Seit 2019, dem letzten „normalen“ Jahr von der Corona-Pandemie, sank die Zahl der Industriejobs in Deutschland um 266.200. Allein im vergangenen Jahr 2025 waren es mehr als 120.000 Arbeitsplätze in der Industrie, die verloren gegangen sind (vgl. dazu den Beitrag Auf dem Arbeitsmarkt geht die „Deindustrialisierung“ weiter: Im Jahr 2025 wurden in der deutschen Industrie 120.000 Arbeitsplätze abgebaut vom 17.02.2026). Dort wurde auch dargestellt, dass der Stellenabbau 2025 am massivsten in der Automobilindustrie zugeschlagen hat – allein in dieser Branche sind es fast 50.000 Jobs, die im vergangenen Jahr abgebaut wurden.
Berufsausbildung
Nicht gut: Eine schlechte Bilanz für die betriebliche Berufsausbildung im Jahr 2025
Am 1. Dezember 2025 wurde hier in dem Beitrag Immer wenige neue Ausbildungsverträge und immer weniger bestandene Abschlussprüfungen. Der Nachwuchs aus der dualen Berufsausbildung auf dem Sinkflug auf eine besorgniserregende Entwicklung hingewiesen. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist vor allem in der längerfristigen Sicht weiter rückläufig, zugleich muss für 2024 festgestellt werden, dass die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen in der dualen Berufsausbildung auf den tiefsten bisher ermittelten Stand gesunken ist.
Immer wenige neue Ausbildungsverträge und immer weniger bestandene Abschlussprüfungen. Der Nachwuchs aus der dualen Berufsausbildung auf dem Sinkflug
Überall – außerhalb von Deutschland – wird die duale Berufsausbildung als eine besondere und idealerweise zu imitierende Form der beruflichen Qualifizierung gelobt und als großes Vorbild herausgestellt.
Aber in Deutschland, dem Kernland der dualen Berufsausbildung, steckt sie in vielen Berufsfeldern in einer schweren Krise. Auf der einen Seite gibt es seit Jahren ein Problem für viele eigentlich ausbildungswillige Betriebe – und deren Anteil an allen Betrieben schrumpft zugleich -, denn sie können die angebotenen Ausbildungsplätze kaum oder immer öfter gar nicht mehr besetzen. Sie finden schlichtweg keine Azubis.
Das System der (dualen) Berufsausbildung ist seit langem unter Druck – krisenbedingte Einbrüche wirken auf Dauer nach und verbinden sich mit strukturellen Verwerfungen. Das wird Folgen haben
Anfang August bzw. September wurde für viele junge Menschen ein wichtiges neues Kapitel ihres Lebensweges aufgeschlagen – sie haben eine (duale) Berufsausbildung begonnen. Ob es sich nun um eine Ausbildung im kaufmännischen, im technischen oder handwerklichen Bereich handelt – hier werden die Fachkräfte nicht nur für demnächst ausgebildet, sondern viele werden sich über Jahrzehnte in ihren erlernten Berufsfeldern bewegen. Und viele werden auch dringend gebraucht, generell und auch vor dem spezifischen Hintergrund, dass in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren die Baby-Boomer in den Ruhestand gehen werden. Darunter sind ganz viele Menschen, die eine solide Berufsausbildung im mittleren Qualifikationsbereich haben. Es gehen nicht nur Köpfe verloren, sondern auch vielfältige Qualitäten, die über Jahrzehnte „on the job“ gewachsen sind.
Wo landen die jungen Menschen beim Übergang in die Ausbildungslandschaft? Ein Blick auf die aktuellen Zahlen der integrierten Ausbildungsberichterstattung
Regelmäßig wird über die Entwicklung der Berufsausbildung berichtet, dabei steht vor allem das Geschehen in der dualen Berufsausbildung im Mittelpunkt (vgl. beispielsweise den Beitrag Duale Berufsausbildung: Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist im Jahr 2023 gestiegen. Zugleich diskutiert man über Leerstellen statt Lehrstellen und leere Lehrstellen, der hier am 18. März 2024 veröffentlicht wurde). Aber für die jungen Menschen gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, ihren Einstieg in die Welt der Berufsausbildung zu gestalten. Neben einer dualen oder fachschulischen Berufsausbildung gehen nehmen viele ein Hochschulstudium auf. Zuweilen landen sie auch in einem der vielgestaltigen Angebote, über die sie erst einmal die Möglichkeit bekommen sollen, später eine „richtige“ Berufsausbildung zu beginnen. Manche bleiben im schulischen Biotop und gehen in die Sekundarstufe II, um einen höherwertigen Schulabschluss zu erwerben.
Interessant ist natürlich der Blick auf das ganze Geschehen. Mit der integrierten Ausbildungsberichterstattung (iABE) wird das Ziel verfolgt, das Ausbildungsgeschehen im Anschluss an die Sekundarstufe I vollständig und systematisch abzubilden. Wie sah das im Jahr 2023 aus?
