„Wir haben uns viele Dinge angeschaut und gesehen, bei der Pharmaindustrie ist die Zitrone ausgepresst“. Mit diesen Worten wird der Chef des Bundeskanzleramtes, Thorsten Frei (CDU), in dem Beitrag Bundesregierung macht Pharmaindustrie große Versprechungen zitiert, der Ende November 2025 veröffentlicht wurde. Das wird man auf Seiten der Arzneimittelhersteller gerne gehört haben.
Stefan Sell
„Die“ Jobcenter und „die“ Bürgergeldempfänger – eine Studie soll ergeben haben, dass die einen zu wenig Stellen anbieten und von den anderen die Hälfte gar keinen Job sucht
Wir werden das in den kommenden Monaten, wenn die „Abschaffung“ des Bürgergelds und die Einführung der (gar nicht so) „Neuen Grundsicherung“ seinen parlamentarischen Gang geht und dann wahrscheinlich zum Sommer 2026 vollends umgesetzt sein wird,1 immer öfter erleben: Die Jobcenter arbeiten nicht so, wie sie sollten und deshalb werden die großspurigen Versprechen der Bundesregierung, was angebliche Einsparungen im SGB II und ein sanktionierenden „Aussiebens“ der Leistungsempfänger angeht, auch leider nicht erreichbar sein. Wenn die doch nur besser arbeiten würden.
Eine Studie soll ergeben haben: Deutschland ist „Spitzenreiter bei den Sozialausgaben“. Wieder einmal muss man genauer hinschauen
Genau solche Schlagzeilen wollte man bekommen: Deutschland ist Spitzenreiter bei Sozialausgaben, so ist eine Meldung beim Deutschlandfunk überschrieben. Und die Überschrift wird ergänzt: »Deutschland gibt mehr Geld für die soziale Sicherung aus als andere europäische Staaten.« Als Quelle wird eine „Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft“ genannt. Und doppelt schlecht hält besser: »Für die Bildung gebe Deutschland im europäischen Vergleich am wenigsten Geld aus: dieser Bereich umfasse nur gut neun Prozent des Budgets.« Auch die Online-Ausgabe der Tagesschau sekundiert: Deutschland hat höchste Sozialausgaben in Europa. »Rund 41 Prozent der gesamten deutschen Staatsausgaben fließen in die soziale Sicherung. Das ist einer Studie zufolge mehr als überall sonst in Europa.« Aber immerhin kommt dann wenigstens dieser Hinweis: »Der DGB, die Linkspartei und der Paritätische kritisieren jedoch die Methodik.«
Nicht gut: Eine schlechte Bilanz für die betriebliche Berufsausbildung im Jahr 2025
Am 1. Dezember 2025 wurde hier in dem Beitrag Immer wenige neue Ausbildungsverträge und immer weniger bestandene Abschlussprüfungen. Der Nachwuchs aus der dualen Berufsausbildung auf dem Sinkflug auf eine besorgniserregende Entwicklung hingewiesen. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist vor allem in der längerfristigen Sicht weiter rückläufig, zugleich muss für 2024 festgestellt werden, dass die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen in der dualen Berufsausbildung auf den tiefsten bisher ermittelten Stand gesunken ist.