer Arbeitsmarktchancen und ihrer gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten beizutragen. Zusammen mit der Einführung beider Förderinstrumente hat der Gesetzgeber auch deren umfassende wissenschaftliche Evaluation beschlossen. Die Evaluation erfolgt im Rahmen der Wirkungsforschung nach §55 Abs. 1 SGB II und obliegt damit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Im Fokus der Studie stehen insbesondere die Implementation der Maßnahmen auf Ebene der Jobcenter, ihr betrieblicher Einsatz sowie ihre Wirkungen auf die Beschäftigungsfähigkeit, die Arbeitsmarktchancen und die gesellschaftliche Teilhabe der Geförderten. Der vorliegende Bericht dokumentiert den aktuellen Arbeits- und Erkenntnisstand der wissenschaftlichen Evaluation.«

Holger Bonin et al. (2021): Wirksamkeitsanalyse der Corona-Maßnahmen. Kurzexpertise. Forschungsbericht Nr. 573, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, März 2021

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) und Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) (2021): Stellungnahme zur Stärkung und Zukunft der Intensivpflege in Deutschland, März 2021

Karoline Popp (2021): „No more Morias“? Die Hotspots auf den griechischen Inseln: Entstehung, Herausforderungen und Perspektiven. SVR-Policy Brief 2021-1, Berlin: Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR), März 2021
»Die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln sind seit Jahren überbelegt. Die Menschen dort sind unterversorgt und leben in Unsicherheit. Asyl- und Rückführungsverfahren in den sog. Hotspots verlaufen schleppend. Der Policy Brief des wissenschaftlichen Stabs des Sachverständigenrats bestimmt drei Faktoren, die der Situation in den Hotspots zugrunde liegen: Die Auswirkungen der EU-Türkei-Erklärung von 2016, anhaltende Herausforderungen der griechischen Politik und Verwaltung und die Defizite des europäischen Asylsystems. Die Analyse zeigt die Voraussetzungen auf, die erfüllt sein müssen, um die Lage in den Hotspots zu verbessern und gibt Empfehlungen für ein künftiges gemeinsames europäisches Asylsystem ab.«

Lewe Bahnsen und Frank Wild (2021): Die zukünftige Entwicklung der GKV-Finanzen – Ein Beitrag zur Diskussion um erhöhte Steuerzuschüsse, Köln: Wissenschaftliches Institut der PKV (WIP), März 2021
»Die GKV steht unter wachsendem finanziellen Druck. Wenn der GKV-Beitragssatz konstant bleiben soll, um das 40 %-Ziel zu erhalten, wären in den nächsten Jahren erhebliche Bundeszuschüsse notwendig. Die Analyse unterscheidet, in Abhängigkeit von der zukünftigen Einnahmen- und Ausgabenentwicklung, verschiedene Szenarien und leitet daraus eine Beitragssatzprognose und eine Vorausberechnung zukünftiger Bundeszuschüsse ab. Allein durch die Alterung der Bevölkerung läge der notwendige Bundeszuschuss danach im Jahr 2030 bereits bei knapp 30 Mrd. Euro. Bei einer Ausgaben- und Einnahmenentwicklung wie in den letzten zwanzig Jahren (1999-2019) würde der Steuerzuschuss sogar bis auf 83 Mrd. Euro im Jahr 2030 steigen müssen, um den GKV-Beitragssatz konstant halten zu können. Die Analyse verdeutlicht die Probleme des Umlageverfahrens der GKV in einer alternden Bevölkerung, die durch einen Steuerzuschuss zwar kaschiert, aber nicht gelöst werden können. Steuerzuschüsse erzeugen lediglich eine Finanzierungsillusion, verzerren Ausgabenstrukturen und verwischen Verantwortlichkeiten. Für GKV-Versicherte werden die tatsächlichen Kosten der Absicherung ihres Krankheitsrisikos durch die mangelnde Transparenz weiter verschleiert.«

Steffen Maretzke et al. (2021): Raumordnungsprognose 2040. Bevölkerungsprognose: Ergebnisse und Methodik. BBSR-Analysen Kompakt 03/2021, Bonn: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Februar 2021
Mit dem vorliegenden Heft stellt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) den ersten Teil der Raumordnungsprognose 2040 vor. Dieser umfasst die Bevölkerungsprognose für die deutschen Kreise und kreisfreien Städte für den Zeitraum 2017 bis 2040. In derselben Reihe erscheinen künftig auch die Haushalts- und Erwerbspersonenprognose.

Steve Fazzari and Ella Needler (2021): US Employment Inequality in the Great Recession and the COVID-19 Pandemic, February 2021
»This article compares inequality in US employment across social groups in the Great Recession and the COVID-19 pandemic. We develop an inequality measure that captures both how much employment declines during a recession and the persistence of those declines. The results show a significant shift of job loss from men in the Great Recession to women in the COVID-19 lockdown. White workers fare better than other racial/ethnic groups in both recessions. Black and Hispanic women are hit especially hard in the COVID-19 pandemic. With our job loss measure, less educated workers had modestly worse outcomes in the Great Recession.  However, during COVID-19, less educated workers suffer much more severe employment consequences than more educated groups. We discuss long-term effects of employment inequality and how these findings are relevant to debates about policy responses.«

International Labour Office (2021): World Employment and Social Outlook 2021. The role of digital labour platforms in transforming the world of work, Geneva: International Labour Office (ILO), 2021

Eurofound (2021): COVID-19: Implications for employment and working life, Luxembourg: European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions (Eurofound), 2021

Klaus J. Zink und Harald Weber (2021): Digitale Transformation in der Sozialwirtschaft. Von der Notwendigkeit einer eigenen Innovationskultur, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, März 2021

Lisa Pelling (2021): On the Corona Frontline. The Experiences of Care Workers in Nine European Countries – Summary Report, Stockholm: Friedrich-Ebert-Stiftung, März 2021
»Across Europe, the coronavirus pandemic has hit the elderly hard, and particularly those in elder care, placing care workers on the corona frontline of an underfinanced, understaffed and undervalued care sector. Years of austerity policies and neoliberal new public management have increased the level of privatisation and precarisation, and decreased the rate of unionisation. This report summarises nine country studies on the effect of coronavirus on care workers in Denmark, England, Finland, Germany, Norway, Portugal, Scotland, Spain and Sweden. The report concludes with policy recommendations.«

Gerd Glaeske und Lutz Muth (2021): Cannabis-Report 2020, Bremen: Universität Bremen, SOCIUM, März 2021

Verdi (2021): Erstes Sozialpartnermodell auf der Grundlage des Betriebsrentenstärkungsgesetzes, Berlin: ver.di-Bundesvorstand, März 2021
»ver.di und die Talanx haben ihre Verhandlungen zum ersten Sozialpartnermodell erfolgreich abgeschlossen. Künftig erhalten rund 11.000 Beschäftigte der Talanx-Gruppe die Möglichkeit, eine betriebliche Altersvorsorge auf Grundlage einer Beitragszusage abzuschließen. ver.di-Mitglieder profitieren dabei von Sonderkonditionen. Das Modell soll zum 1. Juli 2021 starten. Realisiert wird die betriebliche Altersversorgung nach dem Sozialpartnermodell unter dem Dach „Die Deutsche Betriebsrente“, bei der die internationalen Konzerne Talanx und Zurich miteinander kooperieren.«

Johannes Geyer (2021): Der Einfluss von Rentenreformen auf Zugänge und Zahlbeträge in Erwerbsminderungsrenten – Modellrechnungen bis 2050. Politikberatung kompakt Nr. 164, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), März 2021

Slavina Spasova, Dalila Ghailani, Sebastiano Sabato, Stéphanie Coster, Boris Fronteddu and Bart Vanhercke (2021): Non-standard workers and the self-employed in the EU: social protection during the Covid-19 pandemic, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), 2021

BMAS (2021): Alterssicherung in Deutschland 2019 (ASID 2019) – Zusammenfassender Bericht. Forschungsbericht 572/Z, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), März 2021
»Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat das Forschungsinstitut Kantar (ehemals TNS Infratest Sozialforschung) zum neunten Mal seit 1986 eine breit angelegte Untersuchung zur Alterssicherung in Deutschland durchgeführt. Analysiert werden die Lebenssituation sowie Art, Höhe, Verteilung und Determinanten der Einkommen der Bevölkerung ab 60 Jahren auf der Ebene von Personen und Ehepaaren. Die Datengrundlage bildet eine repräsentative, bei Einwohnermeldeämtern gezogene Adressenstichprobe. Der Nettodatensatz ist mit 30.431 Personen hinreichend groß für differenzierte Analysen, insbesondere für Männer und Frauen in Deutschland insgesamt sowie den alten und neuen Ländern. Die wichtigsten Ergebnisse werden in einem Zusammenfassenden Bericht sowie drei Tabellenbänden ausgewiesen. Eine menügesteuerte Betrachtung der Tabellenbände ist über die Internetseite www.alterssicherung-in-deutschland.de möglich.«

Serife Erol, Elke Ahlers und Sergej Schleicher (2021): Betriebliche Weiterbildung als Handlungsfeld der Betriebsräte, Policy Brief WSI Nr. 51, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut, März 2021

Jonas Jessen, C. Katharina Spieß und Katharina Wrohlich (2021): Sorgearbeit während der Corona-Pandemie: Mütter übernehmen größeren Anteil – vor allem bei schon zuvor ungleicher Aufteilung, in: DIW Wochenbericht Nr. 9/2021
»Eltern haben im Zuge der ersten coronabedingten Kita- und Schulschließungen einen Großteil der Bildungs- und Betreuungsarbeit übernommen. Vielfach wurde in der Öffentlichkeit diskutiert, inwiefern die Corona-Pandemie die Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit zwischen Müttern und Vätern verändert hat. Eine Auswertung neuer pairfam-Daten zeigt ein differenziertes Bild: Einerseits hat sich der Anteil der Paare, die sich Kinderbetreuung und Hausarbeit egalitär aufteilen, nicht signifikant verändert. Andererseits ist bei Paaren, bei denen die Frauen bereits vor der Pandemie den überwiegenden Teil der Sorgearbeit übernommen haben, das Ungleichgewicht in der Pandemie noch größer geworden. Im Frühjahr und Sommer 2020 haben Frauen in rund 16 Prozent und damit im Vorjahresvergleich in etwa doppelt so vielen Familien (fast) vollständig die Kinderbetreuung übernommen. Wenn Mütter im Homeoffice arbeiten, erledigen sie auch mehr Sorgearbeit, während dies bei Vätern nicht der Fall ist. Die Aufteilung der Sorgearbeit wird dabei von Müttern und Vätern sehr unterschiedlich wahrgenommen. Die Politik sollte aus einer gleichstellungspolitischen Perspektive bei neuen familienbezogenen Leistungen die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit stärker in den Blick nehmen. Helfen könnten beispielsweise finanzielle Anreize für eine gleichmäßigere Aufteilung der Elternzeit.«

Julia Schmieder und Katharina Wrohlich (2021): Gender Pay Gap im europäischen Vergleich: Positiver Zusammenhang zwischen Frauenerwerbsquote und Lohnlücke, in: DIW Wochenbericht, Nr. 9/2021
»Das öffentliche Interesse am Gender Pay Gap ist in den letzten Jahren in Deutschland deutlich gestiegen. Gleichzeitig hat sich bei der prozentualen Lohnlücke zwischen Frauen und Männern hierzulande kaum etwas getan. Ein europäischer Vergleich zeigt, dass niedrigere Frauenerwerbsquoten tendenziell mit einem niedrigeren Gender Pay Gap einhergehen. Eine Erklärung hierfür sind über die Länder variierende Geschlechterunterschiede in den Charakteristika der erwerbstätigen Bevölkerung. Sowohl im Vergleich zu allen Ländern als auch ausschließlich zu solchen mit ähnlichen Frauenerwerbsquoten hat Deutschland einen der höchsten Gender Pay Gaps in Europa. Im Gegensatz dazu fallen die nordischen Länder mit ihren vergleichsweise niedrigen Lohnlücken bei gleichzeitig hohen Frauenerwerbsquoten im europäischen Vergleich besonders positiv auf. Die Ausweitung der Partnermonate beim Elterngeld, der quantitative und qualitative Ausbau der Kinderbetreuung und eine Reform des Ehegattensplittings sind geeignete Instrumente um mehr Gleichstellung am Arbeitsmarkt zu erreichen – sowohl hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung als auch der Löhne.«

Jean-Victor Alipour, Oliver Falck, Andreas Peichl und Stefan Sauer (2021): Homeoffice-Potenzial weiterhin nicht ausgeschöpft. ifo Schnelldienst digital Nr. 6/2021, München: ifo Institut, 06.03.2021
»Am 19. Januar 2021 beschloss die Bund-Länder-Konferenz die Einführung einer Homeoffice-Pflicht für Arbeitgeber*innen. Damit reagierte die Politik auf eine niedrige Homeoffice-Quote im November 2020. Neue Zahlen der ifo Konjunkturumfrage unter 7.800 Unternehmen belegen nun, dass der Anteil der Firmen, die Homeoffice nutzten, im Februar 2021 bei 81% lag. Insgesamt arbeiteten im Februar 2021 rund 30% der Beschäftigten mindestens teilweise im Homeoffice. Das Homeoffice-Potenzial von 56% wurde demnach weiterhin nicht ausgeschöpft.«

Anja M. Hahn, Konstantin A. Kholodilin und Sofie R. Waltl (2021): Die unmittelbaren Auswirkungen des Berliner Mietendeckels: Wohnungen günstiger, aber schwieriger zu finden, in: DIW Wochenbericht Nr. 8/2021
»Vor einem Jahr trat in Berlin der Mietendeckel in Kraft, mit dem die seit Jahren stark steigenden Mieten für fünf Jahre eingefroren werden sollen. Der Mietendeckel sieht verbindliche Quadratmeterpreise vor, nur wenig differenziert und nur mit wenigen Ausnahmen. Mithilfe von Mietannoncen werden die Effekte dieser Maßnahmen auf den Berliner Wohnungsmarkt untersucht. Die in den Annoncen geforderten Mieten für die regulierten Wohnungen sind demnach in direkter Folge auf die rechtlich bindende Einführung am 23. Februar 2020 im Vergleich zu den unregulierten um sieben bis elf Prozent gefallen. Aber nur für ein Viertel dieser annoncierten Wohnungen werden in den Inseraten regelkonforme Mieten angegeben. Zudem ist die Zahl der inserierten Mietwohnungen deutlich zurückgegangen. Im Umland, beispielsweise in Potsdam, das dem Mietendeckel nicht unterliegt, sind gleichzeitig die Preise um rund zwölf Prozent gestiegen. Die langfristigen Auswirkungen des Mietendeckels sind zwar noch unbekannt, allerdings weisen erste Indizien sowie die umfangreiche empirische Literatur auf eher negative Effekte hin. Zielführender wäre es, mehr Anstrengungen in den Wohnungsbau zu stecken.«

Lebenslagen in Deutschland. Der Sechste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Entwurfsstand: 18. Januar 2021

Silke Völz und Jan Hendrik Schnecke (2021): Beruf und Pflege besser vereinbaren: individuelle und betriebliche Perspektiven als regionaler Gestaltungsansatz. Forschung aktuell 03/2021, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen, März 2021
»Immer mehr Erwerbstätige pflegen eine angehörige Person zu Hause. Obwohl zahlreiche Studien dazu vorliegen, bleibt die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege für viele der Betroffenen im Alltag schwierig. Im demografischen Wandel stehen insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen vor der Herausforderung, Fachkräfte zu halten und die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit aktiv zu gestalten. Erste Befunde aus dem Projekt work & care zeigen, dass auf betrieblicher Ebene trotz zahlreicher gesetzlich geregelter Hilfemaßnahmen spezifisches Handlungswissen fehlt und oft betriebliche ad-hoc-Lösungen vorherrschen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist nicht nur eine Frage individueller Ressourcen und betrieblicher Strategien. Mit Blick auf nachhaltige Lösungsansätze geht es auch um eine regionale Entwicklungsaufgabe. Dafür entwickelt das Projekt work & care ein offenes Kompetenz-Netzwerk in Ostwestfalen-Lippe.«

Michaela Fuchs, Anne Otto und Birgit Fritzsche (2021): Systemrelevante Berufe und das Potenzial für Homeoffice: Eine geschlechtsspezifische Bestandsaufnahme für Thüringen. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen, Nr. 01/2021, Nürnberg 2021
»Frauen sind von der Corona-Krise weitaus stärker betroffen, als dies in früheren Krisen der Fall war. Unter anderem sind sie stärker in den systemrelevanten Berufen vertreten, also denjenigen Berufen, die als unverzichtbar für das Funktionieren der Gesellschaft und die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur gelten. Gleichzeitig aber haben sie in einem größeren Maße als Männer die Möglichkeit, zumindest zeitweise von zu Hause zu arbeiten und damit den Vorgaben des Arbeitsschutzes und der sozialen Distanzierung nachzukommen. Vor diesem Hintergrund unterzieht die vorliegende Analyse die Arbeitsmarktsituation von Frauen und Männern in den systemrelevanten Berufen sowie deren Homeoffice-Potenziale in Thüringen einer umfassenden Bestandsaufnahme. In Thüringen arbeitet rund ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – vorrangig Frauen – in den systemrelevanten Berufen. Die Studie zeichnet ein sehr differenziertes Bild dieser Berufe, in denen Frauen vielfach eine ungünstigere Arbeitsmarktsituation als Männer aufweisen. In einigen Berufen jedoch ist die Situation der Frauen ähnlich oder sogar besser als die der Männer. Frauen arbeiten in frauendominierten Berufen vorwiegend in Teilzeit, während Männer hauptsächlich eine Vollzeittätigkeit ausüben. Männer weisen zudem in vielen systemrelevanten Berufen eine stärkere Spezialisierung auf anspruchsvolle und komplexe Tätigkeitsniveaus auf. Dieser Befund steht in Zusammenhang damit, dass Männer in vielen systemrelevanten Berufen höher entlohnt werden als Frauen. Im Gegenzug sind Frauen in den meisten systemrelevanten Berufen seltener von Arbeitslosigkeit betroffen. In Thüringen kann theoretisch etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten zumindest zeitweise im Homeoffice arbeiten. Hierbei haben Frauen ein wesentlich höheres Homeoffice-Potenzial als Männer. Diese Diskrepanz beruht hauptsächlich auf der geschlechtsspezifischen Berufssegregation und hiermit verbundenen unterschiedlichen Tätigkeitsstrukturen. In den systemrelevanten Berufen gibt es nur ein geringes Homeoffice-Potenzial, da vielfach die physische Präsenz am Arbeitsplatz erforderlich ist. Demgegenüber bieten Arbeitsplätze mit komplexeren Arbeitsinhalten wie bei Spezialisten- und Experten einen besseren Zugang zu Homeoffice. Um die stärkere Betroffenheit von Frauen in kommenden Krisen, aber auch generell auf lange Sicht zu verringern, sollten die Rahmenbedingungen künftig verbessert werden. Ansatzpunkte hierfür bieten u. a. eine bessere finanzielle Entschädigung für Lohnausfälle der Eltern bei Kita- und Schulschließungen, bessere Voraussetzungen für die ausgewogenere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Partnern, ein weiterer Ausbau der Betreuungsinfrastruktur sowie eine höhere Entlohnung und Wertschätzung in systemrelevanten Berufen.«

Andreas Hövermann (2021): Belastungswahrnehmung in der Corona-Pandemie. Erkenntnisse aus vier Wellen der HBS-Erwerbspersonenbefragung 2020/21. WSI Policy Brief Nr. 50, März 2021

Jörn Boewe, Florian Butollo und Johannes Schulten (2021): Organizing Ryanair. Die transnationale Gewerkschaftskampagne bei Europas Billigfluglinie Nummer Eins. Analysen Nr. 63, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2021

Aline Zucco und Yvonne Lott (2021): Stand der Gleichstellung. Ein Jahr mit Corona. WSI-Report Nr. 64, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), 2021
➔ dazu: Corona und Gleichstellung: Neue Studie beleuchtet Wirkung auf Gender Pay Gap, Arbeitszeiten und Aufteilung von Sorgearbeit. Forscherinnen finden ambivalente Trends (01.03.2021)

Weber und Gerd Zika (2021): Langfristige Folgen der Covid-19-Pandemie für Wirtschaft, Branchen und Berufe. IAB-Forschungsbericht Nr. 2/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021

Carolin Abd El-Aziz et al. (2021): Junge Menschen und die Riester-Rente. IAQ-Report 2021-03, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Februar 2021
»Die Verbreitung der 2002 eingeführten Riester-Rente stagniert seit Jahren und ist seit 2018 sogar rückläufig. Insbesondere haben von den 25- bis 35-Jährigen nur gut 26 % einen Riester-Vertrag. Im Rahmen von drei studentischen Forschungsprojekten erwies sich ein (zu) geringer Wissensstand junger Menschen über Alterssicherung allgemein und die Riester-Rente im Besonderen als ein erheblicher Grund für das geringe Interesse an Riester-Produkten. Riester-Verträge werden als Versicherungsprodukt wahrgenommen, das von gewinnorientierten Versicherungsvertretern verkauft wird. Auch sehen sich junge Menschen nicht als Zielgruppe. Anbieter von Riester-Produkten üben selbst Kritik an ihrer Komplexität. Sie entwickeln keine gezielte Ansprachestrategie, mit der sie junge Menschen für Riester-Renten interessieren könnten. Eine frühe Beschäftigung mit dem Thema Alterssicherung in der Schule wie auch die Entwicklung gezielter Ansprachestrategien könnten helfen, junge Menschen zu einer früheren Beschäftigung mit dem Thema (private) Alterssicherung zu animieren. Bei den jungen Befragten waren mehrheitlich Vorstellungen von und Erwartungen an Alterssicherung ausgeprägt, die auf die unvermindert hohe Bedeutung einer allgemeinen kollektiven Absicherung verweisen, wie sie am ehesten die Gesetzliche Rentenversicherung gewährleisten kann.«

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (2021): Eckpunkte der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zu einer möglichen Neuregulierung der Suizidassistenz und Stärkung der Suizidprävention, Berlin, 24.02.2021

Sara Grubanov Boskovic et al. (2021): Health and long-term care workforce. Demographic challenges and the potential contribution of migration and digital technology, Luxembourg: European Commission, 2021

Katrin Hüsken, Kerstin Lippert und Susanne Kuger (2021): Der Betreuungsbedarf bei Grundschulkindern. DJI­Kinderbetreuungsreport 2020, München: Deutsches Jugendinstitut (DJI), Februar 2021

Jeffrey Anton, Sandra Hubert und Susanne Kuger (2021): Der Betreuungsbedarf bei U3­ und U6­Kindern. DJI­Kinderbetreuungsreport 2020, München: Deutsches Jugendinstitut (DJI), Januar 2021

Malte Lübker und Thorsten Schulten (2021): WSI-Mindestlohnbericht 2021. Ist Europa auf dem Weg zu angemessenen Mindestlöhnen? WSI-Report Nr. 63, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Februar 2021
»Angemessene Mindestlöhne für alle Beschäftigten in Europa sind das Ziel, das die Europäische Kommission mit einem Ende 2020 vorgestellten Richtlinienentwurf verfolgt. Um ein menschenwürdiges Einkommen zu ermöglichen, müssen die Mindestlöhne in nahezu allen EU-Mitgliedsländern erheblich steigen – ein mittelfristiges Vorhaben, welches nach Berechnungen der Kommission deutlich positive soziale Auswirkungen hätte. So würden mehr als 25 Mio. Beschäftigte in Europa davon profitieren, wenn die gesetzlichen Mindestlöhne auf 60% des Medianlohns bzw. 50% des Durchschnittslohns angehoben werden würden. Allein in Deutschland, wo 60% des Medians einem Mindestlohn von rund 12€ entsprechen, gäbe es gut 6,8 Mio. Begünstigte.«

➔ Dazu auch: Mindestlöhne: Im EU-Mittel deutlich schwächere Zuwächse, Initiative der EU-Kommission gerade in Corona-Krise wichtig (26.02.2021)

Thomas Gerlinger (2021): Vom versäulten zum integrierten Versorgungssystem: Reformbedarf und Handlungsempfehlungen. Working Paper Forschungsförderung Nr. 205, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2021
»Die Strukturen der Gesundheits- und Krankenversorgung sind in Deutschland hochgradig fragmentiert. Dies führt zu vermeidbaren Versorgungsmängeln und Kosten. Eine Integration von Versorgungsstrukturen ist vor allem angesichts des Bedeutungszuwachses chronischer Erkrankungen dringend erforderlich. Die vorliegende Studie analysiert den Stand der gesundheitspolitischen Bemühungen um eine Integration von Versorgungsstrukturen im deutschen Gesundheitssystem. Sie benennt zentrale Herausforderungen und formuliert dazu Handlungsempfehlungen.«

Wolfhard Kohte und Susanne Kaufmann (2021): Lotsen und Netzwerke in der betrieblichen Gesundheitspolitik. Forschungsförderung Working Paper Nr. 206, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2021
»Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) soll zum Leitbildwechsel von der Ausgliederung gesundheitlich beeinträchtigter Beschäftigter zu einer nachhaltigen Eingliederung beitragen. Doch in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fehlen oft Ressourcen für ein BEM. In der Studie werden gelungene Beispiele berichtet, wie durch betriebsnahe Lotsen die Kluft zur sozialrechtlich-administrativen Außenwelt verringert werden kann. Insbesondere für Betriebsräte und Schwerbehindertenvertretungen ergeben sich dadurch neue Kooperationsmöglichkeiten, mit denen Allianzen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit gestärkt werden können. Für Rehabilitationsträger, die Selbstverwaltung oder Integrationsämter eröffnen sich neue Optionen einer aufsuchenden und niedrigschwelligen Beratung.«

Till Kathmann (2021): Gewerkschaftliche Strategien im Niedriglohnsektor. Eine Analyse ihrer Herausforderungen und Gelingensbedingungen. Arbeit und Wirtschaft in Bremen 33/2021, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen und Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw), 2021
»Die Lohnentwicklung in Deutschland war in den letzten Jahrzehnten in den unteren Lohnsegmenten überwiegend durch Stagnation oder gar Realeinkommensverluste gekennzeichnet, was unter anderem im gezielten Ausbau des Niedriglohnsektors begründet war. Den Gewerkschaften ist es trotz schwindender Organisationsmacht und teilweise massivem Widerstand (auch anfänglich innergewerkschaftlichem) gelungen, den allgemeinen Mindestlohn durchzusetzen. Obgleich daraufhin die untersten Löhne anstiegen, hat sich die Niedriglohnquote nicht wesentlich verändert. Das kann auch darauf zurückgeführt werden, dass der Mindestlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle liegt. In der vorliegenden Studie werden das Sicherheits- und Bewachungsgewerbe, das Friseurhandwerk, die Gebäudereinigung sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe untersucht. Der Untersuchungszeitraum beginnt schwerpunktmäßig nach der Einführung des Mindestlohns 2015. Ziel der Analysen ist es, Gelingensbedingungen aus Sicht der Gewerkschaften zu identifizieren, um hohe Tariflohnsteigerungen durchzusetzen, den Einsatz atypischer Beschäftigungsformen zu reduzieren und darüber hinaus Arbeitsbedingungen im Niedriglohnsektor zu verbessern. Damit soll die Analyse einen Beitrag dazu liefern, die Strategien gegen Niedriglöhne zu systematisieren und zu verbessern.«

Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes (2021): Neuer Tarifabschluss sichert weiterhin gute Arbeitsbedingungen. Altmann: „Wir setzen auf die Pflegekommission und den Wettbewerb von Tarifwerken“ – keine Zustimmung zur Allgemeinverbindlicherklärung, Pressemitteilung Nr. 1/2021 vom 25.02.2021

Lucy Redler (2021): Unsere Gesundheit, ihr Profit? Fallstudien zu Union-Busting privater Gesundheits- und Pflegekonzerne und gewerkschaftlicher Gegenwehr, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2021

Daniel Seikel (2021): Die Formel für ein soziales Europa. Komplementäre Sozialpolitik plus sozialkompatible Gestaltung von Währungsunion und Binnenmarkt, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2021
»Das soziale Potenzial europäischer Politik ist strukturell begrenzt. Die Zukunft eines sozialen Europas liegt daher nicht in einem europäischen Super-Wohlfahrtsstaat, sondern in der Stärkung der nationalen Pfeiler des europäischen Sozialmodells, dem demokratischen Wohlfahrtsstaat und institutionalisierten Arbeitsbeziehungen. Welche Aufgaben kommen hierbei auf die europäische Politik zu? Sie muss die europäischen Fiskalregeln reformieren, soziale Rechte effektiver schützen und soziale Mindeststandards einführen.«

Alexander Rommel et al. (2021): Bevölkerung mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Verläufe in Deutschland. Auswertungen der Studie GEDA 2019/2020-EHIS, in: Journal of Health Monitoring, 2021, 6(S2)
»Nur ein Teil der Menschen mit COVID-19 ist von einem schweren oder kritischen Krankheitsverlauf betroffen. Viele dieser Personen weisen Risiken wie ein hohes Alter oder Vorerkrankungen auf und stehen bei Schutzmaßnahmen besonders im Fokus. Ziel ist es, die Zahl dieser Personen in Deutschland zu bestimmen und nach Alter, Geschlecht, Bildung, Lebensform und Bundesland zu differenzieren. Die Auswertungen beruhen auf der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA) 2019/2020-EHIS, die als bundesweite telefonische Querschnittbefragung zwischen April 2019 und Oktober 2020 durchgeführt wurde. Die Definition eines erhöhten Risikos für einen schweren COVID-19-Verlauf erfolgte vornehmlich durch das Alter und die Vorerkrankungen der Befragten. Etwa 36,5 Millionen Menschen in Deutschland haben danach ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf. Unter diesen gehören 21,6 Millionen Menschen zur Hochrisikogruppe. Überdurchschnittlich viele Personen unter Risiko sind alleinlebend. Die Prävalenz für ein erhöhtes Risiko ist bei Männern mittlerer Altersgruppen höher als unter gleichaltrigen Frauen und bei Personen mit geringer Bildung deutlich höher als unter Hochgebildeten. Im Saarland und in den ostdeutschen Bundesländern leben anteilig die meisten Menschen mit einem erhöhten Risiko. Bei der Bekämpfung der Pandemie ist zu berücksichtigen, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung ab 15 Jahren ein erhöhtes Risiko aufweist. Zudem kann die regional unterschiedliche Risikolast bei der Maßnahmenplanung relevant sein.«

Isabel Z. Martínez, Daniel Kopp, Rafael Lalive, Stefan Pichler und Michael Siegenthaler (2021): Corona und Ungleichheit in der Schweiz. Eine erste Analyse der Verteilungswirkungen der Covid-19-Pandemie. KOF Studien, Nr. 161, Zürich: KOF Konjunkturforschungsstelle, ETH Zürich, Februar 2021

Holger Bonin et al. (2021) Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeitswelt auf die Erwerbstätigkeit von Frauen. Kurzexpertise. BMAS-Forschungsbericht Nr. 568, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Februar 2021

Olaf Deinert (2021): Betriebsverfassung in Zeiten der Globalisierung. HSI-Schriftenreihe Bd. 38, Frankfurt am Main: Hugo-Sinzheimer-Institut für Arbeits- und Sozialrecht, 2021

Rüdiger Krause (2021): Agile Arbeit und Betriebsverfassung. HSI-Schriftenreihe Bd. 37, Frankfurt am Main: Hugo-Sinzheimer-Institut für Arbeits- und Sozialrecht, 2021
»Digitalisierung und Transformation verändern die Betriebe in hohem Tempo. Hinzu kommen neue Konkurrenten am Markt, die den Wettbewerbsdruck deutlich erhöhen und disruptive Tendenzen verstärken. Als Reaktion erfolgt oft eine Neuorientierung in den Unternehmen, die auch die Arbeitsorganisation erfasst. Dabei wird zunehmend ein Modell aus der Software-Entwicklung, agiles Arbeiten, angewendet – auch in eher traditionellen Betrieben. Mit einem Abbau von Hierarchien, mehr Selbstorganisation und neuen Entscheidungsprozessen soll mit agilen Methoden die Flexibilität und die Innovationsfähigkeit und -geschwindigkeit, also die Wettbewerbsfähigkeit, gesteigert werden. Agile Arbeitsmethoden bieten für die Beschäftigten durchaus die Chance, größere Freiräume zu erhalten und selbstbestimmter zu arbeiten. Dies setzt allerdings ausreichende Ressourcen, angemessene Strukturen und ein „Loslassen“ von Vorgesetzten voraus. Und hierfür wiederum bedarf es einer aktiven Mitbestimmung. Anderenfalls kann agiles Arbeiten auch zu einer Entgrenzung der Arbeitszeit und unzumutbaren Belastungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen. Prof. Dr. Rüdiger Krause, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht der Georg-August-Universität Göttingen, untersucht im vorliegenden Gutachten umfassend, wie sich diese neue Arbeitsform in die Betriebsverfassung einordnet und welche Möglichkeiten Betriebsräte haben, die Belange der Beschäftigten zur Geltung zu bringen. Dabei geht das Gutachten auch auf Gestaltungsbeispiele aus der Praxis ein. Mit einer aktiven Wahrnehmung der verschiedenen Informations-, Beratungs- und Mitbestimmungsrechte, hier insbesondere nach § 87 und § 111 BetrVG, können die Chancen für ein selbstbestimmteres, hierarchiefreieres Arbeiten auch tatsächlich genutzt werden. Hinzukommen sollte eine Stärkung der individuellen Rechte der Beschäftigten durch den Gesetzgeber, wie z.B. durch die Einräumung von Beteiligungszeiten.«

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2020): Sozialbericht NRW 2020. Armuts- und Reichtumsbericht, Düsseldorf, Dezember 2020

Holger Schäfer (2021): Die arbeitsmarkt- und sozialpolitische Programmatik von Bündnis 90/Die Grünen. Eine ökonomische Einordnung. IW-Report 6/2021, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 17.02.2021 
»Die Partei Bündnis 90/Die Grünen hat eine umfangreiche Agenda arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Forderungen erarbeitet. Diese reichen von Maßnahmen mit geringer Reichweite wie dem weitgehenden Verbot der Arbeit auf Abruf bis hin zu Maßnahmen, die einem kompletten Systemwechsel gleichkommen und Millionen von Personen betreffen würden, wie der Individualisierung der Grundsicherung.«

Fabian Beckmann, Rolf G. Heinze, Dominik Schad und Jürgen Schupp (2021): Erzwungene Modernisierung? Arbeitsverwaltung und Grundsicherung in der Corona-Pandemie. Politikberatung kompakt 161, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Januar 2021

McKinsey Global Institute (2021): The future of work after COVID-19, February 18, 2021

Initiative Faire Landarbeit (2021): Bericht 2020. Saisonarbeit in der Landwirtschaft, Frankfurt am Main: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, 2021
»Im Jahr 2020 stand das Thema landwirtschaftliche Saisonarbeit aufgrund der Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit wie nie zuvor. Auch wegen der Bedeutung der Nahrungsmittelproduktion wurden zu Beginn der Pandemie schnell zahlreiche Sonderregelungen für die Landwirtschaft geschaffen. Sie wurde im März als kritische Infrastruktur und systemrelevante Branche eingestuft. Die landwirtschaftlichen Arbeitgeber*innenverbände und die Bauernverbände instrumentalisierten die Pandemie in den folgenden Wochen sehr erfolgreich für weitere Sonderregelungen und die teilweise Aushebelung von Arbeitnehmer*innenrechten in der Landwirtschaft. Gleichzeitig standen Feldbesuche und der direkte Kontakt zu den Kolleg*innen auf den Betrieben, ein Kern der Tätigkeiten der Initiative Faire Landarbeit, zur Zeit des Lockdowns und aufgrund von Quarantäneregeln auf landwirtschaftlichen Betrieben aus Sicherheitsgründen in Frage. Der Bericht 2020 beleuchtet diese Herausforderungen, stellt politische Forderungen für faire Arbeitsbedingungen auf und beschreibt Fälle arbeitsrechtlicher Verstöße und schlechter Behandlungen, denen sich Kolleg*innen in der landwirtschaftlichen Saisonarbeit immer wieder ausgesetzt sehen.«

Regine Köller, Dietrich Engels und Claudius Garten (2021): Evaluierung des Künstlersozialabgabenstabilisierungsgesetzes (KSAStabG). Forschungsbericht 569, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Februar 2021
»Mit dem Künstlersozialabgabestabilisierungsgesetz wurden seit Januar 2015 die Prüfungen der ordnungsgemäßen Bezahlung der Künstlersozialabgabe erheblich ausgeweitet. Die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung führen diese Prüfungen bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern im Rahmen der Gesamtsozialversicherungsprüfung durch. Ebenfalls erheblich ausgeweitet wurde die Beratung potenziell abgabepflichtiger Unternehmen. Darüber hinaus wurde eine Prüfgruppe der Künstlersozialkasse zur Durchführung branchenspezifischer Schwerpunktprüfungen, zur verstärkten Information und Beratung sowie der Schulung der Prüferinnen und Prüfer der Rentenversicherungsträger geschaffen. Der vorliegende Evaluierungsbericht des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) thematisiert, inwieweit die Ziele des Gesetzes erreicht wurden, ob die gewählten Mittel zur Erreichung dieser Ziele sachgerecht sind und ob ein angemessenes Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag der Maßnahmen besteht. Hierzu wurden relevante Daten der Träger der Rentenversicherung und der Künstlersozialkasse ausgewertet und Online-Befragungen von Unternehmen, Steuerberaterinnen und Steuerberatern sowie der Prüferinnen und Prüfer der Rentenversicherungsträger durchgeführt. Ferner wurden Interviews mit Prüferinnen und Prüfern der Künstlersozialkasse und mit Ausgleichsvereinigungen geführt. Der Endbericht kommt zusammenfassend zu dem Ergebnis, dass sich die Maßnahmen des Künstlersozialabgabestabilisierungsgesetzes insgesamt bewährt haben und insbesondere die Kernziele erreicht wurden, den Abgabesatz zu stabilisieren, die Abgabegerechtigkeit zu erhöhen und die Einnahmen aus der Künstlersozialabgabe erheblich zu steigern. Daher sprechen sich die Autoren dafür aus, die Regelungen des Künstlersozialabgabestabilisierungsgesetzes weitgehend unverändert beizubehalten.«

Ute Leber und Barbara Schwengler (2021): Betriebliche Ausbildung in Deutschland: Unbesetzte Ausbildungsplätze und vorzeitig gelöste Verträge erschweren Fachkräftesicherung. IAB-Kurzbericht 3/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), 2021
»Im Jahr 2019 blieben 26 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland unbesetzt. Gleichzeitig wurden im Ausbildungsjahr 2018/2019 15 Prozent aller abgeschlossenen Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst oder von den Auszubildenden nicht angetreten. Unabhängig von der aktuellen Covid-19-Pandemie und auch darüber hinaus könnten unbesetzte Ausbildungsstellen und vorzeitig gelöste Verträge längerfristig eine Herausforderung für Betriebe darstellen, ihren Fachkräftebedarf zu sichern.«

Nicolas Leron (2021): Regionale Ungleichheit in Frankreich. Debatten und politische Empfehlungen, Paris: Friedrich-Ebert-Stiftung, Januar 2021
»Die Debatte über regionale Disparitäten war in Frankreich lange geprägt von dem Gegensatz Metropole vs. Peripherie, wobei dieser räumliche Gegensatz auch für soziale Gegensätze stand. Die sozialräumlichen Gegensätze haben sich mittlerweile weiter ausdifferenziert und Frankreich ist zu einer von vielfältigen sozialen Bruchlinien durchzogenen »Archipelgesellschaft« geworden. Im Gegensatz zu der lange Zeit verfolgten Politik der Metropolenbildung wird inzwischen vermehrt auf eine Stärkung der Gebietskörperschaften und einen »territorialen New Deal« gedrängt.«

Matthias Krapf, Anja Roth und Michaela Slotwinski (2021): Kitas lassen Mütter mehr arbeiten aber haben keinen Einfluss auf das Haushaltseinkommen, in: Ökonomenstimme, 16.02.2021

Adriana Deckert-Regui und Toralf Liessneck (2020): Arbeitsrechtschutz für Live-In Pflegekräfte aus der EU in Deutschland. Die aktuelle Lage der Umgehung von Arbeitsschutzgesetzen durch die polnischen Verträge umowy zlecenia und der A1-Bescheinigung. HLCMR Working Paper #28, Berlin: Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte (HLCMR), Juristische Fakultät, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien, 2020

Stefan Fetzer und Christian Hagist (2021): Vorschlag zur Reform der Pflegeversicherung – Funktioniert die Soziale Marktwirtschaft noch?, in: Wirtschaftsdienst, Heft 2/2021
»Am 11.11.2020 veröffentliche Jens Spahn das Eckpunktepapier zur Reform der sozialen Pflegeversicherung. Die Autoren beleuchten die ordnungs- und verteilungspolitischen Implikationen vier zentraler Aspekte des Reformvorschlags: das Einfrieren des maximalen Eigenanteils bei der stationären Versorgung; die Verpflichtung der Länder, sich an den Investitionskosten der Pflegeheime zu beteiligen; den Einstieg in einen Steuerzuschuss zur Pflegeversicherung und den Ausbau der Kapitalfundierung in der Finanzierung zukünftiger Leistungsversprechen. Trotz Reformvorschlag bleiben aber weiterhin wichtige Fragen unbeantwortet.«

Detlef Hollmann und Christian Schilcher (2021): Mitarbeiterorientierung und Engagement in schwierigen Zeiten. Eine Beschäftigtenbefragung zum Verhalten der Arbeitgeber während der Coronapandemie, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2021

Fabian Beckmann, Rolf G. Heinze, Dominik Schad und Jürgen Schupp (2021): Hartz-IV-Reformvorschlag: Weder sozialpolitischer Meilenstein noch schleichende Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. DIW aktuell Nr. 58, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 12. Februar 2021
»Während des ersten Corona-Lockdowns wurde der Zugang zu Hartz IV erleichtert, um die Folgen der Eindämmungsmaßnahmen abzufedern. So wurden beispielsweise die Angemessenheitsprüfung zu den Unterkunftskosten und die Vermögensprüfung abgeschafft sowie auf Sanktionen verzichtet. Diese Änderungen waren zunächst bis Ende März befristet und wurden jetzt im Rahmen des jüngsten Koalitionsausschusses bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Damit ist der von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorgelegte Gesetzesvorschlag, mit dem der Zugang zu den Hilfen dauerhaft erleichtert werden soll, vermutlich auf den zu erwartenden Bundestagswahlkampf verschoben. Um die politische Debatte zu versachlichen, wird im Folgenden empirisch fundiert untersucht, wie sinnvoll es ist, die temporären Änderungen nach Auslaufen der Corona-Sonderregeln beizubehalten. Die Analyse von drei grundlegenden Reformpunkten der Grundsicherung zeigt, dass die dauerhafte Vereinfachung bei den Kosten der Unterkunft nur geringe Mehraufwendungen verursachen würde. Für die Abschaffung der Sanktionen würde hingegen die Akzeptanz, auch der betroffenen Hartz-IV-Beziehenden fehlen.«

Boris Augurzky et al. (2021): Analysen zur Erlössituation und zum Leistungsgeschehen von Krankenhäusern in der Corona-Krise. Ergebnisse für den Zeitraum Januar bis September 2020. Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, Essen: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, 09.02.2021

Philipp Tolios (2021): Systemrelevante Berufe. Sozialstrukturelle Lage und Maßnahmen zu ihrer Aufwertung, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2021

Johannes Steffen (2021): Anrechnungsfreier Hinzuverdienst in Hartz IV. Braucht es eine Neuregelung zur Stärkung des »Arbeitsanreizes«?, 10.02.2021

Sven Resnjanskij, Jens Ruhose, Simon Wiederhold und Ludger Wößmann (2021): Mentoring verbessert die Arbeitsmarktchancen von stark benachteiligten Jugendlichen, in: ifo Schnelldienst Heft 2/2021
»Wie lassen sich die Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen aus stark benachteiligten Verhältnissen verbessern? Ein möglicher Ansatz sind Mentoring-Programme, die den Jugendlichen ehrenamtliche Student*innen zur Unterstützung an die Seite stellen. Aber helfen solche Programme wirklich? Dies empirisch zu überprüfen, wird dadurch erschwert, dass sich in verfügbaren Datensätzen keine überzeugende Kontrollgruppe ähnlich benachteiligter Jugendlicher finden lässt, die Aussagen darüber zulassen würde, wie sich die Jugendlichen ohne die Teilnahme am Mentoring entwickelt hätten. Deshalb haben wir in einem großen deutschen Mentoring-Programm, bei dem es mehr Bewerber*innen als freie Plätze gab, das Los über die Teilnahme entscheiden lassen. Durch die zufällige Einteilung bieten die Jugendlichen, die nicht in das Programm gelost wurden, eine überzeugende Kontrollgruppe für die  Teilnehmenden. Wir finden, dass das Mentoring-Programm einen Index der Arbeitsmarktaussichten von Acht- und Neuntklässler*innen aus stark benachteiligten Verhältnissen ein Jahr nach Programmstart deutlich verbessert. Die positiven Effekte finden sich für alle drei Komponenten des Index, die kognitive (Mathematiknote), nicht-kognitive (Geduld und Sozialkompetenzen) und  motivationale (Arbeitsmarktorientierung) Aspekte messen. Für die stark benachteiligten Jugendlichen übersteigen die zu erwartenden Einkommenserträge die Kosten des Programms um ein Vielfaches. Demgegenüber hat das Programm bei Jugendlichen aus weniger benachteiligten familiären Verhältnissen keine positiven Effekte. Dies legt nahe, dass Mentoring gerade dort wirken kann, wo es eingeschränkte familiäre Unterstützung ergänzt.«

Herbert Brücker, Albrecht Glitz, Adrian Lerche und Agnese Romiti (2021): Integration von Migrantinnen und Migranten in Deutschland Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse hat positive Arbeitsmarkteffekte. IAB-Kurzbericht 2/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2021
»Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse steigert die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Einwanderinnen und Einwandern nach einem Jahr um 17 Prozentpunkte und nach drei Jahren um 25 Prozentpunkte im Vergleich zu Personen, die keine Anerkennung ihres Berufsabschlusses beantragt haben. Dies zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom Dienstag. Eine Anerkennung führe demnach sehr schnell zu positiven Arbeitsmarkteffekten und diese bleiben auch über die Zeit bestehen, so die Autorinnen und Autoren. Die IAB-Studie untersucht auch, welche Lohneffekte eine Anerkennung des Berufsabschlusses, also eine Feststellung der Gleichwertigkeit von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen, nach sich zieht. Zwölf Monate nach der Anerkennung steigen die Tagesverdienste von Personen, deren Abschlüsse anerkannt wurden, um rund 8 Prozent im Vergleich zu der Gruppe, die keine Anerkennung beantragt hat. Im Zeitverlauf nimmt diese Differenz zu und steigt drei Jahre nach Anerkennung auf 20 Prozent. Danach verbleibt sie bei durchschnittlich 16 Prozent. Die Autorinnen und Autoren unterscheiden in ihrer Studie zwischen reglementierten und nicht reglementierten Berufen. Ein reglementierter Beruf kann nur ausgeübt werden, wenn ein entsprechender Abschluss, der zur Berufsausübung befähigt, vorliegt. Insbesondere in den reglementierten Berufen steigen die Beschäftigungschancen und die Löhne nach der Anerkennung. Die Autorinnen und Autoren betonen aber: „Auch in anderen Berufen bieten anerkannte Abschlüsse ein wichtiges Kriterium für Arbeitgeber, um die Qualifikation von Migrantinnen und Migranten einzuschätzen.“«

Alexander Bendel und Caroline Richter (2021): Entgelte und Entgeltordnungen in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Reformbedarfe und Handlungsempfehlungen. IAQ-Report 2021-02, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Februar 2021

Zentrum für Qualität in der Pflege (Hrsg.) 2021: Stationäre Pflege. Gute professionelle Pflege erkennen, Berlin: Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), 2021

Georg Fischer und Günther Schmid (2021): Unemployment in Europe and the United States under COVID-19: Better constrained in the corset of an insurance logic or at the whim of a liberal presidential system? Discussion Paper EME 2021–001, Berlin: WZB Berlin Social Science Center, 2021

Detlef Fickermann und Benjamin Edelstein (Hrsg.) (2021): Schule während der Corona-Pandemie. Neue Ergebnisse und Überblick über ein dynamisches Forschungsfeld. DDS – Die Deutsche Schule. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Bildungspolitik und pädagogische Praxis, Beiheft Band 17, Münster, New York: Waxmann, 2021

Lutz Bellmann, Karin Büchter, Irmgard Frank, Elisabeth M. Krekel und Günter Walden (Hrsg.) (2021): Schlüsselthemen der beruflichen Bildung in Deutschland. Ein historischer Überblick zu wichtigen Debatten und zentralen Forschungsfeldern, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2021

Daniela Klaus und Ulrike Ehrlich (2021): Corona-Krise = Krise der Angehörigen-Pflege? Zur veränderten Situation und den Gesundheitsrisiken der informell Unterstützungs- und Pflegeleistenden in Zeiten der Pandemie. DZA Aktuell Heft 01/2021, Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA), Januar 2021

Imke Brüggemann-Borck (2020): Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der allgemeinen Rentenversicherung in der COVID-19-Pandemie, in: Deutsche Rentenversicherung, Heft 4/2020
»Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, welche Auswirkungen die COVID-19-Pandemie im laufenden Jahr auf die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der allgemeinen Rentenversicherung hat. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung der Beitragseinnahmen, die der Entwicklung am Arbeitsmarkt folgt. Insbesondere wird untersucht, welche Arbeitsmarkteffekte während der COVID-19-Pandemie für die Entwicklung der Beitragseinnahmen entscheidend sind und wie groß die Auswirkungen im laufenden Jahr insgesamt sein könnten. Nach den vorliegenden Ergebnissen könnte die COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 zu einem Wachstumsverlust von rund 2,5 Prozentpunkten bei den gesamten Pflichtbeiträgen aus Erwerbstätigkeit führen. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) des Beitragsausfalls lassen sich demnach auf die Auswirkungen der Pandemie auf die Zahl der beitragspfichtig Beschäftigten zurückfuhren, und etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) geht demnach auf die Inanspruchnahme von Kurzarbeit zurück.«

Hans Martin Hasselhorn (2020): Wie lange wollen und können Erwerbstätige in Deutschland arbeiten?, in: Deutsche Rentenversicherung, Heft 4/2020

Tatjana Mika und Tino Krickl (2020): Entwicklung des Übergangs in die Altersrente bei den Geburtsjahrgängen 1936 bis 1952, in: Deutsche Rentenversicherung, Heft 4/2020

Dominik Koch (2021): Age Management in der ambulanten Pflege. Unterstützung älterer Pflegekräfte bei Digitalisierungsprozessen. Forschung Aktuell 02/2021, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen, Februar 2021 

Bernd Raffelhüschen et al. 2021 Was kann sich der ehrbare Staat noch leisten? Corona, Schulden – und noch eine Pflegereform? Argumente zu Marktwirtschaft und Politik, Nr. 154, Berlin: Stiftung Marktwirtschaft, Januar 2021

AMS (2021): Kurzarbeit sichert nachhaltig Arbeitsplätze und Know-how, Wien: Arbeitsmarktservice Österreich (AMS), Januar 2021

Tanja Buch, Annekatrin Niebuhr und Andrea Stöckmann (2021): Der coronabedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Entwicklung im Zeitraum April bis September 2020. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Nord, 01/2021, Nürnberg, Januar 2021

Laura Romeu Gordo et al. (2021): Welche Veränderungen ihrer finanziellen Situation berichten Menschen in der zweiten Lebenshälfte nach der ersten Welle der Corona-Pandemie? Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys, Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen, Januar 2021

Pflegekammer Niedersachsen (2021): Bericht zur Lage der Pflegefachberufe in Niedersachsen. Zweite Auswertung der Daten aus dem Pflegefachberuferegister der Pflegekammer Niedersachsen, Hannover, Januar 2021

Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (2021): Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten. Gutachten für den Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, Berlin 2021

Antonio Brettschneider und Ute Klammer (2020): Vorbeugende Sozialpolitik. Grundlinien eines sozialpolitischen Forschungsprogramms, Düsseldorf: Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung, Dezember 2020
»Vorbeugende und sozialinvestive Politikansätze haben in den letzten zwei Jahrzehnten sowohl in der europäischen als auch in der deutschen Sozialpolitik an Gewicht gewonnen. Es hat sich ein Konsens herausgebildet, dass es effektiver und auch normativ angemessener ist, soziale Problemlagen nach Möglichkeit vorbeugend zu vermeiden, an- statt die resultierenden Defizite nachträglich zu kompensieren. In NRW tritt das Sozialinvestitionsparadigma in zahlreichen Programmen vor allem im Gewand der „Prävention“ und der „vorsorgenden“ bzw. „vorbeugenden“ Sozialpolitik auf. Von der Familien- und Bildungspolitik über die Kinder- und Jugendhilfe bis zur Gesundheits- und Pflegepolitik spielt der Präventionsgedanke eine zunehmend wichtige Rolle. Vorbeugende Sozialpolitik ist dabei eng mit Fragen von Ausgrenzung und Armut, insbesondere Kinderarmut, verbunden. In Teilen der europäischen wie auch deutschen Sozial(politik)wissenschaften und der Sozialen Arbeit stoßen der Ansatz der Sozialinvestition und insbesondere die Semantik der „Aktivierung“ indes aufgrund ihres technokratischen Charakters, ihrer produktivistisch-ökonomistischen und zum Teil paternalistischen Konnotationen auf erhebliche Vorbehalte. Im vorliegenden Papier werden Kernelemente einer progressiv-emanzipatorischen, nicht-ökonomistischen und nicht-paternalistischen Interpretation des Sozialinvestitionsgedankens skizziert, die stärker auf Autonomie und Befähigung, soziale Staatsbürgerrechte und die sozialpolitische Ermöglichung realer Handlungsfreiheiten entlang des Lebenslaufs setzt.«

Zentrum Liberale Moderne (Hrsg.) (2021): Das Bildungsgrundeinkommen. Vorschlag für eine neue Weiterbildungsfinanzierung, Berlin, Januar 2021

Johannes Geyer und Ralf Himmelreicher (2021): Trotz Rechtsanspruch ist die Nutzung der Entgeltumwandlung sehr ungleich verbreitet, in: DIW Wochenbericht Nr.4/2021
»Seit dem Jahr 2002 haben sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Rechtsanspruch darauf, einen Teil ihres Arbeitsentgelts direkt steuer- und sozialabgabenfrei in eine betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln (Entgeltumwandlung). Im Jahr 2014 haben etwa 19 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft diese Möglichkeit genutzt und im Schnitt jährlich gut 1.300 Euro umgewandelt. Die Nutzung ist jedoch ungleich unter den Beschäftigten verteilt. Gerade Personen mit geringen Bruttolöhnen, Beschäftigte in kleinen Betrieben oder ohne Tarifvertrag nutzen die Entgeltumwandlung seltener. Die staatlich geförderte betriebliche Altersvorsorge, beispielsweise in Form der Entgeltumwandlung, könnte zum einen durch Förderung der finanziellen Bildung und Verbesserung der Anreize gestärkt werden. Denkbar wären eine verstärkte Unterstützung für Geringverdienende und eine vorgeschriebene Mindestbeteiligung der Arbeitgeber. Möchte man die Verbreitung schnell und weniger selektiv steigern, führt vermutlich kein Weg an einer verbindlichen betrieblichen Altersvorsorge vorbei. Allerdings stellen sich dabei weitreichende Gestaltungsfragen zur Umsetzung sowie der Verteilung von Lasten und Risiken.«

Wissenschaftsrat (2021): Impulse aus der COVID-19-Krise für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems in Deutschland. Positionspapier. Drs. 8834-21, Köln, Januar 2021

IG BAU (2021): Kernforderungen der IG BAU für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von mobilen Beschäftigten. Beschlossen durch den IG BAU-Bundesvorstand am 25. Januar 2021, Berlin: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, 25. Januar 2021
»Der IG BAU-Bundesvorstand kritisiert die oftmals prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen von mobilen Beschäftigten, insbesondere in der Bau- und Landwirtschaft. Beschäftigte zweiter Klasse darf es jedoch in Deutschland nicht geben. Die IG BAU ruft die Bundesregierung daher zum Handeln auf. Es bedarf sowohl einer Verbesserung des regulatorischen Umfeldes als auch besserer Kontrollen und Rechtsdurchsetzung.«

Esmé Berkhout et al. (2021): The Inequality Virus. Bringing together a world torn apart by coronavirus through a fair, just and sustainable economy, Oxford: Oxfam, January 2021
»The coronavirus pandemic has the potential to lead to an increase in inequality in almost every country at once, the first time this has happened since records began. The virus has exposed, fed off and increased existing inequalities of wealth, gender and race. Over two million people have died, and hundreds of millions of people are being forced into poverty while many of the richest – individuals and corporations – are thriving. Billionaire fortunes returned to their pre-pandemic highs in just nine months, while recovery for the world’s poorest people could take over a decade. The crisis has exposed our collective frailty and the inability of our deeply unequal economy to work for all. Yet it has also shown us the vital importance of government action to protect our health and livelihoods. Transformative policies that seemed unthinkable before the crisis have suddenly been shown to be possible. There can be no return to where we were before. Instead, citizens and governments must act on the urgency to create a more equal and sustainable world.«
➔ Oxfam Deutschland (2021): Das Ungleichheitsvirus. Wie die Corona-Pandemie soziale Ungleichheit verschärft und warum wir unsere Wirtschaft gerechter gestalten müssen. Deutsche Zusammenfassung, Berlin, Januar 2021

DGB (2021): DGB Verteilungsbericht 2021: Ungleichheit in Zeiten von Corona, Berlin: DGB Bundesvorstand, Januar 2021
»Die Krise trifft alle, aber nicht alle gleichermaßen: Das ist das zentrale Ergebnis des neuen DGB-Verteilungsberichts. Während vor allem ärmere Haushalte die Hauptlast tragen und oft erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, können viele Superreiche trotz oder gerade wegen Corona ihr Vermögen vermehren. Damit wird die Pandemie zu einem Brennglas für ökonomische Ungleichheit.«
➔ dazu auch dieser Artikel von Florian Diekmann: So ungleich ist Deutschland (23.01.2021): »Lange legten hierzulande nur die Vermögensgewinne zu, während die Löhne stagnierten. Das hat sich geändert – doch wer profitiert davon? Ein aktueller Verteilungsbericht zeigt es. Die wichtigsten Erkenntnisse.«

Johannes Christ und Stefan Koscheck (2021): Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Weiterbildungsanbieter. Vorläufige Ergebnisse der wbmonitor Umfrage 2020. Version 1.0, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, Januar 2021

Social Europe (in cooperation with the Friedrich-Ebert Stiftung) (2021): The coronavirus crisis and the welfare state, Berlin, January 2021
»The coronavirus crisis has highlighted the flaws in European welfare states, which can spur their renewal and reinforcement after decades of cuts and privatisation.«

Britta Rude (2021): Der Effekt von Covid-19: Eine Geschlechter- und Migrationsperspektive auf die Beschäftigungsstruktur in Deutschland, in: ifo Schnelldienst, Heft 1/2021
»Aufgrund der Beschäftigungsstruktur von Frauen sowie von Migrant*innen und Geflüchteten sind diese Gruppen in stärkerem Maße von den negativen Effekten der Pandemie betroffen als andere. Der Frauenanteil beträgt im Gesundheits- und Sozialwesen 73%. Dieser Sektor ist auch einer der Hauptarbeitgeber für Migrant*innen in Deutschland. Geflüchtete, die zwischen 2013 und 2016 in Deutschland angekommen sind, waren 2018 hauptsächlich im durch die Pandemie stark betroffenen Verarbeitenden Gewerbe und dem Gastgewerbe sowie der Gastronomie beschäftigt.«

Christina Anger und Axel Plünnecke (2021): Bildungsgerechtigkeit. Herausforderung für das deutsche Bildungssystem. IW-Analysen 140, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Januar 2021

Simon Eggert und Christian Teubner (2021): Die SARS-CoV-2-Pandemie in der professionellen Pflege: Perspektive stationärer Langzeitpflege und ambulanter Dienste, Berlin: Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Januar 2021

DGB (2021): Anforderungen des DGB an eine Weiterentwicklung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements, Berlin: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Januar 2021
»Beschäftigte, die längere Zeit erkrankt sind, haben Sorge, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Krankheitsbedingte Kündigungen sind möglich. Angesichts der Corona-Pandemie appelliert der DGB die Verabredung zur Stärkung des BEM endlich umzusetzen und Beschäftigten mit gesundheitlichen Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Erkrankung mehr Schutz und Sicherheit zu geben.«

Ethikkommission der Pflegekammer Niedersachsen (2021): Stationäre Altenpflege in der COVID‐19 Pandemie. Ethische Erwägungen und Empfehlungen der Ethikkommission der Pflegekammer Niedersachsen, Hannover 2021

Andreas Jansen (2021): Einheitliches Rentenrecht – ungleiche Renten? Zum Stand der Lohn- und Gehaltskonvergenz zwischen Ost- und Westdeutschland. IAQ-Report 2021-01, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Januar 2021
»Im Rahmen des Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes wird das Rentenrecht zwischen Ost- und Westdeutschland ungeachtet bestehender Lohn- und Gehaltsdifferenzen vereinheitlicht. Auch unter Berücksichtigung der regionalen Unterschiede in Wirtschaftsstrukturen und Tätigkeiten gibt es Unterschiede im Lohn- und Gehaltsniveau zwischen Ost und West. Besonders ausgeprägte Entgeltdifferenzen zeigen sich im Verarbeitenden Gewerbe, während der Angleichungsprozess im öffentlichen Dienst abgeschlossen ist. Das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz führt zumindest auf kurze Sicht zu zunehmend ungleichen Rentengegenwerten.«

Karen Jaehrling (2020): Gute Arbeit oder Formalisierung ‚light‘? ‚Grauzonen‘ der Beschäftigung und neue Intermediäre im Arbeitsmarkt Privathaushalt. IAQ-Report 2020-12, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), November 2020
»Die Arbeitsverhältnisse im Arbeitsmarkt Privathaushalt werden in hohem Maße durch Vermittlungsinstanzen oder ‚Intermediäre‘ mitgeschaffen und mitgestaltet. Zwei neuere Arten von Intermediären sind digitale Plattformen für Putzdienste und Agenturen für sogenannte ‚Live-Ins‘, also Betreuungskräfte, die bei Pflegebedürftigen zu Hause leben. Die neuen Intermediäre tragen zur weiteren Institutionalisierung von ‚Grauzonen‘ in diesem Marktsegment bei: Die Grenzen zwischen bezahlter und unbezahlter, abhängiger und selbstständiger Beschäftigung verschwimmen. Im Vergleich zum Status quo ante bieten die neuen Erwerbsformen in der ‚Grauzone’ zum Teil eine verbesserte rechtliche und soziale Absicherung der Erwerbstätigen; es bleiben jedoch erhebliche Schutzlücken. Vor diesem Hintergrund sind eine Reihe alternativer Organisationsformen und Regulierungsansätze in Deutschland und anderen Ländern entstanden.«

Bericht der Bundesregierung über die Förderung der beruflichen Weiterbildung im Rahmen der aktiven Arbeitsförderung und die entsprechenden Ausgaben, Bundestags-Drucksache 19/25785 vom 06.01.2021
»Mit dem im Wesentlichen zum 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Qualifizierungschancengesetz wurde angesichts des beschleunigten technischen und wirtschaftlichen Strukturwandels die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte gestärkt und fortentwickelt. Beschäftigte erhalten Zugang zur Weiterbildungsförderung grundsätzlich unabhängig von Alter, Qualifikation und Betriebsgröße. Um die Entwicklung in der arbeitsmarktpolitischen Weiterbildungsförderung nachzuverfolgen, hat der Deutsche Bundestag die Bundesregierung beauftragt, in jeder Legislaturperiode, beginnend mit dem Jahr 2020, über die Förderung und die Entwicklung der Ausgaben zu berichten (§ 447 Absatz 3 SGB III). Mit dem vorliegenden ersten Bericht kommt die Bundesregierung diesem Auftrag nach. Der Bericht umfasst die Jahre 2017 bis 2019 und – soweit Daten für 2020 bereits vorliegen – auch vorläufige Daten über die Entwicklung im ersten Halbjahr 2020.«

BMAS (2021): Arbeitgeber- und Trägerbefragung zur Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (BAV 2019). Endbericht. Forschungsbericht 567, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Januar 2021

Maren Froemel and Charles Gottlieb (2021): The earned income tax credit: targeting the poor but crowding out wealth. Staff Working Paper No. 903, London: Bank of England, January 2021
»This paper quantifies the individual, aggregate and welfare effects of the Earned Income Tax Credit (EITC) in the United States. In particular, we analyse the labour supply and saving responses to changes in tax credit generosity and their implications for prices and welfare. Our results show that the EITC is a subsidy on labour income and a tax on savings. An increase in EITC generosity raises labour force participation, reduces savings for many and provides insurance to working poor households. The EITC reduces earnings inequality but increases the skill premium and wealth inequality. A 10% increase in tax credit generosity increases welfare by 0.31% and benefits the majority of the population.«

International Labour Office (2021): Working from home. From invisibility to decent work, Geneva, 2021
»With the spread of the COVID-19 pandemic in 2020, large portions of the world’s workforce shifted to homeworking, joining hundreds of millions of other workers who had already been working from home for decades. Though working from home has long been an important feature of the world of work, the institutions that govern the labour market are rarely designed with the home as a workplace in mind. The sudden rise in homeworking brings renewed urgency to the need to appreciate the implications of home work for both workers and employers. This report seeks to improve understanding of home work and to advance guidance on policies that can pave the way to decent work for homeworkers both old and new.«

Tanja Carstensen und Ute Demuth (2020): Wandel der Geschlechterverhältnisse durch Digitalisierung. Empirische Ergebnisse und Gestaltungsansätze für Vereinbarkeit, digitale Sichtbarkeit und den Wandel von Tätigkeiten in der betrieblichen Praxis, Working Paper Forschungsförderung Nr. 201, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Dezember 2020

Markus Hummel et al. (2021): Qualifikations- und Berufsprojektion bis 2040 nach Bundesländern: Demografie und Strukturwandel prägen weiterhin die regionale Entwicklung der Arbeitsmärkte. IAB-Kurzbericht 1/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Januar 2021
»Auch wenn sich Deutschland aktuell aufgrund der Covid-19-Pandemie im Krisenmodus befindet, ist das künftige Arbeitsmarktgeschehen zu einem großen Teil von der demografischen Entwicklung und damit von einem zunehmenden Rückgang der Erwerbsbevölkerung geprägt. Wegen der Alterung der Bevölkerung steigt die Zahl der Erwerbstätigen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen über alle Bundesländer hinweg. Mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin und Hamburg ist die Zahl der Erwerbspersonen in allen Bundesländern bis zum Jahr 2040 rückläufig, besonders stark in den östlichen Bundesländern. Damit verbunden nimmt die Zahl der Erwerbstätigen ebenfalls fast überall ab. Absolut betrachtet werden die meisten Arbeitsplätze in den großen bevölkerungsstarken Flächenstaaten auf- und abgebaut. Relativ betrachtet, also bezogen auf die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2020, entstehen bis 2040 die meisten Arbeitsplätze in den beiden Stadtstaaten Berlin und Hamburg und die wenigsten in den ostdeutschen Flächenstaaten. Für Arbeitgeber dürfte die Rekrutierung von Arbeitskräften in vielen Wirtschaftsbereichen und Regionen in der längeren Frist zunehmend schwieriger werden.«

Eine Langfassung findet man hier:
Gerd Zika et al. (2021): Die langfristigen Folgen von Covid-19, Demografie und Strukturwandel für die Bundesländer. IAB-Forschungsbericht Nr. 1/2021, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), Januar 2021

Garantiesicherung statt Hartz IV – Mehr soziale Sicherheit während und nach der Corona-Krise. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bundestags-Drucksache 19/25706 vom 06.01.2021

Alexander Burstedde und Ruth Maria Schüler (2020): Reagieren Löhne in Deutschland auf den Fachkräftemangel?, in: IW-Trends, Heft 4/2020

Anna Hehenberger, Mattias Muckenhuber und Oliver Picek (2021): Langzeitarbeitslosigkeit: Neuer Rekord verdeutlicht Ausmaß eines alten Problems. Policy Brief 01/2021, Wien: Momentum Institut, Januar 2021

Stefanie Velten und Rafael Schratz (2020): Instrumente zur Kompetenzerfassung in der beruflichen Bildung im europäischen Ausland. Eine systematische Überblicksstudie. Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 222, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020
»Die Fokussierung auf Kompetenzen als Ergebnis von Bildungsprozessen führt zu einer steigenden Zahl (inter-)nationaler Forschungsbefunde in diesem Bereich. Mittels einer systematischen Literaturanalyse identifiziert diese Überblicksstudie Methoden der Kompetenzmessung bei Auszubildenden in der beruflichen Bildung im europäischen Ausland. Der Analyse liegen 36 Studien zugrunde. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass die Studien häufig aus den Niederlanden, der Türkei und der Schweiz stammen. Zumeist werden fachliche Kompetenzen, gefolgt von überfachlichen und allgemeinen Kompetenzen betrachtet. Für die Kompetenzmessung kommen häufig papierbasierte Multiple-Choice-Tests, Fragebögen zur Selbsteinschätzung sowie Fremdeinschätzungen zum Einsatz. Die Informationen zu den Gütekriterien sind allerdings oft unzureichend, um die Brauchbarkeit der entwickelten Instrumente bewerten zu können.«

Beat Sottas et al. (2020): Handbuch für interprofessionelle Ausbildungsstationen, Stuttgart: Robert Bosch Stiftung, 2020
»Das Handbuch folgt dem im Jahr 2018 veröffentlichten Praxisleitfaden „Interprofessionelle Ausbildungsstationen“ und bietet Ihnen ein Methodentool für die Lernbegleiter auf den interprofessionellen Ausbildungsstationen.«

Peter Birke (2021): Die Fleischindustrie in der Coronakrise: Eine Studie zu Migration, Arbeit und multipler Prekarität, in: Sozial.Geschichte Online, 2021, Vorveröffentlichung, S. 1-47

Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) (Hrsg.) (2020): S1 Leitlinie – Häusliche Versorgung, soziale Teilhabe und Lebensqualität bei Menschen mit Pflegebedürftigkeit im Kontext ambulanter Pflege unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie – Langfassung, Duisburg, Dezember 2020

SINUS (2020): Kindertagesbetreuung & Pflege – attraktive Berufe? Forschungsbericht zu quantitativer und qualitativer Forschung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 20 Jahren, Heidelberg / Berlin, November 2020

Hendrik Biebeler und Daniel Schreiber (2020): Ausbildung in Zeiten von Corona. Ergebnisse einer empirischen Studie zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Ausbildungsbetriebe. Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 223, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020
»Die Corona-Pandemie mit ihren vielfältigen wirtschaftlichen Folgen ist eine große Herausforderung für die duale Berufsausbildung. Nicht zuletzt mussten auch die Berufsschulen bzw. die meisten ihrer Klassen aufgrund der Kontaktbeschränkungen während der ersten Corona-Welle 2020 schließen. Eine Befragung von Ausbildungsleitungen zeigt, wie sehr und mit welchen Mitteln sich die Betriebe in dieser Zeit der Lage stellten. Die Auszubildenden gingen zu großen Teilen weiter in die Betriebe, wenn es möglich war, dort auf die Einhaltung der Abstandsregen zu achten. Auch Homeoffice wurde für die Weiterführung der betrieblichen Ausbildung genutzt, jedoch seltener. Teilweise fehlte hierfür die technische Ausstattung. Insgesamt betrachtet zeigen die Ergebnisse der Betriebsbefragung jedoch, dass trotz der massiven Einschränkungen in den Betrieben die Ausbildung grundsätzlich weitergeführt werden konnte.«

Claudia Lechner (2020): Anwerbung und Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitskräften. Studie der deutschen nationalen Kontaktstelle für das Europäische Migrationsnetzwerk (EMN). Working Paper 89 des Forschungszentrums des Bundesamtes, Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2020

Heinz Rothgang et al. (2021): Auswirkungen der aktuellen Pläne zur Finanzreform der Pflegeversicherung. Expertise im Auftrag der DAK-Gesundheit, Bremen, Januar 2021

Arun Advani, George Bangham and Jack Leslie (2020): The UK’s wealth distribution and characteristics of high-wealth households, London: Resolution Foundation, December 2020
»Household wealth is profoundly important for living standards. We show that wealth inequality in the UK is high and has increased slightly over the past decade as financial asset prices increased in the wake of the financial crisis. But data deficiencies are a major barrier in understanding the true distribution, composition and size of household wealth. We find that the most comprehensive survey of household wealth in the UK does a good job of capturing the vast majority of the wealth distribution, but that nearly £800 billion of wealth held by the very wealthiest UK households is missing. We also find tentative evidence to suggest that survey measures of high-wealth families undervalue their assets – our central estimate of the true value of wealth held by households in the UK is 5% higher than the survey data suggests.«

Martin Kroczek and Jochen Späth (2020): The Attractiveness of Jobs in the German Care Sector – Results of a Factorial Survey. IAW Discussion Papers No. 134, Tübingen: Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW), December 2020
»The skilled labour shortage in nursing is an issue not unique to Germany. Unattractive characteristics of nursing jobs are one reason for the low supply in nursing personnel. In our study, we analyse the influence of job characteristics on the attractiveness of nursing jobs. We address this issue via factorial survey analysis, an experimental method particularly suited to assessing personal opinions and less prone to social desirability bias than standard interview methods. Around 1,300 (current and former) nurses in a distinct region in Germany were asked to rate a set of synthetic job postings, each of which contained information on nine systematically varied job characteristics. We find that, first, attractiveness of care jobs is most strongly affected by rather “soft” characteristics such as atmosphere within the team and time for patients. “Hard” factors play a considerably smaller role. Second, one hard factor, contract duration, is estimated to be among the most important job factors, however. This is a remarkable finding given that nursing occupations suffer from severe skill shortages. Third, though wage has a statistically significant influence on attractiveness, enormous wage raises would be needed in order to yield higher attractiveness gains than the top-rated soft factors, or to compensate for less pleasant job characteristics with respect to those factors. Last, even after controlling for other job characteristics, hospital nursing is still rated as more attractive than geriatric nursing.«

Susanna Kochskämper, Silvia Neumeister und Maximilian Stockhausen (2020): Wer pflegt wann und wie viel? Eine Bestandsaufnahme zur häuslichen Pflege in Deutschland, in: IW-Trends, Heft 4/2020

Sabine Bohnet-Joschko (Hrsg.) (2020): Zielgruppenspezifische Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige (ZipA). Bericht, Witten 2020

Julia Dück und Stefan Schoppengerd (Hrsg.) (2020): Krankenhäuser in Bewegung. Internationale Kämpfe für gute Versorgung und Arbeitsbedingungen, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dezember 2020

Sabrina Jeworrek (2020): Ehrenamtliches Engagement von Flüchtlingen zur Förderung sozialer Integration, in: Wirtschaft im Wandel, Heft 3/2020

Steffen Müller (2020): Zwischenbetriebliche Lohnunterschiede, Mitbestimmung und Tarifverträge, in: Wirtschaft im Wandel, Heft 2/2020
»Niedriglohnsektor und steigende Lohnungleichheit sind seit langem dominierende Themen am Arbeitsmarkt. Dieser Artikel legt nahe, dass die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer von der Existenz von Betriebsräten und Tarifverträgen abhängt und dass sich vor allem betriebliche Mitbestimmung positiv auf Löhne auswirkt. Während Mitbestimmung die zwischenbetriebliche Lohnungleichheit erhöht, wird sie durch Tarifverträge reduziert.«

Stefanie Gundert, Yuliya Kosyakova und Tanja Fendel (2020): Migrantinnen und Migranten am deutschen Arbeitsmarkt: Qualität der Arbeitsplätze als wichtiger Gradmesser einer gelungenen Integration. IAB-Kurzbericht 25/2020, Nürnberg 2020

Thomas Kruppe (2020): Finanzierung der Weiterbildung. Stellungnahme des IAB zur Anhörung in der Sitzung der Projektgruppe 7 der Enquete- Kommission Berufliche Bildung des Deutschen Bundestages am 23.11.2020. IAB-Stellungnahme 14/2020, Nürnberg 2020

Henrik Steinhaus und Stephan Kraft (2020): Mittelgroße und große Unternehmen in Deutschland. Volkswirtschaftliche Bedeutung und Situation aus der Perspektive der Unternehmensmitbestimmung – eine Analyse. Study 453, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Dezember 2020

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2020): Ausschluss von Grundsicherungsleistungen für EU-Ausländer mit Aufenthaltsrecht nach Art. 10 VO 492/2011, Berlin, 23.12.2020

Jörg Muscheid (2020): Verdienste im Land Bremen 2020: Was macht Corona mit den Löhnen?, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, Dezember 2020
»Die Corona-Pandemie wirkt sich deutlich auf die Löhne im Land Bremen aus. So lagen die Verdienste im zweiten Quartal dieses Jahres 4,9 Prozent niedriger als noch 2019. Hauptursache waren die – meist vorübergehenden – Schließungen und Teilschließungen vieler Betriebe und damit der Rückgang der bezahlten Wochenstunden. Allein im April waren rund 72.000 Beschäftigte im Land Bremen in Kurzarbeit – wobei das Kurzarbeitergeld nur einen Teil der Einkommensverluste decken konnte. Vom Lohnrückgang waren in diesem Jahr vor allem An- und Ungelernte betroffen. Bei den Ungelernten betrug der Rückgang der Löhne (nominal) im zweiten Quartal 2020 14,2 Prozent, bei den Angelernten sogar 17,9 Prozent. Fachkräfte mussten 3,9 Prozent Lohneinbußen verkraften, herausgehobene Fach- und Führungskräfte 2,7 Prozent.«

Przemyslaw Brandt (2020): Corona und die Ausbildungssituation, in: ifo Schnelldienst, Heft 12/2020, S. 44-45
»Im Rahmen der Personalleiterbefragung werden vierteljährlich bis zu 1.000 Personalleiter zu aktuellen Themen befragt. Die Sonderfragen der Befragung im dritten Quartal 2020 bezogen sich auf die Ausbildungssituation der Unternehmen. Die Situation während der Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass Wissenslücken entstanden sind und diese auch nicht immer geschlossen werden konnten. Auch gaben die Personalleiter an, dass sie weniger Auszubildende in eine dauerhafte Beschäftigung übernommen haben als ursprünglich geplant.«

Sebastian Link und Stefan Sauer (2020): »Lockdown light« lässt Kurzarbeit im November wieder etwas ansteigen, in: ifo Schnelldienst, Heft 12/2020, S. 58-63
»Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit in Deutschland ist nach Schätzung des ifo Instituts im November erstmals seit Mai wieder etwas gestiegen. Demnach dürften etwa 2,0 Millionen Personen in Kurzarbeit gewesen sein (5,9% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten), nachdem es im Oktober schätzungsweise 1,8 Millionen Personen waren (5,4%). Der Anstieg ist vor allem auf die Wirtschaftsbereiche zurückzuführen, die vom seit Anfang November geltenden »Lockdown light« betroffen sind. Im Gastgewerbe dürfte sich die Zahl der Kurzarbeiter im Vergleich zum Vormonat mehr als verdoppelt haben. Auch im Handel war ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Im Verarbeitenden Gewerbe sank der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit dagegen erneut und dürfte nun erstmals seit Beginn der Coronakrise unter der 10%-Marke liegen. Die Schätzungen beruhen auf der monatlichen Konjunkturumfrage des ifo Instituts unter ca. 7 000 Unternehmen. Die Schätzmethode wurde im Vergleich zu den Vormonaten revidiert. Infolgedessen wurden die Schätzungen für Oktober, für den das ifo Institut ursprünglich von 3,3 Millionen Kurzarbeitern ausging, und die übrigen vorhergehenden Monate nach unten korrigiert.«

Britta Rude (2020): Geflüchtete Kinder und Covid-19: Corona als Brennglas vorhandener Problematiken, ifo Schnelldienst, Heft 12/2020, S. 46-57
»Die ethnische Vielfalt Deutschlands ist 2020 eine Realität. 40% der Grundschüler haben einen Migrationshintergrund und 5% aller Kinder unter 18 Jahren einen Fluchthintergrund. In den letzten fünf Jahren wurden fast 40% aller Asylbewerbungen von Kindern unter 18 Jahren gestellt. Wie wirkt sich die Pandemie auf die Lebensumstände geflüchteter Kinder in Deutschland aus? Der vorliegende Artikel zeigt, dass diskriminierende Strukturen und die besondere Schutzbedürftigkeit der geflüchteten Kinder durch das Auftreten von Covid-19 verstärkt werden. Geflüchtete Kinder verfügen über weniger digitale Ausstattung, teilweise werden sie nicht von der Schulpflicht erfasst, sowohl ehrenamtliche als auch psychosoziale Angebote werden erschwert und die Integration durch »Social Distancing« beeinträchtigt. Das Leben in Sammelunterkünften hindert das Homeschooling und führt zu Isolation. Nur ein Drittel der Kinder in Sammelunterkünften verfügt über einen eigenen Schreibtisch, und nur 56% haben Zugang zu Internet. 95% aller geflüchteten Kinder können sich vorstellen, auch langfristig in Deutschland zu bleiben. Deswegen muss den negativen Folgen der Pandemie so schnell wie möglich entgegengewirkt werden, um ihnen den Weg in die deutsche Gesellschaft zu erleichtern. Dies ist nicht nur eine humanitäre Verpflichtung, sondern auch im Interesse einer Gesellschaft im demografischen Wandel.«

Alexandra Langmeyer, Angelika Guglhör-Rudan, Thorsten Naab, Marc Urlen und Ursula Winklhofer (2020): Kind sein in Zeiten von Corona. Ergebnisbericht zur Situation von Kindern während des Lockdowns im Frühjahr 2020, München: Deutsches Jugendinstitut (DJI), Dezember 2020

Stefan Böhme, Anja Rossen und Luca Sautter (2020): Die Gesundheitswirtschaft in Bayern. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Bayern, 02/2020, Nürnberg 2020
Die Gesundheitswirtschaft stellt mit einem Anteil von 14,3 Prozent an der Gesamtbeschäftigung eine bedeutende Branche in Bayern dar, die zwischen 2011 und 2019 um 23,3 Prozent auf fast 780.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und damit im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (21,5 Prozent) überdurchschnittlich angewachsen ist. Die Gesundheitswirtschaft ist nach wie vor eine Frauen- und Teilzeitdomäne. Zudem sind die Beschäftigten etwas älter und höher qualifiziert als im Durchschnitt aller Beschäftigten. Die meisten der Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft üben Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Altenpflege aus. Aus den Ergebnissen der Engpassanalyse wird ersichtlich, dass es insbesondere bei den Berufen in der Altenpflege, Berufen in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie bei Berufen in der nicht-ärztlichen Therapie und Heilkunde (z.B. Physiotherapie) deutliche Hinweise auf einen Arbeitskräfteengpass gibt. Zukünftig dürfte die Gesundheitswirtschaft weiter an Bedeutung gewinnen, aber auch mit Problemen konfrontiert werden. So hat der demografische Wandel für den Arbeitsmarkt besonders weitreichende Auswirkungen, denn mit der zunehmenden Zahl der Älteren wird die Zahl der Pflegebedürftigen steigen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter, so dass sich die Frage stellt, inwiefern die professionelle Versorgung der Pflegebedürftigen auch in den kommenden Jahren gewährleistet werden kann.

Rechnungshof Österreich (2020): Allgemeiner Einkommensbericht 2020, Wien, Dezember 2020

Robert Misik (2020): Bedürfnis nach Sicherheit. Progressive Politik in Zeiten der Angst vor Veränderung. Schriftenreihe Innere Sicherheit Bd. 5, Berlin: Friedrich‐Ebert‐Stiftung, 2020

Deutscher Ethikrat (2020): Mindestmaß an sozialen Kontakten in der Langzeitpflege während der Covid-19-Pandemie. Ad-hoc-Empfehlung, Berlin, 18.12.2020

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2020): Gute-KiTa-Bericht 2020 – Monitoringbericht 2020 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nach § 6 Abstaz 2 des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und Verbesserung der Teilhabe in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege (KiTa-Qualitäts- und Teilhabeverbesserungsgesetze – KiQuTG) für das Berichtsjahr 2019, Berlin 2020

Wolfgang Dauth, Sebastian Findeisen, Jens Suedekum and Nicole Woessner (2020): The Adjustment of Labor Markets to Robots, November 2020
»We use detailed administrative data to study the adjustment of local labor markets to industrial robots in Germany. Robot exposure leads to displacement effects in manufacturing which are offset by new jobs in services. The majority of the incidence falls on young workers just entering the labor force. Automation causes more stable employment within firms for incumbents, and this is driven by workers taking on new jobs (measured by occupations) in their original plants. Several measures indicate those new jobs are of higher quality than the old ones. Young workers also adapt their educational choices and substitute away from vocational training towards colleges and universities. Finally, industrial robots have benefited workers in occupations with complementary tasks like, e.g., managers or technical scientists.«

Andrea Waltersbacher (2020): Heilmittelbericht 2020. Ergotherapie, Sprachtherapie, Physiotherapie, Podologie, Berlin: Wissenschaftliches Institut der AOK (WldO) im AOK-Bundesverband, Dezember 2020

Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (2020): Positionen und Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Weiterentwicklung und nachhaltigen Finanzierung der Pflege, Berlin, November 2020
»Mit der Einführung der sozialen Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung im Jahr 1995 wurde Pflegebedürftigkeit als allgemeines Lebensrisiko anerkannt. Die Pflegeversicherung sollte dazu beitragen, die hohen finanziellen Belastungen von Menschen mit Pflegebedarf zu begrenzen. Pflegebedürftigkeit sollte fortan kein Armutsrisiko darstellen und auf Pflege angewiesene Menschen in der überwiegenden Zahl von Sozialhilfe unabhängig bleiben. Damit verbunden war auch das Ziel, die Länder und Kommunen als Träger der Hilfe zur Pflege, deren Aufwendungen Anfang der 1990er-Jahre auf ein knappes Drittel aller Ausgaben der Sozialhilfe angewachsen waren, finanziell zu entlasten. Der Einführung war eine jahrzehntelange politische und gesellschaftliche Diskussion vorausgegangen, bei der insbesondere die Frage der Finanzierbarkeit eine wichtige Rolle spielte. Der Deutsche Verein war maßgeblich an den Diskussionen um die Einführung der sozialen Pflegeversicherung beteiligt und hat die Entwicklung und Umsetzung der Gesetzgebung zur Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit fachlich begleitet. In mehreren Stellungnahmen wurde seit Ende der 1990er-Jahre grundlegender Reformbedarf geäußert und in weiteren Positionen Vorschläge zur Weiterentwicklung der Struktur der Pflegeversicherung unterbreitet. Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017 wurde eine wichtige Forderung des Deutschen Vereins umgesetzt. Allerdings hat der Deutsche Verein bereits im Jahr 2007 in seiner Stellungnahme deutlich gemacht, dass eine Reform des Leistungsrechts und des Pflegebedürftigkeitsbegriffs mit einer nachhaltigen Finanzreform der Pflegeversicherung verzahnt werden müsse. Diese steht bislang noch aus.«

Stephanie Oeynhausen, Bettina Milde, Joachim Gerd Ulrich, Simone Flemming und Ralf-Olaf Granath (2020): Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2020. Analysen auf Basis der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge und der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 30. September, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 15.12.2020

Wido Geis-Thöne (2020): Der Betreuungsausbau ist regional unterschiedlich schnell vorangeschritten. Eine Betrachtung der Entwicklungen von Platzzahlen und Quoten auf Kreisebene. IW-Report 66/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Dezember 2020

Christian Kestermann und Christoph Schröder (2020): Mindestlohn: Besser einhalten als erhöhen. IW-Kurzbericht 124/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 14.12.2020
»Der Mindestlohn steigt bis Juli 2022 in mehreren Stufen von 9,35 Euro auf 10,45 Euro und ist dann gut 6 Prozent höher als bei regelbasierter Anpassung. Das IW hat errechnet, wie stark diese Erhöhung die Einkommensarmut senken könnte und was der von vielen geforderte Sprung auf 12 Euro bedeuten würde. Das Ergebnis: besser ein Mindestlohn, der bezahlbar ist und eingehalten wird, als ein höherer Mindestlohn, der umgangen wird.«

Martin Beznoska, Judith Niehues und Maximilian Stockhausen (2020): Stabil durch die Krise? Verteilungsfolgen der Corona-Pandemie – eine Mikrosimulationsanalyse. IW-Report 65/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 10.12.2020
»Die Corona-Pandemie und der Lockdown im Frühjahr haben bislang nicht dazu geführt, dass die Ungleichheit bei den verfügbaren Einkommen in Deutschland zugenommen hat. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Ohne die umfassende Hilfe des Staates sähe der Befund allerdings anders aus.«

Susanne Wanger (2020): Entwicklung von Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit und Arbeitsvolumen nach Geschlecht. Ergebnisse der IAB-Arbeitszeitrechnung nach Alter und Geschlecht (AZR AG) für die Jahre 1991 – 2019. IAB-Forschungsbericht 16/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020

Philipp Grunau et al. (2020): Covid-19-Pandemie und Klimawandel als Beschleuniger des Strukturwandels: Fachkräftesicherung in Zeiten von Digitalisierung und Defossilisierung. IAB-Stellungnahme 11/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020

Eurofound (2020): Long-term care workforce: Employment and working conditions, Luxembourg 2020
Around 6.3 million people work in the long-term care sector in the EU – up by one third in just one decade – while 44 million people provide frequent informal long-term care to relatives or friends. The proportion of workers aged 50 years or older is higher than in other sectors, and is increasing at a faster pace: from 28% in 2009 to 38% in 2019. Working conditions in the sector are characterised by physical challenges such as lifting people and working with potentially infectious materials – the risks being high in the sector as the workforce is older. 
Exposure to adverse social behaviour at work means there is a high risk of developing mental health problems, thereby accentuating gender differences as the workforce is predominantly female. Better staffing levels and more training, with public funding leveraged to set standards for care work, can all contribute to improving working conditions, addressing staff shortages, and ensuring access to high quality long-term care.

Anton Klaus, Thomas Kruppe, Julia Lang und Konrad Roesler (2020): Geförderte Weiterbildung Beschäftigter: Trotz erweiterter Möglichkeiten noch ausbaufähig. IAB-Kurzbericht 24/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Dezember 2020

DGB (2020): Vorschläge des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Evaluation des Mindestlohngesetzes, Berlin, Dezember 2020
Zum 01.01.2015 wurde in Deutschland der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von damals 8,50 Euro brutto je Zeitstunde eingeführt. In diesem Jahr wird das entsprechende Mindestlohngesetz planmäßig, wie vom Gesetz vorgeschrieben, evaluiert. Dazu legen der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften Vorschläge zum Evaluationsbericht vor.

Frauenhauskoordinierung (2020): Statistik Frauenhäuser und ihre Bewohner_innen. Bewohner_innenstatistik 2019 Deutschland, Berlin, November 2020

Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO): Soziale Teilhabe von Menschen in Alten- und Pflegeheimen auch unter Corona-Bedingungen sicherstellen, Dezember 2020

Peter Drewek (2020): Bildungsdefizite Corona-bedingter Schulschließungen? Eine bildungshistorische Analyse. ZEW-Discussion Paper No. 20-073, Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Dezember 2020
»In aktuellen Prognosen der Lern- und Einkommensverluste durch Corona-bedingte Schulschließungen spielen die Kurzschuljahre zur bundesweiten Vereinheitlichung des Schuljahresbeginns bzw. die Verlängerung der Vollzeitschulpflicht von acht auf neun Jahre in den 1960er Jahren eine prominente Rolle. Ihre rückblickend ermittelten Effekte dienen als Maßstab für die Vorhersage langfristig verminderter individueller Einkommen als direkte Folgen Corona-bedingter Schulschließungen. Demgegenüber wird im Kontext der nach dem Zweiten Weltkrieg massiv beschleunigten Bildungsexpansion infrage gestellt, ob isoliert von der Dynamik des Bildungssystems, d.h. trendneutral ermittelte Auswirkungen der Kurzschuljahre bzw. verlängerter Schulzeit auf Kompetenzentwicklung und Einkommen korrekt erfasst sind und auf die aktuelle Situation übertragen werden können. Zudem können die gegenwärtig befürchteten negativen Effekte eingeschränkten Lernens für Beschulung und Schulerfolg in den Kurzschuljahren nicht bestätigt werden.«

Institut DGB-Index Gute Arbeit (2020): Jahresbericht 2020. Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung zum DGB-Index Gute Arbeit 2020. Schwerpunktthema Mobiles Arbeiten, Berlin 2020
»Von Januar bis Mai 2020 wurden in einer repräsentativen Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit knapp 6.300 abhängig Beschäftigte in Deutschland zu ihren Arbeitsbedingungen interviewt. Der Jahresbericht enthält eine umfassende und systematische Auswertung der Befragungsergebnisse. Der Bericht ist in zwei Themenbereiche aufgeteilt. Im ersten Teil werden die Befunde zum Themenschwerpunkt Mobile Arbeit vorgestellt. Dabei wird mobile Arbeit weiter gefasst als die Arbeit im Homeoffice. Das Arbeiten „vor Ort“ bei KundInnen, PatientInnen oder KlientInnen fällt ebenso darunter wie Dienst- und Geschäftsreisen oder die Arbeit an wechselnden Unternehmensstandorten. Insgesamt sind 36 Prozent der Beschäftigten in Deutschland auf mindestens eine Art mobil tätig. Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen zeigen sich einerseits relativ große Gestaltungsmöglichkeiten bei den mobilen Beschäftigten, andererseits eine überdurchschnittliche Verbreitung belastender Arbeitszeiten. Der zweite Teil des Jahresbericht umfasst die systematische Darstellung der Ergebnisse zu den Standardfragen des DGB-Index Gute Arbeit. Aus den 42 Fragen zu den drei Themenbereichen arbeitsbedingte Belastung, verfügbare Ressourcen sowie Einkommen und Beschäftigungssicherheit werden Indexwerte gebildet, die Auskunft über die Arbeitsqualität unterschiedlicher Beschäftigtengruppen geben. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich in den Bewertungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine leichte Verbesserung des Gesamtindexwertes auf 65 von 100 möglichen Punkten. Große Unterschiede werden deutlich, wenn man die Ergebnisse für die einzelnen Branchen und Berufsgruppen betrachtet.«

Leopoldina. Nationale Akademie der Wissenschaften (2020): Coronavirus-Pandemie: Die Feiertage und den Jahreswechsel für einen harten Lockdown nutzen. 7. Ad-hoc-Stellungnahme, 08. Dezember 2020
»Die gegenwärtige Situation ist nach wie vor ernst und droht sich weiter zu verschärfen. Trotz des seit Anfang November in Deutschland geltenden Teil-Lockdowns sind die Infektionszahlen auf einem sehr hohen Niveau. Jeden Tag sterben mehrere Hundert Menschen. Die Krankenhäuser und insbesondere das medizinische Personal sind bereits jetzt an ihren Grenzen und die Gesundheitsämter überlastet. Um die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zurückzuerlangen, empfiehlt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Ad-hoc-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie: Die Feiertage und den Jahreswechsel für einen harten Lockdown nutzen“ ein zweistufiges Vorgehen. Die Rahmenbedingungen ‒ Weihnachtsferien in Bildungseinrichtungen und eingeschränkter Betrieb in vielen Unternehmen und Behörden – bieten die Chance, in der Eindämmung der Pandemie ein großes Stück voranzukommen.«

Jakob Ambros, Jan Limbers, Stefan Moog, Andreas Sachs und Heidrun Weinelt (2020): Lohneinkommensentwicklung 2025. Wirkung der Produktivität auf die Lohnentwicklung, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Dezember 2020
»Das Produktivitätswachstum ist ein wichtiger Bestimmungsfaktor für das Wachstum der Arbeitslöhne. Allerdings verzeichnen nur noch wenige Branchen ein robustes Wachstum der Arbeitsproduktivität. Das wird Folgen für die Beschäftigten haben. Lohneinkommen driften weiter auseinander. Besserverdienende ziehen weiter davon, Geringverdienende erleiden gar reale Einkommensverluste, so unsere Projektion. Die Corona-Pandemie dürfte diese Ungleichgewichte noch weiter verschärfen.«

Thomas Rauschenbach, Christiane Meiner-Teubner, Melanie Böwing-Schmalenbrock und Ninja Olszenka (2020): Plätze. Personal. Finanzen. Bedarfsorientierte Vorausberechnungen für die Kindertages- und Grundschulbetreuung bis 2030. Teil 1: Kinder vor dem Schuleintritt, Dortmund: Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, Dezember 2020

DGB (2020): Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen – dringende gesellschaftspolitische Aufgabe, Berlin: DGB Bundesvorstand, Dezember 2020

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (2020): Arbeit von zuhause in der Corona-Krise: Wie geht es weiter?, Dortmund, Dezember 2020

Noémi Katona and Attila Melegh (eds.) (2020): Towards a scarcity of care? Tensions and contradictions in transnational elderly care system in Central and Eastern Europe, Budapest: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Hadrien Clouet und Catherine Vincent (2020): Home Office in Frankreich. Erfahrungen während der Pandemie, Paris: Friedrich-Ebert-Stiftung Paris, November 2020

Next: Public (2020): Verwaltung in Krisenzeiten. Eine Bestandsaufnahme der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Öffentlichen Dienst, Berlin 2020
Es wird untersucht, welche Erfahrungen Mitarbeitende von Behörden in ihrem neuen Arbeitsalltag gemacht haben. Das Besondere: In einer parallelen Befragung haben auch Bürgerinnen und Bürger die Arbeit der Verwaltung in der Corona-Krise eingeschätzt. Die Studie basiert auf der bisher größten zum Thema durchgeführten Verwaltungsbefragung mit 6.147 Teilnehmenden und fast 5.000 ausgewerteten Fragebögen. An einer weiteren, parallel durchgeführten Online-Umfrage haben außerdem 5.000 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen.

Claudia Wiesner (2020): Das Konjunkturpaket der Bundesregierung und seine Auswirkungen auf Frauen und Männer. i3 – Kasseler Diskussionspapiere – Ideen, Interessen und Institutionen im Wandel Nr. 9, Kassel: Universität Kassel, Dezember 2020

Der Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege (2020): Besuche sicher ermöglichen. Besuchskonzepte in stationären Einrichtungen der Langzeitpflege während der Corona-Pandemie, Berlin, Dezember 2020

Franz Knieps und Holger Pfaff (Hrsg.): Mobilität – Arbeit – Gesundheit. BKK-Gesundheitsreport 2020, Berlin, Dezember 2020
»Die Coronavirus-Pandemie hat in vielen Bereichen massive Veränderungen bewirkt, so auch in der Arbeitswelt. Distanz halten zu müssen oder Kontakte ganz zu vermeiden, hat viele dazu gezwungen, andere Formen der Zusammenarbeit zu nutzen. Dies hat deutlich gemacht, welche bedeutende Rolle Mobilität im Arbeitsalltag spielte und weiterhin spielen wird. Grund genug also, im diesjährigen Schwerpunktthema des BKK Gesundheitsreports die Mobilität im Arbeitskontext in den Fokus zu rücken.«

Benjamin Edelstein (2020): Von der Schulform zur schulischen Organisationsform. Zur Diffusion eines neuen Paradigmas der Schulstrukturentwicklung. Discussion Paper P 2020-001, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), November 2020

Der Paritätische Gesamtverband (2020): Der Paritätische Teilhabebericht 2020. Teilhabe und Geschlecht im frühen und mittleren Erwachsenenalter im Rahmen des Projekts: „Teilhabeforschung: Inklusion wirksam gestalten“, Berlin, Dezember 2020

Barbara von Würzen (2020): Traditionelle Rollenverteilung in Corona-Krise belastet die Frauen, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Dezember 2020
»Von Homeschooling bis Essenszubereitung: Die Corona-Pandemie stellt Familien vor große Herausforderungen. Neue Umfrageergebnisse zeigen, dass die Verteilung der Aufgaben im eigenen Zuhause vorwiegend klassischen Rollenbildern folgt. Während in der Wahrnehmung der Männer Kinderbetreuung und Hausarbeit gerecht aufgeteilt sind, leiden viele Frauen unter der Situation.«

Magdalena Krieger et al. (2020): Mentorenprogramme fördern die Integration von Geflüchteten, in: DIW Wochenbericht Nr. 49/2020
»In den Jahren 2014 bis 2016 suchten über eine Millionen Menschen Zuflucht in Deutschland. Viele BürgerInnen engagierten sich in dieser Zeit auf unterschiedliche Weise, um Geflüchtete zu unterstützen. Insbesondere gewannen Mentorenprogramme an Bedeutung. Wie dieser Bericht zeigt, wirkt sich die Teilnahme an einem Mentorenprogramm positiv auf Geflüchtete aus: Sie verbessern ihre Sprachkenntnisse und sind sozial aktiver. Auch die MentorInnen erleben die Beziehung positiv und möchten sich in Zukunft weiterhin für Geflüchtete engagieren. Damit unterstreicht dieser Bericht die Bedeutung von Begegnungen zwischen Geflüchteten und Mitgliedern der Aufnahmegesellschaft. In der Zukunft sollten solche Initiativen insbesondere für geflüchtete Frauen sowie für Geflüchtete im ländlichen Raum zugänglich gemacht werden.«

Arno Georg und Kerstin Guhlemann (2020): HdA Reloaded? Lehren aus der „Humanisierungsdebatte“ für die Gestaltung digitalisierter Arbeit. Study Nr. 23, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Dezember 2020
»Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Digitalisierung und Flexibilisierung flammt auch der Wunsch nach einer Humanisierung der Arbeitswelt neu auf. Zumal nicht nur Risiken, wie Rationalisierung von Arbeitsplätzen, mehr Überwachung und Kontrolle zu beachten sind, sondern auch Vorteile und Chancen, wie Zeitsouveränität, Mitsprache bei der Wahl des Arbeitsortes oder auch stärkere Partizipationsmöglichkeiten in der Ausgestaltung von Arbeitsinhalten. Der „Humanisierungs“-Diskurs ist aber keineswegs neu. In den 1970/80er Jahren wurde bereits ein eigenständiges Programm zur „Humanisierung des Arbeitslebens“ (HdA) von der Bundesregierung gefördert, mit dem Ziel Arbeitsinhalte und -beziehungen zu verbessern sowie belastende und gesundheitsgefährdende Arbeitssituationen abzubauen. In diesem Beitrag wird gezeigt, dass einige Erkenntnisse von damals erstaunlich aktuell sind und Denkanstöße für die heutige Arbeitspolitik und -gestaltung geben.«

Katrin Demmelhuber et al. (2020): Homeoffice vor und nach Corona: Auswirkungen und Geschlechterbetroffenheit. ifo Schnelldienst Digital Nr. 14, 2020
»Homeoffice war und ist ein wichtiges Instrument in der Corona-bedingten Krise und wird voraussichtlich auch den Arbeitsalltag der Zukunft stark prägen. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse einer Umfrage unter Manager*innen und Personalverantwortlichen deutscher Unternehmen zur Auswirkung von Homeoffice auf die Arbeitswelt vor. Die Studie veranschaulicht die wachsende Bedeutung von Homeoffice während der Corona-Pandemie, wobei der Umfang der Heimarbeit von der Branche und der Unternehmensgröße abhängt. Während die meisten Unternehmen keine Probleme bei der Umsetzung von Homeoffice hatten, geben die Befragten dennoch Bedenken hinsichtlich einer Verschlechterung des Arbeitsergebnisses – insbesondere der Qualität der Zusammenarbeit, verglichen mit einer »Face-to-Face«-Zusammenarbeit – an. Darüber hinaus sehen die Teilnehmer Frauen durch den vermehrten Einsatz von Homeoffice und allgemein durch die Corona-Pandemie stärker beeinträchtigt als Männer. Die Ergebnisse der Studie liefern ein differenziertes Bild zu Chancen und Problemen von Homeoffice und bieten eine wichtige Grundlage in der Debatte zum Recht auf Homeoffice.«

Daniel Hörsch (2020): Covid-19-Pflegestudie der Diakonie. Eine Ad-hoc-Studie zu den Erfahrungen von Diakonie-Mitarbeitenden in der Altenhilfe/-pflege während der Covid-19-Pandemie, Berlin: midi / Ev. Werk für Diakonie und Entwicklung, Dezember 2020

Heinz Rothgang, Rolf Müller und Benedikt Preuß (2020): BARMER Pflegereport 2020. Belastungen der Pflegekräfte und ihre Folgen. Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse – Band 26, Berlin, Dezember 2020

GKV-Spitzenverband (2020): GKV-Positionen zur Krankenhausversorgung aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie 2020. Beschlossen vom Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes am 02.12.2020, Berlin, 02.12.2020

Aktion Mensch (Hrsg.) (2020): Inklusionsbarometer Arbeit. Ein Instrument zur Messung von Fortschritten bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. 8. Jahrgang (2020), Bonn, November 2020

DGB (2020): Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen brauchen besseren Schutz vor Armut, Berlin: DGB Bundesvorstand, Dezember 2020
»Das Armutsrisiko von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist im Langzeitvergleich seit 2005 angestiegen. Am Ausgangspunkt 2005 war das Armutsrisiko in beiden Gruppen noch ähnlich hoch. Die DGB-Auswertung anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember beleuchtet die Ursachen für das gestiegene Armutsrisiko und macht Vorschläge für politische Handlungsmöglichkeiten.«

Ulrike Ravens-Sieberer et al. (2020): Psychische Gesundheit und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen während der COVID-19-Pandemie – Ergebnisse der COPSY-Studie, in: Deutsches Ärzteblatt, Heft 48/2020

Forsa (2020): Die Corona-Krise aus Sicht der Schulleiterinnen und Schulleiter. Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativbefragung, Berlin, 13.11.2020

Julia Hansen,  Uta Klusmann und Reiner Hanewinkel (2020): Stimmungsbild: Lehrergesundheit in der Corona-Pandemie. Befragung zur Lehrergesundheit 2020, Kiel, November 2020

Roland A. Stürz et al. (2020): Digitalisierung durch Corona? Verbreitung und Akzeptanz von Homeoffice in Deutschland: Ergebnisse zweier bidt-Kurzbefragungen, München: bidt – Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation, September 2020

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2020): Faire Arbeit in der Plattformökonomie. Eckpunkte des BMAS, Berlin, November 2020

Sozialbeirat (2020): Gutachten des Sozialbeirats zum Rentenversicherungsbericht 2020 und zum Alterssicherungsbericht 2020, Berlin, 24.11.2020

Thomas Leoni, Anna Brunner und Christine Mayrhuber (2020): Die Kosten arbeitsbedingter Unfälle und Erkrankungen in Österreich, Wien: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), 2020
»Der Einblick in die ökonomischen Folgen von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Krankheiten liefert Entscheidungsträgern und Stakeholdern die Grundlage für die Entwicklung von Präventivmaßnahmen und Politiken zur Erhöhung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz. Der vorliegende Bericht knüpft an einen von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (EU-OSHA) entwickelten Ansatz* an und ermittelt für Österreich die Folgekosten der tödlichen und nicht-tödlichen Unfälle und Erkrankungen, die auf Belastungen und gesundheitliche Risiken in der Arbeitswelt zurückzuführen sind. Eine umfassende Bewertung der arbeitsbedingten Krankheitslast berücksichtigt direkte, indirekte und intangible Kostenkomponenten.«
*) Emile Tompa et al. (2019): The value of occupational safety and health and the societal costs of work-related injuries and diseases. Executive Summary, Bilbao: European Agency for Safety and Health at Work

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2020): Bericht der Bundesregierung über die gesetzliche Rentenversicherung, insbesondere über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben, der Nachhaltigkeitsrücklage sowie des jeweils erforderlichen Beitragssatzes in den künftigen 15 Kalenderjahren gemäß § 154 Abs. 1 und 3 SGB VI (Rentenversicherungsbericht 2020), Berlin 2020

Fabian Hoose und Sophie Rosenbohm (2020): (Video-)Bloggen als Plattformarbeit? Konturen einer Form digitalen Arbeitens. IAQ-Report 2020-11, Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), November 2020
»Social-Media Plattformen wie YouTube und Instagram erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Als Plattformen bieten sie jedoch nicht nur Unterhaltung, sondern stellen eine Grundlage für neuartige, internetbasierte Arbeitstätigkeiten dar. (Video-)Blogger *innen nutzen sie als Infrastruktur für den Aufbau von Selbstständigkeiten. Es zeigen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit anderen diskutierten Formen von Plattformarbeit.«

Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (2020): Personalmodelle für Universitäten in Deutschland. Alternativen zur prekären Beschäftigung, Berlin 2020

Wolfgang Hien und Hubertus von Schwarzkopf (2020): Corona-Gefährdung im Erleben von Pflegekräften – eine explorative Studie mit Hinweisen auf erweiterte Gesundheitsschutzkonzepte. Ein Projekt des Forschungsbüros für Arbeit, Gesundheit und Biographie (Bremen), gefördert von der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Bremen, September 2020

Der Paritätische Gesamtverband (2020): Gegen Armut hilft Geld. Der Paritätische Armutsbericht 2020, Berlin: November 2020

Katrin Vitols und Steffen Gabriel (2020): Branchenanalyse Sozialversicherungsträger. Forschungsförderung Working Paper Nr. 195, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Oktober 2020
»Die Branchenstudie analysiert wirtschaftliche, gesetzliche, technologische und organisatorische Veränderungen bei den Trägern der verschiedenen Zweige der Sozialversicherung und die Auswirkungen dieser Veränderungen auf Arbeit und Beschäftigung. Veränderte Vorgaben der Aufsichtsbehörden, gesetzliche Neuregelungen und eine stärker auf Optimierung und Effizienz ausgerichtete Verwaltung führen zu einem Anpassungs- und Veränderungsdruck, der sich in veränderten Tätigkeits- und Leistungsanforderungen für die Beschäftigten in den Sozialversicherungszweigen niederschlägt.«

DGB Bayern (2020): Tatort Niedriglohn in Bayern. Auswertung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) im Auftrag des DGB-Bezirks Bayern, München, November 2020

Bettina Kohlrausch, Aline Zucco und Andreas Hövermann (2020): Verteilungsbericht 2020. Die Einkommensungleichheit wird durch die Corona-Krise noch weiter verstärkt. WSI-Report Nr. 62, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), November 2020

Gerd Glaeske et al. (2020): Demenzreport 2020, Bremen: Universität Bremen, SOCIUM, September 2020

UNICEF (2020): Averting a lost COVID generation. A six-point plan to respond, recover and reimagine a post-pandemic world for every child, New York: United Nations Children’s Fund (UNICEF), November 2020

Bastian Stockinger und Cordula Zabel (2020): Bewertung der Betreuung und Beratung in den Jobcentern: Leistungsberechtigte bedürfen oft besonderer Unterstützung. IAB-Kurzbericht 23/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), November 2020

Magnus Brosig (2020): Altersübergang: Für gute Wege in die Rente. KammerPosition Nr. 2/2020, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, November 2020
»Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind eben nicht auf einem unproblematischen Weg zur „Rente mit 67“ – die pauschale Anhebung der Altersgrenze geht an ihrer Lebensrealität vorbei. Notwendig ist ein umfassendes Reformpaket für den Altersübergang, das insbesondere einen gesetzlichen Anspruch auf ein „Berufsminderungsgeld“ schaffen sollte: Wer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr umfassend ausüben kann, könnte damit einen teilweisen finanziellen Ausgleich erhalten, der eine Brücke für gute Erwerbstätigkeit bis zur Altersgrenze baut. Altersübergangspolitik im engeren Sinne ist außerdem durch Maßnahmen für bessere Prävention und Qualifikation einerseits und ein starkes Rentensystem andererseits einzurahmen: Auf den Altersübergang müssen auskömmliche Renten folgen, für die eine stabile und solidarische gesetzliche Rentenversicherung mit hohem Leistungsniveau unverzichtbar ist.«

Oliver Decker und ElmarBrähler (Hrsg.) (2020): Autoritäre Dynamiken. Neue Radikalität – alte Ressentiments. Leipziger Autoritarismus Studie 2020, Gießen 2020
»Auf Grundlage der Ergebnisse einer 2020 durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsumfrage zeigen die Autorinnen und Autoren, wie stark sich die Gesellschaft polarisiert und wie sehr sich die extreme Rechte inzwischen radikalisiert hat. Dass ihr dabei dennoch mittels Antisemitismus, Verschwörungsmythen und Antifeminismus der Anschluss an die gesellschaftliche Mitte gelingt, verdeutlicht, wie groß die Herausforderungen sind, vor denen wir alle stehen. Seit 2002 berichtet die Studiengruppe um Oliver Decker und Elmar Brähler über die rechtsextreme Einstellung in Deutschland. In den Leipziger Autoritarismus Studien, einem der wichtigsten Barometer zur politischen Kultur, untersuchen die Forscherinnen und Forscher die Verbreitung antidemokratischen Ressentiments in der Mitte der Gesellschaft und thematisieren die damit verbundenen Gefahren für die Demokratie.«

Holger Schäfer, Thomas Schleiermacher und Oliver Stettes (2020): IW-Zeitarbeiterbefragung 2019. IW-Report 57/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), November 2020

Evelyn Dawid (2020): Armutsbetroffene und die Corona-Krise. Eine Erhebung zur sozialen Lage aus der Sicht von Betroffenen, Wien: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), September 2020

Guido Friebel, Niklas Gohl, Peter Haan und Felix Weinhardt (2020): Rente mit 67: Nötige Weiterbildung der Beschäftigten ist kein Selbstläufer. DIW aktuell Nr. 56, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 17.11.2020
»Länger arbeiten, aber wie? Diese Frage treibt viele um, wenn es um eine Erhöhung des Renteneintrittsalters geht. Weiterbildung ist essenziell, um Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen fit zu machen für einen späteren Renteneintritt. Eine aktuelle Analyse zeigt anhand der Abschaffung der sogenannten Rente für Frauen im Jahr 1999, dass das kein Selbstläufer ist. Damals stieg das vorzeitige Renteneintrittsalter für Frauen ab dem Geburtsjahrgang 1952 von 60 auf 63 Jahre. Davon betroffene Frauen haben in der Folge im Durchschnitt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an einer Weiterbildung teilgenommen. Aber: Während Frauen mit tertiärer Bildung stark profitierten, ist für Frauen mit geringerer Bildung fast gar kein Effekt messbar. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Weiterbildung in höherem Alter mehr Priorität zugemessen werden muss. Andernfalls könnten immer ältere und gleichzeitig nicht mehr ausreichend qualifizierte ArbeitnehmerInnen zum Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung werden.«

Maximilian Blömer und Andreas Peichl (2020): Für wen lohnt sich Arbeit? Partizipationsbelastungen im deutschen Steuer-, Abgaben- und Transfersystem, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, November 2020
»Das Steuer- und Sozialversicherungssystem in Deutschland setzt falsche Anreize. So werden insbesondere Zweitverdienende in Paarhaushalten mit hohen Steuern und Abgaben belastet, wenn sie eine Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung aufnehmen. Verdient der Mann 48.000 Euro brutto im Jahr, würde die Frau bei einem Stundenlohn von zehn Euro und einem Minijob mit zirka zehn Wochenstunden 5.400 Euro im Jahr hinzuverdienen – und zwar ohne Abzüge aufgrund der Sonderregelung für Minijobs. Wählt sie stattdessen einen Teilzeitjob mit 20 Wochenstunden bei gleichem Bruttostundenlohn, bleiben der Familie 6.293 Euro im Jahr zusätzlich. „Eine Zweitverdienerin müsste doppelt so viel arbeiten, um nicht einmal 1.000 Euro mehr im Jahr in der Tasche zu haben. Die Nettomehreinnahmen stehen in keinem Verhältnis zur zusätzlichen Arbeit“, sagt unser Vorstand Jörg Dräger. Für diese und andere typische Haushaltskonstellationen haben Andreas Peichl und Maximilian Blömer vom ifo Institut in ihrer Studie für uns die sogenannte Partizipationsbelastung untersucht. Sie beschreibt, wie viel Prozent des individuellen Bruttoeinkommens als Steuern und Abgaben sowie durch Transferentzug vom Staat einbehalten werden. Die Autoren weisen auf falsche Anreize hin, die mehrheitlich Frauen betreffen: Von 7,6 Millionen Ehefrauen im Erwerbsalter haben mit 6 Millionen rund drei Viertel ein geringeres Einkommen als der Mann und sind demnach Zweitverdienerinnen. Sie leiden darunter, dass bei der Aufnahme einer Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung Einkommensteuer anfällt, die über dem üblichen Eingangssteuersatz liegt. Grund dafür ist das Ehegattensplitting.«

Bundesverband für Kindertagespflege (2020): Gut betreut in Kindertagespflege. Grundsatzpapier des Bundesverbandes für Kindertagespflege. Beschlossen auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes für Kindertagespflege e.V. am 22. August 2020, Berlin

Silvia Hofmann (2020): AusbildungPlus. Duales Studium in Zahlen 2019. Trends und Analysen, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2020

Dietmar Hobler und Stefan Reuyß (2020): DGB-Hochschulreport. Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen in Deutschland. Eine Studie des Instituts für sozialwissenschaftlichen Transfer (SowiTra), im Auftrag des DGB Bundesvorstandes, Berlin, November 2020

Karl Handscomb and Lindsay Judge (2020): Caught in a (Covid) trap Incomes, savings and spending through the coronavirus crisis, London: Resolution Foundation, November 2020
»In this briefing note we examine how the family finances of working-age adults have been affected since Covid-19 gripped the nation this spring. Drawing on new data from a representative survey of 6,000-plus working-age adults fielded in mid-September, we take a close look at how incomes, spending and saving changed during both the lockdown (April to June) and re-opening (July to September) periods. What emerges is a complex picture of winners and losers across the population. There are families who have increased their saving in the crisis; others who have had big incomes falls but been protected by policy; and still others that have fallen through the cracks. As we enter the winter months and a second lockdown, this note provides a clear case for further income support if significant hardship is to be forestalled.«

Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) (2020): Konzertierte Aktion Pflege. Erster Bericht zum Stand der Umsetzung der Vereinbarungen der Arbeitsgruppen 1 bis 5, Berlin, November 2020

Bundesrechnungshof (2020): Bericht an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages nach § 88 Abs. 2 BHO über die Prüfung der Krankenhausfinanzierung durch die gesetzliche Krankenversicherung, hier: Finanzierung von Investitionen, Potsdam, 10.09.2020
Dazu: Bundesrechnungshof: Krankenhäuser seit Jahren unterfinanziert und ineffizient (11.11.2020)

Christian Philipp Nixdorf (2020): Kompetentes Handeln im Jobcenter: Zusammenfassung der Befunde der Studie „Kompetentes Handeln im Jobcenter – Band I: Kompetenz aus Sicht der Grundsicherungsträger und Integrationsfachkräfte“, 2020
»Integrationsfachkräfte haben die Aufgabe, die Fähigkeiten und Potenziale Langzeitarbeitsloser zu erfassen. Sie sollen deren Hemmnisse aufarbeiten, sie zu Bildungsmöglichkeiten beraten und sie in Arbeit vermitteln. Das ist herausfordernd, denn der Gesetzgeber verlangt von Integrationsfachkräften nicht nur, Kunden zu fördern, sondern auch zu fordern. Dies kann den Aufbau einer konstruktiven Arbeitsbeziehung erschweren. Hinzu kommt, dass die Veränderungen der Arbeitsorganisation im Zuge der Arbeitsmarkt-Transformation (Arbeit 4.0) es insbesondere für Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose immer schwieriger machen, Arbeit zu finden. Um sich dieser Herausforderung annehmen zu können, müssen Integrationsfachkräfte die Kompetenzen ihrer Kunden systematisch herausarbeiten, den Arbeitsmarkt überblicken und mit Widerstand umgehen können. Kurzum müssen Integrationsfachkräfte selbst kompetent sein, um Kompetenz erkennen zu können. Was aber meint das konkret? Dem wird im Text mittels der Auswertung qualitativer Interviews mit 33 Integrationsfachkräften aus 14 Jobcentern in 8 Bundesländern nachgegangen. Beim vorliegenden Dokument handelt es sich um die Zusammenfassung zentraler Ergebnisse der Interview-Studie „Kompetentes Handeln im Jobcenter – Band I: Kompetenz aus Sicht der Grundsicherungsträger und Integrationsfachkräfte“.«

Christiane Flüter-Hoffmann und Andrea Kurtenacker (2020): Menschen mit Behinderungen auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt. IW-Kurzbericht 112/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 11. November 2020
»Seitdem vor 30 Jahren das amerikanische Gesetz zur Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet wurde, haben die Themen Diversity, Inklusion und Barrierefreiheit in den USA einen großen Aufschwung erfahren. Jetzt hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ein amerikanisches Instrument zur Analyse der Barrierefreiheit als vorbildlich auch für Unternehmen in Deutschland vorgestellt.«

Friedhelm Hufen (2020): Zur verfassungsrechtlichen Beurteilung von Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen in Alten- und Pflegeheimen aus Anlass der COVID-19-Pandemie. Rechtsgutachten, Bonn: BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, November 2020

Michael Simon (2020): Das DRG-Fallpauschalensystem für Krankenhäuser. Kritische Bestandsaufnahme und Eckpunkte für eine Reform der Krankenhausfinanzierung jenseits des DRG-Systems. Working Paper Forschungsförderung, Nr. 196, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, November 2020

DGB (2020): Ausbeutung mobiler Beschäftigter in der EU, Berlin: DGB Bundesvorstand, November 2020
»Im Zuge der Corona-Krise sind die katastrophalen Missstände der Arbeits- und Wohnsituation mobiler Beschäftigter europaweit in die Öffentlichkeit gerückt. Die Krise verschlechtert ihre Situation und die Missstände. Es ist deshalb höchste Zeit, aufzuräumen. Initiativen auf nationaler Ebene müssen dabei zwingend von europäischen Maßnahmen flankiert werden. Dazu macht der DGB konkrete Vorschläge.«

Christoph Trautvetter (2020): Wem gehört die Stadt? Analyse der Eigentümergruppen und ihrer Geschäftspraktiken auf dem Berliner Immobilienmarkt, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, November 2020
»Diese Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist die erste systematische Auswertung von Eigentumsverhältnissen im Immobilienbereich in Berlin und den verschiedenen Geschäftsmodellen. Sie öffnet die Blackbox der privaten Großgrundbesitzer, über die bisher wenig bekannt ist. Die Studie beschreibt bis dato unbekannte Eigentümer mit mehr als 3.000 Wohnungen genauso wie solche, die unterhalb dieser Grenze liegen und über die bisher kaum etwas bekannt ist. «Die Studie räumt mit dem Mythos des netten kleinen Privatvermieters als Hauptakteur auf dem Immobilienmarkt genauso auf wie mit dem Mythos des Wohneigentums als universelle, soziale Absicherung.», fasst Studienautor Christoph Trautvetter, Leiter des Projekts «Wem gehört die Stadt?»  der Rosa-Luxemburg-Stiftung zusammen. Denn fast die Hälfte der Stadt gehört wenigen tausend Multimillionären: Die ungebrochenen Preissteigerungen auf dem Wohnungsmarkt bringen ihnen immense, leistungslose Renditen von teilweise über 20 Prozent im Jahr. Die Studie vergleicht zudem Geschäftszahlen und -praktiken der börsennotierten Wohnungsunternehmen mit den landeseigenen und genossenschaftlichen Gegenstücken.«

Mara Dehmer et al. (2020): Empirische Befunde zum Bildungs- und Teilhabepaket: Teilhabequoten im Fokus, Berlin: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband, Paritätische Forschungsstelle, November 2020
»Rückwirkend zum 1. Januar 2011 hat der Bundestag, einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts folgend, das Bildungs- und Teilhabepaket mit dem Ziel eingeführt, das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern und Jugendlichen in Haushalten, die Transferleistungen beziehen, abzusichern. Im Bildungs- und Teilhabepaket wurden bereits bestehende Leistungen zusammengefasst und um lediglich zwei zusätzliche Leistungsansprüche, darunter die Lernförderung, ergänzt. Der auch seitens der Bundesregierung selbst in den Vordergrund gerückte neue Anspruch betrifft die sogenannten Teilhabeleistungen. Die Bundesregierung selbst verzichtet auf Veröffentlichungen zur Inanspruchnahme des Bildungs- und Teilhabepaketes. Eine in ihrem Auftrag durchgeführte Evaluation wurde bereits 2016 abgeschlossen. Die Paritätische Forschungsstelle möchte dazu beitragen, neue Erfahrungen zur Umsetzung mit der Teilhabeleistung des Bildungs- und Teilhabepaketes vorzulegen. Dazu legt sie hiermit die Expertise „Empirische Befunde zum Bildungs- und Teilhabepaket: Teilhabequoten im Fokus“ vor. Gegenstand der Expertise sind die Möglichkeiten zur Inanspruchnahme der Teilhabeleistungen in der Altersgruppe der 6- bis 15-Jährigen im SGB II. Zum dritten Mal in Folge wird deutlich, dass mindestens 85 Prozent der grundsätzlich Leistungsberechtigten nicht von dieser Leistung profitieren.«

Björn Fischer und Kai-Uwe Müller (2020): Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege kann Zielkonflikt zwischen Renten- und Pflegepolitik lösen, in: DIW Wochenbericht, Nr. 46/2020
»Pflegebedürftige lassen sich bevorzugt von Angehörigen oder FreundInnen zuhause pflegen. Dieser sogenannten informellen Pflege wird auch im Gesetz Vorrang vor formeller, stationärer Pflege eingeräumt. Für viele Angehörige entsteht jedoch ein Zeitkonflikt zwischen der Pflegearbeit und ihrer Erwerbsarbeit. Dieser Bericht zeigt, dass Frauen den Übergang in den Ruhestand nutzen, um diesen Zielkonflikt zu lösen und Pflege zu leisten. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters, beispielsweise durch die Abschaffung der sogenannten Altersrente für Frauen, verlängert diesen Zeitkonflikt und reduziert dadurch das Angebot an informeller Pflege. Angesichts wachsender Pflegebedarfe und steigendem Renteneintrittsalter muss die Politik die Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und informeller Pflege verbessern. Hierzu sollten die finanziellen Anreize durch Lohnersatzleistungen, die an eine Mindestarbeitszeit geknüpft sind, ausgebaut werden. Gleichzeitig sollten die Bedingungen für eine flexible Arbeitszeitgestaltung und Homeoffice weiter gestärkt werden. Eine Verbesserung der Vereinbarkeit sowie finanzielle Anreize könnten dazu beitragen, dass sich auch Männer stärker in der informellen Pflege engagieren.«

Gerhard Krug, Mark Trappmann und Christof Wolf (2020): Rolle des sozialen Netzwerkes von Langzeitarbeitslosen: Mitgliedschaften in Vereinen und Hilfe bei Alltagsproblemen können Jobchancen erhöhen. IAB-Kurzbericht 20/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020

Kathrin Schäfers und Jochen Schroth (2020): Industrie 4.0 im Sinne der Beschäftigten. Das Projekt „Arbeit+Innovation“ der IG Metall, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, September 2020

Joseph Kuhn und Manfred Wildner (2020): Corona-Krise und öffentlicher Gesundheitsdienst, in: G+G Wissenschaft, Heft 4/2020
»Die Ursprünge des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) im 18. und 19. Jahrhundert waren vor allem Aufgaben der Abwehr von Gefahren, beispielsweise Seuchen. Im 20. Jahrhundert, mit dem Entstehen städtischer Gesundheitsämter, kamen zunehmend sozialmedizinische Fürsorgeaufgaben dazu. Durch die Beteiligung des ÖGD an der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik war die Bevölkerungsmedizin nach 1945 in Deutschland zunächst diskreditiert und konnte erst unter dem Label Public Health in den 1980er-Jahren wieder an Boden gewinnen. Die Gesundheitsämter haben sich seitdem verstärkt um ein Profil über die tradierten Kontroll- und Überwachungsaufgaben hinaus bemüht, allerdings restringiert durch einen anhaltenden Personalabbau. Die Gesundheitsministerkonferenz hat die Reformansätze im ÖGD 2018 mit einem modernen Leitbild für den ÖGD unterstützt, auch die personelle Stärkung des ÖGD stand auf der Agenda. Durch die Corona-Krise ist einerseits die Stärkung des ÖGD politisch konsensfähig geworden, andererseits liegt der Akzent dabei primär auf dem Infektionsschutz. Für einen modernen ÖGD sollte der mit dem Leitbild 2018 eingeschlagene Weg weiterverfolgt werden.«

Verena Penning und Oliver Razum (2020): Covid-19 in Gemeinschaftsunterkünften und Heimen – Strukturen, Probleme, Handlungsbedarfe, in: G+G Wissenschaft, Heft 4/2020
»Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete sowie Alten- und Pflegeheime haben aufgrund ihrer räumlichen und sozialen Strukturen eine besondere Bedeutung für die Übertragung von Sars-CoV-2. Wir vergleichen diese beiden Settings bezüglich Wohnstrukturen, Handlungsempfehlungen und des Managements im Ausbruchsfall. In beiden Settings fehlt es sowohl an belastbaren Statistiken zum Infektionsgeschehen als auch an Evidenz zum optimalen Management von Covid-19. Hinsichtlich der Wohnstrukturen stellt die Situation von Geflüchteten eine besondere Herausforderung dar. Dennoch gelten in beiden Einrichtungsarten grundsätzlich ähnliche Handlungsempfehlungen zur Prävention und zum Management von Covid-19. Das verdeutlicht, dass eine settingübergreifende Kommunikation nötig wäre. Diese sollte auch weitere Arten von Gemeinschaftsunterkünften einbeziehen.«

Christine Ludwig und Michaela Evans (2020): Löhne in der Altenpflege: Helferniveaus im Spiegel von Fachkräftesicherung und Lohnverteilung. Ein Beitrag zur Lohn- und Tarifdebatte, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen, November 2020

Martin G. Kocher und Mario Steiner (2020): Kosten von Schulschließungen zur Pandemiebekämpfung. Policy Brief Nr. 20/2020, Wien: Institut für Höhere Studien (IHS), November 2020

Julia Bock-Schappelwein und Ulrike Famira-Mühlberger (2020): Ökonomische Folgen von Schulschließungen. WIFO Research Briefs 18/2020, Wien: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), November 2020
»Es gibt profunde empirische Evidenz über den positiven Effekt von Schulbesuch und erlernten Kompetenzen auf den individuellen und gesellschaftlichen Wohlstand. Schulschließungen über mehrere Wochen haben nachweislich negative Effekte auf den späteren Arbeitsmarkterfolg der betroffenen Kinder. Makroökonomisch ist Bildung die wesentlichste Determinante für die Entwicklung des Wirtschaftswachstums und damit für die langfristige Prosperität einer Gesellschaft, da Bildung eine Investition in Wissen und Fähigkeiten der Bevölkerung ist. Für die Bildungspolitik in der COVID-19-Krise steht also sehr viel auf dem Spiel – auf individueller, aber auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene.«

Gabriel Schoyerer, Maria Ihm und Clarissa Bach (2020): Fachkräftegewinnung und -bindung in der Kindertagespflege. Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Bundesprogramms „ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt“, München: Katholische Stiftungshochschule München, November 2020

Anne Blawert, Anna Kornadt, Helmut Schröder, Susanne Wurm und Klaus Zok (2020): Gesund altern. Ergebnisse einer Repräsentativumfrage zu Altersbildern junger Erwachsener. WIdO-monitor 1/2020, Oktober 2020
»Eine repräsentative Befragung unter Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren vermittelt einen Eindruck davon, was jüngere Erwachsene über Ältere denken, aber auch, was sie mit ihrem eigenen Älterwerden verbinden. Die Befragten sehen das Älterwerden im Allgemeinen eher negativ, Menschen ab einem Alter von 63 Jahren gelten bereits als „alt“. Insbesondere körperliche Verluste und gesundheitliche Einschränkungen werden stark mit dem Alter verbunden. Das eigene Älterwerden wird deutlich vom allgemeinen Altersstereotyp abgegrenzt: Schon ab Ende 20 fühlen sich die Befragten jünger, als sie tatsächlich sind und fast alle sehen ihr eigenes Älterwerden als Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung. Über fast alle Fragen hinweg zeigt sich, dass Menschen mit höherer Bildung, einem guten Gesundheitszustand und mehr Kontakt zu älteren Menschen positiver auf das Alter schauen als Personen mit niedrigerer Bildung, schlechterer Gesundheit oder weniger Kontakt zu älteren Menschen. Dies legt nahe, dass die individuellen Rahmenbedingungen damit zusammenhängen, wie positiv jüngere Menschen auf das Älterwerden und Altsein blicken.«

Jörg Marschall et al. (2020): Gesundheitsreport 2020. Stress in der modernen Arbeitswelt. Sonderanalyse: Digitalisierung und Homeoffice in der Corona-Krise. Beiträge zur Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung Band 33, Hamburg: DAK-Gesundheit, Oktober 2020

Dieter Euler und Eckart Severing (2020): Nach der Pandemie: für eine gestaltungsorientierte Berufsbildung in der digitalen Arbeitswelt. Eine Denkschrift, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2020

Dieter Euler und Eckart Severing (2020): Heterogenität in der Berufsbildung – Vielfalt gestalten, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2020

Anno Kluß und Schahrzad Farrokhzad (2020): Zugangswege und Unterstützungsbedarfe von Migrantinnen und ihren Familien aus dem EU-Ausland und aus Drittstaaten im Hinblick auf Qualifizierung und Erwerbsarbeit unter besonderer Berücksichtigung des Familiennachzugs. Expertise des Kompetenzzentrums für die Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Migrationshintergrund im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin: Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2020

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2020): Ergänzender Bericht der Bundesregierung zum Rentenversicherungsbericht 2020 gemäß § 154 Abs. 2 SGB VI (Alterssicherungsbericht 2020), Berlin 2020

Jeanette Carstensen, Holger Seibert und Doris Wiethölter (2020): Aktuelle Daten und Indikatoren: Entgelte von Pflegekräften, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 4. November 2020

Markus M. Grabka, Carsten Braband und Konstantin Göbler (2020): Beschäftigte in Minijobs sind VerliererInnen der coronabedingten Rezession, in: DIW Wochenbericht Nr. 45/2020
»Die Corona-Krise hat für die geringfügig Beschäftigten in Deutschland deutliche Folgen: Um 850 000 oder zwölf Prozent lag die Zahl der MinijoberInnen im Juni 2020 niedriger als ein Jahr zuvor. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Vergleich um lediglich 0,2 Prozent gesunken. Ein entscheidender Unterschied: MinijobberInnen haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Zudem haben viele geringfügig Beschäftigte nur einen befristeten oder gar keinen Arbeitsvertrag. Und schließlich sind von den Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vor allem Branchen mit einem hohen Anteil an Minijobs betroffen, beispielsweise das Gastgewerbe. All dies führt dazu, dass MinijobberInnen in der Krise vergleichsweise schnell ihre Beschäftigung verlieren. Unabhängig von der aktuellen Situation erscheint das Segment der geringfügigen Beschäftigung reformbedürftig. Die Zahl der MinijobberInnen ist in den Jahren 2003 bis 2019 um 43 Prozent auf 7,6 Millionen gestiegen, knapp 19 Prozent aller ArbeitnehmerInnen sind damit hierzulande geringfügig beschäftigt. Gleichzeitig hat sich die Hoffnung, dass Minijobs eine Brücke in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sein können, nicht erfüllt. Zudem bieten sie in gleichstellungspolitischer Hinsicht Fehlanreize. Mögliche Reformansätze wären die Absenkung der Geringfügigkeitsschwelle und die Abschaffung der Abgabenbefreiung bei reinen Nebentätigkeiten.«

Miriam Bömer, Xenia Saar und Susanne Steffes (2020): Digitalisierung im Arbeitsalltag von Beschäftigten: Konsequenzen für Tätigkeiten, Verhalten und Arbeitsbedingungen. Forschungsbericht 555, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, November 2020
»In diesem Sonderbericht werden der Stand und die Dynamik der Digitalisierung und deren Wirkung, Konsequenzen und Hürden aus Sicht der Beschäftigten in deutschen Betrieben mit über 50 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten untersucht. Es zeigt sich, dass Informations- und Kommunikationstechnologien im Arbeitsalltag der Beschäftigten bereits sehr weit verbreitet sind, während Maschinen und Produktionsmittel größtenteils von darauf spezialisierten Beschäftigten genutzt werden. Bezüglich der Tätigkeiten zeigt sich eine heterogene Ausübung über die Funktionsbereiche, aber auch eine größere Selektion der Beschäftigten nach ihrem Hintergrund. Insgesamt 69 Prozent der Beschäftigten geben an, dass in den letzten Jahren eine Technologie an ihrem Arbeitsplatz neu eingeführt wurde, die ihren Arbeitsalltag verändert hat. Beschäftigte passen sich vor allem durch Weiterbildung und Ausweitung von Kompetenzen an diese Neuerungen in ihrem Arbeitsumfeld an. In Bezug auf die Wirkung der Technologien für die Arbeitsergebnisse und subjektiven Produktivitätsgewinne geben zwar 39 Prozent der Beschäftigten an, dass sie bessere Ergebnisse erzeugen können, jedoch widersprechen dem auch 32 Prozent.«

Hermann Buslei, Johannes Geyer und Peter Haan (2020): Der Einfluss von steuer- und sozialrechtlichen Regelungen auf Erträge aus der gesetzlichen und betrieblichen Altersversorgung. Working Paper Forschungsförderung Nr. 197, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, November 2020
»Die Studie vergleicht die Brutto- und Nettoerträge von gesetzlicher und betrieblicher Altersversorgung für eine Auswahl typisierter Personen. Es wird deutlich, dass es „die“ Rendite nicht gibt, weil viele individuelle und systemische Faktoren erheblichen Einfluss haben: Die Renditen unterscheiden sich je nach Geburtsjahrgang, Erwerbsverlauf einschließlich Einkommensniveau, Familienstand und demografischer und ökonomischer Entwicklung sowie den steuer- und sozial-rechtlichen Regelungen erheblich. Den steuer- und sozialpolitischen Regelungen kommt eine besondere Bedeutung zu, weil sie entscheidend auf die Nettoerträge wirken.«

Statistisches Bundesamt (2020): Erwerbspersonenvorausberechnung 2020, Wiesbaden, November 2020

ZEW/IAB (2020): Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf die Solo-Selbstständigkeit. Studie im Auftrag der Mindestlohnkommission, Mannheim: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Januar 2020
»Eine gemeinsame Studie des ZEW Mannheim und des IAB, die im Auftrag der Mindestlohnkommission erstellt wurde, zeigt:  Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass Arbeitgeber ihre Beschäftigten in großem Ausmaß zur Selbstständigkeit zwingen, um den Mindestlohn zu umgehen. Die Solo-Selbstständigkeit ist in Folge der Einführung des Mindestlohns im Branchenvergleich in den Jahren 2015 und 2016 um 7,4 Prozent zurückgegangen.«

Heinz Rothgang et al. (2020): Zur Situation der häuslichen Pflege in Deutschland während der Corona-Pandemie. Ergebnisse einer Online-Befragung von informellen Pflegepersonen im erwerbsfähigen Alter. Schnellbericht, Bremen: SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik und Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen in Kooperation mit der DAK Gesundheit und dem Verein wir pflegen e. V., September 2020

Vincent Horn und Cornelia Schweppe (2020): Häusliche Altenpflege in Zeiten von Corona. Erste Studienergebnisse, Mainz, Juli 2020

Dieter Dohmen, Michael Cordes und Charlotte Firzlaff (2020): Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland in Krisenzeiten, Berlin: Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS), Oktober 2020
»Nachdem die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland in den vergangenen fünfzehn Jahren deutlich gesunken ist, könnte sie jetzt um bis zu 40 Prozent ansteigen. Zwar sind davon, relativ gesehen, Hochschulabsolventen und beruflich Qualifizierte stärker betroffen, allerdings sind die Zukunftsaussichten für geringqualifizierte junge Menschen besonders ungünstig. Männer sind dabei durchgängig stärker betroffen als Frauen. Die Analysen zeigen zudem, wie sehr die Jugendarbeitslosigkeit durch wenig wirksame Bildungsangebote kaschiert wird. Dies sind die Kernergebnisse einer aktuellen Analyse des FiBS zur Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland in Krisenzeiten. Die Studie zeigt einerseits, dass die Jugendarbeitslosigkeit über alle Qualifikationsniveaus hinweg bei jungen Männern wie Frauen deutlich rückläufig ist. Andererseits wird deutlich, dass in Krisenzeiten fast ausschließlich die Arbeitslosigkeit junger Männer ansteigt, während die der jungen Frauen zum Teil sogar weiter sinkt. Dies gilt über alle Qualifikationsgruppen hinweg.«

Tobias Maier et al. (2020): COVID-19-Krise: Die Arbeit geht weiter, der Wohlstand macht Pause. Ergebnisse der sechsten Welle der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsprojektionen bis zum Jahr 2040. BIBB Report 4/2020, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Oktober 2020
»Die Ergebnisse der sechsten Welle der Qualifikations- und Berufsprojektionen, die unter der gemeinsamen Leitung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS) durchgeführt werden, geben einen Überblick über eine voraussichtliche Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts bis zum Jahr 2040. Es zeigt sich, dass die Folgen der COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)-Pandemie die Wirtschaftsleistung langfristig um drei Jahre zurückwerfen werden. Dennoch geht die Zahl der Erwerbslosen langfristig zurück. Das Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben senkt die Zahl der Erwerbspersonen und erhöht zugleich die Zahl der zu versorgenden Personen. So wird der Gesundheitssektor 2040 die meisten Erwerbstätigen stellen und von Engpässen auf Fachkraftebene geprägt sein. Aufgrund einer fortschreitenden Digitalisierung wird besonders in der Informatik die Suche nach Personen für Spezialisten- und Expertentätigkeiten mit (mehr) Schwierigkeiten verbunden sein.«

Markus Promberger, Isabell Klingert und Anton Nivorozhkin (2020): Einbeziehung schwer zu erreichender junger Menschen in die Grundsicherung – eine Erfolgsgeschichte?, in: IAB-Forum, 29.10.2020
»Bis vor wenigen Jahren rutschten schwer erreichbare Jugendliche leicht durch die Maschen der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Mit der in § 16h SGB II geschaffenen Möglichkeit einer aufsuchenden Sozialarbeit wurde ein vielversprechender Schritt unternommen, um dies zu ändern. Dies zeigen erste Befunde aus einer IAB-Studie.«

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) (2020): Pflege in Deutschland – 2012 bis 2018. Eine sozioökonomische Analyse von Berufsgesundheit und Ansehen, Hamburg 2020

Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen (2020): Stellungnahme der BAG OKJE zum Referentenentwurf des Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen, Berlin, 26.10.2020

Bundesamt für Statistik (2020): Armut im Alter. Aktualisierung 2020, Neuchâtel: Bundesamt für Statistik (BFS), Oktober 2020
»In der Schweiz schätzen die meisten Personen ab 65 Jahren ihre finanzielle Lage positiv ein. Geringe Einkommen können häufig durch finanzielle Reserven ergänzt werden. Innerhalb der älteren Bevölkerung gibt es jedoch grosse Unterschiede. Personen, deren Einkommen primär aus Renten der 1. Säule besteht, sind in mehreren der betrachteten Lebensbereiche schlechter gestellt. Auch bei Personen ohne nachobligatorische Ausbildung, Alleinlebenden und ausländischen Personen kumulieren sich die Anzeichen, dass die finanziellen Mittel im Alter knapp oder sogar unzureichend sind.«

Serife Erol und Thorsten Schulten (2020): Das Ende der „organisierten Verantwortungslosigkeit“? Neuordnung der Arbeitsbeziehungen in der Fleischindustrie. WSI-Report Nr. 61, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Oktober 2020

BMFSFJ (2020): Pflegende Beschäftigte brauchen Unterstützung. Leitfaden für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Oktober 2020

Reinhard Bispinck (2020): Tarifpolitik in Ostdeutschland 1990 – 2020. Ein Rückblick auf zentrale Entwicklungen, Konflikte und Ergebnisse. Elemente qualitativer Tarifpolitik Nr. 88, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Oktober 2020
»1989 fiel die Berliner Mauer. Im Jahr 2020, immerhin 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist das „Einreißen der Lohnmauer“ zwischen Ost- und Westdeutschland immer noch ein wichtiges Thema der Tarifpolitik. So führt die Gewerkschaft NGG unter diesem Motto zurzeit eine Tarifkampagne in der ostdeutschen Ernährungswirtschaft und versucht mit Streiks in zahlreichen Unternehmen die Lohngleichheit zwischen Ost und West herzustellen. Noch heute, so die NGG, verdienen die Kolleginnen und Kollegen im Osten bis zu 900 Euro weniger pro Monat als im Westen. Damit hätte im Jahr 1990 sicherlich kaum jemand gerechnet. Bundeskanzler Helmut Kohl versprach damals „blühende Landschaften“ in wenigen Jahren und die Hoffnung war bei vielen groß, dass es in einem überschaubaren Zeitraum gelingen würde, die Arbeits- und Lebensbedingungen anzugleichen. Tatsächlich konnten die Gewerkschaften mit ihrer Tarifpolitik auch große Fortschritte erzielen, die Löhne und Gehälter stiegen kräftig, die Arbeitszeit ging zurück, aber immer noch klafft in vielen Branchen eine Lücke zwischen den west- und ostdeutschen Tarifstandards. Eine vollständige Gleichstellung ist noch längst nicht erreicht.«

Duncan Roth (2020): Nichteinhaltung des Mindestlohns in Deutschland. IAB-Stellungnahme 07/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020
»Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn. Zwar belegen Forschungsergebnisse einen positiven Effekt auf Löhne am unteren Ende der Lohnverteilung, der mit der Einführung des Mindestlohns einhergeht. Dieser Befund bedeutet jedoch nicht, dass es keine Unterschreitung des Mindestlohns gibt. Wie viele Personen unterhalb der Mindestlohngrenze bezahlt werden, ist bisher nicht abschließend geklärt worden. Die Einschätzungen zu dieser Frage reichen von etwa 483.000 Personen im Jahr 2018 bis zu 2,4 Millionen Personen. In dieser Stellungnahme werden die Schwierigkeiten beschrieben, das Ausmaß der Nichteinhaltung mit den vorliegenden Datensätzen abzuschätzen. Für eine bessere Einordnung werden darüber hinaus entsprechende Einschätzungen zur Mindestlohnunterschreitung aus anderen Ländern zusammengefasst. Abschließend werden aktuelle Erkenntnisse zur Frage beschrieben, inwiefern die Aufzeichnungspflicht dazu beiträgt, das Ausmaß der Nichteinhaltung zu reduzieren.«

Martin Beznoska und Tobias Hentze (2020): Pensionszusagen setzen öffentlichen Haushalten zu. IW-Kurzbericht 104/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Oktober 2020
»In den kommenden Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Für die öffentlichen Haushalte führt dies zu steigenden Ausgaben bei den Pensionen für Bundes- und Landesbeamte. Auch wenn die Entwicklung seit Jahren absehbar ist, sind Versorgungsrücklagen Mangelware.«

Paul Schoukens and Enzo Weber (2020): Unemployment insurance for the self-employed: a way forward post-corona. IAB-Discussion Paper 32/2020, Nürnberg: Institute for Employment Research of the Federal Employment Agency (IAB), Oktober 2020

Deutsche Bischofskonferenz (2020): „Fürchtet euch nicht!“ – Diakonische Seelsorge bei Menschen mit Covid-19. Überlegungen von Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt) und Weihbischof Herwig Gössl (Bamberg), 22.10.2020

Jeehoon Han, Bruce D. Meyer, and James X.Sullivan (2020): Income and Poverty in the COVID-19 Pandemic. NBER Working Paper 27729, Cambridge, MA: National Bureau of Economic Research, August 2020

OECD (2020): Social housing: A key part of past and future housing policy, Paris 2020

Amnesty International (2020): „Why do you want to rest“’ – Ongoing abuse of domestic workers in Qatar, London, October 2020

Arthur Wawrzonkowski (2020): Kurzarbeit in Zeiten von Corona. Bestandsaufnahme, Entwicklung und Branchenschwerpunkte der Kurzarbeit in Nordrhein-Westfalen. G.I.B. Kurzbericht 2/2020, Bottrop: Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.), 2020

Christian Hutter und Enzo Weber (2020): Frühindikator für Arbeitslosigkeit und Beschäftigung in Europa: Startschuss für das „European Labour Market Barometer“. IAB-Kurzbericht Nr. 21/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Oktober 2020

Andreas Sachs (2020): Migrantenunternehmen in Deutschland zwischen 2005 und 2018. Ausmaß, ökonomische Bedeutung und Einflussfaktoren auf Ebene der Bundesländer, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2020
»Ob als Gründer, Inhaber mittel- und kleinständischer Unternehmen oder Selbständige in einem freien Beruf, Menschen mit Migrationshintergrund leisten heute einen wichtigen Beitrag zu einem vielfältigen und leistungsstarken Mittelstand und zu einem gesunden Arbeitsmarkt in Deutschland. Rund 2,3 Millionen Personen sind 2018 in Deutschland dank der unternehmerischen Tätigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Investitionen in Bildung und bedarfsgerechte Förder- und Beratungsstrukturen in den Bundesländern können den Leistungsbeitrag der Selbstständigen mit Zuwanderungsgeschichte für Wirtschaft und Integration vergrößern.«

Rosemarie Kay und Sebastian Nielen (2020): Ausländische Staatsangehörige als Gründer in NRW zwischen 2003 und 2018, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2020
»Die Studie „Ausländische Staatsangehörige als Gründer in NRW zwischen 2003 und 2018“ untersucht wie sich das Gründungsverhalten von Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in NRW zwischen 2003 und 2018 verändert hat. Die Autor:innen vom Institut für Mittelstandsforschung Bonn vergleichen auch die neun Wirtschaftsregionen des Landes. Die Wirtschaftsregionen Düsseldorf und Köln-Bonn erweisen sich als gründungsstark, eher ländlich geprägten Wirtschaftsregionen wie das Münsterland, Ostwestfalen-Lippe und Südwestfalen sind eher gründungsschwach. Insgesamt ist die Zahl der Gründungen in NRW rückläufig. Zudem übersteigt die Zahl der Unternehmensaufgaben die der Existenzgründungen seit 2011: Rund 5.800 Unternehmen scheiden im Jahr durchschnittlich mehr aus als Neugründungen hinzukommen. Ohne die zunehmenden Gründungsaktivitäten ausländischer Staatsangehöriger wäre der gewerbliche Unternehmensbestand zwischen Rhein und Weser noch weitaus stärker eingebrochen. Im Jahr 2018 gehen in NRW 39,2 Prozent aller gewerblichen Existenzgründungen auf ausländische Staatsangehörige zurück.«

Toralf Pusch und Hartmut Seifert: Kurzarbeit in der Corona-Krise mit neuen Schwerpunkten. WSI-Policy Brief Nr. 47, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), September 2020

Kirsten Vollmer et al. (2020): Qualifizierung des Berufsbildungspersonals in der beruflichen Bildung behinderter Menschen. Einschätzungen, Anmerkungen, Impulse, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020
»Für die Teilhabe und Inklusion behinderter Menschen in berufliche Bildung und Beschäftigung besitzt qualifiziertes Berufsbildungspersonal entscheidende Bedeutung. Zu diesem Berufsbildungspersonal zählt ein großes und heterogenes Spektrum an Personengruppen unterschiedlichster Herkunftsprofessionen und Berufsbiografien. Wie deren jeweilige Qualifizierung mit Blick auf die politisch gesetzte inklusive berufliche Bildung anforderungsgerecht aussehen soll, wird bisher nur ansatzweise thematisiert.«

Christian Faißt et al. (2020): Die Bedeutung des Handwerks in Baden-Württemberg – Fokus: Fachkräfte in Handwerksberufen, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2020
»Der vorliegende Bericht befasst sich mit der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Handwerk, der Analyse zum Fachkräfteengpass und möglicher Strategien gegen einen Fachkräftemangel seitens des Handwerks in Baden-Württemberg. Der Fokus liegt hierbei auf den Beschäftigten, die einen qualifizierten handwerklichen Beruf (nach der Handwerksordnung) ausüben. Es zeigt sich, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Handwerk in den letzten Jahren zwar zugenommen hat, aber nicht in dem Maße wie in anderen Branchen. Ein möglicher Grund könnte der zunehmende Fachkräfteengpass sein, der durch unsere Analyse eindeutig für das Handwerk bestätigt wird. In vielen Bereichen finden die Betriebe bereits jetzt keine ausreichende Zahl an qualifizierten Fachkräften mehr. Die weiteren Analysen in diesem Bericht deuten darauf hin, dass die Betriebe über eine Steigerung der ‚Helfer-Beschäftigung‘ und eine weiter hohe Ausbildungsleistung versuchen diesen Engpass zu entgegnen Die zunehmende Digitalisierung trifft auch die Handwerksberufe, je nach Tätigkeit aber unterschiedlich stark. Die Digitalisierung kann aber auch eine Chance für das Handwerk sein, den Fachkräfteengpass zu bewältigen. Der Bericht zeigt, dass das Handwerk in Baden-Württemberg weiterhin eine hohe beschäftigungswirksame und gesellschaftliche Bedeutung hat, aber auch vor großen Herausforderungen steht, genügend qualifiziertes Personal zu finden.«

Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP) (Hrsg.) (2020): Die Bedeutung von Arbeit für gesellschaftliche Teilhabe, Bonn, September 2020

Frank Wild (2020): Abschätzung der in Zukunft benötigten Steuermittel für die geplante Pflegereform des Bundesministeriums für Gesundheit. WIP-Kurzanalyse, Köln: Wissenschaftliches Institut der PKV, Oktober 2020
»Das BMG hat Anfang Oktober Eckpunkte für einen Reformvorschlag in der Pflege veröffentlicht, der u.a. die Deckelung der pflegebedingten Eigenanteile auf 700 € vorsieht, die höchstens 36 Monate gezahlt werden müssen. Die WIP-Kurzanalyse zeigt, dass die vom BMG vorgeschlagene Leistungsausweitung in der Pflegeversicherung zu einer aufwachsenden Belastung der Steuerzahler führt. Die Mehrausgaben aufgrund der geplanten Leistungsausweitungen einerseits und Bundeszuschüsse, um den SPV-Beitragssatz konstant auf dem heutigen Niveau zu halten anderseits, würden in der Summe bereits in einem konservativen Szenario zu einem Steuerzuschuss von insgesamt 16,1 Mrd. € im Jahr 2030 führen. Aufsummiert über den Zeitraum bis 2030 würde auf den Steuerzahler insgesamt eine Mehrbelastung von 108,6 Mrd. € zukommen.«

Gundula Zoch, Ann-Christin Bächmann, and Basha Vicari (2020): Care-Arrangements and Parental Well-Being During the COVID-19 Pandemic in Germany. LIfBi Working Paper No. 91, Bamberg: Leibniz Institute for Educational Trajectories, September 2020
»This study examines the short-term consequences for care-arrangements and resulting changes in well-being among parents, who were affected by the closure of schools and institutional childcare during the COVID-19 pandemic in Germany. By applying multinomial logistic regression models to novel panel data from the National Educational Panel Study (NEPS-Corona_CAWI_C2), the study finds that mothers play a key role in the ad-hoc care-arrangements during the COVID- 19 pandemic confirming the traditional division of family work in German couples. Moreover, the results illustrate the importance of working conditions, especially the possibility of remote work, in the bargaining processes of parents. However, contrary to our assumptions, parents’ well- being was not influenced by the chosen care-arrangement during the first months of the crisis.«

Armin Hartlieb (2020): Steuermehrbelastungen bei Kurzarbeit in der Corona-Krise. Argumente für und gegen ein vorübergehendes Aussetzen des Progressionsvorbehalts. Analysen & Argumente Nr. 411, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, Oktober 2020
»Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft schwer getroffen, was zu Millionen Beschäftigten in Kurzarbeit geführt hat. Das steuerfreie Kurzarbeitergeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt, was den Steuersatz erhöht und zu Steuernachzahlungen führen kann. Deshalb überlegt die Politik, den Progressionsvorbehalt vorübergehend für dieses Jahr auszusetzen.«

Werner Eichhorst und Paul Marx (2020): Vergleichende Analyse nationaler Arbeitslosenversicherungen. Kurzexpertise. Forschungsbericht 552, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Juni 2020

Sylvia Dünn, Claudia Bilgen und Sophie-Charlotte Heckenberger (2020): Das Grundrentengesetz, in: Deutsche Rentenversicherung, Heft 3/2020
»Die gesetzliche Rentenversicherung unterliegt einem ständigen Prozess der Anpassung an die sich verändernden gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Das aktuelle Maßnahmenpaket, niedergelegt im Gesetz zur Einführung der Grundrente für langjährige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit unterdurchschnittlichem Einkommen und für weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Alterseinkommen (Grundrentengesetz), stellt einen weiteren Schritt im Reformprozess dar. Der Aufsatz beschreibt Entstehungsgeschichte und Inhalt der Neuregelung.«

Carsten Wippermann (2020): Ungewollte Kinderlosigkeit 2020. Leiden – Hemmungen – Lösungen, Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, September 2020

Eckhard Lotze (2020): Pflege im ÖGD – Potenzial oder Ballast? Die Alterung bzw. „Unterjüngung“ der Bevölkerung ist eine wachsende Herausforderung auf allen politischen Ebenen, in: Die Schwester/Der Pfleger, Heft 10/2020

IGES Institut und Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (2020): Ökonomisches Gutachten zum Apothekenmarkt. Gutachten für das Bundesministerium für Gesundheit, September 2020

Eurofound (2020): Access to care services: Early childhood education and care, healthcare and long-term care, Luxembourg 2020

Wido Geis-Thöne (2020): Kinderbetreuung: Über 340.000 Plätze für unter Dreijährige fehlen. IW-Kurzbericht 96/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Oktober 2020
Obwohl die Zahl der Kinder unter drei Jahren in öffentlich geförderter Betreuung zwischen den Jahren 2015 und 2020 von 693.000 auf 829.000 gestiegen ist, hat die Betreuungslücke von 215.000 auf 342.000 zugenommen. Grund hierfür sind neben den sich sukzessive verändernden Betreuungswünschen der Eltern auch die gestiegenen Kinderzahlen, die ihren Höchststand inzwischen jedoch überschritten haben dürften.

Anja Rossen, Duncan Roth, Rüdiger Wapler und Antje Weyh (2020): Regionale Arbeitsmarktprognosen 2020/2021: Der Arbeitsmarkt erholt sich von der Corona-Krise regional sehr unterschiedlich. IAB-Kurzbericht Nr. 20/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Oktober 2020
»Der Kurzbericht stellt die Ergebnisse der regionalen IAB-Arbeitsmarktprognosen 2020/2021 für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Arbeitslosigkeit auf Ebene der Bundesländer vor. In einigen Bundesländern wird für das Jahr 2020 trotz der Covid-19-Pandemie ein Anstieg der Beschäftigung erwartet. Für 2021 geht das Autorenteam davon aus, dass es in allen Bundesländern zu einem Beschäftigungsaufbau kommt. Im Vergleich zur Entwicklung vor der Covid-19-Pandemie fällt das prognostizierte Beschäftigungswachstum allerdings niedriger aus. Gleichzeitig sinkt im nächsten Jahr die Zahl der Arbeitslosen nahezu flächendeckend. Dieser Rückgang findet mit Ausnahme einiger westdeutscher Bundesländer überwiegend im Rechtskreis SGB III statt. In den meisten ostdeutschen Flächenländern werden höhere Rückgänge der Arbeitslosigkeit prognostiziert als vor der Corona-Krise.«

Holger Balodis und Dagmar Hühne (2020): „Es gibt keine Altersarmut in Deutschland!“ Mythen und Fakten zur Rentenpolitik, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Oktober 2020

Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) (2020): Monitor Jugendarmut in Deutschland 2020, Düsseldorf, Oktober 2020

Holger Bonin et al. (2020): Verbreitung und Auswirkungen von mobiler Arbeit und Homeoffice. Kurzexpertise. Forschungsbericht 549, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, September 2020

Statistisches Bundesamt (2020): Verdiensterhebung 2019. Endbericht. Forschungsbericht 548, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Oktober 2020

Michaela Kuhnhenne (2020): Lebensbegleitendes oder lebenslanges Lernen? Herausforderungen der Weiterbildung. Forschungsförderung Report Nr. 8, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, August 2020

Barbara Boelmann, Anna Raute, and Uta Schönberg (2020): Wind of Change? Cultural Determinants of Maternal Labor Supply. IAB-Discussion Paper, No. 30/2020, Nuremberg: Institute for Employment Research of the Federal Employment Agency, October 2020
»Werden die Arbeitsmarktentscheidungen von Müttern von der Kultur beeinflusst, in der die Frauen aufgewachsen sind? Und wie wirkt sich das aktuelle soziale Umfeld auf das Arbeitsangebot von Müttern aus? Um diese Fragen zu beantworten, vergleichen wir ost-und westdeutsche Frauen im Kontext der deutschen Wiedervereinigung. Im sozialistischen Osten wurde die Vollzeiterwerbstätigkeit von Müttern forciert, während in Westdeutschland das traditionelle Modell des männlichen Hauptverdieners verbreitet war. Nach der Wiedervereinigung wurden beide Kulturen plötzlich miteinander konfrontiert und dieser Austausch wurde durch die darauffolgenden Migrations-und Pendlerströme weiter verstärkt. Vergleicht man ost-und westdeutsche Mütter entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze innerhalb desselben grenzüberschreitenden lokalen Arbeitsmarktes, zeigt sich, dass Kultur für deren Arbeitsmarktentscheidungen eine entscheidende Rolle spielt. Selbst 20 Jahre nach der Wiedervereinigung kehren ostdeutsche Mütter früher in ihren Beruf zurück und arbeiten mehr Stunden als westdeutsche Mütter. In einem zweiten Schritt betrachten wir ost-und westdeutsche Migrantinnen im jeweils anderen Landesteil und zeigen, dass die ost- und westdeutsche Kindheitskultur unterschiedlich persistent ist. Während ostdeutsche Migrantinnen früher nach der Geburt ihres Kindes in den Beruf zurückkehren und auch mehr Stunden arbeiten als ihre westdeutschen Kolleginnen selbst wenn sie schon lange in der traditionelleren westdeutschen Kultur gelebt haben, passen sich westdeutsche Migrantinnen in ihrem Arbeitsangebot nach der Geburt fast komplett ihren ostdeutschen Kolleginnen an. In einem letzten Schritt nutzen wir aus, dass westdeutsche Firmen unterschiedlich stark von Migrationsströmen von Ost nach West betroffen waren und finden, dass westdeutsche Frauen selbst in ihrem eigenen kulturellen Umfeld durch den Kontakt zu ostdeutschen Frauen ihr Verhalten ändern und früher nach der Geburt ihres Kindes in den Beruf zurückkehren. Dies deutet darauf hin, dass Migration ein Katalysator für kulturellen Wandel sein kann.«

akzept Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik und Deutsche Aidshilfe (Hrsg.) (2020): 7. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2020, Lengerich, Oktober 2020

Alexander Huber und Oliver Picek (2020): Ungerechte Teuerung: Warum Inflation Einkommensschwache mehr trifft. Policy Brief 19/2020, Wien: Momentum Institut, September 2020

Gerda Holz und Antje Richter-Kornweitz (2020): Corona-Chronik. Gruppenbild ohne (arme) Kinder. Eine Streitschrift, Frankfurt am Main: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS), Oktober 2020

Boris Augurzky und Christoph M. Schmidt (2020): Nach Corona: Jetzt stabile Krankenhausstrukturen schaffen. RWI Position #79, Essen: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Oktober 2020

Deutsches Altenpflegebarometer 2020, Kurzfassung, Oktober 2020

Bundesjugendkuratorium (2020): Für einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Kinderrechte stärken. Bildungsqualität für alle gestalten, München, September 2020

Christian Bala und Wolfgang Schuldzinski (Hrsg.) (2020): Armutskonsum – Reichtumskonsum. Soziale Ungleichheit und Verbraucherpolitik. Beiträge zur Verbraucherforschung Band 12, Düsseldorf: Verbraucherzentrale NRW, Oktober 2020
»Die Covid-19-Pandemie hat uns erneut vor Augen geführt, dass Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Zugang zu Konsumgütern direkt zusammenhängen. Eine NRW-Gymnasiastin, die Hartz IV-Leistungen bezieht, musste sich erst vor dem Landessozialgericht 150 Euro für ein Tablet vom Jobcenter erstreiten, um zu Hause überhaupt am digitalen Unterricht teilnehmen zu können, während Mitschüler bereits über Computer, einen schnellen Internetanschluss und Drucker verfügten. Dieser Sammelband will jetzt auf die konsum- und verbraucherpolitischen Auswirkungen sozialer Ungleichheit hinweisen. In sechs Beiträgen geben namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Impulse, um den Zusammenhang zwischen Arbeit, Armut, Reichtum und Konsum stärker in den Fokus der Verbraucherforschung und Verbraucherarbeit zu rücken.«

DGB (2020): Schlechte Chancen: Jobcenter fördern Arbeitslose mit gesundheitlichen Problemen nicht ausreichend, Berlin: DGB Bundesvorstand, Abteilung Arbeitsmarktpolitik, September 2020
»Arbeitsagentur oder Jobcenter? Welche Chancen Arbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen haben, eine berufliche Reha-Maßnahme zu bekommen, hängt davon ab, von wem sie betreut werden. Damit sich das ändert, muss es verbindliche gesetzliche Regelungen für alle geben.«

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband (2020): Mehr Aktivität in der Arbeitsförderung gefordert – den Ein- und Umbrüchen am Arbeitsmarkt in Zeiten der Corona-Pandemie entgegenwirken, Berlin, 28.09.2020

Patrizia Aurich-Beerheide et al. (2020): Öffentlich geförderte Beschäftigung zur Förderung der Teilhabe von Langzeitarbeitslosen. ZEW policy brief Nr. 20-04, Mannheim: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, 2020
»Langzeitarbeitslosigkeit ist ein soziales Problem, das auch in wirtschaftlich guten Zeiten nie ganz verschwindet. Die Integration in Beschäftigung ist vor allem für ältere Personen, die bereits sehr lange Perioden von Arbeitslosigkeit erfahren haben, nicht einfach, mit entsprechenden negativen Folgen für die soziale Teilhabe. Öffentlich geförderte Beschäftigung für Langzeitarbeitslose kann jedoch nach einer aktuellen Studie eines Forschungskonsortiums von IAQ, ZOOM, SOKO und ZEW Mannheim helfen, die soziale Teilhabe der geförderten Personen zu erhöhen und auch effizient gestaltet werden – insbesondere wenn es gelingt, solche Programme auf die Gruppe der Langzeitarbeitslosen ohne Chancen auf eine ungeförderte Beschäftigung zu konzentrieren.«

Pflegekammer Niedersachsen (2020): Positionspapier zu den Regelungen im Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) in Bezug auf die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (PpUGV), das Pflegepersonalbemessungsinstrument PPR 2.0 und die Finanzierung pflegerischer Leistungen außerhalb des DRG-System, Hannover 2020

Markus Kühnel et al. (2020): Personalfluktuation in Einrichtungen der pflegerischen Versorgung – Eine Analyse von Ursachen und Lösungsmöglichkeiten, Dortmund: Forschungsgesellschaft für Gerontologie, Institut für Gerontologie an der TU Dortmund, 2020
➔ Kurzversion der Studie

Sebastian Dullien, Tom Krebs, Arno Bunzel, Carsten Kühl und Ricarda Pätzold (2020): Beteiligungsfonds und Bodenfonds zur Stärkung des bezahlbaren und öffentlichen Wohnungsbaus, Berlin/Düsseldorf/Mannheim, 28. September 2020

Alexandra Bröckl und Wolfgang Bliem (2020): New Digital Skills. Eine Projektinitiative des AMS. AMS report 147, Wien: Arbeitsmarktservice Österreich, 2020

László Andor, Fernando Rejón Sanchez, and Lukas Hochscheidt (2020): Saving jobs and protecting incomes: from national schemes to a European double safety net. FEPS Covid Policy Response paper No. 8, Brussels: Foundation for European Progressive Studies (FEPS), September 2020

Knud Andresen (2020): Das Vergessen der Lehrlingsbewegung. Zur Erinnerungsarbeit in Gewerkschaften. Arbeitspapier aus der Kommission „Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie“, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2020 

Heinz Rothgang et al. (2020): Abschlussbericht im Projekt Entwicklung und Erprobung eines wissenschaftlich fundierten Verfahrens zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen nach qualitativen und quantitativen Maßstäben gemäß § 113c SGB XI (PeBeM), Bremen: SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Institut für Arbeit und Wirtschaft (iaw) und Kompetenzzentrum für Klinische Studien Bremen (KKSB), August 2020

Anja Bauer, Johann Fuchs, Hermann Gartner, Markus Hummel, Christian Hutter, Susanne Wanger, Enzo Weber und Gerd Zika (2020): IAB-Prognose 2020/2021: Arbeitsmarkt auf schwierigem Erholungskurs. IAB-Kurzbericht 19/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), September 2020
»Die Konjunktur befindet sich nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder auf Erholungskurs. Für das Jahr 2020 wird eine Schrumpfung des realen Bruttoinlandsprodukts von 5,2 Prozent erwartet. Im Jahr 2021 könnte die Wirtschaftsleistung wieder um 3,2 Prozent zulegen. Der Arbeitsmarkt geriet massiv unter Druck, die Verschlechterung blieb aber angesichts des immensen wirtschaftlichen Schocks noch vergleichsweise begrenzt. Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, die Erwerbstätigkeit fällt um 400.000 Personen. Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung verbessert sich auch die Arbeitsmarktentwicklung. Für das Jahr 2021 geht das Autorenteam von einem Anstieg der Erwerbstätigkeit um 130.000 und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 100.000 Personen aus.«

Stefan Bernhard und Stefan Röhrer (2020): Arbeitsmarkthandeln und Unterstützungsnetzwerke syrischer Geflüchteter in Deutschland. IAB-Forschungsbericht 13/2020, Nürnberg, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), September 2020
»In diesem Forschungsbericht geht es um Ankommensprozesse von Geflüchteten in Deutschland. Das Interesse gilt insbesondere der Frage, wie sich Arbeitsmarktintegrationsprozesse vor dem Hintergrund von persönlichen Erfahrungen und Netzwerken sowie vor dem Hintergrund der Rahmenbedingungen im Aufnahmeland vollziehen. Bei der Beantwortung dieser Fragestellung steht die Perspektive der Geflüchteten im Mittelpunkt. Es wird gezeigt, wie diese hinsichtlich Bildung und Arbeitsmarkt handeln und welche Rolle dabei ihre sozialen Kontakte im Aufnahmeland spielen. Die empirische Grundlage des Berichts bilden im Schwerpunkt qualitative Interviews mit 42 Geflüchteten, die in den Jahren 2014 bis 2016 nach Deutschland kamen und in einer deutschen Großstadt leben.«

Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2020): Nationale Demenzstrategie, Berlin, Juli 2020

Kristina van Deuverden (2020): Bevölkerungsschwund setzt ostdeutsche Länder und Kommunen dauerhaft unter Sparzwang, in: DIW Wochenbericht, Nr. 39/2020
»Der Aufbau Ost ging mit hohen öffentlichen Ausgaben einher. Unmittelbar nach der Vereinigung stieg das Ausgabeniveau in den neuen Ländern und ihren Kommunen weit über den westdeutschen Durchschnitt, und die Haushalte rutschten deutlich ins Minus. Ab Mitte der neunziger Jahre entwickelten sich die Ausgaben in den neuen Ländern in den meisten Jahren dann merklich verhaltener als in den alten Ländern. Allmählich setzte eine Konsolidierung der öffentlichen Finanzen ein – erheblich erschwert allerdings durch hohe Bevölkerungsverluste. Trotzdem sind die Haushalte in den neuen Ländern seit beinahe 15 Jahren mehrheitlich im Plus. Bald schon droht den ostdeutschen Haushalten aber wieder eine Schieflage. Von der absehbaren demografischen Entwicklung geht ein permanenter Anpassungsdruck auf die Ausgaben aus, der in den neuen Ländern wesentlich höher sein wird als in den alten. Die damit relativ engen haushaltspolitischen Spielräume bergen die Gefahr, dass Investitionen vernachlässigt und regionalpolitische Maßnahmen für einen wirtschaftlichen Aufholprozess unterlassen werden. Daher sollte die Politik die regional unterschiedlichen Auswirkungen der schrumpfenden und alternden Bevölkerung in Deutschland im Finanzausgleich berücksichtigen.«

Susanne Dähner et al. (2020): Vielfalt der Einheit. Wo Deutschland nach 30 Jahren zusammengewachsen ist, Berlin: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, September 2020
»Zum 30. Mal jährt sich im Oktober 2020 die Deutsche Einheit. Das ist Grund genug, einen Blick zurückzuwerfen und Bilanz zu ziehen. Wie gut sind die beiden ehemaligen Staaten zusammengewachsen und wie lebt es sich heute auf beiden Seiten der einstigen innerdeutschen Grenze? Lassen sich noch Unterschiede zwischen Ost und West erkennen oder sind inzwischen ganz anderen Trennlinien entscheidend – etwa zwischen Stadt und Land oder innovativen Hochburgen der Wissensgesellschaft und altindustriellen Regionen? Die Studie beleuchtet in insgesamt 30 Kapiteln die verschiedensten Facetten der Lebensrealitäten in Deutschland, von Familienformen und Kinderzahlen, Einkommen und Beschäftigung über Konsumverhalten, Mobilität und Mediennutzung bis hin zu Sport, Kultur und Religion. Sie zeichnen die Vielfalt von Entwicklungen Deutschlands in den Jahren seit der Wiedervereinigung nach.«

Franziska Cohen, Elisa Oppermann und Yvonne Anders (2020): Familien & Kitas in der Corona-Zeit. Zusammenfassung der Ergebnisse, Bamberg: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Lehrstuhl für Frühkindliche Bildung und Erziehung, August 2020

Christian Schneemann, Enzo Weber, Marc Ingo Wolter und Gerd Zika (2020): Welche Branchen sind ökonomisch systemrelevant?, in: Wirtschaftsdienst, Heft 9/2020
»Im Zuge der Coronavirus-Pandemie stellt sich die Frage, welche Branchen systemrelevant sind. An erster Stelle stehen Bereiche wie Gesundheit und Pflege sowie alle Branchen, die die Versorgung des täglichen Bedarfs abdecken. Dabei reicht es jedoch nicht, nur die Branchen anzuschauen, die direkt für den Endverbrauch wichtig sind. Die gesamten Wertschöpfungsketten müssen betrachtet werden. Mithilfe der Input-Output-Rechnung werden die Vorleistungen einbezogen und die besonders systemrelevanten Branchen identifiziert.«

Oliver Bruttel und Matthias Dütsch (2020): Bekanntheit des gesetzlichen Mindestlohns. Ergebnisse repräsentativer Befragungen von Beschäftigten, in: Wirtschaftsdienst, Heft 9/2020

Thomas Ebert (2020): Das Dilemma der Alterssicherung. Plädoyer für eine umfassende Systemreform, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, September 2020

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.) (2020): Regionale Lebensverhältnisse – Ein Messkonzept zur Bewertung ungleicher Lebensverhältnisse in den Teilräumen Deutschlands. BBSR-Online-Publikation 06/2020, Bonn, August 2020

Andreas Aust, Joachim Rock und Greta Schabram (2020): Regelbedarfe 2021. Alternative Berechnungen zur Ermittlung der Regelbedarfe in der Grundsicherung, Berlin: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband. Paritätische Forschungsstelle, September 2020
»Wie der Expertise der Paritätischen Forschungsstelle im Einzelnen zu entnehmen ist, richtet sich die Kritik an den Berechnungen der Bundesregierung vor allem gegen den sachlich unbegründeten, willkürlichen Wechsel der Referenzgruppe zur Berechnung der Regelsätze, den Verzicht auf die Ausklammerung leistungsberechtigter Personen aus der Referenzgruppe, die ihre Ansprüche nicht geltend machen („verdeckte Arme“), die methodisch unzulässige Streichung von zahlreichen Ausgabenpositionen in der Referenzgruppe, insbesondere die Streichung oder Kürzung zahlreicher Ausgaben im Zusammenhang mit der sozialen Teilhabe. Die Paritätische Forschungsstelle rechnet in der vorliegenden Expertise die umstrittenen und auch bereits von anderen Sozialverbänden und den Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/ Die Grünen kritisierten statistischen Manipulationen im Regelsatz heraus und schlägt eine neue Struktur des Regelbedarfes in der Grundsicherung vor: so genannte „weiße Ware“ (Kühlschrank, Waschmaschine etc.) und Strom werden nicht mehr im Regelsatz pauschaliert erfasst, sondern als einmalige Leistung bzw. als Bestandteil der Kosten der Unterkunft gewährt.«

Herbert Brücker, Tanja Fendel, Lucas Guichard, Lidwina Gundacker, Philipp Jaschke, Sekou Keita, Yuliya Kosyakova und Ehsan Vallizadeh (2020): Fünf Jahre „Wir schaffen das“ –Eine Bilanz aus der Perspektive des Arbeitsmarktes. IAB-Forschungsbericht Nr. 11/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB), 2020
»Dieser Bericht untersucht die Arbeitsmarktintegration der 2013 bis einschließlich 2016 zugezogenen Schutzsuchenden auf Grundlage der dritten Welle der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten, die mit Daten aus den Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) verknüpft wurden sowie aktuellen Daten der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Unter den Geflüchteten, die sich bis zum Jahresende 2019 fünf Jahre in Deutschland aufgehalten haben, waren 55 Prozent beschäftigt, unter denjenigen, die sich wie die 2015 zugezogenen Geflüchteten, vier bis fünf Jahre in Deutschland aufgehalten haben, waren es 46 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2018 waren unter den erwerbstätigen Geflüchteten 57 Prozent als Fachkräfte, Spezialisten und Experten tätig. Die Geflüchteten sind sehr viel stärker als andere Beschäftigtengruppen von den wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie betroffen: Während die Beschäftigung vom Jahresende 2019 bis Juni 2020 insgesamt um ein Prozent gesunken ist, belief sich der Beschäftigungsrückgang bei den Staatsangehörigen aus den Asylherkunftsländern auf drei Prozent und war damit rund drei Mal so hoch wie im Durchschnitt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres war die Beschäftigung von Staatsangehörigen aus den Asylherkunftsländern noch um sieben Prozent gewachsen. Vor diesem Hintergrund werden die 2015 zugezogenen Geflüchteten im Jahr 2020 voraussichtlich deutlich unter einer Beschäftigungsquote von 50 Prozent bleiben. Die Beschäftigungsquoten geflüchteter Frauen liegen erheblich unter denjenigen geflüchteter Männer. Dies steht in einem engen Zusammenhang mit der Familienkonstellation geflüchteter Frauen, vor allem mit den hohen Anteilen von Frauen mit Kindern im betreuungsbedürftigen Alter.«

Silke Anger et al. (2020): Schulschließungen, fehlende Ausbildungsplätze, keine Jobs: Generation ohne Zukunft?, ifo Schnelldienst, Heft 9/2020

Ludger Wößmann, Vera Freundl, Elisabeth Grewenig, Philipp Lergetporer, Katharina Werner und Larissa Zierow (2020): Bildung in der Coronakrise: Wie haben die Schulkinder die Zeit der Schulschließungen verbracht, und welche Bildungsmaßnahmen befürworten die Deutschen?, in: ifo Schnelldienst, Heft 9/2020

Ludger Wößmann, Philipp Lergetporer, Vera Freundl, Elisabeth Grewenig und Katharina Werner (2020): Deutsche sind für mehr Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit im Bildungssystem – Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers 2020, in: ifo Schnelldienst, Heft 9/2020

Hermann Buslei, Johannes Geyer und Peter Haan (2020): Gesetzliche Renten gleichen sich in Ost- und Westdeutschland an – dennoch klaffen Alterseinkommen auseinander, in: DIW Wochenbericht, Nr. 38/2020
»Bei der gesetzlichen Rentenversicherung wird ab dem Jahr 2025 die Wiedervereinigung faktisch vollzogen sein. Inzwischen beziehen im Durchschnitt ostdeutsche Männer und stärker noch ostdeutsche Frauen höhere Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung als ihre westdeutschen Pendants. Bei den anderen Einkommenskomponenten der älteren Bevölkerung, insbesondere den privaten und betrieblichen Renten sowie Vermögenseinkommen, gibt es aber bis heute persistente Unterschiede. Für die verfügbaren Haushaltseinkommen der Älteren bahnt sich bisher keine Einheit zwischen Ost- und Westdeutschland an. Um diese zu erreichen, ist es notwendig, dass neben einer Verbesserung der Beschäftigungssituation und der in Ostdeutschland gezahlten Löhne auch die private Altersvorsorge gestärkt wird. Hierzu sind Reformen bei der privaten und betrieblichen Rente notwendig. Lücken bei der Altersvorsorge könnten langfristig durch eine geeignete Kombination aus verpflichtender privater oder betrieblicher Altersvorsorge und finanzieller Unterstützung durch den Staat geschlossen werden. Auch der Vermögensaufbau, beispielsweise durch die Förderung des Wohneigentums in Ostdeutschland, sollte stärker in den Fokus genommen werden.«

Sophia Schmitz und Felix Weinhardt (2020): Zuzug aus der ehemaligen DDR hatte positive Effekte auf den Beschäftigungsumfang westdeutscher Frauen, in: DIW Wochenbericht, Nr. 38/2020
»Die Wiedervereinigung brachte einschneidende wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Veränderungen für die Bevölkerung in der ehemaligen DDR mit sich. Weniger beachtet wurden bisher mögliche Einflüsse auf das Leben der Menschen in Westdeutschland. Dieser Bericht dokumentiert Veränderungen im Beschäftigungsumfang von Frauen im Westen der Bundesrepublik, die durch die Migration aus der ehemaligen DDR nach Westdeutschland Anfang der 1990er Jahre ausgelöst wurden. Erwerbstätige westdeutsche Frauen haben in Regionen mit hohem Zuzug im Durchschnitt wöchentlich eine Stunde mehr gearbeitet zwischen den Jahren 1990 und 2015 als in Regionen, in denen sich weniger Ostdeutsche niedergelassen haben. Der Zuzug von Menschen, die in der DDR sozialisiert wurden und daher eine höhere Vereinbarkeit zwischen Mutterrolle und Erwerbstätigkeit sahen, könnte die Veränderung kultureller Normen in Westdeutschland beschleunigt haben.«

Denise Barth, Jonas Jessen, C. Katharina Spieß und Katharina Wrohlich (2020): Mütter in Ost und West: Angleichung bei Erwerbstätigenquoten und Einstellungen, nicht bei Vollzeiterwerbstätigkeit, in: DIW Wochenbericht Nr. 38/2020

Christine Üyük (2020): Grenzübergreifende Proteste. Wie motiviert man Arbeitnehmer- vertreter*innen in multinationalen Unternehmen zu gemeinsamen Aktionen? IAQ-Report 2020-09, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), September 2020

Dietmar Hobler, Svenja Pfahl und Aline Zucco (2020): 30 Jahre deutsche Einheit – Gleichstellung von Frauen und Männern auf den Arbeitsmärkten in West- und Ostdeutschland? WSI-Report Nr. 60, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), September 2020

Susanna Kochskämper, Silvia Neumeister und Maximilian Stockhausen (2020): Unspezifische Vorsorge – reicht es für die Pflege? Untersuchung anhand der Daten des Sozio-oekonomischen Panels. IW-Report 44/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), September 2020

Eric Seils und Helge Emmler (2020): Die Lohnentwicklung im vergangenen Jahrzehnt. Policy Brief WSI Nr. 46, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), September 2020

Simone Leiber, Verena Rossow und Timm Frerk (2020): Das Geschäft mit der Sorge. Unternehmen im Feld der sogenannten 24-Stunden-Pflege, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020
»Sogenannte 24-Stunden-Pflege in Privathaushalten findet in Deutschland unter rechtlich unsicheren und prekären Bedingungen statt, denn eine politische Regulierung der Branche lässt auf sich warten. Eng gekoppelt an die EU-Osterweiterung haben private Vermittlungs- und Entsendeagenturen ein neues Geschäftsfeld etabliert. Dieser Beitrag diskutiert Ergebnisse eines deutsch-polnischen Forschungsprojekts, welches darauf zielte, diesen grauen Markt erstmalig quantitativ abzubilden.«

Eric A. Hanushek and Ludger Woessmann (2020): The Economic Impacts of Learning Losses. Education Working Papers, No. 225, Paris: OECD, September 2020

Matthias Dütsch (2020): Auswirkung der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns auf die betriebliche Aus- und Weiterbildung, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), September 2020
»Die Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland werden seit seiner Einführung in der Fachöffentlichkeit kontrovers diskutiert. Ein für den verberuflichten deutschen Arbeitsmarkt besonders relevanter Aspekt betrifft die Mindestlohnwirkungen auf die betrieblichen Investitionen in Aus- und Weiterbildung. Auf Basis der Erhebungswellen 2011 bis 2017 des BIBB-Qualifizierungspanels, einer repräsentativen Befragung von ca. 3.600 Betrieben, werden die Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf die betriebliche Aus- und Weiterbildung deskriptiv untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns betroffenen Betriebe ihre Investitionen in das Humankapital der Belegschaft verändert haben. Offensichtlich verringerten die vom Mindestlohn betroffenen Betriebe den Umfang der betrieblichen Ausbildung und in etwas geringerem Maße die betrieblichen Weiterbildungsmöglichkeiten.«

Agnieszka Piasna (2020): Counting gigs. How can we measure the scale of online platform work? Working Paper 2020.06, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), 2020
»The potential transformation of labour markets by the emergence of online labour platforms has triggered an intense academic, media and policy debate, but its true scale remains speculation. Nevertheless, adequate policy responses hinge on a good understanding of dynamics – something that will only grow in importance with the labour market crisis created by the COVID-19 pandemic. With technologically enabled remote work, growing demand for services such as food delivery or care, as well as rising unemployment and the financial strain on many workers, platform work may resume its rapid growth. Therefore, there is a need for good quality data on the prevalence of platform and other forms of precarious work in society. This working paper provides a critical assessment of different approaches to counting gigs; that is, estimating the scale of engagement in platform work in the general population. The aim is to examine the main obstacles encountered in previous studies, the reasons for surprising or contradictory results and possible sources of error, but also the lessons that can be learned for future research. This is illustrated with key research in this area, ranging from large projects conducted by national statistical offices to smaller scale independent research, from national to (nearly) global scale.«

Detlef Fickermann, Benjamin Edelstein (Hrsg.) (2020): „Langsam vermisse ich die Schule …“. Schule während und nach der Corona-Pandemie, Münster, New York, 2020

Martin Krzywdzinski und Svenja Christen (2020): Im Tandem durch die Krise: Arbeit im Jobsharing während der COVID-19-Pandemie. Discussion Paper SP III 2020–303, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, August 2020
»Die COVID-19-Krise verändert die Arbeitswelt. Der Lockdown zur Eindämmung der Pandemie ging in den Betrieben mit der weitgehenden Umstellung auf die Arbeit im „Homeoffice“ einher: die Nutzung der betrieblichen Räume wurde stark eingeschränkt, Besprechungen wurden größtenteils auf Onlineformate umgestellt. In dieser Studie untersuchen wir, wie sich die COVID-19-Krise auf die Arbeitssituation der Jobsharer*innen in Deutschland ausgewirkt hat. Basierend auf einer Onlinebefragung von Jobsharer*innen zeigen wir, dass sich das Jobsharing-Modell als sehr robust erweist. Die Jobsharer*innen können während der Krise die Flexibilität, aber auch die Unterstützung und die strategischen Vorteile der Abstimmung und Entscheidung im Tandem nutzen, was ihnen die Bewältigung der neuen Belastungen erleichtert.«

Martin Krzywdzinski (2020): Automatisierung, Digitalisierung und Wandel der Beschäftigungsstrukturen in der Automobilindustrie. Eine kurze Geschichte vom Anfang der 1990er bis 2018. Discussion Paper SP III 2020–302, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Juni 2020

Thorsten Kingreen (2020): Exklusive Tariföffnungsklauseln. Einfach-rechtliche Ausgestaltung und verfassungsrechtliche Zulässigkeit. HSI-Schriftenreihe Band 35, Frankfurt am Main, 2020
»Vor dem Hintergrund der zunehmenden Erosion der Tarifbindung hat die rechtspolitische Debatte dazu, wie die Tarifautonomie als Bestandteil der Koalitionsfreiheit gestärkt werden kann, an Fahrt aufgenommen. Im Zentrum stehen Überlegungen, die Mitgliedschaft in Koalitionen sowie das Eingehen von Tarifbindung mit exklusiven Vorteilen zu verknüpfen. Gegen diese Vorgehensweise wird regelmäßig die so genannte „negative Koalitionsfreiheit“ ins Feld geführt, also das Recht, einer Koalition fernzubleiben. Prof. Dr. Thorsten Kingreen (Universität Regensburg) kommt in dem nun vorliegenden Gutachten zu dem Ergebnis, dass die verfassungsrechtlichen Bedenken unbegründet sind und zeigt die weiten Spielräume des Gesetzgebers auf, um Tarifautonomie und Verbandsmitgliedschaft zu stärken. Das Gutachten behandelt das Beispiel von gesetzlichen Tariföffnungsklauseln. Hierbei geht es um die Befugnis der Tarifvertragsparteien, gesetzlich geregelte Arbeitsbedingungen branchen- oder firmenspezifisch zu modifizieren. Bislang profitieren hiervon aber in der Regel auch Arbeitgeber, die selbst gar nicht tarifgebunden sind. „Exklusive Tariföffnungsklauseln“ ausschließlich für tatsächlich tarifgebundene Arbeitgeber würden diese Art des Rosinenpickens verhindern und nur denjenigen Spielräume einräumen, die sich selbst Tarifverhandlungen stellen oder Mitglied im Arbeitgeberverband sind.«

Christian Brütt (2020): Grundsicherung für Arbeitsuchende: Zwischen alten Pfaden und neuen Wegen. Aktuelle Reformvorschläge zur Grundsicherung im qualitativen Vergleich, Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung, August 2020

Bundesärztekammer (2020): Memorandum „Qualitätssicherung/Qualitätsmanagement 2020 aus ärztlicher Sicht – Mehrwert für die Patientenversorgung“. Beschluss des Vorstands der Bundesärztekammer vom 21.08.2020

Sabine Köhne-Finster et al. (2020): Berufsbildung 4.0 – Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen. Säule 3: Monitoring- und Projektionssystem zu Qualifizierungsnotwendigkeiten für die Berufsbildung 4.0. Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 214, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020
»Die Publikation beschreibt aus Sicht des Arbeitsmarktes die Wirkungen der Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Anforderungen an die Beschäftigten im Sinne eines „Monitoring- und Projektionssystems zu Qualifizierungsnotwendigkeiten für die Berufsbildung 4.0“. Hierzu werden bisherige Forschungsergebnisse präsentiert und neue Verfahren zur Erstellung von Indikatoren für ein Monitoring- und Projektionssystem erprobt. Diese umfassen Interviews mit Expertinnen und Experten, Prognoseszenarien zur Einschätzung zukünftiger Arbeitskräftebedarfe bzw. -angebote und Analysen von neuen beruflichen Anforderungen auf der Grundlage einer Auswertung von Stellenanzeigen.«

Philipp Bauer, Iris Pfeiffer, Eva Rothaug und Wolfgang Wittig (2020): Evaluation der Förderung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten und ihrer Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren, Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 216, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020

Phoebe V. Moore (2020): Künstliche Intelligenz und «smarte» Arbeit. Zur politischen Ökonomie der Mensch-Maschine-Integration, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2020

Difu/ZEW (2020): Kommunale Antworten auf die globale Corona-Krise: Finanzen, Innovationskraft und Lebensqualität verbessern. Kurzexpertise im Auftrag des Deutschen Städtetages, Berlin/Mannheim: Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) und Leibniz Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW Mannheim), Juli 2020

Christian Westermeier und Mario Wolf (2020): IAB-Stellenerhebung: Betriebe wollten 2018 deutlich mehr rentenberechtigte Mitarbeiter halten als 2015. IAB-Kurzbericht Nr. 18/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), September 2020
»Im 4. Quartal 2018 gaben Betriebe in Deutschland an, 810.000 ihrer Beschäftigten seien innerhalb der letzten zwölf Monate rentenberechtigt gewesen oder geworden. Während die Betriebe 2015 von allen rentenberechtigten Beschäftigten 26 Prozent halten wollten, hat sich dieser Anteil bis 2018 auf 58 Prozent mehr als verdoppelt. 2015 gelang dies in 83 Prozent der Fälle, 2018 in 91 Prozent. Kleinere Betriebe mit bis zu 49 Mitarbeitern wollten im Jahr 2018 rund 63 Prozent ihrer älteren Belegschaft weiter beschäftigen. In großen Betrieben mit 250 und mehr Beschäftigten galt dies für 30 Prozent.«

Volker Busch-Geertsema, Jutta Henke and Axel Steffen (2020): Homelessness in Germany, in: European Journal of Homelessness, No. 1/2020

Tim Aubry (2020): Analysis of Housing First as a Practical and Policy Relevant Intervention: The Current State of Knowledge and Future Directions for Research, in: European Journal of Homelessness, No. 1/2020

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2020): Kinder, Haushalt, Pflege – wer kümmert sich? Ein Dossier zur gesellschaftlichen Dimension einer privaten Frage, Berlin, August 2020

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2020): 4. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland, Berlin, Juli 2020

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2020): Fragen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden der österreichischen Pensionsversicherung und der deutschen Rentenversicherung, Berlin, 31.08.2020

Klaus Jacobs, Adelheid Kuhlmey, Stefan Greß, Jürgen Klauber und Antje Schwinger (Hrsg.) (2020): Pflege-Report 2020. Neuausrichtung von Versorgung und Finanzierung, Berlin 2020

Emanuela Chiapparini et al. (2020): Modelle der Partizipation armutsbetroffener und -gefährdeter Personen in der Armutsbekämpfung und -prävention, Forschungsbericht Nr. 7/2020, Bern: Bundesamt für Sozialversicherungen (BVS), 2020

Agathe Tabel (2020): Empirische Standortbestimmung der Heimerziehung. Fachwissenschaftliche Analyse von Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik, Frankfurt am Main, 2020
»Die Heimerziehung hat im Leistungsspektrum der Hilfen zur Erziehung eine besondere Stellung. Sie ist eine der intensivsten Interventionsformen in der Biografie eines jungen Menschen und seiner Familie. Gleichzeitig handelt es sich um eine Hilfe mit besonders hohen finanziellen Aufwendungen. Vor diesem Hintergrund und der Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Unterstützungsbedarf für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ist eine empirische Standortbestimmung mehr denn je unerlässlich. Wie hat sich die Heimerziehung in den letzten Jahren entwickelt, wo steht sie und wo wird sie sich in naher Zukunft womöglich hinbewegen? Und welche Herausforderungen sind damit für die Akteure des Handlungsfeldes verbunden? Das sind die Kernfragen der Expertise, deren Analysen auf Forschungsarbeiten der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik aufbauen.«

Mattias Schrappe et al. (2020): Die Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid-19 – der Übergang zur chronischen Phase. Verbesserung der Outcomes in Sicht – Stabile Kontrolle: Würde und Humanität wahren – Diskursverengung vermeiden: Corona nicht politisieren. Thesenpapier 4.0, Köln, Berlin, Bremen, Hamburg, 30. August 2020

Daniel Seikel (2020): Die Revision der Entsenderichtlinie. Wie der lange Kampf um die Wiedereinbettung exterritorialisierten Arbeitsrechtes gewonnen wurde. Working Paper Nr. 212, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), August 2020
»Nach Jahren der politischen Auseinandersetzung einigten sich 2018 Europäisches Parlament (EP) und Europäischer Rat auf eine Novellierung der Entsenderichtlinie von 1996. Angesichts der grundlegenden Interessendifferenzen beim Thema Arbeitnehmerentsendung muss dieses Ereignis speziell vor dem Hintergrund der relativ hohen prozeduralen Hürden europäischer Entscheidungsprozesse überraschen. Dieser Artikel geht daher der Frage nach, wie und warum sich die Revisionsbefürworter trotz denkbar ungünstiger Voraussetzungen durchsetzen konnten. Dazu führt der Artikel eine Prozessanalyse durch, um die Mechanismen offenzulegen, die den Erfolg der Revisionsbefürworter ermöglicht haben. Die Analyse zeigt, dass der Erfolg der Revisionsbefürworter durch kontingente historische Rahmenbedingungen und Ereignisse begünstigt wurde. Zudem vermochten die Befürworter der Revision im Rat, dem EP und der Europäischen Kommission, die sich bietenden Gelegenheiten auf strategisch geschickte Art und Weise zu nutzen.«

Oliver Ehrentraut und Markus Hoch (2020): Corona und der Arbeitsmarkt. Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage aus? Kurzstudie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), München/Freiburg: Prognos, August 2020

Wido Geis-Thöne (2020): Die Integration der Geflüchteten macht große Fortschritte. Eine Bestandsaufnahme fünf Jahre nach dem starken Zuzug. IW-Report 42/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, 01.09.2020

Andreas Aust (2020): Arm, abgehängt, ausgegrenzt. Eine Untersuchung zu Mangellagen eines Leben mit Hartz IV, Berlin: Paritätische Forschungsstelle, September 2020

Chloé Morin und Daniel Perron (2020): Für einen neuen Blick auf das Älterwerden. Überlegungen im Nachgang der Covid-Krise in Frankreich, Paris: Friedrich-Ebert-Stiftung, August 2020

Armin Lang und Myriam Moser mit Unterstützung des Sozialpolitischen Ausschusses des Sozialverbandes VdK Saarland (2020): Corona-Krise fordert den vorsorgenden Sozialstaat – auch im Saarland! Eine Zwischenbilanz, Saarbrücken: VdK Saarland, August 2020
»Keine Schließung von Pflege- und Behinderteneinrichtungen ohne alternative Begegnungsmöglichkeiten, regelmäßige Tests bei besonders gefährdeten Personen, konsequente Abwägung der Folgeschäden von Schutzmaßnahmen, beispielsweise bei ohnehin benachteiligten Kindern aus einkommensschwachen Familien durch Schulschließungen. Diese und viele andere Positionen gehören zu den mehr als 30 Kernforderungen, die der Sozialverband VdK Saarland in einer „Zwischenbilanz zur Corona-Krise“ vorlegt und den politischen Entscheidern im Land dringend empfiehlt.«

Stadt Münster (2020): Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2020 – 2023, Münster: Stadt Münster, Sozialamt, Kommunale Pflegeplanung, Juli 2020

Ingo Barlovic, Denise Ullrich und Clemens Wieland (2020): Ausbildungsperspektiven in Zeiten von Corona. Eine repräsentative Befragung von Jugendlichen, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, August 2020

Clemens Wieland (2020): Die Ausbildungsgarantie in Österreich. Funktionsweise – Wirkungen – Institutionen, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, August 2020
» Die Corona-Pandemie trifft nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den Ausbildungsmarkt hart, da viele Unternehmen aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage weniger Ausbildungsplätze anbieten. Mehr Jugendliche denn je laufen also Gefahr, bei der Ausbildungsplatzsuche nicht zum Zuge zu kommen und – abhängig von den weiteren Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt – auch dauerhaft ohne berufliche Qualifizierung zu bleiben. Dies ist sowohl aus individueller als auch aus bildungs-, sozial- und wirtschaftspolitischer Perspektive fatal. Eine Möglichkeit, den Mangel an Ausbildungsplätzen zu verhindern, ist der Ausbau außerbetrieblicher Ausbildungsmöglichkeiten mit dem Ziel, jedem jungen Menschen trotz Krise die Chance auf eine vollwertige Berufsausbildung zu geben. Ein Vorbild dafür findet sich in Österreich: Dort gibt es seit vielen Jahren eine staatliche Ausbildungsgarantie, bei der die Jugendlichen einen Vertrag zunächst nur für das erste Ausbildungsjahr in einer außerbetrieblichen Einrichtung bekommen und dann unter Anrechnung der absolvierten Lehrzeit in eine betriebliche Ausbildung wechseln können. Die Broschüre erläutert die Funktionsweise dieser Ausbildungsgarantie in Österreich und die unterschiedlichen Typen (ÜBA 1 und ÜBA 2), beschreibt die an der Umsetzung beteiligten Institutionen und gibt einen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen sowie empirische und statistische Auswertungen.«

Lotte Habermann-Horstmeier (2020): Die Situation von Menschen mit geistiger Behinderung in Zeiten der COVID-19- Pandemie aus Sicht der Betroffenen, ihrer Angehörigen und Betreuungskräfte. Ergebnisse einer qualitativen Public-Health-Studie, Villingen-Schwenningen: Villingen Institute of Public Health (VIPH), August 2020 

Bündnis für Gute Pflege (2020): Forderungen des Bündnisses für Gute Pflege für eine Reform der Pflegeversicherung, Berlin, 25.08.2020

DGB (2020): Sozialstaatliche Arbeitsmarktpolitik jetzt! Aus Corona lernen heißt: Weichenstellung für soziale Gerechtigkeit und Aufstiegsmobilität in Zeiten des Umbruchs. 13 Reformansätze als Ergänzung zum Konjunkturpaket, Berlin: DGB Bundesvorstand, Abteilung Arbeitsmarktpolitik, August 2020

Hamburg Center for Health Economics und BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit (2020): Begleitforschung zu den Auswirkungen der Einführung des pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen. Auftrag nach § 17d Abs. 8 KHG Endbericht für die Datenjahre 2011–2018, Hamburg 2020

Bundesgesundheitsministerium (Hrsg.) (2020): Abschlussbericht zur Überprüfung der Auswirkungen der Regelungen in den §§ 21 bis 23 auf die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser durch den Beirat gemäß § 24 Krankenhausfinanzierungsgesetz, Berlin, August 2020
»Ein Beirat von Vertreterinnen und Vertretern von Krankenhäusern, der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung sowie renommierten Wissenschaftlern hat die Auswirkungen des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes auf die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser untersucht. Durch das Gesetz erhalten Kliniken eine Pauschale für jedes Bett, das im Zeitraum vom 16. März bis zum 30. September 2020  für die Behandlung von COVID-19-Patientinnen und Patienten freigehalten wird. Der Beirat kommt in seinem Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass sich die Erlössituation der Krankenhäuser von Januar bis Mai 2020 unter Berücksichtigung der Ausgleichszahlungen im Durchschnitt nicht verschlechtert hat. Eine Fortführung der Freihaltepauschale sei daher nicht notwendig. Krankenhäuser mit coronabedingten Erlösausfällen und Mehrkosten sollen jedoch in Zukunft einen individuellen Ausgleich mit den Kostenträgern vereinbaren können.«

Thorsten Schulten, Andreas Friemer, Irene Dingeldey und Malte Lübker in Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmerkammer Bremen (2020): Tarifverträge und Tarifflucht in Bremen. WSI-Study Nr. 22, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), August 2020
»Auf den ersten Blick scheint sich die Tarifbindung im Land Bremen mit 55 Prozent der Beschäftigten etwa im gesamtdeutschen Durchschnitt zu bewegen. Bei den Betrieben liegt Bremen hingegen mit nur 17 Prozent Tarifbindung unter allen Bundesländern auf dem vorletzten Platz. Mit einem relativ großen Industriesektor, einer Vielzahl von Großunternehmen und einem relativ großem öffentlichen Dienst weist die Bremer Wirtschaft eine Reihe von Strukturmerkmalen auf, die eine höhere Tarifbindung eher begünstigen. Jenseits dieser Kernbereiche ist die Tarifbindung jedoch nur sehr schwach ausgeprägt. Im Rahmen dieser Studie werden die Entwicklung der Tarifbindung in Bremen und die Auswirkungen auf die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen analysiert. Außerdem werden Ansatzpunkte zur Stärkung des Tarifvertragssystems in Bremen diskutiert.«

Stefan Klusemann, Lena Rosenkranz und Julia Schütz (2020): Professionelles Handeln im System. Perspektiven pädagogischer Akteur*innen auf die Personalsituation in Kindertageseinrichtungen (HiSKiTa), Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2020

Michelle Jahn und Natalia Bott (2020): Schein-legal und scheinbar günstig. Wie erkennbar ist das Risiko der Scheinselbstständigkeit bei der Suche nach einer Betreuungskraft für die sog. häusliche 24-Stunden-Betreuung?, Berlin: Verbraucherzentrale Berlin, 2020

Gesundheit Österreich (2020): Erste Analyse der Auswirkungen des Lockdown während der COVID-19-Pandemie auf die stationäre Spitalsversorgung an Hand ausgewählter Bereiche, Wien, 19.08.2020

Pestel Institut (2020): Bedarf an Sozialwohnungen in Deutschland. Untersuchung im Auftrag der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Hannover, August 2020

Manuela Angelucci et al. (2020): Remote Work and the Heterogeneous Impact of COVID-19 on Employment and Health. IZA DP No. 13620, Bonn: IZA – Institute of Labor Economics, August 2020
»This paper examines the impact of the COVID-19 pandemic on employment and respiratory health for remote workers (i.e. those who can work from home) and non-remote workers in the United States. Using a large, nationally-representative, high-frequency panel dataset from March through July of 2020, we show that job losses were up to three times as large for non-remote workers. This gap is larger than the differential job losses for women, African Americans, Hispanics, or workers without college degrees. Non-remote workers also experienced relatively worse respiratory health, which likely occurred because it was more difficult for non-remote workers to protect themselves. Grouping workers by pre-pandemic household income shows that job losses and, to a lesser extent, health losses were highest among non-remote workers from low-income households, exacerbating existing disparities. Finally, we show that lifting non-essential business closures did not substantially increase employment.«

Sandra Mierich (2020): Orts- und zeitflexibles Arbeiten. Praxiswissen Betriebsvereinbarungen. Study 446, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, August 2020

BAuA (2020): Orts- und zeitflexibel arbeiten. Freiräume nutzen, Überlastung vermeiden, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), August 2020

Arthur Kaboth und Martin Brussig (2020): Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen: Wie werden Ältere gefördert?Altersübergangs-Report 2020-02, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), 2020
»Arbeitslosigkeit hat sich aufgrund der verlängerten Erwerbsphasen bis ins höhere Erwerbsalter ausgeweitet, sodass zunehmend Personen ab dem 60. Lebensjahr betroffen sind. Die Altersstruktur bei Teilnehmer*innen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen hat sich aufgrund der höheren Betroffenheit von Arbeitslosigkeit verändert: Der Anteil der Geförderten im Alter von 60 bis 64 Jahren hat erheblich zugenommen. Allerdings werden Ältere (55 bis 64 Jahre) im Vergleich zu den Jüngeren nach wie vor deutlich weniger gefördert. Die Schwerpunkte der Förderung Älterer unterscheiden sich deutlich von denen für Jüngere. Unter den Älteren hat die Förderung der Beruflichen Weiterbildung an Bedeutung gewonnen, allerdings nur im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung). Der Anteil der Älteren, der nach Beendigung einer Maßnahme eine Beschäftigung aufgenommen hat, ist im Vergleich zu den Jüngeren nahezu immer und zum Teil erheblich kleiner. Zudem erfolgen Beschäftigungsaufnahmen nach einer Maßnahme im SGB III häufiger als im SGB II. Die Arbeitsförderung für ältere Arbeitsuchende muss quantitativ und qualitativ ausgebaut werden. Die Wiederaufnahme einer Beschäftigung ist jedoch nicht nur von der Arbeitsförderung, sondern auch vom Einstellungsverhalten der Arbeitgeber abhängig.«

Achter Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland – Ältere Menschen und Digitalisierung, Bundestags-Drucksache 19/21650 vom 13.08.2020

Christopher Osiander, Monika Senghaas, Gesine Stephan, Olaf Struck und Richard Wolff (2020): Befragung zum Kurzarbeitergeld in Corona-Zeiten: Bei niedrigen Einkommen wird eine höhere Erstattungsquote als angemessen erachtet. IAB-Kurzbericht Nr. 17/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), August 2020

Sönke Hendrik Matthewes (2020): Längeres gemeinsames Lernen macht einen Unterschied. WZBrief Bildung 40, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), August 2020
»Ein früh gliederndes Schulsystem benachteiligt leistungsschwache Kinder. Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler profitieren von zwei weiteren Jahren des gemeinsamen Lernens in Schulsystemen ohne getrennte Haupt- und Realschulen. Längeres gemeinsames Lernen geht nicht zulasten der besseren Schülerinnen und Schüler. Durch eine spätere Aufteilung der Schülerschaft kann Kompetenzarmut verringert werden.«

DGB Rheinland-Pfalz / Saarland (2020): Rentenreport Rehinland-Pfalz 2020, Mainz: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), 2020

Angelika Kümmerling und Thomas Haipeter (2020): Arbeitszeiten in der Nahrungsmittelbranche: Alte und neue Herausforderungen der Arbeitszeitregulierung und der Mitbestimmungspraxis der Betriebsräte. Study 441, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Mai 2020
»Obwohl die Nahrungsmittelbranche mit knapp 550.000 Beschäftigten zu den zehn größten Branchen – und den vier größten Industriebranchen – in Deutschland gehört, stellt sie aktuell noch weitgehend eine Black Box innerhalb der (Arbeitszeit-)Forschung dar. Die vorliegende Studie versucht, einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke zu liefern, indem sie die Arbeits(zeit)situation in vier Teilbranchen der Nahrungsmittelindustrie sowie dem Hotel- und Gastgewerbe mittels Kurzfallstudien und einer Analyse ausgewählter Tarifverträge untersucht.«

Dieter Dohmen (2020): Berufsausbildung in Krisenzeiten nachhaltig unter Druck: Was bedeutet die Corona-Krise für die Berufsbildung?, Berlin: Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS), August 2020

Nora Freitag (2020): Arbeitsausbeutung beenden. Osteuropäische Arbeitskräfte in der häuslichen Betreuung in Deutschland. Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte, Juli 2020
»Die vorliegende Publikation verdeutlicht anhand von typischen Fallbeispielen aus der Beratungspraxis die vielschichtigen Probleme, die sich aus den Beschäftigungsverhältnissen für die betroffenen Arbeitskräfte ergeben und formuliert Handlungsempfehlungen für die Politik. Eine Regulierung der Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse der Live-ins ist dringend notwendig.«

Timm Bönke, Astrid Pape, Hannah Penz, Maximilian Priem und Simon Voss (2020): Aufstieg durch Einstieg. Wirkungsanalyse der Arbeitsmarktflexibilisierung seit 2005, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, August 2020

Wido Geis-Thöne (2020): Zuwanderung aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten kommt in vielen Regionen an. Eine Analyse der Veränderungen von Bevölkerung und Beschäftigung in den Kreisen. IW-Report Nr. 38/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), August 2020

Lutz Goertz und Sirikit Krone (2020): Digitalisierung in der betrieblichen dualen Berufsausbildung. Die Rolle der Kammern. IAQ-Report 2020-08, Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), Juli 2020

BDA (Hrsg.) (2020): BDA-Kommission „Zukunft der Sozialversicherungen: Beitragsbelastung dauerhaft begrenzen“. Bericht der Kommission – 29.07.2020, Berlin: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), 2020

Arbeitsschutzausschüsse beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2020): SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel. Fassung 10.08.2020, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), August 2020

Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (Hrsg.) (2020): S1 Leitlinie – Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der stationären Altenhilfe unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie – Langfassung, Duisburg: Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft, August 2020

Herbert Brücker, Mariella Falkenhain, Tanja Fendel, Markus Promberger und Miriam Raab (2020): Erwerbsmigration über die Westbalkanregelung: Hohe Nachfrage und gute Arbeitsmarktintegration. IAB-Kurzbericht 16/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, August 2020

Matthias Collischon, Daniel Kuehnle, Michael Oberfichtner (2020): Cash-for-care, or caring for cash? The effects of a home care subsidy on maternal employment, childcare choices, and children’s development. IAB-Discussion Paper 25/2020, Nürnberg: Institute for Employment Research of the Federal Employment Agency, 2020
»Diese Studie untersucht die Effekte des 2013 bundesweit eingeführten Betreuungsgelds für Familien mit Kindern unter drei Jahren, die keine öffentlich geförderte Kinderbetreuung besuchen, auf die Erwerbsverläufe der Mütter, den Besuch geförderter Kinderbetreuung und die Fähigkeiten der Kinder. Administrative Daten zu den Erwerbsverläufen der Mütter und zur späteren Schuleignung der Kinder kombiniert die Studie mit Befragungsdaten zum Besuch geförderter Kinderbetreuung. Die Möglichkeit, Betreuungsgeld zu beziehen, verringerte den Anteil der Mütter, die innerhalb von drei Jahren nach der Geburt in Beschäftigung zurückkehren, um 1,4 Prozentpunkte. Der Anteil der Kinder, die im Alter von einem und zwei Jahren eine geförderte Kinderbetreuung besuchen, sank um etwa fünf Prozentpunkte. Es zeigen sich keine Effekte auf die Schuleignung der Kinder. Insgesamt flossen die Ausgaben für das Betreuungsgeld größtenteils Familien zu, die auch ohne das Betreuungsgeld keine geförderte Kinderbetreuung genutzt hätten.«

Robert Bosch Stiftung (Hrsg.) (2020): So gelingt gute Schule – Ideen und Impulse von Schülerinnen und Schülern, Stuttgart 2020

Stefan Kirchner, Sophie-Charlotte Meyer und Anita Tisch (2020): Digitaler Taylorismus für einige, digitale Selbstbestimmung für die anderen? Ungleichheit der Autonomie in unterschiedlichen Tätigkeitsdomänen, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Juli 2020
»In der aktuellen Debatte wird oftmals angenommen, dass die fortschreitende Digitalisierung auf alle Erwerbstätigen gleich ‚wirkt‘. Vor allem in Hinblick auf Arbeitsautonomie und sich verändernde Arbeitsqualität wird von einigen die Entwicklung eines digitalen Taylorismus postuliert. Andere gehen davon aus, dass es im Zuge der digitalen Transformation zu mehr digitaler Selbstbestimmung kommen wird. Der vorliegende Beitrag wägt beide Annahmen empirisch ab und untersucht dabei insbesondere mögliche Unterschiede entlang verschiedener Tätigkeitsdomänen. Im Ergebnis zeigen sich Anzeichen einer Polarisierung: Wissensbezogene Tätigkeiten scheinen eher mit digitaler Selbstbestimmung einherzugehen, während sich in Produktions- und Dienstleistungstätigkeiten Gefahren eines möglichen digitalen Taylorismus abzeichnen.«

Herbert Brücker, Lidwina Gundacker und Dorina Kalkum (2020): Geflüchtete Frauen und Familien: Der Weg nach Deutschland und ihre ökonomische und soziale Teilhabe nach Ankunft. IAB-Forschungsbericht Nr. 9/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020
»Das systematische Wissen über die Lebenslagen von geflüchteten Frauen, Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist beschränkt. Das Forschungsprojekt „Geflüchtete Frauen und Familien“ (GeFF) untersucht deswegen systematisch die besonderen Umstände der Flucht und der Integration von geflüchteten Frauen und Familien auf der Grundlage der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten. Als zentraler Befund geht erstens hervor, dass sich die Familienstrukturen von Frauen und Männern mit Fluchthintergrund stark unterscheiden: Frauen erreichen Deutschland in der Mehrheit mit ihren Familien, während über die Hälfte der Männer zunächst alleine kommen. Dies ist unter anderem auf die Risiken und Kosten der Flucht zurückzuführen, die sich in den Fluchtmustern von Familien widerspiegeln: Frauen und Kinder fliehen im Gegensatz zu Männern in der Regel im Familienverband oder folgen Männern auf sichereren Routen nach. Die Trennung von Angehörigen während und nach der Flucht korreliert weiterhin mit erhöhten Gesundheitsrisiken, besonders für Frauen. Drittens zeichnet sich ein klares Gefälle in der sozialen und ökonomischen Teilhabe von geflüchteten Frauen und Männern ab. Dies könnte einerseits auf die geringere Berufserfahrung und die erhöhten gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Frauen zurückzuführen sein, andererseits leben Frauen öfter als Männer mit Familie in Deutschland, für die mehrheitlich sie die Versorgung übernehmen.«

Denise Becka /Christoph Bräutigam /Michaela Evans (2020): „Digitale Kompetenz“ in der Pflege. Ergebnisse eines internationalen Literaturreviews und Herausforderungen beruflicher Bildung. Forschung Aktuell 08/2020, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen, Juli 2020

Andreas Fischer, Kristin Hecker und Wolfgang Wittig (2020): Arbeitsmarktbedarfsanalyse zu beruflichen Kompetenzen und Teilqualifikationen. Eine repräsentative Unternehmensbefragung, Nürnberg: Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), 2020
»Mit der vorliegenden Studie wird das Ziel verfolgt, aus Sicht von Arbeitgebern Antworten auf Fragen zur Arbeitsmarktintegration und zur Nachqualifizierung zu erhalten. Es wird untersucht, ob Unternehmen teilqualifizierte Arbeitskräfte ohne Berufsabschluss als einsatzfähig betrachten, inwieweit Unternehmen Bedarf an teilqualifizierten Arbeitskräften ohne Berufsabschluss haben, wie groß der Bedarf an teilqualifizierten Arbeitskräften im Vergleich zu vollqualifizierten Arbeitskräften ist, und ob Unternehmen grundsätzlich bereit sind, teilqualifizierte Arbeitskräfte ohne Berufsabschluss einzustellen. Zusätzlich untersucht die Studie, welchen Stellenwert berufsanschlussfähige Teilqualifizierungen für Unternehmen haben, wenn es darum geht, das in Deutschland vorhandene Fachkräftepotenzial auszuschöpfen.«
➔ Kurzfassung: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) (2020): Über Teilqualifikationen erfolgreich in den Beruf. Einstieg in den Job, Schritt für Schritt zum Abschluss, Gütersloh, Juli 2020
»Über 80 % der Unternehmen sind bereit, bei Bedarf auch Menschen ohne Berufsabschluss einzustellen. Dies geht vor allem auf den hohen Grad an Spezialisierung in vielen Betrieben zurück. Gerade in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie sind Menschen ohne Berufsabschluss von den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt betroffen. Sie werden schneller arbeitslos und haben es nach der Krise schwerer, eine neue Beschäftigung zu bekommen. Um die Fähigkeiten dieser ‚Fachkräfte ohne Gesellenbrief‘ sichtbar zu machen, helfen nachweisbare Teilqualifikationen.«

Ines Moers (2020): Private Verschuldung in der Corona-Krise – Wie kann die Schuldner- und Insolvenzberatung gestärkt werden?, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 2020
»Infolge der Corona-Pandemie wird es vermutlich einen deutlich gesteigerten Bedarf an Schuldner- und Insolvenzberatung geben. Eine Stärkung der Sozialen Schuldnerberatung, wie sie von freien Trägern, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Verbraucherzentralen angeboten wird, ist deshalb dringend nötig. Was fehlt, sind klare Zuständigkeitsregelungen auf Bundesebene, einheitliche und überprüfbare Ausbildungs- und Qualitätsstandards, eine angemessene finanzielle Beteiligung der Gläubiger_innen sowie umfassende Forschungen zu den Ursachen und Wirkzusammenhängen von Überschuldung. Investitionen in die Schuldner- und Insolvenzberatung würden sich zudem sehr schnell auch finanziell für den Staat auszahlen, wie das Deutsche Institut für Sozialwirtschaft (DISW) bereits 2017 vorrechnete.«

Sofia Amaral, Victoria Endl-Geyer und Helmut Rainer (2020): Familiäre Gewalt und die Covid-19-Pandemie: Ein Überblick über die erwarteten Auswirkungen und mögliche Auswege, in: ifo Schnelldienst, Nr. 7/2020

Mathias Huebener, C. Katharina Spieß, Nico A. Siegel und Gert G. Wagner (2020): Wohlbefinden von Familien in Zeiten von Corona: Eltern mit jungen Kindern am stärksten beeinträchtigt, in: DIW Wochenbericht, Nr. 30+31/2020
»Die zur Eindämmung des Corona-Virus angesetzten Maßnahmen brachten große Einschränkungen des alltäglichen Lebens mit sich. Vielfach wurde öffentlich diskutiert, inwiefern diese Einschnitte das Wohlbefinden der Bevölkerung, insbesondere das von Eltern, beeinflusst haben. Bisher gibt es kaum empirische Hinweise, welche Effekte etwa die Schließungen von Kindertageseinrichtungen und Schulen auf die Zufriedenheit von Eltern haben. Befragungsdaten, die vor und während der Corona-Pandemie erhoben wurden, zeigen: Die Zufriedenheit mit dem Leben im Allgemeinen und auch die mit dem Familienleben sowie der Kinderbetreuung ist im Mai und Juni dieses Jahres insbesondere bei Frauen mit jungen Kindern im Haushalt deutlich geringer. Vorher bestehende Gruppenunterschiede in der Zufriedenheit, beispielsweise differenziert nach dem Alter der Kinder oder der Bildung der Eltern, haben sich verkleinert. Die daraus resultierende relative Abnahme der Zufriedenheit ist am größten für Personen mit Kindern unter sechs Jahren sowie für Mütter und Personen mit Abitur. Vor allem Befragte mit Kita- und Schulkindern bewerten die Corona-Maßnahmen als große Einschränkung. Die Ergebnisse dieses Berichts helfen, die gesellschaftlichen Gesamtkosten der Corona-Einschränkungen besser einzuschätzen. Für künftige Pandemien oder ähnliche Krisensituationen ist dringend zu empfehlen, familien- und bildungspolitische ExpertInnen dauerhaft in Krisenstäben zu verankern, damit die Belange der Familien von vornherein mitbedacht werden.«

Sabine Zinn and Michael Bayer (2020): Subjektive Belastung der Eltern durch Schulschließungen zu Zeiten des Corona-bedingten Lockdowns. SOEPpapers on Multidisciplinary Panel Data Research 1097-2020, Berlin: DIW Berlin, 2020
»Die Corona-bedingten Schulschließungen sowie die Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen im April und Mai 2020 haben viele Eltern vor eine immense Herausforderung gestellt. Plötzlich mussten Kinder ganztags Zuhause betreut und beschult werden. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit der Frage nach der subjektiven Belastung, der sich Eltern durch die Beschulung Zuhause ausgesetzt sahen. Hierbei legen wir ein besonderes Augenmerk auf die individuelle Ressourcenausstattung der Eltern sowie auf ihre familiäre Situation und ihr Erwerbsleben. Insbesondere untersuchen wir das subjektive Belastungsempfinden alleinerziehender Eltern. Für unsere Analysen nutzen wir die Daten der SOEP-CoV Studie, einer Sonderbefragung an Panelteilnehmern des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) zum Thema Corona. Insgesamt konnten wir bei allen befragten Eltern eine mäßige Belastung durch die Anforderungen der Beschulung ihrer Kinder Zuhause ausmachen. Besonders belastet fühlten sich jedoch Eltern mit einem niedrigen Bildungsabschluss und alleinerziehende Eltern, insbesondere wenn sie zur Zeit der Schulschließungen erwerbstätig waren. Unsere Analysen legen nahe, dass gerade diese Elterngruppen Probleme hatten, den Anforderungen, die eine Beschulung Zuhause mit sich bringt, unter den gegebenen Umständen umfassend nachzukommen.«

Roland Berger (2020): Krise in der Krise: Deutschlands Krankenhäuser zwischen wirtschaftlicher Sanierung und Covid-19. Roland Berger Krankenhausstudie 2020, München: Roland Berger GmbH, Juli 2020
»Die Covid-19-Krise hat die ohnehin angespannte Situation der Krankenhäuser in Deutschland deutlich verschärft. Fast sechs von zehn deutschen Kliniken (57 Prozent) rechnen für 2020 mit einem Defizit, im vergangenen Jahr schrieben noch 32 Prozent rote Zahlen. Hauptgrund ist die rückläufige Auslastung während der Pandemie-Hochphase im März und April. Hier sank die Belegung der Intensivstationen großer Krankenhäuser mit über 1.000 Betten um 27 Prozent, auf Normalstationen sogar um 37 Prozent. Das sind Ergebnisse der „Krankenhausstudie 2020“ von Roland Berger. Für die Untersuchung haben die Autoren Klinikmanager der 600 größten Krankenhäuser in Deutschland befragt.«

Beate Beermann et al. (2020): Veränderungen in der Arbeitswelt – Reflexion des Arbeitsschutzsystems, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Juni 2020

Thomas A. Fischer (2020): Delinquenz junger Geflüchteter. Erkenntnisse aus Hell- und Dunkelfeld, München: Deutsches Jugendinstitut Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention, Juli 2020

Olaf Deinert (2020): Womit kann begründet werden, dass Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassung nur in der Fleischindustrie verboten werden können? Gutachten im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Uslar, 15.07.2020

Gordon Lafer and Lola Loustaunau (2020): Fear at work. An inside account of how employers threaten, intimidate, and harass workers to stop them from exercising their right to collective bargaining, Washington, DC: Economic Policy Institute, 23.07.2020

Ulrike Spangenberg, Gisela Färber und Corinna Spät (2020): Mittelbare Diskriminierung im Lohnsteuerverfahren. Auswirkungen der Lohnsteuerklassen auf Nettoeinkommen und Lohnersatzleistungen. Working Paper Forschungsförderung Nr. 190, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Juli 2020

➔ dazu: Hans-Böckler-Stiftung: Lohnsteuerklasse V reduziert Anspruch auf Lohnersatzleistungen drastisch – Beim Krankengeld um bis zu 700 Euro monatlich (23.07.2020)

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2020): (Existenzsichernde) Erwerbstätigkeit von Müttern. Konzepte, Entwicklungen und Perspektiven. Monitor Familienforschung. Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik Ausgabe 41, Berlin, Mai 2020
»Seit dem Ausbau der Kinderbetreuungsangebote und der Einführung des Elterngelds hatte sich die Erwerbsbeteiligung von Müttern positiv entwickelt und war, bis vor Beginn der Corona-Pandemie, von klaren Trends geprägt: Mütter (gerade junger Kinder) arbeiten insgesamt häufiger und in höheren Stundenumfängen – in West wie in Ost, in Paarfamilien wie als Alleinerziehende. Wie wichtig der Trend zu höheren Stundenumfängen bei Teilzeitarbeit ist, zeigt sich daran, dass mehrheitlich eine Teilzeittätigkeit von mindestens 28 Wochenstunden nötig ist, damit Mütter auch ihre eigene Existenz kurzfristig alleine sichern können. Der aktuelle Monitor Familienforschung zeichnet zentrale Entwicklungen der realisierten Erwerbstätigkeit von Müttern von 2006 bis 2018 nach und entwickelt darüber hinaus ein Konzept einer zunächst kurzfristig existenzsichernden Erwerbstätigkeit.«

Bertelsmann-Stiftung (2020): Factsheet Kinderarmut in Deutschland, Gütersloh, Juli 2020
»Jedes fünfte Kind wächst in Deutschland in Armut auf. Zahlen und Fakten dazu, auch auf regionaler Ebene, liefert unser Factsheet Kinderarmut 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland in einer Familie, die entweder einkommensarm ist und/oder SGB II-Leistungen bezieht. Besonders häufig betroffen sind Kinder aus alleinerziehenden Familien oder mit mehr als zwei Geschwistern. Unser Factsheet stellt Erkenntnisse zusammen, wie die materielle Versorgung von Kindern im Grundsicherungsbezug aussieht und welche Folgen Aufwachsen in Armut für die Betroffenen hat.«

Torsten Lietzmann und Claudia Wenzig (2020): Materielle Unterversorgung von Kindern. Zwischenbericht zum Forschungsprojekt „Erwerbskonstellationen in Familien mit Schwerpunkt Aufstocker“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Juli 2020
»Kinder in Familien, die SGB II-Leistungen beziehen, sind schlechter mit vielen Gütern und Teilhabeaspekten ausgestattet als Kinder aus finanziell abgesicherten Familien. Das zeigt die vorliegende Studie. Sie basiert auf Daten des Panels Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS). Abgefragt werden 23 Items für die gesamte Familie sowie vier Items spezifisch für Kinder, ob diese vorhanden sind oder aus finanziellen oder sonstigen Gründen fehlen. So haben z.B. ein Viertel aller Kinder im Grundsicherungsbezug keinen internetfähigen PC im Haushalt, zwei Drittel können aus finanziellen Gründen nicht einmal eine Woche Urlaub im Jahr mit ihrer Familie machen. Einige Aspekte werden sowohl bezogen auf den gesamten Haushalt als auch spezifisch mit Blick auf die Kinder abgefragt wie ob ausreichend Winterkleidung vorhanden ist oder ob Freunde nach Hause eingeladen werden können. Hier wird deutlich, dass auch arme Eltern ihren Kindern mehr ermöglichen als sich selbst.«

Matthias Diermeier und Judith Niehues (2020): Bedingt bedingungslos – widersprüchliche Sozialstaatspräferenzen. IW-Kurzbericht 85/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, 22.07.2020
»Grundeinkommens-Befürworter sind keineswegs Gegner von Eintrittsbeschränkungen in den Sozialstaat. In 20 europäischen Ländern würde eine überwältigende Mehrheit von ihnen trotz Zustimmung zu bedingungslosen Sozialleistungen Zugewanderten keinen unmittelbaren Zugang zum Sozialstaat ermöglichen. Selbst unter den Grundeinkommens-Befürwortern zeigt sich die Bedingung des „Arbeitens und Steuern Zahlens” als bedeutsam.«

Matthias Umkehrer (2020): Wiedereinstieg nach Langzeitarbeitslosigkeit: Welche Arbeitsverhältnisse sind stabil, welche nicht? IAB-Kurzbericht Nr. 15/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (UAB), 2020

Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege (2020): Der Präventive/Aktivierende Hausbesuch – Bestandteil gemeinwesenorientierter Altenarbeit, Berlin, 14.07.2020

Christa Liedtke und Anne Caplan (2020): Arbeit ist das halbe Leben?! Über ein neues Statussymbol: die Zeit und was wir damit anfangen. Gestaltung der „Post-Corona“-Zeit. Diskussionspapier, Wuppertal: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Juli 2020

Andreas Hövermann (2020): Soziale Lebenslagen, soziale Ungleichheit und Corona. Eine Auswertung der HBS-Erwerbstätigenbefragung im April 2020. Policy Brief WSI Nr. 44, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut, Juni 2020

Matthias Dorner and Katja Görlitz (2020): Training, Wages and a Missing School Graduation Cohort. Ruhr Economic Papers #858, Essen: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, July 2020
»This study analyzes the effects of a missing high school graduation cohort on firms’ training provision and trainees’ wages. An exogenous school reform varying at the state and year level caused the missing cohort to occur. Using administrative social security data on all trainees and training firms, we show that firms provide less training by reducing their overall number of hired apprentices. We also show that the pool of firms that offer training in the year of the missing cohort shifts towards a higher share of low wage firms. After keeping firm characteristics constant, the findings indicate that the missing cohort increases training wages measured at the start of training. Further analyses shed light on the opposite case of dual cohorts, which we find to increase training provision and to decrease training wages. The evidence also shows that high and low wage firms differ in how they adjust training provision in response to a dual cohort.«

Marc Eulerich und Benjamin Fligge (2020): Aggressive Berichterstattung in deutschen Unternehmen. Der Einfluss der Mitbestimmung auf die Ausnutzung von Bilanzierungs- und Steuergestaltungsspielräumen. Mitbestimmungsreport Nr. 62, Düsseldorf: Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.), Juli 2020

David Autor and Elisabeth Reynolds (2020): The Nature of Work after the COVID Crisis: Too Few Low-Wage Jobs, Washington: The Hamilton Project, Brookings, July 2020
»David Autor and Elisabeth Reynolds ask whether the COVID-19 pandemic has changed the conventional wisdom about automation and inequality in the United States over the past four decades. They make four projections about a rapidly-automating post-COVID-19 economy: increasing telework, urban de-densification, large-firm consolidation, and forced automation, all of which have significant, negative consequences for low-wage workers and economic inequality. On a more hopeful note, they conclude that rising inequality is not the only possible path forward, with the immense government investment of the past months suggesting the possibility of large-scale interventions to alleviate the costs of automation.«

IAB/BIBB/GWS (2020): BMAS-Prognose „Digitalisierte Arbeitswelt nach Arbeitsmarktregionen“. Forschungsbericht 526/2, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Juli 2020
»Der vorgelegte Bericht nähert sich vor dem Hintergrund drohender Passungsprobleme für den zukünftigen Arbeitsmarkt einer Quantifizierung zweier Problemlagen an. Zunächst ist bislang unbeantwortet, welche volkswirtschaftlichen Konsequenzen es hätte, wenn sich die beruflichen Ungleichgewichte tatsächlich nicht lösen lassen. Daran anschließend wird eine Abschätzung vorgenommen, in welcher Form und in welchem Ausmaß Weiterbildungen berufliche Anpassungs- und Aufstiegsprozesse auf dem Arbeitsmarkt von Fachkräften unterstützen können, um berufliche Passungsprobleme auf dem Arbeitsmarkt zu verringern und gleichzeitig eine niveauadäquate Beschäftigung der Erwerbspersonen sicherzustellen.«

KPMG (2020): Studie zur Umsetzung der Berichtspflicht der Länder zu Investitionskosten in Pflegeeinrichtungen. Abschlussbericht für das Bundesministerium für Gesundheit, 19. Juni 2020

Carsten Schröder, Charlotte Bartels, Konstantin Göbler, Markus M. Grabka und Johannes König (2020): MillionärInnen unter dem Mikroskop: Datenlücke bei sehr hohen Vermögen geschlossen – Konzentration höher als bisher ausgewiesen, in: DIW Wochenbericht, Nr. 29/2020
»Personen mit Vermögen in Millionenhöhe waren bislang in Bevölkerungsbefragungen kaum vertreten – entsprechend wenig wusste man über sie. Auch blieb das exakte Ausmaß der Vermögenskonzentration unklar. Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) hat nun eine Spezialstichprobe integriert, in der Menschen mit hohen Vermögen stark überrepräsentiert sind, um die bisherige Datenlücke zu schließen. Neue Berechnungen auf dieser Grundlage und unter Hinzunahme öffentlich zugänglicher Reichenlisten ergeben, dass die Konzentration der individuellen Nettovermögen in Deutschland höher ist als bislang ausgewiesen: Die oberen zehn Prozent besitzen demnach gut zwei Drittel des gesamten individuellen Nettovermögens, zuvor war man von knapp 59 Prozent ausgegangen. Das reichste Prozent der Bevölkerung vereint rund 35 (statt knapp 22 Prozent) des Vermögens auf sich. Etwa 1,5 Prozent der Erwachsenen besitzen ein individuelles Nettovermögen von mindestens einer Million Euro. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Vermögenshöhe von der übrigen Bevölkerung: Es handelt sich häufiger um Männer, die älter, besser gebildet, selbständig und zufriedener mit ihrem Leben sind. Die Vermögensbildung von Personen aus der unteren Hälfte der Vermögensverteilung könnte beispielsweise in Form von Vermögenskonten gefördert werden, in die auch der Staat einzahlt.«

Michaël Zemmour (2020): Sozialpolitik und Covid-Pandemie in Frankreich. Soziale Schieflage trotz umfassender Mobilisierung des sozialstaatlichen Instrumentariums, Paris: Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 2020

Martin Bujard et al. (2020): Eltern während der Corona-Krise. Zur Improvisation gezwungen, Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Juli 2020
»Die Studie gibt einen Überblick über die Größenordnungen der von der Schließung von Kindertagesstätten (Kitas) und Schulen betroffenen Elterngruppen sowie der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt in den Monaten des Lockdowns. Im Anschluss werden vier Themenbereiche, die während der Krise an Relevanz gewannen, näher betrachtet: Eltern in systemrelevanten Berufen, Homeoffice als Lösung, Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann sowie psychologische Folgen der Krise für Eltern.«

Gerhard Bosch, Frederic Hüttenhoff und Claudia Weinkopf (2020): Corona-Hotspot Fleischindustrie: Das Scheitern der Selbstverpflichtung. IAQ-Report 2020-07, Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), Juli 2020
»Die deutsche Fleischwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem Sektor mit vielen Kleinbetrieben zu einem industrialisierten Wirtschaftszweig mit wenigen Marktführern entwickelt. Die meisten Tätigkeiten, die eigentlich zum Kerngeschäft zählen, sind ausgelagert worden. Ziel war es, den mit der Osterweiterung der EU verfügbaren Pool billiger Arbeitskräfte auszuschöpfen und gleichzeitig die skandalösen Arbeitsbedingungen in undurchsichtigen Subunternehmerstrukturen zu verschleiern. Trotz zahlreicher Medienberichte über die haarsträubenden Arbeitsbedingungen und die Nichteinhaltung des Mindestlohns begnügte sich der Staat lange mit freiwilligen und sanktionsfreien Selbstverpflichtungen der Branche. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit fuhr bei Einführung des Mindestlohns sogar ihre Kontrollen zurück. Erst, als durch die unheilvolle Kombination schlechter Arbeits- und Wohnbedingungen mit hohen Infektionsraten mit Covid-19 im Frühjahr 2020 auch die allgemeine Gesundheit gefährdet wurde, verabschiedete das Kabinett einen Gesetzesentwurf, der das Schlachten und Verarbeiten von Fleisch durch Werkvertragsnehmer ab dem 1.1.2021 untersagt und die Kontrollen verschärfen soll. Die neuen gesetzlichen Regelungen werden die Branche nur ändern, wenn dahinter auch ein ernsthafter staatlicher Umsetzungswille steht. Dazu muss der Kontrolldruck auf die Branche nachhaltig erhöht werden.«

ifo und forsa (2020): Erste Ergebnisse des Befragungsteils der BMG-„Corona-BUND-Studie“, München und Berlin, 10.07.2020
»Die Coronakrise und ihre Auswirkungen auf den Alltag der Menschen bewegt die Menschen unverändert auch noch im Juni – trotz der allmählichen Lockerungen der zur Eindämmung der Pandemie beschlossenen Maßnahmen. So ist auch die Furcht vor einer zweiten Infektionswelle weiterhin bei vielen vorhanden. Die beschlossenen diversen Einschränkungen belasten die Bürger – aber sie werden überwiegend als notwendig akzeptiert und auch für einhaltbar erachtet. Negative Auswirkungen auf die eigene finanzielle und wirtschaftliche Situation treffen vor allem zwei Gruppen: Die Selbständigen (hierbei insbesondere selbständige alleinerziehende Frauen) und die unteren sozialen Schichten (niedrige Schulbildung, geringes Einkommen, Arbeiter). Die oft zu hörende These, dass besonders Frauen betroffen seien, trifft so pauschal nicht zu. Bei der Mehrheit der Bundesbürger halten sich die negativen Auswirkungen auf die eigene finanzielle Lage noch in Grenzen, so dass man noch mit einer relativen Gelassenheit mit der Pandemie umgeht. Die im März beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und die seit Mai eingeleiteten Lockerungen werden von der Mehrheit der Bürger nach wie vor für richtig befunden.«

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2020): Sozialbudget 2019, Bonn, Juni 2020

Techniker Krankenkasse (Hrsg.) (2020): Gesundheitsreport 2020 – Zeitarbeit: Chance oder Risiko? Arbeitssituation und Gesundheit von Zeitarbeitern, Hamburg, Juni 2020

Boris Ivanov, Friedhelm Pfeiffer und Laura Pohlan (2020): Covid-19 und die sozialen Folgen für Arbeitslose. Eine Bewertung basierend auf Abschätzungen mit Individualdaten. ZEW-Kurzexpertise 20-10, Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), 07.07.2020

Juliane Achatz und Brigitte Schels (2020): Übergang von der Schule ins Erwerbsleben. Ein Arbeitslosengeld-II-Bezug muss nicht von Dauer sein. IAB-Kurzbericht Nr. 14/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2020

DGB (2020): Kindergrundsicherung: Geringverdienende unterstützen – soziale Teilhabe für alle Kinder ermöglichen!, Berlin: DGB Bundesvorstand, Juli 2020

DGB Bundesvorstand (2020): Zusammenhalt stärken, Geringverdienende besser stellen, soziale Teilhabe für alle Kinder ermöglichen! Das DGB-Konzept für eine arbeitnehmerorientierte Kindergrundsicherung, Berlin: DGB Bundesvorstand, Mai 2020

Mario Bossler, Nicole Gürtzgen und Eric-Benjamin Börschlein (2020): Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Betriebe und Unternehmen. IAB-Forschungsbericht 5/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020

Bernd Fitzenberger und Arnim Seidlitz (2020): Die Lohnungleichheit von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland: Rückblick und Überblick. IAB-Discussion Paper 19/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020
»In Westdeutschland stieg zwischen 1980 und 2010 die Lohnungleichheit von Vollzeitbeschäftigten deutlich an. Der Anstieg beschränkte sich zunächst auf den oberen Bereich der Lohnverteilung und setzte sich ab Mitte der 1990er Jahre sowohl im oberen als auch im unteren Bereich der Lohnverteilung fort. Im Zeitraum 1995 bis 2010 ging die Entwicklung mit starken Reallohnverlusten im unteren Bereich der Lohnverteilung einher. Nach 2010 stiegen die Reallöhne über die gesamte Lohnverteilung deutlich an, aber die Lohnungleichheit für Vollzeitbeschäftigte verblieb auf hohem Niveau trotz eines leichten Rückgangs am untersten Ende der Verteilung ab 2015. Dieser Beitrag dokumentiert und interpretiert die Entwicklung der Lohnungleichheit und geht auf mögliche Datenprobleme ein.«

Yuliya Kosyakova (2020): Mehr als nur ein Job: Die qualitative Dimension der Integration in Arbeit von Geflüchteten in Deutschland, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Jana Scheible und Hanne Schneider (2020): Deutsch lernen auf dem Land. Handlungsempfehlungen für die Sprachförderung von Migrantinnen und Migranten in Deutschland, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

EFFAT (2020): Covid-19 outbreaks in slaughterhouses and meat processing plants. State of affairs and proposals for policy action at EU level, Brussels: European Federation of Food, Agriculture and Tourism Trade Unions, 30.06.2020

Andreas Mergenthaler, Laura Konzelmann, Volker Cihlar, Frank Micheel und Norbert F. Schneider (2020): Vom Ruhestand zu (Un-)Ruheständen – Ergebnisse der Studie „Transitions and Old Age Potential“ (TOP) von 2013 bis 2019, Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Juni 2020

Laura Konzelmann, Andreas Mergenthaler und Norbert F. Schneider (2020): Gemeinsam in die Rente? Ruhestand als Projekt für Zweiverdienerpaare, Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Juni 2020

Rechnungshof Österreich (2020): Pflege in Österreich. Bericht des Rechnungshofes, Wien: Rechnungshof Österreich, Februar 2020

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) (2020): Ausbildung 2020. Ergebnisse einer DIHK-Online- Unternehmensbefragung, Berlin 2020

Markus M. Grabka und Konstantin Göbler (2020): Der Niedriglohnsektor in Deutschland. Falle oder Sprungbrett für Beschäftigte? Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2020
»In der Corona-Krise offenbaren sich gesellschaftliche Missstände, so auch im Niedriglohnsektor. Half seine Ausweitung Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte in Arbeit zu bringen, entpuppt er sich heute für viele Beschäftigte als Sackgasse. Nur gut einem Viertel aller Niedriglohnbeschäftigten gelingt der Aufstieg, während die Hälfte über mehrere Jahre im Niedriglohnsektor verharrt.«

Anja Wildemann und Ingmar Hosenfeld (2020): Bundesweite Elternbefragung zu Homeschooling während der Covid 19-Pandemie. Erkenntnisse zur Umsetzung des Homeschoolings in Deutschland, Landau in der Pfalz, 29.06.2020

Peter Enste, Sebastian Merkel und Josef Hilbert (2020): Apotheken im demografischen Wandel. Eine Analyse zur Zukunft der Apotheken in Westfalen-Lippe. Forschung Aktuell 07/2020, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen, Juli 2020
»Das „Apothekensterben“ in Westfalen-Lippe findet hauptsächlich in den Städten des Ruhrgebiets statt. Während die Anzahl der Apotheken in den letzten Jahren abgenommen hat, hat die Anzahl der Beschäftigten in Apotheken deutlich zugenommen. Die Zunahme der älteren Bevölkerung wird den Bedarf an Medikamenten und Beratung in naher Zukunft deutlich erhöhen. Die Apothekenlandschaft steht vor einem großen Umbruch. Vor allem die ländlichen Kreise müssen sich rechtzeitig um Nachfolgeregelungen bemühen, damit die medikamentöse Versorgung für die Bevölkerung langfristig gesichert werden kann. Eine zukunftsfähige, nachhaltige evidenzbasierte Innovationspolitik bedarf eines Messinstruments für soziale Innovation, das vergleichbar ist mit dem ökonomisch-technischer Innovation.«

Thorsten Schulten und Torsten Müller (2020): Zwischen Armutslöhnen und Living Wages: Mindestlohnregime in der Europäischen Union. Europäische Studien zur Sozial- und Arbeitsmarktpolitik Band 1, Solingen 2020

Ludger Wößmann (2020): Folgekosten ausbleibenden Lernens: Was wir über die Corona-bedingten Schulschließungen aus der Forschung lernen können, in: ifo Schnelldienst, Heft 6/2020

Christian Günster et al. (2020): WIdO-Report: Entwicklung der Krankenhausfallzahlen während des Coronavirus-Lockdowns. Nach ICD-10-Diagnosekapiteln und ausgewählten Behandlungsanlässen, Berlin: Wissenschaftliches Institut der AOK (WldO), 2020

Eric Seils und Helge Emmler (2020): Die Folgen von Corona. Eine Auswertung regionaler Daten. WSI-Policy Brief Nr. 43, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Juni 2020
»Corona hat die größte wirtschaftliche Depression seit Bestehen der Bundesrepublik ausgelöst. Die Folgen für den Arbeitsmarkt sind enorm: Millionen Büroangestellte arbeiten von Zuhause („Homeoffice“). Für gut 10,6 Millionen Beschäftigte bzw. 31,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben die Betriebe bei der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeit angezeigt. Die Arbeitslosenquote ist zwischen März und Mai 2020 ebenfalls angestiegen, fällt aber mit 6,1 Prozent gegenwärtig noch vergleichsweise moderat aus. Fraglich ist jedoch, wie sich die Situation aus regional vergleichender Perspektive darstellt: Welche Unterschiede bestehen hinsichtlich der Verbreitung der Kurzarbeit? Wie erklären sich diese? Wo ist die Arbeitslosigkeit Corona-bedingt dennoch gestiegen? Gibt es einen regionalen Zusammenhang zwischen dem Corona-bedingten Anstieg der Arbeitslosenquote und der angezeigten Kurzarbeit? Diese Fragen sollen mit Hilfe von Kennziffern beantwortet werden, die auf der Grundlage der neuesten regionalen Daten der Bundesagentur berechnet wurden. Im Folgenden werden zunächst regionale Daten zur angezeigten Kurzarbeit in den Monaten März und April analysiert. Danach wird auf den Corona-bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit eingegangen. Abschließend wird ein Fazit gezogen.«

Corinna Frodermann et al. (2020): Online-Befragung von Beschäftigten: Wie Corona den Arbeitsalltag verändert hat. IAB-Kurzbericht 13/2020. Nürnberg 2020

Andreas Mairhofer, Christian Peucker, Liane Pluto, Eric van Santen, Mike Seckinger unter Mitarbeit von Monika Gandlgruber (2020): Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten der Corona-Pandemie. DJI-Jugendhilfeb@rometer bei Jugendämtern, München, Juni 2020

Anja Hall und Ugur Sevindik (2020): Einfacharbeit in Deutschland – wer arbeitet was und unter welchen Bedingungen? Ergebnisse aus der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018. Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 218, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020
»Trotz technologischem Wandel, Digitalisierung und Globalisierung ist Einfacharbeit auch im Jahr 2018 eine bedeutende Größe auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Nachdem das Thema in den letzten Jahren in der Forschung wenig beachtet wurde, steht es seit Kurzem wieder im Fokus der Arbeitsmarktforschung. In dieser Arbeit wird Einfacharbeit auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 differenziert in die Einfacharbeit-Level1, die eine geringe Einarbeitungszeit voraussetzt, und die Einfacharbeit-Level2, die eine längere Einarbeitungszeit voraussetzt. Diese Differenzierung und der Vergleich mit der qualifizierten Arbeit bieten interessante Einblicke in die verschiedenen Formen der Einfacharbeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Aufgezeigt werden unter anderem das Ausmaß und die Struktur der Einfacharbeit, die betreffenden Berufe und Tätigkeiten sowie die beruflichen Anforderungen und die Beschäftigungsbedingungen.«

Anja Hall (2020): Lohnt sich höherqualifizierende Berufsbildung? Berufliche Positionen, Einkommen und subjektiver Nutzen von Fortbildungsabschlüssen. BIBB-Report 2/2020, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2020
»Die höherqualifizierende bzw. höhere Berufsbildung bietet in Deutschland einen Karriereweg in gehobene Berufs- und Führungspositionen, die in vielen anderen Ländern nur über akademische Abschlüsse zugänglich sind. Bisherige Studien zum Nutzen einer höheren Berufsbildung differenzieren jedoch nicht zwischen Meister/-innen-, Techniker/-innen- und kaufmännischen Fortbildungsabschlüssen und beschränken sich zudem meist auf das Erwerbseinkommen. Zur Beantwortung der Frage, ob sich eine höhere Berufsbildung lohnt, werden in diesem BIBB Report neben objektiven Erfolgsdimensionen wie dem Einkommen und der beruflichen Positionierung auch subjektive Nutzeneinschätzungen der Befragten untersucht. Die deskriptiven und multivariaten Analysen basieren auf den Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018.«

Christine Wimbauer und Mona Motakef (2020): Prekäre Arbeit, prekäre Liebe. Über Anerkennung und unsichere Lebensverhältnisse, Frankfurt/New York: Campus-Verlag, 2020
»Erwerbsarbeit und Paarbeziehungen sind wichtige Quellen für Anerkennung. Doch was geschieht, wenn Arbeit prekär wird? Wie wirken sich unsichere Arbeitsverhältnisse und Anerkennungsdefizite auf die Liebe aus, auf Beziehungen und auf die Lebenszusammenhänge der Menschen überhaupt? Welche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern werden sichtbar? Das Buch zeichnet anhand von Interviews eindrücklich nach, welch destruktives Potenzial prekäre Erwerbsarbeit entfalten kann und was das für die Einzelnen, für Paare und für die Gesellschaft bedeutet.«

Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2020): Bildung in Deutschland 2020. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung in einer digitalisierten Welt, Bielefeld 2020

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2020): Verfassungsrechtliche Aspekte eines Verbots von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischwirtschaft, Berlin, 17.06.2020

Christina Boll und Simone Schüller (2020): Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos – empirisch gestützte Überlegungen zur elterlichen Aufteilung der Kinderbetreuung vor, während und nach dem COVID-19 Lockdown. SOEPpapers on Multidisciplinary Panel Data Research 1089-2020, Berlin 2020

Michael Klundt (2020): Krisengerechte Kinder statt kindergerechtem Krisenmanagement? Auswirkungen der Corona-Krise auf die Lebensbedingungen junger Menschen, Berlin, Juni 2020

Eurofound (2020), Privilege or necessity? The working lives of people with multiple jobs, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2020

OECD (2020): Who Cares? Attracting and Retaining Care Workers for the Elderly. OECD Health Policy Studies, Paris: OECD, June 2020
»This report presents the most up-to-date and comprehensive cross-country assessment of long-term care (LTC) workers, the tasks they perform and the policies to address shortages in OECD countries. It highlights the importance of improving working conditions in the sector and making care work more attractive and shows that there is space to increase productivity by enhancing the use of technology, providing a better use of skills and investing in prevention. Population ageing has outpaced the growth of workers in the long-term care (LTC) sector and the sector struggles with attracting and retaining enough workers to care for those dependent on others for care. Non-standard work is widespread, pay levels tend to be lower than similar-qualification jobs in other health sectors, and LTC workers experience more health problems than other health workers. Further, educational requirements tend to be insufficient to perform more demanding and growing tasks of LTC. With growing demand for care at home, better co-ordination between the health and long-term care sectors and between formal and informal careers is needed.«

Manuela Barisic und Valentina Sara Consiglio (2020): Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Was es sie kostet, Mutter zu sein, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, Juni 2020
»Erste Befunde zu den Auswirkungen der Coronakrise auf dem deutschen Arbeitsmarkt deuten darauf hin, dass sich bestehende Ungleichheitsdynamiken in doppelter Hinsicht verschärfen werden – nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch innerhalb der Gruppe der Frauen. Dabei ist eines sicher: Insbesondere Mütter werden das Nach- sehen haben, denn die nachfolgende Analyse zeigt, dass Kinder Mütter schon vor der Krise bis zu zwei Drittel ihres Lebenserwerbseinkommens kosteten.«

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (2020): Konkurrenzfähige Pflegelöhne – Welches Lohnniveau macht die Pflegebranche wettbewerbsfähig?, Berlin, 12. Juni 2020

Alexander Herzog-Stein, Patrick Nüß, Ulrike Stein und Nora Albu (2020): Arbeits- und Lohnstückkostenentwicklung. Ein gespaltenes Jahrzehnt geht zu Ende – enorme Herausforderungen warten. IMK Report 158, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Juni 2020

Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (2020): Kindertagesbetreuung Kompakt – Ausbaustand und Bedarf 2019, Berlin, Mai 2020

Yanan Zhang, Matthew R. Bennett M.R. and Sue Yeandle (2020): Caring and COVID-19: Hunger and mental wellbeing. Sustainable Care: Care Matters 2020/01, Sheffield: Centre for International Research on Care, Labour and Equalities (CIRCLE). Interdisciplinary Centre of the Social Sciences, University of Sheffield

Toralf Pusch, Hartmut Seifert und Chiara Santoro (2020): Effekte des Mindestlohns auf die Arbeitszeit, in: Wirtschaftsdienst, Heft 6/2020
»Zur Evaluation des gesetzlichen Mindestlohns liegen fünf Jahre nach seiner Einführung zahlreiche fundierte Analysen vor. Die Auswirkungen des Mindestlohns auf die Arbeitszeit haben dabei eine besondere Relevanz, da sie die Einkommensentwicklung und das Arbeitsvolumen im Niedriglohnsektor beeinflussen. Vor diesem Hintergrund bietet dieser Beitrag eine aktuelle Analyse mit dem bisher wenig verwendeten und für die Untersuchung des Mindestlohns besonders geeigneten PASS-Datensatz des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Es zeigt sich, dass Arbeitszeitverkürzungen vor allem bei geringfügig Beschäftigten und bei Beziehern von Sozialtransfers aufgetreten sind, was teilweise auf eine Reaktion des Arbeitsangebots zurückzuführen sein dürfte.«

Samir Khalil, Almuth Lietz und Sabrina J. Mayer (2020): Systemrelevant und prekär beschäftigt: Wie Migrant*innen unser Gemeinwesen aufrechterhalten. DeZIM Research Note #DRN 3/20, Berlin: DeZIM-Institut, 2020
»Rund ein Viertel aller Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, haben einen Migrationshintergrund – das entspricht ihrem Anteil an der erwerbstätigen Bevölkerung. In bestimmten systemrelevanten Berufen sind sie jedoch überdurchschnittlich stark vertreten. Das gilt insbesondere für den Dienstleistungs- und Pflegebereich, für Reinigungsberufe und die Altenpflege, für Post und Zustellung sowie die Fahrzeugführung im Straßenverkehr. Co-Autorin Dr. Sabrina Mayer: „In systemrelevanten Berufen sind aber gerade Migrant*innen häufiger prekär beschäftigt. Das ist eine gesellschaftliche Schieflage“.«

Susanne Drescher (2020): Die stationäre Krankenhausversorgung zwischen verschiedenen Versorgungsansprüchen. Grenzen der Versorgung am Beispiel der Akutgeriatrie. IAQ-Report 2020-06, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Juni 2020

Alexander S. Kritikos, Daniel Graeber und Johannes Seebauer (2020): Corona-Pandemie wird zur Krise für Selbständige. DIW aktuell Nr. 47, 12.06.2020
»Durch den Nachfrageausfall in Folge der Corona-Krise haben viele Selbständige ihre Einkommensgrundlage – zumindest vorübergehend – teilweise oder sogar vollständig verloren. Rund 60 Prozent unter ihnen beklagen Einkommensverluste, während es bei den abhängig Beschäftigten etwa 15 Prozent sind. Rund die Hälfte der von der Krise negativ betroffenen Selbständigen verfügt nur für maximal drei Monate über Liquiditätsreserven. Gleichzeitig erhalten Selbständige relativ wenig direkte staatliche Unterstützung, um ihre Einkommensausfälle auszugleichen. Entsprechend besorgt sind viele von ihnen um ihre eigene wirtschaftliche Situation. Der Vergleich mit den abhängig Beschäftigten veranschaulicht, dass die Corona-Krise auch eine Krise für die Selbständigen ist. Die politischen Entscheidungsträger sollten auch im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland die Selbständigen in ihren wirtschafts- sowie sozialpolitischen Erwägungen stärker berücksichtigen.«

Marc Ingo Wolter, Robert Helmrich, Christian Schneemann, Enzo Weber und Gerd Zika (2020): Auswirkungen des Corona-Konjunkturprogramms auf Wirtschaft und Erwerbstätigkeit. IAB-Discussion Paper 18/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020
»In dem vorliegenden Beitrag wird eine erste Einschätzung zu den Auswirkungen des Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets der Bundesregierung „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“ (Stand 03.06.2020) auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland gegeben. Das Paket soll die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19 -Pandemie abmildern. Es soll die Konjunktur stärken, Arbeitsplätze erhalten sowie wirtschaftliche und soziale Härten abfedern. Zu den Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket treffen wir dort, wo sie spezifisch genug sind, eine Reihe von Szenarioannahmen und integrieren diese in das Analyseinstrument QIN- FORGE. Die Ergebnisse zeigen, dass das Wirtschaftswachstum um 1,4 Prozent in diesem Jahr und nochmal um 1,7 Prozent im nächsten Jahr günstiger ausfallen wird als ohne das Paket. Die Zahl der Erwerbstätigen wird im Verlauf des Jahres 2020 um fast 200 Tausend höher liegen als in einer Situation, in der es kein Konjunkturpaket gibt. Im Jahr 2021 sind es rund 240 Tausend. Bezogen auf die Branchen sind es im Jahr 2020 vor allem die öffentliche Verwaltung, die Branche Erziehung und Unterricht sowie das Baugewerbe, die infolge des Konjunkturpakets verstärkt Arbeitskräfte nachfragen. Im Jahr 2021 profitieren neben den genannten Branchen auch das Gesundheitswesen, die Architektur- und Ingenieursbüros, der Landverkehr sowie die Branche Heime und Sozialwesen vom Konjunkturpaket.«

Roman Herzog Institut (2020): Bewegte Mitte – bewegte Gesellschaft. Zwischen Stabilität und Flexibilität. RHI Diskussion Nr. 34, München: Roman Herzog Institut, 2020
»Die Mittelschicht in Deutschland gilt traditionell als krisenfest und stabil. Doch manche sehen sie verunsichert, abstiegsgefährdet und anfällig gegenüber extremen politischen Strömungen. Schon vor der Corona-Pandemie war die Mitte in Bewegung geraten. Die Veränderungen haben vor allem innerhalb der Mittelschicht stattgefunden – hin zu mehr akademisch Qualifizierten. Zu diesem Ergebnis kommen die Soziologen Holger Lengfeld und Jessica Ordemann in ihre empirischen Analyse für die Jahre 1991 bis 2018. Die Ökonominnen Judith Niehues und Theresa Eyerund identifizieren – ebenfalls mit Daten des SOEP –, drei klar unterscheidbare Gruppen in der Gesellschaft: die Zuversichtlichen, die Besorgten und die Beunruhigten. Gesellschaftlich-kulturelle Sorgen treten unabhängig vom Einkommen in allen Schichten auf. Der Soziologe Stefan Hradil kommt zu dem Schluss, dass vor allem die untere Mittelschicht ihre Lage kritisch sieht und politisch wie gesellschaftlich einen Unruheherd darstellt. Durch die Globalisierung fühlen sich nicht nur Teile der Mittelschicht bedroht. Sie bringt auch Gefahren für Umwelt und Gesundheit mit sich, die die Menschen verunsichern.«

Jean-Victor Alipour, Harald Fadinger and Jan Schymik (2020): My Home is My Castle – The Benefits of Working from Home During a Pandemic Crisis: Evidence from Germany. Discussion Paper Series CRC TR 224, No. 178 Project B 06, Bonn/Mannheim, June 2020
»This paper studies the relation between work and public health during the COVID-19 pan- demic in Germany. Combining administrative data on SARS-CoV-2 infections and short-time work registrations, firm- and worker-level surveys and cell phone tracking data on mobility patterns, we find that working from home (WFH) is very effective in economic and public health terms. WFH effectively shields workers from short-term work, firms from COVID-19 distress and substantially reduces infection risks. Counties whose occupation structure allows for a larger fraction of work to be done from home experienced (i) much fewer short-time work registrations and (ii) less SARS-CoV-2 cases. Health benefits of WFH appeared mostly in the early stage of the pandemic and became smaller once tight confinement rules were implemented. Before con- finement, mobility levels were lower in counties with more WFH jobs and counties experienced a convergence in traffic levels once confinement was in place.«

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband (2020): Der Gute-KiTa-Bericht 2020. Bedarfe der Träger und Maßnahmen der Länder, Berlin, April 2020

Kerstin Bruckmeier et al. (2020): Zur Arbeitsförderung und Beratungsqualität in den Jobcentern. IAB-Stellungnahme 6/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020

Jean-Victor Alipour, Oliver Falck and Simone Schüller (2020): Germany’s Capacities to Work from Home. IZA DP No. 13152, Bonn: IZA – Institute of Labor Economics, April 2020
»Due to the COVID-19 crisis and the related “social distancing” measures, working from home (WfH) has suddenly become a crucial lever of economic activity. This paper combines survey and administrative data to compute measures for the feasibility of working from home among German employees. Breaking down the data by occupation, region, industry, and employee characteristics, we document considerable variation in the potential to WfH across all dimensions. We find that WfH is feasible for roughly 56 percent of the overall German workforce, while less than half of this potential was exploited in the pre-pandemic economy.«

Wolfgang Schroeder, Samuel Greef, Jennifer Ten Elsen und Lukas Heller (2020): Bedrängte Zivilgesellschaft von rechts. Interventionsversuche und Reaktionsmuster. OBS-Arbeitsheft 102, Frankfurt am Main: Otto-Brenner-Stiftung, Juni 2020
»Wie reagieren Akteure der organisierten Zivilgesellschaft darauf, dass Rechte verstärkt versuchen einen „Marsch durch die Organisationen“ anzutreten? Erweisen sich Gewerkschaften, Kirchen, Sportvereine, Wohlfahrtsverbände und Kultureinrichtungen als immun gegen solche Angriffe – oder stellen sie ein Einfallstor für entsprechende Akteure dar? Auf Basis detaillierter Dokumentenanalysen und zahlreicher Interviews werden in der vorliegenden Studie erstmals rechtspopulistische Interventionen und zivilgesellschaftliche Reaktionen analysiert sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten systematisiert. Die Studie zeigt, dass rechtspopulistische Akteure um die Bedeutung der organisierten Zivilgesellschaft wissen. Sie zielen darauf ab, bestehende Konflikte innerhalb der untersuchten Bereiche zu politisieren, um sie somit zu verstärken und thematische Anknüpfungspunkte für ihre politische Agenda zu verankern.«

Abi Adams-Prassl, Teodora Boneva, Marta Golin, Christopher Rauh (2020): Inequality in the Impact of the Coronavirus Shock: Evidence from Real Time Surveys. CESifo Working Paper No. 8265, Munich: Center for Economic Studies and the ifo Institute, 2020
»We present real time survey evidence from the UK, US and Germany showing that the labor market impacts of COVID-19 differ considerably across countries. Employees in Germany, which has a well-established short-time work scheme, are substantially less likely to be affected by the crisis. Within countries, the impacts are highly unequal and exacerbate existing inequalities. Workers in alternative work arrangements and in occupations in which only a small share of tasks can be done from home are more likely to have reduced their hours, lost their jobs and suffered falls in earnings. Less educated workers and women are more affected by the crisis.«

Melanie Arntz, Sarra Ben Yahmed and Francesco Berlingieri (2020): Working from Home and Covid-19. The Chances and Risks for Gender Gaps. ZEW-Kurzexpertise Nr. 20-09, Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), 2020
»As the Covid-19 pandemic causes an all-time high share of people to work from home, this disruptive event is likely to have a long-lasting effect on work arrangements. Given existing research on the effects of working from home (WfH) on hours worked and wages, an increased availability of WfH may provide a chance for women to catch up with their male counterparts. Yet, the need to simultaneously care for children during the Covid-19 lockdown may also revive traditional gender roles, potentially counteracting such gains. This expert brief discusses the likely effects of the Covid-19 pandemic on gender gaps in light of recent empirical findings and novel statistics on the heterogeneous structure of work arrangements among couples.«

Eurofound (2020): Minimum wages in 2020: Annual review. Minimum wages in the EU series, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2020

Gudrun Schönfeld et al. (2020): Ausbildung in Deutschland – eine Investition gegen den Fachkräftemangel. Ergebnisse der BIBB-Kosten-Nutzen-Erhebung 2017/18. BiBB-Report 01/2020, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), Mai 2020
»Der Fachkräftemangel belastet seit einigen Jahren weite Teile der Wirtschaft. Die eigene Ausbildung und die Rekrutierung von Fachkräften über den externen Arbeitsmarkt sind die zwei wichtigsten Möglichkeiten für Betriebe, ihren Fachkräftebedarf zu decken. Die Kosten des jeweiligen Weges zur Fachkräftegewinnung spielen bei betrieblichen Entscheidungen eine wichtige Rolle. Ob sich die eigene Ausbildung rechnet oder der Zugriff auf Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt eine weniger kostspielige Möglichkeit der Fachkräftedeckung ist, untersuchte das Bundesinstitut für Berufsbildung in einer repräsentativen Betriebsbefragung bei rund 4.000 Betrieben. Die Analysen zu den Ausbildungskosten für das Ausbildungsjahr 2017/18, den Personalgewinnungskosten und das Übernahmeverhalten der Betriebe zeigen, dass für die Betriebe starke finanzielle Anreize bestehen, ihren Fachkräftebedarf durch die eigene Ausbildung zu decken.«

Kuhn, S., Bartmann, F., Klapper, B. und Schwenk, U. (2020): Neue Gesundheitsberufe für das digitale Zeitalter. Projektbericht in Herausgeberschaft der Stiftung Münch, Berlin 2020
»Als Antwort auf die digitale Transformation des Gesundheitssystems plädiert eine Reformkommission der Stiftung Münch für drei neue Gesundheitsberufe: Fachkraft für digitale Gesundheit, Prozessmanager für digitale Gesundheit und Systemarchitekt für digitale Gesundheit.«

Felix Rösel und Timo Weishaupt (2020): Städte quellen über, das Land dünnt sich aus: Anteil der Landbevölkerung auf niedrigstem Stand seit 1871, in: ifo Dresden berichtet, Heft 2/2020
»Wie Magneten ziehen Deutschlands Städte seit 150 Jahren neue Einwohner an. Unsere Ergebnisse zeigen einen sehr langfristigen Trend zugunsten urbaner Räume – in Ost wie West. Der Anteil der Bevölkerung, die auf dem Land lebt, hat mittlerweile sowohl in schrumpfenden Regionen als auch in Wachstumsregionen den niedrigsten Stand seit 1871 erreicht. Während der gesamten Nachkriegszeit hat sich Deutschlands Bevölkerung noch nie so stark auf einzelne Städte konzentriert wie heute.«

Alexander Herzog-Stein, Malte Lübker, Toralf Pusch, Thorsten Schulten, Andrew Watt und Rudolf Zwiener (2020): Fünf Jahre Mindestlohn – Erfahrungen und Perspektiven. Gemeinsame Stellungnahme von IMK und WSI anlässlich der schriftlichen Anhörung der Mindestlohnkommission 2020. Policy Brief WSI Nr. 42, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Juni 2020

Sebastian Gechert, Christoph Paetz und Paloma Villanueva (2020): Die makroökonomischen Auswirkungen sozialer Sicherungssysteme. IMK Policy Brief Nr. 91, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Juni 2020

Florian Blank, Markus Hofmann und Annelie Buntenbach (Hrsg.) (2020): Neustart in der Rentenpolitik. Analysen und Perspektiven, Baden-Baden: Nomos, 2020

Der Paritätische Gesamtverband (2020): Regelsätze zu niedrig: Einschätzungen der Bevölkerung zu Kosten des täglichen Lebensunterhalts. Ergebnisse einer Meinungsumfrage im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbandes, Berlin, 27.05.2020

Irene Bertschek und Daniel Erdsiek (2020): Soloselbstständigkeit in der Corona-Krise. Digitalisierung hilft bei der Bewältigung der Krise. ZEW-Kurzexpertise 20-08, Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), 27.05.2020

Regina Konle-Seidl (2020): Kurzarbeit in Europa: Die Rettung in der aktuellen Corona-Krise? IAB-Forschungsbericht Nr. 4/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020
»In der aktuellen Corona-Krise wird in mehr Ländern als jemals zuvor Kurzarbeit als arbeitsmarktpolitisches Instrument eingesetzt, um Beschäftigung zu sichern und die sozialen Kosten der Krise zu begrenzen. Trotz erheblicher Unterschiede in der institutionellen Ausgestaltung und Logik von Kurzarbeitsregelungen hat der rasche Einsatz und eine hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld eine hohe Priorität in allen europäischen Ländern. Der Beitrag beschreibt die ökonomische Rationalität von Kurzarbeit und ordnet die europäischen Kurzarbeitsprogramme in verschiedene Cluster ein. Er beschreibt wesentliche Veränderungen in der Ausgestaltung seit März 2020 und diskutiert mögliche Wirkungen vor dem Hintergrund empirischer Erkenntnisse aus früheren Krisenzeiten.«

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina (2020): Coronavirus-Pandemie: Medizinische Versorgung und patientennahe Forschung in einem adaptiven Gesundheitssystem. 4. Ad-hoc-Stellungnahme, Halle (Saale), 27.05.2020
»Die vierte Ad-hoc-Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zur Coronavirus-Pandemie widmet sich dem Thema: „Medizinische Versorgung und patientennahe Forschung in einem adaptiven Gesundheitssystem“. Das Papier konzentriert sich auf kurz- und mittelfristige Aspekte der medizinischen und pflegerischen Versorgung unter den Bedingungen einer anhaltenden Pandemie und zeigt langfristige Maßnahmen für ein resilientes und anpassungsfähiges Gesundheitssystem auf. Die Autorinnen und Autoren empfehlen ein bedarfs- und nicht primär gewinnorientiertes System, das sich am Patientenwohl orientiert und qualitätsgesichert arbeitet. Es müsse alle Mitarbeitenden wertschätzen sowie Innovationen und digitale Lösungen integrieren. Ziel sei ein adaptives Gesundheitssystem, in dem Öffentlicher Gesundheitsdienst, ambulanter sowie stationärer Sektor gut zusammenarbeiten und eine schnelle Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis erfolgt.«

Miriam Beblo et al. (2020): Familiengerechtigkeit in den Sozialversicherungen. Ein Diskussionsbeitrag. Essay des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2020
»Entspricht das mehr als 100 Jahre alte deutsche Sozialversicherungssystem den heutigen, veränderten Lebenswirklichkeiten von Familien? Dieser Frage geht der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen in seinem Diskussionspapier „Familiengerechtigkeit in den Sozialversicherungssystemen“ nach. Erörtert wird, ob es –  vor dem Hintergrund gewandelter gesellschaftlicher Vorstellungen und Lebensrealitäten – zu Sicherungslücken, Fehlanreizen oder Gerechtigkeitsproblemen in der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung sowie sozialen Pflegeversicherung kommt, die Familien in besonderer Weise treffen. Das Papier diskutiert mögliche Ansätze, um das Sozialversicherungssystem familiengerechter zu machen.«

Gerd Dielmann, Ingrid Rehwinkel und Herbert Weisbrod-Frey (2020): Berufliche Bildung im Gesundheitswesen. Reformbedarfe und Handlungsvorschläge, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Anja Bauer and Enzo Weber (2020): The Unemployment Impact of the COVID-19 Shutdown Measures in Germany. IAB Discussion Paper 16/2020, Nürnberg, 27.05.2020

Christian Apfelbacher  et al. (2020): Gesundheitliche und soziale Folgewirkungen der Corona-Krise. Eine evidenzbasierte interdisziplinäre Bestandsaufnahme. Koordiniert durch die Prognos AG und das Institut der deutschen Wirtschaft, Basel u.a., 21. Mai 2020

Sebastian Burdack (2020): Wie funktioniert berufliche Ausbildung in Corona-Zeiten? Ausbildungsbetriebe der Stahlindustrie schlagen neue Wege ein. Policy Brief Nr. 5, Düsseldorf: Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung, Mai 2020
»Die andauernde Pandemie nimmt massiv Einfluss auf die Ausbildungssituation in den Unternehmen. Sie stellt sie vor neue Herausforderungen, wie die Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes und die digitale Wissensvermittlung. Aber auch vor bekannte Herausforderungen, hinsichtlich Ausbildungsplatzangebot und Fachkräftesicherung, aus der Wirtschaftskrise (08/09). Wir wollten von den Ausbildungsverantwortlichen der Stahlindustrie erfahren, welche Lösungen sie in Ausbildungsorganisation und -ablauf erarbeitet haben, welche Rahmenbedingungen von den Partnern des dualen Systems hinsichtlich der anstehenden Abschlussprüfungen geschaffen werden müssen und wie sie zum Thema Ausbildung in Krisenzeiten stehen. Denn außergewöhnliche Situationen erfordern mitunter auch außergewöhnliche Maßnahmen.«

Elke Ahlers, Serife Erol und Sergej Schleicher (2020): Fachkräftemangel oder schlechte Personalplanung? Stellenbesetzungsprobleme in den Betrieben aus Sicht der Betriebsräte. WSI-Policy Brief Nr. 41, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Mai 2020

Anna Hammerschmid, Julia Schmieder und Katharina Wrohlich (2020): Frauen in Corona-Krise stärker am Arbeitsmarkt betroffen als Männer. DIW aktuell Nr. 42, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 15.05.2020
»Die Corona-Pandemie löst eine verheerende Wirtschaftskrise aus, die auch am deutschen Arbeitsmarkt gravierende Spuren in Form von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit hinterlässt. Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008/2009, in der Männer stärker vom Beschäftigungsrückgang betroffen waren, trifft es in der aktuellen Krise Wirtschaftssektoren wie das Gastgewerbe, in denen Frauen stärker repräsentiert sind. Außerdem zeigen erste Zahlen zu den Zugängen zur Arbeitslosigkeit allgemein und zum Beschäftigungsrückgang bei MinijoberInnen, dass Frauen momentan stärker von Arbeitsplatzverlust betroffen sind als Männer.«

Alexandra Langmeyer, Angelika Guglhör-Rudan, Thorsten Naab, Marc Urlen und Ursula Winklhofer (2020): Kindsein in Zeiten von Corona. Erste Ergebnisse zum veränderten Alltag und zum Wohlbefinden von Kindern, München: Deutsches Jugendinstitut (DJI), 09.05.2020

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2020): Eckpunkte „Arbeitsschutzprogramm für die Fleischwirtschaft“, Berlin, 20.05.2020

Peter Walger et al. (2020): Kinder und Jugendliche in der CoVid-19-Pandemie: Schulen und Kitas sollen wieder geöffnet werden. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stehen dem nicht entgegen. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) und des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland (bvkj e.V.), 19.05.2020

Christian Alt, Jeffrey Anton, Benjamin Gedon, Sandra Hubert, Katrin Hüsken, Kerstin Lippert, Valerie Schickle (2020): DJI-Kinderbetreuungsreport 2019. Inanspruchnahme und Bedarf aus Elternperspektive im Bundesländervergleich, München: Deutsches Jugendinstitut (DJI), 2020

Elke J. Jahn und Michael Oberfichtner (2020): Freiwillige Arbeitslosenversicherung: Nur wenige Selbstständige versichern sich gegen die Folgen von Arbeitslosigkeit. IAB-Kurzbericht 11/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Mai 2020

Frank Sowa (2020): Arbeitslosenversicherung für Solo-Selbständige: Eine qualitative Studie zur Antragspflichtversicherung nach § 28a SGB III. IAB-Forschungsbericht, Nr. 03/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020
»Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) evaluierte im Jahr 2013 im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags nach § 282 SGB III das Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag in der Arbeitslosenversicherung nach § 28a SGB III (‚Antragspflichtversicherung‘). So wurden die Einschätzungen von Führungs- und Fachkräften in Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Antragspflichtversicherung erhoben. Das Forschungsinteresse richtete sich dabei auf die Bewertung und konkrete Umsetzung des Versicherungspflichtverhältnisses auf Antrag. Zudem wendete sich das Forschungsprojekt der Lebenswirklichkeit von Solo-Selbständigen zu und untersuchte, welche Rolle die Antragspflichtversicherung für die Existenzgründung gespielt hat und wie bedeutsam für Solo-Selbständige eine soziale Absicherung ist (Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung). Als Untersuchungsgruppe wurden Solo-Selbständige ausgewählt, weil es sich dabei um eine besonders vulnerable Gruppe von Selbständigen handelt.«

Magnus Brosig (2020): Stellungnahme zum geplanten „Grundrentengesetz“, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, Mai 2020

Pflege ist systemrelevant – nicht nur in Corona-Zeiten. Gemeinsame Stellungnahme zum Internationalen Jahr der Pflegenden und Hebammen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in Deutschland, 12.05.2020
➞ Bundespflegekammer, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe; Deutscher Pflegerat, Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft; European Academy of Nursing Science; Landespflegekammer Rheinland-Pfalz; Pflegekammer Niedersachsen; Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands; Netzwerk Pflegeforschung im VPU.

Kira Isabel Hower, Timo-Kolja Pförtner und Holger Pfaff (2020): Pflegerische Versorgung in Zeiten von Corona- Drohender Systemkollaps oder normaler Wahnsinn? Wissenschaftliche Studie zu Herausforderungen und Belastungen aus der Sichtweise von Leitungskräften, Köln: IMVR – Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Humanwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, Mai 2020
»Angesichts der dynamischen Entwicklungen und Folgen der SARS-CoV-2-Pandemie für die Versorgung der Risikogruppe pflegebedürftiger Menschen geraten Pflegeeinrichtungen zunehmend in das Blickfeld der Medien. Doch wie sehen die Leitungskräfte von Pflegeeinrichtungen die Herausforderungen? Inwiefern werden sie durch die Herausforderungen belastet? Handelt es sich bei der Corona-Situation nur um die Fortsetzung des „normalen Wahnsinns“, der bereits vor der Corona-Zeit gegeben war, oder steuert das System durch die Zusatzbelastung Corona einem drohenden Kollaps entgegen? Die Studie greift spezielle, aber auch generelle Herausforderungen und Belastungen für Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte in Zeiten der COVID-19/SARS-CoV-2-Pandemie auf. Befragt wurden Leitungskräfte aus ambulanten Pflege- und Hospizdiensten sowie stationären Pflegeinrichtungen und Hospizen.«

Franziska Plößl und Tobias Just (2020): Pflegemarkt 2030: Wie lässt sich die Pflegekapazität nachfragegerecht ausbauen? Beiträge zur Immobilienwirtschaft, Heft 23, Regensburg: IRE|BS International Real Estate Business School, Universität Regensburg, 2020

Bettina Kohlrausch und Aline Zucco (2020): Die Corona-Krise trifft Frauen doppelt. Weniger Erwerbseinkommen und mehr Sorgearbeit. WSI-Policy Brief 40, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Mai 2020

Carsten Schröder et al. (2020): Vor dem Covid-19-Virus sind nicht alle Erwerbstätigen gleich. DIW aktuell Nr. 41, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 12.05.2020
»Die Corona-Pandemie und die politischen Entscheidungen zu ihrer Eindämmung verändern derzeit die Situation vieler Erwerbstätiger in Deutschland. Viele abhängig Beschäftigte arbeiten im Homeoffice, befinden sich in Kurzarbeit, fürchten um ihren Job oder haben diesen bereits verloren. Selbständige verzeichnen Umsatz- und Gewinneinbußen und sehen sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Erwerbstätige mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen sind besonders belastet, da Betreuungs- und Pflegedienste weggebrochen sind. Damit ist offensichtlich: Vor dem Virus sind nicht alle gleich. Und mit den ungleichen ökonomischen und alltäglichen Lebenssituationen entstehen und wachsen auch die Sorgen in unterschiedlicher Weise. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass einzelne Bevölkerungsgruppen die Krise leichter bewältigen werden als andere.«

Lea Immel und Andreas Peichl (2020): Regionale Ungleichheit in Deutschland: Wo leben die Reichen und wo die Armen?, in: ifo Schnelldienst, Heft 5/2020
»Betrachtet man die räumliche Verteilung der obersten und untersten Haushaltseinkommen, zeigt sich, dass insbesondere im Süden und in den Großstädten Westdeutschlands überproportional viele der reichsten 10% der Haushalte leben. Im Gegensatz dazu leben überproportional viele der ärmsten 40% in ostdeutschen Landkreisen. Dennoch ist in den letzten zehn Jahren eine Konvergenz der Regionen erkennbar, nicht zuletzt durch den Aufholprozess Ostdeutschlands getrieben.«

Torsten Müller and Thorsten Schulten (2020): Ensuring fair Short-Time Work – a European overview. ETUI Policy Brief European Economic, Employment and Social Policy, No. 7/2020, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), 2020
»At the end of April 2020, in the EU27 there were more than 42 million applications for support for workers on short-time work or similar schemes, which corresponds to about one quarter of the overall EU workforce. With its proposed SURE programme to provide financial support to national short-time work and similar systems, the European Commission has recognized the importance of short-time work for avoiding unemployment and supporting employees’ wages while at the same time allowing companies to adapt working hours to the drop in demand. Based on a comparison of the different short-time work schemes in Europe, this policy brief identifies some criteria for fair short-time work which enables workers not only to retain their job, but also to live a decent life.«

Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf (2020): Niedriglohnbeschäftigung 2018 – Erstmals Rückgang, aber nicht für gering Qualifizierte und Minijobber*innen. IAQ-Report 2020-05, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Mai 2020
»Trotz der Lohnerhöhungen am unteren Rand der Lohnverteilung durch Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im Januar 2015 stagnierte der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten bis 2017 auf einem im Vergleich der EU-Länder besonders hohen Niveau. Im Jahr 2018 ging der Umfang der Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland erstmals seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zurück auf 21,8%. Das Niedriglohnrisiko ist vor allem in Ostdeutschland gesunken, während es sich in Westdeutschland kaum verändert hat. Vom gesetzlichen Mindestlohn besonders profitiert haben Gruppen mit einem überdurchschnittlich hohen Niedriglohnrisiko (Frauen, Jüngere und Ältere, Ausländer*innen und befristet Beschäftigte). Die Stundenlöhne von gering Qualifizierten und Minijobber*innen liegen hingegen weiterhin meist deutlich unterhalb der Niedriglohnschwelle. Eine Besonderheit der Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland besteht weiterhin darin, dass von Niedriglöhnen in hohem Maße auch Kerngruppen der Beschäftigten betroffen sind: Fast drei Viertel der Niedriglohnbeschäftigten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sogar einen akademischen Abschluss und gut 40% sind Vollzeitbeschäftigte.«

DGB (2020): Schulen während und nach der Corona-Krise: Ein Programm für mehr Chancengleichheit, Berlin: DGB-Bundesvorstand, 04.05.2020
Schulen haben die Aufgabe, den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft zu entkoppeln. Wenn Schulen nach und nach wieder öffnen, muss die Chancengleichheit im Mittelpunkt stehen. Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Familien sowie jene, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben oder deren Familiensprache nicht Deutsch ist, trifft die längere Schulabstinenz doppelt hart. Sie brauchen besondere Unterstützung, doch dafür müssen die Rahmen- und Arbeitsbedingungen an Schulen stimmen. Wir brauchen ein Programm für mehr Chancengleichheit, damit sich Bildungsbenachteiligung und soziale Spaltung über die nächsten Generationen nicht weiter verschärfen. Dafür hat der DGB Empfehlungen formuliert.«

Kai-Uwe Müller, Claire Samtleben, Julia Schmieder und Katharina Wrohlich (2020): Corona-Krise erschwert Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor allem für Mütter – Erwerbstätige Eltern sollten entlastet werden, in: DIW Wochenbericht Nr. 19/2020
»Die starken Einschränkungen des Kita- und Schulbetriebs infolge der Corona-Pandemie stellen in Deutschland mehr als vier Millionen Familien mit erwerbstätigen Eltern vor große Probleme, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht. Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus Vorkrisenzeiten zeigen, dass nur in etwas mehr als der Hälfte aller Haushalte mit zwei erwerbstätigen Elternteilen zumindest eine Person theoretisch die Möglichkeit hat, im Home-Office zu arbeiten. Unter den besonders betroffenen Alleinerziehenden gilt das sogar nur für rund 35 Prozent. Arbeiten im Home-Office kann die Vereinbarkeitsprobleme also nicht lösen, ganz abgesehen davon, dass wirklich produktives Arbeiten parallel zur Kinderbetreuung oftmals nicht möglich ist. Die Hauptlast der zusätzlich anfallenden Kinderbetreuung und Hausarbeit tragen vermutlich die Mütter – das Ausmaß der schon zuvor ungleich verteilten Sorgearbeit könnte also noch zunehmen. Die Politik sollte diese Probleme adressieren und eine Corona-Elternzeit zusammen mit einem Corona-Elterngeld einführen. Eltern könnten dann für die Kinderbetreuung ihre Arbeitszeit reduzieren und eine Lohnersatzleistung vom Staat erhalten. Bei Paaren sollte diese Leistung an die Bedingung geknüpft sein, dass beide Elternteile weniger Stunden pro Woche berufstätig sind.«

Rudolf Zwiener, Florian Blank und Camille Logeay (2020): Werden die Kosten der Alterung gerecht verteilt? Vorteile eines stabilen Rentenniveaus und einer Erwerbstätigenversicherung. IMK Policy Brief Nr. 89, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Mai 2020
»Die bisherige Erfahrung mit der Teilprivatisierung der gesetzlichen Rente zeigt, dass die ursprünglichen Versprechen weder hinsichtlich der Leistungsfähigkeit noch der Generationsgerechtigkeit erfüllt werden. Sowohl angesichts der aktuellen Situation als auch aufgrund von theoretischen Erwägungen ist zu erwarten, dass sich diese negative Erfahrung auch langfristig fortsetzt. Daher halten wir Forderungen nach einer Stärkung der privaten Altersvorsorge für inadäquat, um die Alterungskosten gerecht zu verteilen und ein effizientes Alterssicherungssystem zu schaffen. Mit der Stärkung der umlagefinanzierten Rente und der Einbeziehung von neuen Selbständigen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung würde langfristig ein wichtiges Gerechtigkeitsdefizit in der Altersvorsorge beseitigt. Gegenüber der Alternative von Beitragssatzsteigerungen bei gleichzeitigen Leistungsabsenkungen in den kommenden Jahren bietet der Systemwechsel einige Vorteile. Letztlich würden insbesondere die jüngeren Erwerbstätigen davon deutlich profitieren. Ganz langfristig würden die bisher zeitlich hinausgeschobenen Pensionslasten für die Beamten weitgehend verschwinden. Ergänzt mit einer Wachstums- und Beschäftigungspolitik, die vor allem die Erwerbstätigenquoten von Älteren, Frauen und Migranten erhöht, ließen sich die Kosten der steigenden Zahl an Rentenempfängern viel leichter bewältigen.«

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2020): Kurzarbeit in der COVID-19-Pandemie, Berlin, 06.05.2020

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi) und Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) (2020): Anforderungen an die Organisation der ambulanten ärztlichen Versorgung während der COVID-19-Pandemie, Berlin, 06.05.2020

Fikret Öz (2020): Löhne und Gehälter in systemrelevanten Berufen: Gebraucht und geschätzt, aber unter Wert! Eine Analyse auf Basis der WSI-LohnSpiegel-Datenbank, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik (IAT), April 2020

Roland A. Stürz et al. (2020): Digitalisierung durch Corona? Verbreitung und Akzeptanz von Homeoffice in Deutschland, München: Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt), 2020
»Die Coronakrise hat weitreichende Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens. Um direkten Kontakt und weitere Infektionen zu vermeiden, finden soziale Kontakte, Arbeitsprozesse und Informationsvermittlung verstärkt über das Internet statt. Die Digitalisierung gewinnt daher schlagartig an Bedeutung. Schulen und Hochschulen versuchen, mit Onlinekursen den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber reagieren mit der Ausweitung von Homeoffice auf die Krise. Doch wie verbreitet ist Homeoffice überhaupt? Wie zufrieden sind Berufstätige mit ihrer Situation, wenn sie zu Hause arbeiten? Wollen sie auch nach der Krise verstärkt Homeoffice nutzen?«

Sascha Meinert (2020): Mitbestimmung 2035. Vier Szenarien: Fokus Digitalisierung. Mitbestimmungsreport Nr. 56, Düsseldorf: Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Institut für prospektive Analysen, 2020

Alexander M. Danzer et al. (2020): Bildung ermöglichen! Unterricht und frühkindliches Lernen trotz teilgeschlossener Schulen und Kitas. Bildungsökonomischer Aufruf, 03.05.2020

Johannes Steffen (2020): „Diffusionsniveau“. Ein zusätzlicher Maßstab für die Verteilungsposition der Renten, Bremen, 04.05.2020
»Ende März legte die Kommission Verlässlicher Generationenvertrag nach knapp zweijähriger Arbeit ihre Empfehlungen vor. Dort findet sich auch ein bislang kaum kommentierter Vorschlag: Die durch die Rentenversicherung erreichbare Verteilungsposition im Alter soll künftig nicht mehr nur an der Relation von verfügbarer Standardrente zum verfügbaren Durchschnittsentgelt (Rentenniveau) gemessen werden, sondern auch an der Höhe der verfügbaren Standardrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Bedarf in der Altersgrundsicherung außerhalb von Einrichtungen (avE). Für Gert G. Wagner, selbst Mitglied der Kommission, wäre die berichtsoffizielle Etablierung eines solchen Indikators ein „Riesenfortschritt“. Begründung: „Angenommen, der Wert sänke auf vielleicht 150 Prozent. Dann wird das ein Politikum sein, und es wird eine Debatte darüber geben, welche Rentenhöhe angemessen ist – selbst dann, wenn die Armutsquote von Rentnern nicht gestiegen sein sollte.“«

Manuela Maschke et al. (2020): Mitbestimmung der Zukunft. Mitbestimmungsreport Nr. 58, Düsseldorf: Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung, April 2020

Manuela Maschke (2020): Konjunkturbedingte Kurzarbeit in Betriebsvereinbarungen. Kurzauswertung. Mitbestimmungspraxis Nr. 31, Düsseldorf: Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung, April 2020
»Grundlage dieser Auswertung sind zehn Betriebsvereinbarungen zur Kurzarbeit, die zu Beginn der Corona- Krise abgeschlossen wurden. Sie zeigen den Wert der betrieblichen Mitbestimmung in der Krise. Konjunkturbedingte Kurzarbeit bedeutet, die regelmäßige Arbeitszeit wird vorübergehend verringert oder auf null gesetzt. Den Verdienstausfall übernimmt zu 60 Prozent (bzw. 67 Prozent mit Kind) die Agentur für Arbeit. In günstigen Fällen stocken Tarifverträge die verbleibende Differenz auf. Qualifizierte und eingearbeitete Beschäftigte bleiben dem Unternehmen erhalten. Das hat sich in der Finanzkrise 2009 bewährt und ist auch heute das Instrument der Stunde, um Beschäftigung zu sichern.«

Alexander Burstedde et al. (2020): „Versorgungsrelevante“ Berufe in der Corona-Krise. Fachkräftesituation und Fachkräftepotenziale in kritischen Infrastrukturen. KOFA-Studie 01/2020, Köln: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), Institut der deutschen Wirtschaft, 2020

Björn Fischer und Johannes Geyer (2020): Pflege in Corona-Zeiten: Gefährdete pflegen besonders Gefährdete. DIW aktuell, Nr. 38, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 28.04.2020
»Die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Einschränkungen stellen den Pflegesektor vor immense Probleme. Pflegebedürftige gehören zur Gruppe mit dem im Falle einer Corona-Infektion höchsten Risiko für schwere und tödliche Verläufe. Von den 3,7 Millionen Menschen, die in Deutschland Leistungen der Pflegeversicherung beziehen, lebten Ende 2018 nur knapp 800.000 in Pflegeheimen. Der Rest wird zu Hause gepflegt, häufig von Angehörigen, die eigentlich in anderen Haushalten wohnen, denen es an Schutzausrüstung fehlt und die damit ein erhöhtes Risiko eingehen (müssen), die pflegebedürftige Person zu infizieren. Ein großer Teil der Pflegeleistenden ist zudem in einem Alter, in dem sie selbst zur Risikogruppe derer gehören, die durch eine Infektion besonders gefährdet wären. Da Möglichkeiten der Tagespflege vielerorts eingeschränkt oder gar nicht mehr vorhanden sind, Pflegekräfte aus Osteuropa fehlen und Pflegeheime derzeit häufig keine neuen BewohnerInnen aufnehmen, wird den informell Pflegeleistenden nun aber noch mehr abverlangt als ohnehin schon. Entsprechend dringlich ist es, den betroffenen Personen staatlicherseits verstärkt unter die Arme zu greifen.«

Markus M. Grabka und Jan Goebel (2020): Realeinkommen steigen, Quote der Niedrigeinkommen sinkt in einzelnen Altersgruppen, in: DIW Wochenbericht Nr. 18/2020
»Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 unter anderem durch eine verstärkte Zuwanderung um mehr als fünf Millionen gewachsen. Diese positive Entwicklung schlägt sich auch in den Einkommen der privaten Haushalte nieder, die im selben Zeitraum um real gut zwölf Prozent im Schnitt stiegen. Davon profitieren seit 2013 nun fast alle Einkommenssegmente, seit 2015 auch das unterste Einkommensdezil. Die Ungleichheit der verfügbaren Einkommen und die Niedrigeinkommensquote stagnieren. Die Trends unterscheiden sich aber in Abhängigkeit vom Migrationshintergrund: In der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist die Niedrigeinkommensquote seit 2008 auch in den Jahren der gestiegenen Zuwanderung faktisch unverändert beziehungsweise in verschiedenen Altersgruppen sogar rückläufig. Bei Personen mit direktem Migrationshintergrund ist die Quote im Zuge der jüngsten Migrationswellen aber auf zuletzt rund 30 Prozent deutlich gestiegen, obwohl sich erste Erfolge der Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zeigen. Hier bedarf es also weiterhin Anstrengungen, Zugewanderte bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.«

Jan Marco Leimeister, David Durward und Benedikt Simmert (2020): Die interne Crowd. Mitarbeiter/innen im Spannungsfeld neuer Arbeitsformen. Study 436, Düsseldorf: Hans Böckler Stiftung, Mai 2020
»Unternehmen setzen zunehmend interne Crowd Work als ein agiles und innovatives Prinzip zur Arbeitsorganisation ein. Orchestriert durch eine spezielle IT-Plattform agiert die Belegschaft hierbei als ein Pool interner Crowd-Worker/innen, auf die im Leistungserstellungsprozess flexibel zugegriffen wird. Die Studie zeigt, welcher Aufwand nötig ist, damit interne Crowd Work erfolgreich umgesetzt werden kann. Ein besonderer Fokus liegt auf der Perspektive der Beschäftigten: Wie nehmen sie interne Crowd Work wahr? Wie muss diese gestaltet sein, damit sie auch für die Beschäftigten attraktiv ist?«

Simon Schmiederer (2020): Frühausstieg aus und Weiterverbleib im Erwerbsleben älterer Beschäftigter im Zusammenhang mit Gesundheit, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), April 2020
»Das Thema Rentenübergang hat in jüngster Vergangenheit eine erhöhte politische und wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Dieser Artikel untersucht anhand von Interviews einer qualitativen Studie gesundheitlich begründete frühe Erwerbsausstiege sowie den Weiterverbleib im Erwerbsleben. Es zeigt sich, dass Gesundheit selbst in vielschichtiger und unter- schiedlicher Weise als Begründung für den Erwerbsausstieg oder -verbleib dient. So spielen Vorstellungen zu Gesundheit, Normen und Werte eine Rolle beim Übergang in den Ruhestand. Darüber hinaus ist Gesundheit mit anderen Faktoren verknüpft; neben insbesondere finanziellen Aspekten und institutionellen Rentenübergängen spielen Arbeitsbedingungen, Sorgearbeit sowie andere Lebensbereiche eine Rolle.«

Gabriele Wydra-Somaggio und Anne Otto (2020): Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit in Rheinland-Pfalz. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Rheinland-Pfalz-Saarland, 02/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020

Anke Mönnig et al. (2020): Das Coronavirus. Folgen für den Strukturwandel am Arbeitsmarkt – kurz-, mittel und langfristig. GWS-Kurzmitteilung 2020/02, Osnabrück: Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), April 2020

Alexandra Mergener (2020): Homeoffice in Deutschland – Zugang, Nutzung und Regelung Ergebnisse aus der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), März 2020
»Die fortschreitende Entwicklung und Verbreitung digitaler Technologien lassen eine zunehmende Bedeutung von räumlich mobiler Arbeit und damit auch von Homeoffice erwarten. Arbeiten im Homeoffice wird häufig als Instrument räumlicher und zeitlicher Flexibilität und im Kontext einer besseren Vereinbarkeit privater und beruflicher Interessen oder der Einsparung von Pendelzeiten diskutiert. Bislang steht die Option im Homeoffice zu arbeiten allerdings noch lange nicht allen Erwerbstätigen gleichermaßen zu oder wird von ihnen genutzt. Hinzu kommt, dass das Verständnis von Homeoffice, die Art und Weise wie bzw. wieviel von zuhause aus gearbeitet wird sowie die jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen dazu sehr heterogen und die wissenschaftlichen Kenntnisse darüber gleichzeitig eher gering sind. Um diese Wissenslücken zu schließen, informiert der Beitrag auf Basis der aktuellen Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung aus dem Jahr 2018 über den Zugang zu Homeoffice, dem Ausmaß der Nutzung und der betrieblichen Anerkennung der zuhause geleisteten Arbeitszeit sowie den vertraglichen Regelungen.«

Deutscher Juristinnenbund (2020): Maßnahmen zur Unterstützung von Familien in der COVID-19-Pandemie, Berlin, 27.04.2020

Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (2020): Memorandum 2020. Gegen Markt- und Politikversagen – aktiv in eine soziale und ökologische Zukunft. Kurzfassung, Bremen, März 2020

Mattias Muckenhuber (2020): Schichtbetrieb in den Schulen: Berufstätige Eltern brauchen Unterstützung, Wien: Momentum Institut, April 2020

Kompetenznetz Public Health COVID-19. AG Indirekte Gesundheitsfolgen von Maßnahmen des Infektionsschutzes (2020): Hintergrundpapier: Indirekte Gesundheitsfolgen der aktuellen Maßnahmen zum Infektionsschutz in Deutschland. Ökonomie, psychosoziale Belastung und Umwelt, 23.04.2020

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2020): Zwangsweise Einsetzung von medizinisch ausgebildeten Personen. Vereinbarkeit mit Grundrechten, Berlin, 20.04.2020

Philipp vom Berge, Jonas Beste, Benjamin Börschlein, Mario Bossler, Kerstin Bruckmeier und Nicole Gürtzgen (2020): Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns. Stellungnahme des IAB am 19.3.2020 zur schriftlichen Anhörung der Mindestlohnkommission. IAB-Stellungnahme Nr. 4/2020, Nürnberg 2020

Holger Bonin, Annabelle Krause-Pilatus und Ulf Rinne (2020): Selbstständige Erwerbstätigkeit in Deutschland (Aktualisierung 2020). Forschungsbericht 545, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, April 2020

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen (2020): Kurzarbeitergeld sozial gerecht ausgestalten, Berlin, 08.04.2020

Expertentagung „Die Rentenpolitik vor Zukunftsentscheidungen: Wie sieht ein nachhaltiger Generationenvertrag aus?“ vom 12. bis 14. Februar 2020 in Tutzing, in: Deutsche Rentenversicherung, Haft 1/2020

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (2020): So gelingt der Berufseinstieg von geflüchteten Müttern. Erkenntnisse aus dem ESF–Bundesprogramm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“. Monitor Familienforschung. Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik, Ausgabe 40, Berlin 2020

Sekou Keita und Jérôme Valette (2020): Arbeitsmarktdiskriminierung: Zugewanderte, denen man weniger vertraut, bleiben länger arbeitslos. IAB-Kurzbericht, 10/2020, Nürnberg 2020
»Rund ein Viertel der in Deutschland lebenden Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Die Einstellung der Deutschen gegenüber verschiedenen Migrantengruppen variiert sehr stark und je nach Herkunftsland bringen sie zugewanderten Menschen unterschiedlich viel Vertrauen entgegen. Da sich dies auf die Arbeitsmarktintegration auswirken könnte, untersuchen die Autoren in diesem Kurzbericht, ob und inwiefern solche Unterschiede mit der Dauer der Arbeitslosigkeit einzelner Migrantengruppen zusammenhängen. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Je geringer das Vertrauen, das Zugewanderten entgegengebracht wird, desto länger dauert es, bis sie aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung finden, und auch die Wahrscheinlichkeit eines Rückzugs vom Arbeitsmarkt steigt.«

Wido Geis-Thöne (2020): Häusliches Umfeld in der Krise: Ein Teil der Kinder braucht mehr Unterstützung. Ergebnisse einer Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). IW-Report 50/2020, Köln: Institut der der deutschen Wirtschaft (IW), 20.04.2020

Franz Ruland (2020): Die Verfassungswidrigkeit der Grundrente. Gutachten zur Verfassungsmäßigkeit bzw. -widrigkeit des Entwurfs eines Grundrentengesetzes (BR-Drucks. 85/20; BT-Drucks. 19/18473) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), Berlin, April 2020

André Pahnke, Stefan Schneck und Hans-Jürgen Wolter (2020): Grundsicherung für Selbstständige: Dauerzustand oder Intermezzo?, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020
»Nicht nur abhängig Beschäftigte, sondern auch Selbstständige sind mitunter zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen auf Arbeitslosengeld II (ALG II) angewiesen. Allerdings gelingt es der Mehrheit der Selbstständigen, den ALG II-Bezug relativ rasch zu beenden. Demnach besitzt die Grundsicherung für Selbstständige auch wirtschaftspolitische Relevanz – und zwar dann, wenn es Selbstständigen während des Bezugs gelingt, ihr Geschäftsmodell anzupassen und unternehmerische Krisen zu überwinden.«

Dietrich Thränhardt (2020): Die Integrationskurse werden evaluiert. Eine erste Analyse des Zwischenberichts, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020
»Der Zwischenbericht des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zur Evaluation der Integrationskurse weist auf strukturelle Probleme hin. Dies gilt sowohl für den Sprach‐ als auch für den Orientierungsteil. Institutionelle Interessen des BAMF stehen im Vordergrund. Im Endbericht sollten Defizite deutlicher benannt und analysiert werden, um Verbesserungen zu ermöglichen.«

Moritz Arndt et al. (2020): Soziale Orte. Ein Konzept zur Stärkung lokalen Zusammenhalts, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Bilanz nach fünf Jahren: Was hat der gesetzliche Mindestlohn gebracht?, in: ifo Schnelldienst, Heft 4/2020
»In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn. Im Vorfeld seiner Einführung wurden die möglichen Auswirkungen äußerst kontrovers diskutiert. Nach fünf Jahren liegt eine Reihe von Studien vor, die die Wirkung der Mindestlohngesetzgebung evaluieren. Welche Beschäftigungseffekte lassen sich feststellen? Hat der Mindestlohn Arbeitsplätze gekostet, und wie viel Arbeitsvolumen ist durch den Mindestlohn verdrängt worden? In welchem Umfang wurde der Mindestlohn bisher umgesetzt? Welche Anpassungskanäle wurden von den Unternehmen genutzt, um Entlassungen zu vermeiden? Konnte die Zahl der Transferempfänger und das Armutsrisiko reduziert werden? Wird die Coronakrise zum Stresstest für den Mindestlohn? Unsere Autoren diskutieren über Antworten auf diese Fragen.«

Axel Börsch-Supan und Johannes Rausch (2020): Corona-Pandemie: Auswirkungen auf die gesetzliche Rentenversicherung, in: ifo Schnelldienst, Heft 4/2020
» Die Corona-Pandemie 2020 wird ähnlich wie die Finanzkrise 2008 auch deutliche Spuren in der gesetzlichen Rentenversicherung hinterlassen. Diese treten aufgrund der Rentenanpassungsformel mit ein bis zwei Jahren Verzögerung ein und sind stark asymmetrisch zugunsten der Rentenempfänger. Die Rentengarantie bewirkt, dass das Sicherungsniveau der Renten 2021 deutlich ansteigen wird, und zwar umso mehr, je tiefer die Rezession ausfallen wird. Nach altem Recht hätte der Nachholfaktor dafür gesorgt, dass dieser Effekt sich nach einigen Jahren wieder ausgleicht. Dies ist aufgrund des Rentenpakts 2019 jedoch nicht der Fall. Der Beitragssatz steigt daher in allen Szenarien auf Dauer an. Durch die doppelte Haltelinie wird dieser Anstieg allerdings bei 20% gedeckelt. Entsprechend werden bereits vor 2025 zusätzliche Bundesmittel in großer Höhe benötigt.«

Robert Helmrich, Michael Kalinowski und Uta Braun (2020): Bedeutung und Beitrag der Berufsbildung in der Krise – nicht nur in der Krise brauchen wir Berufe, die helfen und Strukturen erhalten, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020

Helmut Schröder et al. (2020): Monitor: Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe von COVID-19. Verbreitung in der Bevölkerung Deutschlands und seinen Regionen, Berlin: Wissenschaftlichen Institut der AOK (WldO), 15.04.2020

Jochen Pimpertz (2020): Haltelinien überdenken, Nachholfaktor reaktivieren, Rentenanpassung glätten. IW-Kurzbericht 48/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, 15.04.2020
»Während die Corona-Krise zunehmend den Arbeitsmarkt belastet, steht den gesetzlichen Rentnern im Sommer eine kräftige Erhöhung ins Haus. Zeitversetzt sollte die Rentenanpassungsformel dafür sorgen, dass folgende Anpassungen nach der Wirtschaftskrise wieder geringer ausfallen. Doch ausgerechnet mit der neuen Haltelinie für das Sicherungsniveau wird dieser Automatismus bis 2025 de facto außer Kraft gesetzt. Das führt zu dauerhaft höheren Belastungen der Beitragszahler. Eine asymmetrische Lastverteilung ließe sich aber durch eine außerplanmäßige Rentenerhöhung zumindest zum Teil wieder einpflegen.«

Lena Hipp (2020): In Sorge um den Arbeitsplatz. Wie die Arbeitsmarktpolitik Jobunsicherheit beeinflusst. WZBrief Arbeit Nr. 28, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, März 2020

Birgit Ziegler und Ralf Tenberg (Hrsg.) (2020): Berufsbildung 4.0. Steht die berufliche Bildung vor einem Umbruch?, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020

Sebastian Dullien, Alexander Herzog-Stein, Peter Hohlfeld, Sven Schreiber und Silke Tober  (2020): Schneller Ausstieg oder bedachte Lockerung? Zur Zukunft von Kontaktbeschränkungen in der Covid-19-Krise, IMK Policy Brief Nr. 88, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), April 2020
»Aus ökonomischer Sicht ist Vorsicht geboten, wenn derzeit eine möglichst rasche Aufhebung der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus gefordert wird. Da die Risiken einer übereilten Lockerung groß sind, sollte mit Bedacht vorgegangen werden. Wichtig ist, die Reproduktionsrate des Virus nachhaltig zu senken.«

Herbert Obinger (2020): „Vorsorgende Wohlfahrtsarbeit am Volkskörper“. Militär und militärische Interessen als Impulsgeber staatlicher Sozialpolitik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 16–17/2020, S. 11-17
»Geleitet von außenpolitischen Machtambitionen des Staates, haben auch militärische Interessen, Krieg und die Kriegsfolgenbewältigung die staatliche Sozialpolitik geprägt. Vereinzelt war das Militär ein relevanter sozialpolitischer Akteur.«

Susanna Kochskämper (2020): Wie steht es um Deutschlands Krankenhausinfrastruktur? Überblick und internationaler Vergleich. IW-Report 14/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 09.04.2020
Im internationalen Vergleich sind deutsche Krankenhäuser mit Intensivbetten und Beatmungsgeräten sehr gut ausgestattet. Bei der Anzahl der Ärzte und Pflegekräfte rangiert Deutschland jedoch nur im Mittelfeld.

Tanja Buch, Jeanette Carstensen, Silke Hamann, Anne Otto, Holger Seibert und Georg Sieglen (2020): Grenzpendler aus dem Ausland: Immer mehr Beschäftigte in Deutschland mit ausländischem Wohnort. IAB-Kurzbericht Nr. 9/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), April 2020

Karin Jurczyk und Ulrich Mückenberger (Hrsg.) (2020): „Selbstbestimmte Optionszeitenim Erwerbsverlauf“. Forschungsprojekt im Rahmen des „Fördernetzwerks Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ (FIS). Abschlussbericht, München: Deutsches Jugendinstitut (DJI, März 2020

Bernd Gäbler (2020): Armutszeugnis. Wie das Fernsehen die Unterschichten vorführt. OBS-Arbeitspapier 40, Frankfurt am Main: Otto Brenner Stiftung, April 2020
»Armut ist ein politisch umstrittener Begriff, der auf vielschichtige Fragen verweist, facettenreiche Inhalte zum Ausdruck bringt und auch Probleme anreißt, die immer wieder diskutiert werden müssen. Es geht um Weltbilder, Werte, Interessen und Vorstellungen von Gerechtigkeit, die nicht selten aufeinanderprallen. In demokratischen Gesellschaften ist dabei das durch Medien erzeugte Bild von Armut und sozialer Ungerechtigkeit für gesellschaftliche Aushandlungen zentral. Doch welches Bild zeichnen die Medien in Deutschland von Armut? Welches Zeugnis dieser gesellschaftlichen Realität legen sie ab? Medienwissenschaftler Bernd Gäbler hat mehr als hundert Stunden RTL II geschaut und Sendungen wie „Hartz und herzlich“ und „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?“ unter die Lupe genommen. Aber auch Formate von RTL wie „Zahltag! Ein Koffer voller Chancen“ und Berichte von ARD und ZDF, in denen Armut thematisiert wird, werden beschrieben und bewertet. Das Arbeitspapier will u.a. einen Anstoß geben, über adäquate Formen der medialen Repräsentation der Betroffenen nachzudenken. Autor und Stiftung rufen Journalisten- und Sozialverbände auf, gemeinsam mit den Betroffenen einen „Leitfaden zur respektvollen Armutsberichterstattung“ zu erstellen.«

Mathias Huebener und Laura Schmitz (2020): Corona-Schulschließungen: Verlieren leistungsschwächere SchülerInnen den Anschluss? DIW aktuell Nr. 30, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 6. April 2020
»Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu begrenzen, wurden ab März deutschlandweit die Schulen geschlossen. Seitdem sollen die SchülerInnen überwiegend zu Hause lernen – in welcher Form genau, wird von Schule zu Schule sehr unterschiedlich gehandhabt. Diese Analyse zeigt, dass sich Schulkinder je nach Leistungsniveau signifikant in der schulischen Motivation, den häuslichen Bedingungen und in den Unterstützungsmöglichkeiten durch die Eltern unterscheiden. Da es auf diese Faktoren für den Lernerfolg in der derzeitigen Situation stärker denn je ankommt, drohen Bildungsungleichheiten und Leistungsunterschiede noch zuzunehmen. Etwa, wenn leistungsschwächere SchülerInnen weniger motiviert sind und schlechtere häusliche Lernbedingungen vorfinden. Auch vor dem Hintergrund bevorstehender, wichtiger Übergänge von SchülerInnen an weiterführende Schulen sollten daher dringend Angebote geschaffen werden, die es allen Kindern ermöglichen, zuhause effektiv lernen und individuelle Unterstützung beim Aufholen erhalten zu können. Das gilt auch für die Zeit, wenn die Schulen wieder geöffnet haben und regulärer Unterricht stattfindet.«

Jonas Jessen, C. Katharina Spieß, Sevrin Waights und Andrew Judy (2020): Gründe für unterschiedliche Kita-Nutzung von Kindern unter drei Jahren sind vielfältig, in: DIW Wochenbericht Nr. 14/2020
»Obwohl der Anteil von Kindern unter drei Jahren in der Kindertagesbetreuung in den letzten Jahren stark gestiegen ist, bestehen immer noch große Unterschiede in der Inanspruchnahme von Kita-Plätzen: Haben Mütter eine geringere Bildung oder beide Eltern einen Migrationshintergrund, dann besuchen ihre Kinder seltener eine Kita. Ein Ziel des im vergangenen Jahr verabschiedeten Gute-KiTa-Gesetzes ist, die Teilhabe im Kita-Bereich zu verbessern. Dieser Bericht untersucht auf Basis der Kinderbetreuungsstudie des Deutschen Jugendinstituts (DJI), welche Gründe dieser unterschiedlichen Inanspruchnahme von Kita-Plätzen zugrunde liegen. Es zeigt sich, dass Mütter mit einer geringeren Bildung seltener Kita-Plätze in Anspruch nehmen wollen als besser gebildete. Wollen weniger gebildete Mütter ihr Kind in einer Kita betreuen lassen, wird ihnen dieser Wunsch seltener erfüllt. Analysen für bevölkerungsreiche Landkreise und Städte zeigen, dass ein weiterer Kita-Ausbau diese bildungsbezogenen Nutzungs- unterschiede verringern würde. Betreuungswünsche von Eltern mit Migrationshintergrund werden noch seltener erfüllt. Allerdings scheint dies nicht nur mit einer zu geringen Zahl an Kita-Plätzen zu tun zu haben. Vielmehr geben Familien mit Migrationshintergrund an, eher Kitas zu nutzen, wenn es zum Beispiel mehrsprachige ErzieherInnen gibt. Dies verdeutlicht, wie wichtig eine zielgruppenspezifische Ausrichtung von Maßnahmen ist, um die Teilhabe bei der Betreuung von unter Dreijährigen (U3) zu verbessern.«

Jeanette Carstensen, Holger Seibert und Doris Wiethölter (2020): Entgelte von Pflegekräften. Aktuelle Daten und Indikatoren, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2. April 2020
»Der Pflegebranche fehlen akut Fachkräfte. In der aktuellen Corona-Krise könnte sich die Lage noch einmal deutlich verschärfen. Als eine mögliche Ursache werden zu niedrige Gehälter angeführt. Die Löhne der Pflegekräfte stellen für die Pflegeeinrichtungen einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Sie sind aufgrund der ausgehandelten Pflegesätze außerdem weniger flexibel als in anderen Wirtschaftsbereichen. Zugleich ist der Lohn als Instrument zur Motivation und längerfristigen Mitarbeiterbindung wie auch im Rahmen des weiter steigenden Fachkräftebedarfs von erheblicher Bedeutung. Dennoch unterscheiden sich die Löhne in der Pflege nach wie vor erheblich zwischen den Pflegeberufen, den Bundesändern und den verschiedenen Pflegeeinrichtungen.«

Kordula Schulz-Asche, Maria Klein-Schmeink, Kirsten Kappert-Gonther und Bettina Hoffmann (2020): Coronavirus: Entschlossen und solidarisch handeln. Grüne gesundheits- und pflegepolitische Forderungen. 2. Fassung mit umfassenden Ergänzungen, Berlin, 04.04.2020

Andrea Abele-Brehm et al. (2020): Die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie tragfähig gestalten. Empfehlungen für eine flexible, risikoadaptierte Strategie, München, 02.04.2020

Holger Seibert und Rüdiger Wapler (2020): Einwanderung nach Deutschland: Viele Hochqualifizierte, aber auch viele Ungelernte. IAB-Kurzberichte Nr. 8/2020, Nürnberg 2020
„Die Qualifikationsstruktur der Neueingewanderten ist polarisiert“, stellt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie fest. Einem hohen Akademikeranteil steht ein hoher Anteil von Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung gegenüber. Mit dem Anstieg der Migration seit 2010 ist der Anteil der Akademiker unter den Neueingewanderten gesunken und der Anteil der Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung gestiegen. Der Akademikeranteil ist aber immer noch deutlich höher als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.

Thorsten Schulten und Torsten Müller (2020): Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise. Aktuelle Regelungen in Deutschland und Europa. Policy Brief WSI Nr. 38, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), April 2020

International Labour Organization (ILO) (2020): COVID-19 and the world of work: Impact and policy responses. Geneva, 18. 03.2020

New Economics Foundation (2020): A Minimum Income Guarantee for the UK. The UK economy needs a new safety net to survive recession, London, March 2020
»In this brief note, we set out the first details of a new proposal to build a Minimum Income Guarantee (MIG), to sit alongside the government’s current job retention and self-employed income support schemes.«

Florian Blank und Rudolf Zwiener (2020): Der Bericht der Kommission Verlässlicher Generationenvertrag. Einordnung und Einschätzungen. Policy Brief WSI Nr. 37, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2020

Gundula Roßbach (2020): Empfehlungen zur Stärkung des Generationenvertrages. Anmerkungen zum Bericht der Kommission „Verlässlicher Generationenvertrag“, in: RVaktuell, Heft 2/2020, S, 34-42
»Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ hat ihre Arbeit beendet. Der Bericht der Kommission ist erstellt und dem Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, übergeben worden. Angesichts der aktuellen Entwicklungen um das Coronavirus und die davon ausgelösten Maßnahmen hat dies in der medialen Öffentlichkeit jedoch weitaus weniger Aufmerksamkeit gefunden, als noch wenige Wochen zuvor erwartet; auch die Übergabe des Kommissionsberichtes selbst erfolgte weniger repräsentativ als üblich, nämlich rein virtuell. Dennoch erscheinen die Ergebnisse, die die Kommission in den zwei Jahren seit ihrer Einsetzung erarbeitet hat, durchaus bemerkenswert.«

Kommission Verlässlicher Generationenvertrag (2020): Bericht der Kommission Verlässlicher Generationenvertrag. Band I – Empfehlungen, Berlin, März 2020

Kommission Verlässlicher Generationenvertrag (2020): Bericht der Kommission Verlässlicher Generationenvertrag. Band II – Materialien, Berlin, März 2020

Kommission Verlässlicher Generationenvertrag (2020): Bericht der Kommission Verlässlicher Generationenvertrag. Kurzfassung, Berlin, März 2020

DGB (2020): Abschlussbericht der Kommission Verlässlicher Generationenvertrag: Die Auseinandersetzung um starke Rente geht weiter!, Berlin, März 2020

DGB (2020): Bericht zur Rentenpolitik in Deutschland: Neue Sicherheit für alle Generationen, Berlin: DGB-Bundesvorstand, Abteilung Sozialpolitik, März 2020

Josefine Koebe, Claire Samtleben, Annekatrin Schrenker und Aline Zucco (2020): Systemrelevant und dennoch kaum anerkannt: Das Lohn- und Prestigeniveau unverzichtbarer Berufe in Zeiten von Corona. DIW aktuell Nr. 28, Berlin, 24.03.2020

Mario Bossler, Hans Dietrich und Max Kunaschk (2020): Mindestlohn für Jugendliche? Mögliche Effekte einer Abschaffung der Ausnahmeregelung für jugendliche Beschäftigte vom gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Stellungnahme des IAB zur schriftlichen Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Schleswig- Holsteinischen Landtags am 16.3.2020. IAB-Stellungnahme 2/2020, Nürnberg 2020

Jürgen Klauber, Max Geraedts, Jörg Friedrich, Jürgen Wasem und Andreas Beivers (Hrsg.) 2020: Krankenhaus-Report 2020. Finanzierung und Vergütung am Scheideweg, Berlin, Heidelberg 2020

Susanne M. Nagel-Prinz, Peter Paulus, Anne Münchow und Günther Gediga (2020): Kontextbedingungen des Leitungshandelns in KiTas. Gegenwärtige und antizipierte Wirklichkeiten, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Februar 2020
»Leitungskräfte in Kindertageseinrichtungen haben eine Schlüsselposition im System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE). Empirisch fundierte Kenntnisse über diese Berufsgruppe existieren jedoch kaum. In der Schwerpunktreihe „Kita-Leitung“ soll dieser Forschungslücke mit vier Studien begegnet werden. Das Forschungsprojekt „Kontextbedingungen des Leitungshandelns in KiTas. Gegenwärtige und antizipierte Wirklichkeiten“, durchgeführt von Susanne M. Nagel-Prinz, Peter Paulus, Anne Münchow und Günther Gediga, stellt die vierte Veröffentlichung in der Scherpunktreihe „KiTa-Leitung“ dar. Die Studie wurde in einem Mixed-Methods-Design angelegt und hat zum Ziel die Kontextbedingungen des Leitungshandelns aus einer systemischen Perspektive darzustellen. An der quantitativen Studienphase beteiligten sich mehr als 1.500 KiTa-Leiter*innen.«

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina (Hrsg.) (2020): Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Herausforderungen und Interventionsmöglichkeiten. Ad-hoc-Stellungnahme, Halle (Saale), 21.03.2020
»Das Coronavirus SARS-CoV-2 und die damit einhergehende Atemwegserkrankung COVID-19 breiten sich weltweit mit hoher Dynamik aus. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zusammengerufen, um sich mit der aktuellen Situation zu befassen.«

OECD (2020): Supporting people and companies to deal with the Covid-19 virus: Options for an immediate employment and social-policy response, Paris, March 2020

Enzo Weber et al. (2020): Deutschland vor einer schweren Rezession: Der Arbeitsmarkt gerät durch Corona massiv unter Druck. IAB-Kurzbericht Nr. 7/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2020

Timm Bönke, Rick Glaubitz, Konstantin Göbler, Astrid Harnack, Astrid Pape und Miriam Wetter (2020): Wer gewinnt? Wer verliert? Die Entwicklung und Prognose von Lebenserwerbseinkommen in Deutschland, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2020
➔ dazu auch: Die große Kluft: Frauen verdienen im Leben nur halb so viel wie Männer (17.03.2020)

Bart Vanhercke, Dalila Ghailani and Slavina Spasova, with Philippe Pochet (eds.) (2020): Social policy in the European Union 1999-2019: the long and winding road, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI) and European Social Observatory (OSE), 2020

DGB (2020): Gute Arbeit im Privathaushalt – ein Lösungsansatz mit großer Wirkung, Berlin: DGB Bundesvorstand, Abteilung Arbeitsmarktpolitik, März 2020
»Dienstleistungen im Haushalt werden oft in Schwarzarbeit oder prekär erledigt. Mit der Regulierung dieser Beschäftigung erschließen sich vielfältige Potenziale, wie z.B. die Entstehung sozialversicherter Arbeitsplätze in Privathaushalten oder die Verbesserung der Gleichstellung von Männern und Frauen. Das ist nicht umsonst zu haben, sondern erfordert umfangreiche Subventionen.«

Zachary Kilhoffer et al. (2019): Study to gather evidence on the working conditions of platform workers, Brussels: European Commission, December 2019

Yvonne Lott (2020): Work-Life Balance im Homeoffice: Was kann der Betrieb tun? Welche betrieblichen Bedingungen sind für eine gute Work-Life Balance im Homeoffice notwendig? WSI-Report Nr. 54, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Januar 2020

Mathias Dolls et al. (2020): Ökonomische Effekte des Berliner Mietendeckels, in: ifo Schnelldienst, Heft 3, 2020, S. 33-38
»Seit der Ankündigung des Mietendeckels haben sich die Mietpreise von Wohnungen, die vom Mietendeckel betroffen sind, und jenen, die nicht unter die Regulierung fallen, auseinanderentwickeln. Während die Mieten von regulierten Wohnungen seit Juli 2019 langsamer steigen als in anderen deutschen Großstädten, sind die Mieten für neuere, nicht vom Mietendeckel betroffene Wohnungen schneller gestiegen.«

Joachim Ragnitz (2020): Der Koalitionskompromiss zur Grundrente: Gut gemeint, schlecht gemacht, in: ifo Schnelldienst, Heft 3, 2020, S. 48-52
»Die vom Bundeskabinett beschlossene Grundrente leistet keinen Beitrag zur Verringerung von Altersarmut, weil bedürftige Rentner nur von der Einführung eines Freibetrags in der Grundsicherung profitieren. Nutznießer der Grundrente sind damit nur diejenigen Rentner, die aufgrund anderweitiger Einkommen oder Vermögen nicht grundsicherungsberechtigt sind. Die beschlossene Einkommensprüfung wiederum ist viel zu großzügig ausgestaltet, als dass sie zu einer nachhaltigen Dämpfung der Ausgaben für die Grundrente beitragen könnte.«

Paul Hufe, Ravi Kanbur, Andreas Peichl (2020): Measuring Unfair Inequality: Reconciling Equality of Opportunity and Freedom from Poverty. ifo Working Papers No. 323, Munich: fo Institute – Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich, March 2020
»Empirical evidence on distributional preferences shows that people do not judge inequality as problematic per se but that they take the underlying sources of income differences into account. In contrast to this evidence, current measures of inequality do not adequately reflect these normative preferences. In this paper, we address this shortcoming by developing a new measure of unfair inequality that reconciles two idely-held fairness principles: equality of opportunity and freedom from poverty. We provide two empirical applications of our measure. First, we analyze the development of inequality in the US from 1969 to 2014 from a normative perspective. Second, we conduct a corresponding international comparison between the US and 31 European countries in 2010. Our results document increasing unfairness in the US over time. This trend is driven by a strong decrease in social mobility that puts the “land of opportunity” among the most unfair countries in 2010.«

Thilo N. H. Albers, Charlotte Bartels and Moritz Schularick (2020): The Distribution of Wealth in Germany, 1895-2018, 2020
»This paper presents the first comprehensive study of the long-run evolution of wealth inequality in Germany. We combine tax data, surveys, national accounts and rich lists to study the distribution of wealth in Germany from 1895 to 2018. We show that the concentration of wealth in the hands of the top 1% has fallen by half, from close to 50% in 1895 to less than 25% today. The interwar period as well as World War II and its aftermath stand out as the great equalizers in 20th century German history. Since unification, two off-setting trends have shaped the German wealth distribution. Households at the top made substantial capital gains from rising equity valuations that were counterbalanced by large middle-class capital gains from rising house prices. Since 1993, wealth of the top 10% and of the middle class (50-90%) approximately doubled in real terms. However, these asset price induced gains in business and housing wealth almost entirely by-passed households in the bottom half of the wealth distribution who do not own these assets. Wealth of the bottom 50% of the population has stagnated since 1993 and their share in total wealth has nearly halved. The wealth gap between households in the bottom and the upper half has widened significantly. In 1993, households in the top 10% were about 50 times richer than households in the bottom half. Today, they are 100 times richer. Finally, we also show that official statistics underestimate privately held German business wealth and real estate wealth.«
➔ Zusammenfassung der Studie (Deutsch)

Laura Pohlan und Thomas Rothe (2020): Personalrekrutierung von Beschäftigten, Kurz- und Langzeitarbeitslosen: Unterschiede bei Besetzungswegen und Beschäftigungsqualität. IAB-Kurzbericht 6/2020, Nürnberg 2020
»Langzeitarbeitslose mit einer Arbeitslosigkeitsdauer von einem Jahr oder mehr haben gegenüber Kurzzeitarbeitslosen und Personen, die aus einer Beschäftigung heraus eine neue Stelle suchen, deutlich geringere Beschäftigungschancen. Wir analysieren die betriebliche Perspektive dieser Beschäftigungsaufnahmen und untersuchen, inwiefern Betriebe langzeitarbeitslose Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigen, welche Rekrutierungsstrategien Betriebe bei Einstellungen aus Arbeitslosigkeit und Beschäftigung verwenden und wie verschiedene Besetzungswege mit der Entlohnung und Stabilität neu begonnener Beschäftigungsverhältnisse zusammenhängen.«

Deutscher Ethikrat (2020): Robotik für gute Pflege. Stellungnahme, Berlin, März 2020

Bundesrechnungshof (2020): Abschließende Mitteilung an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales über die Prüfung des Arbeitsmarktstatus von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten bei den gemeinsamen Einrichtungen, Bonn, 9. Januar 2020
➔ dazu die Pressemitteilung: Arbeitsmarktstatus von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten bei den gemeinsamen Einrichtungen (09.01.2020)

DGB (2020): Arbeit im Wandel braucht mehr Arbeitsmarktpolitik, Berlin: DGB-Bundesvorstand, Abteilung Arbeitsmarktpolitik, März 2020
In diesem Positionspapier unterbreitet der DGB Vorschläge zur Arbeitsmarktpolitik, die in einem längeren Diskussionsprozess entstanden sind und zum Teil schon im „Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung“ („Arbeit-von-morgen-Gesetz“) aufgegriffen wurden.

Karola Köhling und Marina Ruth unter Mitarbeit von Hawzheen Hamad (2020): Integration von jugendlichen Geflüchteten. Das Zusammenwirken von lebens- und arbeitsweltlichen Faktoren. IAQ-Report 2020-03, Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), März 2020

Bundesgesundheitsministerium (2020): Eckpunkte der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe“, 2020

Markus Roth (2020): Aufgaben und Organisation des Trägers eines staatlich organisierten Standardprodukts für die Altersvorsorge. Internationale Ausgestaltung der Träger staatlich organisierter Standardprodukte, Empfehlungen und Optionen für ein Standardprodukt in der deutschen privaten Altersvorsorge, Berlin: Verbraucherzentrale Bundesverband, Februar 2020

Bundesministerium für Bildung und Forschung (2020): Bericht zum Anerkennungsgesetz 2019, Berlin, Januar 2020

BIH Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (2019): Integrationsfachdienste (IFD). Entwicklung 2014 bis 2018, Köln 2019

Aída Ponce Del Castillo (2020): Labour in the age of AI: why regulation is needed to protect workers. Foresight Brief #08, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), February 2020
Superpowers, states and companies around the world are all pushing hard to win the AI race. Artificial intelligence (AI) is of strategic importance for the EU, with the European Commission recently stating that ‘artificial intelligence with a purpose can make Europe a world leader’. For this to happen, though, the EU needs to put in place the right ethical and legal framework. This Foresight Brief argues that such a framework must be solidly founded on regulation – which can be achieved by updating existing legislation – and that it must pay specific attention to the protection of workers. Workers are in a subordinate position in relation to their employers, and in the EU’s eagerness to win the AI race, their rights may be overlooked. This is why a protective and enforceable legal framework must be developed, with the participation of social partners.

Wolters Kluwer (2020): DKLK-Studie 2020. Kita-Leitung zwischen Digitalisierung und Personalmangel. Köln: Wolters Kluwer, März 2020

Philipp Heimberger (2020): Does Employment Protection Affect Unemployment? A Meta-analysis. Working Paper 176, Vienna: Vienna Institute for International Economic Studies, February 2020

Algorithm Watch (2020): Positionen zum Einsatz von KI im Personalmanagement. Rechte und Autonomie von Beschäftigten stärken – Warum Gesetzgeber, Unternehmen und Betriebsräte handeln müssen, Berlin: AW AlgorithmWatch gGmbH, 2. März 2020
»Unternehmen, die im Personalmanagement Systeme mit so genannter Künstlicher Intelligenz verwenden, handeln möglicherweise rechtswidrig – oft, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Denn „People Analytics“-Verfahren dürfen nicht eingesetzt werden, ohne dass Beschäftigte individuell eingewilligt haben oder eine Betriebsvereinbarung vorliegt. Das wird in der Praxis oft nicht der Fall sein. Zudem erfüllen „Black-Box“-Systeme, deren Funktionsweise dem Betriebsrat auf Anfrage nicht erläutert werden kann, nicht die Auskunftsanforderungen des Betriebsverfassungsgesetzes. Autonomie und Mitsprache der Beschäftigten müssen auch dann gewährleistet sein, wenn algorithmische Systeme zum Personalmanagement eingesetzt werden; es ist ethisch nicht zu rechtfertigen, Arbeitnehmer·innen zu reinen Objekten derartiger Verfahren zu machen. Doch sie müssen sich auch selber sich angemessene Kompetenzen erarbeiten, um diese Verfahren zu verstehen.«

Peter Wedde (2020): Automatisierung im Personalmanagement – arbeitsrechtliche Aspekte und Beschäftigtendatenschutz, Berlin: AW AlgorithmWatch gGmbH, März 2020
»KI-gestützte Automatisierungsverfahren sollen Aufgaben im Personalmanagement übernehmen, die bislang Menschen vorbehalten waren. Schon jetzt haben Beschäftigte das Recht auf mehr Informationen über die Funktionsweise dieser Systeme, als die Anbieter bereit sind mitzuteilen. Um die Autonomie der Beschäftigten zu erhalten und dafür zu sorgen, dass auch sie vom Einsatz derartiger Systeme profitieren, sollten Mitbestimmungsrechte ausgebaut werden. Dies ist das Ergebnis des Gutachtens von Prof. Dr. Peter Wedde. Zudem rät der Arbeitsrechtler, den Einsatz von Informationen in arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen gesetzlich zu unterbinden, wenn Arbeitgeber sie unter Verstoß gegen einschlägige gesetzliche Verarbeitungsverbote oder -beschränkungen erlangt haben.«
➔ dazu ergänzend: Kai von Lewinski et al. (2019): Bestehende und künftige Regelungen des Einsatzes von Algorithmen im HR-Bereich, Berlin: AW AlgorithmWatch gGmbH, 2019

Sebastian Dullien und Tom Krebs: Wege aus der Wohnungskrise. Vorschlag für eine Bundesinitiative „Zukunft Wohnen“. IMK-Report 156, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), März 2020

European Observatory on Homelessness (2019): The Regulation and Quality of Homelessness Services. EOH Comparative Studies on Homelessness No.9, Brussels 2019

Walter Glos und Friedrich Püttmann (2020): Syrer, quo vadis? Zur Zukunft der syrischen Flüchtlinge in der Türkei, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, Februar 2020

Michael Marmot et al. (2020): Health Equity in England: The Marmot Review 10 Years On, London: Institute of Health Equity, February 2020
➔ Michael Marmot et al. (2010): Fair Society, Healthy Lives. The Marmot Review, London, February 2010

Deutscher Caritasverband/Deutscher Hospiz- und PalliativVerband und Diakonie Deutschland (Hrsg.) (2020): Qualität sorgsam gestalten – Bundesrahmenhandbuch stationäre Hospize, Berlin, Stand: Dezember 2019

Johannes Graf und Barbara Heß (2020): Ausländische nicht-akademische Fachkräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Eine Bestandsaufnahme vor dem Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. Forschungsbericht 35, Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2020

Frank Gesemann, Alexander Seidel und Margit Mayer (2020): Entwicklung und Nachhaltigkeit von Willkommensinitiativen. Abschlussbericht. vhw-Schriftenreihe 13, Berlin: vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung, 2020

Anne Otto (2020): Qualität der Beschäftigung in Rheinland-Pfalz. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Rheinland-Pfalz-Saarland, Nr. 02/2019, Nürnberg 2019
»Die Qualität der Beschäftigung (Arbeitsortprinzip) in Rheinland-Pfalz wird in der vorliegenden Studie analysiert, indem die Bedeutung und die besonderen Strukturmerkmale der einzelnen atypischen Beschäftigungsformen Teilzeit, ausschließlich geringfügige Beschäftigung (agB), Leiharbeit und Niedriglohn herausgearbeitet werden. Die atypischen Beschäftigungsformen Teilzeit, agB und Leiharbeit haben gegenüber dem Normalarbeitsverhältnis mittlerweile eine beachtliche Bedeutung für den Länderarbeitsmarkt Rheinland-Pfalz erlangt. Abgesehen von den agB verzeichnen alle anderen hier betrachteten atypischen Beschäftigungsformen seit 2013 eine sichtbare Bedeutungszunahme. Gegenüber den nationalen Referenzwerten haben Teilzeit, agB sowie Niedriglohnbeschäftigung jeweils eine überdurchschnittliche Bedeutung für den regionalen Arbeitsmarkt, die Leiharbeit hingegen eine leicht unterdurchschnittliche Bedeutung. Die hohe Teilzeitquote beruht nicht nur auf der Spezialisierung des tertiären Sektors auf diese Teilzeittätigkeiten, sondern dies gilt ebenso für das Verarbeitende Gewerbe. Der überdurchschnittliche Anteil der Geringverdiener kann vermutlich auf der hohen Bedeutung von gering entlohnten Helfertätigkeiten im Verarbeitenden Gewerbe beruhen. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Vollzeitbeschäftigten in den letzten Jahren wieder zugenommen hat, wenn auch nicht so dynamisch wie im Bundestrend. Somit ist der Bedeutungsrückgang des Normalarbeitsverhältnisses zunächst zu einem Stillstand gekommen.«

Dietmar Hobler, Yvonne Lott, Svenja Pfahl und Karin Schulze Buschoff (2020): Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland. WSI-Report Nr. 56, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Februar 2020

Mario Bossler and Thorsten Schank (2020): Wage inequality in Germany after the minimum wage introduction. LASER Discussion Papers – Paper No. 117, Erlangen/Nuremberg: University of Erlangen-Nuremberg, Labor and Socio-Economic Research Center (LASER), February 2020
»We revisit the development of monthly wages in Germany between 2000 and 2017. While wage inequality strongly increased during the first years of this period, it recently returned to its initial level, raising the question what the role of the German minimum wage introduction for this reversal is. We identify effects of the minimum wage from difference-indifferences based on unconditional quantile regressions applied to German administrative employment data. The results show significant wage effects of varying magnitudes along the lower half of the wage distribution. Employment dynamics do not explain effects along the wage distribution, implying strong wage increases among the existing workforce. The increased individual labor income is not offset by decreasing social benefits. Overall, the introduction of the minimum wage can account for about half of the recent decrease in wage inequality.«

Heinz Rothgang et al. (2020): Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Verfahrens zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen nach qualitativen und quantitativen Maßstäben gemäß § 113c SGB XI (PeBeM), Bremen: SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Institut für Arbeit und Wirtschaft (iaw) und Kompetenzzentrum für Klinische Studien Bremen (KKSB), Februar 2020

Susanna Kochskämper und Susanne Seyda (2020): Altenpflegepersonal: Neue Personalbemessung – und nun? IW-Kurzbericht 16/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, Februar 2020

Christoph Metzler, Anika Jansen und Andrea Kurtenacker (2020): Betriebliche Inklusion von Menschen mit Behinderung in Zeiten der Digitalisierung. IW-Report 7/2020, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, Februar 2020
»Digitalisierung hat einen positiven Einfluss auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der betrieblichen Personalpolitik. Unternehmen, die bereits heute stark auf Digitalisierung setzen, beschäftigen häufiger Menschen mit Behinderung als Unternehmen ohne Bezug zu Digitalisierung.«

Horst Kahrs (2020): Zum Wahlverhalten von Gewerkschaftsmitgliedern, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Februar 2020

Greg Kaplan and Piotr Zoch (2020): Markups, Labor Market Inequality and the Nature of Work. Working Paper 2020-09, Chicago: Becker Friedman Insitute for Economics at the University of Chicago, February 2020
»We demonstrate the importance of distinguishing between the traditional use of labor for production, versus alternative uses of labor for overhead, marketing and other expansionary activities, for studying the distribution of both factor income and labor income. We use our framework to assess the impact of changes in markups on the overall labor share and on labor income inequality across occupations. We identify the production and expansionary content of different occupations from the co-movement of occupational income shares with markup-induced changes in the labor share. We find that around one-fifth of US labor income compensates expansionary activities, and that occupations with larger expansionary content have experienced the fastest wage and employment growth since 1980. Our framework can rationalize a counter-cyclical labor share in the presence of sticky prices and can be used to study the distributional effects of demand shocks, monetary policy and secular changes in competition.«

Matthias Knuth (2020): Was uns zusammenhält. Wie erreichen wir mehr Teilhabechancen bei Ausbildung und Beschäftigung?, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Nina Kolleck (2020): Was uns zusammenhält. Wie erreichen wir mehr Teilhabechancen in unseren Schulen?, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Martin zur Nedden (2020): Was uns zusammenhält. Wie erreichen wir mehr Teilhabechancen auf dem Wohnungsmarkt?, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Verena Bader und Daniel Buhr (2020): Die Ambivalenz des Neuen. Sozialer Fortschritt durch Plattformen, Blockchain und KI?, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Caroline Meller-Hannich (2020): Legal Tech Portale zur Durchsetzung von Verbraucherrechten, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2020

Deutscher Städtetag (2020): Kommunale Daten, Berlin und Köln, Januar 2020

Thorsten Schulten und dem WSI-Tarifarchiv (2020): Tarifpolitischer Jahresbericht 2019. Anhaltende Lohndynamik und neue tarifliche Wahlmodelle, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Februar 2020

Elisabeth Krupp und Volker Hielscher (2019): Wissenschaftliche Evaluation der Umstellung des Verfahrens zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit (§ 18c Abs. 2 SGB XI). Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse, Saarbrücken: Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft, 30. Dezember 2019

Christian Dustmann, Attila Lindner, Uta Schönberg, Matthias Umkehrer, and Philipp vom Berge (2020): Reallocation Effects of the Minimum Wage. Discussion Paper Series CDP 07/20, London: Centre for Research and Analysis of Migration Department of Economics, University College London, February 2020
»In this paper, we investigate the wage, employment and reallocation effects of the introduction of a nation-wide minimum wage in Germany that affected 15% of all employees. Based on identification designs that exploit variation in exposure across individuals and regions, we find that the minimum wage raised wages, but did not lower employment. At the same time, the minimum wage lead to reallocation effects. At the individual level, the minimum wage induced low wage workers (but not high wage workers) to move from small, low paying firms to larger, higher paying firms. This worker upgrading to better firms can account for up to 25% of the wage increase induced by the minimum wage. Moreover, at the regional level, average firm quality (measured as firm size or fixed firm wage effect) increased in more affected regions in the years following the introduction of the minimum wage.«

Torsten Müller and Thorsten Schulten (2020): The European minimum wage on the doorstep. ETUI Policy Brief European Economic, Employment and Social Policy No. 1/2020
»The European Commission published a consultation document with a view to take legislative action to establish fair minimum wages in Europe. In this policy brief, the researchers argue for a pragmatic approach of taking the ‘in-work-poverty-wage’ threshold of 60 per cent of the national full-time gross median wage as the reference to assess the adequacy of minimum wages. In countries in which a high proportion of workers earn very low wages, the whole wage  structure, and therefore the median wage, is very low; therefore, a minimum wage of 60 per cent of the national median wage may still not be enough to ensure a decent living standard. The Commission initiative should, therefore, include an obligation to subject the 60 per cent target to a real-life test by examining, for instance on the basis of a country specific basket of goods and services defined with the full involvement of trade unions and employers’ organisations, whether a minimum wage of 60 per cent of the national median wage really amounts to a wage that ensures a decent living standard.«

Hagen Lesch und Helena Schneider (2020): Arbeitszeitpolitik und Tarifbindung in der deutschen Metall- und Elektro-Industrie. IW-Trends, Heft 1/2020
»In der deutschen Metall- und Elektro-Industrie sind fast zwei Drittel der flächentarifgebundenen Unternehmen mit ihrem Arbeitszeitvolumen und ihren Möglichkeiten zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung zufrieden oder eher zufrieden. Die mit dem Tarifabschluss 2018 eingeführten neuen arbeitszeitpolitischen Instrumente „verkürzte Vollzeit“ und das Wahlmodell „T-ZUG“ werden weniger positiv aufgenommen. Allerdings können die Unternehmen ihren betrieblichen Spielraum zur Ausweitung der regulären Wochenarbeitszeit durch die Nutzung neuer Quotenregelungen erweitern. Insgesamt finden die Unternehmen die Arbeitszeitregelungen weniger praktikabel. Zudem sinkt durch die neuen Arbeitszeitregelungen bei gut einem Drittel der Unternehmen die Verbundenheit zum Flächentarif. Dabei bestehen zwischen kleinen und mittleren sowie größeren Unternehmen keine Unterschiede. Die häufig vorgetragene Kritik, Regelungen des Flächentarifs würden die Interessen kleiner und mittlerer Unternehmen nicht angemessen berücksichtigen, schlägt sich in der Bewertung der neuen Arbeitszeitinstrumente nicht nieder.«

Richard Ochmann, Martin Albrecht und Guido Schiffhorst (2020): Geteilter Krankenversicherungsmarkt. Risikoselektion und regionale Verteilung der Ärzte, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2020
»Die Aufspaltung der Krankenversicherung in einen solidarischen und einen privatwirtschaftlichen Zweig geht zulasten der Solidarität. Nicht nur ideell, sondern handfest ökonomisch. Wären alle Bundesbürger gesetzlich versichert, bliebe unter dem Strich ein Plus von immerhin neun Milliarden Euro. Der Grund dafür sind vor allem die durchschnittlich deutlich höheren Einkommen der derzeit privat Versicherten. Zusätzlich zeigt die Studie, dass PKV-Versicherte im Schnitt auch gesünder sind als gesetzlich Versicherte. Zwischen beiden Versicherungszweigen findet offenbar eine Risikoselektion zulasten der GKV statt. Die Studie der Bertelsmann Stiftung erlaubt es nun, den Preis der Dualität konkret zu beziffern.«

Frank Schulz-Nieswandt (2020): Pflegepolitik gesellschaftspolitisch radikal neu denken. Gestaltfragen einer Reform des SGB XI. Grundlagen, Kontexte, Eckpunkte, Dimensionen und Aspekte, Berlin: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), Januar 2020

Sabine Hübgen (2020): Armutsrisiko alleinerziehend. Die Bedeutung von sozialer Komposition und institutionellem Kontext in Deutschland, Opladen, Berlin,Toronto: Budrich UniPress Ltd., 2020

Fraktionsarbeitsgruppe zur Begleitung der Rentenkommission (2020): Positionspapier, Berlin: Bundestagsfraktion der CDU/CSU, 29.01.2020
In dem Papier aus der CDU-Bundestagsfraktion ist neben anderen Punkten auch die Forderung nach der „Einführung einer Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für Geringverdiener“ (S. 4) enthalten; hier bezieht man sich offensichtlich auf einen Ansatz, der bereits vor Jahren von Johannes Steffen vorgetragen wurde:
➔ Johannes Steffen (2014): Plädoyer für eine Mindestbemessungsgrundlage für Rentenbeiträge auf Arbeitsentgelt, Bremen 2014

Gerd Zika et al. (2020): Langfristige Folgen von Demografie und Strukturwandel für die Bundesländer: Detaillierte Bundeslands-Ergebnisse der 5. Welle der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsprojektionen. IAB-Forschungsbericht 2/2020, Nürnberg 2020

Gerd Zika et al. (2020): Langfristige Folgen von Demografie und Strukturwandel für regionale Arbeitsmärkte: Daten, Methoden und Ergebnisse der 5. Welle der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsprojektionen. IAB-Forschungsbericht 1/2020, Nürnberg 2020

Joachim Ragnitz (2020): Zunehmend mehr ausländische Beschäftigte in Sachsen, in: ifo Dresden berichtet, Haft 1/2020
»Immer mehr Arbeitsplätze in Sachsen werden durch ausländische Arbeitnehmer besetzt: Rund 44% des Beschäftigungszuwachses in den Jahren 2014 bis 2019 entfiel auf Arbeitskräfte mit einer ausländischen Nationalität; allein im Zeitraum 2018/2019 konnte nur noch ein Viertel der neu geschaffenen Arbeitsplätze mit deutschen Arbeitnehmern besetzt werden.«

Mona Förtsch und Felix Rösel (2020): Gebietsreformen reduzieren das Heimatgefühl, in: ifo Dresden berichtet, Haft 1/2020
»Wir zeigen in diesem Beitrag, dass Fusionen von Landkreisen oder Gemeinden negative Auswirkungen auf die Verbundenheit mit dem eigenen Wohnort haben können. Einer von vier Bürgern verliert durch Gebietsreformen seine Identifikation mit der Kommune und damit eine wichtige Basis für soziales Engagement vor Ort. Überschaubare Strukturen sind ein wichtiger Faktor für Heimatgefühl, Ehrenamt und Partizipation vor Ort.«

Lukas Mergele und Michael Weber (2020): Jobcenter: Optionskommunen vermitteln Arbeitslose seltener in Beschäftigung, in: ifo Schnelldienst Heft 2/2020
»Die Jobcenter in Deutschland verantworten die Betreuung und Arbeitsvermittlung von Arbeitsuchenden in der Grundsicherung (»Hartz IV«). Sie werden entweder als »gemeinsame Einrichtungen« von Kommunen und der lokalen Agentur für Arbeit oder in »Optionskommunen« allein von den Kommunen geführt. Die Umwandlung von 41 gemeinsamen Einrichtungen in Optionskommunen im Jahr 2012 erlaubt es, den Erfolg der Vermittlungsarbeit der beiden Trägerformen in einem Differenz-von-Differenzen-Ansatz zu evaluieren. Unsere Analysen zeigen, dass Optionskommunen gegenüber gemeinsamen Einrichtungen bei ansonsten gleichen Voraussetzungen 10% weniger Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln. Hingegen weisen sie mehr Personen »Ein-Euro-Jobs« zu, die jedoch wenig geeignet sind, die Übergangschancen in den ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen. Für weitere potenzielle Erklärungsansätze – etwa eine mehr auf Qualität als auf Quantität ausgerichtete Vermittlungsarbeit oder eine laxere Sanktionspraxis – finden sich keine belastbaren Ergebnisse.«

Thorsten Schulten und Malte Lübke (2020): WSI-Mindestlohnbericht 2020. Europäische Mindestlohninitiative vor dem Durchbruch? WSI-Report Nr. 55, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Februar 2020

Tom Heilmann (2020): Aufwertung der Krankenpflege. Welchen Beitrag kann die Digitalisierung leisten? IAQ-Report 2020-20, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Februar 2020
»In Deutschland herrscht ein akuter Fachkräfteengpass im Bereich der professionellen Krankenpflege vor. Ursächlich hierfür sind vor allem die hohen Arbeitsanforderungen bei vergleichsweise geringen Verdiensten. Das Verhältnis von Arbeitsanforderungen und Arbeitsverdiensten wird unter dem Begriff der Arbeitsbewertung gefasst. Die Tätigkeit von Krankenpflegefachkräften unterliegt in Relation zu Berufsgruppen mit vergleichbaren Anforderungsniveaus einer besonders geringen Bewertung. Dieser Report rückt die Frage in den Blickpunkt, ob mit dem Einsatz digitaler Technologien Aufwertungsperspektiven für die Arbeit von Krankenpflegefachkräften verbunden sind. Es zeigt sich, dass die Digitalisierung derzeit nicht zu einer Aufwertung der Tätigkeiten beiträgt, da die aktuell in der Krankenpflege zur Anwendung kommenden Digitaltechnologien weder anforderungssenkend noch verdienststeigernd wirken.«

BKK Dachverband (Hrsg.) (2020): Kommunale pflegerische Versorgungszentren (KpVZ) für eine bedarfsgerechte gesundheitliche Versorgung. Impuls des BKK Dachverbands, Berlin, Februar 2020

Stiftung Münch/Bertelsmann Stiftung/Robert Bosch Stiftung (2020): Positionspapier der Stiftungsallianz für eine neue Rolle der professionellen Pflege im Gesundheitswesen, in: Pflege & Gesellschaft, Heft 1/2020, S. 78-85

Alexandra Fedorets, Markus M. Grabka, Carsten Schröder und Johannes Seebauer (2020): Lohnungleichheit in Deutschland sinkt, in: DIW Wochenbericht Nr. 7/2020
»In den vergangenen zehn Jahren erlebte Deutschland einen Beschäftigungsrekord nach dem anderen. Nach einer langen Phase rückläufiger oder stagnierender Reallöhne stiegen die vereinbarten Bruttostundenlöhne in den Jahren 2013 bis 2018 den Daten des Sozio-oekonomischen Panels zufolge um mehr als acht Prozent. Darüber hinaus geht seit 2006 die Lohnungleichheit zurück, was sich mit der Einführung des Mindestlohns und dessen Anhebung fortsetzt. Die Spreizung zwischen dem oberen und den unteren Rand der Bruttostundenlohnverteilung liegt im Jahr 2018 wieder auf dem Niveau von Beginn der 2000er Jahre. Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass der Anteil der Beschäftigten im Niedriglohnsektor zurückgeht. Er ist von 23,7 Prozent im Jahr 2015 auf 21,7 Prozent im Jahr 2018 gefallen. Zieht man den vereinbarten Stundenlohn heran, erhalten im Jahr 2018 weiterhin etwa 2,4 Millionen Anspruchsberechtigte in Haupttätigkeit keinen Mindestlohn. Auch um unbezahlten Überstunden vorzubeugen, bereitet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen Gesetzentwurf zur Arbeitszeiterfassung vor. Dieses Gesetz sollte zügig umgesetzt werden, damit Arbeitszeitkontrollen zur Einhaltung des Mindestlohns effektiver vorgenommen werden können.«
➔ dazu: Lohnschere in Deutschland schließt sich langsam – Zahl der Geringverdienenden geht zurück, Pressemitteilung des DIW vom 12.02.2020

Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (2020): Zugang per Zufallsprinzip? Neuzugewanderte auf dem Weg in die berufliche Bildung, Berlin, Januar 2020
»Über eine Million Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren sind seit 2014 als Flüchtlinge oder aus einem anderen EU-Land nach Deutschland gekommen. Was ihrem Zugang zu beruflicher Bildung im Weg steht und was hilft, hat der Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) untersucht. Der Policy Brief schlüsselt auf, welche Rolle einzelne Faktoren wie etwa Alter, Aufenthaltsstatus, Kenntnis des deutschen Ausbildungssystems und die Ermessensspielräume der jeweiligen Behörden spielen. Die Untersuchung konzentriert sich auf zwei Städte, Chemnitz und München. Sie ist Teil einer europäischen Vergleichsstudie, die die Bedingungen einer erfolgreichen Bildungsintegration und insbesondere die Ermessensspielräume lokaler Akteure in den Ländern Deutschland, Österreich, Slowenien und Spanien unter die Lupe nimmt.«

Ulrich Preis und Katharina Schwarz (2020): Dienstreisen als Rechtsproblem. HSI-Schriftenreihe Band 31, Frankfurt am Main 2020

Tanja Schmidt, Wenzel Matiaske, Hartmut Seifert, Verena Tobsch und Elke Holst (2020): Verlaufsmuster tatsächlicher und gewünschter Arbeitszeiten im Lebensverlauf. Persistenzen und Wandel von Arbeitszeitdiskrepanzen. Working Paper Forschungsförderung Nr. 173, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2020

Monika Senghaas, Sarah Bernhard und Carolin Freier (2020): Eingliederungsvereinbarungen aus Sicht der Jobcenter: Pflichten der Arbeitsuchenden nehmen viel Raum ein. IAB-Kurzbericht Nr. 5/2020, Nürnberg 2020
»In der Grundsicherung für Arbeitsuchende sind die Jobcenter gesetzlich verpflichtet, mit allen erwerbsfähigen Arbeitslosengeld-II-Empfängern eine Eingliederungsvereinbarung abzuschließen. Diese regelt, welche Bemühungen Arbeitslose erbringen sollen und mit welchen Leistungen das Jobcenter die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unterstützt. In ihrer gegenwärtigen Form sind Eingliederungsvereinbarungen aus Sicht der Vermittlungsfachkräfte nicht jederzeit und nicht für alle erwerbsfähigen Leistungsberechtigten gleichermaßen sinnvoll, geht jedoch aus dem IAB-Kurzbericht 5/2020 hervor.«

Sabine Vogler und Stefan Fischer (2020): Lieferengpässe bei Arzneimitteln: Internationale Evidenz und Empfehlungen für Deutschland. Kurzgutachten Im Auftrag des GKV-Spitzenverbands, Wien: Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungs GmbH, Februar 2020

Frank Bayreuther (2019): Identifizierung von rechtlichem Umsetzungs- und/oder Änderungsbedarf im deutschen Recht in Nachfolge des EuGH-Urteils vom 14. Mai 2019 (Rs. C-55/18, CCOO). Rechtsgutachten erstellt im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Passau

Carsten Brzeski und Inga Fechner (2020): Die Roboter lassen grüßen. Beschäftigung auf Rekordniveau versteckt Folgen von Strukturwandel, Digitalisierung und Automatisierung, Frankfurt am Main: ING-DiBa, 07.02.2020

Elke Ahlers (2020): Arbeitsintensivierung in den Betrieben. Problemdeutungen und Handlungsfelder von Betriebsräten, in: WSI-Mitteilungen, Heft 1/2020
»Betriebsräte bewerten die in den Belegschaften viel diskutierte Arbeitsintensivierung als ein entscheidendes Handlungsfeld der betrieblichen Interessenvertretung. Sie beobachten zum einen eine gestiegene Arbeitsmenge und komplexere Leistungsanforderungen an den Arbeitsplätzen, zum anderen fast flächendeckend anhaltende Personalengpässe in den Betrieben, die als eine wesentliche Ursache für die Arbeitsintensivierung gesehen werden. Wie Betriebsräte die veränderten Arbeitsanforderungen im Einzelnen wahrnehmen, welche Ursachen sie für die hohe Arbeitsintensität sehen und welche Maßnahmen in den Betrieben zur Reduzierung von hoher Arbeitsintensität getroffen werden, ist Gegenstand dieses Beitrags.«

Hilmar Höhn (2020): Tiefe Transformation braucht mehr Demokratie. Dossier Nr. 5, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2020

Hilmar Höhn (2020): Solidarische Altersvorsorge und demokratische Verteilung. Dossier Nr. 4, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Januar 2020
»Gewerkschaften, Arbeitgeber und Parteien ringen seit Jahrzehnten um eine Alterssicherung mit Zukunft. Vor Armut soll sie die einen schützen, in Zeiten millionenfach gezahlter Armutslöhne keine Petitesse. Den anderen den Lebensstandard sichern. Dieses Dossier untersucht den Stand von Renten und Vermögen, arbeitet die Verbindung der beiden Themen heraus und skizziert die Konzepte, die öffentlich diskutiert werden. Sind sie Bausteine für eine Gesellschaft, die wieder in ihrer Mitte zusammenwächst? Oder sind sie geeignet, das Demokratische weiter zu untergraben?«

Britta Matthes und Eckart Severing (Hrsg.) (2020): Zugang zu beruflicher Bildung für Zuwandernde – Chancen und Barrieren, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020
»Rund eine Million Zuwandernde, darunter in der Mehrzahl Flüchtlinge, sind allein 2015 nach Deutschland gekommen, mehr als die Hälfte davon jünger als 25 Jahre. Auch wenn die Zahlen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind, ist zu erwarten, dass viele der Geflüchteten aufgrund weiter bestehender Fluchtgründe mehrere Jahre oder auf Dauer in Deutschland bleiben werden. Ihnen Zugang zu beruflicher Bildung und in der Folge zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, gilt als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration. Allerdings bestehen vielfältige Barrieren beim Zugang in das Berufs(aus)bildungssystem und in Beschäftigung. Die Autorinnen und Autoren widmen sich der Frage, wie der Zugang zu beruflicher Bildung gestaltet werden kann. Hierbei stehen neben den Bildungsvoraussetzungen der Zuwandernden und den institutionell-rechtlichen Rahmenbedingungen vor allem Konzepte zur (berufs)sprachlichen Förderung und Gestaltung der Ausbildung bzw. Ausbildungsvorbereitung im Fokus.«

Irina Volf, Claudia Laubstein und Evelyn Sthamer (2019): Wenn Kinderarmut erwachsen wird … AWO-ISS-Langzeitstudie zu (Langzeit-)Folgen von Armut im Lebensverlauf, Frankfurt am Main: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Dezember 2019

Arthur Kaboth und Martin Brussig (2020): Trotz Alterserwerbsbeteiligung auf Rekordniveau: Mehr Ältere von Arbeitslosigkeit betroffen. Großer Anteil älterer Arbeitsloser bleibt nach wie vor verdeckt. Altersübergangs-Report 2020-01, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ)

Herbert Brücker, Yuliya Kosyakova und Eric Schuß (2020): Fünf Jahre seit der Fluchtmigration 2015: Integration in Arbeitsmarkt und Bildungssystem macht weitere Fortschritte. IAB-Kurzbericht 04/2020, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Februar 2020

Jens Herrmann (2020): Betriebliche Mitbestimmungspraxis bei Digitalisierungsprozessen in der stationären Altenpflege. Forschung Aktuell 02/2020, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik (IAT), Februar 2020

Eric Seils und Helge Emmler (2020): Leiharbeit im regionalen Vergleich. Policy Brief WSI Nr. 35, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Januar 2020

Eurofound (2020): Game-changing technologies: Transforming production and employment in Europe, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2020
»Innovation and technological advancement are natural features of developed economies, and they are necessary to maintain and improve sustainable competitiveness in an era of globalisation. However, while most innovation tends to be incremental, some has a disruptive effect on production and service provision, the labour market and social dialogue. This report discusses a selection of eight so-called ‘game-changing technologies’ (advanced robotics, additive manufacturing, the Internet of Things, electric vehicles, autonomous vehicles, industrial biotechnologies, blockchain and virtual and augmented reality). Each of these has the potential to substantially change business activities, work and employment in Europe. Looking at both the manufacturing and services sectors, this report gives an indication of how these technologies might be adopted and how they are expected to affect the labour market.«

Thomas Fricke (2019): Angst im Aufschwung. Repräsentative Umfrage zu ökonomischen Ansichten der Deutschen, in: Wirtschaftsdienst, Heft 12/2019
»Deutschland hat zehn Jahre ohne Rezession hinter sich. Die Arbeitslosigkeit ist drastisch zurückgegangen. Selbst die Einkommen steigen kräftig. Trotzdem deuten das Kriseln der großen Parteien, diverse Umfragen und der Aufstieg der Alternative für Deutschland auf eine tieferliegende Unzufriedenheit hin. Hat dieser Unmut ganz andere Gründe, als Folge der Zuwanderung der vergangenen Jahre eher kulturelle? Oder gibt es doch sozio-ökonomische Fakten wie etwa ein Gefühl des Kontrollverlusts in Zeiten fortgeschrittener Globalisierung? Eine repräsentative Umfrage lässt auf letzteres schließen – und auf eine sehr viel profundere Krise des Paradigmas, das über drei Jahrzehnte Wirtschaftspolitik und Globalisierung geprägt hat.«

Svenja Pfahl, Stefan Reuyß und Esther Mader (2020): Auszeiten – Rauszeiten. Erfahrungen mit (Kurzzeit-)Sabbaticals und Vorschläge für ihre zukünftige Gestaltung. Working Paper Forschungsförderung Nr. 170, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Januar 2020

Dorothee Franzen (2020): Qualität der betrieblichen Altersversorgung. Ergebnisse einer Expertenbefragung. Working Paper Forschungsfördeurng Nr. 169, Düsseldorf: Hans-Bökcler-Stiftung, Januar 2020

DGB (2020): „Wir wollen den Missbrauch bei den Befristungen abschaffen“, Berlin: DGB Bundesvorstand, Abteilung Arbeistamrktpolitik, Januar 2020
»Die Regierungsparteien haben sich vorgenommen, die große Zahl von Befristungen zu reduzieren. Viele Branchen mit hoher Befristungsquote klagen gleichzeitig über Fachkräftemangel. Bei Neueinstellungen ist fast jede zweite Stelle befristet, viele davon ohne Sachgrund. Das muss geändert werden.«

DGB-Region Bremen-Elbe-Weser (2020): Rentenreport Bremen 2020, Bremen, Januar 2020
➔ DGB-Rentenreport Bremen 2020: Altersarmut ist bereits heute ein zentrales Problem (20.01.2020)

Ute Klammer und Gert G. Wagner (2020): Grundrentenplan der großen KoalitionWelche Risiken soll die gesetzliche Rentenversicherung versichern?, in: Wirtschaftsdienst, Heft 1/2020
Unabhängig davon, ob der Grundrenten-Beschluss der Koalitionsparteien tatsächlich umgesetzt wird, ist er von Interesse, da die Diskussion über die noch offene Finanzierung der geplanten Grundrente auf die grundsätzliche Frage verweist, welche Risiken die Gesetzliche Rentenversicherung eigentlich versichert. Es gibt Argumente dafür, dass die konventionelle Sichtweise auf die versicherten Risiken abgelöst werden könnte bzw. erweitert werden sollte. Das Risiko, trotz langjähriger Erwerbstätigkeit und Beitragszahlung im Alter auf bedarfsgeprüfte Grundsicherung angewiesen zu sein, lässt sich als durch die Rentenversicherung versicherbares Risiko ansehen. Dann ist eine Beitragsfinanzierung nicht nur systematisch möglich, sondern zur Gewährleistung eines verlässlichen Generationsvertrags geradezu geboten.

Rudolf Zwiener, Florian Blank, Camille Logeay, Erik Türk und Josef Wöss (2020): Demografischer Wandel und Renten: Beschäftigungspotenziale erfolgreich nutzen, in: Wirtschaftsdienst, Heft 1/2020
Bei der Diskussion über notwendige Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels wird die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarkts oft ignoriert, obwohl Analysen ein enormes ungenutztes Beschäftigungspotenzial vor allem bei Frauen, älteren Menschen und Migranten aufzeigen. Modellrechnungen zeigen, dass eine bessere Nutzung des vorhandenen Beschäftigungspotenzials, höhere Löhnen und eine Fiskalpolitik, die mehr Beschäftigung schafft, dazu beitragen, den demografischen Wandel sinnvoll zu steuern.

Stefan Bach, Jonas Jessen, Peter Haan, Frauke Peter, C. Katharina Spieß und Katharina Wrohlich (2020): Fiskalische Wirkungen eines weiteren Ausbaus ganztägiger Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter. Gutachten für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Politikberatung kompakt 146, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Januar 2020
»Der Ausbau von Ganztagsangeboten für Kinder im Grundschulalter ist gegenwärtig eines der zentralen familien- und bildungspolitischen Ziele. Mittelfristig soll es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Grundschulkinder geben. Ein Hauptziel: Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur Eltern mit Kindern im Kita-Alter ermöglichen, sondern auch darüber hinaus. Mit dem Ausbau sind erhebliche Kosten verbunden, jedoch auch Mehreinahmen für die öffentliche Hand. Ein aktuelles Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegeben wurde, zeigt: Die Erwerbsquote der Mütter steigt je nach Szenario um zwei bis sechs Prozent. Mütter, die bereits erwerbstätig sind, erhöhen infolge der Reform ihre Arbeitszeit. Davon profitieren einerseits die Mütter und die Familien selbst, da ihr Bruttoeinkommen steigt. Andererseits aber auch der Staat, der sich über höhere Steuereinnahmen und weniger Sozialtransfers freuen kann. Der Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder finanziert sich aus Sicht des Staates also zu einem guten Teil von selbst.«
➔ Ausbau der Ganztagsbetreuung finanziert sich zum Teil selbst, Pressemitteilung des BMFSFJ vom 20.01.2020

Gerhard Bosch, Frederic Hüttenhoff und Claudia Weinkopf (2020): Ansatzpunkte für eine effektivere Durchsetzung von Mindestlöhnen. IAQ-Report 2020-01, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Januar 2020
»Verstöße gegen Mindestlöhne sind in der heutigen Arbeitswelt systemisch. Durch die zunehmende Auslagerung von Teilen der Wertschöpfungskette können sich große Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung entziehen. Die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse und die Flucht aus der Mitbestimmung erschwert es Beschäftigten, ihre Rechte durchzusetzen. Staatliche Kontrollen von Mindestlöhnen sind daher notwendiger als in der Vergangenheit, durch die wachsende Intransparenz der Beschäftigungsbedingungen aber auch erheblich aufwändiger. Nachhaltige Verhaltensänderungen lassen sich mit einer hohen Kontrolldichte und einem Focus auf bestimmte Branchen und Beschäftigungsformen bewirken. Weitere Ansatzpunkte für eine effektivere Durchsetzung von Mindestlöhnen sind die Stärkung der Selbstregulierung durch die Sozialpartner, transparentere und einfache Regelungen, eine korrekte Erfassung der geleisteten Arbeitszeit und mehr staatliche Unterstützung für die Durchsetzung der Ansprüche von Beschäftigten.«

Statistisches Bundesamt (2020): Der Personalschlüssel in Kindertageseinrichtungen 2019. Methodische Grundlagen und aktuelle Ergebnisse, Wiesbaden, Januar 2020

Anja Warning (2020): Rekrutierungssituation im Beruf der Erzieherin/des Erziehers. Engpässe werden immer stärker sichtbar. IAB-Kurzbericht Nr. 2/2020, Nürnberg 2020

Eurofound (2020): Telework and ICT-based mobile work: Flexible working in the digital age, Luxembourg: Publications Office of the European Union, January 2020