Man muss leider immer wieder an diese Zeit erinnern. An die Corona-Pandemie. Für viele verblasst, ob bewusst oder unbewusst vorangetrieben, der Blick zurück und man hat ja auch genug zu tun mit den Irrungen und Wirrungen der „Polykrisen“, die uns in Beschlag halten. Andere schieben vieles, was sie oder ihr Umfeld an Schicksalsschlägen heute erfahren, wie beispielsweise eine Krebserkrankung oder einen Herzinfarkt, auf die damalige Zeit und mit dem Brustton der unerschütterlichen Überzeugung gesicherten Wissens wird dann die Behauptung vorgetragen, dass das bestimmt mit dieser Impfung zusammenhängt. Eine Impfung gegen eine Erkrankung, die doch gar nicht so schlimm gewesen sei, wie man uns damals hat glauben lassen wollen (vgl. den Kasten „Exkurs: Von angeblichen „Impftoten“, (einigen) Impfschäden und dem Post-Vac-Syndrom“ am Ende dieses Beitrags).
Stefan Sell
Wenn Armut auch schon mit fünf Jahren krank macht. Am Beispiel der Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen in Kassel
Die Diskussionen über den Zusammenhang von Armut und Krankheit blicken auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück. Wie so oft im komplexen gesellschaftlichen Gefüge erweist sich eine „Entweder-Oder“-Dichotomie hinsichtlich der Verursachung als nicht hilfreich. Also keine Engführung auf die Aussage „Armut macht krank“ versus „Krankheit macht Arm“, sondern wir haben es eher mit einer Gleichzeitigkeit dieser beiden unterschiedlichen Kausalitäten zu tun.
Der in diesen Zeiten besonders beschlagene Blick in die arbeitsmarktliche Glaskugel: Das Frühjahrsgutachten 2026 und die IAB-Prognose 2026 inmitten einer Dauerkorrekturschleife und einer „zweigeteilten Beschäftigungsentwicklung“
Bekanntlich sind Prognosen vor allem dann besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen – mit diesem immer wieder gerne zitierten Bonmot ist eigentlich schon alles zu dem grundsätzlich unmöglich daherkommenden Unterfangen gesagt, die Zukunft derart komplexer Systeme wie der Konjunktur und der Arbeitsmarktentwicklung auch nur mit Blick auf das laufende oder gar das kommende Jahr vorherzusagen. In „Normalzeiten“ mag das mit dem elaborierten Instrumentarium vielleicht noch ganz gut näherungsweise leistbar, aber die Zeiten sind bekanntlich seit langem alles andere als „normal“.