Studien

Lutz Eigenhüller und Stefan Böhme (2019): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Bayern. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Bayern, 02/2019, Nürnberg 2019

Johannes Steffen (2019): Die Entwicklung von Grundsicherung und Altersrente seit 2003. Ein Prozess systemischer Verschmelzung, Berlin: Portal Sozialpolitik, Oktober 2019

DGB (2019): Arbeitslose besser fördern. DGB fordert bei Arbeitslosigkeit: Recht auf Weiterbildung mit monatlichem Zuschuss bei Weiterbildungsteilnahme, Berlin, Oktober 2019

Bundesagentur für Arbeit (2019): Teilhabechancen auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt nach § 16e und 16i SGB II, Nürnberg, September 2019

DGB (2019): Personalreport Öffentlicher Dienst 2019, Berlin: Deutscher Gewerkschaftsbund, Bundesvorstand, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik, 2019

Angelika Guglhör-Rudan und Christian Alt (2019): Kosten des Ausbaus der Ganztagsgrundschulangebote. Bedarfsgerechte Umsetzung des Rechtsanspruchs ab 2025 unter Berücksichtigung von Wachstumsprognosen, München: Deutsches Jugendinstitut (DJI), 11.10.2019

Richard Ochmann und Martin Albrecht (2019): Zukünftige Entwicklung der GKV-Finanzierung, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, Oktober 2019

Magnus Brosig (2019): Sozialversicherung mit Wahlfreiheit? Gefahr für Solidarität und Stabilität!, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, September 2019
»Sozialversicherungen sind in Deutschland noch immer ganz überwiegend als Arbeitnehmerversicherungen ausgestaltet und damit in zweierlei Hinsicht eingeschränkt: Anders als in vielen vergleichbaren Staaten haben bestimmte Personengruppen keinen automatischen Zugang und werden starke Schultern nur unzureichend einbezogen. Diese Begrenzungen der Versichertengemeinschaft ziehen strukturelle Probleme nach sich. Vielfach wird deshalb über eine Weiterentwicklung der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungen hin zu Erwerbstätigen- oder gar Bürgerversicherung diskutiert, um mit „gutem gleichem Recht für alle“ soziale Sicherheit für mehr Menschen zu gewährleisten und die Akzeptanz der Sozialversicherungen zu stärken. Entsprechende konkrete Reformen sind bislang zwar nicht absehbar, wohl aber ähnlich anmutende Konzepte: Zum einen soll die gesetzliche Krankenversicherung mit dem „Hamburger Modell“ der pauschalen Beihilfe nun auch für (Landes-)Beamte eine realistische Option darstellen. Zum anderen beabsichtigt der Bundesgesetzgeber, zukünftig auch alle Selbstständigen zur Altersvorsorge zu verpflichten, nicht notwendigerweise aber zur Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das diese Reformansätze prägende Prinzip der Wahlfreiheit erscheint zunächst positiv, birgt bei näherer Betrachtung aber erhebliche Gefahren für eine insgesamt wirksame, gerechte und wirklich nachhaltige soziale Absicherung. Fortentwicklungen der Sozialversicherungen sollten deshalb dem Modell der solidarischen Pflichtversicherung folgen, die umfassend und nach Leistungsfähigkeit einbezieht, Schieflagen vermeidet und Akzeptanz nachhaltig stärkt.«

Andreas Aust et al. (2019): Empirische Befunde zum Bildungs- und Teilhabepaket: Teilhabequoten im Fokus, Berlin: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Oktober 2019

Bundeskriminalamt (2019): Menschenhandel und Ausbeutung. Bundeslagebild 2018, Wiesbaden, September 2019

Andreas Hirseland, Lukas Kerschbaumer, Ivonne Küsters und Mark Trappmann (2019): Langzeitleistungsbeziehende im SGB II: Unerwartete Übergange in bedarfsdeckende Arbeit. IAB-Kurzbericht 20/2019, Nürnberg 2019
»Der Bezug von Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II ist häufig von langer Dauer. Insbesondere gilt dies für einen „harten Kern“ von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit multiplen Arbeitsmarkthemmnissen, bei denen ein Übergang in bedarfsdeckende Erwerbstätigkeit sehr unwahrscheinlich ist. Anhand einer qualitativen Explorationsstudie mit Betroffenen gehen wir der Frage nach, welche individuellen und strukturellen Faktoren dazu beitragen, dass ein Teil dieser Hilfsbedürftigen den Leistungsbezug dennoch durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verlassen kann – entgegen aller statistisch basierten Prognosen.«

Winfried Kluth (2019): Rechtsgutachten zu einzelnen Fragen der Errichtung einer Pflegekammer NRW. Erstattet im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Halle (Saale), Juli 2019

Anna Lewalder, Felix Lukowski, Caroline Neuber-Pohl und Michael Tiemann (2019): Operationalisierung von Ersetzungspotenzialen in Erwerbstätigkeiten durch Technologie. Wissenschaftliche Diskussionspapier Heft 203, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2019
»Viele Studien behandeln das Ersetzungspotenzial von Berufen, welches durch die Anzahl an Tätigkeiten entsteht, die in Zukunft durch Maschinen übernommen werden können. Inwiefern tatsachlich aus Potenzial auch Ersetzung wird, diskutiert diese Publikation anhand mehrerer unterschiedlicher Indizes. Hierfür werden zunächst Informationen über Tätigkeitsinhalte von Berufen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerperspektive in einem Index des Ersetzungspotenzials vereint. Des Weiteren werden vier unterschiedliche Indizes über den Digitalisierungsstand von Branchen konstruiert, mithilfe derer der mögliche Ausschöpfungsgrad dieser Ersetzungspotenziale in der Zukunft diskutiert wird. Vor allem in den Branchen „Chemie und Pharmazie“ sowie „Verkehr, Lagerei und Post“ ist hiervon ausgehend ein größerer Rückgang der Arbeitskräftenachfrage möglich, da hier vergleichsweise hohe Ersetzungspotenziale bei einem gleichzeitig hohen Ausschöpfungsgrad ermittelt werden konnten.«

Wido Geis-Thöne (2019): Sprachkenntnisse entscheidend für die Arbeitsmarktintegration, in: IW-Trends, Heft 3/2019
»Anders als das formale Bildungsniveau lassen sich die Sprachkenntnisse von Zuwanderern nur sehr schwer beobachten und ihre Erfassung ist immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Daher wurde ihr Zusammenhang mit Löhnen und Erwerbslosigkeit anhand von drei unterschiedlichen Datensätzen analysiert. Beim Nationalen Bildungspanel und der PIAAC-Studie wurden die Deutschkenntnisse mittels standardisierter Tests erhoben, was eine gute Vergleichbarkeit und Treffsicherheit der Angaben gewährleistet. Allerdings sind die in den letzten Jahren neuzugewanderten Personen nicht in den Daten enthalten. Das Sozio-oekonomische Panel deckt diese mit ab, enthält jedoch nur Selbsteinschätzungen zum Sprachniveau. Bei dem Nationalen Bildungspanel und dem Sozio-oekonomischen Panel zeigen sich keine Lohnunterschiede zwischen Zuwanderern und Einheimischen, wenn man für die Sprachkenntnisse und den formalen Bildungsstand kontrolliert. Bei der PIAAC-Studie sind die Lohnunterschiede so klein, dass sie in der Praxis kaum mehr relevant sind. Bei der Erwerbslosigkeit zeigt sich kein einheitliches Bild. Allerdings legen die Ergebnisse auch hier nahe, dass Sprachkenntnisse ein entscheidender Faktor sind. Hochqualifizierte Zuwanderer schneiden in den Deutschtests im Durchschnitt besser ab als niedrigqualifizierte Personen ohne Migrationshintergrund. Die Probleme sind also nicht nur migrationsspezifisch, sondern auch Einheimische brauchen gegebenenfalls Grundbildungsangebote, die ihre sprachlichen Fähigkeiten stärken.«

Dorothee Spannagel und Katharina Molitor (2019): Einkommen immer ungleicher verteilt. WSI-Verteilungsbericht 2019. WSI-Report Nr. 53, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Oktober 2019
Dazu diese Zusammenfassung: Ungleichheit bei den Einkommen auf neuem Höchststand – arme Haushalte zunehmend tiefer unter der Armutsgrenze(07.10.2019)

Anja Gerlmaier (2019): Was erhält gesund in der digitalen Produktion? Erfolgsfaktoren und Grenzen kompetenzorientierter Arbeitsgestaltung. IAQ-Report 2019-07, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Oktober 2019

Ludger Wößmann et al. (2019): Was die Deutschen über Bildungsungleichheit denken. Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers 2019, in: ifo Schnelldienst Nr. 17/2019

Jörn Boewe und Johannes Schulten (2019): Der lange Kampf der Amazon-Beschäftigen. Labor des Widerstands: Gewerkschaftliche Organisierung beim Weltmarktführer des Onlinehandels. Zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Juli 2019

IG Metall (2019): Geschäftsbericht 2015-2018, Frankfurt am Main, Mai 2019

Anke Walendzik und Jürgen Wasem (2019): Vergütung ambulanter und ambulant erbringbarer Leistungen. Gesundheitspolitisch zielgerechte Integrationsmodelle über sektorale Leistungsträger und Finanzierungssysteme, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, 2019
Die Vergütung ärztlicher Leistungen ist in Deutschland vielfältig geregelt. Es gibt unterschiedliche Honorarordnungen für gesetzlich und privat versicherte Patienten, für Behandlungen im Kollektivvertrag oder selektivvertragliche Leistungen. Besonders kompliziert wird es, wenn die gleiche Leistung sowohl in der Arztpraxis als auch im Krankenhaus ambulant erbracht werden kann – und dieser Leistungsbereich nimmt stetig zu. Wie kann ein Vergütungssystem aussehen, das gleiche Leistungen gleich bezahlt, unabhängig davon, von wem oder für wen sie erbracht werden? Dieser Frage gehen beiden Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Jürgen Wasem und Dr. Anke Walendzik von der Universität Duisburg-Essen in ihrer Expertise nach. Sie machen Vorschläge für eine Reform der ärztlichen Vergütung speziell für den Bereich ambulanter und ambulant erbringbarer Leistungen.

Bundesagentur für Arbeit (2019): Fachkräfte in der Kinderbetreuung und -erziehung, Nürnberg, Oktober 2019

Eva Dettmann, Daniel Fackler, Steffen Müller, Georg Neuschäffer, Viktor Slavtchev, Ute Leber und Barbara Schwengler (2019): Fehlende Fachkräfte in Deutschland – Unterschiede in den Betrieben und mögliche Erklärungsfaktoren: Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2018. IAB-Forschungsbericht 10/2019, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, 2019

Ute Leber, Huy Le Quang und Franziska Schreyer (2019): Beschäftigte ohne und mit Migrationshintergrund im Vergleich: Frauen der zweiten Generation nehmen am häufigsten an beruflichen Weiterbildungen teil. IAB-Kurzbericht 19/2019, Nürnberg 2019

Ellora Derenoncourt and Claire Montialoux (2019): Minimum Wages and Racial Inequality, September 12th, 2019
»The earnings difference between white and black workers fell dramatically in the United States in the late 1960s and early 1970s. This paper shows that the extension of the minimum wage played a critical role in this decline. The 1966 Fair Labor Standards Act extended federal minimum wage coverage to agriculture, restaurants, nursing homes, and other services which were previously uncovered and where nearly a third of black workers were employed. We digitize over 1,000 hourly wage distributions from Bureau of Labor Statistics industry wage reports and use CPS micro-data to investigate the effects of this reform on wages, employment, and racial inequality. Using a cross-industry difference-in-differences design, we show that wages rose sharply for workers in the newly covered industries. The impact was nearly twice as large for black workers as for white. Within treated industries, the racial gap adjusted for observables fell from 25 log points prereform to zero afterwards. Using a bunching design, we find no effect of the reform on employment. We can rule out significant disemployment effects for black workers. The 1967 extension of the minimum wage can explain more than 20% of the reduction in the racial earnings and income gap during the Civil Rights Era. Our findings shed new light on the dynamics of labor market inequality in the United States and suggest that minimum wage policy can play a critical role in reducing racial economic disparities.«

Markus Hoch et al. (2019): Jobwende. Effekte der Energiewende auf Arbeit und Beschäftigung, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung 2019

Jan Berkes und Frauke Peter (2019): Wahl des Studienfachs hängt auch mit Persönlichkeitseigenschaften zusammen, in: DIW Wochenbericht Nr. 39/2019

Stefan Lücking (2019): Arbeiten in der Plattformökonomie. Über digitale Tagelöhner, algorithmisches Management und die Folgen für die Arbeitswelt. Forschungsförderung Report Nr. 5, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2019
»Plattformarbeit steht als »digitales Tagelöhnertum« in der Diskussion. Dieser Report gibt einen Überblick über die aktuelle Forschung. Er beschränkt sich nicht nur auf die Frage, wie sich die negativen Entwicklungen eingrenzen lassen, sondern fragt auch danach, wie die neuen technischen Möglichkeiten für bessere Formen der Arbeit und des Lebens, für mehr Autonomie und Mitbestimmung in der Arbeit genutzt werden können.«

Thorsten Schulten and Torsten Müller (2019): What’s in a name? From minimum wages to living wages in Europe, in: Transfer, No. 3/2019
»The development of a European minimum wage policy is back on the political agenda. While in the past the debate about a European minimum wage policy was largely detached from developments at national level, more recently the debate has been based on various national-level initiatives to ensure a living wage that enables workers and their families to enjoy a decent standard of living. Based on an introduction to the living wage concept, this article analyses how recent living wage initiatives in several EU Member States and the development of a European minimum wage policy could mutually reinforce each other and eventually result in a European living wage policy. In view of the significant heterogeneity of minimum wage regimes and welfare state traditions across Europe, the article calls for a pragmatic approach that adopts a common European target of 60 per cent of the national median wage as the benchmark for an adequate minimum wage.«

Heinz Rothgang und Dominik Domhoff (2019): Die Pflegebürgerversicherung als Vollversicherung. Beitragssatz- und Verteilungseffekte bei Umwandlung der Pflegeversicherung in eine Bürgerversicherung mit Vollversicherung. Working Paper Forschungsförderung Nr. 150, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, September 2019

Sebastian Klüsener, Elke Loichinger, Norbert F. Schneider und Harun Sulak (2019): Alterung und Arbeitsmarkt. Auswirkungen weniger dramatisch als vielfach befürchtet, Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), September 2019

Autorengruppe Fachkräftebarometer (2019): Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2019, München: Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, 2019

Jan Braukmann, Evelyn Stoll und David Juncke (2019): Alleinerziehend – Situation und Bedarfe. Aktuelle Studienergebnisse zu Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik Deutschland. Erstellt im Auftrag von Verband alleinerziehender Mütter und Väter Landesverband Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Prognos, 2019

Jannis Hergesell (2019): Qualitative Metastudie zum Forschungsstand „Erwerbsminderungsrente“ – mit besonderer Berücksichtigung der Arbeitsmarktintegration und Rückkehr ins Erwerbsleben. FNA-Journal 3/2019, Berlin: Forschungsnetzwerk Alterssicherung, 2019

Zentrum für Qualität in der Pflege (2019): Fachpersonenmangel in der ambulanten Pflege. Ergebnisse einer ZQP-Befragung, September 2019, Berlin 2019

Maria U. Kottwitz, Kathleen Otto und Lena Hünefeld (2019): Belastungsfaktoren, Ressourcen und Beanspruchungen bei Soloselbstständigen und Mehrfachbeschäftigten, Dortmund, Berlin, Dresden: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2019

DGB (2019): Leiharbeit – neue Trends und alte Probleme, Berlin: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Bundesvorstand, September 2019

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (2019): Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege. Impulspapier, Berlin, September 2019

Ansgar Klinger, Josef Mikschl, Barbara Simoleit (2019): In Integration investieren! Für eine Reform der Deutschsprachförderung des Bundes, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2019): Anpacken. Ergebnisbericht Handlungsempfehlungen. Zukunftsdialog Neue Arbeit. Neue Sicherheit, Berlin, 2019

Bundespsychotherapeutenkammer (2019): Gesundheits-Apps nutzen, ohne Patienten zu gefährden. Zur Digitalisierung in der Psychotherapie, Berlin: BPtK, 20.09.2019

Roman George und Ansgar Klinger (2019): Mehrbedarfe für eine adäquate digitale Ausstattung der berufsbildenden Schulen im Lichte des Digitalpakts, Frankfurt am Main: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, September 2019

Claudia Burkard (2019): Ländermonitor berufliche Bildung 2019. Zusammenfassung der Ergebnisse, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, September 2019

Claudia Burkard, Dieter Euler, Naemi Härle und Eckart Severing (2019): Alle Jugendlichen in Ausbildung bringen – wie geht das? Bedingungen und Gestaltung ergänzender, öffentlich geförderter Ausbildung, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Mai 2019

Anna Tissot et al. (2019): Zwischenbericht I zum Forschungsprojekt „Evaluation der Integrationskurse (EvIk)“. Erste Analysen und Erkenntnisse. Forschungsbericht 33, Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2019

Laila Abdul-Rahman, Hannah Espín Grau und Tobias Singelnstein (2019): Polizeiliche Gewaltanwendungen aus Sicht der Betroffenen. Zwischenbericht zum Forschungsprojekt „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ (KviAPol), Bochum: Ruhr-Universität Bochum, 17.09.2019

Carsten Orwat (2019): Diskriminierungsrisiken durch Verwendung von Algorithmen, Berlin: Antidiskriminierungsstelle des Bundes, September 2019
»Algorithmen, unter anderem der künstlichen Intelligenz, werden in vielfältiger Weise für Differenzierungen von Personen, Diensten, Produkten, Positionen oder beim staatlichen Handeln eingesetzt. Die vorliegende Studie zeigt anhand von Beispielfällen nicht nur technische und organisatorische Ursachen von Diskriminierungsmöglichkeiten, sondern vor allem auch die gesellschaftlichen Risiken auf. Sie rufen einen Bedarf nach Reformen des Antidiskriminierungs­ und Datenschutzrechts hervor, aber ebenso gesellschaftliche Abwägungen und Festlegungen, welche algorithmen­ und datenbasierten Differenzierungen in einer Gesellschaft überhaupt für akzeptabel gehalten werden. Nicht zuletzt werden Aufgaben für Antidiskriminierungsstellen diskutiert, die von der Identifizierung und dem Nachweis von algorithmenbasierten Diskriminierungen bis hin zu präventivem und kooperativem Vorgehen reichen.«

Susanna Kochskämper und Maximilian Stockhausen (2019): Pflegende Angehörige in Deutschland. Auswertungen auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels. IW-Report 34/19, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, September 2019

Frank Bauer und Duncan Roth (2019): Ausgestaltung von Arbeitsverhältnissen im digitalen Zeitalter. Stellungnahme des IAB zur Anhörung in der Enquete-Kommission „Digitale Transformation der Arbeitswelt in Nordrhein-Westfalen“ des nordrhein-westfälischen Landtags am 3. Mai 2019. IAB-Stellungnahme 13/2019, Nürnberg 2019

Peter Gründling und Markus M. Grabka (2019): Staatlich geförderter Mietkauf kann einkommensschwachen Familien Weg in die eigenen vier Wände ebnen, in: DIW Wochenbericht Nr. 29/2019
»Wohnraum wird in weiten Teilen Deutschlands, in erster Linie in Städten und Ballungsräumen, immer teurer. Die günstigen Zinsen lassen den Immobilienerwerb zwar auf den ersten Blick erschwinglich erscheinen. Viele Haushalte mit geringen oder mittleren Einkommen konnten allerdings der Immobilienmarktentwicklung nicht hinterher sparen und in ausreichendem Maße Eigenkapital aufbauen. Gleichzeitig ist der Anteil der Haushalte, die in selbstgenutztem Wohneigentum leben, in Deutschland schon heute der geringste in der Europäischen Union. In diesem Bericht wird daher ein Mietkaufmodell vorgeschlagen, das mit staatlicher Unterstützung mehr Haushalten als bisher den Erwerb von Wohneigentum ermöglichen soll. Die potentiellen Vorteile sind vielfältig: Nicht nur würden Haushalte durch stabile Rückzahlungsraten vor steigenden Wohnkosten infolge höherer Mieten geschützt. Aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre durch eine höhere Eigentümerquote beispielsweise auch ein Rückgang der in Deutschland relativ hohen Vermögensungleichheit zu erwarten. Da die im Modell vorgesehenen staatlichen Investitionen mittelfristig in Form von Rückzahlungen der MietkäuferInnen an den Staat zurückfließen, würde es sich zudem nicht nur um ein sehr effektives, sondern auch kostengünstiges Instrument handeln, um die Bildung von Wohneigentum zu fördern.«

Foroud Shirvani (2019): Was tun gegen die Wohnungsnot? Rechtliche Instrumente und ihre Vereinbarkeit mit dem Eigentumsgrundrecht. Analysen & Argumente Nr. 362, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, Juli 2019
»Durch das Vorkaufsrecht können Kommunen die Schaffung bezahlbaren Wohnraums fördern. Eine allgemeine Vermehrung des kommunalen Grundeigentums mit Hilfe des Vorkaufsrechts wäre jedoch unzulässig. Der Gesetzgeber kann das Vorkaufsrecht ausweiten, indem er die Frist zur Ausübung dieses Rechts verlängert. Der Gesetzgeber kann die Gemeinden ermächtigen, ein Kontingent an sozialem Wohnraum einzufordern. Das Grundeigentum darf jedoch nicht seine Privatnützigkeit dadurch verlieren, dass etwa Vorhaben des Eigentümers für den eigenen Bedarf betroffen wären. Eine Gemeinde kann einen Eigentümer verpflichten, sein Grundstück baulich zu nutzen (Baugebot). Verhält der Eigentümer sich nicht kooperativ, ist die Durchsetzung des Baugebots allerdings problematisch. Die Enteignung von Grundstücken zur Förderung von Wohnraum ist prinzipiell zulässig. Die erforderliche Entschädigung zum Marktwert kann jedoch zu einer Belastung des Gemeindeshaushalts führen. Grund und Boden können durch Gesetz gegen Entschädigung in Gemeineigentum überführt werden (Sozialisierung). Ein Sozialisierungsgesetz muss dem Gleichheitssatz genügen und darf nicht bestimmte Eigentümer willkürlich benachteiligen.«

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2019): Zur Arbeitssituation von Hebammen in der stationären Geburtshilfe. Vergleich der Situation in Deutschland mit der in ausgewählten europäischen Ländern, Berlin, 14.08.2019

PD – Berater der öffentlichen Hand (2019): Krankenhauslandschaft Nordrhein-Westfalen. Gutachten. Kurzfassung, Berlin, August 2019
➞ Das Gutachten „Krankenhauslandschaft NRW“ in der Langversion

Johannes Geyer, Hermann Buslei, Patricia Gallego-Granados und Peter Haan (2019): Anstieg der Altersarmut in Deutschland: Wie wirken verschiedene Rentenreformen?, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, September 2019
»Wie wird sich die Altersarmut bis 2050 entwickeln? Welche Gruppen werden besonders stark betroffen sein? Wie könnten aktuell diskutierte Reformkonzepte wie die Altersvorsorgepflicht für Selbstständige, eine längerfristige Untergrenze für das Rentenniveau in Höhe von 48 Prozent bis 2050, das Reformkonzept zur Grundrente aus dem Koalitionsvertrag von 2018 oder in der Fassung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und eine erweiterte Grundsicherung diese Entwicklung beeinflussen? Welche zukünftige Kosten verursachen diese Reformmaßnahmen?Diese Fragen hat ein Forscherteam um Dr. Johannes Geyer vom DIW Berlin anhand von Simulationsrechnungen auf Basis repräsentativer Haushaltsdaten des Sozio-oekonomischen Panels im Auftrag der Bertelsmann Stiftung näher untersucht.«

Ingrid Artus, Silke Röbenack und Clemens Kraetsch unter Mitarbeit von Nadja Morgenstern und Adrian Wolf (2019): Betriebsräte ohne Gewerkschaften? Zur Praxis und Problematik gewerkschaftsferner betrieblicher Mitbestimmung. Study 428, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, September 2019
»Die enge Kooperation zwischen Betriebsräten und Gewerkschaften gilt als Normalität im deutschen System industrieller Beziehungen und wird als Voraussetzung für dessen Funktionieren angesehen. Aber was passiert, wenn diese Kooperation nicht existiert? In welchen Betrieben und Wirtschaftssegmenten ist dies der Fall? Und wie sieht dort die Mitbestimmungspraxis aus? Mit Hilfe von rund 100 qualitativen Interviews untersucht diese Studie die Kontextbedingungen, Selbstbilder und Legitimationsweisen sowie die konkrete Praxis der Betriebsratspolitik jenseits oder in Distanz zu den DGB-Gewerkschaften.«

Jens Boysen-Hogrefe und Dominik Groll (2019): Zur Aufwärtsrevision der Löhne und Gehälter durch das Statistische Bundesamt, Kiel: Institut für Weltwirtschaft (IfW), September 2019
«Im August 2019 fand in Deutschland eine turnusmäßige Generalrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) statt. In den VGR werden etwa alle fünf Jahre die Berechnungen grundlegend überarbeitet, zuletzt war dies 2014 der Fall. Im Rahmen der Generalrevision 2019 kam es weniger so methodischen Änderungen, sondern es wurden insbesondere neue Datenquellen und Berechnungsmethoden berücksichtigt. Dies hat unter anderem für die Einkommensverteilung, den Arbeitsmarkt und die gesetzliche Rentenversicherung wichtige Implikationen.«

Nicole Gürtzgen, Alexander Kubis und Benjamin Küfner (2019): IAB-Stellenerhebung 2018: Bei befristeten Einstellungen wenden die Betriebe weniger Mittel auf. IAB-Kurzbericht 17/2019, Nürnberg 2019
»Fast zwei Fünftel der neu eingestellten Beschäftigten haben im Jahr 2018 einen befristeten Arbeitsvertrag abgeschlossen. Dabei wird die Befristungswahrscheinlichkeit von verschiedenen Faktoren beeinflusst, von denen hier einige näher untersucht werden. Der Beitrag liefert einen Einblick in die betriebliche Befristungspraxis bei Neueinstellungen in Deutschland. So werden unter anderem Such-und Besetzungsdauern sowie Aufwendungen im Rekrutierungsprozess betrachtet, um die Relevanz von verschiedenen Befristungsmotiven einzuschätzen.«

Klaus Klemm und Dirk Zorn (2019): Steigende Schülerzahlen im Primarbereich: Lehrkräftemangel deutlich stärker als von der KMK erwartet, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, September 2019
»Im Juni 2019 hat das Statistische Bundesamt eine aktuelle Bevölkerungsvorausschätzung veröffentlicht. Der Vergleich dieses amtlichen Zahlenwerks mit der im Mai 2018 von der Kultusministerkonferenz vorgelegten Prognose der Schülerzahlen zeigt, dass die Bildungsverwaltung von einem zu geringen Anstieg der entsprechenden Zahlen in der Primarstufe ausgeht. Folglich unterschätzt sie den Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften, der in den kommenden Jahren für diese Schulstufe anfällt, weiterhin erheblich.«

Jochen Pimpertz / Maximilian Stockhausen (2019): Grundsicherung statt Grundrente – Eine Frage der Reichweite und Treffsicherheit, in: IW-Trends, Heft 3/2019
»Mit einer Grundrente soll die Lebensleistung bedürftiger Ruheständler gewürdigt werden. Würde eine Rentenaufstockung ohne Bedürftigkeitsprüfung erfolgen, drohen die Hilfen in vier von fünf Fällen fehladressiert zu werden. Denn selbst wenn der individuelle gesetzliche Rentenanspruch niedriger ausfällt als der Leistungsanspruch in der Grundsicherung, so gelingt doch in den meisten Fällen eine armutspräventive Alterssicherung im Haushaltskontext. Zielführender wäre deshalb ein Anrechnungsfreibetrag bei der Bedürftigkeitsprüfung, der unabhängig von der Einkommensart gewährt werden sollte. Bei einem Freibetrag von bis zu 200 Euro pro Monat profitieren nahezu alle ursprünglich als potenziell unterstützungsbedürftig identifizierten Personen, wenn sie gleichzeitig Grundsicherungsleistungen beanspruchen. Damit würden allerdings Ruheständler je nach individuellem Alterseinkommen bei Bedürftigkeit unterschiedlich behandelt. Um Ungleichbehandlungen zu vermeiden, können alternativ die Regelsätze der Grundsicherung im Alter für alle bedürftigen Ruheständler angehoben werden. Doch damit steigt die Anzahl der potenziellen Bezieher von Grundsicherungsleistungen. Dies ist aber weniger als Alarmsignal zu interpretieren, sondern vielmehr als Indiz wirksamer Alterssicherung. Um die Akzeptanz der Grundsicherung als Element der Sicherungsarchitektur zu stärken, sollte deshalb die Bedürftigkeitsprüfung so ausgestaltet werden, dass sie als weniger beschämend empfunden wird.«

MIT Task Force on the Work of the Future (2019): The Work of the Future: Shaping Technology and Institutions. Fall 2019 Report, Cambridge, MA: Massachusetts Institute of Technology, Industrial Performance Center, 2019

Ryan Nunn, Jimmy O’Donnell and Jay Shambaugh (2019): The Shift in Private Sector Union Participation: Explanation and Effects, Washington, DC: Brookings, August 2019
»Long-run wage stagnation for lower-wage workers—and rising inequality between high- and middle-wage workers—seems to indicate a modern labor market in which many workers have little bargaining power. In the middle of the 20th century, more than 30 percent of U.S. workers were members of a union: a core institution that provides workers with bargaining power. Today, after a long decline that took place almost entirely within the private sector, just 10.5 percent of workers (and 6.4 percent of private sector workers) are union members. We find that the decline in private sector union membership has been driven by falling union density both within industries and within states, with a smaller role for shifting industry composition. The decline in union membership is economically important: unions lift wages, reduce inequality, and shape how work is organized, among other effects. We examine options for reinforcing enterprise-level unions as well as other models for collective bargaining and enhanced worker voice.«

SPD-Bundestagsfraktion (2019): Pflege solidarisch gestalten. Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion vom 06.09.2019, Berlin

Rainer Ohliger und Raphaela Schweiger (2019): Gute Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen: Pflege sichern, Migration nutzen, Stuttgart: Robert Bosch Stiftung, 2019

Michaela Fuchs und Birgit Fritzsche (2019). Die Gesundheitswirtschaft in Sachsen-Anhalt: Eine Betrachtung des Arbeitsmarktes. IAB Regional Sachsen-Anhalt-Thüringen 03/2019, Nürnberg 2019

Martin Wrobel, Michaela Fuchs, Antje Weyh und Jörg Althoff (2019): Der Pflegearbeitsmarkt in Niedersachsen – Eine Bestandsaufnahme. IAB-Regional Niedersachsen-Bremen, 03/2019), Nürnberg 2019
»Die vorliegende Studie analysiert die aktuelle Situation auf dem Pflegearbeitsmarkt in Niedersachsen. Unter Berücksichtigung der Entwicklung der allgemeinen Pflegebedürftigkeit (Nachfrageseite) sowie der Pflegeeinrichtungen und -arrangements (Angebotsseite) erfolgt zuerst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation der Beschäftigten im Pflegebereich und in vier der wichtigsten Pflegeberufe. Anschließend wird untersucht, ob es Anzeichen für einen Fachkräftemangel in der Pflege gibt. Hierfür werden verschiedene Engpassindikatoren für die wichtigsten Berufsgruppen in der Pflege ausgewertet. Zusätzlich erfolgt eine Analyse der Arbeitslosigkeit wie auch des Entgelts der Beschäftigten in der Pflege. Ein Grund für Fachkräfteengpässe und die damit verbundene Verknappung des Arbeitskräfteangebots kann in einer möglicherweise geringen Berufstreue der Beschäftigten in den Pflegeberufen gesehen werden. Daher wird für die untersuchten Pflegeberufe anhand von Längsschnittuntersuchungen der Verbleib in Beschäftigung und im Beruf betrachtet. Von besonderem Interesse ist hierbei die Frage, wie viele Altenpfleger und Krankenpfleger ihre Arbeit in Niedersachsen im Zeitverlauf aufgeben und ihren Arbeitsort in ein anderes Bundesland verlegen. Die Ergebnisse der Analysen weisen auf eine angespannte Arbeitsmarktsituation insbesondere bei den Fachkräften in der Pflegebranche hin, die auch deutschlandweit zu beobachten ist. Sie kann aus den Reihen der Arbeitslosen nur in sehr begrenztem Ausmaß gemildert werden. Die Kohortenanalysen zeigen zudem auf, dass viele examinierte Altenpfleger und Krankenpfleger zwar lange in Beschäftigung bleiben, aber nicht unbedingt in ihrem ursprünglichen Beruf. Viele von ihnen wechseln innerhalb der ersten fünf Jahre. Viele der Berufswechsler bleiben jedoch dem Pflege- und Gesundheitsbereich beruflich eng verbunden.«

Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend (2019): Kindertagesbetreuung Kompakt – Ausbaustand und Bedarf 2018, Berlin 2019

Susanne Wanger, Tobias Hartl und Franziska Zimmert (2019): Revision der IAB-Arbeitszeitrechnung 2019. Grundlagen, methodische Weiterentwicklungen sowie ausgewählte Ergebnisse im Rahmen der Generalrevision 2019 der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. IAB-Forschungsbericht 07/2019, Nürnberg 2019

Elke Dahlbeck und Dajana Schlieter (2019): Kooperationen zwischen Bürgerschaft und Kommunen für das Quartier. Forschung Aktuell 09/2019, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen, September 2019
»Als Gewerbe- und Dienstleistungsstandorte haben Quartiere neben der Versorgungsfunktion auch eine wichtige Integrationsfunktion als Begegnungs- und Lebensraum. Durch den Rückzug von Einzelhandel und Dienstleistungen aus den Quartieren können diese Funktionsleistungen verloren gehen. Neue Akteursgruppen aus der Zivilgesellschaft übernehmen Verantwortung und entwickeln und gestalten die Quartiere aktiv mit. Einzelhandels- und Dienstleistungsfunktionen können so zum Teil aufgefangen und neuen Nutzungsbedarfen gerecht werden. Kommunen sollten Gelingensbedingungen und Möglichkeitsräume schaffen, um bürgerschaftliches Engagement zu stärken. Quartiersentwicklung wird somit zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe mit neuen Kooperationsformen und einer breiten Akteursvielfalt.«

Johannes Steffen (2019): Wie umgehen mit Arbeitslosigkeit bei der Rente? Forderung nach Beiträgen wegen ALG-II-Bezugs überzeugt nicht, Berlin: Portal Sozialpolitik, September 2019
»Seit rund zehn Jahren zählt die (Wieder-) Einführung von Rentenbeiträgen für Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II) zu den sozialpolitischen Standardforderungen von Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie der Partei DIE LINKE. Der Bund soll Beiträge zur Rentenversicherung auf Basis des halben Durchschnittsentgelts aller Versicherten entrichten. Ein Jahr ALG-II-Bezug ergäbe dann eine einheitliche Rentenanwartschaft in Höhe von 0,5 Entgeltpunkten (EP) – und nicht nur, wie zuletzt (2010), von lediglich rund 0,08 EP. So plausibel die Forderung auf den ersten Blick erscheinen mag, so unausgegoren erweist sie sich auf den zweiten Blick. Es gibt eine überzeugendere Lösung zur rentenrechtlichen Absicherung von (Langzeit-) Arbeitslosen – und die ist in Teilen für eine kleine Personengruppe arbeitsloser ALG-II-Bezieher schon heute geltendes Recht.«

Anne-Line Koch Helsø, Nicola Pierri, and Adelina Yanyue Wang (2019): The Economic Impact of Healthcare Quality. Working Paper No. 19/173, Washington: International Monetary Fund, August 2019
»We study the costs of hospitalizations on patients’ earnings and labor supply, using the universe of hospital admissions in Denmark and full-population tax data. We evaluate the quality of treatment based on its ability to mitigate the labor market consequences of a given diagnosis and propose a new measure of hospital quality, the „Adjusted Earning Losses“ (AEL). We find a 4 percentage points difference in lost earnings between the best and worst large Danish hospitals, all else equal. We show that AEL contains significant additional information relative to traditional measures and does not suffer from worse selection issues. We also document a large decline in the labor cost of hospitalizations over time, with large variations across diseases. We find that the average post-hospitalization reduction in labor earnings declined by 25 percent (50 percent) on the intensive (extensive) margin between 1998 and 2012.«

Werner Eichhorst, Paul Marx, Tanja Schmidt, Verena Tobsch, Florian Wozny und Carolin Linckh (2019): Geringqualifizierte in Deutschland. Beschäftigung, Entlohnung und Erwerbsverläufe im Wandel, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, August 2019
»Diese Studie zeichnet ein detailliertes Bild der Arbeitsmarktsituation Geringqualifizierter in Deutschland seit 1985. Sie beleuchtet die Entwicklung des Einkommens, der Beschäftigungsform und der Tätigkeitsfelder Geringqualifizierter in Ost- und Westdeutschland. Mit Hilfe von Sequenzanalysen werden zudem individuelle Erwerbsverläufe nachgezeichnet und dargelegt, dass diese im Laufe der Zeit turbulenter und instabiler wurden. Der abschließende Vergleich mit europäischen Nachbarländern zeigt auf, welche Handlungsoptionen sich für die Politik in Deutschland anbieten, um die Arbeitsmarktintegration Geringqualifizierter zu verbessern.«

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (2019): Mit Sicherheit sozial. Paritätisches Jahresgutachten 2019, Berlin, August 2019

Bundesministerium für Bildung und Forschung (2019): Weiterbildungsverhalten in Deutschland 2018. Ergebnisse des Adult Education Survey – AES-Trendbericht, Berlin, Juli 2019

Ulrich Kober und Orkan Kösemen (2019): Willkommenskultur zwischen Skepsis und Pragmatik. Deutschland nach der „Fluchtkrise“, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, August 2019
»Die Skepsis gegenüber Migration ist nach den Turbulenzen der Fluchtzuwanderung im Jahr 2015 wieder gesunken, bleibt aber hoch. Gleichzeitig sieht eine große Mehrheit die Vorteile der Einwanderung für die Wirtschaft. Einen optimistischen Blick auf Migration und Integration haben in Deutschland vor allem junge Menschen – und ähneln in ihrer Einstellung bereits der Bevölkerung im klassischen Einwanderungsland Kanada.«

Claire Samtleben, Clara Schäper und Katharina Wrohlich (2019): Elterngeld und Elterngeld Plus: Nutzung durch Väter gestiegen, Aufteilung zwischen Müttern und Vätern aber noch sehr ungleich, in: DIW Wochenbericht Nr. 35/2019
»Seit Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 gehen – ausgehend von einem extrem niedrigen Niveau – immer mehr Väter in Elternzeit. Im Vergleich zu Müttern ist das jedoch nach wie vor deutlich seltener der Fall und wenn, dann ist der Umfang der Elternzeit bei Vätern relativ kurz. Seit im Jahr 2015 das Elterngeld Plus eingeführt wurde, kombinieren zwar mehr Mütter und auch Väter die Elternzeit mit einer Teilzeiterwerbstätigkeit – der absolute Anteil von Vätern, die Elternzeit nehmen, ist zumindest kurzfristig aber nicht weiter gestiegen. Als wichtigstes Motiv gegen den Bezug von Elterngeld werden von Vätern finanzielle Gründe angegeben. Auch die Sorge vor negativen beruflichen Konsequenzen wird häufig genannt. Diese beiden Punkte könnten von der Politik zum einen durch ein Anheben der Lohnersatzrate im unteren Einkommensbereich und zum anderen durch bessere Informationen über die zu erwartenden Auswirkungen von Elternzeit auf die zukünftigen Löhne und beruflichen Karrieren von Müttern und Vätern adressiert werden.«

Ludger Wößmann, Philipp Lergetporer, Elisabeth Grewenig, Sarah Kersten, Franziska Kugler und Katharina Werner (2019): Was die Deutschen über Bildungsungleichheit denken. Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers 2019, in: ifo Schnelldienst, Heft 17/2019
»Da gute Bildung die Chance auf wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe eröffnet, ist Chancengleichheit im Bildungssystem ein zentraler Ansatzpunkt, um soziale Ungleichheiten zu verringern. Das ifo Bildungsbarometer 2019, unsere jährliche repräsentative Meinungsumfrage von über 4 000 Erwachsenen, hat die Meinung der Deutschen zu diesem Themenfeld erhoben. Die Deutschen schätzen das Ausmaß der bestehenden Bildungsungleichheiten durchaus richtig ein: Die Mehrheit vermutet keine großen Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern oder zwischen Stadt und Land, wohl aber nach den sozialen Verhältnissen und dem Migrationshintergrund. Dementsprechend werden vor allem ungleiche Chancen für Kinder aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen bzw. mit und ohne Migrationshintergrund als Problem angesehen. Zahlreiche bildungspolitische Maßnahmen, die auf eine Verringerung von Ungleichheit abzielen, finden hohe Zustimmung, allen voran die staatliche Übernahme von Kindergartengebühren (78%), höhere staatliche Ausgaben für Schulen mit SchülerInnen aus benachteiligten Verhältnissen (81%) und zusätzliche Stipendienprogramme für einkommensschwache Studierende (83%). Trotz einer großen Bereitschaft, benachteiligte Gruppen zu fördern, spricht sich die Mehrheit der Deutschen dafür aus, zusätzliche Mittel gleichmäßig zu verteilen, statt sie auf benachteiligte Gruppen zu fokussieren. Das »Gute-Kita-Gesetz« findet sehr hohe Zustimmung, wobei die zusätzlichen Mittel am ehesten für geringere Gebühren, höhere Gehälter der ErzieherInnen und kleinere Gruppen eingesetzt werden sollten. Während sich keine klaren Mehrheiten für oder gegen reguläre Studiengebühren ergeben, befürworten zwei Drittel der Deutschen nachgelagerte Studiengebühren.«

Antje Fanghänel, Joachim Ragnitz und Marcel Thum (2019): Grundrentenpläne sind leistungsfeindlich, in: ifo Dresden berichtet, Heft 2/2019
»Die Grundrentenpläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil wurden bislang hauptsächlich unter dem Aspekt diskutiert, ob die Abgrenzung der begünstigten Rentner gerecht ist. Nicht näher thematisiert wurde bislang jedoch die fehlende Anreizkompatibilität der geplanten Grundrentenreform: In bestimmten Fällen sinkt die Rente mit den erworbenen Entgeltpunkten. Die Transferentzugsraten betragen in diesem Fall also mehr als 100 %, so dass es sich für Arbeitnehmer nicht mehr lohnt, zusätzliche Beiträge in die Rentenkasse einzuzahlen.«

Gabriel Zucman (2019): Global Wealth Inequality, in: Annual Review of Economics, 2019, pp.109-138
»This article reviews the recent literature on the dynamics of global wealth inequality. I first reconcile available estimates of wealth inequality in the United States. Both surveys and tax data show that wealth inequality has increased dramatically since the 1980s, with a top 1% wealth share of approximately 40% in 2016 versus 25–30% in the 1980s. Second, I discuss the fast-growing literature on wealth inequality across the world. Evidence points toward a rise in global wealth concentration: For China, Europe, and the United States combined, the top 1% wealth share has increased from 28% in 1980 to 33% today, while the bottom 75% share hovered around 10%. Recent studies, however, may underestimate the level and rise of inequality, as financial globalization makes it increasingly hard to measure wealth at the top. I discuss how new data sources (leaks from financial institutions, tax amnesties, and macroeconomic statistics of tax havens) can be leveraged to better capture the wealth of the rich.«

Dietmar Frommberger (2019): Wege zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung. Ein internationaler Vergleich. Auf Grundlage von acht Fallstudien, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, August 2019

Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ) et al. (2019): Appell Exklusion beenden: Kinder‐ und Jugendhilfe für alle jungen Menschen und ihre Familien!, Berlin: Juni 2019

Unabhängiger Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf (2019): Erster Bericht des unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, Berlin, Juni 2019

Julia Gei und Moritz Niemann (2019): Persönliche Situation von Geflüchteten: Auswertungen zur Soziodemografie, Wohnsituation und zum Sprachniveau von Ausbildungsstellenbewerbern und -bewerberinnen auf Basis der BA/BIBB-Fluchtmigrationsstudie 2018, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung 2019
»Das BIBB hat, gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA), Ende 2018 die sogenannte BA/BIBB-Fluchtmigrationsstudie durchgeführt. Dabei wurden junge Geflüchtete, die bei der BA als ausbildungsstellensuchend gemeldet waren, unter anderem zu ihrer aktuellen Lebenssituation befragt. Bei den Befragten handelt es sich zumeist um junge Menschen, die seit 2013 aus einem der Asylherkunftsländer (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) nach Deutschland eingereist sind. Ein Großteil ist männlich und im Durchschnitt waren die Befragten zum Befragungszeitpunkt 24 Jahre alt. Etwas weniger als der Hälfte war es gelungen, in eine vollqualifizierende Ausbildungsform einzumünden. Besonders groß war hier der Anteil derjenigen, die eine duale Ausbildung nach BBiG/HwO begonnen hatten. Von allen Befragten lebte (noch) rund ein Fünftel in einer Flüchtlingsunterkunft bzw. einem Wohnheim für Geflüchtete. Ein Großteil der Befragten gab an, über das B1- oder B2-Sprachniveau in Deutsch zu verfügen und auch die eigene Einschätzung der Sprachkenntnisse fiel überwiegend gut aus. Der Kurzbericht soll die Gruppe der geflüchteten Bewerberinnen und Bewerber ein wenig transparenter machen und aufzeigen, wie wichtig die Aspekte „Wohnen“ und „Sprache“ sowohl für die Integration in eine Berufsausbildung als auch für die individuelle Situation sind.«

Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (2019): Gutes Wohnen für alle. Sondermemorandum 2019, Bremen, August 2019

Anne Marie Rafferty, Reinhard Busse, Britta Zander-Jentsch, Walter Sermeus and Luk Bruyneel (eds.) (2019): Strengthening health systems through nursing: Evidence from 14 European countries, Copenhagen: WHO Regional Office for Europe, 2019
»‘Who is a nurse?’ and ‘What is nursing?’ seem to be simple questions yet the answers are strangely elusive. This book explores the variations in structure and organization of the nursing workforce across the different countries of Europe. This diversity, and the reasons for it, are of more than academic interest. The work of nurses has always had a critical impact on patient outcomes. As health systems shift radically in response to rising demand, the role of nurses becomes even more important. This book is part of a two-volume study on the contributions that nurses make to strengthening health systems. This is the first time that the topic of nursing has been dealt with at length within the Observatory Health Policy Series. The aim is to raise the profile of nursing within health policy and draw the attention of decision-makers. Part 1 is a series of national case studies drawn from Belgium, England, Finland, Germany, Greece, Ireland, the Netherlands, Norway, Poland, Spain, Sweden, and Switzerland. The countries were chosen as the subject of a large EU-funded study of nursing (RN4Cast). Lithuania and Slovenia were added to provide broader geographical and policy reach. Part 2, to be published later this year, will provide thematic analysis of important policy issues such as quality of care, workforce planning, education and training, regulation and migration. The lessons learned from comparative case-study analysis demonstrate wide variation in every dimension of the workforce. It examines what a nurse is; nurse-to-doctor and nurse-to-population ratios; the education, regulation and issuing of credentials to nurses; and the planning of the workforce. While comparative analysis across countries brings these differences into sharp relief, it also reveals how the EU functions as an important ‘binding agent’, drawing these diverse elements together into a more coherent whole.«

Pascal Heß, Simon Janssen und Ute Leber (2019): Digitalisierung und berufliche Weiterbildung: Beschäftigte, deren Tätigkeiten durch Technologien ersetzbar sind, bilden sich seltener weiter. IAB-Kurzbericht, Nr. 16/2019, Nürnberg 2019
»Die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt werden zunehmend sichtbar. Eine der größten Herausforderungen besteht in der Veränderung der Branchen-, Berufs- und Anforderungsstruktur. Um mit den Änderungen der Arbeitswelt Schritt zu halten und die individuellen Erwerbschancen zu wahren, wird lebenslanges Lernen immer wichtiger. Dies gilt gerade für Arbeitnehmer, deren Tätigkeiten durch moderne Technologien ersetzt werden können. Daten des Nationalen Bildungspanels zeigen aber, dass Beschäftigte mit einem hohen Anteil an Routinetätigkeiten – die potenziell leichter ersetzbar sind – deutlich seltener an Weiterbildung teilnehmen als Beschäftigte mit weniger Routinetätigkeiten. Dabei erklären Unterschiede in der Qualifikation sowie in weiteren individuellen Merkmalen der Beschäftigten nur einen geringen Teil der unterschiedlichen Weiterbildungsbeteiligung. Eine größere Rolle spielen hingegen die betriebliche Weiterbildungspolitik sowie individuelle Weiterbildungsangebote und die finanzielle Unterstützung der Beschäftigten.«

Michaela Fuchs (2019): Der zukünftige Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege in Thüringen: Modellrechnungen auf Kreisebene bis zum Jahr 2035. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen, Nr. 02/2019, Nürnberg 2019
»Der demografische Wandel führt dazu, dass zukünftig mehr ältere und weniger junge Menschen in Thüringen leben werden. Dies hat grundlegende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in der Pflege, denn mit der zunehmenden Zahl der Älteren steigt die Zahl der Pflegebedürftigen, für deren Versorgung wiederum mehr Beschäftigte benötigt werden. Die vorliegende Studie stellt unter Verwendung von Modellrechnungen die mögliche Entwicklung des Bedarfs an Beschäftigten in der ambulanten und professionellen Pflegebranche bis zum Jahr 2035 für Thüringen insgesamt und für die einzelnen Kreise dar. Mit dem Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen in Thüringen von gut 58.100 in 2017 auf bis zu 74.800 im Jahr 2035 wird die professionelle Pflege weiter an Bedeutung gewinnen, d. h. sowohl die Versorgung durch ambulante Pflegedienste als auch die Unterbringung in stationären Einrichtungen. Die Modellrechnungen zeigen, dass sich der Umfang der benötigten Beschäftigung in der ambulanten Pflegebranche von heute 21.000 Vollzeitäquivalenten auf bis zu 26.300 erhöhen könnte. In der stationären Pflegebranche kann der Umfang je nach zugrunde gelegtem Szenario von 16.000 auf bis zu 21.100 Vollzeitäquivalente steigen. Dabei fällt in beiden Bereichen der altersbedingte Ersatzbedarf größer aus als der nachfragebedingte Erweiterungsbedarf. Der Ersatzbedarf betrifft bis zu 43 Prozent der Beschäftigten in der ambulanten und bis zu 53 Prozent der Beschäftigten in der stationären Pflegebranche, während der Erweiterungsbedarf eine Zunahme des Beschäftigungsvolumens von bis zu 25 bzw. 32 Prozent bis zum Jahr 2035 erforderlich macht. Die tatsächliche Entwicklung des professionellen Arbeitsmarktes in der Pflegebranche hängt allerdings nicht nur vom Renteneintrittsalter der Beschäftigten oder vom Gesundheitszustand der älteren Bevölkerung ab, sondern auch von Änderungen in den Rahmenbedingungen der Pflege und von regionsspezifischen Entwicklungen innerhalb Thüringens.«

Moritz Sommer, Dieter Rucht, Sebastian Haunss und Sabrina Zajak (2019): Fridays for Future. Profil, Entstehung und Perspektiven der Protestbewegung in Deutschland. ipb working paper 2/2019, Berlin: Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb), August 2019
»Die Protestkampagne von Fridays for Future (FFF) hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, in Deutschland und darüber hinaus hunderttausende Schülerinnen und Jugendliche für eine Wende in der Klimapolitik auf die Straße zu bringen. Um mehr über Profil, Mobilisierungswege und Motive der Demonstrierenden zu erfahren, haben wir als Teil eines europaweiten Forschungsprojekts Demonstrationsbefragungen während der Klimaproteste am 15. März 2019 in Berlin und Bremen durchgeführt. Das Working Paper präsentiert zentrale Befunde für FFF in Deutschland und ordnet diese ein. Die FFF-Proteste werden von jungen, gut gebildeten Menschen und überraschend stark von jungen Frauen getragen. Viele der demonstrierenden Schülerinnen, von denen sich die Mehrheit im linken Spektrum verortet, sind zum ersten Mal auf der Straße. Persönliche Kontakte sind der zentrale Weg der Mobilisierung. Die Demonstrierenden wollen die Politik unter Druck setzen, klimapolitische Versprechen einzulösen. Einen wichtigen Weg der Veränderung sehen insbesondere die Schüler*innen aber auch in der Veränderung der eigenen Lebens- und Konsumpraxis. Die Demonstrierenden sind keineswegs hoffnungslos, sondern vielmehr handlungsbereit, politisiert und zuversichtlich, dass ihr Protest gesellschaftliche und politische Veränderungen hervorrufen kann. Im europäischen Vergleich ist die Kampagne hinsichtlich Altersstruktur, Verteilung der Geschlechter und insbesondere hinsichtlich der Einschätzung von Lösungswegen heterogener als der gemeinsame Rahmen vermuten lässt. Abschließend blicken wir auf die öffentliche Resonanz und im Fazit auf Faktoren des (medialen) Erfolgs.«

Christian Westermeier (2019): Ältere am Arbeitsmarkt: Eine stabile Beschäftigung vor dem Rentenalter begünstigt die Weiterarbeit. IAB-Kurzbericht Nr. 15/2019, Nürnberg 2019

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2019): Sozialbudget 2018, Berlin, Juni 2019

Indra Spiecker und Sebastian Bretthauer (2019): Die rechtliche Zulässigkeit einer Online- Wahl zur Sozialwahl, Frankfurt: Goethe-Universität, August 2019

Dirk Kiesewetter, Moritz Menzel und Dominik Tschinkl (2019): Die Doppelverbeitragung von Beiträgen und Rückflüssen in der deutschen Alterssicherung. Gutachten erstellt im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund. FNA-Journal Heft 1/2019, Berlin: Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA) der Deutschen Rentenversicherung Bund, 2019

Dirk Kiesewetter, Moritz Menzel und Dominik Tschinkl (2019): Messung der Verbeitragungsintensität von Beiträgen und Rückflüssen in der deutschen Alterssicherung. Gutachten erstellt im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund. FNA-Journal Heft 2/2019, Berlin: Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA) der Deutschen Rentenversicherung Bund, 2019

Jan Paul Heisig und Jonas Radl (2019): Einmal raus, für immer gezeichnet? Wie sich Arbeitsplatzverluste auf die finanzielle Lage älterer Beschäftigter auswirken. WZBrief Arbeit 22, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, August 2019
»Der Verlust des Arbeitsplatzes hat erhebliche finanzielle Folgen für ältere Beschäftigte. Wer im Alter von Anfang bis Mitte 50 den Job verliert, büßt mehrere ganze Jahreseinkommen ein. Im Zeitverlauf gibt es steigende Einkommenseinbußen für Männer, während sie für Frauen zurückgegangen sind.«

Kerstin Bruckmeier, Karl Heinz Hausner, Enzo Weber (2019): Regionalausgleich der Arbeitslosenversicherung, in: Wirtschaftsdienst, Heft 8/2019

Georg Cremer (2019): Garantiesicherung – zweifelhafte Vision zur Überwindung von Hartz IV, in: Wirtschaftsdienst, Heft 8/2019
Die Grünen wollen Hartz IV durch ein garantiertes Einkommen ersetzen, das höher ist als das derzeitige Arbeitslosengeld II und nach Einkommen, Vermögen und Bedarf gewährt wird, ansonsten aber bedingungslos und ohne Sanktionen ist. Aktive Beschäftigungspolitik und Mindesteinkommenspolitik sind in diesem Konzept strikt getrennt. Parteichef Robert Habeck schätzt die Kosten auf 30 Mrd. Euro, was eindeutig zu niedrig geschätzt ist. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt müssten berücksichtigt werden und die Finanzierung der Lebenshaltungskosten für Studierende würde ebenfalls in die öffentliche Verantwortung fallen.

Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 33-34/2019: Pflege
»Zurzeit gibt es eine breite Debatte um einen „Pflegenotstand“ in Deutschland. Das liegt am erheblich gestiegenen Problemdruck und an den vielen Stimmen aus dem häuslichen, ambulanten wie (teil-)stationären Pflegebereich, die auf Missstände aufmerksam machen. Die Regierungskoalition hat daher unter anderem die „Konzertierte Aktion Pflege“ ins Leben gerufen. Das Feld der Altenpflege leidet unter Zeit-, Geld- und Personalmangel bei gleichzeitigem Anstieg an pflegebedürftigen Menschen. Das häusliche Pflegepotenzial schrumpft, vor allem, weil die Frauenerwerbstätigkeit steigt. Fachkräfte gibt es auch nicht genug. Wer von den Angehörigen soll pflegen? Woher sollen die professionell Pflegenden kommen? Wie lässt sich der Pflegeberuf aufwerten? Und wer zahlt den Preis dafür?«

Wido Geis-Thöne (2019): Lebenslagen von Müttern an den Übergangen in und aus Alleinerziehung, in: IW-Trends, Heft 3/2019
»Dass die Lebenslagen von alleinerziehenden Familien deutlich ungünstiger sind als von Paarfamilien, ist in der Literatur vielfach dokumentiert. Allerdings ist wenig darüber bekannt, inwieweit das Fehlen des zweiten Elternteils im Haushalt ursächlich hierfür ist und welche Rolle es spielt, dass es bei Müttern in verschiedenen Lebenslagen unterschiedlich häufig zu Trennungen und zum Eingehen neuer Partnerschaften nach Phasen der Alleinerziehung kommt. Diese beiden Übergänge werden mithilfe multivariater Analysen auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels betrachtet. Dabei zeigt sich ein stark negativer Zusammenhang zwischen dem Haushaltseinkommen und dem Wechsel von Müttern aus einer Paarfamilie in die Alleinerziehung. Zu solchen Trennungen kommt es besonders häufig, wenn die Familie zuvor Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bezogen hat. Dies gilt auch, wenn für weitere Aspekte der Lebenslagen – zum Beispiel den Bildungsstand der Mütter – kontrolliert wird. Besonders selten wechseln hingegen selbst zugewanderte Mütter und Mütter mit größeren Familien in die Alleinerziehung. Eine neue Partnerschaft mit gemeinsamer Haushaltsführung gehen alleinerziehende Mütter verstärkt dann ein, wenn das jüngste Kind unter drei Jahre alt ist und sie Risiken scheuen. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass die Lebenslagen der Alleinerziehenden sehr stark in die Zeit vor dem Wechsel des Familienstatus zurückreichen. Für die Familienpolitik heißt das, dass sie bei der Förderung von Alleinerziehenden nicht nur die Auswirkungen der Partnerlosigkeit, sondern auch davon unabhängige Problemfelder wie das Fehlen arbeitsmarktrelevanter Qualifikationen in den Blick nehmen sollte.«

Edelgard Kutzner und Victoria Schnier (unter Mitarbeit von Lena Kaun) (2019): Industrielle Einfacharbeit, Geschlecht und Digitalisierung. Eine explorative Studie. FGW-Studie Digitalisierung von Arbeit 15, Düsseldorf: Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW), Juli 2019

Michael Hüther / Jens Südekum / Michael Voigtländer (Hrsg.) (2019): Die Zukunft der Regionen in Deutschland. Zwischen Vielfalt und Gleichwertigkeit, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, 2019

Holger Bähr et al. (2019): Bedarfsgemeinschaften im SGB II: Bei individueller Beratung und Vermittlung behalten Jobcenter auch den Haushalt im Blick. IAB-Kurzbericht 14/2019, Nürnberg 2019
»Ob und in welchem Ausmaß eine Person Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezieht, bemisst sich nach der sogenannten Bedarfsgemeinschaft, in der sie lebt. Die Beratung und Vermittlung in den Jobcentern steht vor der Aufgabe, sowohl der Einzelperson gerecht zu werden als auch die Bedarfsgemeinschaft miteinzubeziehen. Das Autorenteam untersucht, wie Vermittlungsfachkräfte in den Jobcentern die Bedarfsgemeinschaft berücksichtigen, wenn sie einzelne Personen beraten und bei der Arbeitsmarktintegration unterstützen.«

Holger Bähr et al. (2019): Bedarfsgemeinschaften und ihre Mitglieder in der Beratungs- und Vermittlungsarbeit der Jobcenter. IAB-Forschungsbericht Nr. 6/2019, Nürnberg 2019
»Während die Zielsetzung des Zweiten Buches des Sozialgesetzbuchs (SGB II) und insbesondere die Maßnahmen der Arbeitsmarktförderung von den Möglichkeiten und Bedarfen der einzelnen Person ausgehen, erfolgt die Feststellung der Hilfebedürftigkeit unter Berücksichtigung der Bedarfsgemeinschaft. Die vorliegende Studie untersucht die Frage, wie das Konstrukt der Bedarfsgemeinschaft in der Praxis der Beratung und Vermittlung im Bereich des SGB II berücksichtigt wird. Je nachdem, ob die Förderung der individuellen Erwerbsfähigkeit und Arbeitsmarktintegration oder das Ende der Hilfebedürftigkeit der Bedarfsgemeinschaft in den Vordergrund gestellt wird, folgen daraus in der Beratungs- und Vermittlungspraxis der Jobcenter unterschiedliche Handlungsoptionen. Die vorliegende Studie verfolgt ein ‚mixed methods‘-Design, in dem sich quantitative und qualitative Untersuchungsschritte ergänzen. Zum einen wurden in sechs Jobcentern qualitative leitfadengestützte Interviews mit Vermittlungsfachkräften, Team- bzw. Bereichsleitungen, Beauftragten für Chancengleichheit und den Geschäftsführungen geführt. Einbezogen waren auch Vertreterinnen und Vertreter von Regionaldirektionen sowie der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit. Darüber hinaus wurden Gespräche zwischen Vermittlungsfachkräften und Kundinnen und Kunden teilnehmend beobachtet. Zum anderen wurde eine standardisierte Befragung von Vermittlungsfachkräften in 30 Jobcentern durchgeführt, die Aufschluss über Bewertungen und Vermittlerhandeln in Bezug auf Mehrpersonen-Bedarfsgemeinschaften gibt. In diesem Rahmen wurde eine Vignettenanalyse durchgeführt.«

ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) und Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) an der Universität Tübingen (2019): Evaluation des ESF-Bundesprogramms zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter nach dem SGB II auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Forschungsbericht 533, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, August 2019

Anne Lenze (2019): Die Ermittlung der Bedarfe von Kindern – Probleme, Herausforderungen, Vorschläge, Bensheim, Mai 2019

Eurofound (2019): Role of public services in integrating refugees and asylum seekers, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2019
»Following the influx of over three million asylum seekers into the European Union in the three-year period 2015–2017, Member States faced a number of challenges related to integrating the newly arrived into their country. This report explores the role of public services – specifically housing, social services, health and education services – in the social and economic integration of refugees and asylum seekers. It aims to identify the factors that hinder this process and the elements that contribute to successful integration. The overall focus is on destination countries, particularly the three countries most affected by the inflow of refugees and asylum seekers: Austria, Germany and Sweden.«

Christian Hohendanner (2019): Zur Befristungssituation im öffentlichen Dienst. Schriftliche Anhörung des IAB zum Antrag der SPD-Fraktion vom 2.4.2019 „NRW muss Vorreiter werden! – Auf sachgrundlose Befristungen im öffentlichen Dienst verzichten“ zur Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses des Landtags Nordrhein-Westfalen. IAB-Stellungnahme 12/2019, Nürnberg 2019
«In der Stellungnahme berichtet das IAB über die Rolle von befristeter Beschäftigung in Deutschland, insbesondere im öffentlichen Dienst und speziell den Einsatz von sachgrundloser Befristung. Der Autor bilanziert, dass ein Verzicht auf sachgrundlose Befristungen nur bedingt geeignet ist, mehr unbefristete Beschäftigung im öffentlichen Dienst zu schaffen. Lösungsansätze sollten weniger an der arbeitsrechtlichen Frage ansetzen, sondern vielmehr bei den zur Verfügung stehenden Personalmitteln, um in den Personalhaushalten direkt darauf hinzuwirken, mehr Dauerstellen zu schaffen beziehungsweise befristete Beschäftigungsverhältnisse in unbefristete umzuwandeln.«

Christian Ebner und Daniela Rohrbach-Schmidt (2019): Deutliche Unterschiede im Ansehen dualer Ausbildungsberufe in Deutschland, in: BWP – Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 4/2019
»Das Ausbildungssystem und der Arbeitsmarkt sind in Deutschland beruflich organisiert; der Beruf bestimmt maßgeblich über Einkommens- und Karrierechancen und strukturiert Prozesse der Stellensuche und -besetzung. Berufe genießen in der Bevölkerung ein unterschiedlich hohes Ansehen. Das Ansehen spielt bei der Berufswahl von Jugendlichen und bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen eine Rolle. Der Beitrag stellt erste Befunde aus einer aktuellen BIBB-Studie zum Ansehen der 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufe vor.«

Andreas Aust et al. (2019): Verschlossene Türen. Eine Untersuchung zu Einkommensungleichheit und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, Berlin: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband, Paritätische Forschungsstelle, 2019
»Regelmäßig analysiert der Paritätische Armutsbericht die soziale Entwicklung in Deutschland. Zu den zentralen Ergebnissen des jüngsten Berichts 2018 zählen unter anderem folgende Befunde: Die Erträge der günstigen Konjunktur werden sehr ungleich verteilt. Obwohl die Wirtschaft in den vergangenen Jahren gewachsen und die Arbeitslosigkeit gesunken sind, verharrt die Armutsquote auf einem Rekordstand. Die günstige ökonomische Entwicklung kommt bei den Armen nicht an. Zudem zeigt der Armutsbericht, dass Familien – insbesondere Alleinerziehenden-Haushalte und Paare mit drei und mehr Kindern – und damit Kinder in besonderem Maße von Armut betroffen sind: 22,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre sind arm. Kinder und Jugendliche und deren Familien sind damit überdurchschnittlich von Armut betroffen. Zudem zeigt der Blick auf die Gruppe der Armen: Mehr als jede*r fünfte Arme ist minderjährig. Vor diesem Hintergrund wird in dieser Expertise folgenden Fragen nachgegangen: Wie wirkt sich die soziale Ungleichheit für die Kinder aus? Konkret: wie sieht es mit den Konsummöglichkeiten der Familien aus? Steht ausreichend Geld zur Verfügung? Wie viel Geld geben Eltern für ihre Kinder aus? Welche Unterschiede zeigen sich im Vergleich der verschiedenen Familientypen? Welche Entwicklung zeigt sich über die Zeit? Im Zentrum der Auswertung steht die soziale Ungleichheit: Wie viel Geld geben die ärmsten Familien für ihre Kinder aus? Für welche Zwecke? Wie groß ist der Abstand bei diesen Ausgaben zum gesellschaftlichen Durchschnitt? Und: Wie weit ist der Abstand zu den Ausgaben für die Kinder der reichsten Familien? Wie hat sich das Verhältnis von „unten“ und „oben“ über die Zeit entwickelt? Und schließlich: Welche Auswirkungen hat die soziale Ungleichheit für die Teilhabe der Kinder? Inwieweit sind unter den analysierten Bedingungen gleiche Entwicklungschancen für alle Kinder gegeben?«

Michaela Evans und Christoph Scheuplein (2019): Private-Equity-Investitionen im Pflegesektor: Relevanz, Dimensionen und Handlungserfordernisse. Forschung aktuell 08/2019, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen, 2019
»Im deutschen Pflegesektor ist in den vergangenen Jahren ein neuer Akteurstyp aktiv geworden. Private-Equity-Gesellschaften (PEG) investieren temporär, branchen- und länderübergreifend und unterscheiden sich damit von vielen anderen privaten Trägern. Das wachsende Engagement von PEG ist u.a. auf das Nachfragewachstum, auf berechenbare Marktrisiken bei gesicherten Renditechancen sowie auf marktliche Konzentrations- und Konsolidierungsprozesse zurückzuführen. Die PEG wenden vorranging die sogenannte Buy-and-Build-Strategie an, d.h. sie erwerben mehrere kleinere Unternehmen und fügen diese zu einer größeren Unternehmenseinheit zusammen. Damit zielen sie vor allem auf Skalenvorteile durch ihre wachsende Unternehmensgröße. Die im Pflegesektor aktiven PEG unterscheiden sich hinsichtlich ihres Leistungsprofils, der angebotenen Versorgungsformen, ihrer Gründungs- und Entstehungskontexte sowie ihrer Eigentümerstrukturen. Die Leistungen in der Versorgung sind somit differenziert zu betrachten. Notwendig ist mehr Transparenz über die tatsächlichen Eigentümerstrukturen im Pflegesektor. Anlagestrategien, mögliche Hebeleffekte sowie die Vergütungs- und Unternehmenspolitik sind hier wichtige Ansatzpunkte. Dies wäre durch verbindliche versorgungs- und arbeitspolitische Standards zu flankieren.«

Fabian Lindner, Camille Logeay, Rudolf Zwiener und Florian Blank (2019): Demographischer Wandel: Zu den gesamtwirtschaftlichen Effekten höherer Beitragssätze und Steuern, Düsseldorf: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Juli 2019
»Der vor uns liegende demographische Wandel erfordert zusätzliche Mittel für die steigende Zahl an RentnerInnen. Simulationen mit gesamtwirtschaftlichen Modellen legen nahe, dass mit einer Kombination von Steuer- und Beitragsfinanzierung keine nennenswerten negativen Wachstums- und Beschäftigungseffekte verbunden sind. Gleichzeitig kann der zusätzliche Finanzierungsbedarf durch eine schrittweise Einbeziehung von neuen Selbständigen und BeamtInnen in die gesetzliche Rentenversicherung deutlich begrenzt werden und eine zukunftsorientierte Lohn- und Finanzpolitik verteilt die Last des demographischen Wandels auf mehr Erwerbstätige mit einem höheren Einkommen.«

Dirk Hofäcker und Marc André Kellert (2019): Rückkehr in den Arbeitsmarkt oder Verbleib im (vor-)Ruhestand? Empirische Analysen zu den Erwerbsabsichten von älteren Nicht-Erwerbstätigen, in: Informationsdienst Soziale Indikatoren (ISI) 62, Juli 2019
»Jenseits soziodemographischer Merkmale (wie Alter, Geschlecht, Gesundheit oder Bildungshintergrund) stellt die individuelle Erwerbsmotivation einen der wesentlichen Einflussfaktoren bei der Entscheidung älterer Menschen über die Erwerbstätigkeit im höheren Erwerbsalter bzw. die Ruhestandsentscheidung dar. Traditionell liegt in der bisherigen Forschung zur Alterserwerbstätigkeit der Fokus auf Personen in Beschäftigung und deren Gründen zur Bereitschaft in dieser zu verbleiben. Der vorgesehene Beitrag erweitert den Blick auf die Erwerbsmotivation derjenigen Personen, die sich nicht (mehr) in Beschäftigung befinden. Diese bisher kaum erforschte Gruppe ist von besonderer Wichtigkeit, da für die politisch angestrebte Erhöhung der Anzahl älterer Erwerbstätiger neben dem längeren Verbleib derselben im Erwerbsleben ebenso die Reintegration von Personen, die den Arbeitsmarkt vor Erreichen des Rentenalters verlassen, angestrebt werden sollte.«

Andrea Lengerer und Jeanette Bohr (2019): Gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Deutschland. Verbreitung, Entwicklung und soziale Unterschiede, in: Informationsdienst Soziale Indikatoren (ISI) 62, Juli 2019
»Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden zunehmend sichtbar gelebt, gesell-schaftlich akzeptiert und rechtlich anerkannt. Empirisch wird diese zahlenmäßig sehr kleine Gruppe bislang allerdings nur selten betrachtet. Der Mikrozensus bietet aufgrund seiner hohen Fallzahlen die Möglichkeit, gleichgeschlechtliche Partnerschaften im gemeinsamen Haushalt zu identifizieren. Auf Basis dieser Daten wird im vorliegenden Beitrag untersucht, wie verbreitet die gleichgeschlechtliche Partnerwahl in Deutschland ist, wie sie sich seit Mitte der 1990er Jahre entwickelt hat und ob es soziale Unterschiede zwischen Personen in gleichgeschlechtlichen und verschiedengeschlechtlichen Partnerschaften gibt.«

Sacha Garben (2019): Tackling social disruption in the online platform economy. Shifting the narrative to the benefits of (EU) regulation, Brussels: Foundation For European Progressive Studies (FEPS), July 2019

Katarzyna Haverkamp (2019): Soloselbstständigkeit im Handwerk: Ergebnisse des Mikrozensus 2014. Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung 29, Göttingen: Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2019

Thomas Ebert (2019): Zwei Fliegen mit einer Klappe. Denkanstoß für eine Gesamtreform des Alterssicherungssystems, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019
Das deutsche Alterssicherungssystem steht vor der doppelten Herausforderung, trotz demografischen Wandels einerseits ein angemessenes Sicherungssystem zu gewährleisten und andererseits die Beitragsbelastung zu begrenzen. Um „beide Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“, ist eine grundlegende Systemreform erforderlich.

Patrick Briône (2019): Is thursday the new friday? The future of working time and hopes for a four-day week, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, July 2019
»There has been a considerable increase in interest in working time reduction in the UK, with the trade union movement and Labour Party recently joining calls for a four-day week. After a decade of flatlining productivity, UK employers are looking around for innovative solutions. Some have started to experiment with a four-day week to try and boost engagement and reduce presenteeism, while improving employee wellbeing. Case studies suggest the benefits of a four-day week are real and achievable for some, but serious barriers remain to rolling out such a policy more widely across the economy, especially in larger organisations and the public sector.«

Philipp Staab und Lena J. Prediger (2019): Digitalisierung und Polarisierung. Eine Literaturstudie zu den Auswirkungen des digitalen Wandels auf Sozialstruktur und Betriebe. FGW-Studie Digitalisierung von Arbeit 19, Düsseldorf: Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW), Juli 2019
»Die soziale Polarisierungsbewegung, die im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung in der Öffentlichkeit befürchtet wird, ist bereits seit Jahrzehnten real. Eine Fortsetzung dieser Bewegung ist mit oder ohne fortschreitende Digitalisierung wahrscheinlich. Makrodynamiken wie die Globalisierung und Finanzialisierung der Ökonomie, die fortschreitende Tertiarisierung des Arbeitsmarktes sowie vorhandene institutionelle Filtermechanismen deuten in die Richtung einer zwar nicht extrem schnellen, einstweilen aber ungebrochenen Polarisierungsbewegung. Bei beschleunigter Digitalisierung wäre davon auszugehen, dass sich diese Dynamik durch die Veränderungen des Arbeitsmarktes, die schneller eintreten, als sie bewältigt werden können, weiter verschärfen würde. Die betriebliche Ebene erscheint uns dabei als entscheidende Vermittlungsinstanz, die die sozialverträgliche Bearbeitung eines beschleunigten digitalen Wandels zu moderieren hätte.«

Deutsches Netzwerk Primary Nursing (2019): Primary Nursing – Muster des Gelingens. Die erfolgreiche Implementierung des Primary Nursing im stationären & ambulanten Setting, Berlin: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Juli 2019

Marc Ingo Wolter et al. (2019): Wirtschaft 4.0 und die Folgen für Arbeitsmarkt und Ökonomie. Szenario-Rechnungen im Rahmen der fünften Welle der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsprojektionen. Wissenschaftliche Diskussionspapiere 200, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2019

Susanne Seyda (2019): Öffentliche Weiterbildungsförderung stark gestiegen. IW-Kurzbericht 42/2019, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, 2019
»Die Bundesagentur für Arbeit förderte Weiterbildungen im Jahr 2018 mit knapp 1,8 Milliarden Euro. Das ist etwa doppelt so viel wie zwölf Jahre zuvor, als die Hartz IV-Reformen umgesetzt wurden. Vor allem Arbeitslose, die ihre Förderung nach dem Sozialgesetzbuch III bekommen, profitieren von den hohen Ausgaben. Im Schnitt förderte die Bundesagentur jeden Arbeitslosen mit 1.605 Euro – etwa fünf Mal mehr als noch im Jahr 2006. Besonders Weiterbildungen, nach denen die Teilnehmer einen Berufsabschluss haben, treiben die Fördermittel in die Höhe. Mittlerweile nehmen von je 1.000 Arbeitslosen durchschnittlich 18 dieses Angebot wahr. Vor zwölf Jahren waren es lediglich vier. Die Gruppe, die Förderung am dringendsten nötig hat, wird allerdings vernachlässigt. Ein Blick auf die Ausgaben für Hartz IV-Empfänger macht deutlich: Von den 1,8 Milliarden Euro kommt bei ihnen nur wenig an. Seit 2012 stagnieren die Ausgaben für berufliche Weiterbildung, in den vergangenen zwei Jahren gingen sie sogar leicht zurück. Die Jobcenter unterstützen jeden Arbeitslosen, der ALG II erhält, im Schnitt mit nur 331 Euro – nur sieben von 1.000 Arbeitslosen nehmen an Weiterbildungen teil. Gerade Langzeitarbeitslose würden von einer besseren Qualifizierung aber profitieren. Häufig haben sie keinen Berufsabschluss und dadurch wenig Chancen auf einen neuen Berufseinstieg. „Es stellt sich die Frage, ob dieser Bereich strukturell unterfinanziert ist“, sagt Studienautorin Susanne Seyda.«

Konstantin A. Kholodilin, Sebastian Kohl und Tobias Niemeyer (2019): Steuerliche Instrumente der Wohneigentumsförderung. DIW Roundup 135, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), 2019

Britta Matthes, Wolfgang Dauth, Katharina Dengler, Hermann Gartner und Gerd Zika (2019): Digitalisierung der Arbeitswelt: Bisherige Veränderungen und Folgen für Arbeitsmarkt, Ausbildung und Qualifizierung. Beantwortung des Fragenkatalogs zur Anhörung der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ des Deutschen Bundestags am 11. Februar 2019. IAB-Stellungnahme 11/2019, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2019
»Die Stellungnahme beinhaltet die Antworten des IAB zum Fragenkatalog aller Fraktionen im Rahmen der Anhörung der Enquete-Kommission ‚Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt‘ des Deutschen Bundestags am 11. Februar 2019. Das IAB berichtet über die durch die Digitalisierung bisher hervorgerufenen Veränderungen und Folgen für Arbeitsmarkt, Ausbildung und Qualifizierung. Die Autorinnen und Autoren bilanzieren, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass der technologische Fortschritt zu weniger Beschäftigung führt. Allerdings ist es durch die technologischen Entwicklungen zu Strukturverschiebungen zwischen Branchen und Berufen gekommen, was auch weiterhin für die Zukunft erwartet werden kann. Durch die Digitalisierung ergeben sich nicht nur Substituierbarkeits-, sondern auch Produktivitäts- und Inklusionspotenziale. Sie raten zu einer Reduzierung der Zahl der dualen Ausbildungsberufe, weil mit zu starker berufsfachlicher Spezialisierung Erwerbsrisiken verbunden sind. Zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt, empfehlen sie, die Berufsschulen, überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen oder durch Ausbildungsverbünde/-konsortien organisierte Technologiezentren zu zentralen Orten der Wissensvermittlung über die Digitalisierung der Arbeitswelt zu machen. Damit sich Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote besser inhaltlich festlegen lassen, sollten neue Verfahren entwickelt werden, mit denen die in den Berufen, Branchen und Regionen erforderlichen Kompetenzprofile beschrieben werden können. Hilfreich wären außerdem eine engere Verzahnung von Technologieentwicklern und den für Ausbildung und Qualifizierung zuständigen Akteuren sowie eine systematische Begleitung von Technologieforschungsförderung.«

Daniel Behruzi und Fanny Zeise (Hrsg.) (2019): Individuelle Bedürfnisse, Kollektive Aktionen, Politische Alternativen. Beiträge zur neuen Arbeitszeitdebatte, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2019
»Um das Thema Arbeitszeit ist es in den deutschen Gewerkschaften lange still gewesen. Zwar war in der Krise 2008/09 die vorübergehende und von den Beschäftigten größtenteils selbst finanzierte Arbeitszeitverkürzung von zentraler Bedeutung, um Massenentlassungen bei den Stammbelegschaften weitgehend zu vermeiden – ein offensichtlicher Beleg dafür, dass Arbeitszeitverkürzung Beschäftigung sichert –, doch ging die anschließende Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung: In den folgenden Boomjahren wurden Arbeits- und Betriebsnutzungszeiten ausgeweitet, haben die Unternehmen die Flexibilisierung einseitig zu ihren Gunsten vorangetrieben. Zudem berichten Beschäftigte aller Branchen davon, dass sich Arbeitsintensität und -belastung drastisch erhöht haben. Höchste Zeit also, die Fragen nach der Länge und der Verteilung der Arbeitszeiten wieder anzugehen und eine neue (arbeits-)zeitpolitische Offensive zu starten, für die Richard Detje, Sybille Stamm und Florian Wilde bereits 2014 in der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgegebenen Broschüre «Kämpfe um Zeit» plädiert haben. Die Gewerkschaften haben das Thema Arbeitszeit endlich wiederentdeckt und in die tarifpolitischen Auseinandersetzungen getragen, wie die Tarifabschlüsse bei der Bahn, in der Metallindustrie und anderswo dokumentieren. Gleichzeitig arbeiten Unternehmerverbände und (neo-)liberale Politiker*innen unter dem Vorwand der Digitalisierung an der Deregulierung des Arbeitszeitgesetzes. Da die «Kämpfe um Zeit» also wieder entbrannt sind, steht in den Gewerkschaften und in der Linken eine neue Arbeitszeitdebatte an. Diese steckt allerdings noch in den Anfängen. Um sie zu befördern, versammelt die vorliegende Broschüre Beiträge über unterschiedliche Aspekte und aktuelle Entwicklungen.«

Jörg Muscheid (2019): Langfristige Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, Juli 2019

Carola Burkert (2019): Strukturwandel und Beschäftigungsentwicklung in der Finanzbranche in Hessen. IAB Regional Hessen, 01/2019), Nürnberg 2019
»In der Vergangenheit war der Arbeitsmarkt in der Finanzbranche im Bund durch einen Rückgang der Beschäftigungszahlen gekennzeichnet. Für Hessen – speziell den Regierungsbezirk Darmstadt und die Stadt Frankfurt – verlief diese Entwicklung in der Finanzbranche insgesamt jedoch positiv. Frankfurt konnte prozentual im Beobachtungszeitraum 2008 bis 2018 am stärksten zulegen. Allerdings gab es für einzelne Bereiche innerhalb der Finanzbranche auch in Hessen einen Beschäftigungsrückgang. Daneben gibt es eine Tendenz zur Höherqualifizierung der Tätigkeiten und Berufe in der Branche. Die Anzahl von Bankkaufleuten in Ausbildung sank in allen betrachteten Regionen deutlich, während die Anzahl an Auszubildenden in der Gesamtwirtschaft stieg.
Der laufende Strukturwandel ist einerseits durch schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen (z. B. Rückgang der Zinsspanne) sowie aktuelle Herausforderungen (z. B. Digitalisierung) und andererseits durch eine Reduzierung von Filialstandorten gekennzeichnet. Viele Geschäftsfelder und Geschäftsprozesse der Finanzbranche wurden beziehungsweise werden digitalisiert und führen somit zu veränderten Anforderungen und Tätigkeiten bei den Beschäftigten. Die potenziellen Beschäftigungseffekte dieser Digitalisierung schlagen sich in einem hohen Anteil der Beschäftigten in der Finanzbranche nieder, welcher von einem hohen Substituierbarkeitspotenzial gekennzeichnet ist. Die anstehende Novellierung der Ausbildungsordnung für Bankkaufleute ist eine Reaktion auf die Umbrüche in dieser Branche.«

Bundesministerium für Gesundheit* (2019): Konzertierte Aktion Pflege. Vereinbarungen der Arbeitsgruppen 1 bis 5, Berlin, Juni 2019
*) Im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege mit Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Hermann Gartner und Heiko Stüber (2019): Strukturwandel am Arbeitsmarkt seit den 70er Jahren: Arbeitsplatzverluste werden durch neue Arbeitsplätze immer wieder ausgeglichen. IAB-Kurzbericht 13/2019, Nürnberg 2019
»In der öffentlichen Debatte um die zunehmende Digitalisierung wird häufig befürchtet, dass viele Arbeitsplätze wegfallen und menschliche Arbeit teilweise überflüssig werden würde. In dem Kurzbericht werden die Umbrüche am Arbeitsmarkt seit den 1970er Jahren untersucht. Die Autoren zeigen, dass zwar im Zuge der technologischen Entwicklung schon immer Arbeitsplätze verschwunden sind, dass aber gleichzeitig auch immer neue Arbeitsplätze entstehen.«

Volker Kotte (2019): Absolventen und Abbrecher – zum Ausbildungsgeschehen im dualen System Mecklenburg-Vorpommerns. IAB Regional Nord 02/2019, Nürnberg 2019
»Anhand der Ausbildungsjahrganges 2005 – alle Ersteinsteiger in eine duale Berufsausbildung in Mecklenburg-Vorpommern – wird gezeigt, dass die Rate ‚echter‘ Ausbildungsabbrüche im dualen System nur etwa sieben Prozent (7,3 Prozent) beträgt. Rund 9/10 erreichen bis zum 25. Lebensjahr eine berufliche Qualifikation. Die Mehrheit aller Ausbildungen verläuft kontinuierlich. Rund zwei Drittel aller Ausbildungsanfänger in Mecklenburg-Vorpommern weisen in ihrer Erwerbsbiografie lediglich ein (ununterbrochenes) Ausbildungsverhältnis auf und erreichen (mindestens) einen Berufsabschluss. Ein weiteres Viertel unterbricht die Ausbildung und/oder wechselt den Ausbildungsberuf, erreicht aber ebenfalls einen beruflichen Abschluss. Zwischen der erworbenen Qualifikation, dem individuellen Ausbildungsverlauf und dem Berufseinstieg können Zusammenhänge beobachtet werden: Je kontinuierlicher die Ausbildung erfolgt (keine Unterbrechungen, kein Berufswechsel), desto größer ist der Erfolg mit Blick auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung.«

Volker Kotte (2019): Absolventen und Abbrecher – zum Ausbildungsgeschehen im dualen System Schleswig-Holsteins. IAB Regional Nord 01/2019, Nürnberg 2019
»Anhand des Ausbildungsjahrganges 2005 – alle Ersteinsteiger in eine duale Berufsausbildung in Schleswig-Holstein – wird gezeigt, dass die Rate ‚echter‘ Ausbildungsabbrüche im dualen System nur etwa sieben Prozent (7,4 Prozent) beträgt. Rund 9/10 erreichen bis zum 25. Lebensjahr eine berufliche Qualifikation. Die Mehrheit aller Ausbildungen verläuft kontinuierlich. Rund zwei Drittel aller Ausbildungsanfänger in Schleswig-Holstein weisen in ihrer Erwerbsbiografie lediglich ein (ununterbrochenes) Ausbildungsverhältnis auf und erreichen (mindestens) einen Berufsabschluss. Ein weiteres Viertel unterbricht die Ausbildung und/oder wechselt den Ausbildungsberuf, erreicht aber ebenfalls einen beruflichen Abschluss. Zwischen der erworbenen Qualifikation, dem individuellen Ausbildungsverlauf und dem Berufseinstieg können Zusammenhänge beobachtet werden: Je kontinuierlicher die Ausbildung erfolgt (keine Unterbrechungen, kein Berufswechsel), desto größer ist der Erfolg mit Blick auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung.«

Atlantic Fellows for Social and Economic Equity (2019): MIF. Multidimensional Inequality Framework, London: International Inequalities Institute, LSE

Stefan Loos, Martin Albrecht und Karsten Zich (2019): Zukunftsfähige Krankenhausversorgung. Simulation und Analyse einer Neustrukturierung der Krankenhausversorgung am Beispiel einer Versorgungsregion in Nordrhein-Westfalen, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, Juli 2019
»Deutschland hat zu viele Krankenhäuser. Veränderungen der Krankenhaus-Landschaft werden als unumgänglich erachtet. Für diese Studie haben wir mit renommierten Krankenhausexperten ein Zielbild entwickelt, wie künftig eine bessere Versorgung mit weniger Kliniken gewährleistet werden kann. Das Zielbild orientiert sich am Leitgedanken einer qualitativ hochwertigen Versorgung. Es sieht vor, dass die stationär behandlungsbedürftigen Fälle ebenso wie das Fachpersonal in spezialisierten Einheiten zusammengeführt werden. Das IGES Institut hat exemplarisch simuliert, wie sich die Umsetzung des Zielbildes in der Region um Köln und Leverkusen auf die Krankenhaus-Landschaft auswirken würde.«

Anna Godøy and Michael Reich (2019): Minimum Wage Effects in Low-Wage Areas. IRLE Working Paper No. 106-19, Berkeley: Institute for Research on Labor and Employment, University of California, Berkeley, July 2019

CBO (2019): The Effects on Employment and Family Income of Increasing the Federal Minimum Wage, Washington, DC: Congressional Budget Office, July 2019

Michael Rädel, Steffen Bohm, Heinz-Werner Priess, Ulrich Reinacher und Michael Walter (2019): Zahngesundheitsatlas 2019. Deutschland auf den Zahn gefühlt, Berlin: Barmer, 2019

Eurofound (2019): Quality of health and care services in the EU, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2019

European Commission/EACEA/Eurydice (2019): Key Data on Early Childhood Education and Care in Europe. 2019 Edition. Eurydice Report, Luxembourg 2019

Alexandra Fedorets, Markus M. Grabka und Carsten Schröder (2019): Mindestlohn: Nach wie vor erhalten ihn viele anspruchsberechtigte Beschäftigte nicht, in: DIW Wochenbericht, Nr. 28/2019
»Seit gut vier Jahren gilt in Deutschland ein allgemeiner Mindestlohn – doch nach wie vor erhalten ihn viele ArbeitnehmerInnen nicht. Das zeigen neue Berechnungen auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), die die Nichteinhaltung des Mindestlohns für das Jahr 2017 fortschreiben. Demnach wurden selbst bei einer konservativen Schätzung rund 1,3 Millionen anspruchsberechtigte Personen im Rahmen einer Hauptbeschäftigung unterhalb des Mindestlohns bezahlt. Hinzu kommen etwa eine halbe Million Beschäftige in einer Nebentätigkeit. Zwar sind die vertraglich vereinbarten Löhne der zehn Prozent der Beschäftigten mit den niedrigsten Löhnen in den Jahren 2014 bis 2016 um rund 13 Prozent gestiegen. Trotz der erstmaligen Anhebung des Mindestlohns auf 8,84 Euro im Jahr 2017 hat sich dieser positive Trend aber nicht fortgesetzt. Inwiefern die Nichteinhaltung des Mindestlohns mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur verpflichtenden Erfassung der gesamten Arbeitszeiten der Beschäftigten eingedämmt werden kann, hängt von der konkreten Umsetzung dieses Urteils ab. Darüber hinaus wäre die Einführung einer „Fair Pay“-Plakette zur Kennzeichnung von Betrieben, die die Arbeitszeit nachvollziehbar dokumentieren, ratsam. VerbraucherInnen könnten dann – wie beim Biosiegel – bewusste und informierte Konsumentscheidungen treffen.«

Silke Hamann, Daniel Jahn und Rüdiger Wapler (2019): Langzeitarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg. Welche Wege führen rein und welche wieder raus?, Nürnberg 2019
»In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Baden-Württemberg deutlich zu reduzieren. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Arbeitsmarktchancen der Personen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, geringer als die anderer Personengruppen sind. Was ihre Chancen beeinflusst, wird in folgender Studie von zwei Blickwinkeln aus betrachtet: Erstens, welche Faktoren können helfen, dass Arbeitslosigkeit nicht in Langzeitarbeitslosigkeit übergeht. Zweitens, falls eine Person doch langzeitarbeitslos wird, welche Faktoren führen dazu, dass sie die Langzeitarbeitslosigkeit beenden kann. Des Weiteren beschreibt die Studie die Bildungsstruktur der Eltern von Langzeitarbeitslosen. Aus der Studie geht hervor, dass sich im Hinblick auf Langzeitarbeitslosigkeit die Situation für Ältere fundamental anders darstellt als für Jüngere. Ältere, die arbeitslos werden, haben ein deutlich höheres Risiko langzeitarbeitslos zu werden. Gleichzeitig haben sie aber auch im Durchschnitt mehr Zeit in Beschäftigung verbracht, bevor sie arbeitslos wurden. Sie scheinen also relativ lange gut in den Arbeitsmarkt integriert zu sein, aber wenn sie dann arbeitslos werden, finden sie nur selten wieder eine neue Beschäftigung. Die Rolle sowohl der schulischen als auch der beruflichen Bildung wird ebenfalls deutlich. Eine höhere Bildung schützt nicht nur vor Arbeitslosigkeit insgesamt, sondern sie führt auch zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit, dass aus Arbeitslosigkeit Langzeitarbeitslosigkeit entsteht. Wird eine Person ohne Hauptschulabschluss arbeitslos und dauert diese Arbeitslosigkeit mehr als 184 Tage, beträgt das Risiko schon mehr als 50 Prozent, dass die Arbeitslosigkeit in Langzeitarbeitslosigkeit mündet. Für Personen mit Fachhochschulreife oder Abitur sind es dagegen 243 Tage bevor diese Schwelle überschritten wird. Es wird ebenfalls deutlich, dass Alleinerziehende zum einen ein höheres Risiko tragen, dass Arbeitslosigkeit – wenn sie erst einmal eintritt – länger als ein Jahr dauert. Zum anderen ist auch ihre Wahrscheinlichkeit, Langzeitarbeitslosigkeit zu beenden, geringer als für Nicht-Alleinerziehende. Allerdings sind Alleinerziehende im Durchschnitt nach Beendigung der Langzeitarbeitslosigkeit länger (sozialversicherungspflichtig) beschäftigt.«

Kerstin Bruckmeier, Karl Heinz Hausner und Enzo Weber (2019): Ausgleich regionaler Unterschiede: Arbeitslosenversicherung bewirkt regionale Umverteilung. IAB-Kurzbericht, Nr. 12/2019, Nürnberg 2019
»In Deutschland werden einkommensschwächere Regionen durch verschiedene Ausgleichsmechanismen unterstützt. Die regionalen Verteilungswirkungen durch die Einnahmen und Ausgaben der Arbeitslosenversicherung werden im Kurzbericht für die Jahre 2005 bis 2016 dargestellt und mit dem Länderfinanzausgleich verglichen.«

K. Jacobs, A. Kuhlmey, S. Greß, J. Klauber und A. Schwinger (Hrsg.) (2019): Pflege-Report 2019. Mehr Personal in der Langzeitpflege – aber woher?, Berlin: Springer, 2019

Roland Berger (2019): Das Ende des Wachstums. Deutschlands Krankenhäuser zwischen Kostendruck und steigendem Wettbewerb. Roland Berger Krankenhausstudie 2019. München: Roland Berger GmbH, 2019

Martin Brussig und Eva Schulz (2019): Akteure des Return to Work: Rückkehr nach einer gesundheitsbedingten Erwerbsunterbrechung. Forschungsmonitor für den Verbund „Neue Allianzen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit bei gesundheitlichen Einschränkungen“. Forschungsförderung Working Paper, Nr. 146, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2019
»An der Rückkehr nach einer gesundheitsbedingten Erwerbsunterbrechung sind unterschiedliche Akteure im Rahmen verschiedener Maßnahmen beteiligt. In diesem dritten Forschungsmonitor des Forschungsverbunds „Neue Allianzen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit“ werden diese Akteure näher beleuchtet: im Verfahren des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM), bei der Ermöglichung von Arbeit mit Behinderung und Akteure in Kooperationen und Projekten, die eine Wiedereingliederung in Beschäftigung nach einer gesundheitlichen Unterbrechung zum Ziel haben.«

Katalin Fehér, Luciana Hutapea, Norbert Malanowski und Andreas Ratajzcak (2019): Arbeiten in der zukünftig vernetzten Klinik. Forschungsförderung Working Paper, Nr. 143, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2019
»Innovative Technologien sind für Mitbestimmungsakteure ein wichtiges Gestaltungsfeld, zu denen sie wissenschaftliche Expertise benötigen. Das Gesundheitswesen steht gegenwärtig vor neuen Herausforderungen durch Digitalisierung, Vernetzung und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Das Working Paper behandelt das Thema Arbeiten in der zukünftig vernetzten Klinik im Kontext von möglichen Anwendungsfeldern, fördernder und hemmender Faktoren, sowie der sozio-ökonomischen Bedeutung für Beschäftigte und Arbeitgeber in der Branche. Außerdem liefert sie Denkanstöße zu einer frühzeitigen öffentliche Diskussion.«

akzept und Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.) (2019): 6. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2019, Lengerich, 2019

Angela Borgwardt (2019): Lernen für morgen. Finanzierung der Aus- und Weiterbildung. Schriftenreihe Hochschulpolitik Bd. 16, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Michael Opielka (Hrsg.) (2019): Zukunftslabor Schleswig-Holstein. Demographie und Digitalisierung #ZLabSH. ISÖ-Text 2019-1, Siegburg: Institut für Sozialökologie, April 2019

DGB (2019): Berufliche Reha bei den Jobcentern – weiterhin nur geringe Chancen auf Förderung, Berlin: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Bundesvorstand, Juli 2019
»Arbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen haben schlechtere Chancen auf angemessene Förderung, wenn sie vom Jobcenter betreut werden. Die Quote der Reha-Fälle, die nach Krankheit oder Unfall umgeschult werden oder anderweitig Hilfe bekommen, ist beim Jobcenter viel geringer als bei den Agenturen für Arbeit.«

Laura Romeu Gordo, Markus M. Grabka, Alberto Lozano Alcántara, Heribert Engstler und Claudia Vogel (2019): Immer mehr ältere Haushalte sind von steigenden Wohnkosten schwer belastet, in: DIW Wochenbericht Nr. 27/2019
»In diesem Wochenbericht wird die Entwicklung der Wohnkostenbelastung von Haushalten mit einer Referenzperson ab 65 Jahren in Deutschland seit 1996 untersucht. Vor allem Mieterhaushalte sind von der starken Zunahme dieser Kosten betroffen. Im Ergebnis hat sich in dieser Altersgruppe der Anteil der Mieterhaushalte, die eine Mietbelastungsquote (einschließlich aller Nebenkosten) von mehr als 30 Prozent aufweisen, von 38 Prozent auf 63 Prozent im Jahr 2016 stark erhöht. Je niedriger das Haushaltsnettoeinkommen ist, desto höher ist die Mietbelastungsquote. Auch Alleinlebende weisen eine überdurchschnittliche Mietbelastung auf. Gleichzeitig ist die Zahl der Eigentümerhaushalte unter den älteren Personen mit höheren Einkommen gestiegen, wobei deren Wohnkosten relativ gering im Vergleich zu denen von MieterInnen ausfallen. In Deutschland ist es damit zu einer doppelten Polarisierung bei älteren Menschen gekommen: Einerseits findet eine Ausdifferenzierung nach Eigentumsform (Miete vs. Eigentum) statt und gleichzeitig ist die Wohnkostenbelastung gerade bei Mieterhaushalten stark gestiegen. Die Politik ist daher gefordert, neben Verbesserungen beim Wohngeld auch die Förderung des sozialen Wohnungsbaus im Hinblick auf die Bedürfnisse insbesondere einkommensschwacher älterer MieterInnen anzupassen.«

Martin Brussig und Susanne Eva Schulz (2019): Soziale Unterschiede im Mortalitätsrisiko. Das frühere Arbeitsleben beeinflusst die fernere Lebenserwartung. IAQ-Report 2019-06, Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), Juli 2019
Die Lebenserwartung ab dem 65. Lebensjahr (fernere Lebenserwartung) ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland deutlich gestiegen. Die Hälfte der 1960 Geborenen wird voraussichtlich ein Alter von ca. 86 Jahre (Männer) bzw. 90 Jahre (Frauen) erreichen, sofern sie 65 Jahre alt geworden sind. Für die Generation der 1920 Geborenen lagen diese Werte noch bei ca. 80 bzw. 85 Jahren. Frauen haben ab einem Alter von 65 Jahren ein konstant niedrigeres Risiko zu versterben (Mortalitätsrisiko) bzw. eine höhere fernere Lebenserwartung als Männer. Personen mit einer schlechten Selbsteinschätzung ihrer Gesundheit sowie Personen mit einer Behinderung weisen ebenfalls eine niedrigere fernere Lebenserwartung auf. Vorliegende Studien weisen darüber hinaus auf den Einfluss sozioökonomischer Unterschiede hin. So haben Personen in überdurchschnittlichen Einkommenspositionen eine höhere fernere Lebenserwartung als Personen in unterdurchschnittlichen Einkommenspositionen. Auch beim Bildungsniveau zeigt sich ein niedrigeres Mortalitätsrisiko mit steigender Bildung. Ergänzend zu diesen Untersuchungen wird in der hier unternommenen Analyse gezeigt, dass Unterschiede in den Arbeitsbelastungen mit der ferneren Lebenserwartung ab 65 Jahren zusammenhängen. Sie ist niedriger bei sehr hohen Arbeitsbelastungen und höher bei niedrigen Arbeitsbelastungen während der Erwerbsphase.

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen (2019): Die doppelte Pflegegarantie: Plädoyer für ein neues Denken der Pflegeversicherung, Berlin, Juli 2019

Statistisches Bundesamt (2019): Bevölkerung im Wandel. Annahmen und Ergebnisse
der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung
, Wiesbaden, Juni 2019

Isabelle Daugareilh, Christophe Degryse and Philippe Pochet (eds.) (2019): The platform economy and social law: Key issues in comparative perspective. Working Paper 2019.10, Brussels: European Trade Union Institute, 2019
»This Working Paper brings together two parallel but complementary approaches to the impact of the platform economy on working conditions and social law. The first part of the study shows that the business models of some platforms is a combination of technological disruption and social evasion. The second part of this working paper confirms that it is in the gaps and ambiguities in social legislation that platforms are trying to legitimise a business model abrogating all social responsibility. It is in this sense that we can talk about the risk of “social evasion” of several major platforms, exactly in the same way as fiscal evasion.«

Michael Cirkel und Peter Enste (2019): Selbstzweck oder Nutzenstiftung? Digitalisierung im Alter. Forschung Aktuell 2019-07, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen (IAT), Juli 2019

Deutsches Aktien-Institut (2019): Altersvorsorge mit Aktien zukunftsfest machen. Was Deutschland von anderen Ländern lernen kann, Frankfurt am Main, Juni 2019
»In der vergleichenden Studie werden die Erfahrungen von Ländern wie Australien, Großbritannien, Schweden oder den USA mit einem aktienorientierten Ansparverfahren dargestellt. Dabei wird herausgearbeitet, was Deutschland in der Altersvorsorge von diesen Ländern lernen kann.«

Simon Eggert, Daniela Sulmann und Christian Teubner (2019): Medikation in der häuslichen Pflege aus Sicht pflegender Angehöriger, Berlin: Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Juni 2019

Jana Friedrichsen und Renke Schmacker (2019): Die Angst vor Stigmatisierung hindert Menschen daran, Transferleistungen in Anspruch zu nehmen, in: DIW Wochenbericht Nr. 26/2019

Techniker Krankenkasse (Hrsg.) (2019): Gesundheitsreport 2019. Pflegefall Pflegebranche? So geht’s Deutschlands Pflegekräften, Hamburg, Juni 2019

Diakonie Deutschland (2019): Konzept für eine grundlegende Pflegereform. Pflegevollversicherung mit begrenzter Eigenbeteiligung der Versicherten. Diakonie Texte 06.2019, Berlin, Juni 2019

Tobias Knobloch und Carla Hustedt (2019): Der maschinelle Weg zum passenden Personal. Zur Rolle algorithmischer Systeme in der Personalauswahl, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, 2019

Jan Kleibrink, Dennis Huchzermeier und Axel Schrinner (2019): Die Zukunft der medizinischen Versorgung. Eine Studie im Rahmen des Masterplan 2030, Düsseldorf: Handelsblatt Research Institute, 2019

Thomas Kostera und Timo Thranberend (2019): Algorithmen. Technologische Entwicklung in der Medizin braucht gesellschaftlichen Diskurs über Möglichkeiten und Grenzen. Spotlight Gesundheit. Daten, Analysen, Perspektiven, Nr. 1, 2019, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, 2019

Martin Werding und Sebastian Pehle (2019): Das Teilhabegeld für Kinder und Jugendliche: Gestaltungsoptionen und Modellrechnungen, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, Juni 2019
»Mit dem Teilhabegeld schlägt die Bertelsmann Stiftung eine neue finanzielle Leistung für Kinder und Jugendliche vor. Wie könnte die Leistung aussehen, wie wirkt sie und was kostet sie? Diese Fragen beantwortet die Studie von Martin Werding und Sebastian Pehle von der Ruhr-Universität Bochum. Das bisherige System der finanziellen Leistungen für Kinder und ihre Familien ist unübersichtlich, bürokratisch und schafft es nicht, Kinderarmut gezielt zu vermeiden. Daher soll das Teilhabegeld bestehende Leistungen (SGB-II-Regelsätze für Kinder, Kindergeld, Kinderzuschlag, Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets) bündeln und mit dem Einkommen der Eltern abgeschmolzen werden. Die Studie zeigt verschiedene Varianten und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Einführung eines Teilhabegeldes. Sie belegt, dass das Teilhabegeld Kinder und Jugendliche in Familien am unteren Einkommensrand deutlich besser absichern würde und so gezielt Armut vermeiden und Teilhabe ermöglichen könnte. Das Teilhabegeld ist Teil eines von der Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Expertenbeirat entwickelten Konzeptes für eine Teilhabe gewährleistende Existenzsicherung für Kinder und Jugendliche: www.bertelsmann-stiftung.de/konzept-existenzsicherung-kinder

Eric Seils und Helge Baumann (2019): Trends und Verbreitung atypischer Beschäftigung. Eine Auswertung regionaler Daten. Policy Brief Nr. 34, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut, Juni 2019

Thomas Haipeter und Fabian Hoose (2019): Interessenvertretung bei Crowd- und Gigwork. Initiativen zur Regulierung von Plattformarbeit in Deutschland. IAQ-Report 2019-05, Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), 2019
»Die Plattformökonomie bricht mit traditionellen betrieblichen Organisationsformen von Arbeit und geht mit atypischen Beschäftigungsformen – Crowdwork und Gigwork – einher. Plattformen erschweren den Aufbau kollektiver Interessenvertretungsstrukturen, weil ihnen die betrieblichen Strukturen und damit die Kopräsenz und direkte Kommunikation zwischen Beschäftigten fehlen. Dennoch finden sich Initiativen von Beschäftigten und Gewerkschaften zu Etablierung von Interessenvertretungsstrukturen in der Plattformökonomie. Plattformen erweisen sich dafür wegen des Widerstands von Unternehmen, aber auch wegen der Erreichbarkeit von Beschäftigten als schwieriges Terrain. Gewerkschaften müssen daher bei ihren Initiativen Kosten und Nutzen abwägen. Gigwork und die lokale Gebundenheit von Dienstleistungen begünstigen Bottom-Up-Initiativen von Beschäftigten.«

Florian Blank und Wolfgang Brehmer (2019): Betriebliche Praxis der Beschäftigung im Rentenalter. WSI Report Nr. 51, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Juni 2019
»In jüngster Zeit ist wiederholt gefordert worden, gesetzliche und tarifliche Regelungen zur Weiterbeschäftigung von Personen im Rentenalter anzupassen. In diesem Report wird anhand von Daten der WSI-Betriebsrätebefragung analysiert, ob und wie Frauen und Männer im Rentenalter ihre Erwerbstätigkeit fortsetzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Weiterbeschäftigung von Rentnerinnen und Rentnern in mitbestimmten Betrieben bereits heute weit verbreitet ist: Zwar sind nur ein Prozent aller Beschäftigten im Rentenalter, aber knapp über 40 Prozent der Betriebe mit Betriebsrat haben zumindest einen Beschäftigten dieser Gruppe. Dabei finden sich deutliche Unterschiede zwischen Branchen. Dies legt nahe, dass die betrieblichen Möglichkeiten und Notwendigkeiten sowie die Wünsche der Beschäftigten einen größeren Einfluss auf die Weiterbeschäftigung Älterer haben als gesetzliche oder tarifliche Regelungen. In der Regel werden die Älteren abhängig beschäftigt. Häufig handelt es sich dabei um geringfügige und befristete Arbeit. Die Erwerbstätigkeit wird an die gewandelten Bedürfnisse von Arbeitgebern und Beschäftigten angepasst. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass eine weitere Deregulierung der Beschäftigungsbedingungen oberhalb der Altersgrenze der Rentenversicherung notwendig ist.«

Till Baldenius, Sebastian Kohl und Moritz Schularick (2019): Die neue Wohnungsfrage. Gewinner und Verlierer des deutschen Immobilienbooms, Juni 2019

Tanja Kiziak, Frederick Sixtus und Reiner Klingholz (2019): Von individuellen und institutionellen Hürden. Der lange Weg zur Arbeitsmarktintegration Geflüchteter, Berlin: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Juni 2019
Die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten gelingt derzeit zwar besser als anfangs erwartet, bleibt aber schwierig. Aufgrund der Fluchtsituation haben die Menschen individuelle Hürden im Gepäck, zum Beispiel mangelnde Sprachkenntnisse oder fehlendes Wissen über den deutschen Arbeitsmarkt. In Deutschland angekommen, finden sie dann zusätzliche, institutionelle Hürden vor, die Politik und Verwaltung aufbauen. Die Sachlage in letzterem Bereich lässt sich in drei Thesen zusammenfassen: Die Zuständigkeiten sind über zu viele Akteure verteilt, die Gesetzeslage ist zu komplex und die Anforderungen an die Geflüchteten sind zu restriktiv. Hier muss die Politik nachbessern. Das Papier basiert auf zwei Workshops und zahlreichen Einzelinterviews mit Geflüchteten sowie mit Experten aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Thomas Dohmen und Jonas Radbruch (2019): Armut und Handlungskompetenz. Forschungsbericht 529, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Mai 2019
Die Kurzexpertise systematisiert mögliche wechselseitige Beziehungen zwischen Armut und Handlungskompetenzen. Anhand der Ergebnisse empirischer Untersuchungen wird überprüft, inwieweit Zustände und Erfahrungen von Einkommensarmut Handlungskompetenzen verändern und so die Überwindung von Armut erschweren. Es ergibt sich ein komplexes Bild von wechselseitigen Beziehungen zwischen Armut und Handlungskompetenzen, das die Forschung noch nicht vollständig entschlüsselt hat. Unabhängig von einer möglichen wechselseitigen Beziehung sind jedoch Maßnahmen zur Stärkung von Handlungskompetenzen ein geeignetes Instrument zur nachhaltigen Armutsbekämpfung. Die Kurzexpertise beschreibt daher die Wirkungen ausgewählter Interventionen, die auf die Veränderung von Handlungskompetenzen abzielen und diskutiert deren Übertragbarkeit auf andere Zielgruppen und Regionen.

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion (2019): Faire Chancen für jedes Kind – Grünes Konzept für eine Kindergrundsicherung, Berlin, Juni 2019

Bernhard Emunds, Jonas Hagedorn, Simone Leiber und Verena Rossow (2019): Hintergrundpapier zum Fachworkshop: Gestaltungsoptionen der sogenannten „24-Stunden-Pflege“, Darmstadt, 04. Juni 2019

Malte Lübker (2019): Europäischer Tarifbericht des WSI 2018/2019. Positive Tariflohnentwicklung stabilisiert Wachstum in Europa, WSI Report Nr. 50, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Juni 2019

Marcel Helbig und Stefanie Jähnen (2019): Wo findet „Integration“ statt? Die sozialräumliche Verteilung von Zuwanderern in den deutschen Städten zwischen 2014 und 2017. Discussion Paper P 2019-003, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Juni 2019

Luciana Hutapea und Norbert Malanowski (2019): Neue Geschäftsmodelle in der Ernährungsindustrie und im Lebensmitteleinzelhandel. Forschungsförderung Working Paper, Nr. 141, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2019

Markus Ellmer et al. (2019): Platform workers centre stage! Taking stock of current debates and approaches for improving the conditions of platform work in Europe. Forschungsförderung Working Paper, Nr. 140, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2019

Christoph Busch (2019): Der Mittelstand in der Plattformökonomie. Mehr Fairness für KMU auf digitalen Märkten, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Teresa Backhaus and Kai-Uwe Müller (2019): Does the German Minimum Wage Help Low Income Households? Evidence from Observed Outcomes and the Simulation of Potential Effects. Discussion Papers 1805, Berlin: German Institute for Economic Research (DIW), May 2019

Silvia Rocha-Akis et al. (2019): Umverteilung durch den Staat in Österreich 2015, Wien: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Mai 2019
»Die vorliegende Umverteilungsstudie des WIFO zum Jahr 2015 beruht auf den aktuellsten verfügbaren und verknüpfbaren Daten. Ausgehend von der Verteilung der Markt- und Primäreinkommen (Markteinkommen, Pensionen und nettoimputierte Mieten) werden die Verteilungswirkungen der von den privaten Haushalten geleisteten Sozialbeiträge, direkten und indirekten Steuern und der von ihnen empfangenen Geld- und Sachleistungen der öffentlichen Hand in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Familie, Wohnen, Arbeitslosigkeit und Bedarfsorientierte Mindestsicherung analysiert. Vor Umverteilung betrug das durchschnittliche Einkommen der Haushalte im obersten Zehntel der Einkommensverteilung das 30-Fache der Haushalte im untersten Zehntel, nach Umverteilung nur das 5,5-Fache. Die Umverteilung erfolgte von den Haushalten im oberen zu den Haushalten im unteren Drittel der Verteilung der Primäreinkommen. Öffentliche Sachleistungen lieferten den größten Beitrag zur Umschichtung vor den einkommensabhängigen Abgaben (Sozialbeiträge und direkte Steuern) und den öffentlichen Geldleistungen (ohne Pensionen). Die regressive Wirkung der indirekten Steuern senkte das Umverteilungsausmaß leicht. War die Ungleichheit sowohl der Primär- als auch der Sekundäreinkommen (Primäreinkommen nach Abzug aller direkten und indirekten Abgaben zuzüglich aller öffentlichen Geld- und Sachleistungen) zwischen 2000 und 2010 gestiegen, so kehrte sich diese Entwicklung zwischen 2010 und 2015 um. Da sich in diesem Zeitraum auch das Ausmaß der Umverteilung erhöhte, ging die Ungleichheit der Sekundärverteilung noch stärker zurück. Dieser Entwicklung lagen gegenläufige Veränderungen in Haushalten mit unterschiedlichen soziodemographischen Merkmalen zugrunde. – Die Analyse verwendet Daten aus dem European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC), der Konsumerhebung und dem Household Finance and Consumption Survey (HFCS).«

Ulrike Famira-Mühlberger und Matthias Firgo (2018): Aktuelle und künftige Versorgungsfunktion der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste in Österreich, Wien: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Dezember 2018

Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) (2019): Konzertierte Aktion Pflege. Vereinbarungen der Arbeitsgruppen 1 bis 5, Berlin, Juni 2019

Gerd Zika et al. (2019): BMAS-Prognose „Digitalisierte Arbeitswelt“. IAB-Forschungsbericht 5/2019, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2019

Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.) (2019): Es ist Zeit für einen neuen Aufbruch! Handlungsbedarfe zur Reform der psychosozialen Versorgung 44 Jahre nach der Psychiatrie-Enquete. Positionspapier, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Andrea Gyarmati (2019): Ageing and care for the elderly in Hungary. General survey and problems, Budapest: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Meike Hemschemeier, Meik Bittkowski und Volker Stollorz (2019): Mindestmengen im Krankenhaus – Bilanz und Neustart, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, 2019

Ramón Peña-Casas, Dalila Ghailani, Slavina Spasova and Bart Vanhercke (2019): In-work poverty in Europe. A study of national policies, Brussels: European Commission, 2019

Melanie Ratzka und Andreas Kämper (2018): Befragung obdachloser, auf der Straße lebender Menschen und wohnungsloser, öffentlich-rechtlich untergebrachter Haushalte 2018 in Hamburg. Auswertungsbericht. Im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Bielefeld: Gesellschaft für Organisation und Entscheidung (GOE), November 2018
(veröffentlicht als Drucksache 21/17230 der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg vom 16.05.2019)

A. David, J. Terstriep, P. Sospiro and E. Scibè (2019): Migrants’ Digital Knowledge Flows. How Digital Transformation Shapes Social Behaviour. Forschung Aktuell =6-2019, Gelsenkirchen: Institut für Arbeit und Technik, 2019
From a macro-perspective, digital transformation regarded as a continuous process not only impacts our daily lives but also influences social phenomena such as migration processes. Rather than a luxury item, for refugees’ smart­phones appear to open a “new window” to the outside world which influence social behaviour. Digital, real-time knowledge and information exchange helps refugees to find orientation on their escape routes and the receiving country and thus, is likely to affect migration processes. Digital apps and social media in particular are important information and communication channels which accelerate the circulation of information, on the other hand, however, they might also contribute to the creation of positive and negative myths about destination countries.

Armin Höland und Felix Welti (Hrsg.) (2019): Recht und Praxis der Widerspruchsausschüsse in der Sozialversicherung. Bestandsaufnahme und Wirkungsanalyse. Study 411, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2019
Widerspruchsausschüsse sind weitgehend unbekannte Institutionen im Sozialstaat, haben aber eine hohe Bedeutung für Versicherte: Mehr als 800.000 Widersprüche werden jährlich gegen Entscheidungen von sozialen Sicherungsträgern erhoben, und ein Teil davon wird dann in Widerspruchsausschüssen behandelt. Auf Basis einer Befragung von Mitgliedern in Widerspruchsausschüssen und einer Analyse von Gerichtsakten liegen mit diesem Band nun Ergebnisse und Einordnungen zu Verfahrens- und Konfliktaustragungsmustern aus rechtlicher, soziologischer, politik- und verwaltungswissenschaftlicher Sicht vor.

Hermann Buslei, Björn Fischer, Johannes Geyer und Anna Hammerschmid (2019): Das Rentenniveau spielt eine wesentliche Rolle für das Armutsrisiko im Alter, DIW Wochenbericht Nr. 21+22/2019
»Im Bericht werden die Auswirkungen eines zukünftig sinkenden Rentenniveaus auf das Ausmaß der Altersarmut in verschiedenen Szenarien untersucht. Das verfügbare Haushaltseinkommen wird anhand eines Querschnittes von Daten aus dem Jahr 2015 simuliert. Von sonstigen Verhaltensänderungen wird explizit abgesehen. Armut wird dabei anhand zweier üblicher Indikatoren gemessen: der Armutsrisikoquote und der Grundsicherungsquote im Alter. Die Simulation der künftigen Armutsentwicklung bis ins Jahr 2045 zeigt in allen Szenarien einen Anstieg der Armutsrisikoquote im Alter an. Die Entwicklung der Grundsicherungsquote ist hingegen vergleichsweise stärker von den getroffenen Annahmen zur Fortschreibung der Preis- und Unterkunftskostenentwicklung abhängig. Der erwartete Anstieg der Armutsrisikoquote weist auf einen Handlungsbedarf des Gesetzgebers hin. Zur Einkommenssicherung bei einkommensschwachen Haushalten bieten sich vor allem Reformen der kollektiven Alterssicherungssysteme an, da hier gezielt umverteilt werden kann. Das kann innerhalb der gesetzlichen Rente auch in der kurzen Frist erreicht werden. Für die längere Frist wäre zum Beispiel der Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge insbesondere für Personen mit unterdurchschnittlichem Einkommen eine Möglichkeit.«

Verena Tobsch und Elke Holst (2019): Potenziale unfreiwilliger Teilzeit in Deutschland. SOEPpapers on Multidisciplinary Panel Data Research 1032, Berlin 2019

Heiko Burret und Oliver Ehrentraut (2019): Altersvorsorgebedarf im Zeitverlauf. Gesetzliche Renten und Zusatzvorsorge für Versicherte verschiedener Generationen. Studie im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Basel: Prognos, Mai 2019

Reiner Braun et al. (2019): Revitalisierung der Riester-Rente. Vorschläge zur Vereinfachung der Förder-Systematik und zur Erhöhung der Rendite, Berlin: Deutsches Institut für Altersvorsorge, Mai 2019

Enzo Weber (2019): Digitale Soziale Sicherung. Entwurf eines Konzepts für das 21. Jahrhundert. Working Paper Forschungsförderung Nummer 137, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Mai 2019

Lars Eric Kroll, Mandy Schulz, Ramona Hering, Thomas Czihal und Dominik von Stillfried (2019): Bedarfsprojektion für Medizinstudienplätze in Deutschland, Berlin: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland, Mai 2019

Elke Alsago (2019): Zur Geschichte von Fachberatung für Kindertageseinrichtungen. Wechselwirkungen zwischen Historien, Biografien, sozialen Konstruktionen und Selbstkonstruktionen. Dissertation an der Fakultät Bildung der Leuphana Universität Lüneburg, 2019

Martin Bujard, Detlev Lück, Jasmin Passet-Wittig und Linda Lux (2019): Drei Kinder und mehr – Familien aus der Mitte der Gesellschaft, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, 2019

Christoper Schmidt (2019): Integration von Geflüchteten in die Pflege – Erfahrungen aus der Praxis. Forschung Aktuell 05-2019, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen, Mai 2019
»Pflegeunternehmen sehen die Integration von Geflüchteten als Chance, dem Personalnotstand in der Pflege partiell zu begegnen. Mangelndes Wissen in der Arbeitsvermittlung über das vielfältige Berufsfeld Pflege befördert auch die Annahme, dass das Berufsfeld für Geflüchtete nicht interessant sei. Einrichtungen und Pflegeteams profitieren von erfolgreichen Integrationsprozessen, denn durch die Einstellung Geflüchteter erweitern sich die kulturellen Kompetenzen der Pflegeteams. Die Arbeitsplatzintegration ist kein Selbstläufer, insbesondere kleineren Einrichtungen fehlen Ressourcen, die häufig durch freiwilliges Engagement ausgeglichen werden. Eine reine Qualifikations- und Zertifikatsorientierung greift zu kurz. Geschlechtsspezifische Konfliktlagen konnten in der betrieblichen Praxis nicht bestätigt werden. Es zeigte sich aber die Gefahr, dass Kommunikationsprobleme in der betrieblichen Praxis zu Führungsproblemen umdefiniert werden. Die Bildung einer einrichtungsinternen Projektgruppe, die sich intensiv mit der Thematik beschäftigt, kann vor allem bei der Einstellung mehrerer geflüchteter Personen eine große Hilfestellung darstellen. Zu niedrige Assessments sollten bei der Einstellung geflüchteter Personen vermieden werden.«

Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 21-23/2019: Polizei
»In den vergangenen Jahrzehnten hat mit dem wachsenden Sicherheitsbedürfnis in der Gesellschaft der präventive Aspekt von Polizeiarbeit an Bedeutung gewonnen. Wie sich aktuell an den Novellierungen der Polizeigesetze in Deutschland zeigt, geht damit eine Ausdehnung des gesetzlichen Rahmens polizeilichen Handelns einher. Als einzige Institution, die befugt ist, physischen Zwang einzusetzen, kann die Polizei weit in die durch die Verfassung geschützten Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger eingreifen. Daher wird eine solche Entwicklung im freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat von einer kritischen Reflexion begleitet, insbesondere vor dem Hintergrund umstrittener Polizeigewalt, rechtsextremer Verbindungen von Polizeibeamten sowie von Diskussionen über den diskriminierenden Charakter von Polizeipraktiken.«

Carola Burkert (2019): Strukturwandel und Beschäftigungsentwicklung in der Finanzbranche in Deutschland. IAB-Stellungnahme Nr. 5/2019, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2019
»Seit einigen Jahren ist der Arbeitsmarkt in der Finanzbranche sowohl durch einen Rückgang der Beschäftigungs- als auch der Ausbildungszahlen gekennzeichnet. Daneben gibt es eine Tendenz zur Höherqualifizierung der Tätigkeiten und Berufe in der Branche. Der laufende Strukturwandel ist einerseits durch schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen (z. B. Rückgang der Zinsspanne) und aktuelle Herausforderungen (wie z. B. eine Reduzierung der Filialen) gekennzeichnet. Viele Geschäftsfelder und Geschäftsprozesse der Finanzbranche wurden beziehungsweise werden digitalisiert und führen somit zu veränderten Anforderungen und Tätigkeiten bei den Beschäftigten. Die potenziellen Beschäftigungseffekte der digitalen Transformation schlagen sich in einem hohen Anteil der Beschäftigten in der Finanzbranche nieder, welcher von einem hohen Substituierbarkeitspotenzial gekennzeichnet ist. Die anstehende Novellierung der Ausbildungsordnung für Bankkauffrau/Bankkaufmann ist eine Reaktion auf die Umbrüche in dieser Branche.«

Elke Ahlers und Serife Erol (2019): Arbeitsverdichtung in den Betrieben? Empirische Befunde aus der WSI-Betriebsrätebefragung. Policy Brief WSI Nr. 33, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Mai 2019

Kurt Vandaele (2019): Bleak prospects: mapping trade union membership in Europe since 2000, Brussels: European Trade Union Institute, 2019

Christian Alt, Angelika Guglhör-Rudan, Katrin Hüsken und Ursula Winklhofer (2019): Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder: Kosten des Ausbaus bei Umsetzung des Rechtsanspruchs, München: Deutsches Jugendinstitut, 14. Mai 2019

Manuel Siegert (2019): Die sozialen Kontakte Geflüchteter. BAMF-Kurzanalyse 04/2019, Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, April 2019

IAB (2019): Flüchtlingsmonitoring: Endbericht. Erstellt im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), April 2019

Jule Adriaans, Stefan Liebig und Jürgen Schupp (2019): Zustimmung für bedingungsloses Grundeinkommen eher bei jungen, bei besser gebildeten Menschen sowie in unteren Einkommensschichten, in: DIW Wochenbericht Nr. 15/2019
Repräsentative Befragungsergebnisse zeigen in Deutschland seit 2016/17 eine stabile Zustimmungsrate zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, zwischen 45 und 52 Prozent; im europäischen Vergleich sind diese Zustimmungsraten eher gering. Gerade junge, höher gebildete und von Armut bedrohte Menschen unterstützen in Deutschland die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. Aber nicht nur die eigene Position, sondern auch subjektive Gerechtigkeitseinstellungen stehen im Zusammenhang mit der Einstellung zum bedingungslosen Grundeinkommen. Leistungsgerechtigkeit und bedingungsloses Grundeinkommen stehen scheinbar im Widerspruch. Werden hingegen Defizite bei der Deckung des Bedarfs im unteren Einkommensbereich der Gesellschaft festgestellt, geht dies eher mit einer Befürwortung des bedingungslosen Grundeinkommens einher. Die Analysen zeigen somit, dass die Einstellung zum bedingungslosen Grundeinkommen bestimmten Mustern und sozialen Regelmäßigkeiten folgt und im Zeitraum 2016 bis 2018 relativ stabil ist. Solange die gesellschaftlichen Kosten und Nutzen der Einführung eines solchen Grundeinkommens weitestgehend unklar sind, ist der vergleichsweise hohe Anteil an Befürworterinnen und Befürwortern mit Vorsicht zu interpretieren und nicht gleichzusetzen mit einer tatsächlichen Reformbereitschaft in der Bevölkerung.

Christine Arentz (2019): Szenarien zur zukünftigen Finanzentwicklung der Sozialen Pflegeversicherung. WIP-Analyse Nr. 2/2019, Köln: WIP – Wissenschaftliches Institut der PKV, April 2019

Thorsten Schulten, Malte Lübker und Reinhard Bispinck (2019): Tarifverträge und Tarifflucht in Sachsen. Study Nr. 19, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Mai 2019
Sachsen bildet mit einer Tarifbindung von 39 Prozent der Beschäftigten und 15 Prozent der Betriebe von allen Bundesländern mit Abstand das Schlusslicht in Deutschland. Dies gilt, obwohl die sächsische Wirtschaftsstruktur mit seinen industriellen Kernen eine höhere Tarifbindung eher begünstigt. Die Ursache für die extrem niedrige Tarifbindung liegt vor allem im Verhalten von Politik und Wirtschaft, die lange Zeit dem Leitbild des Billiglohnlandes Sachsen gefolgt sind. Im Rahmen dieser Studie werden die Entwicklung der Tarifbindung im Freistaat und die Auswirkungen auf die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen analysiert. Außerdem werden Ansatzpunkte zur Restabilisierung des Tarifvertragssystems in Sachsen diskutiert.

Bundesagentur für Arbeit (2019): Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich, Nürnberg, Mai 2019

Alexander Furtner et al. (2019): Rekommunalisierung in Europa, Wien: Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung, Februar 2019
700 Rekommunalisierungen in den letzten 20 Jahren zeigen, dass die Kommunen die Eigenerbringung wiederentdecken. Wenn auch die Europäische Union ihren Liberalisierungskurs unbeirrt fortsetzt. Doch die bisherigen Rückübertragungen zeigen: Die Kommunen sind oft leistungsfähiger und kostengünstiger als private Anbieter.

Magnus Brosig (2019): Der Wert guter Renten, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, Mai 2019

Yvonne Lott und Lorena Eulgem (2019): Lohnnachteile durch Mutterschaft. Helfen flexible Arbeitszeiten? WSI Report Nr. 49, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut, Mai 2019

Catherine Bettina Baethge et al. (2019): Plattformarbeit in Deutschland. Freie und flexible Arbeit ohne soziale Sicherung, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, Mai 2019

Hans-Jürgen Papier (2019): Mindestsicherungselemente im System der Alterssicherung: Spielräume und Grenzen aus verfassungsrechtlicher Sicht, in: Deutsche Rentenversicherung, Heft 1/2019,
Eine Aufstockung niedriger Renten auf einen Mindestbetrag, der oberhalb der Grundsicherung liegen würde, beinhaltete einen gleichheitswidrigen Systembruch. Der Gesetzgeber sollte im Recht der gesetzlichen Rentenversicherung systemsprengende Elemente meiden, die ganz eindeutig dem versicherungsfremden Fürsorgeprinzip zuzuordnen sind. Altersarmut kann effektiv nur bekämpft werden durch bedarfs- und bedürfnisorientierte Leistungen. Wird das geltende Recht der Grundsicherung für nicht mehr hinreichend erachtet, dann muss der Gesetzgeber dort ansetzen.

Sabine Klinger and Enzo Weber (2019): GDP-Employment Decoupling and the Slow-down of Productivity Growth in Germany. IAB-Discussion Paper 12/2019, Nürnberg 2019
This paper investigates the time-varying relationship between German output and employment growth, in particular their decoupling in recent years. We estimate a correlated unobserved com- ponents model that allows for persistent and cyclical time variation in the employment-GDP link- age as well as an additional employment component beyond the one linked to GDP. Controlling for the latter yields a more precise classification of what is a jobless recovery or a labour hoarding recession. We find that productivity growth has slowed down since the Great Recession because the co-movement of employment and GDP has loosened while the co-movement with other vari- ables than GDP has become tighter. The decoupling is of permanent nature. The development of the time-varying parameter goes hand in hand with the change of the sectoral composition of the economy, especially with the rise of the service sector. Beyond that, recent employment growth would not have been that strong if labour market tightness had not been that high and – to some minor extent – if immigration, wage moderation and working time reductions had not taken place.

Jochen Pimpertz (2019): Indikatoren zur GKV-Finanzentwicklung und ihre normativen Implikationen, in: IW-Trends, Heft 1/2019
Der Anteil der Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung am Bruttonationaleinkommen ist zwar seit der Wiedervereinigung von 5,9 auf 6,9 Prozent gestiegen. Abgesehen von dem Niveausprung nach der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 blieb die Quote aber weitgehend stabil. Ein anderes Bild ergibt sich, sobald die GKV-Ausgaben pro Kopf betrachtet werden: Seit 1991 sind die Ausgaben je Versicherten jedes Jahr um durchschnittlich rund 1 Prozentpunkt stärker gestiegen als die beitragspflichtigen Einkommen pro Kopf. Diese Differenz bleibt bestehen, wenn beide Größen auf die beitragszahlenden Mitglieder bezogen werden. Auch im Vergleich zu den Konsummöglichkeiten der Gesellschaft, deren Entwicklung über das Bruttonationaleinkommen je Einwohner beschrieben wird, wachsen die GKV-Ausgaben pro Kopf überproportional stark. Dagegen ist die Finanzierungsbasis der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht erodiert. Je GKV-Mitglied haben sich die beitragspflichtigen Einkommen mit annähernd gleicher Dynamik entwickelt wie die durchschnittlichen Arbeitnehmerentgelte. Allerdings ist das Volkseinkommen je Einwohner etwas stärker gewachsen. Für die Diskussion um den Vorrang einer einnahmen- oder ausgabenorientierten Gesundheitspolitik gibt der Befund deshalb deutliche Orientierung: Eine Reform der Beitragsfinanzierung mag aus verteilungspolitischen Erwägungen opportun erscheinen, die drängenden Probleme auf der Ausgabenseite werden damit aber nicht behoben.

Markus M. Grabka, Jan Goebel und Stefan Liebig (2019): Wiederanstieg der Einkommensungleichheit – aber auch deutlich steigende Realeinkommen, in: DIW Wochenbericht, Nr. 19/2019
Von 1991 bis 2016 sind die verfügbaren bedarfsgewichteten Einkommen der privaten Haushalte in Deutschland real im Durchschnitt um 18 Prozent gestiegen. Dieser Zuwachs fallt aber je nach Einkommensposition unterschiedlich aus. Im Ergebnis ist die Ungleichheit der verfügbaren Haushaltseinkommen seit der Finanzmarktkrise gestiegen. Das zeigt die vorliegende Studie auf Basis von Daten der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Die Armutsrisikoquote verbleibt im Jahr 2016 weiterhin bei einem Wert von 16,6 Prozent im Vergleich zu rund elf Prozent Mitte der 1990er Jahre. Erwerbstätigkeit allein ist nicht mehr ausreichend, um vor Einkommensarmut zu schützen. Denn geht in einem Haushalt nur eine Person einer Beschäftigung nach, so hat sich seit 1991 das Armutsrisiko für diesen Haushaltstyp verdoppelt. Insbesondere in städtischen Regionen hat die Zahl der Niedrigeinkommensbezieher stark zugenommen. Will man dem entgegensteuern, so bedarf es unter anderem höherer Lohnabschlüsse oder eines Zurückdrängens von Minijobs. Daneben fehlt es zunehmend an bezahlbarem Wohnraum, so dass auch der Bau von preiswertem Wohnraum in den Fokus der Politik rücken sollte.

Uwe Fachinger (2019): Auftraggeberbeteiligung in der Alterssicherung von Solo-Selbständigen. Status quo und Optionen für eine Neuregelung. Forschungsförderung Working Paper, Nr. 134. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2019
Digitale Plattformen sind mittlerweile ein verbreitetes Geschäftsmodell. Damit nimmt auch die digital vermittelte Arbeit zu, die meist von Solo-Selbständigen ausgeführt wird. Solo-Selbständige sind bisher nicht verpflichtet, für das Alter vorzusorgen, und Plattformen beteiligen sich nicht an der Finanzierung der sozialen Sicherung. Daher steht nun an, diese soziale Schutzlücke zu schließen. Die vorliegende Expertise analysiert bestehende Regelungen für die heterogene Gruppe der selbständig Erwerbstätigen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Auf dieser Basis werden Optionen für eine Neuregelung der Finanzierung zur Alterssicherung von Solo-Selbständigen ausgelotet.

Christopher Smith Ochoa (2019): Eine Diskursanalyse der öffentlichen Diskussion um sozioökonomischer Ungleichheit in Deutschland. Forschungsförderung Working Paper, Nr. 131, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2019
Der Beitrag ist die erste Untersuchung der sozioökonomischen Ungleichheitsdiskussion in Deutschland im Kontext der Finanzkrise. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass trotz einer verstärkten Problematisierung von Ungleichheit keine entscheidenden politischen Maßnahmen in dieser Frage ergriffen wurden. Die diskursanalytischen Ergebnisse zeigen, dass die Debatte zwar durch drei alternative Storylines geprägt wird, die Diskussion aber hauptsächlich um die Frage der „richtigen“ Fakten kreist. Unter diesen Bedingungen fällt eine Debatte über Reformmaßnahmen schwer, selbst dann, wenn die Problematik sozio-ökonomischer Ungleichheit grundsätzlich akzeptiert wird.

Eurofound and International Labour Organization (2019): Working conditions in a global perspective, Luxembourg/Geneva 2019

Bundesagentur für Arbeit (2019): Situation schwerbehinderter Menschen, Nürnberg, April 2019

Bundesagentur für Arbeit (2019): Akademikerinnen und Akademiker, Nürnberg, April 2019

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (2019): Die demografische Lage der Nation. Wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen sind, Berlin, April 2019
»Dank Zuwanderung und leicht gestiegener Kinderzahlen erlebt Deutschland aktuell ein demografisches Zwischenhoch. Die Einwohnerzahl ist mit rund 83 Millionen auf eine neue Rekordmarke geklettert. Doch die eigentlichen Herausforderungen des demografischen Wandels sind damit nicht aus der Welt: Weniger Arbeitskräfte, steigende Kosten in den Sozialsystemen und immer stärker zu Tage tretende regionale Verwerfungen verlangen nach neuen Antworten von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Berlin-Institut hat die demografische Lage der Nation untersucht und erstmals eine eigene, regionale Bevölkerungsprognose für alle 401 Kreise und kreisfreien Städte berechnen lassen. Welche Städte mit einem weiterem Zulauf an Mitbürgern rechnen können, wo auch im Osten blühende Landschaften entstehen, welche Landstriche zu veröden drohen und wo bald schon vier Beerdigungen auf eine Geburt kommen werden, zeigt die neue Studie.«

Kurt Vandaele, Agnieszka Piasna and Jan Drahokoupil (2019): ‘Algorithm breakers’ are not
a different ‘species’: attitudes towards trade unions of Deliveroo riders in Belgium
. Working Paper 2019.06, Brussels: European Trade Union Institute, 2019
This working paper investigates a rare case of platform work performed in the realm of regulated employment and explores the attitudes of platform workers towards collective representation. Using a case study of Deliveroo, a food delivery platform, the paper argues that platform workers are not essentially different to their peers in their attitudes towards trade unions. The paper finds that the riders do not generally hold negative views towards unions, and do not consider unions incompatible with platform work. Instead, there has been a lack of union activity in reaching out to riders as a reason for their non-membership.

Claus Zanker (2019): Ämter ohne Aktenordner? E-Government und Gute Arbeit in der digitalisierten Verwaltung, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Philipp Fink, Martin Hennicke, Heinrich Tiemann (2019): Ungleiches Deutschland. Sozioökonomischer Disparitätenbericht 2019, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Stefan Fina, Frank Osterhage, Jutta Rönsch, Karsten Rusche, Stefan Siedentop,
Ralf Zimmer-Hegmann und Rainer Danielzyk (2019): Ungleiches Deutschland. Sozioökonomischer Disparitätenbericht 2019. Hintergründe zu Trends, Indikatoren, Analysen, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Anna Coote and Edanur Yazici (2019): Universal Basic Income – A Report for Unions, Ferney-Voltaire: Public Services lnternational, April 2019

Hermann Groß (2019): Regelungsstrukturen von Arbeitszeitkonten. Die Organisation des betrieblichen Zeitgeschehens. Study Nr. 422, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, April 2019

Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (2019): Memorandum 2019. Klimakollaps, Wohnungsnot, kriselnde EU – Alternativen der Wirtschaftspolitik. Kurzfassung, Bremen, April 2019

André Krouwel, Yordan Kutiyski, Oliver Philipp und Arne Schildberg (2019): Macronismus, Corbynismus, … bitte was? Wahlstrategien progressiver Parteien in Europa, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Herbert Brücker, Philipp Jaschke, Sekou Keita und Regina Konle-Seidl (2019): Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten: Zum Referentenentwurf des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. IAB-Stellungnahme Nr. 4/2019, Nürnberg 2019
»Der Referentenentwurf des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz enthält zahlreiche Änderungen des bestehenden Rechts, hält aber an der Systematik und den Grundsätzen des bestehenden Rechts fest. Die wichtigste Veränderung ist die Gleichstellung von Fachkräften mit beruflichen Abschlüssen und Fachkräften mit akademischen Abschlüssen. Diese beiden Gruppen sind die wichtigsten Zielgruppen des neuen Einwanderungsrechts. Darüber hinaus wird die Vorrangprüfung weitestgehend abgeschafft. An dem Grundsatz der Anerkennung der Gleichwertigkeit von im Ausland erworbenen Abschlüssen wird mit wenigen Ausnahmen festgehalten. Damit bleibt die wesentliche Hürde für die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte aufrechterhalten. Allerdings wurden die Möglichkeiten zur Anerkennung nach Einreise erweitert. Der Referentenentwurf schlägt eine Reihe von Verfahrensänderungen vor, die zu einer Beschleunigung der Anerkennung und der Visumsverfahren führen können. Dies muss sich in der Praxis beweisen. Die erweiterten und neu geschaffenen Optionen für die Arbeitsplatzsuche, die Ausbildungsplatzsuche und den Aufenthalt zur Anerkennung von beruflichen Abschlüssen sind recht restriktiv gestaltet. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass diese grundsätzlich sinnvollen Instrumente in größerem Umfang genutzt werden. Der Referentenentwurf verzichtet auf die Möglichkeit eines Spurwechsels für Geduldete. Im Bereich der Ausbildung ergeben sich geringfügige Änderungen, durch die Beschäftigungsduldung über 30 Monate eine etwas höhere Rechtssicherheit. Sinnvoller wäre ein Spurwechsel in Verbindung mit einer Stichtagsregelung gewesen.«

Andreas Zick, Beate Küpper und Wilhelm Berghan (2019): Verlorene Mitte – Feindselige Zustände. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2018/19, Berlin 2019

Stephan Brunow and Oskar Jost (2019): Wages of migrant and native employees in Germany: new light on an old issue. IAB-Discussion Paper 10/2019, Nürnberg 2019
»Voraussichtlich wird die Zahl der in Deutschland beschäftigten Arbeitskräfte zukünftig und demografisch bedingt sinken. Um Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken, rückt eine arbeitsmarktgesteuerte Zuwanderung in den Vordergrund. Eine faire und adäquate Entlohnung der zugewanderten Arbeitskräfte setzt die notwendigen Anreize für eine Einwanderung. Das vorliegende Papier analysiert daher das Lohngefälle zwischen ausländischen und einheimischen Vollzeitbeschäftigten. Die Ergebnisse der dreiteiligen Oaxaca-Blinder-Zerlegung auf Basis einer Mincer-Lohngleichung zeigen, dass das Lohngefälle zum Großteil durch beobachtbare Unterschiede in der Ausstattung erklärt werden. Insbesondere Arbeitsmarktregion, Arbeitserfahrung und Firmenmerkmale tragen dazu bei. Unterschiede in der Produktivität können vernachlässigt werden mit der Ausnahme der Arbeitsmarkterfahrung. Hier zeigen sich flachere Erfahrungsprofile der ausländischen Beschäftigten. Die Ergebnisse sind robust und zeigen sich für verschiedene Modellspezifikationen, die u.a. die Selektivität der ausländischen Beschäftigten berücksichtigen. Etwaige Produktivitätsnachteile verschwinden für Ausländer, die mehr als zehn Jahre in den Daten beobachtet oder eingebürgert werden. Unsere Ergebnisse führen zu dem Schluss, dass Lohnunterschiede aus ökonomischer Sicht vernachlässigbar sind und vollzeitbeschäftigte Ausländer im Durchschnitt fair entlohnt werden.«

Simo Aho, Regina Konle-Seidl, Iben Nørup, Thomas Rhein and Thomas Rothe (2019): Magnitude, structure and dynamics of chronic unemployment in Denmark, Finland and Germany. IAB-Discussion Paper 8/2019, Nürnberg 2019
»Phasen der Arbeitslosigkeit werden häufig durch kurze Zeiten der Beschäftigung, durch die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen (ALMP) Maßnahmen oder durch einen zeitweisen Rückzug vom Arbeitsmarkt unterbrochen. Solche Episoden beenden die Arbeitslosigkeitsdauer, aber danach wird die Person oft wieder arbeitslos. Das Problem, langfristig ohne ‚echten‘ Job zu sein, wird aber von herkömmlichen Statistiken nicht angemessen erfasst. Mit unserem Konzept der ‚chronischen Arbeitslosigkeit‘ können wir dieses Problem besser analysieren. Auf der Basis von vergleichbaren und sehr detaillierten amtlichen Längsschnittdaten untersuchen wir das Phänomen in Dänemark, Finnland und Deutschland. In allen drei Ländern machen chronisch Arbeitslose etwa ein Drittel aller Arbeitslosen aus. Individuelle Charakteristika haben einen großen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, chronisch arbeitslos zu sein. In Deutschland verbleiben chronisch Arbeitslose am längsten in diesem Zustand. Trotzdem sind die Übergangsraten in eine stabile Beschäftigung in Deutschland höher als in den zwei nordischen Ländern. Aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wirken sich positiv auf den Übergang von der chronischen Arbeitslosigkeit in nicht subventionierte, nachhaltige Beschäftigung aus. Am effektivsten sind Eingliederungszuschüsse sowie berufliche Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.«

Antonella Stirati (2019): Italiens neues „Bürgereinkommen“. Zuschnitt und Effekte einer einschneidenden Sozialstaatsreform, Rom: Friedrich-Ebert-Stiftung, April 2019

Herbert Brücker, Philipp Jaschke und Sekou Keita (2019): Zuwanderung und Asyl, Integrationsfähigkeit und Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Stellungnahme (zum Antrag der AfD-Fraktion vom 4.12.2018) bei der öffentlichen Anhörung des Integrationsausschusses des Landtags Nordrhein-Westfalen am 22.3.2019. IAB-Stellungnahme 3/2019, Nürnberg 2019
»Die vorliegende Stellungnahme befasst sich – im Rahmen der Anhörung des Integrationsausschusses des Landtags Nordrhein-Westfalen am 22. März 2019 – mit dem Antrag der AfD-Fraktion vom 4. Dezember 2018 „Zuwanderung und Asyl sind grundsätzlich voneinander zu trennen. Die Landesregierung muss sich auf allen Ebenen ausschließlich für eine qualifizierte Zuwanderung einsetzen“. Der Antrag der AfD-Fraktion spricht den meisten Geflüchteten in Deutschland die Fähigkeit zur Integration in den Arbeitsmarkt ab und fordert die Trennung von Asyl und Zuwanderung. Zahlreiche Aussagen im Antrag der AfD-Fraktion zum Analphabetismus, zu den Sprachkenntnissen und der Bildung der Geflüchteten entsprechen allerdings nicht dem Stand der vorliegenden Erkenntnisse. Auch gehen inzwischen mehr als ein Drittel der Geflüchteten einer Beschäftigung nach, davon gut die Hälfte als Fachkräfte, Experten oder Spezialisten. Die geforderte Trennung der Aufenthaltszwecke von Schutzbedürftigen und anderen Migrantengruppen ist geltendes Recht und wird auch durch den Entwurf der Bundesregierung für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz nicht in Frage gestellt. Schließlich legt der Antrag der AfD-Fraktion nahe, dass die große Mehrheit der Geflüchteten keine legitimen Schutzansprüche geltend machen könne. Auch dies trifft nicht zu, zwei Drittel der Personen mit Fluchthintergrund haben einen anerkannten Schutzstatus, ein weiteres Fünftel befindet sich noch in den Asylverfahren.«

Clemens Fuest et al. (2019): Das Konzept eines deutschen Bürgerfonds, München: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, April 2019

Benjamin Benz (2019): Ausgestaltung eines europäischen Rahmens für die Mindestsicherung. Gutachten im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Nationalen Armutskonferenz (NAK), Recklinghausen/Bochum, Februar 2019

Michelle Harnisch (2019): Non-Take-Up of Means-Tested Social Benefits in Germany. Discussion Papers 1793, Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Januar 2019

Ludovica Gambaro, Tobias Linberg und Frauke Peter (2019): Sprachkompetenz von Kindern: Unterschied nach Bildung der Eltern im unteren Leistungsbereich besonders groß, in: DIW Wochenbericht Nr. 16+17/2019
Sprachliche Fähigkeiten unterscheiden sich bei Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren mitunter deutlich nach der Bildung der Eltern. Die meisten bisherigen Studien – und damit auch viele bildungspolitische Maßnahmen – orientierten sich mit Blick auf die Sprachkompetenzwerte am Durchschnitt innerhalb der verschiedenen Bildungsgruppen. Dieser Bericht zeigt, dass dies zu kurz greift und mögliche Ungleichheitsmuster im Verborgenen bleiben. Als einer von wenigen untersucht er die Verteilung der Sprachkompetenzen detaillierter. Dabei zeigt sich auf Basis von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), dass die Unterschiede nach der Bildung der Eltern im unteren Sprachleistungsbereich deutlich größer sind. Kinder mit niedrigerem Bildungshintergrund sind also stärker benachteiligt und müssen sehr viel mehr aufholen als bisher gedacht. Die Ergebnisse sind insbesondere vor dem Hintergrund relevant, dass jährlich mehrere Millionen Euro in Förderprogramme zum Spracherwerb fließen. Um Unterschiede nach der Bildung der Eltern zu reduzieren, sollten Programme so ausgestaltet sein, dass leistungsschwächere Kinder aus bildungsferneren Familien deutlich gezielter unterstützt werden.

Valerio De Stefano and Mathias Wouters (2019): Should digital labour platforms be treated as private employment agencies? Foresight Brief #07, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), April 2019
This Foresight Brief examines whether digital labour platforms should be treated as private employment agencies. Platforms like LinkedIn may rightfully be perceived by the general public to be mere social networks, but underneath their sleek design, they also act as an employment service. This brief specifically focused on one of the central principles of international labour standards on employment services, namely that jobseekers must not be charged any fees or costs for job-finding services, unless those fees or costs have been approved by a competent authority.

Wido Geis-Thöne (2019): Beschäftigungsboom im Betreuungsbereich und keine Trendumkehr in Sicht. Aktuelle Entwicklungen bei Beschäftigung, Fachkräfteangebot und -nachfrage. IW-Report Nr. 14, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, 2019

Jonny Bruhn-Tripp (2019): Übersichtstabellen SGB II-Leistungsberechtigung von Ausländern, Dortmund: VMDO – Der Verbund der sozialkulturellen Migrantenvereine Dortmund, April 2019

DAK-Gesundheit (Hrsg.) (2019): Gesundheitsreport 2019. Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten. Alte und neue Süchte im Betrieb. Beiträge zur Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung Band 28, Hamburg, April 2019

Sirikit Krone, Cornelius Patscha, Monique Ratermann-Busse und Franziska Turber (2019): Zukunftsperspektiven im tertiären Bereich der beruflichen Bildung 2040. Abschlussbericht. IAQ-Forschung 2019-02, Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation, 2019

Lutz Eigenhüller (2019): Service- und Beratungsstellen für Haushaltsnahe Dienstleistungen – Ein Modellprojekt zur Entwicklung des Arbeitsmarkts für haushaltsnahe Dienstleistungen. IAB-Forschungsbericht 3/2019, Nürnberg 2019

Katharina Dengler (2019): Substituierbarkeitspotenziale von Berufen und Veränderbarkeit von Berufsbildern. IAB-Stellungnahme 2/2019, Nürnberg 2019

Diakonie Deutschland (2018): Armut Macht Ohnmacht. Strategien der Ermutigung. Diakonie Texte Strategie 08.2018, Berlin: Diakonie Deutschland. Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung, November 2018

Karen Jaehrling und Thorsten Kalina (2019): Formelle und informelle Formen von Abrufarbeit in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme zu Verbreitung und Prekaritätsrisiken. IAQ-Report 2019-03, Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation, April 2019

Deutsche Bundesbank (2019): Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2017, in: Deutsche Bundesbank Monatsbericht, April 2019, S. 13 ff.

Bundesagentur für Arbeit (2019): Sanktionen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II, Nürnberg, April 2019

Stefan Sell (2019): Wie viele Pflegekräfte in der Altenpflege müssen es denn sein? Von (un)sicheren Bedarfen und beweglichen Zielen bei der Diskussion über den bestehenden und kommenden Mangel an Pflegepersonal. Remagener Beiträge zur Sozialpolitik 23-2019, Remagen 2019

Zentrum Liberale Moderne (Hrsg.) (2019): Abschlussbericht der Kommission Sicherheit im Wandel – Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten stürmischer Veränderungen, Berlin, März 2019

Katrin Vitols (2019) Die Praxis von Werk- und Dienstverträgen. Probleme und Handlungsmöglichkeiten für die betriebliche Mitbestimmung. Study der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 420, Düsseldorf, April 2019

Dominic Afscharian und Lars Irmler (2019): Erfolgsfaktoren öffentlich geförderter Beschäftigung. Policy Brief #2019/03, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, 2019
Langzeitarbeitslosigkeit stellt den deutschen Sozialstaat seit Jahren vor Herausforderungen. Diesen kann der Staat mit öffentlich geförderter Beschäftigung begegnen. Wann werden solche Programme zum Erfolg?

Georg Sieglen (2019): Ausbildung, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit junger Berufseinsteiger in Nordrhein-Westfalen. IAB Nordrhein-Westfalen 1/2019, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, April 2019

Marktwirtschaftliche Strukturen in der Pflege, Bundestags-Drucksache 19/8924 vom 01.04.2019

Florian Alexander Schmidt (2019): Crowdproduktion von Trainingsdaten – Zur Rolle von Online-Arbeit beim Trainieren autonomer Fahrzeuge. Study der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 417, Düsseldorf, Februar 2019

Thomas Kruppe et al. (2019): Digitalisierung: Herausforderungen für die Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Beantwortung des Fragenkatalogs der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“. IAB-Stellungnahme Nr. 1/2019, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2019

Reinhard Bispinck und WSI-Tarifarchiv (2019): 70 Jahre Tarifvertragsgesetz. Stationen der Tarifpolitik von 1949 bis 2019. Elemente qualitativer Tarifpolitik Nr. 85, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), April 2019

Hilmar Höhn (2019): Bauen für eine demokratische Stadt. Mieten explodieren. Wohnungen werden luxussaniert. Seit Jahren wird zu wenig gebaut. Für Arbeitnehmer ist in vielen Städten kein Platz mehr. Der Markt braucht ein soziales Gegengewicht. Report Nr. 1/2019, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2019

Helge Sodan (2019): Zur Verfassungsmäßigkeit der Sozialisierung von Immobilien privater Wohnungswirtschaftsunternehmen im Land Berlin. Rechtsgutachten erstattet im Auftrag vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., Berlin, März 2019

BMFSFJ (2019): Frauen und Männer in der zweiten Lebenshälfte – Älterwerden im sozialen Wandel. Zentrale Befunde des Deutschen Alterssurveys (DEAS) 1996 bis 2017. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), April 2019

Stephan Kaufmann und Eva Roth (2019): Gerechte Armut? Mythen und Fakten zur Ungleichheit in Deutschland. 2., aktualisierte Auflage, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2019

Rosemarie Kay und Olga Suprinovic (2019): Hybride Selbstständigkeit – Aktuelle Entwicklungen und politischer Handlungsbedarf, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019
Immer mehr Menschen in Deutschland gehen gleichzeitig einer abhängigen und einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nach. Wegen der zumeist strikten Unterscheidung zwischen Selbstständigen und abhängig Beschäftigten in den sozialen Sicherungssystemen kann es für einen Teil der hybriden Selbstständigen zu einer Unterversorgung, insbesondere im Hinblick auf das Alter, kommen. Die Weiterentwicklung der Sozialversicherung hin zu einer allgemeinen Erwerbstätigenversicherung könnte ein erster Lösungsschritt sein.

Sebastian Graf, Jutta Höhne, Alexander Mauss und Karin Schulze Buschoff (2019): Mehrfachbeschäftigungen in Deutschland. Struktur, Arbeitsbedingungen und Motive. WSI-Report Nr. 48, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2019
Seit 2003 haben sich die Zahl und der Anteil der Erwerbstätigen in Deutschland, die neben ihrer Haupttätigkeit noch mindestens einer weiteren Beschäftigung nachgehen, mehr als verdoppelt. Im europäischen Vergleich ist dieser Anstieg einzigartig. Haupt- und Nebentätigkeiten unterscheiden sich deutlich, z.B. hinsichtlich Branchen, Berufen, Qualifikationsanforderungen, Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten. Häufige Motive für die Ausübung mehrerer Jobs sind finanzielle Gründe und Aspekte der sozialen Absicherung.

Johannes Geyer, Peter Haan, Anna Hammerschmid und Clara Welteke (2019): Erhöhung des Renteneintrittsalters für Frauen: Mehr Beschäftigung, aber höheres sozialpolitisches Risiko, in: DIW Wochenbericht Nr. 14/2019

Markus M. Grabka und Carsten Schröder (2019): Der Niedriglohnsektor in Deutschland ist größer als bislang angenommen, in: DIW Wochenbericht Nr. 14/2019

Sarah Bernhard, Monika Senghaas, Carolin Freier, Philipp Ramos Lobato und Gesine Stephan (2019): Vertragsbeziehungen zwischen Jobcentern und Arbeitslosen: Eingliederungsvereinbarungen aus Sicht von Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittlern. IAB-Forschungsbericht Nr. 2/2019, Nürnberg, 2019
»In der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) enthalten Eingliederungsvereinbarungen das Vermittlungsziel, die Bemühungen des oft arbeitslosen Leistungsberechtigten, die Leistungen des Jobcenters und eine Rechtsfolgenbelehrung. Diese klärt darüber auf, wie stark das Arbeitslosengeld II gekürzt wird, wenn die vereinbarten Bemühungen nicht erbracht und nachgewiesen werden. Welche Rolle schreiben Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler in den Jobcentern der Eingliederungsvereinbarung und ihren Bestandteilen im Beratungs- und Vermittlungsprozess zu? Es zeigt sich: Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler sehen die Eingliederungsvereinbarung eher im Kontext des Prinzips ‚Fördern und Fordern‘ verankert. Sie gehen weniger davon aus, dass Eingliederungsvereinbarungen den Eingliederungsprozess in den Arbeitsmarkt positiv beeinflussen. Kritischer beurteilen sie den Umfang von Eingliederungsvereinbarungen und ihre mangelnde Verständlichkeit für die Leistungsberechtigten. Das Instrument wird zudem nicht für alle Leistungsberechtigten gleichermaßen als sinnvoll eingeschätzt.«

Judith Niehues (2019): Subjektive Umverteilungspräferenzen in Deutschland, in: IW-Trends, Heft 1/2019

Enzo Weber, Thomas Kruppe, Jannek Mühlhan und Jürgen Wiemers (2019): Gesamtfiskalische Wirkungen von Weiterbildungsförderung: Öffentliche Ausgaben generieren hohe Rückflüsse. IAB-Kurzbericht Nr. 8/2019, Nürnberg, 2019

Gundula Dietrich, André Geilenkothen und Hans-Joachim Zwiesler (2019): Konzeptionelle Grundlagen für eine säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation. Forschungsbericht 572, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, März 2019

Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.) (2018): Monitor Nachhaltige Kommune – Bericht 2018. Schwerpunktthema Armut, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, 2018

Michaela Evans und Christine Ludwig (2019): Zwischen Aufwertung, Abwertung und Polarisierung. Chancen der Tarif- und Lohnpolitik für eine arbeitspolitische „High-Road-Strategie“ in der Altenpflege. Working Paper Forschungsförderung Nr. 128, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2019

Heinz Rothgang und Christian Wagner (2019): Quantifizierung der Personalverbesserungen in der stationären Pflege im Zusammenhang mit der Umsetzung des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes. Expertise für das Bundesministerium für Gesundheit, Bremen, 28. Februar 2019

Heiner Dribbusch und Peter Birke (2019): Gewerkschaften in Deutschland. Herausforderungen in Zeiten des Umbruchs, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, April 2019
Die Rahmenbedingungen haben sich für die Gewerkschaften nach der Krise verbessert, die Wirtschaft hat sich erholt, die Arbeitslosenquote ist zurückgegangen. Doch bleiben Herausforderungen. Die Tarifbindung sinkt und die Verbreitung von Betriebsräten ist rückläufig. Die durch weltweite Fluchtbewegungen ausgelöste Migration berührt die Frage der gewerkschaftlichen Solidarität. Der Rechtsruck in der Gesellschaft macht vor den Betrieben nicht Halt. Die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse, die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung sowie deren soziale Folgen werden die Gewerkschaften auch in den kommenden Jahren beschäftigen.

ETUI (2019): Benchmarking Working Europe 2019, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), 2019

Klaus Klemm (2019): Seiten- und Quereinsteiger_innen an Schulen in den 16 Bundesländern. Versuch einer Übersicht, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, März 2019
In Deutschland wurden im Schuljahr 2017/2018 insgesamt 4.367 Seiten- und Quereinsteiger eingestellt: 12,7 Prozent der Neueinstellungen. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind erheblich. Diese Übersicht bietet einen Überblick über alle sechzehn Bundesländer. Wie hoch ist jeweils der Anteil an Seiten- und Quereinsteiger? Wie hoch ist – aufgeschlüsselt von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II – die Bedarfsdeckungslücke mit Blick auf das Schuljahr 2020/2021? Außerdem werden für jedes Land die aktuell gültigen Bestimmungen skizziert, welche Voraussetzungen man erfüllen muss, um als Lehrer oder Lehrerin eingestellt zu werden und wie die weitere Qualifizierung aussieht.

Heiner Dribbusch (2019): WSI-Arbeitskampfbilanz 2018. Deutlicher Anstieg des Arbeitskampfvolumens. Policy Brief WSI Nr. 31, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2019
2018 sind in Deutschland aufgrund von Arbeitskämpfen rund eine Million Arbeitstage ausgefallen. Damit hat sich das Arbeitskampfvolumen gegenüber dem Jahr 2017, als das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung rund 238.000 Ausfalltage verzeichnete, mehr als vervierfacht. Die Zahl der Streikteilnehmer/innen stieg im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von rund 131.000 auf knapp 1,2 Millionen. Wesentliche Ursache hierfür waren die umfangreichen Streikaktionen während der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Für das Jahr 2019 zeichnet sich beim Blick auf die ausstehenden Tarifbewegungen trotz mehrerer Arbeitsniederlegungen zu Jahresbeginn ab, dass sowohl Streikvolumen wie auch die jahresbezogene Streikbeteiligung vermutlich deutlich sinken werden. Im Verlauf des Jahres 2018 registrierte das WSI 216 Auseinandersetzungen mit jeweils mindestens einer Arbeitsniederlegung. Dies sind 19 mehr als im Jahr davor. Der überwiegende Teil dieser Arbeitskämpfe betrifft wie in den Vorjahren Auseinandersetzungen um Haus- und Firmentarifverträge. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland in Bezug auf das durchschnittliche Arbeitskampfvolumen der letzten 10 Jahre unverändert im unteren Mittelfeld. Die vom WSI vorgelegte Arbeitskampfbilanz ist eine informierte Schätzung auf Basis von Angaben der Gewerkschaften sowie Medienauswertungen. Die Daten liegen teilweise deutlich über denen der amtlichen Streikstatistik, die jährlich von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erhoben wird. Diese basiert auf Meldungen der Unternehmen, die vor allem in den vergangenen Jahren zum Teil erhebliche Lücken aufwiesen.

Stefan Bach, Hermann Buslei, Michelle Harnisch und Niklas Isaak (2019): Ökosteuer-Einnahmen sorgen noch heute für niedrigere Rentenbeiträge und höhere Renten, in: DIW Wochenbericht Nr. 13/2019

Valentin Aichele et al. (2019): Wer Inklusion will, sucht Wege. Zehn Jahre UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland, Berlin: Deutsches Instituts für Menschenrechte. Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention, 2019

Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (2019): Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Umsetzung der Förderung nach § 16i SGB II „Teilhabe am Arbeitsmarkt“, Berlin 2019

OECD (2019): Policy Responses to New Forms of Work, Paris 2019

Karin Schulze Buschoff and Anke Hassel (2019): Rising Employment, rising inequality. Examining labour market development and policy in the third Merkel Government (2013 to 2017). Study Nr.18, Düsseldorf: WSI Institute of Economic and Social Research, März 2019The German labour market has developed positively in the third term of the Merkel Government. The stable upward trend of the labour market is large- ly attributable to an increase in part-time employment, often in the service industry and in the low-wage sector. The increased magnitude of employ- ment in the low-wage sector contributed to the solidifying of inequalities in income levels, despite the steady upward trend of employment in general.

Tom Krebs, Martin Scheffel, Manuela Barišić und Dirk Zorn (2019): Zwischen Bildung und Betreuung. Volkswirtschaftliche Potenziale des Ganztags-Rechtsanspruchs für Kinder im Grundschulalter, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung 2019
Nach der Grundgesetzänderung für den Digitalpakt kommt ein weiteres Vorhaben des Bundes in den Blick: der im Koalitionsvertrag versprochene Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschulkinder. Die Modellrechnung einer Forschergruppe um die Ökonomen Tom Krebs und Martin Scheffel für die Bertelsmann Stiftung zeigt, dass Investitionen in gute Ganztagsschulen viele Gewinner hätten: Eltern, Schüler und den Staatshaushalt. Durch eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder können Eltern besser arbeiten; sozial benachteiligte Kinder erfahren gleichzeitig eine gezieltere Förderung und verbessern damit ihre Berufsaussichten. Volkswirtschaftlich würden sich die Investitionen in absehbarer Zeit durch höhere Staatseinnahmen refinanzieren.

Autorengruppe Kinder‐ und Jugendhilfestatistik (2019): Kinder‐ und Jugendhilfereport 2018. Eine kennzahlenbasierte Analyse, Opladen, Berlin,Toronto 2019

Philip Jung et al. (2019): Reformvorschläge für den Arbeitsmarkt: Ist Hartz IV noch zukunftsfähig?, in: ifo Schnelldienst Heft 6, 2019, S. 3–25
Gegenwärtig werden viele Vorschläge diskutiert, das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zu reformieren: Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I könnte verlängert werden, man könnte die Zuverdienstmöglichkeiten ausweiten oder Hartz IV sogar komplett durch ein Bürgergeld ersetzen. Wie diese Vorschläge zu bewerten sind, diskutieren im ifo Schnelldienst 6/2019 Philip Jung, TU Dortmund, und Moritz Kuhn, Universität Bonn, Anke Hassel, WSI – Wirtschaft- und Sozialwissenschaftliches Institut, Robert Habeck, Bündnis90/Die Grünen, Matthias Knuth, Institut Arbeit und Qualifikation, Universität Duisburg-Essen, Alexander Spermann, FOM Hochschule für Erwerbstätige in Köln, Hans Peter Grüner, Universität Mannheim, sowie Maximilian Blömer, Clemens Fuest und Andreas Peichl, ifo Institut.

Yvonne Giesing, Carla Rhode, Anne Schönauer und Florian Steinruck (2019): ifo Migrationsmonitor: Fakten zur Kriminalität von Geflüchteten, in: ifo Schnelldienst Heft 5/2019

Serguei Kaniovski und Thomas Url (2019): Die Auswirkung dauernder Berufsunfähigkeit auf das erwartete Lebenseinkommen in Österreich, Wien: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Februar 2019
Das Humankapital ist für viele Menschen die wichtigste Einkommensquelle. Ein unerwarteter Verlust der physischen oder psychischen Fähigkeiten zur Ausübung der Erwerbsarbeit hat trotz der bestehenden öffentlichen Pflichtversicherung gegen Berufsunfähigkeit große Auswirkungen auf das erzielbare Lebenseinkommen von Erwerbstätigen. Der erwartete Nettoeinkommensverlust durch Berufsunfähigkeit hängt stark vom gewählten Beruf und vom Alter bei Eintritt der Berufsunfähigkeit ab. 25-Jährige verlieren, je nach Berufszugehörigkeit, zwischen einem Drittel und etwas mehr als der Hälfte ihres erwarteten Nettolebenseinkommens. Mit steigendem Lebensalter nimmt der Nettoeinkommensverlust durch Berufsunfähigkeit langsam ab. Derzeit sind nur 4% der Erwerbstätigen in Österreich privat gegen Berufsunfähigkeit zusatzversichert, und die durchschnittliche Versicherungssumme liegt deutlich unter dem zu erwartenden Einkommensverlust.

Sebastian Graf, Jutta Höhne, Alexander Mauss und Karin Schulze Buschoff (2019): Mehrfachbeschäftigungen in Deutschland. Struktur, Arbeitsbedingungen und Motive. WSI-Report Nr. 48, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2019
Seit 2003 haben sich die Zahl und der Anteil der Erwerbstätigen in Deutschland, die neben ihrer Haupttätigkeit noch mindestens einer weiteren Beschäftigung nachgehen, mehr als verdoppelt. Im europäischen Vergleich ist dieser Anstieg einzigartig. Haupt- und Nebentätigkeiten unterscheiden sich deutlich, z.B. hinsichtlich Branchen, Berufen, Qualifikationsanforderungen, Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten. Häufige Motive für die Ausübung mehrerer Jobs sind finanzielle Gründe und Aspekte der sozialen Absicherung.

Rainer Faus und Simon Storks (2019): Das pragmatische Einwanderungsland. Was die Deutschen über Migration denken, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Christopher Smith Ochoa und Taylan Yildiz (2019): Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung im Ungleichheitsdiskurs. Working Paper Forschungsförderung Nr. 121, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, März 2019
Die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung sind immer wieder Anlass für kontroverse Diskussionen über die soziale Lage in Deutschland. Die vorliegende Publikation analysiert die Entstehungsgeschichte, den Prozess seiner Abfassung und die begleitenden Debatten. Es zeigt sich, dass der Bericht zwar eine wichtige Rolle in der Institutionalisierung eines erfahrungsbasierten Ungleichheitsdiskurses spielt. Das zentrale Problem besteht aber darin, dass ihm ein statistischer Erfahrungsbegriff zugrunde liegt und so die subjektive Seite der Ungleichheitsproblematik bislang noch zu wenig Beachtung findet.

Sascha Alexander der Blasczyk (2019): Bedingungen der Beschäftigungssicherung in kleinen und mittleren Betrieben der IT-Branche. Druck und Stress – und dann? Working Paper Forschungsförderung Nr. 122, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, März 2019
Gesundheit und Krankheit werden in KMU der IT-Branche nicht offen thematisiert. In dieser besonderen Arbeitskultur werden psychische Erkrankungen als vornehmlich private Herausforderung verstanden und damit individualisiert. Mehr Information über Beratungsangebote von Sozial- und Unfallversicherungsträgern oder andere – auch niedrigschwellige – Beratungsangebote könnten Abhilfe schaffen. Weil eine nachhaltigere Sicherung der Beschäftigung auch für den Betriebserfolg eine entscheidende Größe ist, könnten auch von einer Vergegenwärtigung der betriebswirtschaftlich positiven Folgen eines aktiven betrieblichen Gesundheitsmanagements Impulse für eine Veränderung der gegenwärtigen Arbeitskultur ausgehen.

Timm Bönke, Astrid Harnack und Miriam Wetter (2019): Wer gewinnt? Wer verliert? Die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt seit den frühen Jahren der Bundesrepublik bis heute, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2019

Martin Werding und Benjamin Läpple (2019): Wie variabel ist der demografische Alterungsprozess? Effekte von Geburten und Zuwanderung – Folgen für die soziale Sicherung. Kurzstudie, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, März 2019

Dieter Dohmen, Michael Cordes (2019): Kosten der Weiterbildung in Deutschland – Verteilung der Finanzlasten auf Unternehmen, Privatpersonen, öffentliche Hand. Studie im Rahmen des Projekts “Volks- und regionalwirtschaftliche Kosten, Finanzierungs- und Förderstrukturen und Erträge der Weiterbildung – VoREFFi-WB“ (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung). FiBS Forum Nr. 61, Berlin, Januar 2019

Hanna Brenzel und Yuliya Kosyakova (2019): Geflüchtete auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Längere Asylverfahren verzögern Integration und Spracherwerb. IAB-Kurzbericht, 06/2019, Nürnberg 2019

Stefan Böhme und Uwe Harten (2019): Die Bedeutung des Handwerks in Bayern. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Bayern 01/2019, Nürnberg 2019

Wolfgang Schroeder und Stefan Fuchs (2019): Neue Mitglieder für die Gewerkschaften. Mitgliederpolitik als neues Politikfeld der IG Metall. OBS-Arbeitsheft 97, Frankfurt am Main: Otto-Brenner-Stiftung, 2019

Rolf Dobischat, Dieter Münk und Anna Rosendahl (2019): Weiterbildungsfinanzierung in Deutschland 1995–2015. Aktueller Stand, Entwicklung, Problemlagen und Perspektiven, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, 2019

Claire Samtleben (2019): Auch an erwerbsfreien Tagen erledigen Frauen einen Großteil der Hausarbeit und Kinderbetreuung, in: DIW Wochenbericht Nr. 10/2019

Theresa Eyer und Anja Katrin Orth (2019): Geschlechterrollen: in der Theorie modern, in der Praxis klassisch. IW-Kurzbericht 17/2019, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, 2019

Sabine Andresen, Johanna Wilmes und Renate Möller unter Mitarbeit von Pia Nolting und Dilan Cinar (2019): Children’s Worlds+. Eine Studie zu Bedarfen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, Februar 2019

Valeria Pulignano (2019): Work in deregulated labour markets: a research agenda for precariousness. Working Paper 2019.03, Brussels: European Trade Union Institute (ETUI), 2019

Marcel Helbig und Rita Nikolai (2019): Bekommen die sozial benachteiligsten Schüler*innen die „besten“ Schulen? Eine explorative Studie über den Zusammenhang von Schulqualität und sozialer Zusammensetzung von Schulen am Beispiel Berlins. Discussion Paper P-2019-002, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, März 2019

Yvonne Lott (2019): Weniger Arbeit, mehr Freizeit? Wofür Mütter und Väter flexible Arbeitsarrangements nutzen. WSI Report Nr. 47, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), März 2019

Holger Schäfer (2019): Befristete Beschäftigung: Sprungbrett oder Sackgasse?, in: IW-Trends, Heft 1/2019

Brigitte Pothmer et al. (2019): Weiterbildung 4.0. Solidarische Lösungen für das lebenslange Lernen im digitalen Zeitalter, Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung, Februar 2019

IWH (2019): Vereintes Land – drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall, Halle (Saale): Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), 2019

Robert Pütz et al. (2019): Betriebliche Integration von Pflegefachkräften aus dem Ausland. Innenansichten zu Herausforderungen globalisierter Arbeitsmärkte. Study der Hans-Böckler-Stiftung, Nr. 416. Düsseldorf, Februar 2019

Sigrid Rand und Christa Larsen (2019): Herausforderungen und Gestaltung betrieblicher Integration von Pflegefachkräften. Einblicke aus der Krankenhauspraxis. Working Paper Forschungsförderung, Nr. 114. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2019

Sophia Schmitz und C. Katharina Spieß (2019): Familien im Zentrum. Unterschiedliche Perspektiven auf neue Ansatzpunkte der Kinder-, Eltern- und Familienförderung, Berlin: Heinz und Heide Dürr Stiftung, Februar 2019

Marcel Helbig und Stefanie Jähnen (2019): Die soziodemografische Entwicklung der industriell errichteten Wohnsiedlungen in 14 ostdeutschen Städten. Analysen einer Bewohnerschaft zwischen Stabilität und Wandel. Discussion Paper P 2019-001, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, 2019

Dieter Rucht (2019): Die Gelbwestenbewegung. Stand und Perspektiven. ipb working paper 1/2019, Berlin: Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb), Februar 2019

Techniker Krankenkasse (2019): Drug-Future- Report. Wie bleiben Arzneimittel in Zukunft bezahlbar?, Hamburg, Januar 2019

IAB et al. (2019): BMAS-Prognose „Digitalisierte Arbeitswelt“. Kurzbericht. Forschungsbericht 526/1K. Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Februar 2019
➞ ergänzend: IAB et al. (2019): Methodische Erläuterungen zur BMAS-Prognose „Digitalisierte Arbeitswelt“. Forschungsbericht 526/1M. Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Februar 2019

Reiner Dietz und Thomas Neukirch (2019: Die reine Beitragszusage. Chancen und Risiken vor dem Hintergrund fehlender Garantien und volatiler Märkte. Mitbestimmungsreport Nr.47. Düsseldorf: Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2019

Wolfgang Dürig und Jörg Weingarten (2019): Das Handwerk wird digital. Bedeutung für Betriebe, Beschäftigte und Marktstrukturen, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019

Wenke Christoph und Stefanie Kron (Hrsg.) (2019): Solidarische Städte in Europa. Urbane Politik zwischen Charity und Citizenship, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2019

Christoph Kehl (2018): Robotik und assistive Neurotechnologien in der Pflege – gesellschaftliche Herausforderungen. Vertiefung des Projekts »Mensch-Maschine-Entgrenzungen«. Arbeitsbericht Nr. 177, Berlin: Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), April 2018

Rainer Faus und Simon Storks (2019): Im vereinten Deutschland geboren – in den Einstellungen gespalten? OBS-Studie zur ersten Nachwendegeneration. OBS-Arbeitsheft 96. Frankfurt am Main: Otto-Brenner-Stiftung, 2019

Nadja Schmitz und Stefan Winnige (2019): Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen: Anträge aus dem Ausland im Spiegel der amtlichen Statistik. Ergebnisse des BIBB-Anerkennungsmonitorings, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Vorabversion Januar 2019

Ulrich Best et al. (2019): Berufliche Anerkennung im Einwanderungsprozess – Stand und Herausforderungen bei der Antragstellung aus dem Ausland. Ergebnisse des BIBB-Anerkennungsmonitorings, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Vorabversion Januar 2019

Brigitte Hochmuth, Britta Kohlbrecher, Christian Merkl and Hermann Gartner (2019): Hartz IV and the Decline of German Unemployment: A Macroeconomic Evaluation. IAB Discussion Paper 3/2019, Nürnberg 2019

Britta Schmitt-Howe und Andrea Hammer (2019): Formen von Präventionskultur in deutschen Betrieben, Dortmund, Berlin, Dresden: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2019

Ursula Beicht und Günter Walden (2019): Der Einfluss von Migrationshintergrund, sozialer Herkunft und Geschlecht auf den Übergang nicht studienberechtigter Schulabgänger/-innen in berufliche Ausbildung. Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 198, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), 2019

Daniel Erdsiek, Jörg Ohnemus und Steffen Viete (2018): Crowdworking in Deutschland 2018: Ergebnisse einer ZEW- Unternehmensbefragung. Expertise im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), 28. November 2018
Im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden ZEW-Konjunkturumfrage Informationswirtschaft hat das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit erneut Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes und der Informationswirtschaft zur Nutzung von Crowdworking über Plattformen befragt. In beiden Branchen ist die Vergabe von Aufträgen an Crowdworker ein mittlerweile weit bekanntes Konzept (bekannt bei rd. 72 % der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und rd. 84 % der Unternehmen in der Informationswirtschaft). Die tatsächliche Nutzung dieser Auftragsvergabeform verblieb hingegen auch 2018 auf einem recht niedrigen Niveau von durchschnittlich rd. 2 %. In einzelnen Bereichen, wie etwa den Mediendienstleistern, lag die Nutzung deutlich höher (6,4 %, in Planung bis Ende 2019 weitere 2,7 %). Im verarbeitenden Gewerbe ist Crowdsourcing am weitesten verbreitet im Maschinenbau, hier setzten im Jahr 2018 4,5 % der befragten Unternehmen Crowdworkingvergaben ein.

Nikolai Soukup (Hrsg.) (2019): Neoliberale Union oder soziales Europa? Ansätze und Hindernisse für eine soziale Neuausrichtung der EU, Wien: Arbeitnehmerkammer Wien, Januar 2019

Maximilian Blömer, Clemens Fuest und Andreas Peichl (2019): Raus aus der Niedrigeinkommensfalle(!) Der ifo-Vorschlag zur Reform des Grundsicherungssystems, in: ifo Schnelldienst Heft 4/2019, S. 34-43

Susanne Eisenmann et al. (2019): Kooperation von Bund und Ländern in der Bildungspolitik: Bildungsföderalismus in der Kritik. ifo Schnelldienst, Heft 3/ 2019, S. 3–17
In Deutschland liegt die politische Verantwortung für das Bildungswesen bei den Bundesländern. Doch der Bildungsföderalismus gerät immer wieder in die Kritik. Er sei verantwortlich für die im internationalen Vergleich schlechten Schülerleistungen, für die mangelnde Vergleichbarkeit der Abiturabschlüsse in den einzelnen Bundesländern und erschwere den Umzug von Familien mit schulpflichtigen Kindern. Zuletzt scheiterte der geplante »DigitalPakt Schule« an dem Widerstand der Länder. Sollte künftig der Bund deutlich stärker in die Bildungspolitik der Länder eingreifen als bisher?

Sebastian Becker (2019): Digitaler Strukturwandel und der Sozialstaat im 21. Jahrhundert. Frankfurt am Main: Deutsche Bank Research, 11. Februar 2019
Die Digitalisierung verspricht große Wohlstandsgewinne, droht jedoch die Ungleichheiten zu erhöhen. Die Folgen einer großen Automatisierungswelle bzw. zunehmend kapitalintensiveren Produktion wären ein Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Lohnquote und steigende Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Unsere Szenario-Analyse für die EU-Staaten zeigt, dass die europäischen Sozialstaaten bei einem automatisierungsbedingten Beschäftigungsrückgang im Durchschnitt mit einer deutlichen Finanzierungslücke zu kämpfen hätten. Angesichts der ungewissen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsnachfrage und die Staatsfinanzen sollten Staat und Gesellschaft vorsorgen, u.a. über eine Stärkung der Bildungspolitik und eine Anpassung des internationalen Steuersystems an die Begebenheiten des 21. Jahrhunderts, insbesondere im Bereich der Unternehmensbesteuerung.

SPD-Parteivorstand (2019): Arbeit – Solidarität – Menschlichkeit: Ein neuer Sozialstaat für eine neue Zeit. Teil 1: Arbeit, Berlin, Februar 2019

Christoph Scheuplein, Michaela Evans und Sebastian Merkel (2019): Übernahmen durch Private Equity im deutschen Gesundheitssektor. Eine Zwischenbilanz für die Jahre 2013 bis 2018. IAT Discussion Papers, 19/1. Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik (IAT), Februar 2019
Der Beitrag untersucht die Übernahmen von Unternehmen im deutschen Gesundheitssektor durch Private Equity-Gesellschaften. Hierzu wurden Transaktionsdaten aus verschiedenen Datenquellen für die Jahre 2013 bis zum ersten Halbjahr 2018 ausgewertet. Für diesen Zeitraum konnten rund 130 Übernahmen von Unternehmen mit einer medizinischen und pflegerischen Versorgung von Patienten ermittelt werden. Dabei hat das Tempo der Übernahmen im ersten Halbjahr 2018 stark zugenommen. Die größten Transaktionen wurden in dem Bereich Pflegeheime/-dienste getätigt, die meisten Übernahmen fanden in verschiedenen medizinischen Facharzt-Bereichen statt (u.a. Zahnmedizin, Augenheilkunde, Radiologie). In beiden Segmenten findet ein Aufbau neuer Unternehmensketten statt, bei denen zentrale Funktionen, z.B. Rechnungswesen, Einkauf und Qualifizierung, aufgebaut und den dezentralen Betriebsstandorten bereit gestellt werden. Überwiegend sind kapitalkräftige, fonds-basierte Private Equity-Gesellschaften aus den europäischen Nachbarländern und aus den Vereinigten Staaten aktiv. Der Beitrag beleuchtet auf der Basis von leitfadengestützten Interviews auch Hintergründe und exploriert Konsequenzen der genannten Entwicklungen. Vor allem die veränderte Regulierung des Gesundheitsmarktes, das starke Kapitalangebot der Private Equity- Gesellschaften und die Attraktivität des Gesundheitssektors als Anlageobjekt haben zu einer Zunahme an Übernahmen im Gesundheitssektor geführt. Der Beitrag zeigt zudem auf, in welchen Feldern (v.a. neue Investitionsstrategien, Beschäftigung, Arbeit und Mitbestimmung, patientenorientierte Versorgung) sich weiterführende Forschungs- und Gestaltungsfragen abzeichnen.

Peter Haan, Anna Hammerschmid, Robert Lindner und Julia Schmieder (2019): Todesfälle durch Suizid, Alkohol und Drogen sinken deutlich bei Männern und Frauen in Ost- und Westdeutschland. DIW Wochenbericht Nr. 7+8/2019
In den USA sind seit Ende der 90er Jahre die Mortalitätsraten bei weißen nichthispanischen Menschen mittleren Alters unerwartet gestiegen. Dieser Anstieg ist das Resultat einer erheblichen Zunahme von sogenannten Deaths of Despair, also von Suiziden und Todesfällen, die mit Drogen und Alkohol zusammenhängen. Eine ähnliche Entwicklung gibt es in Deutschland nicht. Die allgemeine Mortalitätsrate bei Männern und Frauen mittleren Alters ist sowohl in West- als auch in Ostdeutschland seit 1990 gesunken. Ebenso ist die relative Anzahl an Todesfällen durch Suizide und durch Drogen und Alkohol für alle diese Gruppen im selben Zeitraum gefallen. Auch bei einer Unterscheidung nach Familienstand oder nach deutscher und nichtdeutscher Nationalität steigen bei keiner dieser Untergruppen die Deaths of Despair. Dieses Ergebnis ist bemerkenswert, weil insbesondere Männer und Frauen in Ostdeutschland durch die Wiedervereinigung gravierende Veränderungen in ihren Lebensumständen erfahren haben. Mögliche Gründe für das unterschiedliche Ergebnis im Vergleich zu den USA sind ein stärker ausgeprägtes Sozialsystem und ein flächendeckendes Krankenversicherungssystem in Deutschland.

Andreja Schneider-Dörr (2019): Erwerbsarbeit in der Plattformökonomie – Arbeitnehmerbegriff. Working Paper Forschungsförderung Nr 116. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, Februar 2019
Die Erwerbsarbeit auf Plattformen reiht sich ein in den Wandel der klassischen Arbeitsverhältnisse – ein Trend, der schon vor Jahrzenten begann. Allerdings stellt gerade die Plattformökonomie das Arbeitsrecht vor große Herausforderungen oder bringt es sogar an seine Grenzen: Die Definition der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers anhand des Arbeitsorts, der Arbeitszeit und der Arbeitsorganisation greift nicht mehr bei Tätigkeiten, die überall und zu jeder Zeit erbracht werden können. Zudem verfolgen Plattformen gewollt Strategien, um die sozialen Schutzrechte zu umgehen und ihre Beschäftigten als Selbständige zu definieren. Was ist also zu tun, um die Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie zu verbessern?

Ulrich Mückenberger (2018): Rethinking the concept of the „employee“ in the age of digitalisation. A new relationship – between work and legal protection. Forschungsförderung Working Paper Nr. 113. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, December 2018
This paper aims to adopt the perspective of employers, trade unions and society at large in examining ways in which the status of „employee“ might change in a service and knowledge society. The traditional concept of the „employee“ is rooted in the capitalist industrial society-and this type of society, owing to the forces of globalisation and digitalisation, is no longer predominant.The point of departure is a critique of the core criterion of the prevailing concept of the employee: personal dependency. What we need is an up-to-date vision of both employees, within the dynamic nature and growing diversity of work in the digital age, and social protection not based on employment, but for workers as citizens.

Linda Hagemann und Marina Ruth (2019): Schnittstellen in der Sozialpolitik. Eine Analyse am Beispiel der Einrichtung von Jugendberufsagenturen. IAQ-Report 2019-02. Duisburg: Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), 2019
Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf werden in der Sozialpolitik von Akteuren aus drei Rechtskreisen betreut – SGB II (Grundsicherung), III (Arbeitsförderung) und VIII (Jugendhilfe). Zur besseren Verzahnung dieser Schnittstellen werden Jugendberufsagenturen eingerichtet, für die es kein einheitliches Konzept gibt, sodass jede Agentur anders gestaltet ist und andere Kooperationspartner, Strukturen zur Zusammenarbeit und Organisationsformen aufweist. Generell lassen sich in der konkreten Ausgestaltung der Jugendberufsagenturen vor allem drei Modelle identifizieren: eine Gesamtpartnerschaft aller drei Rechtskreise, eine Fokuspartnerschaft der Arbeitsverwaltung und eine Fokuspartnerschaft von Jobcenter und Jugendhilfe.

Fikret Öz (2019): Digitalisierung in Kleinbetrieben – Ergebnisse aus Baugewerbe, Logistik und ambulanter Pflege. Forschung Aktuell 2019-02, Gelsenkirchen: Institut für Arbeit und Technik (IAT), Februar 2019
Digitalisierung kommt in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) schleppend voran. Es fehlt eine unternehmerische Digitalisierungsstrategie. Vielmehr dominieren Einzellösungen in betrieblichen Teilbereichen. Der Begriff »Digitalisierung« ist insbesondere für Kleinunternehmen häufig wenig aussagekräftig. Obwohl in den Unternehmen ein breites Spektrum digitaler Technologien und Geräte zum Einsatz kommt, werden diese zunächst nicht mit dem Begriff »Digitalisierung« in Verbindung gebracht. Digitalisierung konkretisiert sich in KMU in erster Linie als Anwendung von Informationstechnik, wohingegen eine arbeitsorientierte Nutzung digitaler Technik derzeit eher selten im Fokus der Unternehmen steht. Der Zusammenhang zwischen Digitalisierung und ihren Verbesserungspotenzialen für Arbeitsprozesse wird kaum oder gar nicht reflektiert. Als zentrale Problemfelder definieren KMU die hohen Anschaffungskosten, den betrieblichen Aufwand für Planung, Organisation, Qualifizierung und Personalentwicklung sowie fehlendes Wissen und fehlende betriebliche Kapazitäten für systematische Reorganisationsstrategien im digitalen Wandel. Bestehende Fördermöglichkeiten (Land/Bund) für KMU zur Einführung digitaler Technik sind kaum bekannt und werden wenig in Anspruch genommen.

Heinrich Alt, Horst Föhr, Jürgen Niemann, Petra Rossbrey, Heinrich Tiemann (2019): Menschen fördern – Hartz IV reformieren Lösungsvorschläge für eine bessere Grundsicherung in Deutschland, Berlin: Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung, Februar 2019

Johann Fuchs, Alexander Kubis und Lutz Schneider (2019): Zuwanderung und Digitalisierung. Wie viel Migration aus Drittstaaten benötigt der deutsche Arbeitsmarkt künftig?, Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung, Februar 2019
Szenarien des Zuwanderungsbedarfs bis 2060 unter Berücksichtigung der Entwicklung der inländischen Erwerbsbeteiligung, der Migration aus EU-Staaten sowie des Einflusses der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt zur Beantwortung der Frage: Wie viele Zuwanderer benötigt Deutschland pro Jahr, um den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials auf ein verkraftbares Maß zu begrenzen?

Olli Kangas, Signe Jauhiainen, Miska Simanainen, Minna Ylikännö (eds.) (2019): The Basic Income Experiment 2017–2018 in Finland. Preliminary results. Ministry of Social Affairs and Health, Helsinki 2019

Rat für Kulturelle Bildung (Hrsg.) (2019): Alles immer smart: Kulturelle Bildung, Digitalisierung, Schule, Essen, Januar 2019
„Digitalisierung ist ein kultureller Prozess“ lautet die zentrale These der fünften Denkschrift des Rates für Kulturelle Bildung. Darin zeigt das Expertengremium auf, dass die kulturelle Dimension der Digitalisiserung den Schulen innovative pädagogische Zugänge bietet, und schlägt Politik und Praxis kurz- und langfristige Strategien für den digitalen Wandel an Schulen vor. In einem 2. Teil der Publikation blicken die elf Ratsmitglieder in Autorentexten aus ihrer jeweiligen fachlichen Perspektive über Schule hinaus auf den größeren gesellschaftlichen Kontext der Digitalisierung.

Reinhard Loske (2019): Die Doppelgesichtigkeit der Sharing Economy. Vorschläge zu ihrer gemeinwohlorientierten Regulierung, in: WSI-Mitteilungen, Heft 1/2019

Thorsten Schulten und WSI-Tarifarchiv (2019): Tarifpolitischer Jahresbericht 2018. Kräftige Lohnzuwächse und mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, 2019

Maximilian Blömer und Andreas Peichl (2019): Anreize für Erwerbstätige zum Austritt aus dem Arbeitslosengeld-II-System und ihre Wechselwirkungen mit dem Steuer- und Sozialversicherungssystem. Studie des ifo Instituts im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Potsdam, Februar 2019

Christopher Wimmer (2019): Industrie 4.0. Neue Herausforderungen für die europäische Arbeitswelt. Analyse der Studie Industry 4.0 and its Consequences for Work and Labour von Matteo Gaddi, Nadia Garbellini und Francesco Garibaldo, Brüssel: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2019

Sebastian Sperling und Jan Souverein (2019): Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner. Erste Lehren aus fünf Jahren legalem Cannabis in Uruguay, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, Januar 2019
Uruguay ist nicht nur in der Sozialpolitik ein Vorzeigemodell, sondern hat auch als Pionierland Konsequenzen aus dem gescheiterten „Krieg gegen die Drogen“ gezogen: Vor fünf Jahren wurde dort ein regulierter Markt für die gesamte Wertschöpfungskette von Cannabis eingerichtet. Statt Strafverfolgung und Repression wurde der Fokus auf Aufklärung und „harm reduction“ gesetzt – ein Experiment, das die internationale Debatte bereichert und neue Ansätze für eine alternative Drogenpolitik weltweit liefert. Welche Fortschritte, aber auch Hemmnisse den uruguayischen Weg begleiten, zeigt diese Analyse.

Tanja Fendel (2019): Die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Frauen, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2019
Frauen stellen eine zunehmend relevante Gruppe unter den Geflüchteten dar. Ihre Beschäftigungsanteile fallen in Deutschland jedoch noch sehr gering aus. Schlechtere Voraussetzungen und Kinder im Haushalt schränken ihre Arbeitsmarktchancen ein. Um geflüchtete Frauen bei der Integration in den Arbeitsmarkt bestmöglich zu unterstützen, sollte ihre Teilnahme an Integrationsmaßnahmen gefördert werden. Die Bereitstellung von Kinderbetreuung ist dafür eine wichtige Voraussetzung.

Christian Alt, Benjamin Gedon, Sandra Hubert, Katrin Hüsken und Kerstin Lippert (2018): DJI-Kinderbetreuungsreport 2018. Inanspruchnahme und Bedarfe bei Kindern bis 14 Jahre aus Elternperspektive – ein Bundesländervergleich, München: Deutsches Jugendinstitut (DJI), 2018

Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 6-7/2019: Menschen mit Behinderungen
Mit der Verabschiedung der Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen läuteten die Vereinten Nationen 2006 einen Paradigmenwechsel ein: Statt Behinderung als medizinisches Defizit zu betrachten, basiert das Abkommen auf einem weiten Verständnis von Behinderung als Ergebnis des Zusammenspiels individueller Beeinträchtigungen mit gesellschaftlichen Barrieren, die die Wahrnehmung gleicher Rechte behindern. Seitdem die UN-Behindertenrechtskonvention 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist, sind Fortschritte beim Abbau dieser Barrieren zu verzeichnen. Mit Blick auf die Lebensbereiche Bildung, Arbeit und Wohnen aber steht die Bundesrepublik mit ihrem ausdifferenzierten System von Förderschulen, Werkstätten und Wohnheimen vor einem ungelösten Konflikt.

Heidi Stutz, Peter Stettler, Philipp Dubach und Michael Gerfin (2018): Berechnung und Beurteilung des Grundbedarfs in den SKOS- Richtlinien. Schlussbericht. Im Auftrag der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS), Bern, Dezember 2018

Dieter Dohmen (2019): Qualifizierung in und für Berlin 2030: Mehr – Anders – Besser! Prognose und Hintergrundanalyse zur zukünftigen Entwicklung des Berliner Bildungs- und Qualifizierungssystems. FiBS-Forum Nr. 62, Berlin: FiBS – Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, Januar 2019

Simon Eggert, Patrick Schnapp und Daniela Sulmann (2019): Schülerbefragung Pflege: Eigene Erfahrungen und Interesse an Pflegeberufen, Berlin: Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Januar 2019

BMFSFJ (2019): Ausbildungsoffensive Pflege (2019 –2023). Vereinbarungstext. Ergebnis der Konzertierten Aktion Pflege/AG 1, Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege, Januar 2019

Henrik Kleven, Camille Landais, Johanna Posch, Andreas Steinhauer and Josef Zweimüller (2019): Child Penalties Across Countries: Evidence and Explanations, January 2019
This paper provides evidence on child penalties in female and male earnings in different countries. The estimates are based on event studies around the birth of the first child, using the specification proposed by Kleven et al. (2018). The analysis reveals some striking similarities in the qualitative effects of children across countries, but also sharp differences in the magni- tude of the effects. We discuss the potential role of family policies (parental leave and child care provision) and gender norms in explaining the observed differences.

Wido Geis-Thöne (2019): 500.000 unter Sechsjährige mehr als vor fünf Jahren. IW-Kurzbericht Nr. 7/2019, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft, 2019
»Ausschlaggebend für den starken Anstieg der Kinderzahlen waren eine steigende Zahl an potenziellen Müttern, mehr Geburten je potenzieller Mütter und eine substanzielle Zuwanderung von Kindern. Dadurch werden in den nächsten Jahren zusätzliche Kapazitäten in den Kitas und Grundschulen notwendig, auch wenn sich die Entwicklungen nicht fortsetzen sollten.«

Jörg Langer (2019): Beschäftigte zweiter Klasse? Gute Arbeit auch für Freie. Untersuchung zur sozialen und beruflichen Situation von freien Mitarbeiter*innen bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Befragung im Auftrag der Bundestagsfraktion DIE LINKE und der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin 2019

Herbert Brücker, Johannes Croisier, Yuliya Kosyakova, Hannes Kröger, Giuseppe Pietrantuono, Nina Rother und Jürgen Schupp (2019): Zweite Welle der IAB-BAMF-SOEP-Befragung: Geflüchtete machen Fortschritte bei Sprache und Beschäftigung. IAB-Kurzbericht Nr. 3/2019, Nürnberg
Die Migration von Schutzsuchenden nach Deutschland steht nach wie vor im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatten. Die zweite Welle einer Längsschnittbefragung von Geflüchteten zeigt, dass es deutliche Integrationsfortschritte gibt, obwohl die Geflüchteten beim Zuzug zum Teil ungünstige Voraussetzungen hinsichtlich Gesundheit und Bildungsniveau mitbringen. So haben sich ihre Deutschkenntnisse 2017 im Vergleich zum Vorjahr verbessert und ihre Beteiligung am Erwerbsleben sowie an Bildung und Ausbildung ist gestiegen. Die repräsentative Längsschnittbefragung von Geflüchteten in Deutschland wird vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und vom Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) seit 2016 gemeinsam durchgeführt.

Harten, Uwe (2019): Regionale Bedeutung des Handwerks für Beschäftigung und Ausbildung in Deutschland – Fokus: Niedersachsen. Bundesländer und niedersächsische Regionen im Vergleich. IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Niedersachsen-Bremen, Nr. 02/2019), Nürnberg 2019
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Handwerk hat bundesweit zwischen 2010 und 2016 um knapp sechs Prozent zugenommen und bleibt damit merklich hinter der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsdynamik (+12,5%) zurück. Auch im Ausbildungsbereich verliert das Handwerk an Boden. Allerdings unterscheidet sich die Beschäftigungs- und Ausbildungssituation je nach Bundesland und Gewerbegruppe des Handwerks deutlich. In Niedersachsen ist die Bedeutung des Handwerks für den Arbeitsmarkt, gemessen an der Beschäftigung, unter allen westdeutschen Bundesländern am größten. Das niedersächsische Handwerk erreichte im Untersuchungszeitraum, nach Hessen, Bayern und Baden-Württemberg, den vierthöchsten Beschäftigungszuwachs aller bundesdeutschen Flächenländer. Große Bedeutung für die überdurchschnittliche Entwicklung in Niedersachsen haben die Handwerke für den gewerblichen Bedarf sowie das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe. Aber auch innerhalb Niedersachsens sind auffallend hohe Diskrepanzen auszumachen, sowohl hinsichtlich der aktuellen Bedeutung des Handwerks als auch der regionalen Beschäftigtenentwicklung. Der Ausbildungsbeitrag des Handwerks ist grundsätzlich mehr als doppelt so hoch wie sein Anteil an der Beschäftigung. Auf der Ebene der Bundesländer weisen Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz die höchsten Ausbildungsanteile auf. In Handwerk wie Nicht-Handwerk ist die Zahl der Auszubildenden im Zeitraum 2010 bis 2016 zurückgegangen, und nahm außerdem im Handwerk nahezu in ganz Westdeutschland stärker ab. Niedersachsen verzeichnete dabei den bundesweit niedrigsten Rückgang im Nicht-Handwerk und den zweitniedrigsten im Handwerk.

Monika Köppl-Turyna, Michael Christl und Dénes Kucsera (2019): Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen: Die Dosis macht das Gift, in: ifo Schnelldienst, Heft 2/2019, S. 40–46
»Die Diskussion über die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen ist seit vielen Jahrzehnten im Gange. In ihrem Beitrag verwenden Monika Köppl-Turyna, Michael Christl und Dénes Kucsera ihr empirisches Modell, das auf der Annahme von nicht-linearen Beschäftigungseffekten von Mindestlöhnen basiert. Diese Effekte entstehen aus zwei Gründen: Einerseits reduzieren Unternehmen aufgrund höherer Mindestlöhne die Anzahl der angebotenen Stellen (»Jobangebot«-Effekt), anderseits führen steigende Löhne zu einem höheren Anreiz, einen Job anzunehmen (»Jobannahme«-Effekt). Der signifikante, nicht-lineare empirische Zusammenhang zwischen Mindestlohn und Beschäftigung ermöglicht die Berechnung einer Mindestlohnhöhe, bei der die Beschäftigung maximiert wird. Die Autoren zeigen zudem, dass dieser »optimale« Mindestlohn nicht nur signifikant von der Arbeitsproduktivität, sondern auch von der Konjunktur abhängt: In wirtschaftlich guten Zeiten beziehungsweise in Ländern mit hoher Arbeitsproduktivität ist ein höherer Mindestlohn ohne negative Beschäftigungseffekte möglich. Für Deutschland kommen sie zu dem Ergebnis, dass der derzeitige Mindestlohn beinahe dem Optimalen entspricht. Ihr Modell impliziert, dass der deutsche Mindestlohn nur minimal negative Beschäftigungseffekte mit sich bringt. Es zeigt sich aber auch, dass bei einer veränderten Konjunktur oder bei einer Anhebung des Mindestlohns mit stärkeren negativen Beschäftigungseffekten zu rechnen ist.«

Hans-Ulrich Brautzsch und Birgit Schultz (2018): Effekte der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns: Eine Fallstudie für das Handwerk in Sachsen-Anhalt, in: Wirtschaft im Wandel, Heft 5/2018
»Knapp 8% der Beschäftigten in den Handwerksbetrieben Sachsen-Anhalts verdienten vor der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zu Beginn des Jahres 2015 brutto weniger als 8,50 Euro je Stunde. Allerdings differiert die Betroffenheit stark. In den besonders betroffenen Gewerken war zu befürchten, dass die durch den Mindestlohn induzierte Kostensteigerung zu einem spürbaren Beschäftigungsabbau führt. In diesem Kontext werden drei Fragen untersucht: (1) Wie hoch war die Mindestlohnbetroffenheit im Handwerk in Sachsen-Anhalt? (2) Welche – über die Lohnkostenerhöhung hinausgehenden – Effekte hatte die Mindestlohneinführung in den Handwerksbetrieben? (3) Welche Ausweichreaktionen haben die Handwerksbetriebe unternommen, um die höhere Kostenbelastung zu bewältigen? Die Untersuchungen basieren auf den von den Handwerkskammern Halle und Magdeburg durchgeführten Konjunkturumfragen, die in Kooperation mit dem IWH um zusätzliche Fragen zur Mindestlohneinführung erweitert wurden. Die Ergebnisse der Schätzungen zeigen keine signifikanten Beschäftigungseffekte infolge der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. Vielmehr haben die Handwerksbetriebe vor allem mit Preiserhöhungen reagiert.«

Robert Fenge, Jochen Pimpertz, Tim Köhler-Rama, Reiner Holznagel, Felix Welti, Martin Werding, Uwe Fachinger und Karl-Heinz Paqué (2019): Rentenpaket der Großen Koalition: Sicher und gerecht oder unsolide und nicht finanzierbar?, in: ifo Schnelldienst, Heft 2/2019, S. 5–31
Im November 2018 verabschiedete der Bundestag ein Rentenpaket, das Anfang Januar 2019 in Kraft trat und für Vertrauen in die Stabilität der Rente sorgen soll. Festgelegt wurde unter anderem eine »doppelte Haltelinie« – die bis 2025 gelten soll –, für das Rentenniveau einerseits und für den Beitragssatz andererseits. Zudem wurde eine Kommission zur Zukunft der Rente aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialpartner, Politik und Wissenschaft, berufen, die bis zum März 2020 Vorschläge erarbeiten soll, wie das System auf Dauer stabilisiert werden kann. Denn die wichtige Frage, was mit der Rente nach 2025 passiert, ist offen. Ist das Paket gerecht und bezahlbar, oder geht die Reform zu Lasten der jungen Generation?

Johannes Blum, Anna Dudel, Björn Kauder, Manuela Krause und Niklas Potrafke (2019): Reformvorschläge zur Eurozone – eine gemeinsame europäische Arbeitslosenversicherung als Lösung?, in: ifo Schnelldienst, Heft 2/2019, S. 55–61
In der Dezember-Umfrage des Ökonomenpanels von ifo und FAZ wurden Professoren für Volkswirtschaftslehre an deutschen Universitäten nach ihrer Meinung bezüglich verschiedener Reformvorschläge für die Eurozone sowie insbesondere zur Schaffung einer gemeinsamen europäischen Arbeitslosenversicherung befragt. Die Mehrheit der Befragungsteilnehmer ist mit den Reformen nicht zufrieden.

Claus Michelsen und Andreas Mense (2018): Evaluierung der Mietpreisbremse. Untersuchung der Wirksamkeit der in 2015 eingeführten Regelungen zur Dämpfung des Mietanstiegs auf angespannten Wohnungsmärkten (Mietpreisbremse). Studie im Auftrag des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, 15.12.2018
Kurzfassung

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (2019): Die Regelungen zur zulässigen Miethöhe bei Mietbeginn in Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten („Mietpreisbremse“) in der gerichtlichen Praxis, Berlin 2019

Verdi (2019): Gutes Wohnen für alle. Für eine soziale Wohnungspolitik, Berlin: ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bundesvorstand, Januar 2019
Die Wohnungsfrage ist zurück auf der Tagesordnung. Vor allem in Groß- und Universitätsstädten wird das Wohnen für Menschen mit kleinem oder mittlerem Einkommen immer teurer. Der Grund dafür sind politische Fehlentscheidungen: Schon seit den 1980er Jahren wurden ganze Wohnungsbestände privatisiert und Regulierungen abgebaut. Fördergelder hat man reduziert. Der Neubau ging drastisch zurück. Die Spekulation mit Wohnungen und Grundstücken nahm zu. Die Misere am Wohnungsmarkt zeigt: Wir brauchen eine wohnungspolitische Kehrtwende.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2019): Trägerbefragung zur Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (BAV 2017). Endbericht. Forschungsbericht 523, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Januar 2019
Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat Kantar Public (ehemals TNS Infratest Sozialforschung) im Jahr 2018 zum achten Mal nach 2003, 2004, 2006, 2008, 2011, 2013 und 2015 eine empirische Untersuchung zur Situation und Entwicklung der betrieblichen Altersversorgung durchgeführt. Einbezogen in die „Trägerbefragung zur betrieblichen Altersversorgung 2017“ (BAV 2017) wurden Pensionskassen, Pensionsfonds, Lebensversicherungen, die betriebliche Direktversicherungen anbieten, und öffentliche Zusatzversorgungsträger. Die Daten zu Direktzusagen und Unterstützungskassen basieren dagegen auf Geschäftsstatistiken des „Pensions-Sicherungs-Vereins auf Gegenseitigkeit“ (PSVaG). Damit wird nunmehr die Entwicklung der betrieblichen Altersversorgung seit Inkrafttreten des Altersvermögensgesetzes (AVmG) und des Altersvermögensergänzungsgesetzes (AVmEG) am 1. Januar 2002 aufgezeigt. Mit BAV 2017 wird die bestehende Zeitreihe um die Referenzpunkte Dezember 2016 und Dezember 2017 ergänzt und damit bis unmittelbar vor Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) im Januar 2018. Neben der Entwicklung der Zahl von Versicherten und Anwartschaften werden in BAV 2017 auch die Beitragshöhe sowie die Inanspruchnahme von Förderwegen analysiert.
➔ Ergänzend dazu: BMAS (2019): Trägerbefragung zur Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (BAV 2017). Methodenbericht. Forschungsbericht 523/M, Berlin, Januar 2019

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) (2019): Die betriebliche Ausbildung stärken. Politische Forderungen aus der Initiative „Chance Ausbildung“, Gütersloh, Januar 2019

Ulf Ortmann und Eva-Maria Walker (2019): Arbeitsfolgen der Digitalisierung in der Handelslogistik jenseits von Substitution und Aufwertung. Forschungsbericht zum Projekt „Digitale Arbeitsbedingungen in der Intralogistik des Handels (DiALog)“. FGW-Studie Digitalisierung von Arbeit 17, Düsseldorf: Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW), Januar 2019
Einerseits wird Tätigkeiten in der Logistik in zahlreichen Prognosen ein hohes Substitutionsrisiko im Zuge der Digitalisierung zugeschrieben. Andererseits besteht die Chance, Arbeit im Zuge von Digitalisierung qualifikatorisch aufzuwerten. Tatsächlich kommen in der Lagerlogistik von Handelsbetrieben verschiedenste technische Anwendungen zum Einsatz: Software, Identifikations-, Sensor- und Kommunikationstechnologien, mobile Assistenzsysteme und Roboter. Auf der Grundlage von quantitativen Erhebungen und Auswertungen, von Experteninterviews und von qualitativen Betriebsfallstudien untersuchen wir die Arbeitsfolgen der Digitalisierung für Einfacharbeitende in der Intralogistik des Handels und argumentieren, dass sich – zumindest in unseren Fallstudien – aktuell keine Umbrüche beobachten lassen: weder im Sinne einer zu befürchtenden Substitution noch im Sinner einer zu begrüßenden Aufwertung von Arbeit.

Peter Osborne, Éric Alliez and Eric-John Russell (eds.) (2019): Capitalism: Concept, Idea, Image – Aspects of Marx’s Capital Today, London: Centre for Research in Modern European Philosophy (CRMEP), January 2019
Drawn from a conference held to mark the 150th anniversary of the first volume of Karl Marx’s Capital: A Critique of Political Economy, these essays from a range of internationally established contributors offer readers a snapshot of debates about the book’s current relevance across a variety of fields and contexts. The volume approaches Marx’s Capital as an exemplary text in the continuation of the tradition of post-Kantian European Philosophy through transdisciplinary practices of critique and concept construction. The essays are grouped into four sections: Value-Form, Ontology & Politics; Capitalism, Feminism and Social Reproduction; Freedom, Democracy and War; The Poetics of Capital/Capital. Each section is accompanied by an image from the 2008 film by Alexander Kluge, News From Ideological Antiquity: Marx – Eisenstein – Capital.

Robin Mohan (2019): Die Ökonomisierung des Krankenhauses. Eine Studie über den Wandel pflegerischer Arbeit, Bielefeld 2019
Der Umbau der Krankenhäuser zu Unternehmen wird immer wieder als in sich konsistente Rationalisierungsstrategie verhandelt. Aus soziologischer Perspektive wird hingegen deutlich: Die viel diskutierte ›Ökonomisierung‹ der Krankenhäuser ist ein in sich widersprüchlicher Prozess. Robin Mohan zeichnet die Geschichte des Krankenhauses mithilfe einer an Marx, Weber und Bourdieu orientierten Gesellschaftstheorie der Ökonomisierung nach, die den Widerspruch von Gebrauchswert und Tauschwert zum verbindenden Leitmotiv erhebt. Ergänzt wird die Analyse durch eine arbeitssoziologische Studie, die rekonstruiert, wie sich die Ökonomisierungsprozesse aus der Sicht der Pflegekräfte darstellen.

Maximilian Blömer und Andreas Peichl (2018): Ein „Garantieeinkommen für Alle“. Studie in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Finanzen von Bündnis 90/Die Grünen. ifo Forschungsberichte 97/2018, München: ifo Zentrum für Makroökonomik und Befragungen, Dezember 2018
Das deutsche Transfersystem gilt im internationalen Vergleich als besonders komplex. Hintergrund ist die Interaktion von verschiedenen Transferleistungen, welche teilweise unterschiedliche Verteilungs- und Anreizziele verfolgen. Zu nennen sind hier insbesondere die Verteilungsinstrumente Arbeitslosengeld II, Wohngeld und Kinderzuschlag, aber auch Freibeträge bei der Einkommensteuer sowie das Kindergeld. Diese Studie untersucht verschiedene Reformvorschläge, die als Grundelement eine Reform der Transferleistungen vorsehen. Im Gegensatz zu bestehenden Regelungen soll die Transferleistung dabei automatisch (z.B. durch das Finanzamt) ausgezahlt werden, um eine Hundertprozentige Inanspruchnahme-Quote zu erreichen. Damit das „Garantieeinkommen für Alle“ automatisch berechnet und ausgezahlt werden kann, ist der Wegfall der bürokratischen Hürden vorgesehen.

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2019): Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen 2017. Situation der Ausbildung und Beschäftigung, Düsseldorf, Januar 2019

Felise Maennig-Fortmann und Nadine Poppenhagen (2019): Duales Studium. Ein Zukunftsmodell mit Optimierungsbedarf. Analysen & Argumente Nr. 334, Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, Januar 2019

Norbert F. Schneider, Harun Sulak und Ralina Panova (2019): Was kommt nach der Rushhour? Lebenslagen und Lebensverläufe von Frauen und Männern in der Lebensmitte, Sankt Augustin/Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, 2019

Reinhard Busse (2019): Gutachten zur RSA-Ausgestaltung und Umgestaltungsmöglichkeiten, Januar 2019

Franziska Zimmert (2019): Early child care and maternal employment: empirical evidence from Germany. IAB-Discussion Paper 2/2019, Nürnberg 2019
Das vorliegende Papier untersucht nicht nur den Effekt der Verfügbarkeit von öffentlicher Kinderbetreuung auf die mütterliche Erwerbsquote und den vereinbarten Stundenumfang, sondern auch auf die gewünschte Stundenzahl. Dabei wird der im August 2013 eingeführte Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr genutzt, um einen semi-parametrischen Differenzen-von-Differenzen-Ansatz anzuwenden. Die Ergebnisse auf Basis des Mikrozensus deuten auf einen positiven Effekt auf die Erwerbsbeteiligung und auf vereinbarte und gewünschte Arbeitsstunden in Landkreisen, in denen die Kinderbetreuungsquote intensiv anstieg, im Vergleich zu Landkreisen mit einem geringeren Anstieg dieser Quote, hin. Da sich gewünschte und vereinbarte Arbeitszeit gleichermaßen erhöhen, hat die Ausweitung von frühkindlicher Betreuung Arbeitsmarktpotentiale über die Gruppe der unterbeschäftigen Mütter hinaus.

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) (2019): Perspektive Pflege. Finanzentwicklung der Sozialen Pflegeversicherung, Gütersloh 2019

Oskar Jost, Holger Seibert und Doris Wiethölter (2019): Regionale Mobilität von Lehrlingen: Auszubildende in MINT-Berufen pendeln besonders häufig. IAB-Kurzbericht 2/2019, Nürnberg 2019

Jürgen Stellpflug, Barbara Sternberger-Frey und Claudia Tuchscherer (2019): Das Vorsorgekonto. Basisprodukt für die private Altersvorsorge, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Januar 2019
Die staatlich geförderte, private, kapitalgedeckte Altersvorsorge steckt in der Krise. Intransparente Produkte und Berichte über zu hohe Kosten und magere Renditen haben das Verbrauchervertrauen erschüttert. Viele Verbraucher_innen sind überfordert, sich auf dem Markt für Altersvorsorgeprodukte zurechtzufinden und verdrängen das Thema lieber. Eine grundsätzliche Neuausrichtung der dritten Säule der Alterssicherung erscheint unausweichlich. Das vorliegende Konzeptpapier macht dafür einen Vorschlag: Die Einführung eines einfachen und transparenten Basisprodukts der privaten Altersvorsorge unter dem Dach der gesetzlichen Rentenversicherung: das Vorsorgekonto. Eine aktuelle repräsentative Umfrage ergibt, dass ein solches Basisprodukt, angeboten von der gesetzlichen Rentenversicherung, auf eine hohe Nachfrage treffen würde. Das Vorsorgekonto bietet eine höhere Transparenz und Rentabilität als herkömmliche Riester-Produkte. Ein kollektives Sparmodell ermöglicht zudem einen Solidarausgleich zwischen verschiedenen Sparer-Generationen, so dass die tatsächlichen Erträge unabhängig von kurzfristigen Schwankungen am Kapitalmarkt für alle annähernd gleich ausfallen.

Thorsten Heien und Marvin Krämer (2018): Lebensverläufe und Altersvorsorge der Personen der Geburtsjahrgänge 1957 bis 1976 und ihrer Partner. Forschungsprojekt im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. DRV-Schriften Band 115, Berlin: Deutsche Rentenversicherung Bund, November 2018

Michael Oberfichtner (2018): Arbeitslosenversicherung für Existenzgründer: Unterschiedliche Leistungen trotz gleicher Beiträge. IAB-Kurzbericht Heft 1/2019, Nürnberg 2019

James Davies and Anthony Shorrocks (2018): Comparing global inequality of income and wealth. WIDER Working Paper 2018/160, Helsinki: United Nations University World Institute for Development Economics Research, December 2018
This paper is the first to compare global trends in income and wealth inequality this century. It is based on large income and wealth microdata samples designed to be representative of all countries in the world. Measured by the Gini coefficient, inequality between countries accounts for about two-thirds of global income inequality, but noticeably less— around one half—of wealth inequality. Broadly similar results are found for different years and different inequality indices, bar the share of the top 1 per cent. Over time, changes in countries’ mean income and wealth, and population sizes, have reduced world inequality. Income inequality has changed little within countries, so the downward trend remains intact. However, within-country wealth inequality has risen, halting the downward shift in global wealth inequality and raising the share of the top 1 per cent after 2007.

Frank Bayreuther (2018): Sicherung der Leistungsbedingungen von (Solo-)Selbständigen, Crowdworkern und anderen Plattformbeschäftigten. HSI-Schriftenreihe Bd. 26, Frankfurt am Main 2018

Pflegekammer Niedersachsen (2018): Bericht zur Lage der Pflegefachberufe in Niedersachsen 2018. Erste Datenauswertungen aus dem Pflegefachberuferegister der Pflegekammer Niedersachsen, Hannover, Dezember 2008

Stefanie Stadlober, Laura Vogel und Bernhard Kittel (2018): Die subjektive Erfahrung des Bezugs der Bedarfsorientierten Mindestsicherung in Niederösterreich: Eine interviewbasierte Analyse. Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft Nr. 185, Wien: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 2018
Die Studie stellt die subjektiven Wahrnehmungen von und Erfahrungen mit dem Bezug der Bedarfsorientierten Mindestsicherung auf der Grundlage von 30 Interviews dar. Die Auswahl der Befragten erfolgte nach dem Zufallsprinzip aus der Gruppe der Mindestsicherungsbeziehenden in städtisch und ländlich geprägten Bezirken, wobei auf eine möglichst große Gleichgewichtung nach Geschlecht und nach Herkunft geachtet wurde. Untersucht wurden neben den Gründen von und Wegen in die Mindestsicherung vor allem der Alltag des Lebens am Rande der Existenzsicherung, die Suche nach Arbeit und der Umgang mit Unterstützungsangeboten des Arbeitsmarktservice. Krankheit, geringer Bildungsgrad und die Trennung vom Partner sind bei Autochtonen gängige Wege in die Mindestsicherung, während für Asylberechtigte die Mindestsicherung als Existenzsicherung während der Aneignung der für den Eintritt in den Arbeitsmarkt notwendigen Kenntnisse dient. Insbesondere für Familien bedeutet das Leben mit Mindestsicherung eine kontinuierliche Konfrontation sowohl mit materieller Deprivation als auch mit sozialer Ausgrenzung. In ländlichen Regionen ist vielerorts neben den eingeschränkten Schul- und Kindergartenöffnungszeiten das Fehlen eines an die Taktung der Arbeit angepassten öffentlichen Verkehrs ein großes Hindernis der Arbeitsaufnahme, zumal die Höhe der Bezüge den Besitz eines eigenen Autos nicht erlauben, soweit überhaupt ein Führerschein vorhanden ist. Im Umgang mit der Lebenssituation zeigen Asylberechtigte wesentlich mehr Optimismus als dies bei den Einheimischen beobachtet werden konnte. Begründen lässt sich dies mit dem Weg in die Mindestsicherung, der sich bei Einheimischen als ein sukzessives Abgleiten darstellt, das mit zunehmender Ausweglosigkeit und Verzweiflung einhergeht, während für Geflüchtete neben der Dankbarkeit für die Unterstützung in Österreich die Perspektive eines erwarteten Einstiegs in den Arbeitsmarkt im Vordergrund steht.

Kerstin Bruckmeier, Jannek Mühlhan und Jürgen Wiemers (2018): Erwerbstätige im unteren Einkommensbereich stärken. Ansätze zur Reform von Arbeitslosengeld II, Wohngeld und Kinderzuschlag. IAB-Forschungsbericht 9/2018, Nürnberg, 2018
Erwerbstätige, die mit einem nur geringen Verdienst für sich oder ihre Familie sorgen müssen, können neben ihrem Erwerbseinkommen Sozialleistungen beziehen. Unter den passiven Sozialleistungen sind die Grundsicherung für Arbeitsuchende, das Wohngeld und der Kinderzuschlag zentral. Eine Reform der drei Leistungen ist angesichts der Komplexität der Transfersysteme und hoher Grenzbelastungen für Geringverdiener notwendig. Gezielte Verbesserungen in den Transfersystemen können zu mehr Beschäftigung unter Geringverdienern beitragen, ihre Inanspruchnahme unter Bedürftigen erhöhen und Einkommensungleichheiten abbauen. Die Bundesregierung greift die bestehende Problematik auf und kündigt eine Entbürokratisierung der Leistungen an. Zudem soll geprüft werden, wie Kinderzuschlag, Wohngeld und Unterhaltsvorschuss besser aufeinander abgestimmt werden können. Der Kinderzuschlag soll ausgeweitet und durch eine Reform die Arbeitsanreize für Bezieher erhöht werden. Generell sollen Familien und Alleinerziehende durch eine Erhöhung des Kindergeldes und einer Rechtsverschiebung der Eckwerte in der Einkommensteuer entlastet werden. In diesem Forschungsbericht untersuchen wir die Auswirkungen der im Koalitionsvertrag verabredeten Maßnahmen auf das Arbeitsangebot und die Einkommensverteilung. Die Effekte werden mit dem Mikrosimulationsmodell des IAB (IAB-MSM), das auf dem Sozio-ökonomischen Panel basiert, simuliert. Den Reformvorhaben der Großen Koalition wird eine umfassende Neuausgestaltung des Transfersystems gegenübergestellt.

Kerstin Bruckmeier, Torsten Lietzmann, Jannek Mühlhan und Jens Stegmaier (2018): Geringfügige Beschäftigung aus der Perspektive von Beschäftigten und Betrieben sowie Verteilungs- und Arbeitsmarktwirkungen einer Ausweitung. IAB-Stellungnahme 16/2018, Nürnberg 2018
Das IAB äußert sich in dieser Stellungnahme zum Gesetzentwurf der FDP-Bundestagsfraktion zur Dynamisierung der Verdienstgrenzen der geringfügigen Beschäftigung (Bundestagsdrucksache 19/4764). Der Entwurf sieht vor, die bisherigen starren Verdienstgrenzen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse (‚Minijobs‘) und Beschäftigungsverhältnisse in der Gleitzone (‚Midijobs‘) durch eine Kopplung an die Entwicklung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns automatisch zu dynamisieren. Die Verdienstgrenze bei geringfügiger Beschäftigung soll auf das 60-fache und das Gleitzonenende für Midijobs auf das 145-fache des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns festgelegt werden. Das IAB geht in seiner Stellungnahme auf die Entwicklung und Struktur der geringfügigen Beschäftigung sowie auf die Motive zur Ausübung geringfügiger Beschäftigung, die Situation geringfügig Beschäftigter und die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Effekten einer geringfügigen Beschäftigung auf den Übergang in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (‚Brückeneffekte‘) ein. Die direkten Verteilungswirkungen, die sich aus einer Dynamisierung der Entgeltgrenzen ergeben, werden anschließend zusammen mit den zu erwartenden Auswirkungen auf das Arbeitsangebot diskutiert. Abschließend werden Erkenntnisse zu geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen aus betrieblicher Perspektive dargestellt. Aus Sicht des IAB ist eine Dynamisierung der Entgeltgrenzen kein geeignetes Mittel, um Personen am unteren Einkommensrand besser zu stellen. Eine Reform geringfügiger Beschäftigung sollte nicht in Richtung einer Ausweitung, wie mit dem Gesetzesvorschlag der FDP-Bundestagsfraktion intendiert, sondern in Richtung einer schrittweisen Eingrenzung gehen. Dabei müssten die Regelungen im Rahmen einer umfassenderen Reform künftig im Wesentlichen darauf ausgerichtet werden, dass sich geringfügige Beschäftigung allein auf solche Personen konzentriert, für die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung tendenziell nicht in Frage kommt wie Schüler, Studierende und Rentner. Zudem müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Lohnsteigerungen oder Arbeitszeitausweitungen innerhalb der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung realisieren zu können.

Katja Görlitz, C. Katharina Spieß und Elena Ziege (2081): Fast jedes zehnte Kind geht auf eine Privatschule – Nutzung hängt insbesondere in Ostdeutschland zunehmend vom Einkommen der Eltern ab, in: DIW Wochenbericht Nr. 51+52/2018, S. 1104 ff.
Der Anteil von Kindern, die eine Privatschule besuchen, hat sich seit Beginn der 1990er Jahre fast verdoppelt: Mittlerweile gehen gut neun Prozent aller Schüler in Deutschland auf eine Privatschule. In Ostdeutschland liegt ihr Anteil mit etwas mehr als zehn Prozent inzwischen über dem Anteil in Westdeutschland (knapp neun Prozent). Wie dieser Bericht auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigt, spielt die Bildung der Eltern sowohl in west- als auch in ostdeutschen Bundesländern eine immer größere Rolle für die Privatschulnutzung. In Ostdeutschland gehen gut 23 Prozent aller Schüler aus Akademikerelternhäusern auf eine Privatschule, in Westdeutschland knapp 17 Prozent – rund 20 beziehungsweise 13 Prozentpunkte mehr als 1995. In Ostdeutschland werden auch mit Blick auf die Haushaltsein- kommen die Unterschiede in der Privatschulnutzung immer größer. Die soziale Segregation zwischen den privaten und öffentlichen Schulen hat über die Zeit also deutlich zugenommen. Um dem entgegenzuwirken, sind unterschiedliche Maßnahmen denkbar. Mehr Bundesländer als bisher könnten zum Beispiel das Schulgeld begrenzen und eine konkrete Einkommensstaffelung vorschreiben. Zudem könnten Maßnahmen ergriffen werden, die öffentliche Schulen für Familien mit einer höheren Bildung wieder attraktiver machen.

Eric Seils und Moritz Gartiser (2018): Konsequenzen des Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes. Policy Brief WSI Nr. 28, Düsseldorf: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Dezember 2018

Gina Glock et al. (2018): Qualität der Arbeit, Beschäftigung und Beschäftigungsfähigkeit im Wechselspiel von Technologie, Organisation und Qualifikation. Branchenbericht: Pflege und Versorgung. Forschungsbericht 522/2, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Dezember 2018

Kai Priesack et al. (2018): Qualität der Arbeit, Beschäftigung und Beschäftigungsfähigkeit im Wechselspiel von Technologie, Organisation und Qualifikation. Branchenbericht: Automobile, Forschungsbericht 522/2, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Dezember 2018

Marco Hellmann, Jan Schlüter und Johannes Weyer (2018): Transformation von Erwerbsarbeit durch zunehmende Digitalisierung am Beispiel der Transportlogistik. FGW-Studie Digitalisierung von Arbeit 13, Düsseldorf: FGW – Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung, Dezember 2018

Statistisches Bundesamt (2018): Pflegestatistik. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. Deutschlandergebnisse 2017, Wiesbaden 2018

Statistisches Bundesamt (2018): Pflegestatistik. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. Ländervergleich – Pflegebedürftige, Wiesbaden 2018

Statistisches Bundesamt (2018): Pflegestatistik. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. Ländervergleich – Ambulante Pflegedienste, Wiesbaden 2018

Statistisches Bundesamt (2018): Pflegestatistik. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. Ländervergleich – Pflegeheime, Wiesbaden 2018

Birgit Reißig, Frank Tillmann, Christine Steiner und Claudia Recksiedler: Was kommt nach der Schule? Wie sich Jugendliche mit Hauptschulbildung auf den Übergang in die Ausbildung vorbereiten, München: Deutsches Jugendinstitut, Dezember 2018

Bundesagentur für Arbeit (2018): Integrationsprozesse bei Flüchtlingen – eine Kohortenuntersuchung. Längsschnittbeobachtung über die Entwicklung der Arbeitsmarktintegration, Nürnberg, Dezember 2018

Maura Francese and Delphine Prady (2018): Universal Basic Income: Debate and Impact Assessment. IMF Working Paper No. 18/273, Washington: International Monetary Fund, December 2018
This paper discusses the definition and modelling of a universal basic income (UBI). After clarifying the debate about what a UBI is and presenting the arguments in favor and against, an analytical approach for its assessment is proposed. The adoption of a UBI as a policy tool is discussed with regard to the policy objectives (shaped by social preferences) it is designed to achieve. Key design dimensions to be considered include: coverage, generosity of the program, overall progressivity of the policy, and its financing.

Benjamin Hartung, Philip Jung and Moritz Kuhn (2018): What hides behind the German labor market miracle? Unemployment insurance reforms and labor market dynamics, November 2018
A key question in labor market research is how the unemployment insurance system affects unemployment rates and labor market dynamics. We revisit this old question studying the German Hartz reforms. On average, lower separation rates explain 76% of declining unemployment after the reform, a fact unexplained by existing research focusing on job finding rates. The reduction in separation rates is heterogeneous, with long-term employed, high-wage workers being most affected. We causally link our empirical findings to the reduction in long-term unemployment benefits using a heterogeneous-agent labor market search model. Absent the reform, unemployment rates would be 50% higher today.

Arbeits- und Entlohnungsbedingungen in der Fleischwirtschaft, Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, BT-Drucksache 19/6323 vom 04.12.2018

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (2018): Wer die Armen sind. Der Paritätische Armutsbericht 2018, Berlin, Dezember 2018

Mona Förtsch und Joachim Ragnitz (2018): Regionale Armut: Auf die Perspektive kommt es an, in: ifo Dresden berichtet, Heft 6/2018, S. 3 ff.
Im Jahr 2015 waren in Deutschland durchschnittlich 15,8 % der Bevölkerung armutsgefährdet. Aber nicht alle Regionen sind im gleichen Ausmaß betroffen. Bei der Identifikation besonders gefährdeter Regionen ist es entscheidend, ob nur das Einkommensniveau oder auch regionale Preisunterschiede berücksichtigt werden. Zudem ist auch die Wahl des Maßstabs bedeutsam: Ein starkes Ost-West-Gefälle mit höherer Armutsgefährdung in Ostdeutschland entsteht, wenn sich die Armutsgrenze am bundesweiten Einkommen orientiert. Verwendet man hingegen einen regionalen Bezugspunkt, schneidet der Osten im Gegensatz zum Westen deutlich besser ab. Diese Ergebnisse sollten auch mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die „Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen“ stärkere Berücksichtigung finden.

Joachim Ragnitz (2018): Die Regelaltersgrenze – nicht die Regel, in: ifo Dresden berichtet, Heft 6/2018, S. 16-17
Im Jahr 2014 wurde die sogenannte „Rente mit 63“ eingeführt, die es „besonders langjährigen Versicher- ten“ erlaubt, nach 45 Beitragsjahren vorzeitig ohne Einbußen bei der Rentenhöhe in den Ruhestand zu gehen. Die Möglichkeit eines vorzeitigen Renteneintritts wird vor allem in Ostdeutschland rege in Anspruch genommen. Nur eine Minderheit aller Neurentner verbleibt tatsächlich bis zum „normalen“ Rentenalter im Erwerbsleben, was mit Blick auf die demographisch bedingte Arbeitskräfteknappheit nicht unproblematisch ist. Die naheliegende Erklärung für die höhere Inanspruchnahme der „Rente ab 63“ in Ostdeutschland sind die ostspezifischen Erwerbsbiographien: Frühzeitiger Start ins Erwerbsleben und höhere Rentenansprüche der Frauen.

Jaqueline Hansen und Katharina Heisig (2018): Mit intensiver Betreuung zum regulären Schulabschluss, in: ifo Dresden berichtet, Heft 6/2018, S. 6ff.
Ob Schüler an Förderschulen einen regulären Schulabschluss erreichen, hängt in hohem Maße vom Bundesland ab: Die Anteile der Förderschulabgänger ohne regulären Abschluss variieren im Jahr 2016 zwischen 58 % in Thüringen und 95 % in Schleswig-Holstein. Dies kann einerseits auf einen statistischen Effekt des Inklusionsfortschritts zurückgeführt werden. Andererseits können die Unterschiede durch förderschulbezogene Faktoren begründet werden. Unsere Schätzungen zeigen, dass Bundesländer, in denen Förderschüler häufiger einen regulären Schulabschluss erreichen und damit bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben, einen verhältnismäßig niedrigen durchschnittlichen Betreuungsschlüssel an Förderschulen aufweisen.

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (2018): Die Babyboomer gehen in Rente. Was das für die Kommunen bedeutet. Thesenpapier des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung für die Körber-Stiftung, Hamburg: Körber-Stiftung, 2018

Cordula Zabel (2018): Familien mit Arbeitslosengeld-II-Bezug: Kinder profitieren von der Förderung der Eltern. IAB-Kurzbericht, Nr. 27/2018, Nürnberg 2018
Arbeitsmarktrisiken von Eltern werden oft an ihre Kinder weitergegeben, wie bereits vorliegende Studien zeigen. In diesem Kurzbericht wird untersucht, inwiefern die Teilnahme von Arbeitslosengeld-II-Beziehern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen die späteren Erwerbschancen ihrer Kinder verbessert. Der Fokus der Studie liegt auf generationenübergreifenden Wirkungen von geförderten beruflichen Weiterbildungen, Lohnsubventionen und Ein-Euro-Jobs.

Christine Ludwig und Michaela Evans (2018): Digitalisierung in der Altenpflege. Gestaltungsoptionen betrieblicher Interessenvertretungen. Forschung Aktuell 12/2018, Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen, Dezember 2018
Auch in vermeintlich digitalisierungsfernen Branchen verändert die Digitalisierung die Arbeitsorganisation, Arbeitsinhalte und Arbeitsweisen. Damit diese Veränderungen nicht zu weiterer Arbeitsverdichtung, Entgrenzung und vielfältigen Belastungen führen, müssen die betrieblichen Interessenvertretungen den Wandel aktiv und vorausschauend mitgestalten. Wenn Betriebsräte und Mitarbeitervertretungen sich frühzeitig intensiv mit den digitalen Transformationsprozessen auseinandersetzen, können sie die Digitalisierung zur Stärkung der Mitbestimmung nutzen. Das Projekt DialogsPlus hat zum Ziel, in den Projektbetrieben eine partizipativ ausgerichtete Digitalisierungskultur zu befördern und betriebliche Interessenvertretungen darin zu stärken, die Prozesse aktiv, im Sinne der Beschäftigten und in einer längerfristigen strategischen Perspektive mitgestalten zu können.