Was für eine positive Nachricht: »Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt betrug in Deutschland im Jahr 2025 für Frauen 83,6 Jahre und für Männer 79,1 Jahre. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg die Lebenserwartung damit im Vergleich zum Vorjahr bei Frauen um knapp zwei Monate und bei Männern um etwa drei Monate.« Schon die Überschrift der Meldung ist ein Statement: Lebenserwartung bei Geburt für Frauen und Männer im Jahr 2025 auf neue Höchstwerte gestiegen. Und der folgende Hinweis verdeutlicht, was seit der Corona-Pandemie in welchem Ausmaß besser geworden ist: «Im Vergleich zum Jahr 2022 sind die Werte für Frauen und Männer nach den Rückgängen der Coronazeit deutlich gestiegen. Frauen haben seitdem statistisch gesehen etwa neun Monate hinzugewonnen, Männer über ein Jahr (fast 13 Monate).»
Lebenserwartung
Auch das war sehr ungleich verteilt: Die COVID-19-Übersterblichkeit
Es geht wohl vielen so, dass man sich fast schon unangenehm berührt fühlt, wenn diese bereits im Erinnerungsdunkel verschwundenen bzw. geparkten Jahre erneut aufgerufen werden: die Zeit der Corona- bzw. COVID-19-Pandemie. Damit möchte man eigentlich nichts mehr zu tun haben und eine systematische und vom Blick auf mögliche Zukunftsszenarien geleitete Aufarbeitung dieser Zeit hat es auch nicht gegeben, statt dessen blocken die einen eine solche aus durchsichtigen parteipolitischen Motiven ab, die anderen wollen hingegen gar keine lernende Aufarbeitung, sondern vielmehr ein Tribunal, eine Abrechnung mit den „Verantwortlichen“ für eine aus ihrer Sicht zu verurteilende Politik der Panemiebekämpfung bzw. des Umgangs mit der pandemischen Herausforderung.
Den Zusammenhang zwischen Bildung und Lebenserwartung beseitigen? Wenn man in ein Kloster gehen würde, könnte das funktionieren, so eine Studie
Es ist immer wieder faszinierend, was Wissenschaftler herausfinden. Manche Ergebnisse kommen abstrakt, weltfremd oder irgendwie völlig irrelevant rüber. Aber zuweilen produzieren die auch Reaktionen wie: Das ist jetzt mal ein Befund, der überrascht.
Beispielsweise die Erkenntnis, dass man so etwas wie eine sozialwissenschaftliche Grundkonstante, nach der in Abhängigkeit von der sozioökonomischen Lage eine teilweise extrem ungleiche Verteilung von Lebenschancen, noch genauer: von der Dauer des Lebens, vorliegt, nicht nur bearbeiten kann im Sinne einer Abmilderung der Ungleichheit, sondern dass man diese beseitigen kann. Ein Schritt zu einem wahrhaft gleichen Leben, also einem gleich langen Leben.