Nicht gut: Eine schlechte Bilanz für die betriebliche Berufsausbildung im Jahr 2025

Am 1. Dezember 2025 wurde hier in dem Beitrag Immer wenige neue Ausbildungsverträge und immer weniger bestandene Abschlussprüfungen. Der Nachwuchs aus der dualen Berufsausbildung auf dem Sinkflug auf eine besorgniserregende Entwicklung hingewiesen. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist vor allem in der längerfristigen Sicht weiter rückläufig, zugleich muss für 2024 festgestellt werden, dass die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen in der dualen Berufsausbildung auf den tiefsten bisher ermittelten Stand gesunken ist.

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Immer wenige neue Ausbildungsverträge und immer weniger bestandene Abschlussprüfungen. Der Nachwuchs aus der dualen Berufsausbildung auf dem Sinkflug

Überall – außerhalb von Deutschland – wird die duale Berufsausbildung als eine besondere und idealerweise zu imitierende Form der beruflichen Qualifizierung gelobt und als großes Vorbild herausgestellt.

Aber in Deutschland, dem Kernland der dualen Berufsausbildung, steckt sie in vielen Berufsfeldern in einer schweren Krise. Auf der einen Seite gibt es seit Jahren ein Problem für viele eigentlich ausbildungswillige Betriebe – und deren Anteil an allen Betrieben schrumpft zugleich -, denn sie können die angebotenen Ausbildungsplätze kaum oder immer öfter gar nicht mehr besetzen. Sie finden schlichtweg keine Azubis.

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Das System der (dualen) Berufsausbildung ist seit langem unter Druck – krisenbedingte Einbrüche wirken auf Dauer nach und verbinden sich mit strukturellen Verwerfungen. Das wird Folgen haben

Anfang August bzw. September wurde für viele junge Menschen ein wichtiges neues Kapitel ihres Lebensweges aufgeschlagen – sie haben eine (duale) Berufsausbildung begonnen. Ob es sich nun um eine Ausbildung im kaufmännischen, im technischen oder handwerklichen Bereich handelt – hier werden die Fachkräfte nicht nur für demnächst ausgebildet, sondern viele werden sich über Jahrzehnte in ihren erlernten Berufsfeldern bewegen. Und viele werden auch dringend gebraucht, generell und auch vor dem spezifischen Hintergrund, dass in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren die Baby-Boomer in den Ruhestand gehen werden. Darunter sind ganz viele Menschen, die eine solide Berufsausbildung im mittleren Qualifikationsbereich haben. Es gehen nicht nur Köpfe verloren, sondern auch vielfältige Qualitäten, die über Jahrzehnte „on the job“ gewachsen sind. 

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Wo landen die jungen Menschen beim Übergang in die Ausbildungslandschaft? Ein Blick auf die aktuellen Zahlen der integrierten Ausbildungsberichterstattung

Regelmäßig wird über die Entwicklung der Berufsausbildung berichtet, dabei steht vor allem das Geschehen in der dualen Berufsausbildung im Mittelpunkt (vgl. beispielsweise den Beitrag Duale Berufsausbildung: Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist im Jahr 2023 gestiegen. Zugleich diskutiert man über Leerstellen statt Lehrstellen und leere Lehrstellen, der hier am 18. März 2024 veröffentlicht wurde). Aber für die jungen Menschen gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, ihren Einstieg in die Welt der Berufsausbildung zu gestalten. Neben einer dualen oder fachschulischen Berufsausbildung gehen nehmen viele ein Hochschulstudium auf. Zuweilen landen sie auch in einem der vielgestaltigen Angebote, über die sie erst einmal die Möglichkeit bekommen sollen, später eine „richtige“ Berufsausbildung zu beginnen. Manche bleiben im schulischen Biotop und gehen in die Sekundarstufe II, um einen höherwertigen Schulabschluss zu erwerben.

Interessant ist natürlich der Blick auf das ganze Geschehen. Mit der integrierten Ausbildungsberichterstattung (iABE) wird das Ziel verfolgt, das Ausbildungsgeschehen im Anschluss an die Sekundarstufe I vollständig und systematisch abzubilden. Wie sah das im Jahr 2023 aus?

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Duale Berufsausbildung: Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist im Jahr 2023 gestiegen. Zugleich diskutiert man über Leerstellen statt Lehrstellen und leere Lehrstellen

Vor genau zwei Jahren konnte man hier lesen: »Der eine oder andere auf der Suche nach positiven Nachrichten in diesen wahrlich dunklen Zeiten wird eine solche Meldung aus dem Statistischen Bundesamt sicher neugierig zur Kenntnis genommen haben: Zahl der neuen Ausbildungsverträge leicht über Vorjahresniveau. In den zurückliegenden zwei Corona-Jahren war doch immer wieder von Einbrüchen im System der dualen Berufsausbildung die Rede, sogar von einer „verlorenen Corona-Generation“ wurde stellenweise spekuliert. Geht es also wieder aufwärts in diesem für die Zukunft so bedeutsamen Bereich der Ausbildung?« Der Beitrag vom 13. April 2022 war überschrieben mit: Eine (nur vorübergehende?) Corona-Delle im System der dualen Berufsausbildung in Deutschland? Am Ende der damaligen Ausführungen findet man nach einem längeren Rückblick dieses Fazit: »Bereits in der Finanzkrise 2008/09 gab es einen Einbruch bei den Ausbildungszahlen … Die Erfahrung in und mit der damaligen Krise war, dass der damit verbundene Rückgang der tatsächlichen abgeschlossenen Ausbildungsverträge nicht wieder korrigiert werden konnte, das Niveau der Zahl der Verträge blieb deutlich unter dem Krisenniveau. Keine guten Perspektiven für die so bedeutsame duale Berufsausbildung in unserem Land.« Wie sieht die Bilanz heute aus?

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