Viele machen es. Für wenig Geld. Die Systemgastronomie und die gewerkschaftliche Forderung nach mindestens 12 Euro für eine Stunde. Neues aus dem Niedriglohnsektor

Es sind schon beeindruckende Zahlen, wenn sie denn stimmen. Über 30 Prozent der Menschen ab 14 Jahre besuchen mindestens einmal im Monat eine der McDonald’s-Filialen. Offensichtlich funktioniert das Konzept der standardisierten Erwartbarkeit. Es sind nicht nur McDonald’s und mit einigem Abstand Burger King, sondern auch Starbucks, Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut, Café del Sol oder Vapiano. Dem Markt geht es gut. Für de deutsche Systemgastronomie wird ein Nettoumsatz von fast 14 Mrd. Euro ausgewiesen. In diesem Teil der Gastronomie sind rund 120.000 Menschen beschäftigt.

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Wie immer im wirklichen Leben sind die Ursachen komplex und vielfältig. Aber die Sache an sich ist existenziell: Stromsperren. Die haben mehr als 300.000 Haushalte zu spüren bekommen

»Die Energieversorger in Deutschland klemmen immer häufiger wegen ausstehender Zahlungen den Strom ab. Die Stromsperre trifft vor allem arme Haushalte – und führen zu exorbitanten Folgekosten.« Das konnte man hier am 20. August 2016 lesen, in dem Beitrag Aus den Untiefen des Selbstverständlichen: Energiearmut als soziales Risiko und existenzielles Problem. Und das Zitat stammt ursprünglich aus dieser Sendung des Deutschlandfunks vom 18.08.2016: Von der Stromsperre in den Ruin: »Wohn- und Kinderzimmer bleiben dunkel, die Küche kalt. 2011 waren davon 312.000 Haushalte betroffen, 2014 schon 352.000 – Tendenz weiter steigend!«

Vor diesem Hintergrund könnte man den aktuellen Meldungen über eine neue Studie eine gewisse Entwarnung entnehmen, wenn es nur um die entpersonalisierten Zahlen gehen würde. »Im Jahr 2018 wurde etwa 4,9 Millionen Haushalten in Deutschland eine Stromsperre angedroht. Davon wurde rund 300.000 Haushalten der Strom gesperrt.« So die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unter der Überschrift Bezahlbarkeit von Energie. Was führt zu einer Stromsperre? Die Ursachen sind komplex und vielfältig. Dort wird berichtet, der „Marktwächter Energie“ habe die Ursachen des Zahlungsverzugs, die Herausforderungen bei der Lösungsfindung und die Folgen einer Sperrandrohung beziehungsweise Stromsperre in Deutschland aus Verbraucherperspektive untersucht.

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Ein Berliner Teilzeitwunder? Bauunternehmen mit einer Arbeitszeitauslastung von unter 25 Prozent. Von statistisch erkennbarer Schwarzarbeit und dem Berufsbild des Baustellenläufers

In der Hauptstadt sind die Auftragsbücher der Baufirmen so voll, dass private und öffentliche Bauherren gleichermaßen beklagen, niemanden zu finden, der ihnen die Schulen, Wohnungen und Bürogebäude baut oder saniert. Alles andere würde einen ja auch überraschen angesichts des seit Jahren anhaltenden Baubooms.

Und dann berichten die Baubetriebe in Berlin das hier: »Rund zehn Prozent von ihnen haben an die Sozialkassen des Berliner Baugewerbes gemeldet, dass ihre arbeitszeitliche Auslastung im Jahr 2019 bei unter 25 Prozent lag. Weitere 21 Prozent gaben die Auslastung mit lediglich 25 bis 50 Prozent, genauso viele mit 50 bis 75 Prozent an.«

Isabell Jürgens liefert uns in ihrem Artikel Berliner Baustellen: Jeder zweite Euro wird schwarz verdient einen Erklärungsansatz, womit wir es hier wirklich zu tun haben: „Das ist ein klares Indiz für Schattenwirtschaft, für schwarz geleistete Arbeitsstunden“. Mit diesen Worten wird Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft (FG) Bau, zitiert. „Wenn Betriebe angeben, dass sie eine Auslastung von unter 25 Prozent haben, ist das völliger Quatsch. Das würde ja bedeuten, dass sie nach zwei oder drei Stunden auf der Baustelle nach Hause gehen“, so Manja Schreiner weiter. Diese Vorstellung sei „völlig abstrus“, Teilzeit-Beschäftigungsverhältnisse seien auf Baustellen äußert ungewöhnlich.

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