E-Sport als Big Business? Da füllen sich die Fördertöpfe. Aber wie ist es eigentlich um die Arbeitsbedingungen der Spieler und Spieleentwickler bestellt?

Jetzt stapeln sie sich wieder in völlig überfüllten Hallen, die vielen Besucher der Computerspielmesse Gamescom in Köln. »Die Gamescom in Köln ist eine Erfolgsgeschichte sonder gleichen. Die Veranstalter und Lokalpolitiker klopften sich angesichts der boomenden Branche, der wachsenden Ausstellerzahlen und des Besucheransturms medienwirksam gegenseitig auf die Schulter: Haben wir gut gemacht!« Das aber kann man auch anders sehen, meint Maximilian Schönherr in seinem Kommentar Lange Gesichter beim Publikum, denn »nur ein Bruchteil der teilweise von weither angereisten jungen Leute hatte wirklich Gelegenheit, das zu tun, wofür sie kamen: neue Spiele an testen. Keine Chance. Von Überblick gewinnen ganz zu schweigen. Es war so voll, dass man nur im Schneckentempo vorankam. Ein nachhaltiges Messeerlebnis sieht anders aus.«

Nun könnte man einwenden, dass das eben den gleichen Gesetzmäßigkeiten folgt, mit denen sich auch die beliebten und überlaufenen Urlaubsziele herumschlagen müssen, da stapeln sich auch die Nachfrager in einem meist begrenzten Zeitraum. Aber darum soll es hier gar nicht gehen, sondern um eher grundsätzliche Fragen, die mit einem dieser Hype-Themen verbunden sind bzw. sein sollten, die normalerweise immer nur hinsichtlich der vielen Verheißungen und der dahinter stehenden (potenziellen) Geldflüsse diskutiert wird. Denn ein großes Thema, auch und gerade auf der Gamescom, ist der E-Sport. Der scheint gerade seriös zu werden, wenn man Seriosität daran misst, dass etwas zum Objekt der Begierde staatlicher Wirtschaftspolitik und Subventionierung, sorry: Förderung wird.

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Von der Einkommensarmut, der Zuwanderung und der ambivalenten Bedeutung des Arbeitsmarktes

Regelmäßig werden die sogenannten „Armutsquoten“ veröffentlicht – genauer gesagt, die Quoten der von Einkommensarmut bedrohten Menschen, wie das die Statistiker offiziell nennen. Bekanntlich sind die immer wieder gerne Gegenstand interessierter Kritik, bei der es um die Infragestellung der Werte als Indikator für die Messung von Einkommensarmut geht. Die meisten Argumente, die dabei vorgetragen werden, sind allerdings nicht haltbar (vgl. dazu beispielsweise mit weiteren Nachweisen die Beiträge Von Armutsgefährdungsquoten und bedenklichen Entwicklungen hinter den großen Zahlen vom 29. August 2017 sowie Die ritualisierte (Nicht-)Debatte über Armut und Armutsgefährdung, weitere Armutsberichte und ein wissenschaftlicher Ordnungsruf vom 20. März 2017).

Nun hat das gewerkschaftsnahe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) eine aktuelle Auswertung der jüngst erschienenen Daten des Statistischen Bundesamtes auf der Basis des Mikrozensus 2017 vorgenommen und veröffentlicht. Florian Diekmann hat eine Kernaussage der Analyse in der Überschrift seines Artikels so zusammengefasst: Armutsrisiko unter Einwanderern steigt. Seine Kurzfassung geht so: »Das Risiko, von Armut betroffen zu sein, hat im vergangenen Jahr … einen Höchststand erreicht – trotz glänzender Lage auf dem Arbeitsmarkt. Gestiegen ist die Gefahr ausschließlich für Migranten.«

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Immobiler Mobilitätspakt für Bus- und LKW-Fahrer auf EU-Ebene. Manchmal aber ist weniger Mobilität mehr

»Deutschlands Autobahnen sind zum Bersten voll, aber es müssten noch viel mehr Lkw unterwegs sein: Derzeit fehlen der Logistikbranche allein in Deutschland bis zu 45.000 Fahrer – Tendenz stark steigend. Doch kaum jemand möchte den Job mehr machen.« So kann man es derzeit in vielen Berichten lesen oder hören – hier am Beispiel eines Artikels, dessen Überschrift schon gleich einen Antwortversuch in wenigen Schlagworten versucht: Miese Löhne, Sklavendienste, Rüpel-Image: Warum niemand mehr Lkw fahren will. Der Arbeitsmarkt sei teilweise „wie leergefegt“, warnt der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV). Logistiker warnen längst vor Versorgungsengpässen und „schwerwiegenden Auswirkungen auf die Volkswirtschaften Europas.“

Und die Situation wird noch schlimmer werden: »Während jährlich rund 40.000 Brummi-Fahrer in den Ruhestand gehen, schließen im gleichen Zeitraum nur etwa 16.000 ihre Ausbildung ab.« Der Verband räumt ein, dass der Fahrermangel vor allem mit zu geringen Löhnen zu tun habe. Aber das sei es nicht allein: „Der zum Teil sehr schlechte persönliche Umgang an den Be- und Entladerampen von Industrie und Handel sowie der Airlines verletzt die Würde der Fahrzeugführer in einer Weise, die längst nicht mehr zu rechtfertigen ist“, klagt der Verband. Hinzu komme, dass Fahrer zu oft zu Be- und Entladetätigkeiten beim Kunden herangezogen würden, weil diese am Personal sparen. Hinzu kommt: »Die Parkplätze auf europäischen Autobahnen seien knapp, schlecht ausgestattet und teilweise unsicher.«

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