Im Sommer des Jahres 2025 wurde hier mehrfach berichtet aus den Untiefen der Lieferbotengesellschaft. Auslöser damals waren Vorgänge rund um das Unternehmen Lieferando – lange Zeit galt Lieferando als vergleichsweise attraktiver Arbeitgeber in der Branche, weil das Unternehmen seine Fahrer im Gegensatz zur Konkurrenz selbst angestellt hat. Bereits im vergangenen Jahr musste aber auch aus diesem Unternehmen berichtet werden: rauf auf die Rutschbahn nach unten.
So konnte man am 20. Juli 2025 hier dem Beitrag Aus den Untiefen der Lieferbotengesellschaft: Lieferando lässt liefern und entlässt 2.000 eigene Fahrer. Das wird erst der Anfang sein und die „Schattenflotte“ wird weiter wachsenentnehmen:
»Wie kommuniziert man als Unternehmen die Entlassung von 2.000 Beschäftigten? Man verschickt eine Pressemitteilung, die so überschrieben ist: Lieferando erweitert seinen Lieferservice um zusätzliche Flottenpartner und expandiert in weitere Städte. Alles klar? Hier ist es wie bei Versicherungen. Man sollte sich nicht blenden lassen von den auf Hochglanz polierten Überschriften (wie beispielsweise „Premium“- oder „De luxe-Absicherung“ in allen Risikolagen und das auch noch sensationell günstig), sondern muss sich der Qual des genauen Hinschauens auf das Kleingedruckte aussetzen.«
In der Branche seien „spezialisierte Logistikdienstleister“ üblicher Standard, so das Unternehmen in seiner Pressemitteilung. »Demgegenüber beauftragte Lieferando bislang fast ausschließlich seine deutsche Schwestergesellschaft mit deren direktangestellten Fahrern.« Und dann: »Nun optimiert die Bestellplattform ihren Service zweigleisig: mit Takeaway Express in besonders nachfrageintensiven Gebieten, flankiert von lokal agileren Lieferunternehmen wo nötig.«
Man ahnt schon, dieses BWL-geschwängerte Herumgerede hat handfeste Folgen: »Infolge der Auftragsverlagerung plant Takeaway Express eine Reduktion seiner Flotte um bundesweit 20 Prozent. Ab Ende des Jahres dürften in diesem Zuge bis zu 2.000 Fahrer entlassen werden.«
Zu den vielen Hintergründen dieser Entwicklungen vgl. auch den Beitrag Über einen Ausschnitt aus der Welt der Gig-Worker: Lieferdienste zwischen Boom, Konzentration und dem Subcontracting als Kostensenkungsstrategie (auf Kosten der Beschäftigten), der hier am 21. Juli 2025 veröffentlicht wurde.
Eine Aktualisierung aus der Welt der Arbeitsausbeutung
Nun bekommen wir ein Update serviert, beispielsweise in diesem Artikel: Bei den Beschäftigten von Lieferando geht die Angst um: »Fehlerhafte Lohnabrechnungen, eine zu hohe Arbeitsbelastung, Knochenbrüche: Von alldem erzählen Mitglieder des Berliner Lieferando-Betriebsrats, wenn man sie nach ihrem Arbeitsalltag fragt. Die Botschaft: Sie hatten schon mehr als genug zu tun, bevor Lieferando mit schlechten Nachrichten um die Ecke kam. Zuletzt kündigte das Unternehmen einen Bruch mit seiner bisherigen Firmenpolitik an. Lange zählte Lieferando bei aller Kritik noch zu den vergleichsweise attraktiven Arbeitgebern in der Lieferbranche. Und zwar in erster Linie, weil er Fahrerinnen und Fahrer direkt anstellte. Doch das gilt nicht mehr.«
Und das, was im Sommer 2025 erst angekündigt wurde, ist bereits Realität geworden: »Rund 1.500 Fahrer wurden bereits entlassen, eine Reduzierung der Belegschaft um etwa 15 Prozent.« Auf Nachfrage schließt ein Sprecher des Unternehmens nicht aus, dass diese Zahl in Zukunft weiterwachsen könnte.
In Hamburg hat Lieferando bereits die gesamte Belegschaft entlassen und durch Fahrer ersetzt, die bei Subunternehmen angestellt sind.
In der Lieferbranche hat das Geschäft mit Subunternehmen einen verheerenden Ruf.
David Kulessa zitiert dann in seinem Artikel den jüngsten „Fairwork“-Bericht, »für den Forscher unter anderem bei Lieferando sowie bei Wolt und Uber Eats, den beiden großen Konkurrenten, die Arbeitsbedingungen untersucht haben. Im Zentrum des Berichts steht eine Rangliste, die auf der Vergabe von maximal zehn Punkten fußt – wobei die volle Punktzahl bedeutet, dass die „Mindeststandards fairer Arbeit“ eingehalten werden.«
Das Ergebnis? Verheerend:
»Lieferando führt diese Tabelle an, mit vier von zehn Punkten. Zum Zeitpunkt der Untersuchung waren dort noch alle Fahrer direkt angestellt. Wolt und Uber Eats hingegen, deren Fahrer teilweise respektive ausschließlich bei Subunternehmen beschäftigt sind, erhielten keinen einzigen Punkt.«
Dann wird Patrick Feuerstein, der an dem Bericht mitgearbeitet hat, zitiert: „Die Subunternehmen zahlen meist nach Lieferung, nicht nach Arbeitsstunde.“ Das biete den Plattformen, die auf Subunternehmen setzen, große Vorteile, weil sie viel flexibler agieren können: „Sie haben stets Zugriff auf einen großen Pool von Fahrern, die nichts kosten, solang sie herumstehen.“ Legal ist diese Praxis meistens nicht, doch Konsequenzen haben die Plattformen kaum zu befürchten.
Denn: »Gerichte haben in der Vergangenheit immer wieder zugunsten von Wolt und Uber Eats entschieden, wenn Fahrerinnen etwa ausstehende Lohnzahlungen einklagen wollten. Die Begründung: Angestellt waren diese Menschen eben nicht bei der Plattform, sondern bei einem der zahlreichen Subunternehmen. Hinter diesen wiederum verbergen sich häufig Briefkastenfirmen.«
»Werden solche Fälle publik, versichern die Plattformen für gewöhnlich, dass sie die Zusammenarbeit mit dem Flottenpartner beendet haben, und behaupten, es handle sich um einen ärgerlichen Einzelfall. Der Berliner Rechtsanwalt Martin Bechert, der regelmäßig gegen die Plattformen vor Gericht zieht, vermutet System dahinter: Er berichtet von „Subsubsubsubunternehmen“ und Strukturen, deren einziger Sinn es sei, die Verantwortlichkeit für die Arbeitsbedingungen zu verschleiern. „Es wird immer schlimmer“, sagt Bechert.«
Ein Ausflug in diese Kelleretagen des deutschen Arbeitsmarktes – und die Frage: Was hat das mit Indien zu tun? Wir sind doch in Deutschland?
Bereits Anfang Dezember 2025 hat der rbb diese beeindruckende Doku ausgestrahlt:
| ➔ rbb: Ausgeliefert! Das Geschäft mit den Kurierfahrern (02.12.2025) Nicht nur in Berlin und Hamburg gehören sie längst dazu: Fahrradkuriere, die Burger, Pizza und Co nach Hause liefern. Tausende der Rider kommen aus Indien, angelockt mit dem Versprechen auf ein Studium in Deutschland haben sie sich hochverschuldet. Die Story deckt ein System mehrfacher Ausbeutung junger Menschen auf, an dem viele mitverdienen. Eine Recherche auf der dunklen Seite der Liefer-Apps. |
Ergänzend dazu dieses Radiofeauture vom Anfang des Jahres 2026:
| ➔ ARD Radiofeauture: Ausbeutung mit System – Indische Fahrradkuriere in Deutschland (04.01.2026) »Man sieht sie in vielen deutschen Städten: junge Inder, die für verschiedene Lieferdienste fahren. Allein in Berlin sollen inzwischen Tausende als „Rider“ arbeiten – und dabei teils von kriminellen Mittelsmännern ausgebeutet werden. Um nach Deutschland kommen zu dürfen, schreiben sich viele für Tausende Euro bei dubiosen deutschen Privat-Unis ein. In Deutschland beginnt für sie ein aussichtsloser Kampf: Obwohl viele Rider täglich 10 Stunden strampeln, wächst ihr Schuldenberg stetig, da sie für überteuerte Schlafplätze und „Studiengebühren“ zahlen müssen. Viele sehen sich als moderne Arbeitssklaven.« |
Zurück zur rbb-Doku:
„Wir sind doch keine Tiere!“, klagt Shiwani S. nach einem anstrengenden Tag vor dem Berliner Arbeitsgericht. Die Fahrradkurierin wartet, hochschwanger, seit anderthalb Jahren auf die Auszahlung mehrerer Monatsgehälter. „Warum machen keine Deutschen diese Jobs bei Lieferando, Wolt oder UberEats?“, pflichtet ihr Samee U. bei. „Fragt Euch das mal!“
Die Story geht dieser Frage nach und deckt ein System mehrfacher Ausbeutung auf, das sich zunehmend in deutschen Städten breit macht: tausende junge Inder kommen für ein wertloses Studium an teuren Privatunis ins Land, angelockt von Agenturen und dafür hochverschuldet. Hier werden sie von skrupellosen Vermietern ausgenommen und geraten an Unternehmer, die sie ausbeuten: mit Scheinarbeitsverträgen, erzwungener Schwarzarbeit und Vergütung weit unter dem Mindestlohn.
Die Recherche von Fabian Grieger und Jan Wiese gibt einen weitgehend unbekannten Einblick in die prekäre Lebenssituation indischer Kurierfahrer und -fahrerinnen in Deutschland. Monatelang sind sie dafür in die Community eingetaucht.
Als „arbeitsrechtliches Labor“ bezeichnet Rechtsanwalt Martin Bechert Lieferdienste wie Wolt, Lieferando und UberEats. Er vertritt viele Kurierfahrer, die sich zunehmend und trotz großer Widerstände gegen ihre Arbeits- und Lebensbedingungen wehren.
Das hat Folgen – in Indien:
»Die Zustände sprechen sich inzwischen bis nach Indien herum. Im Interview warnt der deutsche Botschafter in New Delhi, Dr. Philipp Ackermann, vor einer fehlgeleiteten Migration, die über zweifelhafte Bildungseinrichtungen in „Schwarzarbeit und prekären Wohnverhältnissen endet“. Zulasten indischer Studierender, deren Hoffnung auf ein besseres Leben sich nur für andere auszahlt.«
Der „Fairwork“-Bericht
Fairwork ist ein internationales Forschungsprojekt, das Arbeitsbedingungen in der digitalen Plattformökonomie bewertet. Es zeichnet Plattformen aus, die faire Arbeitsstandards (Bezahlung, Bedingungen, Verträge, Management, Vertretung) einhalten. Ziel ist es, bessere Arbeitsplätze durch Transparenz und Ratings zu fördern. Beteiligt ist auch das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).1
➔ Fairwork (2025) „Fairwork Deutschland Bewertungen 2025. Arbeitsstandards in der Plattformökonomie, Oxford, Berlin 2025
»In Deutschland ist plattformbasierte Arbeit zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden, insbesondere in den Bereichen Essenslieferung, Fahrdienste und Haushaltsdienstleistungen. Die Fairwork Deutschland Ratings 2025 zeigen jedoch, dass viele Plattformbeschäftigte weiterhin unfairen Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind und keinen angemessenen sozialen Schutz genießen. Diese Ergebnisse sind besonders kritisch im Kontext der anhaltenden Debatten über die nationale Umsetzung der europäischen Plattformarbeitsrichtlinie, die die Zukunft der Arbeitsrechte in der Plattformökonomie bestimmen könnte. Der dritte Fairwork Deutschlandbericht bewertet digitale Arbeitsplattformen im Kontext der sich rasant entwickelnden sozioökonomischen und politischen Landschaft des Landes. Die Studie bewertet sieben der bekanntesten digitalen Arbeitsplattformen Deutschlands – Lieferando, Flink, Helpling, Uber, Bolt, Uber Eats und Wolt – anhand der fünf Fairwork-Prinzipien: faire Bezahlung, faire Bedingungen, faire Verträge, faires Management und faire Vertretung. Die Ergebnisse basieren auf Sekundärforschung, Erkenntnissen von Online-Plattformen und Interviews mit Beschäftigten. Die Fairwork Deutschland Ratings 2025 zeigen einen besorgniserregenden Trend: Die Arbeitsbedingungen haben sich im Vergleich zu den Vorjahresbewertungen bei allen fünf Prinzipien verschlechtert. Die Ergebnisse machen dringenden politischen Handlungsbedarf deutlich, um sicherzustellen, dass digitale Arbeitsplattformen faire und menschenwürdige Arbeit für alle bieten.«
Natürlich bleibt die Frage: Könnte man denn was machen (wenn man denn wollte)?
»Schon länger wird ein sogenanntes Direktanstellungsgebot für die Lieferbranche diskutiert: Die Plattformen wären dann verpflichtet, ihre Fahrer selbst anzustellen. Als Vorbild gilt den Fürsprechern die deutsche Fleischbranche, wo ein solches Verbot für Subunternehmen bereits seit 2020 gilt. Zuletzt hatte die Sozial- und Arbeitsministerkonferenz von der Bundesregierung gefordert, eine vergleichbare Regelung auch für die Lieferbranche umzusetzen«, berichtet David Kulessa in seinem Beitrag.
Am 26. und 27. November 2025 hat die 102. Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK)2 in München stattgefunden. Schauen wir in das Ergebnisprotokoll 102. Arbeits- und Sozialministerkonferenz 2025. Dort findet man tatsächlich auf der Seite 82 den Punkt „Faire Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit schaffen: Direktanstellungsgebot für Beschäftigte bei Essenslieferdiensten“. Als Antragsteller werden die Länder Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt aufgeführt.
Die ASMK hat mehrheitlich beschlossen:
- Die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren für Arbeit und Soziales der Länder stellen fest, dass die Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit, insbesondere bei Essenslieferdiensten, oft durch befristete Verträge, niedrige Vergütungen und eine starke Abhängigkeit von digitalen Plattformen gekennzeichnet sind.
- Sie stellen mit Besorgnis fest, dass Essenslieferdienste zunehmend komplexe Strukturen von Subunternehmern nutzen, was die Schaffung fairer Arbeitsverhältnisse erheblich erschwert.
- Die besondere Sorge der Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren für Arbeit und Soziales der Länder gilt in diesem Zusammenhang den häufig aus dem Ausland stammenden Beschäftigten. Die Länder sehen daher die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen in diesem Arbeitsmarkt flächendeckend zu verbessern und erbindliche Mindeststandards sicherzustellen.
- Die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren für Arbeit und Soziales der Länder fordern daher die Bundesregierung auf, ein Direktanstellungsgebot für Plattformbeschäftigte im Bereich der Essenslieferdienste gesetzlich zu verankern.
- Die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren für Arbeit und Soziales der Länder bitten hilfsweise zu prüfen die Regelungen aus dem Paketbotenschutzgesetz auf die Essenslieferdienste zu übertragen.
Da interessiert sicherlich, was die hier zuständige Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) zu diesem Vorstoß meint. Dazu aus dem Beitrag von David Kulessa:
Eine Sprecherin des sozialdemokratisch geführten Bundesministeriums »schreibt dazu auf Anfrage, dass man „die aktuellen Entwicklungen“ in der Branche „sehr genau“ beobachte. Sie betont aber auch, dass der Einsatz von Subunternehmen „grundsätzlich“ ein „legitimes Instrument“ sei. „Es müssen insbesondere umfassende, belastbare Erkenntnisse über Missstände in der Branche vorliegen, die ein Direktanstellungsgebot rechtfertigen.“ Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Lars Ehm, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, sagt, ein Direktanstellungsgebot „sollte nur das letzte Mittel sein“. Er plädiere dafür „nicht pauschal“ zu agieren.«
Man muss das jetzt nicht weiter interpretieren oder kommentieren, das steht für sich.
Aber es muss sich doch bis Ende des Jahres was tun … Wird eine EU-Richtlinie die Rettung bringen?
Nun kann man in Berlin aber nicht einfach das Prinzip „Wir sitzen solche Vorstöße einfach aus“ aktivieren, denn da gibt es noch offene Hausaufgaben für die Bundesregierung zu erledigen: Konkret geht es um die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die bis Ende des Jahres in nationales Recht überführt werden muss.
Ganz genau formuliert handelt es sich um die Richtlinie (EU) 2024/2831 vom 23. Oktober 2024 zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit. Diese Richtlinie »sieht unter anderem vor, dass künftig ein Vertragsverhältnis zwischen Plattform und Fahrer gesetzlich „vermutet“ wird, selbst wenn auf dem Papier ein oder mehrere Subunternehmen dazwischengeschaltet sind. Das soll die Beschäftigten befähigen, ihre arbeitsrechtlichen Ansprüche gegenüber den Plattformen vor Gericht leichter geltend zu machen«, so Kulessa in seinem Artikel.
Der eine oder andere wird sich erinnern – die Richtlinie war auch hier schon mal Thema. Vgl. dazu den Beitrag Wenigstens den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Plattform-Dach? Die (verwässerte) EU-Richtlinie über Plattform-Arbeit kommt – auch gegen die FDP-Blockade aus Deutschland vom 17. März 2024, bevor die Richtlinie dann später verabschiedet wurde.
Was auch immer bis Ende des Jahres aus Berlin produziert wird, die Forderung nach einem Direktanstellungsgebot erscheint vor dem Hintergrund der überwiegend migrantischen Arbeit im Bereich der Lieferdienste und der damit einhergehenden extrem ungleichgewichtigen Verhältnisse zwischen den einzelnen Fahrern und deren Auftraggeber durchaus gerechtfertigt. Übrigens genauso wie in einer anderen Wildwest-Branche in unserem Land: einem großen Teil der Paketdienste. Das wäre dann ein sich unmittelbar anschließendes Folgethema.
Fußnoten
- Das Fairwork Sekretariat ist eine Kooperation des WZB und des Oxford Internet Institute (University of Oxford) und Teil des Fairwork Projekts, das sich mit der Erforschung und Evaluierung der Arbeit auf digitalen Plattformen beschäftigt. Das Fairwork-Projekt hat fünf Prinzipien für faire Arbeit in der digitalen Plattformökonomie entwickelt: Faire Bezahlung, Faire Arbeitsbedingungen, Faire Verträge, Faire Management-Prozesse und Faire Mitbestimmung. Anhand dieser Prinzipien evaluiert das Fairwork-Projekt durch sein globales Forscher-Netzwerk aktuell Arbeitsbedingungen auf digitalen Plattformen in 26 Ländern auf fünf Kontinenten sowie im globalen Crowdwork-Sektor. Es geht aber nicht nur um eine Evaluierung von Arbeitsbedingungen auf digitalen Plattformen, sondern auch darum, „eine gerechtere Zukunft der Arbeit in der digitalen Plattformökonomie zu gestalten“. »Zu diesem Zweck hat das Fairwork Projekt den Fairwork Pledge ins Leben gerufen: Unter dem Dach des Fairwork Pledge engagieren sich verschiedenste Organisationen aus den Bereichen Bildung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und öffentliche Verwaltung gemeinsam mit Fairwork für gerechtere Arbeitsbedingungen in der digitalen Plattformökonomie zum Beispiel indem sie sich zum Beispiel verpflichten, bei der Nutzung von digitalen Plattform-Services Fairwork Bewertungen als Auswahlkriterium heranzuziehen.«
↩︎ - Die Konferenz der Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren für Arbeit und Soziales (ASMK) ist ein freiwilliger Zusammenschluss aller Länder mit dem Ziel einer Zusammenarbeit und Koordinierung von Länderinteressen in der Arbeits-, Sozial- und Pflegepolitik. Dieser Rahmen bietet die Möglichkeit von Verständigung zu Vorgehensweisen, rechtlichen Vereinbarungen und gemeinsamen Regelungen unter Berücksichtigung der föderalen Eigenständigkeit. Der Vorsitz rotiert zwischen den Bundesländern, nach Bayern im Jahr 2025 ist 2026 Hessen federführend. ↩︎