Angeblich wollen Gewerkschafter die Lohnverhandlungen „revolutionieren“. Zur Tarifrunde 2026 in der Metall- und Elektroindustrie und einen unmöglichen (?) Spagat der IG Metall

Den folgenden Ausführungen sei dieser „Disclaimer“ vorangestellt: Wenn jemand davon schreibt, dass in Deutschland etwas „revolutioniert“ werden soll, dann handelt es sich vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen entweder um traumtänzerische Rosstäuscherei oder aber um den überschießenden Beschreibungsversuch einer etwas stärkeren Veränderung des Bestehenden im Sinne seiner (punktuellen) Weiterentwicklung.

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„Desorganisierte Erwerbslose“? Eine neue Studie über Mobilisierungsprobleme, Vertretungslücken und politische Konfliktverlagerung

Wenn man an die zurückliegenden zwei Jahre der aufgebrachten Diskussion über das darüber sturmreif geschossene und schlussendlich durch eine „neue Grundsicherung“ abgelöste „Bürgergeld“ zurückdenkt, dann wird neben allen anderen Verirrungen (beispielsweise einem in den Raum gestellten „Einsparpotenzial“ im anfangs zweistelligen Milliardenbereich, das dann in der Realität wie eine im Death Valley abgestellte Butter sprichwörtlich zu einem Nichts geschmolzen ist) vor allem in Erinnerung bleiben, wie hochgradig aggressiv und teilweise entmenschlichend über „die“ Bürgergeldbezieher gesprochen wurde. Nur selten bis gar nicht kamen auch mal die Betroffenen zu Wort.

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Der gesetzliche Mindestlohn und seine Anhebungen. Diesseits und jenseits einer reduzierten Tarifindex-Arithmetik und einer politischen Lohnsetzung

Was war das für eine „politische Lohnschlacht“ im Jahr 2025 im Vorfeld der im Sommer anstehenden Empfehlung der Mindestlohnkommission hinsichtlich der nächsten Anpassung der Höhe des gesetzlichen Mindestlohns, die dann am 27. Juni 2026 vorgelegt wurde: Die einen wollten unbedingt die offensichtlich politpsychologisch wichtige Schwelle von 15 Euro erreichen (am besten sofort, also ab dem 1. Januar 2026), die anderen warnten vor einer Wiederholung der (partei)politisch motivierten Festsetzung eines deutlich höheren gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2022. 

Die Umgehung der Mindestlohnkommission mit ihrer Anpassungsmechanik durch die abweichende Entscheidung der Ampel-Koalition hatte ab Oktober 2022 zu einer kräftigen Anhebung von damals 10,45 Euro auf 12 Euro pro Stunde geführt.

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