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Reinhören: Aktuelle Podacsts zu sozialpolitischen Themen

NDR: Eine Polin für Oma (28.05.2018)
Ohne Pflegekräfte aus Osteuropa, könnten sich viele Familien eine Pflege zuhause für ihre Angehörigen nicht leisten – was spricht für, was spricht gegen das Modell?

Deutschlandfunk Kultur: Gewalt gegen Kinder – Geschlagen, geschüttelt und gequält 28.05.2018)
Es sind beschämende Zahlen: 133 Kinder starben 2016 in Deutschland durch Gewalt oder Vernachlässigung. Die Kriminalitätsstatistik zeigt, Gewalt gegen Kinder ist alltäglich und sie nimmt zu. Ein Blick hinter die Zahlen.

DLF: Der Staat in der Pflicht? Eigenständig leben im Alter (23.05.2018)
Der soziale Tod kommt für viele alte Menschen schleichend: Die Freunde aus Jugendtagen sterben, die Gehbehinderung verhindert die Teilhabe am Leben im Ort, Anerkennung und Wertschätzung lassen nach. Wenn Hilfe fehlt, bleibt nur noch das Heim. Doch das muss nicht sein. Inzwischen haben sich Modellprojekte etabliert, die die Menschen im Quartier vor Einsamkeit bewahren. Das betrifft nicht nur die Wohnsituation, sondern auch konkrete Hilfen von Gemeindeschwestern und Ehrenamtlern. Allerdings finden diese Projekte nicht in allen Bundesländern Unterstützung. Doch ist der Staat nicht in der Pflicht, Menschen in ihrem Wunsch zu unterstützen, möglichst lange zuhause leben zu wollen?

Deutschlandfunk Kultur: Wo Inklusion aufhört – Der Schulhof (21.05.2018)
Paulina ist 13, gehörlos und geht in eine Regelschule. Sie kommt gut mit, aber auf dem Schulhof wird sie gemieden. Elias geht auf eine Förderschule für Hörgeschädigte und hat dort viele Freunde. Aber er lebt in der Welt der Behinderten. Was ist besser?DLF: Dänemark – Rot-Weiße Fahnen und haltbare Zäune (20.05.2018)
Der Zaun im Fürsorgemuseum in Svendborg erinnert an die Zeit, als „würdige“ und „unwürdige“ Arme streng getrennt wurden, als die Gesellschaft keinen verhungern lassen, aber sich auch gegen Ansteckung durch Asoziale schützen wollte.

HR: Schutzlos ausgeliefert? Gewalt gegen Kinder (14.05.2018)
Sie werden geschlagen, gequält und vernachlässigt. Und sie können sich schon deshalb nicht wehren, weil sie Kinder sind. Mit viel Glück treffen sie irgendwann auf aufmerksame Nachbarn, Erzieher, Lehrer oder Ärzte, die dafür sorgen, dass sie keiner Gewalt mehr ausgesetzt sind. Sobald ein Verdacht auf Kindesmisshandlung besteht, müssen alle, die davon erfahren, umgehend handeln. Vor allem, wenn nicht nur das Wohl, sondern auch das Leben des Kindes in Gefahr ist. Zwar gibt es verschiedene Ansprechpartner und Institutionen, an die man sich bei Verdacht auf Kindesmisshandlung wenden kann, aber solange wir immer wieder hören, dass Kindern Gewalt angetan wurde, dass sie schwer verletzt oder getötet worden sind, solange können wir nicht übersehen, dass es hier noch viel zu tun gibt. Kinder müssen geschützt und ihre überforderten Eltern gestützt werden. Denn Kinder sind zwar wehrlos, aber es wäre schlimm, wenn sie auch schutzlos wären.

DLF: Offene Baustellen im Jugendamt – Kinder stärken – aber wie?(13.05.2018)
Kinder aus ihren Familien herauszuholen, sie in Obhut zu nehmen, ist ein schwerwiegender Eingriff des Jugendamts in Konfliktsituationen. Er soll dem Kindeswohl dienen. Doch in der Jugendhilfe wird vielerorts gespart – mitunter auf Kosten der Schutzbedürftigen, so die Kritik.

Deutschlandfunk Kultur: Soziologe Klaus Dörre über die Zukunft der Gewerkschaften – Gefahr durch Rechtspopulisten in den eigenen Reihen(12.05.2018)
Mitgliederschwund, Rechtspopulisten in den eigenen Reihen und prekär beschäftigte Leiharbeiter – im Zeitalter der Globalisierung und Flexibilisierung prekärer Arbeitsverhältnisse müssen sich die Gewerkschaften neu erfinden und global organisieren, sagt der Soziologe Klaus Dörre.

DLF: Alleinerziehende – Wenn jeder Tag ein Muttertag ist (12.05.2018)
Der obligatorische Strauß Blumen, der frisch gedeckte Frühstückstisch oder das selbstgemalte Bild – fast schon routinierte Dankbarkeit zum Muttertag. Dabei schuften Mütter eigentlich täglich fast rund um die Uhr. Besonderer Druck lastet auf Frauen, die ihre Kinder alleine großziehen müssen.DLF: Norwegens restriktive Flüchtlingspolitik – Politik der geschlossenen Türen (12.05.2018)
Norwegen ist dank großer Ölvorkommen ein reiches Land. Und die fünf Millionen Norweger sollen besonders glücklich sein – solange sie unter sich sind. Letztes Jahr kamen so wenige Flüchtlinge nach Norwegen wie seit 1995 nicht mehr. Und das aus gutem Grund.

DLF: Zweiklassengesellschaft beim Arzt – Wie Union und SPD das Gesundheitssystem reformieren wollen (11.05.2018)
Eine Krankenkasse für alle: Die SPD ist mit ihrer Idee einer sogenannten Bürgerversicherung in den Koalitionsverhandlungen gescheitert. Die Unterscheidung zwischen Kassen- und Privatpatienten besteht damit weiter. Nun sollen Reformen für mehr Gerechtigkeit im Wartezimmer sorgen.

Deutschlandradio Kultur: Russen in Deutschland – Leben zwischen alter und neuer Heimat  (07.05.2018)
In Deutschland leben etwa sechs Millionen russischsprachige Menschen. Die größte Gruppe unter ihnen bilden die Russlanddeutschen. Sie gelten als konservativ, sind meist gut ausgebildet und integriert. Von der Politik wurden sie bislang wenig beachtet – bis zu den Wahlerfolgen der AfD.

SWR: Karl Marx in der Hightech-Welt des Silicon Valley (07.05.2018)
Die Thesen des vor nunmehr 200 Jahren geborenen Marx sind Programmierern und Startup-Gründern im Valley zwar nicht unbedingt geläufig, dennoch scheint die Ideenwelt nicht fremd. So unterstützten vor zwei Jahren dort viele junge Leute den Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders, der sich selbst als Sozialist bezeichnete. Das passte zu den immer größten werdenden Zweifeln am schnellen Profit und bedingungslosem Wachstum. Zu viele Obdachlose und eine immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich in der Region gehören zu den Ursachen.

DLF: Dänemarks restriktive Ausländerpolitik – Ghettos und dänische Werte (06.05.2018)
73 Gesetzesverschärfungen in weniger als vier Jahren: Dänemarks rechtsliberale Regierung setzt in der Einwanderungs- und Asylpolitik auf Abschreckung. Damit soll das Land für Flüchtlinge so unattraktiv wie möglich werden. Im Visier: soziale Brennpunkte mit hohem Migrantenanteil.

DLF: Arbeiten in der digitalen Welt – Das Arbeitsrecht steht vor großen Herausforderungen (04.05.2018)
Die größte Herausforderung für das heutige Arbeitsrecht sei, die Flexibilität zum Wohle der Arbeitnehmer und Unternehmen zuzulassen, sagte Ricarda Rolf von der Technischen Hochschule Köln. Eines der größten Hemmnisse dabei sei allerdings das Arbeitszeitgesetz, das in vielen Bereichen nicht mehr der Arbeitswirklichkeit entspreche.

DLF: Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat – Verfestigte Armut trotz Sozialleistungen (03.05.2018)
In Deutschland stagniert die soziale Ungleichheit, so ein Ergebnis der Kölner Tagung über Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat. Trotz Umverteilung werden immer weniger Nicht- oder Geringverdiener aus der Armutsfalle befreit. In anderen Ländern gelingt das besser – aus vielfältigen Gründen.

SWR: „Alle Räder stehen still“: Welche Bedeutung haben Streiks heute? (30.04.2018)
Es diskutieren: Dr. Heiner Dribbusch – Streikforscher, Hans-Böckler-Stiftung, Dr. Hagen Lesch – Tarifexperte, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Prof. Dr. Volker Rieble – Arbeitsrechtler, Ludwig-Maximilians-Universität München

SWR: Digitalisierung – wie verändert sie unsere Arbeit und die Gesellschaft? (30.04.2018)
Vor ziemlich genau drei Jahren erschütterte eine Studie der IngDiba Bank die deutsche Wirtschaft. In ihr wurde die These aufgestellt, dass in den nächsten 10 bis 20 Jahren über 18 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland verschwinden würden. Der Grund: die Digitalisierung. Zum Zeitpunkt der Studie hätte das bedeutet, dass Roboter – oder allgemeiner gesprochen Algorithmen – jeden zweiten Arbeitsplatz übernehmen würden. Heute deutet nichts darauf hin, dass diese Entwicklung eintreten wird. Aber wer weiß das schon wirklich bei Revolutionen? Denn dass es sich mit der Digitalisierung um eine Revolution unserer Arbeit handelt – und damit auch unserer Gesellschaft – darin sind sich Optimisten wie Pessimisten einig. Die Digitalisierung – wie verändert sie unsere Arbeit und die Gesellschaft?

HR: Hasta la vista, Hirni! Wenn Maschinen denken (30.04.2018)
Arbeit ohne Menschen, Fabriken voller Robotern: Ist das unsere Zukunft? In der Forschung über künstliche Intelligenz und deren Anwendung herrscht Goldgräberstimmung, und nicht nur in den einschlägigen kalifornischen Unternehmen des Silicon Valley. Auch China steckt seine claims ab. Deutsche Firmen und Forschungsinstitute wollen sich ebenfalls nicht abhängen lassen. Der Wettbewerb der menschlichen Hirne um die künstlichen Hirne ist voll entbrannt, und wer gewinnt, wird die Welt beherrschen. Im Forschungszentrum Jülich vermessen Wissenschaftler gerade unser Gehirn, sie scannen es und schauen hinein wie in eine Stadt- in 86 Milliarden Nervenzellen und deren Verbindungen. Das macht jenen Angst, die damit rechnen, dass Roboter ihre Jobs vernichten. Und es beunruhigt alle, die noch ethische Maßstäbe hochalten. Wer kontrolliert die Wissenschaft? Wer bändigt die Unternehmen?

DLF: Diskussion um Bodenreform – „Ein anderes Verhältnis zu Eigentumsrechten“ (29.04.2018)
Die Mieten steigen, Immobilienfonds horten Wohnraum: Der deutsche Wohnungsmarkt ist angespannt wie lange nicht mehr. Und plötzlich hört man wieder das Wort Bodenreform. Ein anderes Verhältnis zum Eigentumsrecht am Boden, sagte der Sozialökonom Dirk Löhr im Dlf, wäre ein Mittel gegen die wachsende Ungleichheit.

DLF: Wohnungskonzerne unter Rendite-Zwang – Schlecht für die Mieter, gut für die Aktionäre (27.04.2018)
Fassadendämmung, Aufzug, Farbanstrich – Gebäudemodernisierungen sind für Immobilienkonzerne der wichtigste Hebel zur Mieterhöhung. Bis zu elf Prozent der Kosten können dank „Modernisierungsumlage“ derzeit auf die Miete aufgeschlagen werden. Für viele Mieter heißt das: Sie müssen fürchten, sich ihre Wohnung nicht mehr leisten zu können.

BR: Begleitet, aber nicht entmündigt – Aus dem Alltag eines Betreuungsvereins (26.04.2018)
Menschen begleiten, aber nicht entmündigen – das war auch das Ziel der Gesetzesänderung von 1992 von Vormundschaft und Gebrechlichkeitspflegschaft hin zur gesetzlichen Betreuung. Was aber macht ein Betreuungsverein im Alltag? Besuch bei einem Betreuungsverein in Würzburg.

SWR: Kranke Häuser: Stirbt die Klinik auf dem Land? (26.04.2018)
Es diskutieren: Dr. Ulrich Clever – Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Stuttgart, Dr. Wulf-Dietrich Leber – Leiter der Abteilung „Krankenhäuser“ beim GKV-Spitzenverband der Krankenkassen, Berlin, Dr. Djordje Nikolic – Geschäftsführer der Unternehmensberatung Consus Clinicmanagement, Freiburg

NDR: Notstand im Krankenhaus (23.04.2018)
Veränderte Bezahlung, Personal-Untergrenzen und Qualitätskontrollen: Helfen die Pläne des Gesundheitsministers gegen den Pflege-Notstand in vielen Krankenhäusern?

WDR: Täter in Uniform – Polizeigewalt in Deutschland (22.04.2018)
Je unsicherer die Lage, desto lauter der Ruf nach starken Sicherheitsorganen. Doch was, wenn Polizisten selbst zur Gefahr werden? Die Polizeigewerkschaft spricht von bedauerlichen Ausnahmen, Amnesty International kritisiert strukturelle Polizeigewalt.

DLF: Digitales Gesundheitswesen – Langes Warten auf die elektronische Krankenakte (21.04.2018)
Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU will die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen. Dazu gehört die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte. Kritiker befürchten allerdings, dass die vertraulichen Daten von Millionen Versicherten ein gefundenes Fressen für Hacker sind.DLF: Sozialstaat unter Druck – Von Leistungen und Lücken (19.04.2018)
Die Debatte um Hartz IV ist ein Dauerthema mit großem Empörungspotenzial. Zuletzt provozierte Bundesgesundheitsminister Spahn mit der Aussage, Hartz IV sei nicht gleichbedeutend mit Armut. Kritiker monieren, der Staat komme seiner Fürsorgepflicht nicht nach. Wie aber kann die soziale Schieflage wieder austariert werden?

BR: Inklusion, gut gedacht, schlecht gemacht (18.04.2018)
Sollen und können Kinder mit und ohne Behinderung in Schulen gemeinsam lernen? Inklusion ist ein Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention, die in Deutschland 2009 in Kraft getreten ist. Doch in Bayern sieht das ganz anders aus.

HR: Wir müssen draußen bleiben. Inklusion und ihre Grenzen (16.04.2018)
Dieser Fall ist einmalig. In Bremen klagt eine Schulleiterin dagegen, dass ihr Gymnasium zur Inklusionsschule wird. Lernbehinderte Kinder seien den Anforderungen dort nicht gewachsen, heißt es. Der Fall hat Signalwirkung. Denn bekommt die Schule recht, hätte sich ein deutsches Gericht über eine 2009 ratifizierte UN-Konvention hinweggesetzt, mit der Deutschland den gleichberechtigten Zugang zu einem inklusiven, hochwertigen und kostenlosen Unterricht an Schulen beschlossen hat. Politiker in Stadt und Land haben versprochen, dieses Recht mit Leben zu füllen. Hessen gilt als Schlusslicht in Sachen Inklusion. Nicht nur einmal liefen Eltern von Kindern mit Förderbedarf in Frankfurt Sturm, weil sie keinen Platz an weiterführenden Regelschulen fanden. Auf der anderen Seite Eltern, die inzwischen an der Idee gemeinsamer Beschulung zweifeln, weil Personal und Konzepte fehlen. Eine Schule für alle braucht mehr als guten Willen. Sie braucht Geld, ausreichend qualifiziertes Personal und Haltung. Kann das im reichen Deutschland nicht gelingen?

Deutschlandfunk Kultur: Vollbeschäftigung im bayerischen Eichstätt – Mitarbeiter verzweifelt gesucht (16.04.2018)
In Eichstätt herrscht quasi Vollbeschäftigung. Und was die meisten Eichstätter freut, bereitet den kleinen Betrieben in der Kreisstadt Probleme: Sie suchen händeringend Mitarbeiter – meist erfolglos. Kreativität ist gefragt.

DLF: Ein Gesetz mit Lücken – Wenn Krankenkassen auf Kosten der Versicherten sparen (15.04.2018)
Trotz des neuen Gesetzes zur Heil- und Hilfsmittelversorgung häufen sich die Beschwerden von älteren und chronisch kranken Patienten. Viele sind der Meinung, ihre Brillen, Hörgeräte oder Gehhilfen seien von schlechter Qualität. Bieten ihnen die Krankenkassen Billigprodukte an, um Kosten zu sparen?

SWR: Babyboomland Deutschland (13.04.2018)
In Deutschland kommen seit Jahren wieder mehr Babys zur Welt. Doch eben nicht überall. Zwischen Stadt und Land gibt es teils große regionale Unterschiede bei der Geburtenrate. Das belegen Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Und die Gründe dafür sind nicht nur die steigenden Immobilienpreise und hohen Lebenshaltungskosten in manchen Städten.

DLF: Armut in Deutschland – Die Lücke, die der Staat lässt (12.04.2018)
1,5 Millionen Menschen in Deutschland versorgen sich mit Lebensmitteln von den Tafeln. Soziale Organisationen wie diese erfüllen Aufgaben, für die eigentlich der Sozialstaat zuständig ist. Der verlasse sich auf das Engagement von Ehrenamtlichen, sagen Kritiker.

DLF: Soziologie – Ängste und Sorgen der Mittelschicht (12.04.2018)
Rational betrachtet ging es den Deutschen noch nie so gut wie zur Zeit. Doch die Ängste und Sorgen, in Armut und Altersarmut abzurutschen, sind groß. In den vergangenen Wochen beschäftigten sich gleich zwei soziologische Tagungen mit der Spaltung in der Gesellschaft und der Gefühlslage der Deutschen.

Deutschlandfunk Kultur: Trauma und Therapie – Wie wirksam sind Psychotherapien? (12.04.2018)
Etwa 30 Prozent der Deutschen leiden unter psychischen Problemen. Aber nur ein kleiner Teil begibt sich in Therapie. Welchen Anteil sie an Verbesserung oder Verschlechterung der Symptome hat, wird gerade erforscht.

HR: Heroin in der Wand. Frankfurts Kampf gegen Drogen (12.04.2018)
Angesagte Wohngegend, schicke Bars und Partyviertel, Drogenabhängige in den Straßen. Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist nur einen halben Quadratkilometer groß, aber gerade dieser Teil hält die Stadt immer wieder in Atem. Vor allem nachts gilt er als rechtsfreier Raum. Nirgendwo sonst werden so offen Drogen verkauft und konsumiert. Bei einer Großrazzia in der vergangenen Woche wurden Betäubungsmittel im Wert von 870 000 Euro beschlagnahmt. Versteckt in Zwischenwänden und unter Holzdielen in heruntergekommenen Wohnungen. Ein empfindlicher Schlag für die Szene, weil der nicht nur die kleinen Straßenhändler traf. Doch was nutzt dieser Erfolg langfristig? Inzwischen steht auch die Drogenpolitik der Stadt, der „Frankfurter Weg“, auf dem Prüfstand. Sind Methadonprogramme noch zeitgemäß, um Suchtkranke vor dem Tod zu bewahren? Die bekommen übrigens immer mehr gepantschte Ware.

BBC: The Economic Impact of America’s Opioid Epidemic (12.04.2018)
Ohio is one of the worst hit US states for opioid addiction rates and deaths. Huge numbers of people have dropped out of the workforce and employers say they struggle to recruit the people they need. If automation increases as a result, will unemployment, despair and addiction get even worse? And is drug testing workers part of the solution or part of the problem? Claire Bolderson asks why the opioid epidemic has taken such a hold here and visits companies hoping to develop new medical solutions to treat pain and manage addition. For them, the opioid crisis might just be a very profitable business opportunity.

DLF: Investitionsstau in Krankenhäusern – Immer mehr Patienten und trotzdem kein Geld? (11.04.2018)
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser ist schlecht: Der jährliche Investitionsbedarf beläuft sich auf mehrere Milliarden Euro – die dafür zuständigen Bundesländer stellen aber deutlich weniger Geld zur Verfügung. Mit gravierenden Auswirkungen für die Krankenhäuser.

Deutschlandfunk Kultur: Rentnerclubs in Berlin-Kreuzberg – Es gibt nicht nur die eine Heimat (08.04.2018)
Sonntags und montags Türken, donnerstags Griechen und Ex-Jugoslawen und einmal im Monat Polen: Bei der Arbeiterwohlfahrt in Berlin-Kreuzberg haben Rentner vieler Nationen ihre Stammtische. Sie treffen dabei meist ihre eigenen Landsleute. Aber haben sie auch etwas gemeinsam?

NDR: Kiez und Kies – Der Sound der Gentrifizierung (08.04.2018)
Wohnungsnot und Luxussanierung.

SWR: Unsichtbar. Wie obdachlose Frauen ins Leben zurückfinden (06.04.2018)
Obdachlose Frauen haben es besonders schwer: körperliche und seelische Gewalt, sexuelle Übergriffe und Ausbeutung prägen ihren Alltag. Laut Statistik der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. machen Frauen inzwischen 28 Prozent der Obdachlosen aus. SWR2 Glauben beleuchtet ihren Alltag im Gespräch mit Betroffenen, Sozialarbeiterinnen und Forscherinnen. Und zeigt, wie die Stuttgarter Frauenpension der Caritas versucht, obdachlose Frauen in einen „bürgerlichen Alltag“ zurückzuholen.

NDR: Gefängnisse auf dem Prüfstand (05.04.2018)
Wer einmal eine Haftstrafe absitzt, hat es schwer, den Weg zurück ins bürgerliche Leben zu finden. Wie bereiten die Gefängnisse darauf vor?

DLF: Psychotherapie – Die schwere Suche nach einem Therapieplatz (04.04.2018)
Immer mehr Menschen nehmen eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch – wenn sie es denn können. Denn Therapieplätze sind knapp, zumindest bei Kassen-Therapeuten. Wer bei ihnen keinen Platz findet, darf auch zu einem privaten Therapeuten gehen. Doch seit der Einführung einer neuen Richtlinie ist genau das nahezu unmöglich.

NDR: Big Data in der Medizin (04.04.2018)
Mediziner träumen von einer einzigen Akte pro Patient, in der alle Daten zusammengefasst sind. Wie sinnvoll sind digitale Patientenakten und Gesundheitskarten?

DLF: Bevölkerungswachstum in Deutschland – Erhebliche Unterschiede zwischen Stadt und Land (02.04.2018)
Die Geburtenrate in Deutschland steigt. Allerdings, so hat eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ermittelt, bekommen Frauen auf dem Land mehr Kinder als Frauen in der Stadt. Besonders wenige Kinder kämen in München und Passau zur Welt, sagte der Politologe Tilmann Mayer.

BBC: Kenya’s Basic Income Experiment (31.03.2018)
What happens if you give every adult in a village $22 a month, no strings attached, for 12 years? In rural Kenya, researchers are trying to find out. They’re conducting the world’s largest study of ‚universal basic income‘ – giving ‚free money‘ to nearly 200 villages, to see whether this could kick-start development and bring people out of poverty. The BBC’s Africa correspondent Anne Soy visits western Kenya to meet some of the people involved in this giant economic experiment, and to find out what they make of this unexpected windfall in their lives. How will people spend the money? Will they try to start businesses, or stay in education longer? Or will people stop working, now they have a guaranteed income? What impact will this have on the villages? The BBC intends to return to the same village over the course of the study, to continue to monitor and assess the impact of this ‚basic income‘, and to see what difference it makes to peoples‘ lives, the choices they make, and the dreams they hold.

SWR: Einer für alle, alle für einen: Wie modern ist die Genossenschaftsidee? (28.03.2018)
Es diskutieren: Konny Gellenbeck – Leiterin taz-Geno-Team, Berlin, Prof. Dr. Werner Plumpe – Wirtschaftshistoriker, Universität Frankfurt, Prof. Dr. Theresia Theurl – Institut für Genossenschaftswesen, Universität Münster

Deutschlandfunk Kultur: Mittel gegen explodierende Grundstückspreise – Wie bezahlbarer Wohnraum entstehen könnte (27.03.2018)
Boden war noch nie so teuer in Deutschland wie heute. Die Folge: Die Mietpreisspirale dreht sich bedrohlich weiter. Höchste Zeit, die Verhältnisse zu ändern, sagen die Befürworter einer Bodenwende und fordern eine gerechtere Besteuerung und ein anderes Eigentumsrecht.

BR: Intensivpflege daheim: Ein schwerkrankes Geschäft (27.03.2018)
Die ambulante Intensivpflege ist ein Pflegebereich der Extreme: Es geht um Hochrisikopatienten, Pflege wie auf einer Intensivstation und vier Milliarden Euro im Jahr, die die Krankenkassen dafür ausgeben. Eine lebensgefährliche Mischung.

SWR: Arm oder nicht? – Die Debatte um Hartz IV (26.03.2018)
„Hartz IV“ bedeutet nicht Armut!“ – mit dieser Aussage hat sich der neue Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU gleich mal ordentlich in die Nesseln gesetzt. Wir überprüfen, ob die Aussage stimmt oder falsch ist – und lassen Betroffene zu Wort kommen.

Die Fischbräterei-Kette „Nordsee“
hat plötzlich – und ohne Gehaltserhöhung – mehr als 200 Mitarbeiter befördert.
Darunter auffällig viele Betriebsräte. Die Gewerkschaft NGG fürchtet eine
Blockade der Betriebsratsarbeit, denn rechtlich passen Leitungsfunktion und
Mitbestimmung nicht zusammen.
„Integration ist harte Arbeit, ich
mache das seit über acht Jahren!“, sagt Sina Trinkwalder, die das erste
Sozialunternehmen der deutschen Textilbranche gegründet hat. In ihrer
Augsburger Näherei beschäftigt sie Menschen, die sonst wenig Chancen auf dem
Arbeitsmarkt haben: Langzeitarbeitslose, Migranten, Menschen über 50. Sie zahlt
ihren Mitarbeitern mindestens zehn Euro pro Stunde und gibt ihnen unbefristete
Verträge bis zur Rente. Sina Trinkwalder hat viele Preise und Auszeichnungen
bekommen, zuletzt den „Deutschen Fairness-Preis“ und das
„Unternehmerische Herz“.
Die Betriebsratswahlen, die noch bis Mai
laufen, werden traditionell von den großen Gewerkschaften dominiert. Doch jetzt
bekommen sie Konkurrenz von AfD-nahen Aktivisten.
Blutgruppe, Rezepte, Arztbriefe und
Röntgenbilder, abgespeichert auf einem Chip: Die digitale Patientenakte gilt
seit Jahren als Zukunftsvision des Gesundheitswesens. Doch bei der Vernetzung
hinken Krankenhäuser und Praxen noch immer hinterher.
Sie wollen Aufstiegschancen, flexible
Arbeitszeiten und mehr Mitspracherecht: junge, engagierte Beschäftigte in
deutschen Unternehmen. In Betriebsräten sind die unter 30-Jährigen allerdings
unterrepräsentiert. Viele Gewerkschaften streben nun einen Generationswechsel
an – was aber nicht so einfach ist.

BR: Mit einem Stromsperrer auf Tour (16.03.2018)
Werden die Rechnungen nicht gezahlt, kommt irgendwann der Stromsperrer. Dann bleibt der Fernseher schwarz und der Kühlschrank taut ab. Jährlich wird in rund 300.000 Haushalten laut Bundesnetzagentur der Strom abgestellt.

WDR: Was aus der guten alten Lebensversicherung wird (18.03.2018)
Die deutschen Lebensversicherungen haben Probleme. Die Garantiesummen sind zwar sicher, doch die Rendite geht immer weiter in den Keller. Einige Anbieter wollen raus aus dem Geschäft. Andere überlegen, ihre Altverträge an Finanzinvestoren zu verkaufen.

Am 18. März ist Equal Pay Day, an dem daran
erinnert wird, dass zwischen den Geschlechtern immer noch eine erhebliche
Lohnlücke klafft. In Deutschland ist sie mit etwa 20 Prozent größer als in fast
allen Industrieländern. Zu den Ursachen äußern sich
Wirtschaftswissenschaftlerinnen, Juristinnen und Soziologen.
Minderjährige Flüchtlinge ohne Angehörige in
Deutschland stehen unter besonderem Schutz. Sie werden in Wohnungen
untergebracht und von Sozialpädagogen betreut. Doch mit dem 18. Geburtstag –
oder sehr bald danach – endet diese Jugendhilfe. Dann stehen die jungen Leute
oft ohne Wohnung da.
Deutschland geht es gut. Die Wirtschaft
wächst. Trotzdem wird der Spalt zwischen Arm und Reich nicht kleiner und die
Ungleichheit bei den Einkommen nimmt zu. Woran liegt das? Tut die Politik
genug, um Armut zu bekämpfen?
Entgegen bisheriger Prognosen steigt in
Deutschland die Bevölkerungszahl. Sind Probleme wie Pflegenotstand und
Rentenkrise damit überwunden?
Apotheker und Ärzte schlagen Alarm: Immer
häufiger kommt es zu Engpässen bei Medikamenten, auch bei solchen gegen
lebensgefährliche Krankheiten. Die Versorgung ist oft von einem einzigen
Hersteller abhängig. Der Staat sieht bislang zu.
Etwa 9000 freischaffende Künstler gibt es
allein in Berlin. Aber nur die wenigsten können von ihrer Kunst leben – nur
drei bis vier Prozent eines Absolventenjahrgangs. Warum hat der eine Erfolg und
der andere nicht? Ein Blick hinter die Kulissen der Kunstwelt.
Kassenpatienten warten oft wochenlang auf
einen Facharzttermin, den Chefarzt bekommen sie nicht zu Gesicht und für viele
medizinische Untersuchungen müssen sie nochmal extra zahlen. Schnell kommt dann
das Gefühl von einer Zweiklassengesellschaft auf. Doch werden Privatpatienten
wirklich bevorzugt behandelt?
Sie arbeiten als Portier, Schauspieler,
Altenpfleger oder Pop-Star: Roboter in Japan. Die Akzeptanz ist hoch. Die
Technologie scheint weit fortgeschritten. Oder sind das alles nur Showeffekte?
Forscher und Roboter geben Auskunft.
Vor allem Grund- und Förderschulen gehen die
Lehrer aus. Es droht Unterrichtsausfall. Oft sind die Rektoren auf
Quereinsteiger angewiesen.
Pflegebedürftige Menschen werden nicht
selten Opfer von Misshandlungen – oft handelt es sich dabei sogar um ihre
Angehörigen. Die Ursachen sind vielschichtig, das Thema wird tabuisiert. Wie
die Gesellschaft für diese Problematik sensibilisiert werden kann, dazu gibt es
unterschiedliche Vorschläge.
Sprache ist der Schlüssel zur Integration,
da sind sich Experten einig. Was Deutsch für sie bedeutet, erzählen Zuwanderer,
die schon lange oder erst kurz hier leben.
Kulturgespräch mit mit Bernhard Kalicki,
Deutsches Jugendinstitut
Seit einem Jahr darf jeder Arzt in
Deutschland legal Cannabis verschreiben. Mittlerweile herrscht eher
Ernüchterung statt Euphorie: Patienten ärgern sich über Krankenkassen, die die Kosten
nicht übernehmen. Apotheken klagen über Lieferengpässe.
Der Cannabis-Konsum in Deutschland steigt
zuletzt wieder an, gleichzeitig wird weiterhin über eine Legalisierung bzw.
Entkriminalisierung gestritten. Während sich immer mehr Fachleute dafür
aussprechen, sträubt sich die Regierung.
Seitdem die Flüchtlinge über das Meer
kommen, sind auf den griechischen Inseln erstaunliche Solidaritätsnetzwerke
entstanden, oftmals in Form selbst organisierter Direkthilfe. Was treibt die
Helfer an?
Was zeigt eigentlich der Aufnahmestopp der
Essener Tafel für Kunden mit ausländischem oder Flüchtlingspass? Dass dort
Rassisten am Werk sind? Oder doch eher, dass es an der Resterampe der
Gesellschaft zu Verteilungskämpfen unter den Ausgeschlossen kommt? Der
Aufschrei ob der Ausgrenzungsverfügung der Essener war bundesweit unüberhörbar.
Wie kann man nur? Muss nicht jedem Bedürftigen geholfen werden? Was
unterscheidet den Einen vom Anderen? Ja eben – nichts. Und dennoch muss
auswählen, wer nicht genug für alle hat, sei es Ware oder Raum oder Zeit oder
Aufmerksamkeit. Es kann eben nicht allen geholfen werden in einem der reichsten
Länder der Erde. Es sind nicht alle gleich im Land der Gleichen. Auch im
Überfluss ist nicht für jeden was da. Um es mit einem deutschen Sprichwort zu
sagen: Wer zuletzt kam, mahlt zuletzt – und muss erst mal draußen bleiben.
Wichtige Medikamente müssen kontinuierlich
verfügbar sein – so wollen es Ärzte und Patienten, so will es das Arzneimittelgesetz.
Doch immer häufiger klappt das nicht. Auch bei Notfallmedikamenten gibt es
immer wieder Lieferengpässe. Wie kommt es dazu?
Die einen erzielen Millionenbeträge, die
anderen können kaum ihre Miete bezahlen. Die Kluft im Kulturbetrieb ist groß.
Ausstellungen sind ein Event, führen aber immer seltener zu einem
Kaufabschluss. Viele Maler flüchten deshalb in einen zweiten Job. Doch einige
schaffen es trotzdem von ihrer Kunst zu leben. Was machen sie besser als
andere? Eine Sendung über Kunst und Kommerz anlässlich der art Karlsruhe.
Die Digitalisierung revolutioniert den
Arbeitsmarkt. Jobs werden verloren gehen, Roboter übernehmen und neue Berufe
entstehen. Eine Entwicklung hat schon begonnen: Die Arbeitszeiten werden
flexibler.
Sie sind von zu Hause rausgeflogen oder
selbst abgehauen. Rund 2500 Kinder und Jugendliche landen jährlich in
Deutschland zumindest zeitweise auf der Straße. In den meisten größeren Städten
gibt es Anlaufstellen, wo die Ausreißer Unterstützung bekommen.
Privatschulen sind nur was für Kinder aus
reichem Haus? Stimmt nicht! Auch gesellschaftlich benachteiligte Kinder können
von privaten Schulen profitieren. Ungewöhnliche Lehransätze sollen beim Lernen
helfen.
Es diskutieren: Prof. Dr. Justus Haucap –
Ökonom, Universität Düsseldorf, Oliver Huth – stellv. Vorsitzender beim Bund
Deutscher Kriminalbeamter in Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. med. Rainer
Thomasius – Psychiater und Suchtexperte am Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf
Effektive Altruisten wollen ihre teils
erheblichen Spenden nach wissenschaftlichen Kriterien optimal einsetzen. Aber
lässt sich Selbstlosigkeit optimieren und quantifizieren?
Im Februar 2017 berichtet ein Radiosender
über Judy Ghoniem, eine 38-jährige Ärztin aus Kairo, die perfekt Deutsch
spricht und in Deutschland arbeiten will. Der Leiter des Klinikums Braunschweig
hörte zu und will sie einstellen – ein bürokratischer Hürdenlauf beginnt.
Wer kein Spitzen-Abitur hat, muss in
Deutschland derzeit sieben Jahre auf einen Medizinstudienplatz warten. Oder im
Ausland studieren. Ulrike Nikola hat Medizin-Studenten an der litauischen
Universität Vilnius besucht.

DLF: Schnittstellen – Wieviel Mensch steckt in der Maschine? (15.02.2018)
Karl Marx klagte schon im 19.Jahrhundert, der Mensch sei ein Anhängsel der Maschine. Nun bekommt die spätestens seit der Industrialisierung verbreitete Angst, dass Roboter die Menschen ersetzen könnten, durch Automatisierung, Digitalisierung und die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz neue Nahrung.

SWR: Chronisch überlastet: Was hilft gegen den Pflegenotstand? (13.02.2018)
Es diskutieren: Dr. Cornelia Heintze – Politikwissenschaftlerin und Pflegeexpertin, Leipzig, Roger Konrad – Altenpfleger und Vorsitzender des Vereins „Pflege in Bewegung“, Prof. Dr. Stefan Sell – Sozialwissenschaftler, Hochschule Koblenz, Campus Remagen

DLF: Katholische Schulen: Armes, reiches Hamburg (15.01.2018)
Das Erzbistum Hamburg plant wegen knapper Kassen, bis zu acht Schulen zu schließen. Die Eltern protestieren und wollen mit einem Genossenschaftsmodell die Schulen retten. Dahinter steht eine grundsätzliche Debatte: Wie viel Engagement in der Gesellschaft will sich die katholische Kirche noch leisten?

Trotz Reformen bleiben die Probleme in der
Pflege groß. Das haben zuletzt die Kontrolleure der Krankenkassen festgestellt.
Die von der Politik angekündigten 8.000 neuen Stellen sind da auch nur ein
Tropfen auf dem heißen Stein.

DLF: Plan des Gesundheitsministeriums – Psychotherapie direkt studieren können (14.02.2018)
Nicht jeder kann sich die kostspielige private Ausbildung zum Psychotherapeuten leisten. Das Bundesgesundheitsministerium will das ändern und einen Direktstudiengang „Psychotherapie“ ermöglichen. Dagegen gibt es Widerstände – denn es entstünden neue Konkurrenzsituationen.

DLF: US-Gesundheitssystem – Wenn Kranksein Luxus ist (11.02.2018)
Rund 28 Millionen US-Amerikaner sind unterversichert oder haben keine Krankenversicherung. Eine Ärzteorganisation bietet deshalb kostenlose medizinische Behandlung an. Wenn die sogenannten „Null-Dollar-Ärzte“ in die abgelegenen Gebiete kommen, stehen die Menschen schon ab Mitternacht Schlange

Rund 800.000 Menschen haben laut Schätzungen
in Deutschland keine feste Bleibe. Deshalb fordert Sozialwissenschaftler Volker
Busch-Geertsema eine nationale Strategie, um Wohnungslosen zu helfen – ähnlich
wie in Finnland mit dem „Housing First“-Konzept“.
Incomes
for Europe’s youth declined after the 2007 global financial crisis—largely due
to unemployment. And while things have recovered somewhat, the trend toward
short-term work and less stable jobs has meant incomes have not grown and young
people are now more likely to fall into poverty. Meanwhile, Europeans 65 and
older have seen incomes increase by 10 percent. New research by IMF staff looks
at this Growing Inequality and Poverty Across Generations in Europe, and how it
could have long term effects on Europe’s economy.
Die Armut bei Rentnern in Deutschland nimmt
zu: Einige Ökonomen glauben, dass dieser Trend sich aufhalten oder zumindest
abmildern lässt. Unsere Nachbarländer Österreich und Niederlande gelten als
Vorbilder in Sachen ausreichende Altersbezüge.
Manchmal sieht man sie noch in Kreuzberger
Kneipen oder im Frankfurter Club Voltaire: Ergraute Herrschaften, die über
längst vergangene Zeiten seufzen. Fragt man sie, wer sie sind und was sie
waren, hört man: „Wir sind 68er.“ Die politisch Aktiven jener Zeit
haben ihrer ganzen Generation einen Namen verpasst, auch wenn sie zahlenmäßig
wohl die Minderheit waren. 50 Jahre 68er wird nun mit Pathos gefeiert – während
folgende Generationen keinen Mythos begründet haben. Jene Generationen, die
nach einem Auto von VW benannt oder gleich nichtssagend mit dem Buchstaben X,
Y, Z definiert wurden. Mal wurden sie als unpolitisch abgestempelt, mal als
entscheidungsunfähig, materialistisch, hedonistisch oder verwöhnt. Aber: Tragen
diese Generationenlabel überhaupt? Und wem nützt es überhaupt, Deutschland in
Alterskohorten einzuteilen? Wo doch alle Jeans und Turnschuhe tragen.

SWR: Werden die Gewerkschaften von AfD-Anhängern unterwandert? Rechtes Selbstbewusstsein in den Betrieben (05.02.2018)
Gespräch mit Prof. Klaus Dörre, Soziologe, Universität Jena

BR: Zeitenwende in der Medizin: Das Gesundheitswesen wird immer weiblicher (05.02.2018)
Vor einigen Jahrzehnten war die Medizin noch ein Beruf, der so stark von Männern geprägt war wie wenige andere Disziplinen. Inzwischen allerdings sind es zu weit über der Hälfte Frauen, die in den Arztberuf starten

Rund 28 Millionen Amerikaner haben keine
Krankenversicherung. Engagierte Mediziner helfen ehrenamtlich denen, die den
Arztbesuch nicht vom Ersparten bezahlen können.
Union und SPD sind sich einig:
deutschlandweit soll es Flüchtlingszentren geben. Asylverfahren sollen
effizienter, Abschiebungen leichter werden. Modell sind Lager in Manching und
Bamberg, wo Hoffen und Frust beieinander liegen.
Streiken ist ein Menschenrecht! Darauf
beharren vier verbeamtete Lehrer aus verschiedenen Bundesländern und
beschäftigen jetzt das Bundesverfassungsgericht. Sie fühlen sich gestärkt durch
das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg, der
in zwei türkischen Fällen entschied, dass das Streikrecht einem Teil der
Beamten nach der Menschenrechtskonvention zusteht. Jetzt streiten sich
Experten, was „hoheitliche“ Aufgaben sind und was nicht. Dabei stellt sich
eine andere Frage, die viel drängender ist: Ist der Beamtenstatus, der ungebrochene
Loyalität verlangt und lebenslange Versorgung garantiert, nicht längst
überholt? Erst recht, wenn angestellte und verbeamtete Lehrer den gleichen Job
machen, aber unterschiedlich bezahlt und abgesichert sind? Wozu brauchen wir
noch Beamte?
An den Grundschulen fehlen Tausende Lehrer.
Gymnasiallehrer, Quereinsteiger oder Pensionäre sollen helfen, doch das ist keine
dauerhafte Lösung.
In der Nacht arbeiten hunderte Menschen –
oft für diejenigen, die tagsüber wach sind. Eine Nacht mit Münchner Arbeitern.
Vom Fahren mit dem Taxi, backen in der Bäckerei und warten mit dem Wachdienst.
Bis der Morgen kommt.
Neue Gastarbeiterinnen kommen. Sammy Khamis
hat den Weg einer jungen Ärztin aus Tuzla; Bosnien, nach Ochsenfurt,
Unterfranken, begleitet.
Lange wurden Menschen mit Behinderung
ausgeschlossen und stigmatisiert – auch im kulturellen Bereich. Und bis heute
wird ihr Bühnenschaffen vor allem als soziale oder therapeutische Arbeit
eingestuft. Das künstlerische Schaffen wird dabei oft verkannt.
Die Zahl der Obdachlosen in Deutschland
steigt – besonders in Berlin. Seit der EU-Osterweiterung ist die Stadt auch zum
Anlaufpunkt für Menschen aus Osteuropa geworden. Schätzungen gehen von bis zu
10.000 Betroffenen aus, darunter auch rund 30 Prozent Frauen und ganze
Familien.

WDR: Krankenhäuser unter Gewinndruck (22.01.2018)
Krankenhäuser, so sie nicht gemeinnützig sind, sollen Gewinn machen. Dies hat krasse Folgen für das Handeln der Mitarbeiter und für das Wohl der Patienten. Karl-Heinz Wehkamp und Heinz Naegler haben untersucht, welche.

SWR: Hilfe im Notfall: Wie gut ist der Rettungsdienst? (17.01.2018)
Es diskutieren: Prof. Dr. Matthias Fischer – Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte, Hans Heinz – Landesgeschäftsführer Deutsches Rotes Kreuz Baden-Württemberg, Dr. Patrick Hünerfeld – Medizinredakteur, SWR Wissenschaft

In Berlin wird gebaut, was das Zeug hält.
Aber nicht immer wird auch die nötige Infrastruktur miterstellt. Für viele
Eltern wird der Kitaplatz zum Riesenproblem. Die Politik sucht nach Lösungen.
Sogar von Enteignung ist die Rede.
Beschlossen und doch nicht beschlossen,
verhandelt und doch nicht verhandelt. Das Sondierungsergebnis ist kein
Koalitionsvertrag, aber immerhin ein Anfang. Auf 28 Seiten finden sich manche
Aussagen, einige sind konkret, andere wirken wie in Butter gemeißelt und viele
fehlen schlicht. Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Prof. Stefan Sell
von der Hochschule Koblenz findet in dem Werk mehr Verwaltung als Gestaltung.
„Ein deutlicher Schritt zurück“,
„Rosstäuscherei“, „ein Trauerspiel“ – so bezeichnet der
Sozialwissenschaftler Stefan Sell Aspekte der Sozialpolitik im
Sondierungspapier von Union und SPD. Die Verhandlungspartner hätten Angst, im
Hinblick auf drängende Probleme wie im Pflegebereich oder bei den Renten
Visionen zu entwickeln
München ist ein teures Pflaster – zu teuer
für Menschen, die von einer kleinen Rente leben oder auf Hartz IV angewiesen
sind. Und die hohen Lebenshaltungskosten in der bayerischen Metropole machen
viele nicht nur arm, sondern auch einsam.
Mieten und Immobilienpreise in Deutschland
steigen rasant. Das liegt zu einem großen Teil am Anstieg der Bodenpreise – was
Spekulanten anlockt und es den Kommunen erschwert, bezahlbaren Wohnraum zu
schaffen. Initiativen fordern daher, die Grundsteuer durch eine Bodensteuer zu
ersetzen. Der Zeitpunkt scheint günstig.
„Herzlichen Glückwunsch, aber …“,
so beginnen die meisten Gratulationen zum 70. Geburtstag der
Kultusministerkonferenz (KMK) an diesem Montag. Der deutsche
Bildungsföderalismus wackelt bedenklich. Die Große Koalition will das
„Kooperationsverbot“ weiter aufweichen, also die im Grundgesetz
implizierte Forderung, dass der Bund weder mit Gesetzen noch mit finanziellen
Zuwendungen auf die Bildungspolitik der Länder einwirken darf. SPD, Grüne und
Linke, aber auch die FDP fordern das schon länger, sie setzen auf bundesweite
Maßnahmen, um das deutsche Schulsystem zu verbessern. Das scheint dringend
notwendig, denn in internationalen Vergleichen schneiden die deutschen Schüler
eher mittelmäßig ab. Es gibt zwar viele sehr gute Schüler, aber eben auch
viele, die dem geforderten Leistungsstand um Jahre hinterher sind – und das hat
viel zu oft mit dem sozialen Status und der Herkunft zu tun. Die Kulturhoheit
der Länder hat daran wenig geändert, sie hat uns über Jahrzehnte spannende
ideologische Streitigkeiten um das richtige Schulsystem und einen erheblichen
Unterschied der Bildungsstandards von Land zu Land beschert. CDU und CSU haben
das lange als gesunde Konkurrenz verteidigt, denn sie regieren meist in den
Ländern mit den erfolgreicheren (und anspruchsvolleren) Schulen. Aber jetzt
scheint man auch dort bereit zu bundesweiten Anstrengungen. Und wenn es den
Schülern nützt, würden wir sicher in Kauf nehmen, dass die Stimmung auf dem 70.
der KMK etwas gedämpft ist
Interview mit Klaus Klemm, Bildungsforscher
Lehrer dürfen in Deutschland nicht streiken,
zumindest wenn sie Beamte sind, ist es ihnen verboten. So wurde das Grundgesetz
bislang ausgelegt. Doch das könnte sich ändern. Das Bundesverfassungsgericht
verhandelt demnächst über mehrere Beschwerden, die Lehrkräfte gegen das
Beamtenstreikverbot eingereicht haben.
Die Lebenserwartung der Menschen steigt.
Doch mit dem Alter nimmt auch die Zahl der Pflegebedürftigen zu. Was muss sich
ändern, um einen Pflegenotstand zu verhindern?
Auf dem Land dünnt das Ärztenetz weiter aus,
die verbleibenden Hausarzt-Praxen platzen aus allen Nähten. Hinzu kommen
Hausbesuche, für die der Landarzt immer weitere Strecken fahren muss. Und dann
ist da noch die Praxis-Bürokratie, die ständig mehr Zeit auffrisst.
Mit der Einführung der 40-Stunden-Woche 1967
wurde die Parole „Samstags gehört Papi mir“ weitgehend zur Realität.
Doch die Arbeitswelt ändert sich und damit ist auch der Kampf um die
Arbeitszeit neu entbrannt. Arbeitgeber fordern mehr Flexibilität,
Gewerkschaften mehr Souveränität.

HR: Seid mal flexibel! Harte Streiks für weiche Arbeitszeiten (08.01.2018)
„Wenn es um Arbeitszeit geht, gibt es immer Krach!“ sagt der Chef der IG Metall, der größten Gewerkschaft der Welt. Und den soll es jetzt geben, denn die Metaller wollen den härtesten Arbeitskampf seit drei Jahrzehnten anzetteln. Und bei dem soll es um das gehen, was die Arbeitgeber seit Jahrzehnten von ihren Mitarbeitern fordern – um Flexibilität. Vor allem Schichtarbeiter und junge Eltern sollen in Zukunft selbst darüber entscheiden können, ihre Arbeitszeit zu verkürzen – für eine gewisse Zeit auf bis zu 28 Wochenstunden. „Verkürzte Vollzeit“ nennt das die IG Metall – und setzt damit ein Thema für das ganze Land: die Arbeit soll sich dem Leben anpassen, nicht umgekehrt. In den digitalen Zeiten flexibler Maschinen sollte das machbar sein – auch für Menschen. Allerdings nicht für die Arbeitgeber.

SWR: Die Quantifizierung der Welt: Das vermessene Ich (06.01.2018)
Überall werden Daten gesammelt. Steffen Mau, Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, zeigt, wie dieser Trend unsere Gesellschaft verändert.

Fünf Milliarden Euro mehr flossen im
vergangenen Jahr in die Versorgung Pflegebedürftiger als noch im Jahr zuvor.
Doch damit sei es nicht getan, sagt „Pro Pflege“-Gründer Werner
Schell. Pflegebedürftige Menschen bräuchten nicht nur Assistenz beim
Haarekämmen, sondern auch menschliche Zuwendung.
Die von Louis Braille vor fast 200 Jahren
entwickelte Punktschrift erlaubt das Lesen und Schreiben ohne Augenlicht. Heute
können sich Blinde und Sehbehinderte dank neuer Entwicklungen auch in
ungewohnter Umgebung sicher orientieren, im Internet surfen und eine gedruckte
Zeitung lesen.
300.000 Menschen arbeiten derzeit in
Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Viele wünschen sich eine Chance auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt – allerdings sind die Eingliederungsquoten der
Werkstätten verschwindend gering. Das bundesweite „Budget für Arbeit“
soll künftig helfen – hat jedoch noch einige Unstimmigkeiten.

DLF: Migration aus Osteuropa – Obdachlos in der Fremde (23.12.2017)
Sie kommen in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben nach Deutschland – und landen im Elend: Immer mehr Menschen aus Osteuropa leben in Deutschland auf der Straße. Denn als EU-Bürger haben sie weder Anspruch auf eine Not-Unterkunft noch auf Sozialleistungen.

Erst die Grundschule, dann die Post,
schließlich das Krankenhaus: Werden in einer Kommune Strukturen abgebaut, ist
sie nicht mehr attraktiv für junge Menschen. Sie wandern ab, Häuser stehen
leer, verfallen. Bei den Zurückgebliebenen macht sich Perspektivlosigkeit breit
und das Gefühl, vom Staat keine Hilfe erwarten zu können.
Kindergeld und Kinderfreibetrag – trotz
doppelter Unterstützung für Familien leben 2,7 Millionen Kinder in Deutschland
in Armut. Der Kinderschutzbund plädiert für nur noch ein Fördermodell. Seine
Kritik: Das bisherige Konzept bevorzuge Besserverdienende.
Viele Kinder von Alleinerziehenden wachsen
in Armut auf. Für Christine Finke, Mutter dreier Kinder, war das Geld nach der
Scheidung „sehr, sehr knapp“. „Ganz viel zu arbeiten ist aber
nicht die Heillösung“, sagte sie im Dlf. Kindererziehung brauche auch
Zeit. Man müsse Alleinerziehende deshalb entlasten.
„Es ist eine Schande.“ Wolfgang
Büscher vom Kinderhilfswerk Arche hat im Dlf scharf kritisiert, dass viele
doppelt berufstätige Familien nicht über die Runden kämen. Abgesehen von der
materiellen Armut müsse man auch die emotionale Armut angehen und den Kindern
Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten vermitteln.
Mehr als 50.000 Menschen leben in
Deutschland auf der Straße. Was das bedeutet, hat Richard Brox dreißig Jahre
lang am eigenen Leib erlebt. Bekannt geworden ist er als Blogger und Aktivist,
der bundesweit Nichtsesshafte mit Tipps und Informationen versorgt.
Der Einzelhandel floriert, die Deutschen
sind in Kauflaune: Umsatz und Gewinn sind auf Rekordniveau. Doch die Löhne
bleiben wegen der im Handel grassierenden Tarifflucht niedrig. Wachstum auf dem
Rücken der Beschäftigten – eine Zumutung.
Altenpflegeheime zu betreiben, ist lukrativ
– auch für börsennotierte Aktiengesellschaften. Doch Patienten wie Personal
wird dabei zu viel zugemutet. Weil in der Alten- schlechter als in der
Krankenpflege ausgebildet wird, hinkt auch die Bezahlung hinterher – und damit
die gesellschaftliche Anerkennung.
Die Fenster sind im Winter undicht, es
regnet herein, die Toiletten sind in einem unzumutbaren Zustand: All dies ist
Alltag in deutschen Schulen. Die Sanierung maroder Schulgebäude wird in den
nächsten vier Jahren auf etwa 34 Milliarden Euro geschätzt. Die Steuereinnahmen
sprudeln zwar, der Bund kann jedoch nur bedingt helfen.
Kevin wächst in Berlin-Hellersdorf auf, kein
leichtes Pflaster zum Großwerden.

DLF: Bevölkerungsentwicklung – Demografische Krise war gestern (21.12.2017)
Viel, lange und laut wurde vor der schrumpfenden und alternden Gesellschaft gewarnt. Doch nun steigen die Geburtenraten wieder an, die Migration nimmt zu. Für die Rentenkasse und das Bildungssystem ist das aber kein Grund zur Entwarnung. Im Gegenteil: Neue Herausforderungen warten bereits.

HR: Draußen vor der Tür – Obdachlos in Deutschland (21.12.2017)
Eine Matte, eine Decke. Sie schlafen in Hauseingängen, Geschäftspassagen oder in den B-Ebenen der U-Bahn-Stationen. Ein solches Dach über dem Kopf ist besser als gar keines, vor allem im Winter. Über 50 000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße. Sie sind obdachlos, in einem der reichsten Länder der Erde. Jeden Winter sterben einige von ihnen, sie erfrieren. Die Obdachlosen sind nur die sichtbare Spitze einer dramatischen Entwicklung. Weit mehr Menschen sind ohne Wohnung, insgesamt über 800 000. Das sind 150 Prozent mehr als 2014! Wer Glück hat, kommt bei Bekannten unter, lebt in Notunterkünften, Übergangswohnheimen oder im Wohnwagen. Nicht erst die Zuwanderung aus anderen europäischen und nicht-europäischen Ländern hat die Wohnungsnot so dramatisch werden lassen, politische und strukturelle Fehlentscheidungen zeigen ihre Folgen. Wo gibt es noch bezahlbaren Wohnraum? Welchen Stellenwert hat Armutsbekämpfung auf der politischen Agenda?

Im Zuge der Mobilitätsprogramme, mit denen
die Europäische Union die Jugendarbeitslosigkeit nach der Finanzkrise zu senken
verseuchte, kamen viele junge Auszubildende aus den finanziell schwächeren
EU-Staaten nach Deutschland. Zwei von ihnen hat unsere Autorin begleitet.
Die Polin, die die Wohnung putzt, der Supermarkt-Bote,
der die Einkäufe nach Hause liefert, das Kindermädchen, das die Kinderbetreuung
übernimmt, die Krankenschwester aus Bulgarien, die den Opa versorgt: Immer mehr
Familien haben Personal. Und so entsteht eine neue Klasse oft schlecht bezahlter
Helfer.
Endlose Wartelisten in den Großstädten,
überarbeitete Erzieher und vernachlässigte Kinder – viele Eltern sind
verunsichert, auch von der Politik. Was macht eine gute Kita aus?
Es diskutieren: Prof. Dr. Stefan Greß –
Versorgungsforscher und Gesundheitsökonom, Hochschule Fulda, Dr. Jochen
Pimpertz – Gesundheitsexperte, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, Prof.
Dr. Jürgen Wasem – Lehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen
Das Modell klingt verlockend: Schluss mit der Aufteilung in
Kassenpatienten und Privatversicherte, Schluss mit Vorzugsbehandlung und
unterschiedlichen Wartezeiten. Stattdessen gibt es nur noch eine
Krankenversicherung, in die alle einzahlen – egal ob Arbeiter, Beamter oder
Selbständiger. Befürworter der Bürgerversicherung versprechen gleiche
medizinische Leistung für alle und ein Ende der Zwei-Klassen-Medizin. Die SPD
hat sie zur Koalitionsbedingung mit der Union gemacht. Kritiker bezweifeln,
dass mit der Einheitsversicherung die Kosten der alternden Gesellschaft zu
stemmen sind. Wie sinnvoll ist die Bürgerversicherung?
Die „Political Correctness“ sei
ein „neoliberales Phänomen“, sagt der Wiener Philosoph Robert
Pfaller. Das Leid der sich massiv verschärfenden ökonomischen Ungleichheit in
den westlichen Gesellschaften würde auf die Sprachebene verschoben und so
entpolitisiert.
Gespräche mit Bildungsforschern, dem
Ganztagsschulverband, Schülern, Lehrern und Ganztagskräften klären, zu welchen
Veränderungen die gestiegene Zahl der Ganztagsschulen führt.
Sozialrichter Jan-Robert von Renesse hat
ehemaligen Ghettoarbeitern zu Rentenzahlungen verholfen. Julia Smilga erzählt,
wie der Richter damit seine eigene Karriere ruiniert hat.
Viele Schwangere haben große Schwierigkeiten,
eine Hebamme und einen Platz in einem Kreißsaal zu bekommen. Und nach Angaben
des Deutschen Hebammenverbands wird das monatlich schlimmer. Wie kann das
Problem entschärft werden?
Der Artikel 16 des Grundgesetzes spielt in
allen Diskussionen zur aktuellen Flüchtlings- und Asylpolitik er eine zentrale
Rolle. Vor 25 Jahren wurde er durch Ausschlusskriterien ergänzt. Die sogenannte
Drittstaatenregelung war geboren. Vorausgegangen waren schwere
fremdenfeindliche Ausschreitungen.
Die Vision ist alt, das Tempo neu: Kaum eine
Idee gewinnt rascher an Zuspruch wie die vom „bedingungslosen
Grundeinkommen“. Für die einen ist es das Tor zur sozialen Gerechtigkeit,
für andere ein neoliberaler Schwindel.
Im Interview der Woche spricht der
Armutsforscher Prof. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz mit SR 2-Moderatorin
Katrin Aue über die Definition von Armut und über die Probleme mit der Armut in
unserer Gesellschaft. Die größte Herausforderung sieht Sell bei der kommenden
Altersarmut

SR: Wenn am Monatsende nichts übrig bleibt. Familien in der „Armutsfalle“ (02.12.2017)
Deutschland ist ein reiches Land. Die Wirtschaft brummt, deutsche Produkte finden weltweit reißenden Absatz, die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie selten zuvor. Die andere Seite der Medaille: Jobverlust, Überschuldung, private Schicksalsschläge – es kann ganz schnell gehen und schon gehört man zu den „Abgehängten“ dieser Gesellschaft. Um Familien in der „Armutsfalle“ dreht sich die lange Reportage von SR 2-Redakteurin Tanja Filipp-Mura.

SWR: Arbeitsrecht in der EU: Der Fall, der keiner war (29.11.2017)
Ein polnischer Arbeiter verklagt ein internationales Arbeitsvermittlungsunternehmen, für das er tätig war. Das Urteil könnte das Arbeitsrecht in der gesamten EU verändern. Das einzige Problem: Der Arbeiter weiß nichts von seiner Klage

Was früher eine Ausnahme war, ist heute fast
zur Normalität für Schülerinnen und Schüler geworden: Nachhilfeunterricht.
Entstanden ist mittlerweile ein riesiger Markt. Doch wer hat die Qualität im
Blick und wem nützt es, wenn private Nachhilfe fester Teil unseres Schulsystems
wird?
Sie werden angeworben in Polen, Rumänien
oder Slowenien. Das Versprechen: Arbeit in Deutschland für gutes Geld. Doch
dann werden sie ausgenutzt und um ihren Lohn geprellt, Gesetze werden
trickreich umgangen. Mit Unternehmenskonstruktionen wird das Recht ausgehebelt.
Auch die aktuelle Verschärfung der Entsenderegeln wird daran kaum etwas ändern,
denn die Anwerber haben schon wieder neue Wege gefunden, dies mit perfiden
Strategien zu umgehen. Susanne Babila hat sich auf die Spur der Anwerberfirmen
in Slowenien begeben.
Kein Land altert schneller als Japan.
Besonders das Pflegesystem steht dadurch unter Druck: Die Beiträge müssen
steigen, die Leistungen sinken. Dennoch lassen die Japaner keine Arbeitskräfte
aus dem Ausland rein. Stattdessen werden die Alten ermahnt, sich gesund zu
halten und zu arbeiten.

SWR: Seele ist nicht mehr gefragt: Vom Abgesang der Ordensschwestern (26.11.2017)
Viele Generationen lang haben Ordensschwester die Pflege in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen der Gemeinde geprägt. Doch das ändert sich, die Samariterinnen verabschieden sich.

DLF: Pflegekräfte-Mangel in Deutschland – Aufnahmestopp im Seniorenheim (22.11.2017)
Ob in Bremen, Kiel, München oder Hannover – überall in der Republik bleiben Pflegeheimplätze unbesetzt. Wo die Quote von 50 Prozent Fachkräften unterschritten wird, müssen die Heimbetreiber Betten stilllegen. Dabei ist die Nachfrage groß, steigt die Zahl der Pflegebedürftigen deutlich schneller als die der Pflegefachkräfte.

Deutschlandfunk Kultur: Wo Inklusion aufhört – Der Schulhof (19.11.2017)
Paulina ist 13, gehörlos und geht in eine Regelschule. Sie kommt gut mit, aber auf dem Schulhof wird sie gemieden. Elias geht auf eine Förderschule für Hörgeschädigte und hat dort viele Freunde. Aber er lebt in der Welt der Behinderten. Was ist besser?

Viele Jugendliche in Europa sind arbeits-
und perspektivlos. Auf dem Sozialgipfel der EU in Göteborg will
Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker deshalb eine „Europäische Säule
sozialer Rechte“ beschließen lassen. Sie soll genauso wichtig werden wie
die EU-Grundrechtecharta, mit der 2009 die Grund- und Menschenrechte der EU
fixiert wurden. Der Volkswirtschaftler Prof. Stefan Sell von der Hochschule
Koblenz sieht die Vorschläge mit Skepsis. Die Kommission habe wenig
Möglichkeiten, an der sozialen Schieflage etwas zu ändern. Zuständig seien die
Mitgliedstaaten. Länder wie Deutschland oder die Niederlande lehnten den
Einstieg in eine Transferunion ab. Die osteuropäischen Mitgliedsstaaten dagegen
fürchteten Einschränkungen für die Tätigkeit günstiger Arbeitskräfte in den
westlichen Ländern.
Mit einer neuen Sozialpolitik will die EU
den Populisten entgegentreten. Aber schon beim Mindestlohn zeigt sich, dass die
EU-Kommission unverbindlich bleiben will, meint Europaexperte Daniel Seikel von
der Hans-Böckler-Stiftung.
Die Gewerkschaft Verdi versucht seit vier
Jahren, dem US-Versandhändler Amazon einen Tarifvertrag für die 12.000
Beschäftigten in Deutschland abzuringen. Bisher ohne Erfolg. Jetzt bekommt sie
Unterstützung von der Kampagne „Make Amazon Pay“, die bundesweit
Amazon-Mitarbeiter zu einem härteren Arbeitskampf ermuntert.
Die Arbeitgeber erhoffen sich von der
zukünftigen Regierung eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Welche Folgen
hätte das für Betriebe und Arbeitnehmer?
Professionelle Assistenten von Menschen mit
Behinderung sollen helfen, körperliche Einschränkungen zu überwinden und ein
selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Wie kann Assistenz gelingen, ohne zu
bevormunden oder die Privatsphäre zu stören?
Schuldenatlas – das klingt erst einmal
harmlos. So wie eine Landkartensammlung, illustriert mit Kontoauszügen.
Dahinter aber verbergen sich sowohl menschliche Schicksale wie auch
gesellschaftliche Tendenzen. Denn der Schuldenatlas zeigt auf, wo wie viele
Menschen in der Republik ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, weil sie
überschuldet sind. Von „Überschuldung“ spricht man, wenn die Schulden
schneller steigen, als die Möglichkeit der Schuldner, das Geld zurückzuzahlen.
Der neueste Schuldenatlas hielt ein paar Überraschungen bereit: Immer öfter
trifft es Menschen aus der Mittelschicht und Ältere. Warum?
Berlin ist die Drogenhauptstadt in
Deutschland: Der Konsum von Rauschmitteln nimmt zu – wie auch die Zahl der
Toten. Nun soll eine neue Drogenpolitik der Stadt bundesweit zum Vorreiter
werden. Rot-Rot-Grün will staatlichen Cannabis-Handel, Drogen-Qualitätstests
und mehr Toleranz.
Ein Notfall ist nicht immer ein Notfall.
Immer mehr Menschen rufen die 112, obwohl sie auch anders versorgt werden
könnten. Was sind die Gründe und wie gehen die Kliniken damit um?
Am kommenden Mittwoch, 15. November 2017,
beginnen die Tarifverhandlungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie.
Den bundesweiten Auftakt machen dabei unter anderem die Tarifparteien in
Baden-Württemberg: Sechs Prozent mehr Lohn, das Recht auf eine 28-Stunden-Woche
und Zuschüsse für Geringverdiener lauten die wichtigsten Forderungen der
Industriegewerkschaft Metall. Doch gerade gegen den Wunsch nach mehr Flexibilität
bei der Arbeitszeit laufen die Arbeitgeber schon im Vorfeld kräftig Sturm. Eine
überaus harte Tarifauseinandersetzung deutet sich also schon jetzt an, noch
bevor die eigentlichen Verhandlungen überhaupt begonnen haben.
Verwahrlost und abbruchreif: Vor allem in vielen
strukturschwachen Städten verschandeln sogenannte Schrottimmobilien das
Stadtbild. Ein Problem, dem die klammen Kommunen nur mit Mühe beikommen. Aber
es gibt auch neue und innovative Konzepte.
Effektiver, transparenter und
selbstbestimmter – mithilfe des Lean-Konzepts soll Büroarbeit
„verschlankt“ werden. Aber geht es den Firmen wirklich um mehr
Effizienz und Mitbestimmung? Oder doch nur darum, aus den Mitarbeitern mehr
herauszuholen?

SWR: Pflegenotstand: Wer pflegt uns, wenn wir alt sind? (07.11.2017)
Im Jahr 2035 werden über 40 Prozent mehr Menschen in Rheinland-Pfalz pflegebedürftig sein. Das ist die Prognose des Statistischen Landesamtes. Aber woher kommen dann die Pflegekräfte? Und wer bezahlt sie?

WDR: Behindertenwerkstätten (02.11.2017)
Die Werkstätten für Menschen mit Behinderung beschäftigen deutschlandweit rund 300.000 Menschen – mehr als zweieinhalb mal so viel wie Siemens. Wer profitiert von diesen Einrichtungen?

DLF: Endstation Prostitution – Junge Migrantinnen in Italien (28.10.2017)
Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und Unterdrückung und träumen von einem besseren Leben für sich und ihre Familie: junge Migrantinnen, vorwiegend aus Libyen und Nigeria. Doch kaum in Europa angekommen, gibt es für viele der jungen Frauen nur eine Bestimmung: die Hölle der Prostitution.

Europäische Konzerne, die zu Hause die
Sozialpartnerschaft beschwören, halten in den USA häufig die Gewerkschaften aus
ihren Betrieben raus. Arbeitnehmer der deutschen Telekom und der amerikanischen
Tochter T-Mobile haben jedoch ein einzigartiges Bündnis gebildet.
Ein Schuss vor den Bug – das soll der
sogenannte Warnschuss-Arrest sein. Jugendliche, die straffällig geworden sind,
aber „nur“ eine Bewährungsstrafe bekommen haben. Gleichzeitig sollen
die jungen Menschen aber auch mit sanftem Druck auf den rechten Weg gebracht
werden. Doch es fehlt an Personal.
Viele Migrantinnen aus Westafrika hoffen auf
ein besseres Leben in Europa – und landen in der Zwangsprostitution.
Innenansichten aus der Hölle Europas.

NDR: Überdosis (23.10.2017)
Im Schnitt sterben täglich so viele US-Amerikaner an Opioiden wie bei Verkehrsunfällen. Oft wird die Drogensucht durch starke Schmerzmittel hervorgerufen.

Deutschlandfunk Kultur: Ausbildung im Berufsbildungswerk – Auf Umwegen in den Arbeitsmarkt (16.10.2017)
Das RKI-Berufsbildungswerk bildet Menschen aus, die ohne spezielle Unterstützung wohl keine Lehre beenden könnten. Die Menschen hier waren schon in der Psychiatrie oder im Gefängnis, manche auch zeitweilig obdachlos. Doch wenn sie hier angekommen sind, geht ihre Reise erst so richtig los.

SWR: Ärztliche Versorgung auf dem Land – ein ungelöstes Problem (14.10.2017)
Zahlreiche Ärztinnen und Ärzte im ländlichen Raum werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Jüngere Ärztinnen und Ärzte bevorzugen moderne Arbeitsplätze mit Teilzeit-Modellen. Auch die Selbständigkeit mit eigener Praxis ist für viele nicht mehr erstrebenswert. Politik, Behörden und Ärzteschaft haben das Problem zwar erkannt, aber die Entwicklung möglicher Versorgungsmodelle gestaltet sich schwierig

Extrem heruntergekommene Häuser voller Müll
und Chaos, ohne Strom und Wasser, dafür mit überteuerten Mieten, gibt es einige
in Gelsenkirchen. Als Schrottimmobilien werden diese Häuser bezeichnet. Ihre
Bewohner – oft Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien – sprechen kaum Deutsch,
viele beziehen Sozialleistungen. Die Armut ist groß. Diese ausbeuterische Form
des Immobilienmarkts ist im gesamten Ruhrgebiet allgegenwärtig. Was können die
Städte dagegen tun?
Wenig Asylsozialarbeit, kaum Rechtsberatung
und Sprachkurse – die Zustände in den großen bayerischen Transitzentren wie in
Bamberg oder Manching sind problematisch, beklagen Flüchtlingshelfer. Dennoch
sollen diese großen Aufnahmeeinrichtungen als Vorbild für ganz Deutschland
dienen.
Gefragt werden? Mitbestimmen? Demokratische
Prozesse miterleben? Vor allem in größeren Städten fehlt es oft an Raum für die
Altersklasse, die nicht mehr auf den Spielplatz geht, aber eben auch noch nicht
zu den Erwachsenen gehört, für Jugendliche. Wie kann und muss eine
jugendgerechte Kommune aussehen?
Was wäre die Welt ohne Bücher, Filme,
Gemälde oder ohne Musik – kurz, ohne Kunst? Mit Sicherheit ein ziemlich
langweiliger Ort. Trotzdem verdienen Künstler meist nicht einmal den
Mindestlohn. Ist in unserer Gesellschaft Kunst nichts wert?
Pharmafirmen versprachen psychische
Krankheiten mit Medikamenten zu heilen – und sind gescheitert. Jetzt steigen
sie aus der Forschung aus. Studien zeigen: frühzeitiges Ausschleichen der
Psychopharmaka hilft Patienten besser, als sie langfristig einzunehmen. Die
Psychiatrie auf neuen Wegen?
Die meisten Menschen möchten alt werden –
alt sein will dagegen kaum jemand. In Deutschland leben knapp drei Millionen
Pflegebedürftige, und die Zahl wird noch erheblich steigen. Wir diskutieren
darüber, wie sich die Situation der Pflegebedürftigen und der Mitarbeiter
verbessern lässt.
Seit Anfang des Jahres bekommen 2.000
finnische Frauen und Männer jeden Monat 560 Euro von der
Sozialversicherungsagentur auf ihr Konto überwiesen. Sie nehmen an einem
vielbeachteten Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen teil. Niemand
fragt, was sie mit dem Geld machen – jedenfalls noch nicht.
Wer sich ins Zeug legt, findet einen
Arbeitsplatz. Das legt zumindest die Statistik der Nürnberger Bundesagentur
nahe, die von Rekord zu Rekord eilt. Doch für viele bleibt der Traum von der
unbefristeten Vollzeitstelle eben das: ein Traum. Das zeigt zum Beispiel die
steigende Zahl von Leiharbeitern. Sie liegt inzwischen bundesweit bei knapp
einer Million. Noch weiter verbreitet ist allerdings ein Beschäftigungsmodell,
das bisher in der öffentlichen Debatte kaum eine Rolle spielt: Arbeit auf
Abruf.
Die Platzvergabe in Studiengängen mit
bundesweitem Numerus clausus kommt an diesem Mittwoch vor dem Bundesverfassungsgericht
auf den Prüfstand. Die Karlsruher Richter verhandeln über die Frage, ob das
aktuelle Zulassungsverfahren für Humanmedizin mit der Verfassung vereinbar ist.

DLF: Polnisches Gesundheitssystem – Ärzte gehen in Hungerstreik (02.10.2017)
Die Arbeitsumstände für polnische Krankenhausärzte sind extrem belastend. Einige von ihnen geben an, über 300 Stunden pro Monat zu arbeiten, um über die Runden zu kommen. Trotzdem müssen Frauen fast ein Jahr lang auf eine anstehende Brustkrebsbehandlung warten. Doch jetzt formiert sich vehementer Protest.

DLF: Neue Landlust? – Wie abgehängte Regionen wieder attraktiv werden können (02.10.2017)
Viele ländliche Regionen bluten aus. Dabei könnte ein Dorf mit Breitband-Anschluss, Mehrgenerationen-Zentrum und viel Natur drumherum für manche Familie eine echte Alternative zur Stadt sein. Wie kann es gelingen, abgehängte Landstriche Deutschlands wieder zu bevölkern?

Seit März 2017 dürfen Ärzte Cannabis als Medizin
verschreiben. Für die Gras-Rebellen aus Wissenschaft und Politik ist das ein
langersehnter Sieg nach Jahrzehnte währendem Kampf. Doch bis zur Legalisierung
von Cannabis als Rauschmittel wird der Weg noch länger sein. Auch wenn sich an
vorderster Stelle der Deutsche Hanf-Verband schwer engagiert. Die kleine
Lobbyistengruppe rund um einen ehemaligen Remscheider Finanzbeamten gilt als
Sprachrohr und Speerspitze der deutschen Kiffer. Mit Mut und Humor hat sich der
DHV eine angesehene Vermittlerrolle zwischen Szene und Bundestag erarbeitet.
Aufklärung betreibt der Verband auch. Womöglich mehr als Polizei, Schulen und
Drogenbeauftragte.
Die Korruption im Pflegesystem in
Deutschland nimmt immer größere Ausmaße an. Gründe dafür gibt es einige: Die
Gefahr, entdeckt zu werden ist relativ gering, die Möglichkeit zu verschleiern
groß. Und: Die Betrüger lockt sehr viel Geld.

DLF: Berufsbild „Crowdworker“ – Die digitalen Tagelöhner (28.09.2017)
Sie schreiben Texte, kategorisieren Fotos, testen Software – am Ende erhalten sie von ihren Arbeitgebern das Geld per Mausklick: Sogenannte Crowdworker bieten ihre Dienste über das Internet an und sitzen nicht fest in einer Firma. Was für Arbeitgeber ideal ist, sorgt für prekäre Arbeitsverhältnisse.

BR: Rosig oder düster? Wie sieht die Zukunft der Arbeit für Frauen aus? (20.09.2017)
In der Arbeitswelt ersetzen Maschinen Menschen schon längst: Care-Roboter in Pflegeheimen oder Kundenservice-Bots auf Webseiten. Roboter können heute einen Großteil der Tätigkeiten übernehmen, die immer noch als typische „Frauenberufe“ gelten.

Kulturelle Bildung soll Kinder und
Jugendliche inspirieren und Randgruppen Teilhabe ermöglichen. Geleistet wird
diese Arbeit meistens von freien Honorarkräften. Armut und Ausbeutung sind gang
und gäbe − doch die Basis wehrt sich.

DLF: Vom Recht auf Stadt – Das Syndikat der migrantischen Straßenhändler (19.09.2017)
In Barcelona haben Straßenhändler ohne Papiere ein Syndikat gegründet: das Sindicato Popular de Vendedores Ambulantes. Sie wollen sich damit eine Stimme im Kampf um das Recht auf Teilhabe an der Stadt und ihren Ressourcen verschaffen, aber auch für die Entkriminalisierung ihrer Arbeit auf der Straße und gegen Polizeigewalt und Rassismus kämpfen.

HR: Neue Wege – alte Probleme. Der Herbst der Flüchtlingspolitik (18.09.2017)
Die Meldungen kommen zur Unzeit – zumindest für die meisten deutschen Wahlkämpfer: die Flüchtlinge und die Schlepper haben wohl einen neuen Fluchtweg gefunden. Die Zahlen der Bootsflüchtlinge, die übers Schwarze Meer nach Rumänien und Bulgarien kommen, steigen. Die Meldungen erinnern uns daran, dass das Flüchtlingsproblem bestenfalls verdrängt, aber keineswegs gelöst ist. Und dass es auch durch starke Sprüche und demonstrative Abschiebungen in unsichere Herkunftsländer nicht gelöst wird. Was sollen die Italiener, Griechen und Spanier – und nun auch die Rumänen und Bulgaren – von der Forderung deutscher Politiker halten, keine Papierlosen mehr aufzunehmen? Sollen sie Flüchtlinge ohne Ausweis ertrinken lassen? Was sollen sie halten von der vielbeschworenen europäischen Solidarität, wenn sie eben doch alleine gelassen werden mit „ihren“ Flüchtlingen?

Im Krankenhaus werden zunehmend Roboter
eingesetzt. Im OP werden sie von vielen akzeptiert – in der Pflege eher nicht.
Woran liegt das? Wie wird sich der Einsatz von Robotern weiterentwickeln?

Deutschlandfunk Nova: Annas Eltern wählen nicht – „Hartz IV nimmt dir deine Würde“ (15.09.2017)
Fünf Kinder, Hartz IV, Nichtwähler. Das sind Annas Eltern. Anna selbst war die beste Abiturientin ihres Jahrgangs, ist heute 23 und Journalistin. Und sie geht wählen. Weil ihre Eltern sie zu einem politischen Menschen gemacht haben.

DLF: Bezahlbarer Wohnraum – Wie gelingt die Wohnungsbau-Offensive? (13.09.2017)
Wohnen in Deutschland wird immer teurer. In Großstädten sind Neumieten schon für Menschen mit normalem Einkommen kaum noch bezahlbar. Bundesbauministerin Barbara Hendricks macht Druck, denn der Wohnungsmangel birgt sozialen Sprengstoff.

Immer wieder hat die Bundeskanzlerin ihr
Diktum wiederholt: „Wir schaffen das!“ Schaffen wir das wirklich? Wie
ist der Stand der Integration, zwei Jahre nach Beginn der Flüchtlingskrise? Was
muss noch geschehen? Werden Kommunen und Helfer von Bund und Ländern
alleingelassen?

DLF: Pflegeberufe – Gute Chancen für Quereinsteiger (09.09.2017)
Vorher Informatikassistent oder Wirtschaftsstudentin, jetzt Pfleger oder Pflegerin – kein untypischer beruflicher Werdegang. Im Trierer Brüderkrankenhaus kommen bis zu 50 Prozent der Teilnehmer an Krankenpflege-Kursen aus anderen Berufen. Den Absolventen rollen Kliniken bundesweit den roten Teppich aus.

WDR: Demografischer Wandel – Gefahr für unseren Wohlstand? (07.09.2017)
Seit die Politik den demografischen Wandel für sich entdeckt hat, bekommen die Deutschen gesagt: Wir leben in einer alternden Gesellschaft, und Alter macht arm. Aber stimmt das eigentlich? Experten behaupten: Altersarmut ist vermeidbar, wenn unser Rentensystem auf neue, breitere Füße gestellt würde. Für manche ist der demografische Wandel sogar nur eine Erfindung der Arbeitgeber, um sich aus ihrer sozialen Verantwortung zu stehlen.

„Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu
und alle Fragen offen“, so endete stets das Literarische Quartett mit einem
abgewandelten Brechtzitat. Und so könnte auch das Duell zwischen Angela Merkel
und Martin Schulz kommentiert werden. Denn tatsächlich sind viele Fragen offen
geblieben. Fest steht zum Beispiel für die Kanzlerin, es werde keine Rente mit
70 geben. Wirklich nicht? Für niemanden? Wie wird die staatliche Rente dann
künftig finanziert werden? Wie lässt sich Altersarmut vermeiden? Wie wird das
Rentenniveau ausfallen? Ähnlich vieldeutig und offen sind die Versprechungen
der Parteien beim Thema Steuern, wo sie uns alle – irgendwie – entlasten
wollen, die einen mehr diese Gruppe, die anderen mehr jene. Aber interessiert
das die Wähler auch? Glauben Sie es? Wie wahlentscheidend sind die Themen
Arbeit, Steuern, Rente?

NDR: Überlastung der deutschen Gerichte (07.09.2017)
In Deutschland fehlen Tausende Richter. Bleibt der Rechtsstaat auf der Strecke, wenn Verfahren scheitern, weil Gerichte überlastet sind?

DLF: Häusliche Gewalt gegen Pflegebedürftige – „Ich bin doch kein Täter!“ (05.09.2017)
Zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden in Deutschland zu Hause versorgt. Wenn dann zum Beispiel Kinder ihre alten Eltern, die sie pflegen, töten, erscheint dies als ungeheuerlicher Tabubruch. Und die Gewalt gegen Hilfsbedürftige hat viele Gesichter: Beschimpfung, Vernachlässigung, grobes Anfassen – oft eine Spirale mit schrecklichem Ende.

Was haben Matei Rostas aus Rumänien,
wohnhaft in Gelsenkirchen, und Desislava Dobreva aus Bulgarien, wohnhaft in
Duisburg, gemeinsam? Beide leben mit ihren Familien in sogenannten
„Schrottimmobilien“: viele Menschen auf zu engem Raum, Müll und
Gewalt
Schnell wachsende Altersarmut, verfestigte
Langzeitarbeitslosigkeit – monatlich rund 1.800 Menschen kommen in Quedlinburg
im Harz zur Tafel, Tendenz steigend. Von der Politik fühlen sie sich schlicht
vergessen. Da hilft es nur begrenzt, dass sie sich beim Tafel-Chor regelmäßig zum
gemeinsamen Singen treffen.

BR: Eine Landwirtschaft – kein Streichelzoo: Der Johanneshof in Schwaben (31.08.2017)
Der Johanneshof ist eine Landwirtschaft, betrieben von Menschen mit Behinderung. Seit gut einem Jahr gibt es diesen Hof der Stiftung St. Johannes im schwäbischen Schweinspoint bei Marxheim. Das Konzept: Menschen mit Behinderung finden hier Arbeit und eine sinnvolle Beschäftigung. Auf der anderen Seite werden die erzeugten Produkte, Fleisch und Eier, verkauft.

Deutschlandfunk Kultur: Wenn die Arbeiter wütend werden. Kollateralschäden des technischen Fortschritts (30.08.2017)
Ob Detroit, Manchester, der Norden Frankreichs oder der Ruhrpott, die Bilder sind die gleichen: Verlassene Fabrikhallen, rostige Maschinenparks, löchrige Straßen und Fabrikarbeiter, die nicht mehr gebraucht werden. Der Aufstieg des Rechtspopulismus scheint die späte Rache der (weißen) Arbeiterklasse zu sein. Angst vor Modernisierung, Digitalisierung, Automatisierung heißt, Angst davor zu haben, dass man von Software und Robotern ersetzt wird. Die Modernisierungsverlierer treibt die Sorge um, dass es keine Zukunft mehr für sie gibt, weil ihre Arbeit mit zunehmendem technischen Fortschritt nicht mehr gebraucht wird. Das ist nicht neu. Auch in den früheren Zeiten der Industrialisierung grassierte die Angst vor Entlassung und Abstieg durch Rationalisierung und Technik. Doch die Bedrohten, die sich politisierten, hatten früher Hoffnung: auf den Sieg des Sozialismus. Welche Hoffnung haben sie heute, wenn sie wütend werden?

Fast 85.000 Menschen dürfen nicht an der
Bundestagswahl teilnehmen – etwa weil sie psychisch erkrankt oder geistig
behindert sind und eine „Betreuung für alle Angelegenheiten“ haben.
Eine Wahlrechtsreform, die das geändert hätte, war zuletzt gescheitert. Und
selbst für Menschen mit Behinderungen, die wählen dürfen, gibt es viele
Barrieren.
Flüchtlinge aus Afrika sollen möglichst gar
nicht mehr nach Europa kommen. Dafür sollen neue Vereinbarungen der EU u.a. mit
Libyen sorgen. Doch in den Lagern wird getötet, gefoltert, vergewaltigt. Bleibt
die Humanität auf der Strecke?
Wenn 60 Prozent eines Jahrgangs Abitur
machen, was ist es dann noch wert? Und sind Noten und Fähigkeiten der Schüler
zwischen den Ländern vergleichbar?
Die sogenannte „Baby-Boomer-Generation“
ist die erste, bei der der demografische Wandel mit voller Wucht eintreffen
wird: Prognosen zufolge, steigt bis zum Jahr 2030 die Zahl der
Pflegebedürftigen in Deutschland von derzeit 2,8 auf 3,4 Millionen Menschen an.
Solch technokratischen Berechnungen steht die Lebensrealität vieler
Älterwerdenden entgegen. Ihre Kinder arbeiten, haben selber Kinder und für
viele ist das Haus zu groß und die Renten zu klein geworden, um den Alltag
vollständig alleine zu stemmen. Welche Lösung also haben diese bald
Pflegebedürftigen für ihren Lebensabend parat?
Auslandsjob, Kita-Platz, Sabbatical –
Menschen um die 30 haben tausend Pläne für Zukunft. Nur den Gedanken an die
Altersvorsorge schieben sie gerne beiseite. Rente? Die bekommen wir nach
1980-Geborenen doch sowieso nicht, meint etwa auch unser Autor Maximilian
Klein. Aber stimmt das eigentlich?

DLF: Das Ende der Stechuhr – Individuelle Arbeitszeitgestaltung – auch am Band (28.08.2017)
Früher bestimmte die Stechuhr, wann gearbeitet wurde. Heute gibt es Gleitzeit, Sabbaticals und Arbeitszeitkonten: Auch in der Tarifpolitik ist das Thema Arbeitszeitgestaltung fast wichtiger geworden als die Forderung nach mehr Lohn und Gehalt. Ab September will die IG Metall über mögliche Modelle verhandeln.

BR: Die Abgehängten von Nürnberg – wenn Menschen nichts mehr von Politik erwarten (27.08.2017)
In manchen Nürnberger Stadtteilen ist die Wahlbeteiligung extrem niedrig. Eleonore Birkenstock hat recherchiert, warum Menschen nichts mehr von Politik erwarten.

Kanadier stammen oft von Flüchtlingen ab
oder kamen selbst als Flüchtling ins Land. Das prägt ihr Selbstverständnis. Sie
helfen gern, ziehen Befriedigung daraus und sind stolz auf ihre Haltung, die
sie auch vom großen Nachbarn USA abhebt. „Amerika, nur besser“ –
bringt ein Comedian das Selbstbild auf den Punkt.
Fünf Millionen Menschen arbeiten im Einzelhandel.
Die Branche boomt. Die Umsätze steigen. Selten aber reicht das Einkommen der
Arbeitnehmer aus. Viele stocken auf. Eine Altersarmutswelle ist absehbar. Gast:
Stefanie Nutzenberger, Gewerkschaftlerin.
Auf deutschen Autobahnen fahren, aber den
polnischen Lohn kassieren: Was deutsche Lkw-Fahrer ungerecht finden, halten
osteuropäische Politiker für wichtig. Nur so könnten die heimischen Spediteure
wettbewerbsfähig sein. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort – über
diese Formel diskutiert Europa.

DLF: 25 Jahre Rostock-Lichtenhagen – Protokoll einer Eskalation (22.08.2017)
Die rassistischen Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen sorgten vor 25 Jahren weltweit für Entsetzen. Ein rechtsextremer Mob terrorisierte unter dem Beifall von Schaulustigen tagelang eine Anlaufstelle für Asylbewerber. Rostock sollte wenig später als Argument für eine Grundgesetzänderung dienen.

DLF: Gebende Jugend und nehmende Alte? (22.08.2017)
Die Jungen zahlen für die Alten – und schauen im Alter selbst in die Röhre: Wer über Generationengerechtigkeit diskutiert, landet oft bei der Rente. Andererseits profitieren die Jungen auch durch ihren Lebensstandard von der Leistung der Älteren. Lassen sich die Generationen also gar nicht vergleichen?

Sie dürfen bei der Bundestagswahl kein
Kreuzchen machen: Geistig-behinderte Menschen in Betreuung – obwohl sie in den
Ländern mitunter abstimmen können. Das betrifft etwa Julian Peters aus
Nettetal: Bei der Landtagswahl ging er wählen, im September darf nicht.
Rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche in
Deutschland wachsen mit sucht- oder psychisch kranken Eltern auf. Oft müssen
sie zu früh Verantwortung übernehmen und werden an ihrer freien Entwicklung
gehindert. Beratungsstellen bieten Hilfe an – nützen aber vor allem dann, wenn
die Eltern fremde Hilfe auch zulassen
Politikverdrossenheit aus Armut: Wahlen
würden ohnehin nichts an ihrer Lage ändern, glauben viele Menschen in Kalkofen,
einem sozialen Brennpunkt in Kaiserslautern. Ihrer Erfahrung nach hat sich die
Politik nie um ihr Problemviertel gekümmert.
Der Schwerlastverkehr auf deutschen
Autobahnen nimmt kontinuierlich zu. Kaum endet am Sonntagabend das
Wochenend-Fahrverbot, machen sich Hunderte von Lastkraftwagen auf die
nächtliche Fahrt, um am nächsten Morgen rechtzeitig Fabriken und Supermärkte zu
beliefern. Fernfahrer führten schon immer ein unstetes Leben, aber ein Problem
macht ihnen zunehmend zu schaffen: wo finden sie eine Parkmöglichkeit, um sich
eine Weile auszuruhen, wenn die vorgeschriebene Lenkzeit erreicht oder gar
überschritten ist? Die LKW-Bereiche an Raststätten und Autohöfen sind notorisch
überfüllt, an einfachen Autobahn-Parkplätzen mit oder ohne WC stauen sich die
Lastwagen manchmal bis auf den Standstreifen hinaus. Oft bleibt nur das
Weiterfahren, Weitersuchen. Übermüdung gilt als Hauptursache für Unfälle, in
die LKW verwickelt sind. Abhilfe gegen den Mangel an geeigneten Parkplätzen
scheint nicht in Sicht zu sein.
Es diskutieren: Dr. Ulrich Heublein –
Hochschulforscher am Deutschen Zentrum für Hochschul- und
Wissenschaftsforschung in Leipzig, Prof. Dr. Dieter Lenzen – Präsident der
Universität Hamburg, Martin Scholz, Vorsitzender der Gesellschaft für
Information, Beratung und Therapie an Hochschulen
Als Ende 2014 Flüchtlinge in ganz
Deutschland verteilt wurden, kamen 24 Gambier ins schwäbische Oberzell. Heute
arbeiten 19 von ihnen in Vollbeschäftigung und sozialversicherungspflichtig.
Damit ist Oberzell Spitzenreiter bei der beruflichen Integration von
Zuwanderern.
15 Prozent aller Polizisten in Bayern
verdienen in Nebenjobs dazu, vor allem in Ballungszentren. Selbst im mittleren
Dienst reicht die Besoldung mit 1.800 Euro netto nicht für das Leben in München
oder Nürnberg. Die Gewerkschaft der Polizei beobachtet steigende
Nebentätigkeiten in den letzten Jahren.

Inforadio rbb: Pflege in Dänemark: Eine andere Welt (17.08.2017)
Die Gesellschaft altert – nicht nur in Deutschland, in ganz Europa. Anlass für uns, genauer hinzuschauen, wie es die Nachbarn machen – zum Beispiel Dänemark. Dort wurde das Pflegesystem Ende der 80er-Jahre radikal umgebaut. Das Ziel damals wie heute: den Menschen möglichst viel Privatsphäre und eigene Entscheidungsfreiheit zu lassen. Gleichzeitig tut man viel dafür, den Beruf attraktiv zu machen. Carsten Schmiester berichtet über den dänischen Weg.

BR: Blackbox Knast – Was passiert hinter den Gefängnismauern? (16.08.2017)
An die Öffentlichkeit dringt nur etwas, wenn Drastisches passiert: Suizide, Hungerstreiks, Schmuggelskandale. Dabei ist auch der Alltag in vielen Justizvollzugsanstalten Ausnahmezustand: Personalnot, Drogen und Gewalt, mangelnde medizinische Versorgung.

Flughäfen
gründeten Tochtergesellschaften, um nicht mehr nach Tarif zahlen zu müssen –
ein Teufelskreis, sagte Christiane Behle von ver.di im Dlf. Wer nicht mitziehe,
falle raus. Es sei Zeit für Branchentarifverträge, um so die Löhne ein Stück
weit dem Wettbewerb zu entziehen.
Unzufriedene
Mediziner gaben vor einem Jahrzehnt den Anstoß für die Initiative
„Gesundes Kinzigtal“. Ein Erfolg: Menschen werden erst gar nicht
chronisch krank – und die Krankenkassen sparen Millionen.
Holger
Balodis befasst sich seit über 20 Jahren mit dem Thema Altersvorsorge und
vertritt die These: Eine gute und bezahlbare Alterssicherung ist für alle
möglich – auch deutlich über der derzeitigen Grundsicherung. Seine Ideen stellt
er in der WDR 5 Redezeit vor.

NDR: 100 Jahre jüdische Wohlfahrt in Deutschland (31.07.2017)
Am 9. September 1917 wurde die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gegründet. Die Aufgaben haben sich im Lauf der Geschichte radikal verändert.

Deutschlandfunk Kultur: Überschuldung in Deutschland – Leben im Minus (14.08.2017)
Trotz Wirtschaftswachstum sind in Deutschland immer mehr Menschen überschuldet. Doch es ist selten überzogener Konsum, der Menschen in eine finanzielle Notlage bringt. Georg Gruber hat sich auf die Suche nach Gründen gemacht.DLF: Wie gut ist Vielfalt? – Vom fragwürdigen Wettbewerb der Krankenkassen (09.08.2017)
Seit Jahren müssen die Versicherten mehr Geld für ihre Gesundheit bezahlen. Die Kassen schieben das auf gestiegene Kosten im Gesundheitswesen. Doch ist das allein der Grund? Ein gemeinsamer Schwerpunkt von Deutschlandfunk und ZDFzoom zeigt die versteckten Folgen des Wettbewerbs in der Krankenversicherung.

Auf die
Mittelschicht kommt es in Deutschland an: Sie arbeitet verlässlich, ist
ehrgeizig, zahlt in der Summe die meisten Steuern und Abgaben und liegt dem
Staat selten auf der Tasche. Kein Wunder, dass die Mittelschicht im
Bundestagswahlkampf von den Parteien heiß umworben wird.
Seit
Einrichtung der EU-Hotspots in Sizilien vor zwei Jahren werden 99 Prozent aller
an Land gebrachten Migranten auch dort registriert. Während sie vorher
problemlos Italien verlassen konnten, müssen sie nun bleiben. Die Regierung ist
überfordert und dümpelt von einem Notstand in den nächsten.
Es gibt
einige spärlich besiedelte Regionen in Deutschland – die Altmark in
Sachsen-Anhalt ist eine der am dünnsten besiedelten. In der Verbandsgemeinde
Seehausen, mit dem Städtchen Werben idyllisch an der Elbe gelegen, leben noch
ganze 13 Einwohner pro Quadratkilometer. Was heißt es, in solchen Regionen zu
leben? Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 230 Einwohnern, in Berlin sind
es fast 4.000. In der Altmark werden es immer weniger: Die Verbandsgemeinde
Stendal verliert pro Jahr 2.000 Einwohner.
Wie gestaltet sich der Alltag, was für Auswirkungen hat die Schrumpfung
auf die Lebensqualität der Menschen? Schulen schließen, öffentlicher Nahverkehr
wird unrentabel, Ärzte fehlen, Wege werden länger, verlassene Ortschaften
verfallen. Eigene Mobilität ist alles. Wenn die, zum Beispiel im Alter,
verloren geht, wird es bitter. Zwei Möglichkeiten, diese Entwicklung
aufzuhalten, wären Industrieansiedelung oder die Entwicklung des Tourismus.
Beides wird eher halbherzig betrieben und widerspricht sich in vielen Fällen.
Viel
Arbeit, schlechte Bezahlung, hohes Regressrisiko: Deutschland mangelt es an
Hebammen. Vor allem seit die Haftpflichtprämien für die freiberuflichen
Geburtshelferinnen stark gestiegen sind, geben immer mehr ihren Beruf auf oder
arbeiten nur noch in Teilzeit – mit entsprechenden Folgen für die werdenden
Mütter.

Deutschlandfunk Kultur: Selbstwert oder gelernter Hass – Wie uns die frühe Kindheit prägt (31.07.2017)
Was braucht ein Kind wirklich zum Großwerden, um ein gesundes Selbst und Empathie zu entwickeln? Wie gut und wie intensiv soll und darf die Bindung sein? Ist frühe Selbstständigkeit ein hohes Gut? Ein Feature über frühkindliche Prägung.

WDR: Das Geschäft mit dem Misserfolg: Mit Nachhilfe zum Schulabschluss (30.07.2017)
Nach dem Schulunterricht gehen in Deutschland 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler zur Nachhilfe. Ihre Eltern geben dafür mehr als eine Milliarde Euro im Jahr aus. Ein Geschäft, das von mehr als 4000 Nachhilfeschulen und unzähligen Privatleuten gemacht wird

Vor zwei
Jahren sagte Bremen verbindlich zu, dass jeder Jugendliche eine Lehrstelle
bekommt. In der Statistik funktioniert das, in der Realität nicht: Schülern
fiel auf, dass Ausbildungssuchende aus ihrem Umfeld nicht in den Zahlen
auftauchen. Nun fordern sie eine realistische Statistik.
Allein
im Vorschulalter verbringen Kinder bis zu 15.000 Stunden mit Spielen, dabei
durchlaufen sie auch die größten Entwicklungsschritte. Die Welt der Erwachsenen
in Spielzeugformat dient dafür seit jeher als Vorlage für das eigene spätere
Leben – mit den Ideal-Vorstellungen der jeweiligen Zeit.
Menschen
begleiten, aber nicht entmündigen – das war auch das Ziel der Gesetzesänderung
von 1992 von Vormundschaft und Gebrechlichkeitspflegschaft hin zur gesetzlichen
Betreuung. Was aber macht ein Betreuungsverein im Alltag?

BR: Viel Aufwand – nichts gespart: Woran die Vergabe öffentlicher Aufträge krankt (25.07.2017)
Statt frisch gekochtem Essen gibt es in der Schulkantine jetzt verkochte Massenware vom Billig-Caterer. Eine für teures Geld errichtete Mehrzweckhalle darf nicht benutzt werden, weil die Deckenverkleidung herunterzufallen droht. Der Fasadenanstrich eines Gymnasiums blättert nach wenigen Jahren schon ab – und niemand weiß, wer die Instandsetzung bezahlen wird. Immer wieder kommt es zur Verschwendung öffentlicher Mittel, weil Aufträge europaweit ausgeschrieben werden müssen, der billigste Anbieter zum Zug kommt, Qualität und Verantwortlichkeit aber auf der Strecke bleiben.

DLF: Auf Leben oder Tod – Konkurrenz der Transplanteure um Organe (25.07.2017)
Es ist der größte Skandal in der Geschichte der deutschen Transplantationsmedizin. Wartelisten todkranker Patienten wurden manipuliert und Regeln zur Vergabe der raren Spenderorgane vielfach gebrochen

Deutschlandfunk Kultur: Eine antiautoritäre Bildungsgeschichte – Abitur in Kochen, Fußball und Tischtennis (24.07.2017)
Angetrieben vom Reformgeist der frühen 1970er-Jahre, nahm damals die landesweit erste Integrierte Gesamtschule in Hannover ihren Dienst auf. Die Schüler konnten ihr Abitur etwa in Kochen oder Tischtennis machen. Der Jahrgang brachte Anwälte und Ärzte hervor.

BR: Der Bedarf wächst – Psychiatrische Versorgung auf dem Land (24.07.2017)
Verstärkt leiden vor allem 30- bis 55-Jährige an psychischen Problemen und psychosomatischen Beschwerden. Grund: Der Druck in der Arbeitswelt nimmt zu. Doch für Betroffene stehen kaum genug Ärzte und Therapeuten bereit.

Deutschlandfunk Kultur: Nachwuchsprobleme bei der Polizei – Was bleibt vom Freund und Helfer? (23.07.2017)
Es gab Zeiten, da war Polizist eine Art Traumjob – auch wegen der damit verbundenen Unkündbarkeit. Und heute? Die Beamten werden angepöbelt, angegriffen und oft von der Politik allein gelassen. Was bewegt junge Leute, trotz allem zur Polizei zu gehen?

Mascha
und Werner sind geistig behindert. Sie ist eine junge Mutter, die vieles
schafft und viel Unterstützung erhält. Er ist Mitte 80 und blieb lange allein
und ohne Hilfe. Andrea Beer hat Mascha und Werner fast drei Jahre lang
begleitet.
Von der
Verantwortung in Kreißsaal und Wochenbettbetreuung – Geburtsstation in Kandel
hat geschlossen. Wie hat sich die Arbeit verändert? Pflegewissenschaftlerin
Ulrike Geppert-Orthofer im Gespräch. Klinik in Heilbronn startet eigene
Ausbildung. Ideal 1:1 Betreuung im Hebammenhaus Pirmasens
Sie
kommen aus Syrien, aus Afghanistan oder Somalia – junge Flüchtlinge, die jetzt
in Bayern leben. Ihr Ziel: Eine Ausbildung. Aber der Weg dorthin ist steinig.
Lisa Weiß hat eine Flüchtlingsklasse an einer Rosenheimer Berufsschule ein Jahr
lang begleitet.
Die
Bundesregierung fördert den Einsatz von Laien in der Pflege. Ist das der
richtige Weg oder besteht die Gefahr, dass sie ausgebeutet werden und
Fachkräften ersetzen?
Ein
Pflegekind zu haben bedeutet, ein Kind auf Zeit zu bekommen. Es tritt plötzlich
ein ins Leben, mit einem Rucksack voller Probleme und Herausforderungen. Doch
jederzeit kann ein Richter entscheiden, dass es wieder zu seinen leiblichen
Eltern zurück muss. Notizbuch-Nah dran spricht mit langjährigen Pflegeeltern,
die von den Höhen und Tiefen einer ganz speziellen Patchworkfamilie berichten
können.

Deutschlandfunk Kultur: Polizei zwischen Hochachtung und Autoritätsverlust – Bürgerpolizei oder „Bullenschweine“? (17.07.2017)
Alle Gewalt geht vom Staate aus. Polizisten machen allerdings auch umgekehrte Erfahrungen: Allein in Bayern wurden 2015 knapp 15.000 von ihnen verbal oder tätlich angegriffen. Doch steckt hinter diesem Autoritätsverlust wirklich gesellschaftlicher Werteverfall?

DLF: Die Parteien und die Rente – Mit Blick in die Zukunft (17.07.2017)
Die SPD will es zum Wahlkampfthema machen, die Union sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. Doch diese innere Ruhe und Gelassenheit beim Thema Rente teilen auch andere Parteien wie die Linke und die Grünen nicht. Vor allem über das Rentenniveau und Lebensarbeitszeiten wird diskutiert.

DLF: Der einsame Tod des Herrn D. (14.07.2017)
Berlin – ein Plattenbau mit elf Etagen und über 30 Wohnungen. Wenn die Nachbarn Herrn D. vor einigen Jahren zufällig im Fahrstuhl trafen, grüßten sie einander und erkundigten sich nach dem gegenseitigen Wohlbefinden. Herr D. war immer adrett angezogen, stets höflich. Dann kam der Alkohol, und der freundliche Mann schien immer häufiger neben sich zu stehen. Irgendwann gab es keine Begegnungen mehr, Herr D. war verschwunden. Im Fahrstuhl unterhielt man sich nun darüber, was wohl mit ihm geschehen sei. Ist er womöglich im Altersheim? Zu Verwandten gezogen? Warum hat dann keiner die Wohnung ausgeräumt? Fünf Jahre nach dem Verschwinden macht die Polizei eine grausige Entdeckung. Sie findet die mumifizierte Leiche von Herrn D. auf dessen Sofa. Wie konnte es dazu kommen, dass für ein halbes Jahrzehnt niemand vom Tod des Mannes Notiz genommen hat? Ein Dokumentarstück über Einsamkeit und Zusammenhalt.

DLF: Leben wie ein Tagelöhner – Bremen ist Hauptstadt der Leiharbeiter (13.07.2017)
Der Anteil der Leih- beziehungsweise Zeitarbeiter ist nirgends so hoch wie in dem kleinen Stadtstaat Bremen. Vor fünf Jahren lag er bei ungefähr fünf Prozent. Tendenz steigend. Bislang ist es nicht gelungen, die Leiharbeit einzudämmen. Stattdessen nimmt die Zahl der prekären Jobs weiter zu.

Manche
Menschen können wegen biographische Brüche erst sehr spät eine Berufsausbildung
beginnen. Das Stuttgarter Projekt „Spätstarter“ hilft dabei.
Lange
Zeit lag der Fokus der Integrationspolitik darauf, dass Migranten Deutsch
lernen. Aber mindestens ebenso wichtig sind die nächsten Schritte:
Wohnungssuche und die Vermittlung von Arbeit. Ein oft mühsamer Prozess. Auch
die Helfer sind angesichts der Probleme gelegentlich frustriert.
Deutschland
– eine Mittelschichtsrepublik mit sozialer Marktwirtschaft – das war einmal. Im
Namen des globalen Wettbewerbs sorgen Arbeits- und Sozialgesetze dafür, dass
jeder fünfte Deutsche heute von Armut bedroht ist. Auch der Mindestlohn hat
daran nichts geändert. Gleichzeitig wird denen ganz unten – Gewerbeaufsicht und
Arbeitsgerichten zum Trotz – staatlicher Schutz weitgehend entzogen. Ist diese
Entwicklung im globalisierten Kapitalismus schicksalhaft? Haben wir uns damit
abzufinden, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt zerstört wird, weil er dem
Streben nach höchster Produktivität und maximalem Profit im Wege steht?
Demente
und pflegebedürftige Menschen differenzierter und besser versorgen – das ist
das Ziel der jüngsten Pflegereform. Doch die Bilanz nach gut einem halben Jahr
fällt durchwachsen aus: Zwar haben nun mehr Menschen Anspruch auf Leistungen,
allerdings gibt es auch deutliche Kritik und unerwünschte Folgen der Reform.
Kein
Vertrag, kaum Geld, Arbeiten auf Abruf – unter dem verharmlosenden Begriff
„mobile Beschäftigte“ arbeiten tausende Lohnsklaven in Deutschland.
Meist sind es Menschen aus Osteuropa, die gnadenlos ausgebeutet werden.
Deutschland
braucht dringend mehr Pflegekräfte – und die suchen Arbeitgeber auch im
Ausland. Da scheint es unverständlich, wenn ausgebildete Pfleger keine
Arbeitsgenehmigung erhalten und das Land wieder verlassen sollen. In Berlin
kämpft jetzt eine Klinik für ihre albanischen Mitarbeiter.
Über
eine Million Wohnungen fehlen in Deutschland, schätzt der Deutsche Mieterbund.
Selbst für Haushalte mit mittleren Einkommen sei es schwierig, bezahlbaren
Wohnraum zu finden. Es werde zu wenig und zu teuer gebaut. Dabei beweist ein
Projekt, dass es auch anders gehen kann.
Immer
wieder kündigen Arbeitgeber in Deutschland unliebsame Betriebsräte mit offenbar
illegalen Methoden.
Was
bedeutet heute Familie? Für welche Werte und Lebensentwürfe steht sie? Welche
Rolle spielt dabei der gesellschaftliche Wandel?
Alter,
Krankheit, Schwäche: Wenn ältere Menschen Hilfe benötigen, schaltet sich häufig
die Justiz ein. Mit einem Betreuungsverfahren sollen Gerichte zwischen
staatlicher Fürsorge und dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen abwägen. Doch
in der Praxis gibt es zahlreiche Widersprüche.
Vor der
Bundestagswahl umwerben die Parteien die Mittelschicht. Die schwankt zwischen
Zufriedenheit und Zukunftsangst.
Bis zu
zwölf Stunden arbeiten sie täglich in der Sonne und verdienen kaum mehr als 45
Euro: Flüchtlinge ohne Arbeitserlaubnis verdingen sich auf Sizilien als
Feldarbeiter. Landwirte, Obstbauern und illegale Arbeitsvermittler beuten sie
aus.
Ganztagesschule,
G8 – unsere Schulen sind zu Laboren mutiert, in denen eifrig experimentiert
wird. Josef Kraus über die Reformitis, die alles verschlimmbessert.
Bessere
Bordellausstattung, Kondompflicht für Freier, Gesundheitsangebote: Das
Prostituiertenschutzgesetz tritt ab sofort in Kraft. Es soll Prostituierten mehr
Schutz bieten, aber auch eine bessere Kontrolle des Sexgewerbes insgesamt
sicher stellen. Doch es hagelt Kritik – von allen Seiten.
Ab 1.
Juli tritt das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft, das u.a. die Meldepflicht
für Prostituierte und für Bordellbetreiber einführt. Ziel ist es, Prostituierte
künftig stärker vor Ausbeutung und Gewalt zu schützen. Ob das mit Hilfe der 38
neuen Paragraphen tatsächlich gelingen wird, ist allerdings umstritten.
Skepsis, Hoffnungen, Kritik und Befürchtungen – in SWR2 Geld, Markt, Meinung
äußern sich dazu Prostituierte, ein Bordellbetreiber und Experten aus der
Sozialarbeit und Politik.

NDR: Schützt das Prostituiertenschutzgesetz? (01.07.2017)
Am 1. Juli tritt ein Gesetz in Kraft, das die Situation von Prostituierten verbessern soll. Geht es zu weit oder nicht weit genug?

DLF: Die neuen Sklaven Europas (29.06.2017)
In Italien, das mit großem Einsatz Migranten aufnimmt, werden dieselben Migranten gnadenlos ausgebeutet. Große Teile der Landwirtschaft leben von diesen Ausgebeuteten. Nicht nur in Süditalien – aber dort funktioniert das System besonders perfide.

Es war
gut gemeint: Behinderte Schüler sollten mit Nichtbehinderten unterrichtet
werden. Doch die Beschwerden häufen sich. Ist die Inklusion gescheitert?
Noch vor
den Sommerferien soll in NRW die Auflösung von Förderschulen für behinderte
Kinder gestoppt werden. Die Rückkehr zum Förderschul-System wäre ein fatales
Signal für den Bund, sagte Eva-Maria Thoms von der Initiative mittendrin e.V.

BR: Jugendhilfe: Immer mehr Ausgaben, immer mehr Probleme? (27.06.2017)
Jugendhilfe braucht Geld – viel Geld, um positive Ergebnisse zu erreichen. Wie sinnvolle Hilfe aussehen kann und was das kostet.

DLF: Teurer wohnen – Ist die Mietpreisbremse ein Flop? (12.06.2017)
Vor allem in Großstädten sind die Mieten für viele unerschwinglich geworden, trotz der vor zwei Jahren eingeführten Mietpreisbremse. Bezahlbare Wohnungen sind seither noch schwerer zu finden.

Neben
vermögenden Senioren gibt es immer mehr, die ihre Rente mit Jobs aufbessern
müssen. Eleonore Birkenstock fragt nach Armut und Reichtum im Alter.
Maschinen
an die Macht: Care-Roboter pflegen Kranke, Montage-Roboter bauen Autos, Bots
beantworten Kundenfragen. Aber: Was macht das mit unserer Gesellschaft? In
diesem Generator wird der Spieler eines Computerspiels erfahren, wie er das
Zukunftsszenario „Tumult und Verzweiflung“ mit geeigneten Tools
vermeiden und die Gesellschaft in die „Selbst-Entwicklungs-Ökonomie“
befördern kann – falls es dafür nicht schon zu spät ist. Maschinen an die
Macht: Care-Roboter pflegen Kranke, Montage-Roboter bauen Autos, Bots
beantworten Kundenfragen. Aber: Was macht das mit unserer Gesellschaft?
Kostenfreie
Kita-Plätze ab 2025: Mit diesem Wahlversprechen wirbt aktuell die SPD um
Wählerstimmen bei der Bundestagswahl. Kritiker befürchten, dass bei einer
Abschaffung der Kita-Gebühren vor allem die Qualität der frühkindlichen Bildung
leiden könnte.
In so
mancher Region ist der öffentliche Nahverkehr auf dem Land ein blinder Fleck.
Ein vernünftiges Angebot an Regionalbussen scheitert meistens am Geld. Fest
steht aber: Es muss sich etwas ändern. Und es gibt durchaus Ideen
Rund
28.000 niedergelassene Ärzte gibt es in NRW. Laut Kassenärztlicher Vereinigung
sind so alle Einwohner medizinisch versorgt. Nein, sagen dazu vor allem
Landbewohner. Es gibt immer weniger Praxen in der Provinz. Für die Patienten
auf dem Land bedeutet dies: langes Sitzen in übervollen Wartezimmern oder
Fahrten bis in weit entfernte Städte. Und die Situation wird schlimmer, wenn
tausende Ärzte demnächst in Pension gehen.
Deutschland
ist ein Paradies für Sex-Käufer aus aller Welt, besonders aus Ländern, in denen
Prostitution verboten ist, wie Schweden oder Frankreich. Nur etwa zehn Prozent
der rund 400.000 Prostituierten hierzulande sind freiwillige Sexarbeiterinnen,
und im Schatten der legalen Prostitution treiben Menschenhändler und
Sklavenhalter ihr Unwesen – auch in Deutschland. Das sagen die Gegner der
Prostitution. Der Bundestag hat deswegen ein Prostituiertenschutzgesetz
verabschiedet, das ab 1. Juli gilt. Prostituierte müssen sich nun registrieren
lassen, und Bordelle sollen viel engmaschiger als bisher kontrolliert werden.
Die kommunalen Ordnungsbehörden sagen, sie hätten gar nicht die Kapazitäten,
das Gesetz umzusetzen. Und Prostituiertenverbände wollen bis vors
Bundesverfassungsgericht ziehen, weil sie sich durch die neuen Regelungen
erneut diskriminiert fühlen; Opfer seien die Frauen, die sich wieder in die
Illegalität zurückziehen und dort ungeschützt der Gewalt von Zuhältern und
zahlungsunwilligen Freiern ausgesetzt sind.
„Bambiland“,
so hieß ein unbebautes Grundstück in Berlin-Friedrichshain, das viele Jahre von
der linken Szene genutzt wurde. Inzwischen sind dort Eigentumswohnungen
entstanden. Weil Linksautonome immer wieder randalieren, muss das Gelände
inzwischen bewacht werden. Politiker und Anwohner suchen nach einer Balance
zwischen Verdrängung und Veränderung der Stadtteile.
Die
Anzahl der Pädagogen und Pädagoginnen ist in den vergangenen Jahren explodiert:
Es scheint, als hätte sich ein Heer pädagogischer Fachkräfte auf einen großen
Marsch in alle menschlichen Lebensbereiche begeben
„Vor
zehn Jahren hab‘ ich gedacht, schlimmer kann es nicht kommen, aber heute muss
ich sagen: Es wird immer noch ’ne Schippe draufgelegt. Mit jeder Ausschreibung
– der Billigste wird genommen – steigt die Arbeitsbelastung, und viele Frauen
zerbrechen daran“, sagt die Putzfrau Susanne Neumann aus Gelsenkirchen.
Langzeitarbeitslose
spüren vom Aufschwung am Arbeitsmarkt kaum etwas. Der Chef der Bundesagentur
für Arbeit, Detlef Scheele, will sich dem Problem widmen und plädiert dafür,
die Bildungschancen der Kinder von Langzeitarbeitslosen zu verbessern – mit der
Jugendberufsagentur.
Unsere
Städte sind für schnelle, fitte Menschen gebaut – am besten ohne Rollatoren,
Kinderwagen oder Koffer. Doch durch einen Unfall oder im Alter ändert sich die
Perspektive zwangsläufig. In Hamburg-Altona entsteht ein neues Stadtviertel –
mit einem Verkehrsleitsystem für Blinde, abgeflachten Bürgersteigen, Aufzügen und
Rampen für Rollstuhl- und Rollator-Fahrer.
Von der
Pharmaindustrie als Schmerzmittel gepushte Opioide sind in den USA über
missbräuchliche Verschreibungspraktiken zur Einstiegsdroge für Heroin geworden.
Betroffen sind nicht die urbanen Ballungszentren, sondern Kleinstädte und Vororte.
Wie sind
Arbeitsbedingungen der Fahrer von Lieferdiensten wie Foodora oder Deliveroo und
Co.? In einer Schicht legen sie schonmal 50 Kilometer zurück – auf dem Fahrrad,
mit Essen im Gepäck. Die Gewerkschaften wissen wenig über den Job, inzwischen
gibt es erste Versuche, eine Interessenvertretung aufzubauen.
Rund
eine Million Sanktionen wurden 2015 bundesweit gegen Hartz-IV-Bezieher
verhängt. Den drakonischen Maßnahmen der Arbeitsagentur steht eine sich rasend
verändernde Arbeitswelt gegenüber. Muss das Konzept von Arbeit, Lohn und
Disziplin nicht völlig neu gedacht werden?
Seit
2009 gilt in Deutschland die UN-Konvention, die die Vertragsstaaten
verpflichtet, ein inklusives Schulsystem auf allen Ebenen zu schaffen: Kinder
mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam lernen. Seit dem wird darüber
gestritten.
Während in den
Hoch-Zeiten des Feminismus Rollenklischees kritisch analysiert und bekämpft
wurden, werden Geschlechterdifferenzen heute nicht mehr als Ungleichheiten
wahrgenommen, sondern individualisiert. Zu diesen Schlüssen kommen
Sozialforscher. Ihre Studien zeigen aber, dass Hausarbeit weibliche Domäne
geblieben ist.
Wer
wenig verdient hat oder gelegentlich arbeitslos war, muss damit rechnen, dass
er als Rentner vor Altersarmut steht. Wie ist das in anderen Ländern geregelt?
Ein Feature.
Kann man oder frau überall in Deutschland zu
jeder Tages- und Nachtzeit auf die Straße? Viele werden sagen: „Kein
Problem, ich fühle mich sicher“. Andere dagegen meiden in der Dunkelheit,
ganze Stadtviertel oder Plätze. Für sie ist der Begriff „No-go-Area“
Realität. Politisch ist dieser Begriff sicher nicht korrekt, meint er doch in
erster Linie militärisches Sperrgebiet. Doch inzwischen fragt sogar die seriöse
Wochenzeitung „Die Zeit“ – „Gibt es No-go-Areas in deutschen
Städten?“ Sicher ist, da sind enorme Problemzonen mit hoher Kriminalität,
ausgeprägter Armut, mit viel Arbeits- und Hoffnungslosigkeit und einem hohen
Ausländeranteil. Osteuropäische Banden oder arabische Familien-Clans
beherrschen dort die Straße, machen der Polizei nicht nur Arbeit, sondern auch
das Leben schwer. In Duisburg-Marxloh, beispielsweise, lässt sich die ganze Bandbreite
paralleler Gesellschaften wie unter einem Brennglas betrachten. Unser Reporter
war genau dort unterwegs. Aber auch im Südwesten haben die Städte ihre
Brennpunkte. SWR1 Der Abend ist mit der Polizei in der Mannheimer
Neckarstadt-West unterwegs, und befragt Anwohner am Freiburger Stühlinger, wie
es sich zwischen Heroin-Dealern und ihren abhängigen Kunden lebt.
Methadon:
Eine Chance für Heroinsüchtige, dem Drogenkonsum und der
Beschaffungskriminalität zu entkommen. Doch immer weniger Ärzte übernehmen
diese Hilfe.
Vor 60
Jahren galt es noch als Armenhaus der Republik: das Emsland. Eine abgelegene,
dünn besiedelte ländliche Region im Westen Niedersachsens, lange geprägt vom
Torfabbau. Und heute: Eine Gegend, die den Strukturwandel gemeistert hat, mit
einer wettbewerbsfähigen mittelständischen Industrie.
Während
einer Nachtschicht im Dezember 2014 legten 1.300 Mercedes-Beschäftigte im
Bremer Werk spontan die Arbeit nieder. Sie protestierten gegen Leiharbeit und
eine weitere Auslagerung von Arbeitsplätzen. Es war ein wilder Streik, die IG Metall
wollte die Aktion nicht unterstützen. Jetzt klagen die Metallarbeiter.
Die
Genossenschaftsidee – Mitte des 19. Jahrhunderts als Nothilfe und soziale
Reformbewegung entstanden, ist von der UNESCO als „immaterielles
Weltkulturerbe“ geadelt worden. Um bürgerschaftliches Engagement zu
forcieren, soll eine Gesetzesnovelle die Hürden für Genossenschaftsgründungen
senken. Nicht alle sind begeistert.
Ärzte
und Apotheker in Deutschland schlagen Alarm: immer häufiger werden wichtige
Medikamente in Deutschland knapp: Antibiotika, Impfstoffe oder
Krebsmedikamente. Wichtige Behandlungen müssen deshalb verschoben werden. Doch
woher kommt die Medikamentenknappheit? Welche Verantwortung haben
Pharmaunternehmen und Krankenkassen und was tut die Politik dagegen?

SWR: Armin Rieger, Leiter eines Pflegeheimes (12.05.2017)
Schleswig-Holstein 2013: Eine Ratte nagt einen alten Mann an. Berlin 2014: Eine Frau wird beim Duschen verbrüht und stirbt. Zwei Schockmeldungen aus deutschen Pflegeheimen, die klar machen, dass in diesem Bereich des deutschen Gesundheitssystems manches nicht stimmt. Armin Rieger leitet seit fast 20 Jahren in Augsburg ein Pflegeheim für demenzkranke Menschen und kritisiert die Situation in deutschen Pflegeheimen scharf. Ergebnis: Die einen sehen ihn als mutigen Rebellen, die anderen als Nestbeschmutzer. Jetzt hat Rieger ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Der Pflegeaufstand“.

DLF: Von der Schwemme zum Mangel (11.05.2017)
In Deutschland droht ein eklatanter Hausarztmangel – nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten. Ein Großteil der Nachwuchsmediziner will sich lieber spezialisieren, als in die Allgemeinmedizin zu gehen. Die Politik will gegensteuern und auch börsennotierte Unternehmen stoßen in die Lücke vor, die das Verschwinden der Hausärzte hinterlässt.

 

Obwohl
das Beschäftigungsniveau in Deutschland auf einem Rekordstand ist, bekommen die
Arbeitnehmer nur so viel Lohn wie zuletzt in den Neunzigern. Ist das gerecht?

NDR: Wie gerecht ist Deutschland? (10.05.2017)
Obwohl das Beschäftigungsniveau in Deutschland auf einem Rekordstand ist, bekommen die Arbeitnehmer nur so viel Lohn wie zuletzt in den Neunzigern. Ist das gerecht?

BR: Hausarzt dringend gesucht – Warum geht kein Mediziner aufs Land? (09.05.2017)
Die Zahl der Ärzte in Deutschland und Bayern steigt immer weiter an – doch der allergrößte Teil der Nachwuchsmediziner will nicht dort arbeiten, wo Ärzte am drigendsten gebraucht werden: in der Allgemeinmedizin, vor allem auf dem Land. Die Politik will gegensteuern, indem sie das Medizinstudium mit dem sogenannten „Masterplan 2020“ umbaut. Er soll die Allgemeinmedizin aufwerten. Aber die meisten Fachleute sind einig: Die Versorgung auf dem Land wird künftig weit stärker zentralisiert sein, in sogenannten Medizinischen Versorgungszentren. Auch Telemedizin und die Betreuung durch besser geschultes Hilfspersonal werden wichtiger

Alter,
Krankheit, Schwäche – wenn ältere Menschen Hilfe benötigen, schaltet sich
häufig die Justiz ein. Mit einem Betreuungsverfahren sollen Gerichte zwischen
staatlicher Fürsorge und dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen abwägen. Doch
in der Praxis gibt es zahlreiche Widersprüche.
Im Hotel
Magdas, einem ehemaligen Altersheim der Caritas in einem der teuersten Wiener
Bezirke, empfangen Flüchtlinge aus den Krisenregionen der Welt Touristen und
Geschäftsreisende, deren Anreise weitaus weniger schwierig und gefährlich war
als die ihrer Gastgeber. Während andere Hotels versuchen, mit so wenig Personal
wie möglich auszukommen, schafft das Magdas so viele Jobs wie nur möglich. Aus
ökonomischer Sicht läuft das Hotel als „Social Business“. Noch wird
es von einer Tochterfirma der Caritas betrieben und durch Crowdfunding
finanziert. In fünf Jahren muss es sich selbst tragen.
Digitalisierung
und Automatisierung haben unsere Arbeitswelt von Grund auf verändert: Kein Büro
ohne Computer, kaum eine Werkshalle ohne computergestützte Maschinen. Das
Zauberwort heißt: „Industrie 4.0“. Gäste: Prof. Dr. Gerhard Bosch,
Arbeitsmarktexperte und Dr. Joachim Bühler vom Branchenverband Bitkom e.V. der
Digitalwirtschaft.
Als sich
der Eiserne Vorhang hob, gab er auch den Blick auf gewaltige Großsiedlungen
frei, gemeinhin Plattenbauten genannt. Über vier Jahrzehnte waren sie aus
industriell hergestellten Betonplatten errichtet worden, um die enorme
Wohnungsnot zu lindern. Nach der Wende bekamen viele Mieter die Wohnungen geschenkt
– erhalten konnten sie sie aber kaum.
Afrikanische
Flüchtlinge, die in libyschen Gefangenen-Zentren eingesperrt sind, haben die
finale Etappe ihrer Odyssee nach Europa nicht geschafft. Die Zustände in den
Lagern sind menschenunwürdig. Die Marine vor Ort kann immer weniger Menschen
retten, die auf dem Mittelmeer verunglücken. Und die Beschlüsse der EU schaffen
kaum Abhilfe.
Es
diskutieren: Dr. Jörg Dräger – Bildungsexperte im Vorstand der Bertelsmann
Stiftung, Heinz-Peter Meidinger – Bundesvorsitzender des Deutschen
Philologenverbandes, Dr. Heike Schmoll – Bildungsexpertin, Frankfurter
Allgemeine Zeitung
In
Zukunft werden aufgrund von neuen Technologien weiter Arbeitsplätze wegfallen –
aber auch neue entstehen, sagte der Volkswirt Karl-Heinz Paqué im DLF. Das
werde vor allem Frauen zugute kommen, denn die neuen Jobs seien vor allem im
Dienstleistungssektor angesiedelt. Aber nicht nur physische Arbeit werde
ersetzt.
Gerade
in den unteren Schichten der Gesellschaft wenden sich immer mehr Menschen von
der Politik ab. Hartz-IV-Empfänger gehen seltener zur Wahl und beteiligen sich
weniger an politischen Debatten, sagt die Forschung. Diese Krise der Demokratie
lässt sich nur überwinden, wenn Menschen die Erfahrung machen, dass sich
Lebensverhältnisse durch ihr Engagement verändern lassen.
Wie
verbringen Arbeitnehmer ihre Pausen? Gehen sie nur in die Kantine zum Essen?
Oder unternehmen sie einen kleinen Spaziergang und erledigen dabei ein paar
Besorgungen und Einkäufe? Vielleicht tun sie aber auch etwas für ihre
Gesundheit, machen ein paar Lockerungsübungen oder treiben etwas Sport. Oder
starren sie möglicherweise nur die ganze Zeit auf ihr Smartphone? Eine neue
Studie der „Initiative Gesundheit und Arbeit“ zeigt, dass viele
Arbeitnehmer – zumindest ab und zu – ihre Pause ausfallen lassen. Jeder dritte
tut das manchmal, jeder vierte sogar häufig.
Dass das
Teilhabepaket nur sehr selten in Anspruch genommen werde, liege unter anderem
an zu viel Bürokratie und einem Gefühl der Diskriminierung, sagte Holger
Noltze, Sprecher des Rats für Kulturelle Bildung im DLF. Die Chance,
ästhetische Erfahrungen zu machen, sollte in Deutschland als Grundrecht einfach
dazugehören. Nicht nur für jene, die finanziell gut dastehen.
Nachhilfe,
Musikunterricht und Klassenfahrten – die Idee zum Bildungs- und Teilhabepaket
klang gut: Kinder aus armen Familien sollten zusätzlich Geld bekommen, um
besser am sozialen Leben teilhaben zu können. Doch das gut gemeinte Hilfspaket
wird kaum in Anspruch genommen. Kritiker sprechen von einem Flop.
Die
deutsche Wirtschaft brummt, die Zahl der Erwerbstätigen wächst, die
Steuereinnahmen sprudeln. Manch ein Beobachter führt diesen Aufschwung auf die
Agenda 2010 der früheren rot-grünen Bundesregierung zurück. Kritiker hingegen
sehen in der Reform des Arbeitsmarktes keine Jobmaschine, sondern eine
Armutsfalle.
Homo
sapiens ist der Primat, der Werkzeuge herstellen kann, vom Faustkeil und Pflug
über Windmühle und Dampfmaschine bis zu den Computersystemen, die die geistige
Arbeit automatisiert und die Fantasieproduktion standardisiert haben. Und wie
es scheint, ist der neuerliche Automatisierungsschub erst am Anfang.
Die
Arbeitswelt ist kompliziert, mitunter zu kompliziert für einen herkömmlichen
Menschen. Er konstruiert sich Hilfe in Form von Künstlicher Intelligenz. War es
naiv zu glauben, dass Homo sapiens seine Überlegenheit gegen diese Konkurrenz
würde verteidigen können? Jetzt jedenfalls fühlt er sich bedroht: Was kann ich,
was die Maschine nicht kann?
Die
Digitalisierung der Arbeitswelt werde Millionen Arbeitsplätze kosten, auch in
Deutschland. Eine Herausforderung, der sich die Gesellschaft noch nicht einmal
ansatzweise gestellt habe, sagte der Publizist und Philosoph Richard David
Precht im DLF. Auch in Zukunft würden Menschen noch arbeiten, aber vielleicht
nicht mehr für Geld.
Über
300.000 Klagen gehen jedes Jahr bei den deutschen Arbeitsgerichten ein. In der
Mehrzahl der Streitigkeiten ziehen Arbeitnehmer, Gewerkschaften oder Betriebsräte
vor Gericht. Wer dabei meist gewinnt und wie die Klagefreudigkeit sich
entwickelt hat, wurde auf der „Personal Nord Messe“ in Hamburg
diskutiert
Es
diskutieren: Dr. Uta Meier-Gräwe – Professorin für Wirtschaftslehre des
Privathaushalts und Familienwissenschaft, Universität Gießen, Elisabeth Niejahr
– Journalistin, Die Zeit, Marcus Weinberg – Bundestagsabgeordneter (CDU) und
familienpolitischer Sprecher der Union
Armut
sachlich zu diskutieren, ist extrem schwierig. Denn ob jemand arm ist oder
reich, lässt sich mit blanken Zahlen kaum darstellen. Trotzdem wird genau das
immer wieder versucht, regelmäßig erscheinen Armutsberichte, die mit
statistischen Variablen und Vergleichen belegen sollen, wie gut oder nicht gut
es den Deutschen geht.
In
Hannover ist diese Woche eine Revolution zu besichtigen – es ist die Revolution
der Digitalisierung. Die Schlagworte, die in diesem Zusammenhang auftauchen
sind: Industrie 4.0, das Internet der Dinge oder „Kollege Roboter“.
In
Deutschland wird nach wie vor kontrovers über das Konzept gestritten, das
angeblich eine Revolution nicht nur der Sozialsysteme verursachen soll. Dazu
Professor Bernhard Neumärker.
In
angesagten Hamburger Wohnvierteln wie Eppendorf, Winterhude oder dem
Schanzenviertel ist die Nachfrage besonders groß – und die Mieten sind hoch.
Der Mieterverein bilanziert in der ganzen Stadt eine „einkommensabhängige
Wohnungsnot“.

NDR: Lehrpläne – Wer bestimmt, was Kinder lernen? (18.04.2017)
Etwa alle zehn Jahre werden die Lehrpläne für die Schulen reformiert, doch Bildungsexperten können es selten Eltern, Lehrern und Schülern Recht machen. Wie entstehen Lehrpläne?

Bis zu
1.000 Euro im Monat für alle: Das fordern Befürworter des bedingungslosen
Grundeinkommens. Die Idee dahinter: mehr Kreativität, mehr soziales Engagement,
mehr Freude am Job. Nicht finanzierbar und nicht gerecht, sagen hingegen die
Kritiker. Manche sprechen in diesem Zusammenhang sogar von einem süßen Gift.
Ein
polnischer Arbeiter verklagt ein internationales
Arbeitsvermittlungsunternehmen, für das er tätig war. Das Urteil könnte das
Arbeitsrecht in der gesamten EU verändern. Das einzige Problem: Der Arbeiter
weiß nichts von seiner Klage.DLF: Rente – „Du weißt, dass du wenig haben wirst“ (15.04.2017)
Doris May ist seit Kurzem Rentnerin. Schon früh hat sie Rücklagen gebildet, Zusatzversicherungen abgeschlossen und für den Notfall vorgesorgt. Dennoch muss sie jetzt mit einem 450-Euro-Job ihre Rente aufstocken. Denn mit einem hatte die 63-Jährige nicht gerechnet.

Die
Dynamik des Strukturwandels hat in den vergangenen Jahren noch einmal zugelegt.
Wenig geschieht, um diese radikale Veränderung der ländlichen Kulturlandschaft
zu stoppen.
Höheres
Rentenniveau oder stabile Beiträge? Mehr Umverteilung oder mehr Leistungsgerechtigkeit?
Im Bundestagswahljahr 2017 rückt die Rentenpolitik wieder ganz in den
Mittelpunkt der Debatte.
BR:
Arbeiten Ü50
(11.04.2017)
Arbeiten
über 50: Wie stehen die Chancen auf einen neuen Job? Gast: Professor Olaf
Struck, Arbeitswissenschaftler an der Universität Bamberg
8000 mal
pro Jahr rückt das Rote Kreuz mit Blaulicht und Martinshorn im Landkreis
Landsberg aus. Herzinfarkt und Schlaganfall sind die häufigsten Notfälle, aber
der Anteil an psychosozialer Arbeit wird größer.
Ob in
Sportwettbüros oder in Spielotheken: Unter den Spielsüchtigen sind auffällig
viele Migranten. Spezielle Hilfsangebote für sie gibt es noch wenig. Dabei ist
die schummrige Welt voller blinkender Automaten mittlerweile ein etablierter
Treffpunkt gerade für junge Einwanderer.
Jedes
Jahr kommen hierzulande in etwa so viele Menschen gegen ihren Willen in die
Psychiatrie, wie in einer mittleren deutschen Kleinstadt leben. Die
juristischen Grundlagen dafür sind aber alles andere als unstrittig. Und auch
ethisch sind viele Fragen offen.
Es gibt
mehr Lehrstellen als Auszubildende – und trotzdem geht die Rechnung nicht auf.
„Wir haben Passungsprobleme“, sagt die Bundesbildungsministerin, um
Entschuldigung bittend für das sperrige Wort und nach Lösungen suchend in einer
sperrigen Lage. Zu wenig mobil, zu schlecht qualifiziert, zu unflexibel in
ihren Wünschen seien die Auszubildenden. Das beklagen viele Arbeitgeber, die dann
irgendwann des Suchens überdrüssig sind und gar keine Lehrstellen mehr
anbieten. Immer mehr Schulabgängern passt es schon seit einiger Zeit besser in
den Kram, Akademiker zu werden. Obwohl doch nicht alle, die Abitur machen, auch
studieren müssen. Aber sollen sie stattdessen den Real- und Hauptschülern die
Ausbildungsplätze wegnehmen? Also: „Passungsprobleme“, wohin man schaut,
wenn es um die Frage geht, wer morgen unsere Brötchen backt und seine Brötchen
damit verdient.
Für
junge Frauen und Männer ist eine gleichberechtigte Partnerschaft
selbstverständlich. Bis die Frau ein Kind bekommt. Plötzlich finden sich Mutter
und Vater in traditionellen Geschlechterrollen wieder.
Drei
Millionen Männer, Frauen, Kinder mit türkischen Wurzeln leben in Deutschland.
Die ersten (meist) Männer sind in den 1960-er Jahren als Gastarbeiter aus den
Dörfern Anatoliens nach Deutschland gekommen. Die zweite größere Migration war
um 1980, als das Militär in der Türkei putschte. Viele linksliberale
Intellektuelle, Kurden und Aleviten kamen damals nach Deutschland. Sie haben
Familien gegründet und Kinder bekommen. Es gibt türkeistämmige Menschen, die in
vierter Generation in Deutschland sind. So ist die türkische Gemeinschaft in
Deutschland bunt gemischt. Aber je nachdem mit welcher Migrationswelle der
Gemüsehändler oder KFZ-Mechatroniker, die Arzthelferin oder Lehrerin hierher
gekommen sind, gibt es soziologische Gemeinsamkeiten und ähnliche politische
Einstellungen.
Wer arm
ist, stirbt in Deutschland früher, leidet zuvor eher an Übergewicht, bekommt
eher chronische Krankheiten. Schon im Kindesalter entscheidet sich, wie gesund
das Leben wird.
Wohnungslose
in Deutschland werden nicht gezählt – eine offizielle Statistik existiert
nicht. In 2014 hatten geschätzt 335.000 Menschen keine Wohnung. Sie übernachten
in Notunterkünften, Bauwagen oder bei Bekannten, 40.000 schlafen unter Brücken.
Bis 2018 könnte ihre Zahl auf über eine halbe Million steigen.
Die
Pflegereform war das gesundheitspolitische Großprojekt der noch amtierenden
Koalition. Eine Bevölkerungsgruppe findet sich darin allerdings kaum wieder:
Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei sind etwa 200.000 von ihnen
pflegebedürftig – Tendenz steigend. Das Problem: Viele haben keinen Zugang zu
den Leistungen der Pflegeversicherung.
Seit
Anfang Januar ist eine neue Pflegereform in Kraft. Seitdem werden Patienten
nicht mehr in drei Pflegestufen sondern in fünf Pflegegrade eingeteilt. Die
Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz rechnet daher langfristig mit einem Anstieg
von Pflegebedürftigen. Doch schon jetzt gibt es in vielen ambulanten und
stationären Einrichtungen zu wenig Personal. Eine SWR1-Reporterin begleitet den
Alltag von Pflegekräften in einer Seniorenresidenz in Nieder-Olm. Außerdem ein
Interview mit Sebastian Rutten, Geschäftsführer der rheinland-pfälzischen
Pflegegesellschaft.
München
ist die Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland. Und trotzdem gibt
es auch hier Menschen, die im Abseits leben. In Zelten, irgendwo in den Nischen
der Stadt. Alle haben einen Wunsch: Ein Zimmer und einen normalen Job.
Ein
Bergdoktor mit Herz, der Tag und Nacht für seine Patienten da ist, die
ländliche Idylle der Berge und dazu ein bisschen Liebesschmerz: So
funktionieren Erfolgsserien im Fernsehen. Doch die Realität der medizinischen
Versorgung sieht auf dem Lande ganz anders aus.
Als der
Autor das Haus in Gladbeck vor sieben Jahren zum ersten Mal porträtierte, traf
er auf ein Dorf in der Vertikalen, mit Spannungen zwischen den Bewohnern, aber
auch Freiräumen für ein „Leben und Leben lassen“ mit Hartz IV. Nun
sind mit neuen Kulturen neue Herausforderungen dazugekommen.

BR: Soziale Gerechtigkeit – mehr als ein Wahlkampthema?! (01.03.2017)
Geht es in Deutschland noch gerecht zu? Die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit könnte die nächste Bundestagswahl entscheiden. Alles nur Wahlkampfgetöse oder besteht Handlungsbedarf?

SWR: 55 plus im Job: Chancen für Ältere (25.03.2017)
Ältere Mitarbeiter warten nur noch sehnsüchtig auf die Rente – Das ist ein hartnäckiges Klischee. Denn viele wollen gerne länger arbeiten, wenn die Umstände stimmen.

Der
Kongress „Armut und Gesundheit“ hat sich zur größten
Public-Health-Veranstaltung in Deutschland entwickelt. In diesem Jahr
diskutierten mehr als 2.000 Teilnehmer an der TU Berlin darüber, wie Gesundheit
solidarisch gestaltet werden kann. Denn: die gesundheitliche Ungleichheit wird
durch soziale Faktoren wie Einkommen, Bildung und Beruf beeinflusst.
Geflüchtete,
die bei uns Deutsch lernen und arbeiten wollen, müssen erst einmal
bürokratische Hürden überwinden. Wie kann man die Abläufe vereinfachen?
Die
medizinische Rehabilitation ist eine Erfolgsgeschichte. Durch Reha-Maßnahmen
bleiben pro Jahr weit mehr als 100.000 Menschen arbeitsfähig, die ohne
Reha-Behandlungen aus dem Berufsleben ausscheiden würden. Doch die Branche
arbeitet mit hohem Kostendruck.
Bis zu
eine Million Ruheständler arbeiten in Mini- oder Teilzeitjobs, so die Schätzungen
der Bundesagentur für Arbeit. Renate Paulat, 81, ist eine davon. Sie betreut
Demenzkranke, die genauso alt sind wie sie. Wir haben sie und andere Menschen
besucht, die im Ruhestand jobben.
Die
Bundesregierung will mehr abgelehnte Flüchtlinge schneller abschieben. Doch die
juristische, politische und menschliche Realität ist kompliziert.
Am 18.
März haben Frauen das Gleiche verdient, das Männer schon Ende Dezember auf
ihrem Gehaltskonto hatten. An diesem Tag, dem Equal Pay Day, mahnen
Frauenverbände seit Jahren, dass Frauen in Deutschland immer noch 21 Prozent
weniger verdienen als Männer. Rechnet man die Tatsache, dass Frauen meist in
schlechter bezahlten Bereichen und oft in Teilzeit arbeiten, bleibt immer noch
eine Lücke von sieben Prozent. Wie kommt sie zustande und was bringt das neue
Lohngleichheitsgesetz?
Vor
einem Jahr trat der EU-Türkei-Deal in Kraft, der den Zustrom von Flüchtlingen
über die Türkei in die EU verringern sollte. Tatsächlich sind die Zahlen
zurückgegangen – rund 9.000 Menschen sitzen aber noch immer in Camps auf den
griechischen Inseln fest. Und: „Wer Geld hat, der kommt immer noch nach
Europa“, sagt ein Schlepper.
In
Rheinland-Pfalz gibt es Streit über den Umgang mit Asylbewerbern aus dem
Balkan. Sie haben kaum eine Chance zu bleiben und müssen das Land wieder
verlassen. Städte und Kreise schimpfen jetzt, dass die Härtefallkommission des
Landes dafür sorgt, dass ein Teil der Asylbewerber aus dem Balkan doch bleiben
kann. In Speyer sind Ehrenamtler sauer. Sie haben sich in der
Erstaufnahmeeinrichtung des Landes um Flüchtlinge gekümmert. In Zukunft soll
das eine umstrittene private Firma tun. Außerdem beschäftigt sich „SWR1
Rheinland-Pfalz Thema heute“ mit der Frage, wie kriminell Flüchtlinge
sind. Hintergrund ist die neue Kriminalstatistik der Landesregierung.
Die
Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist eine gigantische Herausforderung –
für Staat und Wirtschaft. Manche Flüchtlinge nehmen ihr Schicksal daher selbst
in die Hand und gründen eigene Unternehmen. Aber der Weg dorthin ist steinig,
die finanziellen und bürokratischen Hürden sind hoch.
In
Großbritannien steigt die Zahl der Fälle, bei denen Kinder vom Gericht zur
Adoption freigegeben werden. Die Gründe sind für Eltern oft nicht
nachvollziehbar.
Es
diskutieren: Nathalie Franzen – Dorfplanerin, Gau-Odernheim (Rheinland-Pfalz),
Prof. Dr. Gerhard Henkel – Humangeograph, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.
Claudia Neu – Soziologin, Universität Göttingen
Es
begann im Sommer 2015 mit der Willkommenskultur. Sie war Ausdruck einer großen
Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, als eine Million Flüchtlinge nach
Deutschland kamen. Seitdem ist die Debatte über die Flüchtlingspolitik schärfer
geworden. Was bedeutet diese Politik für Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge
und Geduldete im Land?
Offiziell
heißt es in Berlin, es gebe genügend Kita-Plätze für alle. Doch in Wirklichkeit
sind die Einrichtungen ausgebucht. Und die Situation verschärft sich:
Zahlreiche Kinderläden, von Eltern gegründet, müssen ihre Räume wegen
Mieterhöhungen aufgeben.
Kein
Land in Europa gibt mehr Geld für die Gesundheit aus: 336 Milliarden Euro pro
Jahr. Sind wir auch gesünder als unsere Nachbarn?
Die
Kleinstadt Mexborough kämpft mit den Folgen der Deindustrialisierung. Früher
lebte der in Nordengland gelegene Ort vom Bergbau. Heute bieten Call Center und
Logistik-Unternehmen schlecht bezahlte Jobs. 69 Prozent haben hier für den
Brexit gestimmt – eines der deutlichsten Ergebnisse landesweit.
Hunderte
Flüchtlinge laufen auf einer Straße. Ein Mann hält ein Plakat von
Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Höhe. Das sogenannte Dublin-Verfahren
sollte eigentlich schon seit Jahren die Verteilung von Flüchtlingen in der EU
regeln. Richtig funktioniert hat das aber nie. Eine Reform ist längst überfällig,
kommt aber wegen der unterschiedlichen Interessen der EU-Staaten nur schleppend
voran. Bis Juni soll die Reform aber stehen.
Schneller als wir gucken können schreitet die
Digitalisierung der Arbeitswelt voran. Und während in der Industrie die
Entwicklung ungebremste Fahrt aufnimmt, stehen Politik und Sozialforschung am
Fahrbahnrand und gucken fragend hinterher: Wie werden die Menschen in Zukunft
arbeiten? Welche Arbeitsplätze werden wegfallen? Zunehmend tauchen jetzt auch
Ökonomen und Unternehmer auf, die besorgt bemerken: die ganze Gesellschaft wird
sich verändern, wir stehen vor einem grundlegenden Wandel mit neuen
Herausforderungen. Bill Gates fordert deswegen eine Robotersteuer, die Geld und
Zeit für den Wandel schaffen könnte. Andere propagieren das bedingungslose
Grundeinkommen für alle, damit wir auch nach der digitalen Revolution noch
essen, kaufen, überleben können. Wer hat die umfassende Antwort auf die
Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0.?
Wohnungen
sind Mangelware, die Mieten steigen immer weiter. Dadurch werden sie für
Anleger als Finanzprodukt interessant. Für Menschen in Großstädten hat das
jedoch zur Folge, dass sie kaum bezahlbaren Wohnraum finden.

SWR: Putzfrau, Gärtner, Lieferant: Der Mittelstand und seine Diener (27.02.2017)
Es diskutieren: Christoph Bartmann – ehem. Leiter des Goethe-Instituts New York, Prof. Dr. Dominik H. Enste – Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, Prof. Dr. Markus Krajewski – Kultur- und Medienwissenschaftler, Universität Basel

BR: Soziale Gerechtigkeit – mehr als ein Wahlkampthema?! (01.03.2017)
Geht es in Deutschland noch gerecht zu? Die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit könnte die nächste Bundestagswahl entscheiden. Alles nur Wahlkampfgetöse oder besteht Handlungsbedarf?

Sozialer
Status, Armut und Reichtum entscheiden ähnlich stark wie die Gene über die
Lebenschancen. Kann man mit Lernhilfen und viel Empathie soziale Ungleichheit
verhindern?
Von der
Hauptschule auf das Gymnasium zu wechseln ist zwar theoretisch machbar, bleibt
aber die große Ausnahme. Dafür ist das Schulsystem nicht durchlässig genug und
das Weiterkommen zu sehr abhängig von der Hilfe der Eltern: Chancengleichheit
nach wie vor Fehlanzeige!
Lassen
sich die Fluchtursachen in Afrika allein mit Geld bekämpfen? Wie kann eine
nachhaltige Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern aussehen?
Flüchtlinge
aus verschiedenen afrikanischen Staaten durchqueren Niger, um nach Libyen und
von dort vielleicht nach Europa zu kommen. Die EU versucht, das zu verhindern,
mit viel Geld und einer sogenannten Migrationspartnerschaft. Flüchtlinge machen
sich aber weiterhin auf den Weg – über neue und gefährlichere Routen.
„Sieben
Millionen Frauen aus den geburtenstarken Jahrgängen gehen in den nächsten
Jahren in Rente. Ein Drittel von ihnen, vor allem die Mütter, wird nicht mehr
als 600 Euro Rente bekommen“. Gast: Kristina Vaillant, Autorin
Die
private Krankenversicherung kämpft mit knapper werdenden Mitteln. Zum einen,
weil die, die können, in die gesetzliche Kasse zurückkehren. Zum anderen aber
auch, weil es seit Jahren Streit um die Gebühren gibt.
Für
Patienten ist es wichtig, dass ihr Krankenhaus nicht zu weit vom Wohnort
entfernt ist, den Krankenkassen geht es um möglichst kostengünstiges Operieren,
die Ärzte wiederum betrachten es als Erfolg, wenn nach einem Eingriff möglichst
wenig Komplikationen auftauchen. Woran bemisst sich Qualität in der
Krankenhaus-Versorgung? Ein neues Bundesgesetz will dafür sorgen, dass gute
Krankenhäuser künftig mehr Geld erhalten – und die anderen weniger. Doch
Kritiker wenden ein, dies sei nichts anderes als eine verkappte Strategie zum
Bettenabbau.
Überall
herrscht Überforderung und Unzufriedenheit. Denn es geht nur noch um eine
Bildung, die den Menschen so schnell wie möglich fit machen soll für den
Arbeitsmarkt.
Flexibilität
ist Trumpf: Um temporäre Spitzen beim Personalbedarf auszugleichen, brauchen
Unternehmen Zeitarbeitskräfte. Manche Firmen allerdings nutzen Leiharbeit
gezielt, um Festanstellungen zu umgehen. So entstehen in den Betrieben
Randbelegschaften mit niedrigeren Gehalts- und Urlaubsansprüchen und nahezu
ohne Kündigungsschutz. Im April tritt eine Gesetzesreform in Kraft, die die Zeitarbeit
wieder stärker reguliert.
Kein Kind
zurücklassen, lautet das Motto der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. Doch
es gibt Schulen im Land, da sammeln sich regelrecht Kinder, die nicht
mitkommen. Die Gesamtschule Bockmühle in Essen-Altendorf ist so eine
Brennpunktschule. Die Schulleiterin protestiert mittlerweile lautstark.
Beruflich
selbständig zu sein bedeutet ein hohes Mass an persönlicher Freiheit, aber auch
besondere wirtschaftliche Risiken. Der hochqualifizierte IT-Experte verdient
sehr gut, muss aber weltweit ständig unterwegs sein – keine gute Basis für
Familie oder ein geruhsames Privatleben. Die studierte Juristin, die sich ihren
Traum erfüllt und ein kleines Tattoo-Studio eröffnet, ist übergangsweise auf
Hatz IV angewiesen. Und freiberufliche Sprachlehrer werden so schlecht bezahlt,
dass auch noch so viel Idealismus die Ebbe im Geldbeutel nicht wett macht.

Deutschlandradio Kultur: Gentrifizierung in Berlin-Neukölln – Der Feind meines Feindes ist mein … Nachbar (06.02.2017)
Was Gemeinschaften trennt und verbindet, lässt sich in Neukölln studieren. Der Bezirk ist der ärmste der Hauptstadt − zugleich wird die eingesessene Bevölkerung durch steigende Mieten verdrängt. Einige Initiativen versuchen, die Solidarität im Kiez nicht sterben zu lassen.

SWR: Gute Chance oder unter Wert verkauft? Die Generation „Praktikum“ (02.02.2017)
Gespräch mit Prof. Christian Scholz, Arbeitsforscher Uni Saarbrücken

In
Deutschland gibt es immer mehr Knastshops. Die Strafgefangenen arbeiten zu
Konditionen, zu denen draußen niemand mithalten kann.
Deutschland
verschärft den Kurs bei der Abschiebung von Flüchtlingen. Erhöht das die
Sicherheit im Land, wie Politiker argumentieren? Oder bleibt die Menschenwürde
auf der Strecke
Es
diskutieren: Jan Hambsch – Lehrer an einer Berufsschule und einem Gymnasium in
Rastatt, Patric Heiler – Leiter einer Grund- und Hauptschule in Kronau, Dr.
Gerald Lembke – Professor für Digitale Medien an der Dualen Hochschule
Baden-Württemberg, Mannheim
Ob
privat oder gesetzlich – die Krankenversicherung im Alter kann teurer werden
als geahnt. In der Krankenversicherung der Rentner hängt vieles von der
individuellen Erwerbsbiographie ab. Je nach Versichertenstatus wird der
hälftige Beitragsanteil samt Zusatzbeitrag fällig – oder auch der volle Krankenversicherungsbeitrag
von über 15 %. Und beitragspflichtig sind nicht nur Renten aus der gesetzlichen
Rentenversicherung, sondern auch Betriebsrenten und andere Alterseinkünfte. Die
dabei geltenden Regeln sind unübersichtlich und wenig bekannt, sodass schon
mancher Rentner beim Thema Krankenversicherung eine unangenehme Überraschung
erleben musste.
WDR:
Bombensicher?
(29.01.2017)
Die
Arbeitsbedingungen des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen sind
mitunter haarsträubend, viele Bedienstete sind schlecht ausgebildet und haben
Angst vor der Kündigung. Insider berichten von daraus resultierenden massiven
Sicherheitslücken.
Zehntausende
Flüchtlingen landen nach wie vor an Italiens Küste. Um diese Zuwanderung zu
stoppen, verteilt die EU Gelder an afrikanische Länder, die entlang der
Flüchtlingsrouten liegen. Ob diese aber wirklich das Geschäft mit den Migranten
stoppen wollen, ist fraglich.
Wir
lagern die sozialen und ökologischen Kosten unseres Wohlstands systematisch
aus. Diesen Prozess beschreibt der Begriff „Externalisierung“. Es
wird dabei vom Zentrum in die Peripherie ausgelagert – von der entwickelten zur
nicht entwickelten Welt. Wir beuten Rohstoffe in Afrika, Asien, Lateinamerika
aus und lassen die Menschen dort mit den oft katastrophalen Folgen allein. Wir
profitieren von Kinderarbeit, weil wir billige T-Shirts und ebenso billige
Handys wollen, dabei blenden wir konsequent die sozialen und ökologischen
Wirkungen unseres Handelns aus. Professor Stephan Lessenich, Soziologe an der
LMU München, macht deutlich, warum es so nicht weiter gehen kann.
Die Zahl
der Rentner nimmt immer weiter zu, gleichzeitig sinkt die Zahl der
Beitragszahler. Trotzdem müssen die Rentenversprechen in Zukunft eingehalten
werden. Mit der kleinen Rentenreform der Großen Koalition kann diese
Herausforderung nicht aufgefangen werden. Was kann die Politik noch tun, um
eine gerechte Altersversorgung zu gewährleisten?
Wenn du
denkst, es geht nicht mehr, kostet Wohnen schon wieder mehr. Die Mieten und die
Immobilienpreise in Frankfurt steigen und steigen. Normalverdiener und Familien
finden kaum etwas Erschwingliches, und die Versuche der Politik, etwas dagegen
zu unternehmen wirken zögerlich oder schlicht hilflos.
Das Bundesverfassungsgericht
verhandelt in dieser Woche über die Beschwerde mehrerer Gewerkschaften gegen
das Tarifeinheitsgesetz der Großen Koalition. Sie halten das Gesetz für
verfassungswidrig und sehen sich in ihren Rechten eingeschränkt.
In
Mecklenburg-Vorpommern wohnen viele Flüchtlingsfamilien dezentral in Wohnungen.
Gleichzeitig kommen die Kommunen für zahlreiche Heimplätze auf, die leer
stehen.
Die
Krankenkassen haben Unmengen von Daten über Erkrankungen und Therapien. Was
passiert mit ihren Daten? Was ist, wenn Gesundheitsdaten in die Hände von
Versicherungen oder Pharmafirmen geraten?
Das
Bundesverfassungsgericht verhandelt in dieser Woche über die Beschwerde
mehrerer Gewerkschaften gegen das Tarifeinheitsgesetz der Großen Koalition. Sie
halten das Gesetz für verfassungswidrig und sehen sich in ihren Rechten
eingeschränkt.
sowie Teil
1
(15.01.2017)
Aus
Kapitalinteressen und den Interessen der Bürger entstehen Konflikte und Krisen,
die das demokratische System bedrohen. Wolfgang Streeck erläutert Ursachen und
Gegenmaßnahmen.
Daheim
sein, wenn die Kinder von der Schule kommen, eine Zeit lang den kranken Vater
pflegen oder ein Mal in der Woche statt zur Arbeit entspannt zum Sport gehen:
Teilzeit macht’s möglich! Immer mehr Menschen wünschen sich mehr Freizeit und
weniger Job.
Since its inception, the National
Health Service has always relied on doctors and nurses who have been trained
overseas. How does it plan for the workforce it requires? In the second of two
programmes exploring today’s health service, doctor-turned-journalist Smitha
Mundasad, asks why the NHS is currently facing a recruitment crisis on so many
fronts. She’ll ask what impact Brexit could have. Can pharmacists, physician
associates and other health workers do some of the work doctors do, and so
reduce staff shortages? And will the NHS start training more of its own
workforce?
In den
westlichen Industriegesellschaften ist in der Mittelschicht ein neuer Typ Wutbürger
entstanden: Weiße alte Männer und ihre Frauen. Doch woher rührt diese Wut und
der Frust? Aus Scham, sagt der Soziologe Neckel
Brötchen
nur bis zehn, Busverkehr auf Zuruf, dafür Internet aus der Glasfaser: Die
Gemeinde Tramm in Mecklenburg-Vorpommern schlägt sich wacker angesichts von
Strukturwandel und Landflucht.

WDR: Ulrich Heinemann (17.01.2017)
Das deutsche Bildungssystem ist veraltet und unbeweglich, beklagt der Bildungsexperte Ulrich Heinemann. Trotz Digitalisierung gibt es gravierende Modernisierungsdefizite, herrscht immer noch der Geist des 19. Jahrhunderts.

BR: Weil Arbeitslosigkeit krank machen kann – Arbeitsagenturen und Krankenkassen ziehen an einem Strang (16.01.2017)
Viele Studien zeigen es: Arbeitslosigkeit macht krank. Depressionen, Herz-Kreislaufbeschwerden, Suchterkrankungen nehmen ganz offensichtlich zu. Die Arbeitsagenturen arbeiten deshalb immer häufiger auch mit Krankenkassen zusammen und bieten Präventionskurse an.

WDR: Wie scharf ist die Armutsschere wirklich? (15.01.2017)
Während die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung über zwei Drittel des Vermögens verfügen, gilt mancherorts jedes vierte Kind als arm. Eine Hartz 4-Bezieherin weiß nicht, wie sie die Schuhe für ihr Kind bezahlen soll. Ein Rapper kreuzt in seinem dicken Schlitten und meint: Mit Disziplin kannst Du hier alles werden. Beide wohnen in Essen. Auf zwei Seiten der A40. Essen ist eine gespaltene Stadt. Armer Norden, reicher Süden. Das gilt für viele deutsche Großstädte. Immer schwerer wird es, die unsichtbare Mauer zu durchbrechen. Der Tellerwäscher-Traum ist ausgeträumt, sagen die einen. Andere warnen: Armutspolemik führt in die Irre und ist gefährlich.

SWR: Kirchensteuer in der Kritik. Eine Bestandsaufnahme (15.01.2017)
Noch nie haben die großen christlichen Kirchen so viel Kirchensteuer eingenommen wie im Jahr 2015. Trotzdem melden sich Kritiker und Warner zu Wort: Die staatlich eingezogene Steuer sei ein Auslaufmodell, nötig wäre eine offene Diskussion über alternative Finanzierungsformen. Die Kirchen sehen dafür offiziell zwar keinen Grund. Ständig sinkende Mitgliederzahlen haben ein Umdenken aber längst erzwungen.

SWR: Die Pflege stärken (14.01.2017)
Es klingt ein bisschen, als habe da jemand die Quadratur des Kreises geschafft: „Jeder mehr, niemand weniger“, hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe versprochen und damit die aktuelle Pflegereform gemeint, die zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist.

Deutschlandradio Kultur: Tagelöhner in München – Trotz Einkommen obdachlos (13.01.2017)
Unter Münchens mehr als 5000 Obdachlosen sind zahlreiche Tagelöhner. Viele von ihnen stammen aus Bulgarien und gehören dort der türkischen Minderheit an. Mit Jobs in Bayern unterstützen sie ihre Familien – für eine Wohnung bleibt da oft kein Geld.

Deutschlandradio Kultur: Vorlesungen für Obdachlose in Bremen – Zwischen Kältebus und Straßen-Universität (13.01.2017)
In Bremen gibt es überdurchschnittlich viele Obdachlose. Überhaupt steht der Stadtstaat weit oben in der Statistik, die die Armuts-Gefährdung in deutschen Kommunen ausweist. Außergewöhnlich ist ein Bremer Projekt: ein „Bildungsprogramm für Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen“.

Wie
steht es um die Polizei hierzulande? Während die einen sich um Sprachjargon und
ideologische Grundhaltung der Staatsdiener sorgen, verweisen andere auf
besorgniserregende interne Zustände, eine unzeitgemäße Ausbildung, schlechte
Ausstattung, eine miserable Personalsituation. Gast: Prof. Rafael Behr
Es ist
das große Projekt von Familienministerin Manuela Schwesig: ein Gesetz für mehr
Lohngerechtigkeit. Nachdem der Entwurf nun im Kabinett abgesegnet worden ist,
spricht Schwesig von einem “Durchbruch”. Sie breche damit ein Tabu: dass über
Geld nicht gesprochen wird. Arbeitnehmer in Firmen mit mindestens 200
Mitarbeitern sollen künftig Auskunft darüber verlangen können, wie viel
Kollegen in gleichwertigen Positionen verdienen. Unternehmen ab einer Größe von
500 Mitarbeitern sollen außerdem regelmäßig Berichte über den Stand der
Lohngleichheit vorlegen. Laut Angaben des Ministeriums sind 14 Millionen
Arbeitnehmer betroffen. Allerdings profitieren wohl eher Frauen von dem neuen
Gesetz. Denn im Schnitt verdienen sie bei gleicher Erfahrung auf der gleichen
Position sieben Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Schwesig hat sich
gegen viel Widerstand durchgesetzt. Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften
kritisieren, das Gesetz verursache Unmengen an Bürokratie. Außerdem werde
Unternehmen massenhaft Diskriminierung vorgeworfen. Die Umsetzung des Gesetzes
würde zunächst bedeuten, dass (weibliche) Mitarbeiter von Gehaltsunterschieden
gegenüber (männlichen) Kollegen erfahren. Das heißt jedoch noch nicht, dass der
Unterschied auch beseitigt wird. Die Betroffenen müssten in der Konsequenz
ihren Arbeitgeber verklagen, um den gerechten Lohn zu erhalten. Häufig wird
angeführt, dass rund 15 Prozent der Entgeltlücke aus den Erwerbsbiografien der
Frauen resultierten und nicht aus der Bezahlung. So arbeiten Frauen zum
Beispiel häufiger in Teilzeit oder nehmen Elternzeit. Doch nicht alle
Unterschiede lassen sich auf diesen Umstand zurückführen. Damit es in Zukunft
etwas gerechter zugeht, wenn es um die Bezahlung von Männern und Frauen geht,
soll das Lohngleichheitsgesetz nun Barrieren abbauen und eine rechtliche
Grundlage für Betroffene schaffen. Ob der Staat jedoch tatsächlich
kontrollieren kann, ob sich die Unternehmen an die neuen Regelungen halten, ist
fraglich. Ist der Gesetzentwurf von Manuela Schwesig das richtige Mittel, um
mehr Lohngerechtigkeit zu erreichen? Darüber hat detektor.fm-Moderator
Alexander Hertel mit Stefan Sell gesprochen. Er ist Professor für VWL,
Sozialpolitik und Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz.
Die
deutschen Gewerkschaften haben in den vergangenen 10 Jahren fast eine Million
Mitglieder verloren, der Organisationsgrad in den Unternehmen sank um fast fünf
Prozent. Die Fauistas kämpfen gerade da, wo die Gewerkschaftsriesen ihre
Probleme haben, im Bereich prekärer Jobs, dort wo ein neues Proletariat
entsteht. An der Mall of Berlin etwa, direkt neben dem Potsdamer Platz,
protestiert die anarchosyndikalistische Gewerkschaft FAU (Freie Arbeiterinnen
und Arbeiter Union) gegen den vermeintlichen Lohnraub an rumänischen
Bauarbeitern. Die schwarze Katze leuchtet auf einer roten Fahne, die vor
Deutschlands wohl luxuriösester Shopping Mall flattert. Die Anarchisten
finanzieren die langwierigen Prozesse der Arbeiter. Ihre Methoden sind radikal
und ungewöhnlich. Das Feature untersucht, ob diese Mini-Gewerkschaft eine
Alternative zu den großen Arbeitnehmervertretungen sein kann.
Die
Runderneuerung der Pflegeversicherung ist geschafft. Seit 1. Januar 2017
bekommen Demenzkranke mehr Leistungen und aus Pflegestufen wurden Pflegegrade.
Eine Revolution, wie manche sagen, oder nur ein Schritt in die richtige
Richtung?
Es
diskutieren: Michael Bretz – Creditreform, Neuss, Prof. Dr. Georg Felser –
Hochschule Harz, Reiner Saleth – Zentrale Schuldnerberatung Stuttgart
Was
macht Gewerkschaften heute erfolgreich? Unter dem Schlagwort
„Organizing“ geht es darum, konkrete Probleme und Ungerechtigkeiten
in Betrieben zu identifizieren. Dann wird die Belegschaft mobilisiert – und
Druck aufgebaut.
Die Lage
am Arbeitsmarkt ist gut. So wenige Arbeitslose wie im letzten Jahr hat es
zuletzt vor 25 Jahren gegeben. Aber immer mehr Menschen arbeiten in Teilzeit,
die große Mehrheit von ihnen sind Frauen. Viele fragen sich, ob es trotz der
reduzierten Arbeitszeit für eine anständige Rente reichen wird.
Es
diskutieren: Prof. Dr. Horst Hippler – Präsident der
Hochschulrektorenkonferenz, Josef Kraus – Präsident des Deutschen
Lehrerverbandes, Martin Spiewak – „Die Zeit“, Redakteur für Bildung
und Wissenschaft
Die
Anforderungen an Hebammen, Logopäden und Physiotherapeuten steigen. Seit 2009
bieten viele Hochschulen deshalb Studiengänge in Gesundheitsberufen an. Eine
entsprechende Modellphase haben Bundestag und Bundesrat Ende letzten Jahres
verlängert. Der Hochschulverbund für Gesundheitsfachberufe hält diese
Entscheidung jedoch für falsch.
Im Hungerwinter 1846/47 entwickelte der Sozialreformer
Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Idee der Genossenschaft. Und diese Idee ist
nach wie vor erfolgreich, wie zahlreiche Neugründungen belegen. Sogar eine
Schule hat sich den Ideen Raiffeisens verpflichtet.
Kann
sich der Mensch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen besser verwirklichen?
Der Armutsforscher Christoph Butterwegge widerspricht. Ein Kommunismus im
Kapitalismus sei nicht möglich, sagt der Kandidat der Linkspartei für die Wahl
zum Bundespräsidenten.
„Verdinglichung“
erfährt heute wieder eine Aktualisierung. Professor Axel Honneth, Direktor des
Frankfurter Instituts für Sozialforschung, erläutert diesen Zusammenhang.

BR: Geschichten gegen den Hass. Eine Suche (04.12.2016)
Egal wie anti-faktisch, rechtspopulistische Erzählungen sind in Europa und den USA gerade sehr erfolgreich. Doch aus diesen Reden spricht Hass. Und aus Hass entsteht Gewalt. Viele rufen deshalb: „Wir brauchen Gegenerzählungen!“ Aber welche? Eine Suche.

DLF: Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache dringend gesucht. Schlechte Arbeitsbedingungen (07.01.2017)
Ob an Schulen mit Flüchtlingskindern oder in der Erwachsenenbildung an den Volkshochschulen: Lehrkräfte für „Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache“ werden bundesweit benötigt. Das gilt erst recht angesichts gestiegener Zahlen von Geflüchteten in Deutschland, die die Sprache erst noch lernen müssen.

DLF: Die Krankenstube in Hamburg – Deutschlands einzige Pflegestation für Obdachlose (06.01.2017)
So etwas gibt es nur ein einziges Mal im reichen Deutschland: Eine Krankenstube, in der sich Obdachlose – auch ohne Versicherung – stationär pflegen lassen können – teilweise monatelang. Offene Beine, abgestorbene Zehen, faule Zähne: Die Mitarbeiter haben schon einiges gesehen. Oft geht die Hilfe über das Medizinische hinaus.DLF: Kritische Studie – Bertelsmann, Bosch, Mercator – was treibt solche Stiftungen an? (06.01.2017)
Unternehmensnahe Stiftungen arbeiten fürs Gemeinwohl und erhalten dafür Steuervergünstigungen. Forscher gingen nun der Frage nach, inwiefern sie auch Eigeninteressen nachgehen. Die Bertelsmann-Stiftung etwa veröffentlichte viele Studien, die die Notwendigkeit von Digitalisierung im Bildungsbereich zeigen. Zugleich vertreibt der Bertelsmann-Konzern entsprechende Produkte.

Deutschlandradio Kultur: Die Arbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge – Die Asylentscheider (06.01.2017)
Die Arbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ist komplex. Die Mitarbeiter entscheiden über Hunderttausende von Asylanträgen, recherchieren Schicksale, prüfen Fakten. Aber die Aufgaben des BAMF sind noch umfangreicher. Ein Blick hinter die Kulissen.

Deutschlandradio Kultur: Notunterkünfte in Berlin – Noch immer leben Flüchtlinge in Turnhallen (06.01.2017)
Viele Flüchtlinge leben noch immer in Notunterkünften. Beim Auszug aus Turnhallen ist Berlin bundesweit Schlusslicht, Leidtragende sind die Geflüchteten, aber auch Sportvereine und Schulen. Mit der neuen rot-rot-grünen Regierung ist nun Bewegung in die Angelegenheit gekommen.

DLF: Abgelehnte Asylbewerber – Rückkehr in Würde (06.01.2017)
Nicht alle, die nach Deutschland kommen, wollen oder dürfen hierbleiben. Manche gehen freiwillig zurück, andere werden abgeschoben – gegen ihren Willen. Und einige wollen zurück in ihre Heimat, dürfen aber nicht. In diesem Jahr will die Bundesregierung finanzielle Hilfen für Rückkehrer massiv aufstocken: 1.200 Euro soll es für Asylbewerber geben, die ihren Antrag zurückziehen.

hr-INFO: Gut oder schlecht? Die Pflegereform in der Praxis (06.01.2017)
Das Pflegestärkungsgesetz II ist mit Jahresbeginn in Kraft getreten. Statt bislang drei Pflegestufen gibt es jetzt fünf Pflegegrade. Dabei wird erstmals präziser berücksichtigt, welche besondere Pflege etwa Demenzkranke erhalten müssen. Außerdem soll die häusliche Pflege gestärkt werden. Michael Thomsen war viele Jahre Heimleiter und arbeitet inzwischen als Dozent und Autor rund um die Themen Demenz und Pflege. Wir haben mit ihm über seine Einschätzung zur Reform gesprochen.

NDR: Fortschritte bei der Pränataldiagnostik – mehr Fluch oder mehr Segen? (05.01.2017)
Mediziner können inzwischen mithilfe eines einfachen Bluttests feststellen, ob ein ungeborenes Kind einen Gendefekt hat. Wie sinnvoll sind diese Untersuchungen?

SWR: Grundeinkommen für alle: Vorbild Finnland? (05.01.2017)
Der Versuch in Finnland ist auf zwei Jahre ausgelegt. 2000 zufällig ausgesuchte Arbeitslose bekommen jeden Monat 560 Euro. Ralf Caspary im Gespräch mit dem Wirtschaftswissenschaftler Philip Kovce

SWR: Wir werden alt, aber nicht älter – Das Phänomen der fitten Rentner (05.01.2017)
Trendwende im Geburtentief, hieß es neulich. Erstmals seit den 80er Jahren steigt die Zahl der Kinder pro Frau auf 1,5. Statistisch gesehen sind wir Deutschen damit immer noch weit davon entfernt, dass die Zahl der Geburten die Zahl der Sterbenden ausgleicht. Ohnehin ist Deutschland seit vier Jahrzehnten das Land, in dem die wenigsten Kinder geboren werden. Und doch sind wir weit davon entfernt, in eine demographische Apokalypse zu stolpern. Ein Grund dafür: die Alten bleiben länger jung.

SWR: Neue Väter auf dem Vormarsch (04.01.2017)
Jahrzehntelang waren sie ein Phantom in theoretischen Diskussionen, jetzt sind sie wirklich da, die neuen Väter. Zunehmend mehr Männer finden es richtig, den Beruf Beruf sein zu lassen und sich für kürzer oder länger ganz der Familie zu widmen. Die neuen Väter sind nach wie vor die Exoten unter den anerkannten Rollenbildern, aber sie erobern sich Stück für Stück ihren Platz in der Gesellschaft. Das dauert, denn die einzigen, die einen neuen Vater nicht mit Misstrauen, Vorbehalten oder Vorurteilen begegnen, sind deren Kinder

DLF: Betreuungsrecht unter der Lupe – Selbstbestimmung statt Bevormundung (02.01.2017)
Rund 1,3 Millionen Menschen stehen in Deutschland wegen körperlichen, seelischen oder geistigen Erkrankungen unter rechtlicher Betreuung – durchgeführt zumeist von Profis. Der Wirtschaftszweig boomt, doch bundesweit einheitliche Qualifikationen für das Berufsbild gibt es bisher nicht.

DLF: Beschäftigung – „Der Mindestlohn ist kein Hemmnis“ (02.01.2017)
Zu Beginn des neuen Jahres ist der gesetzliche Mindestlohn auf 8,84 Euro gestiegen. Zwei Jahre nach seiner Einführung habe der Mindestlohn zu einer besseren Beschäftigungslage und mehr Beschäftigten geführt, sagte DGB-Vorstand Stefan Körzell im DLF. Zugleich forderte er, die Finanzkontrolle müsse bei Schwarzarbeit härter durchgreifen.

SWR: Hartz IV – Ein bisschen mehr Geld und schärfere Sanktionen (29.12.2016)
Rund 4,3 Millionen Menschen in Deutschland haben im Jahr 2016 Arbeitslosengeld II bezogen, das sogenannte Hartz IV. Bundesweit lag der Anteil der Hartz-IV-Empfänger an der Bevölkerung Mitte des Jahres damit bei 7,7 Prozent. Im August wurden die Regelsätze für die Hartz IV-Empfänger erhöht, gleichzeitig aber auch die Androhungen an Bußen verschärft, wenn man sich nicht an die Regeln der auszahlenden Behörde hält. Wie lebt es sich damit?

DLF: Verunsicherte Gesellschaft – Die Sorge um die Arbeit (29.12.2016)
Eine mögliche Prekarisierung von Arbeit und ihre Folgen auf das Wahlverhalten: Spätestens seit dem Wahlsieg Donald Trumps in Amerika und dem Wahlerfolg von Rechtspopulisten in Deutschland wird darüber diskutiert. So einfach scheinen die Zusammenhänge aber nicht zu sein – denn Statistiken zeigen zum Beispiel, dass der klassische Vollzeitjob weiterhin stark vertreten ist.

DLF: Tafeln in Bedrängnis – Mehr Abnehmer, weniger Lebensmittel (29.12.2016)
Viele Tafeln verzeichnen einen Zulauf, die Zahl der Bedürftigen steigt. Doch gleichzeitig werden die Lebensmittel knapper. Ein Grund: Die Supermärkte verkaufen Produkte, die bald ablaufen, zum halben Preis, anstatt sie weiterzugeben. Die Saarbrücker Tafel musste nun Konsequenzen ziehen.

DLF: Bildungsstandort Deutschland – „Schulen sanieren müssen wir jetzt, hier und heute“ (28.12.2016)
Viele Kommunen würden es aus eigener Kraft nicht schaffen, ihre Schulen zu sanieren, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, im Deutschlandfunk. Deshalb sei es richtig, dass der Bund „seine Verantwortung für den Bildungsstandort Deutschland“ wahrnehme und hier investiere.

DLF: Fördergelder für Schulen – „Eine Sache, mit der der Bund gar nichts zu tun hat“ (28.12.2016)
Der Deutsche Landkreistag ist gegen das Vorhaben des Bundes, finanzschwachen Kommunen 3,5 Milliarden Euro Investitionshilfen zur Sanierung maroder Schulen zu gewähren. Im DLF kritisierte Kreistags-Präsident Hans-Günter Henneke die Förderung als eine „neue Eingriffskompetenz des Bundes, auf das Bildungswesen einzuwirken“. Das dürfe nie wieder passieren.

SWR: Alles anders in der Pflege – aber auch besser? (28.12.2016)
„Fast jede Familie ist von dem Thema Pflege in irgendeiner Weise berührt“, sagt Bundeskanzlerin Merkel und man kann hinzufügen: Wer jetzt noch nicht betroffen ist, der wird es ziemlich sicher einmal sein. Rund 2,7 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, im Moment gehört vielleicht die Oma dazu oder der Vater; in etwa 15 Jahren wird es schon eine Million mehr Pflegebedürftige geben – dann muss man möglicherweise selbst gepflegt werden. Wie wünscht man sich das? Respekt- und würdevoll. Das, sagen jedenfalls Pfleger und Angehörige, war bislang kaum machbar. Und genau das soll sich jetzt ändern. Die Bundesregierung hat in verschiedenen Stufen die Pflegesetze geändert, in ein paar Tagen, ab Januar, gelten entscheidende Änderungen

DLF: Europäisches Statistikamt – Kinderarmut steigt weiter an (23.12.2016)
Trotz guter Konjunktur ist in Deutschland die Zahl von Kindern in Armut weiter angestiegen. Das meldet das Europäische Statistikamt. Es gibt einen Zeitpunkt, an dem das jedes Jahr besonders tragisch auffällt: Weihnachten.

SWR: Methadon gegen Drogensucht: Ärzte haben Probleme (23.12.2016)
Die Hausärzte, die Methadon verschreiben, kommen ins Rentenalter – und von den jungen rücken nur wenige nach. Sie fürchten die unklare Rechtslage.

SWR: Pflegeeltern gesucht! In Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Heimkinder (22.12.2016)
Sie werden vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht – für tausende von Kindern in Rheinland-Pfalz ist die Familie, in die sie geboren wurden, kein sicherer Ort. Die Jugendämter suchen dann für diese Kinder Pflegeeltern. Das aber wird immer schwieriger. Immer weniger Menschen sind bereit, die oft traumatisierten Kinder aufzunehmen. Doch findet sich keine Familie, müssen die Kinder ins Heim. Das Leben mit Pflegekindern ist anstrengend aber auch bereichernd, sagt Familie Grämmel aus Trier. Eine SWR1 Reporterin hat sie besucht. Welche Voraussetzungen müssen Erwachsene mitbringen, die ein Kind aufnehmen wollen? Darüber hat ein SWR1 Reporter mit einem Mitarbeiter des Amts für Jugend und Familie in Mainz gesprochen.

DLF: Soziale und kulturelle Teilhabe – Was heißt es, arm zu sein? (21.12.2016)
Weihnachtszeit ist Einkaufszeit: Die Läden sind voll, der Handel jubiliert über die guten Umsätze. Doch was heißt es, in einer reichen Gesellschaft wie der Unsrigen „arm“ zu sein? Wen betrifft es und auf welche Unterstützung können Menschen zählen? Eine Sendung live aus dem Sozialkaufhaus Ökumenischer Familien-Markt in Frankfurt.

BR: Fit für die Zukunft oder hart wie Kruppstahl – Kindererziehung im Wandel der Zeit (21.12.2016)
Die Konzepte, nach denen man im Laufe der Jahrhunderte den Nachwuchs traktierte, förderte oder einfach nur sein ließ, wandeln sich.

SWR: Erste Hilfe für die Seele. Die Arbeit der Telefonseelsorge (18.12.2016)
„Ärztliche Lebensmüdenberatung“ – unter diesem Titel startete vor 60 Jahren die Telefonseelsorge, getragen von katholischer und evangelischer Kirche. Längst gehören auch Mail- und Chatberatung zum kostenlosen und anonymen Angebot.

Hilfsbereitschaft
ist fundamental wichtig für unsere Gesellschaft, glaubt der Soziologe Ansgar
Klein. Er sagt: Wer Engagement fördert, fördert die Demokratie. Der Historiker
Tillmann Bendikowski warnt vor einer Zunahme der Denunzierung von Helfenden,
etwa in der Flüchtlingsbetreuung.
Immer
wieder muss das Klischee „Syrischer Arzt“ in der Flüchtlingsdebatte
für den langersehnten hochqualifizierten Zuwanderer herhalten. Aber wie
funktioniert die berufliche Integration eines Flüchtlings hierzulande
tatsächlich? Drei Jahre lang hat Julia Smilga einen aus Syrien geflüchteten
Arzt begleitet. Sie findet dabei viele Parallelen zu ihrer eigenen
Flüchtlingsgeschichte.
Flüchtlinge
haben schlechte Chancen auf eine Mietwohnung, selbst wenn das Amt die Miete
zahlt. Mancherorts hat sich daher ein Schwarzmarkt entwickelt: Zusammen mit
korrupten Mitarbeitern von Wohnungsgesellschaften haben sich einige Migranten
darauf spezialisiert, Landsleuten gegen Schmiergeld günstige Wohnungen
zuzuschanzen.
Es
diskutieren: Prof. Dr. Erika Brinkmann – Direktorin des Instituts für Sprache
und Literatur, Grundschulverband Baden-Württemberg, Dr. Heike Schmoll –
Bildungsexpertin, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Prof. Dr. Wolfgang Steinig –
Germanist, Universität Siegen
In
Bayern liegt die Anzahl der Betriebe, die ihre
„Schwerbehinderten-Quote“ erfüllen, unter dem bundesweiten
Durchschnitt. Zu Besuch bei der einzigen blinden Lehrerin in Bayern und bei
einem IT-Experten im Rollstuhl, der sich darüber ärgert, dass Behinderte so
schwer die Karriere-Leiter erklimmen können.

SWR: Medikament nicht lieferbar: Bedrohliche Engpässe der Pharmaindustrie (14.12.2016)
Ein Medikament soll schnell wirken, damit wir gesund werden. Was aber, wenn es gar nicht eingenommen werden kann, weil es nicht lieferbar ist? Das kommt immer häufiger vor

Die Wirtschaft
in Deutschland läuft seit einigen Jahren richtig gut. Die Armen haben davon nur
nichts bemerkt – im Gegenteil, ihre Zahl ist gestiegen. Aber der Politik fällt
Handeln schwer: Denn Arme wählen nicht und bei denen, die wählen gehen, kommen
Forderungen nach Steuererhöhungen und Umverteilung nicht gut an.
Eigentlich
sollte die Berliner Tafel zur Verbesserung der Obdachlosensituation beitragen.
Doch inzwischen erreichen Sabine Werth und ihre Mitstreiter 125.000 Menschen
pro Monat. „Im Gespräch“ erklärt die Vorsitzende des Vereins, warum
die Tafel viel mehr ist als eine Ausgabe von Essen.
Es war
eine schwere Geburt – das neue Teilhabegesetz ist nun nach langen Diskussionen
und vielen Nachbesserungen entschieden. Die neuen Regelungen sollen Menschen
mit Behinderung mehr Beteiligung und Rechte bringen. Keine Fürsorge, sondern
mehr Teilhabe an der Gesellschaft. Doch die Frage ist, ob es hält, was es
verspricht.
Wer ohne
abgeschlossene Ausbildung jobbt, hat für sein ganzes Berufsleben geringere
Einkommens- und Aufstiegschancen. Mit dem Programm „Zukunftsstarter“
bieten die Arbeitsagenturen jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren die
Möglichkeit, einen Berufsabschluss nachzuholen

SWR: Auf eigene Faust: Die Migration der Minderjährigen (08.12.2016)
Es diskutieren: Manfred Krusch – Leiter des Jugendamts der Stadt Mannheim, Tobias Klaus – Referent beim Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Berlin, Ute Schaeffer – Journalistin und Publizistin, Deutsche Welle Akademie, Bonn

Wie
wirkt sich die Ankunft von Hunderttausenden Flüchtlingen auf die deutsche
Wirtschaft aus? Es sind etliche Jobs entstanden, aber zu erfahren, wieviel Geld
die Unternehmen umsetzen, ist gar nicht so leicht zu erfahren. Eine Recherche
zu den Folgen der Staatsausgaben.
Immer
wieder wird über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert.
Würde es der Gesellschaft nützen? Wertet es die Arbeit ab? Eine
Diskussionsrunde.
Gleiche
Chancen für Behinderte? Dieses Ziel ist auch durch das neue
Bundesteilhabegesetz noch nicht erreicht – findet Sigrid Arnade,
Geschäftsführerin von „Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.“.
Behinderte würden noch immer als Fürsorgefälle und nicht als selbstbestimmte
Menschen betrachtet.
Der
Paritätische Gesamtverband hat Freibeträge beim Unterhaltsvorschuss für
alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerinnen gefordert. „Die brauchen wir,
damit die Mütter und ihre Kinder auch wirklich was davon haben“, sagte
Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider im Deutschlandfunk.
Soziales
Engagement als Geschäftsmodell – wie funktioniert das? Vor allem, wenn es um
Flüchtlinge geht, die in Lohn und Brot gebracht werden sollen, aber selbst
nichts haben, was Ausbildung oder Umschulung finanzieren könnte. Social
startups versuchen es trotzdem, unterstützt von der Agentur social impact und
der KfW-Bank. „Ankommer“ heißt das Förderprogramm. Ob es dem auf der Website
formulierten Anspruch gerecht wird?
Der
Arbeitswelt steht nach der digitalen Revolution der 1970er Jahre eine weitere
epochale Änderung bevor. Künstliche Intelligenz und autonome Maschinen könnten
in Zukunft noch sehr viel mehr als derzeit schon menschliche Arbeit ersetzen,
so die Annahme. Welche Veränderungen stehen in der Arbeitswelt bevor und welche
Ansätze sind tauglich, um damit umzugehen?
Interview
mit Prof. Gerhard Bosch, Arbeitssoziologe, Uni Duisburg-Essen
Gast:
Ralf Krämer, verdi-Gewerkschaftssekretär für Wirtschaftspolitik
Kulturelle
Bildung soll Kinder und Jugendliche inspirieren und Randgruppen Teilhabe
ermöglichen. Geleistet wird diese Arbeit meistens von freien Honorarkräften.
Armut und Ausbeutung sind gang und gäbe − doch die Basis wehrt sich.
In einem
Punkt sind sich wohl alle einig: Untätigkeit kann sich die Bundesregierung
nicht leisten, wenn es um die Zukunft der Rente geht. Immer mehr Alte, immer
weniger Junge, die Renten sinken scheinbar unaufhaltsam. Viel wird inzwischen
über drohende Altersarmut als drohendes Massenphänomen diskutiert.
Wenn im
Alter die Kräfte nachlassen, dann kommt als ausgleichende Gerechtigkeit die
Rente – damit wir die müden Hände in den Schoß legen können. Schön wär`s.
Stattdessen ringen immer mehr Menschen die Hände, wenn die Rede auf die Rente
kommt. „Ein Leben lang geschuftet – und dann trotzdem in die
Altersarmut.“ „Wegen Haushalt und Kindern zu oft die
„Erwerbsbiographie“ unterbrochen – und deshalb keine Chance gehabt,
genügend einzuzahlen.“ „Immer zu wenig verdient – und deshalb auch
bei der Rente zu kurz gekommen.“ Auch unsere Politiker ringen –
miteinander und mit den klammen Staatsfinanzen – um Renten, die ebenso
bezahlbar wie gerecht sein sollen. Aber die Konzepte gleichen oft einer
Quadratur des Kreises. So wie die doppelte Haltelinie, die Arbeitsministerin
Andrea Nahles ziehen will: Die Renten nicht niedriger, die Beiträge nicht höher
als bis zu der jeweiligen Linie. Aber dieses Prinzip beschreibt leider auch,
wie weit die Suche nach dem besten Rentenkonzept gediehen ist, nämlich: Bis
hierher und nicht weiter.
In den
Niederlanden ist die Krankenversorgung weniger kommerzialisiert als in
Deutschland. Das fördert die Entwicklung neuer Denkansätze und innovativer
Behandlungskonzepte – zum Wohle der Patienten und dazu noch mit Sparpotenzial.
Das zeigt auch ein Modellprojekt, bei dem ein Krankenhaus statt auf Bettruhe
auf Bewegung setzt.
Die
Koalition streitet über die Rente – mal wieder. Es geht ums Rentenniveau, also
vor allem um die Frage: Was bleibt uns im Alter?
Es
diskutieren: Dr. Stefan Luft – Migrationsforscher, Universität Bremen, Ariane
Müller-Ressing – Flüchtlingsbegleiterin, Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt e.V.,
Stuttgart, Luidger Wolterhoff – Sozialdezernent der Stadt Gelsenkirchen

BR:
Geliefert und geschafft – Paketzusteller im Dauerstress
(23.11.2016)

Immer
mehr Waren werden online bestellt – für die Kunden eine bequeme Sache.
Diejenigen aber, die die Pakete an die Haustür liefern, stehen unter einem
enormen Zeit- und Leistungsdruck. Und das bei einer Bezahlung, die effektiv
nicht selten unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.
Die Pflegeversicherung
ist keine Vollversicherung, und die Sozialhilfe springt nur ein, wenn sonst
nicht genug da ist. Bei der „Grundsicherung im Alter“ gibt es keinen
Rückgriff auf das Einkommen der Kinder. Bei der „Hilfe zur Pflege“
jedoch müssen Kinder für die Kosten der ambulanten oder stationären Pflege zum
Teil mit aufkommen. Allerdings nur in angemessenem Umfang und soweit die eigene
Vorsorge nicht gefährdet ist.
DLF: WZB-Studie – Elite-Internate dürfte es in Deutschland eigentlich nicht geben (22.11.2016)
Schloss Salem, Aloisiuskolleg und andere – hier geht die Elite zu Schule. Gegen den Willen der Väter des Grundgesetzes. Soziale Abschottung an Privatschulen darf eigentlich nicht sein. Doch viele umgehen die Regelung. Eine Studie des Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB) untermauert nun die Vorbehalte. Sehr zum Ärger der Schulrektoren.

Wer in
Deutschland einen Job hat, krank wird und z.B. die Diagnose Krebs bekommt, dem
stehen gesetzlich festgelegte Zahlungen zu. Ist man aber länger als 18 Monate
arbeitsunfähig, hat keine Ersparnisse und bekommt von niemandem finanzielle
Unterstützung, dann kann es schnell eng werden.
Deutschland
ist ein Land der Engagierten. Mehr als 30 Millionen Menschen arbeiten
ehrenamtlich. Sie kümmern sich um Jugendliche, Alte und Benachteiligte, sitzen
in Beratungsstellen und verteilen Lebensmittel an Bedürftige. Doch es verändert
sich etwas: zwar sind viele bereit, sich zu kümmern; aber immer weniger wollen
sich dabei langfristig an einen Verband oder Verein binden und Verpflichtungen
eingehen. Auch berufliche Anforderungen in der immer flexibleren Arbeitswelt
lassen sich oft mit dem klassischen Ehrenamt schwer vereinbaren. Feuerwehr,
Sportvereine und Wohlfahrtsverbände haben ein Problem: Sie brauchen neue Ideen,
um ihre freiwilligen Mitarbeiter zu finden, an sich zu binden und müssen
gleichzeitig die Motive der Engagierten sehr ernst nehmen.
Spätabtreibungen
sind ein Albtraum für Frauen. Pränatale Tests sind eine Lösung, aber sie
beschleunigen auch die Selektion.
Seit
August 2013 gibt es eigentlich den Rechtsanspruch darauf, dass Kleinkinder ab
einem Jahr einen Betreuungsplatz erhalten. Entweder in einer Kindertagesstätte
oder bei einer Tagesmutter. Doch die Realität sieht (noch) anders aus: Denn
obwohl erst jüngst wieder der Bundesgerichtshof in einer Grundsatzentscheidung
die Rechtsposition berufstätiger Eltern bei der Suche nach einer geeigneten
Kinderbetreuung weiter gestärkt hat, fehlt in vielen Städten und Gemeinden nach
wie vor noch ein ausreichendes Angebot.
Mit dem
„Frankfurter Weg“ bekam die Main-Metropole ihr bis in die
1990er-Jahre beträchtliches Drogenproblem in den Griff. Doch seit einigen
Monaten häuft sich der Ärger wieder – mit einer neuen Dealerszene.
Anstoßen
mit vollen Biergläsern – für sich volksnah gebende Politiker ein Muss. Dabei
ist Alkohol eine Droge, die jährlich Zehntausende Tote fordert und immensen
volkswirtschaftlichen Schaden verursacht. Warum unternimmt die Politik nicht
mehr dagegen, sondern schützt Alkohol geradezu?
Mörder
werden seltener rückfällig, als andere Straftäter. Schwerverbrecher erhalten
nach der Haft umfangreiche Therapien und Anti-Gewalttrainings. Statistiken
zeigen: der Aufwand lohnt.
Die
Anzahl der tätigen Pädagogen und Pädagoginnen ist in Deutschland seit Ende der
90er explodiert. Lebenslang sollen die Leute angeleitet, betreut,
weitergebildet, trainiert und erzogen werden. Doch eine durchpädagogisierte
Gesellschaft ist kein Ponyhof, sagen Kritiker dieser Entwicklung und warnen vor
Risiken und Gefahren.
Das
Ruhrgebiet gilt als Herzkammer der Sozialdemokratie. Doch parteiinterne
Skandale und jahrzehntelange Abnutzung gefährden die Vormachtstellung der SPD
im Revier. Zumal die AfD in der strukturschwachen Region schon aktiv auf Wähler-Fang
bei den Genossen geht.

Deutschlandradio Kultur: Brennpunkt Duisburg-Marxloh – Zwischen Multikulti-Pott und sozialer Misere (15.11.2016)
Der Stadtteil Duisburg-Marxloh hat immer wieder für negative Schlagzeugen gesorgt: kriminelle Clans, Armut, misslungene Integration – manchen gilt er als „No-go-Area“. Die Menschen dort wollen sich mit der Situation nicht abfinden. Aber wie gegensteuern?

DLF: Medizin – Auslandsstudium im Inland (15.11.2016)
Wer in Deutschland Medizin studieren will, braucht einen NC von 1,0. Jahrelange Wartezeiten sind die Folge. Wer das vermeiden will, kann im Ausland studieren. Als Variante soll jetzt in Köln ein bulgarischer Campus als ausländische Niederlassung der bulgarischen Universität Sofia entstehen. Doch vieles ist noch völlig ungeklärt.

DLF: Abgeschoben in eine fremde Welt (15.11.2016)
2015 wird Murat Berisha aus dem Gefängnis in Großbeeren bei Berlin direkt in den Kosovo abgeschoben. In ein Land, das es, als er 1988 in Oslo geboren wurde, noch nicht gab und das er nie kennengelernt hat. Ab sofort muss Murat sein Leben allein meistern in einem Land, dessen Sprache er kaum spricht. Murat kam als Zweijähriger nach Deutschland. Die Ehe der Eltern scheiterte, mehrmals stand die Familie unmittelbar vor der Abschiebung. Erst nach 18 Jahre Duldung erhält die Mutter eine unbefristete Aufenthalts- und Beschäftigungserlaubnis – da war Murat bereits erwachsen. In den 18 Jahren der Unsicherheit, Angst und Panik konnte ihm die Mutter keinen Halt geben. Er geriet auf die schiefe Bahn. Wie viele Migrantenkinder wollte Murat nur eines: als Deutscher in Deutschland leben.

DLF: Alle Augen aufs Kind – Wie Qualität in der Kita gelingen kann (14.11.2016)
Ob bei Personalschlüssel, Erzieher-Kind-Bindung, oder frühkindlicher Bildung – in deutschen Kitas gibt es keine einheitlichen Qualitätsstandards. Wie gut Kinder betreut werden, hängt immer noch vom Wohnort und dem Engagement der Erzieher ab. Wie lässt sich das ändern?

DLF: Vermittlung von Kitaplätzen als Geschäftsmodell (14.11.2016)

DLF: Lobbyist für die Armen (10.11.2016)
Hartz IV ist in Deutschland keine Randerscheinung, sondern ein Massenphänomen. Rund 14,5 Millionen Menschen sind betroffen. Doch diese Gruppe fühlt sich oft ungesehen, hilflos und abgehängt. Ulrich Wockelmann will das ändern. Er hat einen Verein gegründet – um genau diesen Menschen eine Stimme zu geben und zu helfen.

Deutschlandradio Kultur: Rentensysteme in Österreich, Schweden und der Schweiz (07.11.2016)

SWR: Lernen ohne Lehrer: Abgründe neuer Lernkultur (06.11.2016)
In der neuen Lernkultur werden Lehrer zu Kompetenz-Beschaffungsgehilfen oder Lernbegleitern degradiert. Christoph Türcke zeigt die Gefahren dieser Entwicklung.

DLF: Berufsschulen – Viele Azubis sind unzufrieden (04.11.2016)
Zu praxisfern, veralteter Lernstoff, unmotivierte Lehrer: Eine Umfrage der TH Köln hat ergeben, dass nur wenige Azubis mit der Berufsschule zufrieden sind. Ihre Forderung: Eine engere Verzahnung von Betrieben und Schule und mehr Fortbildungen für Lehrer.

DLF: Integrationslotsen in Baden-Württemberg – Mehr als Arbeitsvermittler (03.11.2016)
Bei der Integration von Flüchtlingen spielen Lotsen eine zunehmend große Rolle. Sie sind Mittler zwischen zwei Welten: Auf der einen Seite Unternehmen, die Auszubildende und Mitarbeiter suchen, auf der anderen Seite junge Menschen aus anderen Kulturkreisen, die kaum Deutsch können. Ein Konzept, das aufgeht, auch wenn es noch einige Probleme gibt.

SWR: Ansturm auf die Tafeln: Sind die Helfer überfordert? (02.11.2016)
Es diskutieren: Angelika Birk – Sozialbürgermeisterin der Stadt Trier, Prof. Dr. Stefan Selke – Soziologe, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Furtwangen, Matthias Weiler – zuständig für die Tafeln im Heilbronner Land, Kreisdiakonieverband

NDR: Computer im Klassenzimmer (02.11.2016)
Die Digitalisierung unserer Welt schreitet unaufhaltsam voran: auf dem Arbeitsmarkt, im Alltag und auch in der Schule. „Das Forum“ über digitale Veränderungen in Schulklassen.

DLF: Flüchtlinge in Deutschland – Umstrittene Wohnsitzauflage (02.11.2016)
Das Integrationsgesetz macht’s möglich: Bis zu drei Jahre lang kann anerkannten Flüchtlingen ohne Job vorgeschrieben werden, wo sie zu wohnen haben. Laut der Regelung sollen sie in dem Bundesland bleiben, dem sie direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland zugewiesen wurden. Die Bundesländer entscheiden dann, wie es innerhalb des Landes weitergeht.

SWR: On oder Daheim? Heimarbeit und Homeoffice zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung (31.10.2016)
Mit Heimarbeit und der handwerklichen Arbeit zu Hause gibt es bereits jahrzehntelange Erfahrung. Helmut Frei hat Menschen in der Schwarzwälder Uhrenindustrie und in Oberschwaben zu Hause und dort bei der Arbeit besucht und sie über ihre Erfahrungen befragt.

HR: Algorithmen, Roboter, hybride Teams – Arbeitswelt 4.0 (31.10.2016)
„Industrie 4.0“ steht auf den Schildern der Datenautobahn, die uns schnurgerade in digitale Arbeitswelten führt. Wo Maschinen nicht nur die Arbeit machen, sondern sich auch gleich selbst miteinander über die Arbeitsteilung verständigen und wo mein eigener Arbeitsplatz überall und nirgends ist. Auf dieser Strecke sind wir längst unterwegs. Und genau wie auf der asphaltierten Autobahn sehen sich die einen nur von Rasern, die anderen nur von Schleichern umgeben. Die einen hupen ungeduldig bei jedem Investitionsstau und blicken von Deutschland und Europa aus neidvoll auf Amerikaner und Asiaten, die digital an ihnen vorüberziehen. Die anderen würden sich am liebsten auf den Standstreifen zurückziehen und sich erst einmal über die Strecke Gedanken machen, die da vor uns liegt, darüber, was sie uns abfordert und wohin sie uns am Ende führen wird. Welche Berufsgruppen und Branchen werden künftig auf der Überholspur sein und wer läuft Gefahr unter die Räder zu kommen? Eines ist klar: Geisterfahrer zu sein, bekommt einem schlecht, aber statt nur auf das Navi anderer zu vertrauen, sollte man sich lieber selbst orientieren.

SWR: Kollege 4.0: Das Ende der Arbeit, wie wir sie kennen (31.10.2016)
Es diskutieren: Prof. Dr. Dirk Baecker – Lehrstuhl für Kulturtheorie und Management, Universität Witten-Herdecke, PD Dr. Martin Krzywdzinski – Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Prof. Dr. Dieter Spath – Arbeitswissenschaftler, Universität Stuttgart

SR: Christoph Bartmann, „Die Rückkehr der Diener. Das neue Bürgertum und sein Personal“ (30.10.2016)
Putzhilfe, Kinderbetreuung, Altenpflege, Lieferservice. Zu welchen Bedingungen arbeiten unsere Helfer(innen)? Vernachlässigen sie die eingene Familie?

SWR: Mein Kollege ist ein Roboter (29.10.2016)
Die Digitalisierung wird die Arbeit der Menschen in fast allen Bereichen verändern.
SWR: Die vergessene Insel – Lesbos steht vor dem Ruin (28.10.2016)
Vor einem Jahr war Lesbos ein Brennpunkt der Flüchtlingskrise. Über das Meer kamen die Menschen, die aus Afrika und Mittelasien vor Krieg und Armut flohen. Auf der griechischen Insel bekamen sie die erste Hilfe, doch die Welt dankt den Bewohnern ihren humanitären Einsatz nicht. Die Touristen bleiben aus, der Tourismus ist aber die Lebensgrundlage für die Menschen.

DLF: Neue akademische Gewerkschaft „Unterbau“ – Mögliche Konkurrenz für Verdi und GEW (28.10.2016)
„Unterbau“ heißt eine basisdemokratische Gewerkschaft, die Angehörige der Frankfurter Goethe-Universität im November neu gründen wollen. Das könnte die DGB-Gewerkschaften Verdie und GEW schwächen, die bereits an den Hochschulen aktiv sind. Allerdings ist auch ein positiver Effekt für den DGB denkbar.

DLF: Sanierungsstau – Geld ist da, aber Pläne fehlen (27.10.2016)
In Berlin befinden sich Schulen in einem miserablen baulichen Zustand. Zum Teil ist Geld durchaus vorhanden, aber wird nicht verbaut. Die Gründe sind dafür ganz unterschiedlich: zum Beispiel kein Personal und keine Koordination.

HR: Im Dschungel der Paragraphen – Flüchtlingsrealität in Deutschland (26.10.2016)
Bei der französischen Hafenstadt Calais wird derzeit der sogenannte Dschungel geräumt – ein Flüchtlingscamp, in dem Tausende auf eine Chance warteten, illegal nach Großbritannien weiterreisen zu können. Jetzt schafft die französische Polizei die Flüchtlinge fort – wohin auch immer. In deutschen Flüchtlingsunterkünften läuft alles ganz legal. Und fast niemand sieht, wie die Behörden dabei sind, das Problem mit den Migranten zu lösen; wie Angela Merkels „Wir schaffen das!“ längst umgemünzt wurde in ein behördliches „Wir schaffen das weg“. Ohne Geschrei, ohne große Polizeiaktionen, aber mit neuen Gesetzen und Verordnungen, mit neuen Befugnissen und mehr Beamten. Und mit Entscheidungen am Fließband, nach Aktenlage. Pragmatisch, praktisch, geräuschlos, wär ja noch schöner, wenn wir das nicht schaffen würden …

ARD: Schwer behindert. Ein Feature über hoch qualifizierte Menschen (26.10.2016)
Trotz Fachkräftemangels weigert sich ein Viertel aller beschäftigungspflichtigen Betriebe, hoch qualifizierte Menschen mit Behinderungen einzustellen. Das widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention, die Diskriminierung – auch im Arbeitsleben – verbietet.

SWR: Rückschritt statt Fortschritt? Das geplante Bundesteilhabegesetz in der Kritik (25.10.2016)
„Euer Gesetz behindert!“ rufen Demonstranten in ganz Deutschland, aufgeschreckt von 360 Seiten Bundesteilhabe-Gesetzentwurf. Es ist eine der größten Sozialreformen dieser Regierung: Von der Fürsorge zur Teilhabe. Mit der Reform soll die Situation behinderter Menschen verbessert werden. Tatsächlich aber würde sich vieles verschlechtern, sollte aus dem Entwurf ein Gesetz werden. Ulla Schmidt, früher Bundesgesundheitsministerin und jetzt Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe erklärt in SWR2 Kontext, welche Regelungen umstritten sind. Bis zur zweiten und dritten Lesung im Bundestag Anfang Dezember ist Zeit, diese Regelungen zu ändern.

BR: Alltag im Jobcenter: Fallmanager und ihre Kunden (25.10.2016)
Wer beim Jobcenter um Hilfe nachsucht, ist länger als ein Jahr arbeitslos oder kann durch seinen Job den Lebensunterhalt für sich und seine Familie nicht sichern. Oft ist die Arbeitslosigkeit verknüpft mit anderen sozialen Schwierigkeiten. Es sind keine einfachen Kunden, mit denen es die Fallmanager zu tun haben.

BR: Nachtquartier in der Parkbucht – Wenn LKW-Fahrer müde sind (24.10.2016)
Fernfahrer führten schon immer ein unstetes Leben, aber ein Problem macht ihnen zunehmend zu schaffen: wo parken für eine Ruhepause? Die LKW-Bereiche an Raststätten und Autohöfen sind notorisch überfüllt, an einfachen Autobahn-Parkplätzen mit oder ohne WC stauen sich die Lastwagen manchmal bis auf den Standstreifen hinaus. Oft bleibt nur das Weiterfahren, Weitersuchen. Übermüdung gilt als Hauptursache für Unfälle, in die LKW verwickelt sind.

BR: Die große Pflegereform: Wird jetzt alles besser? (24.10.2016)
Gast: Prof. Stefan Gössner, Pflegeforscher

Deutschlandradio Kultur: Hartz IV vor Gericht – Eine Reform und ihre fatalen Folgen (24.10.2016)
„Antrag abgelehnt“ oder „Leistung verweigert“: Auch elf Jahre nach der Reform sind Hartz-IV-Bescheide bei vielen Sozialgerichten der häufigste Klagegrund. Es sollten Menschen in Arbeit gebracht werden, entstanden ist ein Bürokratie-Monster.

BR: „Rockerbraut?“ – „Nein, Mutter!“ Vom Phänomen „Moderne Hausfrau“ (23.10.2016)
2016: ein totgeglaubtes Rollenbild feiert sein Comeback. Über 100 Jahre nach dem ersten Weltfrauentag, mit Kitas und „familienfreundlichen“ Unternehmen, machen immer mehr Frauen beim Kasten „Moderne Hausfrau“ ihr Kreuz. Warum?

BR: Die geschützte Droge Alkohol – Industrie und Politik ziehen an einem Strang (23.10.2016)
74.000 Menschen sterben jährlich an ihrer Alkoholsucht. Aber die Politik schützt, so haben Wolfgang Kerler und Vanessa Lünenschloss recherchiert, diese Alltagsdroge.

DLF: Flüchtlingspolitik – Türkei-Deal als Blaupause für Afrika (22.10.2016)
Wie umgehen mit den Flüchtlingen aus Afrika? Neben einem verstärkten Grenzschutz in den Herkunftsländern ist auch ein Flüchtlingsabkommen á la Türkei der EU etwa mit Ägypten im Gespräch. Das allerdings stößt auf Bedenken.

DLF: Kita-Urteil – „Man muss der Kommune schuldhaftes Verhalten nachweisen“ (21.10.2016)
Laut BGH können Eltern bei Kommunen Geld einklagen, wenn ihr Kind keinen Kita-Platz erhält. Allerdings müssten Schadenersatzansprüche im Einzelfall geprüft werden, sagte Bernhard Eibeck von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im DLF. Bei Mangel an Grundstücken und Personal treffe die Kitas keine Schuld.

Deutschlandradio Kultur: Das letzte Zuhause – Leben in einer Demenz-WG (20.10.2016)
Wir werden immer älter und mit steigendem Alter nimmt die Gefahr, an einer Demenz zu erkranken, deutlich zu. Entscheidend sind dann die richtige Pflege und Unterbringung – zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft.

DLF: Crowdworking – Kreative Köpfe á la carte? (20.10.2016)
Auf der Messe Zukunft Personal spielt auch das Crowdworking eine große Rolle: Dabei suchen sich Personaler über Webplattformen Web-Arbeiter für Kleinstaufträge, aber auch für kreative Projekte. Dabei arbeitet nicht jeder Plattform seriös, berichten Gewerkschafter – total verteufeln wollen sie diese Art der Beschäftigung aber auch nicht.

DLF: Sozialer Wohnungsbau – Wenig Anreize für neue Bauprojekte (20.10.2016)
Immer mehr Bauherrn verzichten trotz zinsverbilligter Darlehen auf den Neubau von Sozialwohnungen. Bei durchschnittlichen fünf bis sechs Euro Miete pro Quadratmeter lohnt sich die Investition im Neubaubereich für viele einfach nicht. Um mehr Anreize für soziales Bauen zu schaffen, überlegen die Länder, Kredite in Zuschüsse umzuwandeln.

DLF: Stadtentwicklung – Zündende Ideen für bezahlbaren Wohnraum gesucht (20.10.2016)
Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Eine Entwicklung, die auch in Deutschland sichtbar ist. In vielen Metropolen wird der Wohnraum dadurch knapper und teurer. Ideen, günstige Wohnungen zu schaffen, gibt es einige. Aber die sind nicht immer leicht durchzusetzen.

Deutschlandradio Kultur: Polizeiwissenschaftler Rafael Behr – „Gewalt gegen die Polizei hat es immer gegeben“ (20.10.2016)
Ist schwere physische Gewalt gegen Polizeibeamte inzwischen Alltag? Eine Zunahme lasse sich statistisch nicht nachweisen, sagt Rafael Behr. Der Polizeiforscher plädiert trotz der traurigen aktuellen Ereignisse wie im bayerischen Georgensgmünd für eine nüchterne Analyse.DLF: Frauen in der DDR – Permanent am Limit (20.10.2016)
Frauen waren in der DDR nach zwei neuen Studien nicht gleichberechtigt. Sie wurden zwar in die sozialistische Arbeitswelt integriert, stiegen aber selten auf und wurden schlecht bezahlt. Ihr Leben war oft eine Mehrfachbelastung: Arbeit, Haushalt, Kinder.
SWR: Putzfrau, Gärtner, Lieferant: Der Mittelstand und seine Diener (19.10.2016)
Es diskutieren: Christoph Bartmann – Leiter des Goethe-Instituts New York, Prof. Dr. Dominik H. Enste – Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, Prof. Dr. Markus Krajewski – Kultur- und Medienwissenschaftler, Universität Basel

Deutschlandradio Kultur: Flüchtlinge und Schwarzarbeit – Gefangen in einer Schattenwelt (19.10.2016)
Die Zeit drängt für viele Flüchtlinge, sie wollen in Deutschland ankommen und müssen manchmal auch ihre Verwandten in der Heimat unterstützen. Doch oft werden sie in die Schwarzarbeit gedrängt.

BR: Arzneimitteltests an Demenzkranken: Darf das sein? (19.10.2016)
Gast: Prof. Georg Marckmann, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München

HR: Summa cum lausig – Perspektiven für Akademiker (18.10.2016)
Das neue Semester hat begonnen, und es ist ein Rekordsemester für die Goethe Universität. Allein dort sind 47 Tausend der deutschlandweit 2,8 Millionen Studenten eingeschrieben und nochmal 13.600 an der Frankfurt University of Applied Sciences. Nicht alle werden es bis zum Abschluss schaffen, aber viele – und was dann? Wir müssen in Bildung investieren, heißt es immer, aber was ist mit Bildung überhaupt gemeint? Ist es gut für die Gesellschaft, wenn die Hälfte eines Jahrgangs einen Hochschulabschluss anstrebt? Machen sich die Universitäten eigentlich selbst Gedanken über die beruflichen Perspektiven ihrer vielen Studenten? An den Universitäten selbst und in der sogenannten Kreativwirtschaft tummelt sich inzwischen ein akademisches Prekariat von Magistern und Doktoren, hochqualifiziert und unterbezahlt. Brauchen wir mehr Steuerung? Wie könnte man die Fachwahl beeinflussen? Und sollen wir das überhaupt tun? Universitätsbildung ist doch nicht das gleiche wie Berufsausbildung.

DLF: Wohnsitzauflage für Flüchtlinge – Integration auf dem bayerischen Land (18.10.2016)
Mit Hilfe der neuen Wohnsitzauflage können die Bundesländer anerkannten Flüchtlingen ihren Wohnort zuschreiben. Oft werden ländliche Regionen gewählt, weil es dort mehr Wohnungen gibt. In Bayern, wo die Auflage bereits umgesetzt wird, klappt die Integration allerdings noch nicht ganz so reibungslos wie gedacht.
Deutschlandradio Kultur: DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann – „Über 20 Prozent der Erwerbstätigen verdienen weniger als 9,60 Euro“ (15.10.2016)
In Deutschland gehe es ganz bestimmt nicht gerecht zu, mahnt der DGB-Vorsitzende. Denn Deutschland leiste sich „den größten Niedriglohnsektor nach Litauen“. Durch vielfältige prekäre Beschäftigung gerieten auch die Rentenkassen erheblich unter Druck. Eine steuerliche Entlastung der niedrigen Einkommen sei zudem dringend geboten.

HR: Unter Aufsicht? Knast-Alltag in Deutschland (14.10.2016)
Was ist eigentlich los in unseren Gefängnissen? Ja, in unseren Gefängnissen, die wir uns halten, um dort Straftäter einzuschließen. Was ist los in unseren Gefängnissen? Das fragen sich jetzt viele von uns, nachdem ein berüchtigter und mutmaßlich bestens bewachter Häftling tot aufgefunden wurde, erhängt in seiner Zelle. Und wir, die wir draußen vor der Tür stehen, stellen plötzlich fest, wie wenig wir eigentlich wissen über die Menschen hinter dieser Tür, über Gefangene und Vollzugsbeamte, Seelsorger und Therapeuten, über die Schwierigkeit, Kriminalität im Knast zu verhindern und Resozialisierung nach der Haft zu ermöglichen. Wer auf Gefängnisse blickt, sieht die Türen zu und viele Fragen offen…BR: Wohltäter im Wettbewerb – kann man den Erfolg sozialen Engagements messen? (11.10.2016)
Wohltätigkeit ist ein Milliardenmarkt. Zahllose Hilfsorganisationen, Vereine und Initiativen konkurrieren um öffentliche und private Fördermittel. Die Folge: Non-Profit-Organisationen müssen in zunehmendem Maße ihren Geldgebern nachweisen, dass ihre Tätigkeit einen gesellschaftlichen Nutzen hat. Doch wie lässt sich der Erfolg, die Leistungsfähigkeit von sozialer Arbeit messen? Und wenn ja, ist es sinnvoll, das zu tun?

Deutschlandradio Kultur: Die Paketdienstbranche – Gelockt, gelinkt und abserviert (11.10.2016)
Der E-Commerce boomt und mit ihm die Paketdienste. Eigentlich müsste das zu steigenden Löhnen führen, doch das Gegenteil ist der Fall: Die Paketboten stehen unter immensem Druck. Und manchmal treibt ihr Job sie auch in den finanziellen Ruin.SWR: Platte machen: Wie leben Obdachlose? (10.10.2016)
Es diskutieren: Claudia Brüning – Referentin beim Sozialamt der Stadt Stuttgart, Stefanie Schweda – Sozialarbeiterin in der Tagesstätte für Wohnungslose der Caritas in Mannheim, Dr. Thomas Specht – Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V., Berlin

DLF: Dauerbaustelle Rentenreform – Länger arbeiten für weniger Geld? (10.10.2016)
Ein dickes Rentenplus gab es in diesem Jahr, die größte Rentenerhöhung seit mehr als zwei Jahrzehnten. Das sind gute Nachrichten für die rund 20 Millionen Rentner von heute. Die Rentner von morgen oder übermorgen aber – für die gibt es eher eine düstere Perspektive: Ein sinkendes Rentenniveau bei steigenden Beitragssätzen.

Deutschlandradio Kultur: Sozialer Wohnungsbau in Berlin, Wien, Lyon und Tschechien (10.10.2016)

Durch
viele Sondereinsätze in der Flüchtlingskrise oder bei Pegida-Demonstrationen
kommen Polizeibeamte immer mehr an ihre Grenzen.
Vor
kurzem wurden aktuelle Zahlen zur Situation der Kinder in Deutschland
veröffentlicht. Sie zeigen, dass trotz eines positiven Konjunkturverlaufs in
der Wirtschaft, die Zahl der Kinder gestiegen ist, die unterhalb der
Armutsgrenze aufwachsen. Die Zukunftsprognosen für solche Kinder und
Jugendliche sind denkbar schlecht.
Man
müsse verhindern, dass junge Menschen eines Tages in Altersarmut abrutschen,
weil ihre Renten nicht mehr ausreichen, sagte der Ökonom Rudolf Hickel im DLF.
Darum sei eine Reform unvermeidbar. Das Ziel: ein existenzsicherndes
Rentenniveau – und eine Abkopplung der Altersvorsorge von den Finanzmärkten.
Unser
Rentensystem hat eine „ganz solide Basis“, doch man müsse jetzt
nachsteuern, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Axel Börsch-Supan. Lebenszeit
und Rentenzeit müssten in einem bestimmten Verhältnis stehen – nur so sei die
Rente „relativ sicher“.
Der
Johanneshof ist eine Landwirtschaft, betrieben von Menschen mit Behinderung.
Seit gut einem Jahr gibt es diesen Hof der Stiftung St. Johannes im
schwäbischen Schweinspoint bei Marxheim. Das Konzept: Menschen mit Behinderung
finden hier Arbeit und eine sinnvolle Beschäftigung. Auf der anderen Seite
werden die erzeugten Produkte, Fleisch und Eier, verkauft. Dabei sind die Türen
in diesem Bauernhof offen – wer will, kann Führungen auf dem
„Erlebnisbauernhof“ buchen. Judith Zacher war fürs Notizbuch
„Nah dran“ einen Tag lang auf dem Johanneshof dabei.
Rund
90.000 Flüchtlingskinder gehen allein in Nordrhein-Westfalen zur Schule. Sowohl
für die neuen Schüler als auch für die Lehrer ist das eine Herausforderung.
Auch weil die meisten Schulen beim Thema „Integration“ bei Null
anfangen würden, sagen Gewerkschafter.
Keine
Hausaufgaben, keine Noten, keine 45-minütige Unterrichtsstunde: An der Berliner
Privatschule „NewSchool“ lernen Jugendliche in Projekten das, was sie
interessiert. So soll Selbstständigkeit und Kreativität gefördert werden.
Funktioniert das?
Nach
Ansicht des Bildungsjournalisten Christian Füller sollten Pädagogen auf jeden
Fall internetaffin sein, denn fast jedes Kind trüge heute ein Smartphone in der
Hosentasche. Akzeptieren müsse man auch, dass die Kinder immer selbstständiger
lernten.
Tausende
minderjährige Flüchtlinge werden in Deutschland vermisst. So auch der
17-jährige Ahmad E. Er verschwand aus einem Flüchtlingsheim im Erzgebirge,
wurde einen Tag später von der Polizei aufgegriffen und galt trotzdem
monatelang als vermisst – kein Einzelfall in Deutschland. Falsch erfasste
Personalien sind eine der Ursachen.

Laut
einer neuen OECD-Studie „Gesellschaft auf einen Blick“ steht
Deutschland bei der Jugendarbeitslosigkeit recht gut da. Allerdings ist der
Anteil der Geringqualifizierten seit Jahren nicht zurückgegangen. Regionale
Unterschiede sind hoch: In Nordrhein-Westfalen ist der Anteil geringqualifizierter
junger Menschen doppelt so hoch wie in Bayern.
Der
Alterssurvey ist die wichtigste Langzeitstudie in Deutschland zum Thema Altern.
Sie wird seit 20 Jahren durchgeführt, befragt werden Menschen zwischen 40 und
85 Jahren. Nun gibt es neue Ergebnisse. Gespräch mit Katharina Mahne,
Projektleiterin Deutscher Alterssurvey.
In ganz
Deutschland lebten Anfang der 90er Jahre etwa 150.00 blinde Menschen. Ein nicht
genau bezifferter Teil kam aus der DDR. Wie haben sie die Wende erlebt?

DLF: Flüchtlinge in Baden-Württemberg – Freiwilliges Soziales Jahr als Integrationshilfe (03.10.2016)
Für junge Flüchtlinge ist es oft schwierig, sich in ihr neues soziales Umfeld in Deutschland zu integrieren. Einige von ihnen versuchen das, indem sie selber helfen und ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Das baden-württembergische Sozialministerium fördert Organisationen, die Flüchtlingen eine Stelle und damit eine Chance geben.

SWR: Gegen Ausbeutung von Schauspielern: „Ihr tut’s doch nicht fürs Geld“ (30.09.2016)
Gespräch mit Johannes Lange von der Schauspielervertretung Ensemble-Netzwerk

Die
Streetworker von Off Road Kids haben seit 1993 mehr als 4.000 Straßenkindern in
Deutschland dabei geholfen neue Perspektiven zu finden. Allein in Hamburg gebe
es jedes Jahr rund 200 Kinder und Jugendliche, die aus ihrem Elternhaus
fliehen, so eine Mitarbeiterin.
In Zukunft
werde das Rentenniveau unter Druck geraten, sagte Reinhold Schnabel, Professor
für öffentliche Finanzen an der Universität Duisburg-Essen, im DLF. Um dies zu
verhindern, sei die Rente mit 67 die wirkungsvolle Stellschraube.
Ein
Schulpsychologe kommt auf über 5.000 Schüler in Großstädten und auf 15.000
Schüler in ländlichen Regionen. Mit dieser schlechten Ausstattung könne man nur
reaktiv arbeiten, sagte Klaus Seifried, Leiter des Bundeskongresses für
Schulpsychologie, im DLF. Dabei wäre präventive Arbeit viel sinnvoller. Auch,
um hohe soziale Folgekosten zu vermeiden.
In
Osteuropa gibt es nicht genügend Jobs, und in Deutschland fehlen Pflegekräfte.
Deshalb kommen viele Frauen aus osteuropäischen Ländern nach Deutschland, um
alte Leute zu versorgen. Entstanden ist dadurch ein System der Ausbeutung.Deutschlandradio Kultur: Erziehungsstellen – Wo Familien auf Zeit zusammenleben (27.09.2016)
Ein fremdes Kind bei sich leben zu lassen, noch dazu eines, das von seinen Eltern vernachlässigt oder gar missbraucht wurde, das war für die Erzieherin Tanja Franke ein Herzenswunsch. Sie arbeitet für eine Erziehungsstelle, die als „bessere Pflegefamilie“ gilt.

detektor.fm: Geburtenwende – Warum es in Deutschland wieder mehr Kinder gibt (27.09.2016)
Im Jahr 1964 sind in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR beinahe 1,4 Millionen Kinder zur Welt gekommen. Danach ist die Zahl der Geburten rapide gesunken – 2012 sind es weniger als die Hälfte. Gleichzeitig zeichnet sich in vielen deutschen Großstädten ein neuer Trend ab: Kinderkriegen ist wieder in Mode. Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Halle zeigt, dass dieser Trend sich nicht nur auf einzelne Boomstädte beschränkt. Es gibt Hinweise auf eine allgemeine Geburtenwende in Deutschland.

Vor
einem Jahr unterzeichneten die sechs großen deutschen Fleischerzeuger eine
Selbstverpflichtungserklärung, wonach sie Missstände bei der Beschäftigung von
ausländischen Leiharbeitern abstellen wollten. Seitdem hat sich einiges
verbessert. Doch es gibt immer noch genug Unternehmen, die sich nicht an die
Standards halten.
Angetrieben
vom Reformgeist der frühen 1970er-Jahre, nahm damals die landesweit erste
Integrierte Gesamtschule in Hannover ihren Dienst auf. Die Schüler konnten ihr
Abitur etwa in Kochen oder Tischtennis machen. Der Jahrgang brachte Anwälte und
Ärzte hervor.
Die
Familie steht unter dem Schutz des Grundgesetzes – das gilt auch für anerkannte
Flüchtlinge. Doch hat die Bundesregierung im Asylpaket II beschlossen, den
Familiennachzug für Flüchtlinge mit nachgeordnetem Status für zwei Jahre
auszusetzen. Ist Integration unter diesen Bedingungen überhaupt möglich?
Wenn es
um Integration von geflüchteten Menschen geht, dann sind sich alle einig – die
fängt mit Bildung und dem Spracherwerb an! und zwar vor allem in der Schule!
Doch eine Studie der Mercator-Stiftung der Uni Köln zeigt: die Lehrer und
Lehrerinnen sind nach wie vor schlecht auf den Schulalltag in der
Einwanderungsgesellschaft vorbereitet. Und dennoch: es gibt Stimmen, die sagen:
Die Flüchtlingskinder sind auch eine Chance für unser Bildungssystem. So die
Bildungsjournalistin und Buchautorin Katharina Blass.
 Die katholischen Bischöfe haben sich zu ihrer
Vollversammlung getroffen und dort über Armut gesprochen und der
Generalsekretär des deutschen Caritasverbandes Georg Cremer hat ein Buch
veröffentlich letzte Woche über Armut in Deutschland. Cremer warnt vor zu
schrillen Tönen in der Armutsdebatte.
Raul
Krauthausen vom Verein „Abilitywatch“ war zwar am
Gesetzgebungsprozess zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung beteiligt. Heute
aber sagt er: „Das ist nicht mein Gesetz“. Im DLF kritisierte er
unter anderem, dass damit Menschen mit Behinderung gegen ihren Willen ins Heim
gezwungen werden könnten.
Durch
das Bundesteilhabegesetz werde der Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung
etwas flexibler gestaltet, sagte Robert Freumuth vom Internetportal MyHandicap
im DLF. Denn neben Werkstätten für Menschen mit Behinderung könnten nun auch
andere Träger hinzukommen.
Das neue
Bundesteilhabegesetz wird am Donnerstag in erster Lesung im Bundestag beraten.
Aus dem alten Fürsorgerecht soll ein modernes Teilhaberecht werden – allerdings
ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Behinderte und Sozialrechtsexperten
fordern schon jetzt Nachbesserungen.
Vom
Burnout wird oft gesprochen, vom Boreout eher selten. Wer sich in der Arbeit
tödlich langweilt, sich dauerhaft unterfordert fühlt, keinen Sinn im
beruflichen Tun erkennen kann, stößt bei seiner Umwelt auf wenig Verständnis.
Dabei ist „Boreout“ ein Krankheitsbild, das durchaus Parallelen zum
Burnout aufweist.

SWR: Abgeklemmt: Kein Geld für Strom (19.09.2016)
Kein Geld für die Stromrechnung. Zu wenig Bares, um die Wohnung zu heizen. Diese Sätze klingen nicht nach Europa. Dabei gibt es solche Energiearmut bei Menschen in Deutschland.

WDR: Azubi sucht Lehrstelle, Lehrstelle sucht Azubi (18.09.2016)
Jedes Jahr das gleiche Dilemma: Wer Arzthelferin, Verkäufer oder Industriemechaniker werden will, findet nur schwer eine Ausbildungsstelle. Betrieben, die Köche, Finanzkaufleute oder Logistiker ausbilden, fehlen die Bewerber.

Sie
wollen helfen, werden aber oft dran gehindert, beleidigt oder sogar bedroht.
Immer öfter kommt es in Rheinland-Pfalz zu Gewalt gegen Polizisten,
Feuerwehrleute oder Rettungssanitäter. Mitarbeiter vom Rettungsdienst Landau
berichten, was sie bei Einsätzen alles schon erlebt haben. Politiker im Land
fordern unter anderem härtere Strafen für die Täter. Die Polizei in
Rheinland-Pfalz wiederum setzt sogenannte „Bodycams“ ein und hofft,
dass es erst gar nicht zu Angriffen kommt. Warum gibt es so viel Gewalt gegen
Einsatzkräfte? Dazu ein Interview mit dem Kriminalpsychologen Prof. Rudolf Egg.
Vor ein
paar Jahren war Lissabons Stadtteil Mouraria noch eine No-Go-Area – und dann
haben die Bürger angepackt.
Der
Krieg gegen die Drogen hat viel gekostet und wenig gebracht. Doch wie weiter?
Was wäre, wenn Heroin, Kokain und Co. legalisiert würden? Input macht das
grosse Gedankenexperiment. Jetzt mal nüchtern: Warum nicht alle Drogen
legalisieren? Zahlreiche Forscher und Fachleute sind sich einig: Unsere
Drogenpolitik ist in einer Sackgasse. Vier Personen überlegen laut, was passieren
würde, wenn ALLE Drogen legal wären: Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss, die
weltweit für eine liberale Drogenpolitik kämpft, ein Ex-Heroinjunkie mit
bewegter Vergangenheit, ein Psychotherapeut, der LSD-Therapien durchführt und
Irène Abderhalden, Direktorin des Fachverbandes «Sucht Schweiz».
Die
Balkanroute ist geschlossen, doch weiterhin flüchten tausende Menschen übers
Mittelmeer nach Europa. Allein in diesem Jahr fanden dabei 3000 den Tod. Die
Hilfsorganisation SOS Mediterranee versucht, weitere Opfer zu verhindern. Die
freiwilligen Retter kommen dabei nicht selten an ihre physischen und
psychischen Grenzen.

SWR: Südeuropa fordert eine neue EU-Sozialpolitik: Schluss mit Sparen! (09.09.2016)
Interview mit Ulrich Thielemann, Wirtschaftsethiker, Gründer und Direktor der MeM Denkfabrik für Wirtschaftsethik

In
Sachen Sprachvermittlung an deutschen Schulen gibt es gravierende Mängel. Das
haben der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen und das Mercator-Institut
für Sprachförderung in einer gemeinsamen Untersuchung festgestellt. Ein Grund:
Viele Lehrer sind nicht gut ausgebildet. Aber es gibt auch Positives zu berichten.
Bewerbungstrainings,
Computerkurse, Eignungsfeststellungen: Jobcenter verpflichten arbeitslose
Hartz-IV-Empfänger zu zahlreichen Maßnahmen – auch wenn diese im Einzelfall
nicht immer sinnvoll sind. Für die Betroffenen hat das oft schwerwiegende
Folgen.
2014
versprach Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die zum Teil erheblichen
Qualitätsunterschiede in Kitas aufzuheben. Helfen sollte dabei ein
Bundesqualitätsgesetz. Passiert ist seitdem nichts. Und eine aktuelle Studie
belegt: Die frühkindliche Bildung in vielen Kitas ist höchstens Mittelmaß –
wenn nicht sogar schlechter.
Einkommen
und Bildungsgrad der Eltern entscheiden in Deutschland maßgeblich über die
Chancen ihrer Kinder, sagt Marcel Fratzscher. Der Präsident des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung fordert mehr Aufmerksamkeit und Geld für die
frühkindliche Bildung.

Deutschlandradio Kultur: Kampf gegen die Drogen – Heroin auf Rezept für Schwerstabhängige (02.09.2016)
Bessere medizinische Versorgung und staatlich kontrollierte, legale Abgabe harter Drogen – das ist nach Ansicht der früheren Schweizer Bundespräsidentin Ruth Dreifuss der richtige Weg in der Drogenpolitik. In der Schweiz gibt es das seit 20 Jahren.

Manch
einer kennt es nur noch aus der Kindheit: Schäfer, die mit ihren großen Herden
und Hütehunden übers Land zogen und auch auf stadtnahen Grünflächen waren.
Früher waren die Bauern froh, weil die Schafe wertvollen Dünger lieferten,
heute müssen Schäfer um jedes abgeerntete Feld betteln. Inzwischen gibt es nur
noch 230 Berufsschäfer in ganz Bayern.
Bücher,
Broschüren, Referenten: Deutsche Unternehmen werden in den Schulen immer
aktiver. Eine kostenlose Hilfe für die Lehrer, sagen die einen. Versteckte
Werbung, sagen die Kritiker. Wie stark ist der PR-gefärbte Einfluss auf die
Schüler inzwischen?
Als sich
vor einem Jahr Hunderttausende Migranten Richtung Deutschland aufmachten, war
bei uns niemand darauf vorbereitet. Nicht die Politik und erst recht nicht die
Behörden. Als die Kanzlerin in kleinstem Zirkel beschloss, die Grenzen
aufzumachen, reagierte die Zivilgesellschaft aber am schnellsten. Die zahllosen
Helfer nahmen das vorweg, was Angela Merkel später als offizielle Parole
ausgab: „Wir schaffen das“. Ein Jahr später sieht man, wie sich die
Republik verändert hat. Durch die Union geht ein tiefer Riss. Durch die Gesellschaft
auch. Wie viel Zuwanderung wollen wir? Wie viel vertragen wir? Das ist nicht
geklärt, eine offene Debatte darüber scheuen alle Parteien. Momentan kommen
durch das Abkommen mit der Türkei weit weniger Menschen nach Deutschland. Was
macht das Land mit dieser Atempause? Und sind wir vorbereitet auf den nächsten
Ansturm? Ausgeschlossen ist der ja keineswegs.
Das
globale Wirtschaften hat Deutschland zwar zum reichsten Staat Europas gemacht,
aber auch Opfer gefordert. Der Soziologe Heinz Bude fordert, die Verbindung
zwischen arm und reich wiederherzustellen. Man dürfe die Idee der Solidarität
nicht den rechtspopulistischen Parteien überlassen
Abdulkader
Al Omar lebt seit fast einem Jahr in Leipzig und Magdeburg. Der 20jährige Syrer
ist geflohen, weil er in Assads Armee dienen musste. Er möchte seine
minderjährige Frau nachkommen lassen, gibt sich aber kaum Mühe, Deutsch zu
lernen. Ganz anders ein älterer Bruder Adulatif, der mental in Deutschland
angekommen ist und sich aktiv integriert. Bastian Wierzioch hat die beiden
Brüder über Monate hinweg immer wieder getroffen und beobachtet, wie die
Flüchtlinge ihr neues Leben in Deutschland angehen.
Erst
ging Nina auf eine Inklusionsschule, dann wurde der Stress zu groß und sie
wechselte auf eine Förderschule. Für Eltern ist es schwer, die richtige
Entscheidung zu treffen.
„Jugendstrafvollzug
in freien Formen“ heißt die Alternative zum Gefängnis. Einrichtungen wie
das Christliche Jugenddorf in Creglingen setzen auf die Verantwortung des
Einzelnen.
Für die
einen ist es die Zukunft der Pflege, für die anderen eine Horrorvision: der
Einsatz von Robotern in Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Die Entwickler sind
aber zuversichtlich: Nicht nur Transportroboter wird man auf Klinikfluren
antreffen, sondern auch maschinelle Reha-Trainer.
Yolandi
ist ein Roboter: Kostengünstig und damit auch für kleine Unternehmen
erschwinglich. Yolandi kann gefährliche oder monotone Tätigkeiten übernehmen.
Und damit die Arbeitswelt humaner und sicherer machen. Doch damit möglichst
viele Arbeitnehmer von der Digitalisierung profitieren, ist die Weiterbildung
gerade von älteren Mitarbeitern nötig.
Durch
persönliche Betreuung gelangen Langzeitarbeitslose wieder in den ersten
Arbeitsmarkt. Das Jobcoaching-Programm des Berliner Senats ist erfolgreich. Es
hat aber einen Haken: Die Jobcoaches werden selbst nur prekär beschäftigt.
Wer eine
Geldstrafe nicht zahlen will oder kann, dem droht die Ersatzfreiheitsstrafe.
Aber Haftstrafen sind teuer und gelten als häufig nicht besonders wirksam. In
Bremen werden Alternativen ausprobiert: Von Strafarbeit bis hin zu
Sozialtickets für die Straßenbahn.
Seit
2012 ist gesetzlich festgeschrieben, dass die Unternehmen ihren Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmern nach der Genesung eine Alternative suche müssen. Manchmal
gibt es dafür sogar eine eigene Stabsstelle.
Ein
Modellprojekt, das Schule machte: Straffällig gewordene Jugendliche werden seit
1999 in Stuttgart-Bad Cannstatt engmaschig betreut und zügig verurteilt. Denn
Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt arbeiten im „Haus des
Jugendrechts“ unter einem Dach.
Es
mehren sich die Stimmen, die von einer lang dauernden „säkularen
Stagnation“, vom bevorstehenden Ende des Kapitalismus reden. Doch Paul
Mason, Journalist, Ökonom und Berater des Labour-Party-Vorsitzenden, blickt
über dieses Ende optimistisch hinaus. Er setzt dabei auf die vernetzten Bürger
– und auf das genossenschaftliche Modell.
Menschen
mit Behinderung sollen ihr Leben selbstbestimmt planen und ihren eigenen
Unterhalt verdienen können. Geht das in Werkstätten für Menschen mit
Behinderung?
Martin-Köllen-Förderschule
in Köln: Für Nex und Ümmi geht die Schulzeit zuende. Reporterin Elin Rosteck
begleitet sie und ihre Mitschüler in den letzten Schulwochen und in ihren
Praktika. Ihr Abschluss ist auf dem Arbeitsmarkt kaum etwas wert.
Sie
haben ihre eigenen Gottesdienste, Institute, Restaurants, Geschäfte und
Diskotheken. Sie pflegen ihre Kultur, grenzen sich aber nicht ab. Kinder von
Migranten oder aus deutsch-polnischen Beziehungen sprechen oft davon, dass sie
sowohl eine polnische als auch eine deutsche Identität haben. Fünf Vertreter
unterschiedlicher Generationen erzählen über ihre persönliche Entwicklung in
Deutschland.
Die
Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Wir fallen in eine Art
vormoderne Ständegesellschaft zurück, meint Sighard Neckel.
Das
Ruhrgebiet ist das Armenhaus Deutschlands. Die robuste Wirtschaft Deutschlands
mit einem erfreulichem Arbeitsmarkt kommt in Städten wie Oberhausen, Hagen,
Duisburg oder Dortmund nicht an. Armut wird im Ruhrgebiet sogar immer mehr
vererbt, hat Wolfram Goetz recherchiert, und fragt dabei auch nach den
Ursachen.
Die
Patienten kommen aus Westeuropa, den Golfstaaten oder aus Russland und es geht
um Milliardenerlöse: Das Geschäft mit dem Medizintourismus in Deutschland
blüht. Doch wo so viel Geld zu holen ist, tummeln sich auch schwarze Schafe.
Früher
war Krankheit Schicksal. Heute gilt oft als selber schuld, wer krank wird. Denn
er oder sie hat sich zu wenig bewegt, schlecht ernährt, kurz: zu wenig
vorgebeugt. Aber wie viel Prävention ist sinnvoll? Und kann zu viel Gesundheit
krank machen?

DLF: Strategien gegen Schleuser – Den Schleppern das Handwerk legen (24.07.2016)
Die meisten Flüchtlinge, die nach Europa kommen, haben dabei vermutlich Hilfe von Schleusern. Weil immer mehr Menschen vor Krieg und Terror fliehen, wird es für sie teurer oder gefährlicher, diese Dienste in Anspruch zu nehmen. Die Schlepper profitieren – solange sie schnell genug auf sich ändernden Routen und andere Hürden reagieren.

Deutschlandradio Kultur: Sollen Roboter Sozialversicherung zahlen? (23.07.2016)
DLF: Eine soziologische Analyse – Der AfD-Wähler – das unbekannte Wesen (21.07.2016)
Die AfD ist vor allem eine Männerpartei, wird eher von älteren gewählt und ihre Wähler eint die Angst vor dem Abstieg – so resümieren Meinungsforscher. Soziologen und Demoskopen hatten die Wahlerfolge der „Alternative für Deutschland“ so nicht vorhergesehen. Doch wer sind ihre Wähler? Der Versuch einer soziologischen Analyse des „typischen“ AfD-Wählers anhand dreier Landesverbände.

SWR: Die Macht der Alten: Sind wir auf dem Weg in die Rentnerdemokratie? (20.07.2016)
Es diskutieren: Martina Gille – Jugendforscherin, Deutsches Jugendinstitut, München, Dr. Wolfgang Gründinger – Sprecher der Stiftung Generationengerechtigkeit, Berlin, Prof. Dr. Uwe Wagschal – Politikwissenschaftler, Universität Freiburg

DLF: Gelebte Integration – Wie polnische Zuwanderer eine deutsche Grenzregion wiederbeleben (20.07.2016)
Sie ziehen in die leer stehenden Immobilien, beleben Kindergärten, kommen als Fachkräfte oder investieren selbst in neue Betriebe. Polnische Zuwanderer haben die Uckermark als neue Heimat für sich und ihre Familien entdeckt. Eine ganze Region, die in der Vergangenheit wirtschaftlich und demografisch zu veröden drohte, lebt seit einigen Jahren wieder auf.

BR: Wie ist das zu schaffen? Szenen aus der Flüchtlingsbetreuung (20.07.2016)
Die Willkommenskultur für Flüchtlinge in Deutschland hat weltweit Aufsehen erregt. „Wir schaffen das“, hat Kanzlerin Merkel vorgegeben und ein ganzes Land bemüht sich, diesem Anspruch gerecht zu werden. Doch nicht immer läuft alles glatt. Vieles ist auch umstritten. Neugebaute Einrichtungen stehen plötzlich leer, kosten aber Geld. Es finden sich Jobs für Asylbewerber, aber wie bringt man diese dazu, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen? Bei der Geldausgabe kommt es zu Prügeleien, eine Geldkarte aber ist auch nicht recht. Gabriele Uitz hat für ihr Nah dran ambivalente Szenen aus der Flüchtlingsbetreuung gesammelt.

DLF: Flüchtlinge in Deutschland – Gelockt von falschen Versprechungen (19.07.2016)
Tolle Autos, gute Jobs, schöne Wohnungen – das alles bekommt man in Deutschland vom Staat geschenkt. So klingt es in vielen Videos und Nachrichten, die Flüchtlinge in den sozialen Netzwerken verbreiten. Angelockt von diesen falschen Versprechungen werden auch Syrer und Iraker, die sich längst in sicheren Drittstaaten ein Leben aufgebaut haben.

DLF: Und wer kümmert sich um uns? Wenn Deutsche sich benachteiligt fühlen (15.07.2016)
„Um mich kümmert sich niemand von denen da oben.“, „Die sorgen sich nur um ihren eigenen Vorteil, für uns machen die nichts.“, „Den Randgruppen wird alles reingeschoben und wir gehen leer aus“. Solche Sätze sind nicht selten zu hören. Eine tiefe Verunsicherung zieht sich durch das Land bis in die Mitte der Gesellschaft, warnen viele Wissenschaftler.

Deutschlandradio Kultur: Wachpolizisten in Sachsen – Clevere Lösung oder Billigpolizei? (18.07.2016)
Normalerweise dauert eine Ausbildung zum Polizisten in Sachsen drei Jahre. Weil Personal fehlt, werden Wachpolizisten zum Objektschutz jetzt in drei Monaten ausgebildet. Eine Schusswaffe tragen sie dennoch. Die Opposition spricht von einer „Billigpolizei“.

DLF: Privatisierung von Polizeiaufgaben – Ein Rückzug des Staates? (14.07.2016)
Die Sicherheit der Bürger zu gewähren, das ist eigentlich eine Kernaufgabe des Staates. Doch Sicherheit ist längst auch ein käufliches Gut. Private Sicherheitsdienste bewachen Bahnhöfe, Shoppingmalls, Kernkraftwerke oder Flughäfen und kommen bei Großveranstaltungen zum Einsatz. Wird die Polizeiarbeit immer mehr privatisiert? Und wie qualifiziert sind die privaten Dienstleister eigentlich?

Mehr als
eine Million Menschen suchen in Deutschland länger als ein Jahr nach einer
Stelle. Jeder Fünfte von ihnen steckt sogar schon mehr als vier Jahre in Hartz
IV fest. Darunter leiden auch die Familien der Langzeitarbeitslosen. Die nimmt
jetzt ein neues Modell in den Blick. In Nürnberg kümmern sich Doppelteams aus
Jobberater und Sozialarbeiter um Langzeitarbeitslose. Sie betreuen die ganze
Familie, kümmern sich nicht nur um berufliche Qualifizierung der Eltern,
sondern auch um Erziehungs- oder Schulprobleme beim Nachwuchs.
Als
unser „Freund und Helfer“ Tag für Tag im Einsatz zu sein, das kann
buchstäblich ins Auge gehen. Für Polizeibeamte ist das Alltag, und es ist
zunächst mal ihr Berufsrisiko. Aber für uns alle wird es riskant, wenn die, die
uns schützen sollen, sich selbst immer schlechter schützen können. Wie sollen
Polizeibeamte das staatliche Gewaltmonopol ausüben, wenn sie selbst anscheinend
immer häufiger zu Opfern von Gewalt werden? Und zwar nicht nur weit entfernt in
den USA, sondern mitten in unserem eigenen Land? 123 Polizisten sind am
vergangenen Wochenende in Berlin verletzt worden – im Einsatz gegen linke
Randalierer, die aber keineswegs das Monopol haben, wenn es um Gewalt gegen
Polizeibeamte geht. Wird diese Art von Gewalt im wahrsten Sinne des Wortes
immer hemmungsloser? Wenn ja, woran liegt das? Und vor allem: Welche Antwort
sollen wir darauf geben?
Jungen
Menschen in Europa fehlt es häufig an gesellschaftlichem Engagement, sie bilden
die Generation Ich. Dieses negative Bild, mit dem auch Medien häufig operieren,
steht in Kontrast zu vielen seriösen Jugendstudien. Dazu im Gespräch die Soziologin
und Jugendforscherin Martina Gille.
Immer
wieder hört man Professoren klagen, die Studenten seien nicht mehr
studiertauglich, hätten an einer Hochschule nichts verloren, könnten keinen
geraden Satz formulieren. Solche Beschwerden sind aber so alt wie die
Universität selbst. Forscher warnen deshalb vor Pauschalurteilen und raten, die
Hochschulen selbst müssten lernen.
Seit
fünf Jahren soll das „Bildungs- und Teilhabepaket“ bedürftigen
Kindern ermöglichen, an Nachhilfestunden, Klassenausflügen oder Musikunterricht
teilzunehmen. Doch längst nicht alle Mittel aus der Förderung werden abgerufen,
denn die Hürden dafür sind hoch. Kritiker fordern einen Bürokratieabbau. Sonst
blieben diejenigen auf der Strecke, die am stärksten auf die Hilfe angewiesen
sind.
Die
Attentäter von Paris und Toulouse kamen aus den Banlieues, den benachteiligten
Vorstädten. Junge Menschen dort klagen über fehlende Perspektiven.
In der
NDR Info Redezeit diskutierten Rolf Behncke, Ottmar Miles-Paul und Ingrid
Körner. Behinderte sollen so leben können, wie sie wollen. Das schrieb vor acht
Jahren die UN-Konvention über die Rechte der Behinderten fest. Die deutsche
Regierung will nun mit einem 400 Seiten starken Gesetz ihrer Verpflichtung
nachkommen. Was versprechen sich die Menschen mit Behinderung von der
Gesetzesänderung? Sind sie mit dem Erreichten zufrieden? Was sind die
wichtigsten Veränderungen? Setzt das Gesetzespaket die richtigen Schwerpunkte?
Ein Gesetz allein, kann sicher nicht Diskriminierung beseitigen. Wie müsste
sich die Gesellschaft wandeln, damit auch für Menschen mit Behinderung ein
Arbeitsplatz und selbstbestimmes Leben alltäglich werden?
Im April
haben Sondereinsatzkommandos der Polizei bei Razzien in Berliner Wohnungen acht
Männer festgenommen. Sie gehörten zu kurdisch-arabischen Clans, die speziell im
Berliner Stadtteil Neukölln für schwere und organisierte Kriminalität bekannt
sind. Wer sich auf die Suche nach Gründen dafür macht, stößt auf Geschichten
von Entwurzelung und enttäuschten Hoffnungen. Für den deutschen Staat wird es
Zeit, aus Fehlern zu lernen.
Rund
14.000 ambulante Pflegedienste gibt es in Deutschland, ihre Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter kommen zu alten oder kranken Menschen ins Haus und pflegen sie
dort. Doch nicht immer wird geleistet, was bezahlt wird. Der Abrechnungsbetrug
ist so lukrativ, dass sich schon die organisierte Kriminalität dafür
interessiert. Eine Gesetzesänderung soll Abhilfe schaffen.
Erst
wurde die Kultur- und Kreativwirtschaft zur Hoffnung für postindustrielle
Gesellschaften hochgejubelt. Mittlerweile sind die prekären Lebensverhältnisse
ihrer Leistungsträger in den Fokus gerückt.
Die
Gefangenen sitzen hier nicht nur ihre Strafe ab: Die JVA Berlin-Tegel
ermöglicht es ihnen, ihren Schulabschluss nachzuholen. Viele Inhaftierte können
sich hinter Gittern erstmals auf den Unterricht und auf das Lernen
konzentrieren.
65
Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. In Europa kommt nicht einmal
jeder Zehnte an. Dossier Politik zur aktuellen Situation der Flüchtlinge in
Europa. Mit der Schließung der Balkanroute und dem Türkei-Deal glaubt Europa
das Flüchtlingsproblem für sich halbwegs gelöst zu haben. Doch der Schein
trügt.
Flüchtlinge,
die es auf australischen Boden geschafft haben, werden von den Behörden in
Auffanglager auf entlegene Inseln verfrachtet. Dort herrschen katastrophale
Bedingungen.
Die
Freizügigkeit ist in der Europäischen Union ein hohes Gut; doch im Kern gilt
sie nur für Arbeitnehmer. Was aber, wenn EU-Bürger nach Deutschland kommen,
nicht um zu arbeiten, sondern nur um Sozialleistungen zu beziehen? Von den
mehreren Hunderttausend Menschen, die seit 2012 aus EU-Ländern nach Deutschland
kamen, haben die weitaus meisten hier eine Arbeit gefunden. Nur in sehr wenigen
Fällen gibt es Hinweise auf Sozialmissbrauch. Den bloßen Zuzug ins Sozialsystem
zu verhindern, ohne das europäische Grundrecht der Freizügigkeit zu gefährden,
ist eine politische Gratwanderung.
Das
Versprechen vom gesellschaftlichen Aufstieg für alle ist brüchig geworden. Die
Unterschicht glaubt schon lange nicht mehr daran, die Mittelschicht ist
skeptisch. Zeit für eine Diskussion über den Zusammenhalt der Gesellschaft.
Aufstieg
durch Leistung – möglich für alle! Das war das Versprechen der sozialen
Marktwirtschaft der alten BRD. Doch es gilt längt nicht mehr. Die Mittelschicht
wird immer dünner.
Schneller,
mehr, effektiver: Der Druck aus Politik und Öffentlichkeit lastet schwer auf
dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Doch nun muss sich die
Amtsleitung unter Frank-Jürgen Weise zudem noch vor dem Verwaltungsgericht
verantworten. Der Personalrat hatte unter anderem gegen die seit Monaten
gängige beschleunigte Einstellungspraxis geklagt.

Deutschlandradio Kultur: Neuerungen in der Arbeitswelt – Datenbrille statt Handbuch (16.06.2016)
Datenbrillen erobern allmählich das Arbeitsleben: etwa in der Logistik, in der Produktion oder bei Wartungs- und Reparaturarbeiten. Besonders geeignet sind sie dort, wo die Arbeit freie Hände verlangt – zum Beispiel in der Gondel einer Windkraftanlage.

NDR: Forschernachwuchs auf dem Abstellgleis (13.06.2016)
Viele junge Akademiker arbeiten mit Zeitverträgen. Ob sie jemals fest in den Wissenschaftsbetrieb einsteigen könne, ist ungewiss.BR: Undocumented – illegale Immigranten in den USA (12.06.2016)
Über das Schicksal der rund 11 Millionen illegale Einwanderer und ihrer Familien in den USA berichtet Martina Buttler.

BR: Das Wagnis der Nähe – wenn behinderte Menschen in Gastfamilien leben (06.06.2016)
Menschen mit einem körperlichen, geistigen oder seelischen Handicap müssen nicht unbedingt im Heim leben. Es gibt auch Gastfamilien, die den Betreffenden vorübergehend oder auf Dauer aufnehmen. So entsteht ein hohes Maß an individueller Freiheit und Lebensqualität – ohne Ausgrenzung. Verschiedene Vereine und Organisationen in Bayern bieten das „Betreute Wohnen in einer Gastfamilie“ an. Sie prüfen, ob Familie und Gast zusammenpassen, und helfen, wenn es Probleme gibt – denn natürlich ist so viel Nähe immer auch ein Wagnis.

WDR: Programmierter Abstieg – Wie Deutschland Prekariat erzeugt (05.06.2016)
Eine Erzieherin, die ohne Nebenjob nicht über die Runden kommt; ein Unternehmer vor der Pleite, weil er beim Lohndumping nicht mitmacht; ganze Branchen, die auf Scheinselbständigkeit fußen. Mit System werden Millionen unter die Armutsgrenze gedrückt

Am 5.
Juni wird in der Schweiz über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt.
2.500 Franken pro Monat würde dann jeder Schweizer Bürger bekommen – jedoch
verrechnet mit Lohn oder Sozialhilfe. Auch wenn kaum Aussicht auf Erfolg
besteht: Die dazugehörige Volksinitiative hat nicht nur in der Schweiz eine
breite Debatte zum Thema angestoßen.
Ein
gutes Jahr vor der Bundestagswahl nimmt die öffentliche Debatte über unser Rentensystem
Fahrt auf. Gut gespeist durch motionsgeladene Teilaspekte wie die Altersarmut
oder die von Innenminister Schäuble ins Spiel gebrachte Rente mit 70. Was will
die Politik? Welche Modelle oder Szenarios gibt es, und was würden sie kosten?
Was wäre das optimale Rentenmodell?
Wer vor
Krieg und Verfolgung flieht und es bis nach Deutschland schafft, der hat ein
Anrecht darauf, sich um Asyl zu bewerben. Das Ganze hat allerdings einen Haken:
Es gibt keinen legalen Weg, um überhaupt bis hierher zu kommen.
Sehr
viele Menschen sind in Deutschland in der Flüchtlingshilfe engagiert. Als
Übersetzer, als Mediziner, als Betreuer, als Unterstützer. Genauere Zahlen
kennt man nicht, aber vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, das etwa 10% der
Bevölkerung sich als ehrenamtliche Helfer für Flüchtlinge engagieren. Eine
Untersuchung der Humbold-Universität ist der Frage nachgegangen was diese
freiwilligen Helfer antreibt, was sie leisten und wie sie organisiert sind.
Die vierte industrielle Revolution wird kommen, da sind sich
Experten einig. Unklar ist aber, was das für den Menschen bedeutet und welche
Berufsgruppen vielleicht besonders betroffen sind
Hunderttausende,
wenn nicht Millionen Menschen hoffen auf ein besseres Leben in Europa. Ein Teil
der Migranten versucht auch, der Armut zu entkommen. Doch Europa schottet sich
ab – und das öffnet die Chance für ein Riesengeschäft. Schlepper verdienen
Millionen an diesem Geschäft mit der Hoffnung und der Verzweiflung. Sie sind hoch
professionell und bestens vernetzt, und sie ändern ständig ihre Strategie.
Es
diskutieren: Prof. Dr. Sascha Liebermann – Soziologe, Alfanus Hochschule,
Alfter bei Bonn, Prof. Dr. Wolfgang Schroeder – Politikwissenschaftler,
Universität Kassel, Prof. Dr. Thomas Straubhaar – Wirtschaftswissenschaftler,
Universität Hamburg
Am
kommenden Sonntag stimmen die Schweizer darüber ab, ob der Staat ein
bedingungsloses Grundeinkommen zahlen soll. Es gibt viele Argumente dafür – und
viele dagegen.
Die
Wirtschaft brummt, neue Jobs entstehen. Und dennoch: Die rund eine Million
Langzeitarbeitslosen in Deutschland haben nahezu keine Chance auf einen Job. Zu
den größten „Vermittlungshemmnissen“ gehört die Arbeitslosigkeit
selbst − sie macht auf lange Sicht oft krank.
Die EU
investiert Milliarden in Hightech-Produkte für die Grenzsicherung und den
weltweiten Sicherheitsmarkt. Ein Geflecht aus Brüsseler Bürokraten und
Lobbyisten der Sicherheitsindustrie scheint eine alternative Flüchtlingspolitik
Europas auszubremsen.
Immer
mehr junge Flüchtlinge, die im letzten Jahr in Hessen aufgenommen worden sind,
kommen in unseren Schulen an. Mit Deutsch-Intensivkursen sollen sie möglichst
schnell fit gemacht werden – für den normalen Schulunterricht oder fürs
Berufsleben. Wie das genau abläuft, vor welchen Herausforderungen die Lehrer
dabei stehen und wie das Land neue Lehrkräfte für die Intensivklassen bekommt,
erfahren Sie in der Sendung.
Viele
Jugendliche versuchen, durch eine Übergangsmaßnahme im Berufsleben Fuß zu
fassen. Das sei in der bisherigen Form aber nicht sinnvoll, meint die
Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer von den Grünen. „Es bleiben
einfach zu viele Jugendliche, die keinen Abschluss haben, zu lang in diesem
System hängen“, sagte sie im Deutschlandfunk.
Steht
das Rentensystem vor dem Kollaps? Deutschland brauche Reformen, meint Alexander
Hagelüken. In seinem Essay geht es um zehn Wahrheiten über die Altersversorgung
Anfang
2015 wurde der Mindestlohn eingeführt. Zum Leben ist das dennoch oft zu wenig.
Und bis heute wird in vielen Branchen noch deutlich weniger als Mindestlohn
bezahlt.
Wie sind
Einkommen und Vermögen in Deutschland verteilt, was ist mit der
Chancengleichheit? „Ein Drittel der Gesellschaft ist uns
weggebrochen“, warnt der Berliner Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel –
und das habe gefährliche Folgen für die Demokratie.
13
Millionen Deutsche sind nach dem Zweiten Weltkrieg geflohen oder vertrieben
worden. Doch, obwohl oft behauptet, gab es keine reibungslose Integration.
Wegen
des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) werden zu viele Lebensmittel weggeworfen,
die eigentlich noch genießbar wären. Besser wäre es, ein Verfallsdatum
anzugeben, so Ernährungsminister Christian Schmidt. Verbraucherschützer sehen
das anders. Und die Chefin der Tafel, Sabine Werth, befürchtet, dass dadurch
künftig weniger Lebensmittel an Arme verschenkt würden.
Deutschland
gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Aber auch hier gibt es Armut. Denn
gerecht verteilt ist der Reichtum nicht. Im Gegenteil: Die Kluft zwischen arm
und reich ist in Deutschland besonders groß. Tendenz steigend. Zahlen belegen
das. Statt Statistiken lassen wir heute Leute zu Wort kommen, die mitten unter
uns leben, kaum über die Runden kommen, sich fast nix leisten können und
trotzdem versuchen ihre Armut zu verstecken, um in unserer reichen Gesellschaft
nicht aufzufallen.
CDU und
CSU wollen Sanktionen verhängen, falls Zuwanderer keine Deutschkurse besuchen.
Dabei übersteigt die Nachfrage nach Integrationskursen das Angebot bei Weitem.
Zudem fehlen tausende Schulplätze für Flüchtlingskinder – obwohl es in
Deutschland eine Schulpflicht gibt.
In
Schwerin versucht man mit allen Mitteln, Flüchtlinge erfolgreich in den
Arbeitsmarkt zu integrieren. Doch das ist nicht leicht – viele
Studienabschlüsse und Ausbildungen werden nicht anerkannt. Mit Sprach- und
Integrationskursen hofft die Stadt, den Menschen den Einstieg zu erleichtern.
Zwischen
5.000 und 6.000 Menschen mit libanesischem Hintergrund leben in Essen. 1.000 von
ihnen besitzen nur eine Duldung – und können abgeschoben werden. Viele der
Geduldeten sind sogar in Essen geboren – doch auch sie haben kaum Aussicht
darauf, einen dauerhaften Aufenthaltstitel für Deutschland zu bekommen. Das
liegt an einer paradoxen Situation, die der Gesetzgeber vorgibt.
Mitte
April haben sich die Spitzen von Union und SPD auf ein Integrationsgesetz
geeinigt. Die Eckpunkte Wohnsitzpflicht und Sanktionsdrohungen ernteten dabei
viel Kritik. Der Entwurf sieht aber auch mehr Kurse für Zuwanderer vor. Bayern
plant ein eigenes Integrationsgesetz. Zentrale Punkte sind unter anderem das
Bekenntnis zur Leitkultur und das Erlernen der deutschen Sprache.

 

Anfang März hat die Europäische Zentralbank den Leitzins auf
null Prozent gesenkt. Wer einen Kredit aufnehmen will, freut sich wohl darüber.
Stiftungen dagegen stehen vor dem gleichen Dilemma wie jeder Sparer, dessen
Vermögen nur noch minimal verzinst wird. Besonders kleine Organisationen müssen
erfinderisch werden, um zu überleben.
In der
Landwirtschaft nehmen psychische Erkrankungen zu. Doch offen gesprochen darüber
wird selten. Eine ehemalige Bäuerin bricht das Schweigen, und die
Sozialtherapeutin Dr. Petra Hempel spricht über Ursachen psychischer
Erkrankungen, mögliche Therapien und Beratungsangebote.
Für
qualifizierte Ausländer bleibt die Integration ins Arbeitsleben eine
Herausforderung. Das Bewerbungssystem ist kompliziert, Abschlüsse werden oft
nicht als gleichwertig anerkannt. Gerhard Richter hat drei Menschen mit
ausländischen Ausbildungen in ihrem deutschen Arbeitsalltag begleitet.
Das
geplante Integrationsgesetz bilde kaum die gesellschaftliche Wirklichkeit ab,
kritisiert Wolfgang Kaschuba, Direktor des Berliner Instituts für
Migrationsforschung. Der Entwurf sehe mehr Forderungen als Förderungen vor.
Gesprächssendung
mit Gisela Färber und Thomas Öchsner.
Es
beginnt mit Engagement: Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer möchten
Flüchtlinge bei der Eingliederung in Deutschland unterstützen. Aber die Hürden!
Gesetze und Bescheide definieren den juristischen Status und damit die
Möglichkeiten eines Flüchtlings.
Verkehrsunfall,
Herzinfarkt, Allergieschock: Für Fälle wie diese gibt es die Notaufnahmen in
Krankenhäusern. Doch immer mehr Patienten nutzen das Angebot auch dann, wenn
gar kein echter Notfall vorliegt. Zudem sind die Ärzte oft jung und deshalb
unerfahren und können Symptome nur schwer deuten. Eine Facharztausbildung für
Notfallmediziner existiert in Deutschland bislang nicht.
Immer
mehr Unternehmen und Verbände engagieren sich für die Integration der
Neuankömmlinge. Sie bündeln Aktionen der einzelnen Unternehmen auf
Internetplattformen, damit Flüchtlinge und Unternehmen zusammenfinden können.
BR: Pioniere einer überalterten Gesellschaft – wie Japan mit seiner demografischen Herausforderung umgeht (08.05.2016)
Japaner haben die höchste Lebenserwartung. Wie das Land mit der rapiden Überalterung umgeht, hat Susanne Betz in Tokyo und Umgebung recherchiert.BR: Bosnien Odyssee – Besuch bei ehemaligen bosnischen Flüchtlingen (03.05.2016)
Der Krieg in ehemaligen Bosnien… über 20 Jahre her. Das Friedensabkommen von Dayton im Dezember 1995 war der Startschuss für die deutschen Behörden, ab 1996 die Flüchtlinge wieder nach Bosnien-Herzegowina zurückzuschicken. Was ist aus ihnen geworden? Claudia Decker hat drei ehemalige Flüchtlinge besucht.

BR: Sterben im Altenheim – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit (02.05.2016)
Viele Menschen sterben heutzutage im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Was bedeutet es für das Pflegepersonal, wenn ein Bewohner den medizinischen Eingriff nicht mehr machen lässt oder bewusst das Essen und Trinken einstellen will?

NDR: Wachsende soziale Ungleichheit (02.05.2016)
Trotz guter wirtschaftlicher Lage wächst in der Mittelschicht die Angst vor dem Abstieg. Ausgaben steigen, Arbeitsverträge sind befristet. Wer bleibt auf der Strecke?

DLF: Bedeutung der Gewerkschaften – Schluss mit der Bescheidenheit (01.05.2016)
Streikende Erzieherinnen, Müllmänner, Lokführer, Piloten und Postbeamte: 2015 ging als Jahr mit den meisten Streiktagen in die Annalen ein. Und auch im neuen Jahr setzt sich der Arbeitskampf nahtlos fort. Die Gewerkschaften erleben in den Betrieben und der Politik eine Renaissance. Vielen Wirtschaftsverbänden wird das allmählich unheimlich.

SWR: Macht Geld faul? Das bedingungslose Grundeinkommen (01.05.2016)
Es klingt utopisch: Jeder Bürger erhält regelmäßig einen fixen Betrag, eine Art Rente, und zwar ohne Gegenleistung. Diese Idee, die bereits 1516 Thomas Morus im Roman „Utopia“ propagierte, scheint immer mehr Anhänger zu finden: Ökonomieprofessoren halten sie für gut in einer Zeit, in der langsam aber sicher die Arbeit auszugehen scheint; Philosophen meinen, ein existenzsicherndes Grundeinkommen könnte die Freiheit der Menschen entscheidend vergrößern. Am 5. Juni 2016 stimmt die Schweiz darüber ab, ob das bedingungslose Grundeinkommen als Leitgedanke in die Verfassung geschrieben wird. Der Autor und studierte Wirtschaftswissenschaftler Philip Kovce analysiert Sinn und Unsinn dieser Idee.

Deutschlandradio Kultur: Freilerner – Leben ohne Schule (01.05.2016)
Rund 1000 Kinder in Deutschland sind „Freilerner“. Sie lernen in Projekten statt in Fächern: was, wann und wie lange, bestimmen sie selbst. Das verstößt allerdings gegen das Gesetz.

SWR: Wenn sich Leistung nicht lohnt – Arbeiten mit schwerer Behinderung (30.04.2016)
Schwerstbehinderten, die auf Assistenz angewiesen sind (also auf Unterstützung bei Körperpflege und anderen Alltagstätigkeiten), wird nach der aktuellen Gesetzeslage ein Großteil der nötigen Hilfe auf Einkommen und Vermögen angerechnet, das heißt sie verdienen deutlich weniger als Nicht-Behinderte und können kaum etwas ansparen. Ein neues Bundesteilhabegesetz soll das ändern. Diese Woche wurde der erste Referentenentwurf veröffentlicht. Ist das der große Wurf? Behinderten-Verbände sagen nein. Am 4.5. ist eine große Demonstration in Berlin geplant, bei der sich Betroffene und ihre Unterstützer Gehör verschaffen wollen. Wir schauen auf die Lebenssituation Betroffener und erklären, worum es genau geht.
Deutschlandradio Kultur: Verbandsdirektor Volker Leienbach: „Private Krankenversicherung ist kein Auslaufmodell“ (30.04.2016)
Viele Privatversicherte müssen 2016 deutlich höhere Prämien bezahlen. Experten sagen den privaten Krankenversicherungen ein Ende voraus. Verbandsdirektor Volker Leienbach hält sie dagegen für zukunftsfest. Die Preisanstiege seien nicht größer als bei den gesetzlichen.

SWR: Jungs in der Schule (30.04.2016)
Schülerinnen schneiden besser ab. Eltern von Jungen machen sich deswegen Sorgen. So landen manche Schüler dort, wo sie gar nicht hingehören: Im Wartezimmer des Kinderpsychiaters.

DRadio Wissen: Harte Arbeit (29.04.2016)
Und, was machst du so? Eine typische Einstiegsfrage bei Partys. Nur was tun, wenn wir antworten müssten: „Ich bin Pornodarstellerin.“ „Ich bin bei den U.S.- Marines.“ „Ich erfülle die perversen Wünsche reicher Saudis.“ Wir haben mit genau solchen Menschen gesprochen

NDR: Not in der Notaufnahme (27.04.2016)
In den Notaufnahmen der Krankenhäuser werden immer mehr Patienten behandelt – inzwischen 20 Millionen pro Jahr. Das sorgt für Probleme.

BR: Kampf um Ghettorenten: Wie ein Richter seine Karriere ruinierte (27.04.2016)
Sozialrichter Jan-Robert-von Renesse hat ehemaligen Ghettoarbeitern zu Rentenzahlungen verholfen. Seine eigene Karriere hat er darüber ruiniert. Julia Smilga erzählt, warum der Richter nun für immer schweigen will.

DLF: Steigende Zahl von Todesfällen – Strategien gegen Drogenmissbrauch (27.04.2016)
1226 Drogentote im Jahre 2015: Damit ist die Zahl der drogenbedingten Todesfälle gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent gestiegen. Medien sprechen von einem schweren Rückschlag im Anti-Drogenkampf, auch weil die Zahl der registrierten Erstkonsumenten harter Drogen gestiegen ist.

BR: Fördern und Fordern – Was bringt ein Integrationsgesetz? (27.04.2016)
Die Große Koalition will Flüchtlinge fördern aber auch fordern. Das geplante Gesetz ist aber nur ein kleiner und zudem umstrittener Schritt zur Integration von Asylbewerbern.

DLF: Qualitätskontrolle von Heimen – Neue Noten für die Pflege (26.04.2016)
Das Notensystem zur Bewertung von Pflegeeinrichtungen ist gescheitert. Auch schlechte Einrichtungen bekamen in dem System gute Noten. Nun sollen Pflegeanbieter und Krankenkassen ein neues Notensystem entwickeln. Doch beide haben Vorbehalte, denn: Das letzte Wort behält der Pflegebeauftragte des Bundes, Karl-Josef Laumann.

DLF: Streit um eine neue Rentenreform (25.04.2016)
Mit 63, 65, 69 oder noch später – wann soll die Rente beginnen? Wolfgang Schäuble will das Rentenalter an die Lebenserwartung koppeln. Schuften bis zum Abwinken – das wirft die Opposition dem Bundesfinanzminister vor.

BR: Füreinander sorgen – Können Familien das heute überhaupt noch? (25.04.2016)
Das Idealbild der heilen und heilenden Familie steckt fest in den Köpfen. Aber lässt sich Fürsorge unter Verwandten heute noch umfassend praktizieren? Sind nicht, wenn jemand krank wird, die Belastungsgrenzen schnell erreicht, weil einfach „alles“ zu viel wird?

BR: Die Illegalen. Ein Feature über Deutschlands stille Sklaven (23.04.2016)
Bis zu einer Million illegale Einwanderer leben in Deutschland. Ihren Lebensunterhalt für sich und ihre Familien verdienen sie mit Hungerlöhnen in Schwarzarbeit. Ihre größte Sorge: Abschiebung. Und viele deutsche Arbeitgeber profitieren davon.

DLF: Integrationskurse für Flüchtlinge – Vom irakischen Hirten bis zum syrischen Hochschulabsolventen (20.04.2016)
Fordern und Fördern – das ist der Tenor des neuen Integrationsgesetzes, das Ende Mai von der Bundesregierung beschlossen werden soll. Die Große Koalition will die Integration von Flüchtlingen mit mehr Jobs und Sprachkursen erleichtern. Wie vermittelbar sind Flüchtlinge auf dem deutschen Arbeitsmarkt?

DLF: Drogenpolitik – Portugals liberaler Weg (17.04.2016)
Die in vielen Ländern angewandte Strategie eines sogenannten „Kriegs gegen die Drogen“ mit Verboten und Strafverfolgung gilt unter Experten als gescheitert. Portugal hat vor 15 Jahren einen anderen Weg eingeschlagen und eines der liberalsten Drogengesetze der Europäischen Union erlassen. Abhängige gelten nicht mehr als kriminell, sondern als krank.

NDR: Herr K. – Eine Affäre mit dem Sozialamt (15.04.2016)
Herr K. ist Sozialrentner und hat Anspruch auf Grundsicherung. Aber er gerät in eine jahrelange Auseinandersetzung mit dem Sozialamt.

Es ist
eine kleine Welt für sich, die 700 anerkannten Behindertenwerkstätten landauf,
landab. 300.000 Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen arbeiten
dort. Politisch korrekt nennt man die Behindertenwerkstätten jetzt
„Werkstätten für behinderte Menschen“. Behindert sagt man nicht mehr –
so fordert es die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK). In der BRK wird das
gleiche Recht auf Arbeit, auf Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte und auf
Zugang zu Berufsausbildung und Weiterbildung für Menschen mit Behinderungen
gefordert. Das prüft die UNO und bewertet die Situation der Menschen mit
Behinderungen in den Unterzeichnerstaaten, auch in Deutschland. In ihrem
aktuellen Bericht zeigt sich die UNO allerdings besorgt über finanzielle
Fehlanreize, Ausgrenzung auf dem Arbeitsmarkt und abgetrennte Werkstätten in
Deutschland. Das entspricht nicht der BRK, auch nicht dem seit 2009 geltenden
deutschem Recht. Ein Etikettenschwindel?
Christian
Zingg arbeitet seit 25 Jahren im Basler Zentrum für Brückenangebote. Seine
Schüler sollen selbstbewusst werden, ihre Möglichkeiten aber auch realistisch
einschätzen.
Der
anhaltende Trend zur Selbstbedienung wird Verbrauchern oft als Vorteil
verkauft. Doch der Soziologe Craig Lambert zeigt, dass diese
„Schattenarbeit“ nicht nur den Kunden schadet, sondern auch
Arbeitnehmern.
Betriebsratswahlen
werden sabotiert, gewerkschaftsnahe Betriebsräte werden versetzt, sozial
isoliert und mit Abmahnungen und Kündigungen überzogen. Das alles geschieht, um
Tarif-Initiativen im Keim zu ersticken, um den Einfluss von Gewerkschaften in
Unternehmen einzuschränken.
Sie
werben mit Prämien, Topberatung oder Zusatzleistungen: Der Preiskampf der
gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ist so hart wie nie. Nur wer mit dem
richtigen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, gehört zu den Gewinnern. Doch
auch trotz Topangeboten kann so manche Krankenkasse zu den Verlierern gehören.
Ein Grund dafür: ihre Mitglieder.
Brauchen
wir einen dritten (sozialen) Arbeitsmarkt? Wie können Langzeitarbeitslose
integriert werden? Hilft ein Mindestlohn?
In
Zeiten der Digitalisierung sind die Arbeitsbedingungen vieler Menschen im
ständigen Wandel – meistens zum Nachteil der Arbeitnehmer. Der Mensch spielt in
einer Welt der automatisierten Produktionsprozesse eine immer geringere Rolle.
Auf der Labour Process Conference in Berlin wurde über mögliche Zukunftsmodelle
diskutiert.
Es
diskutieren: Holger Balodis – Wirtschaftsjournalist, Köln, Dr. Martin Rosemann
– SPD-Bundestagsabgeordneter, Tübingen, Prof. Dr. Raimond Maurer – Professor
für Finanzen, Universität Frankfurt
Nirgends
ist die Arbeit billiger als im Gefängnis. Eigentlich soll sie der
Resozialisierung dienen und laut Strafvollzugsgesetz ist sie ein
„Muss“. Die Bedingungen dafür sind in der Praxis allerdings nicht
immer einfach.

 

Das Deutsche Rentensystem gilt als eines der Sichersten der Welt. Dennoch gibt es Rentner, die Zeit ihres Lebens hart gearbeitet haben und nun mit einer Mini-Rente auskommen müssen. Im Juli erhalten rund 20 Millionen Senioren die stärkste Rentenerhöhung seit 23 Jahren. Die Angst bleibt, im Alter unter das Existenzminimum zu fallen. Zugleich werden die Sozialleistungen im ganzen Land heruntergefahren. Im Wochenendjournal haben wir Einblick in das Leben alter Menschen, die im Alltag nur noch Mangel leiden. Andere, die den Gang zum Sozialamt aus Stolz vermeiden. Rentner, die sich ihre Träume erfüllen können oder die bis an ihr Lebensende Träume beerdigt haben. Der Staat spart – auch und besonders bei den Ärmsten, die nicht mehr lange zu leben haben. Allein die Renten-Bürokratie ist mittlerweile so kompliziert, dass das Ausfüllen von Fragebögen zur Qual wird.

HR: Altenpflege Daheim – gesellschaftliches Tabuthema (31.03.2016)
Mehr als 100.000 Frauen aus Ost- und Südosteuropa betreuen in Deutschland ältere Menschen. Meist tun sie das in deren eigenen Wohnungen. 24 Stunden rund um die Uhr und ohne grosse Pausen. Für diese Arbeit bekommen sie zum Teil nicht mehr als 2,00 € die Stunde. Mit gutem Willen aber oft ohne grosse berufliche Kenntnisse, denn nur die Wenigsten haben einen Pflegeberuf gelernt. Der Sozialwissenschaftler Bernhard Emunds hat darüber ein Buch verfasst: „Damit es Oma gut geht: Pflege-Ausbeutung in den eigenen vier Wänden“

Als er
eingeführt wurde, zweifelten viele an seinem Erfolg. Würde der
Bundesfreiwilligendienst den bisherigen Zivildienst ersetzen können? Viele
soziale Träger bangten um ihre Helfer. In diesem Jahr wird der
Bundesfreiwilligendienst fünf Jahre alt, und er erfreut sich hoher Beliebtheit.
War der Zivildienst nur eine Sache junger Männer, so steht der
Bundesfreiwilligendienst allen Bevölkerungsschichten offen, Männern wie Frauen
– vom Jugendlichen, der sich nach dem Schulabschluss erst mal orientieren will,
bis zum Rentner, den es zu einer sinnvollen Aufgabe drängt.
Bei
einsamen älteren Menschen bleiben Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch oft
lange unentdeckt. Manche wagen aber sich zu öffnen – und kämpfen gegen die
Abhängigkeit. Zu Besuch in einer Suchtklinik.
In
Deutschland leben laut allgemeinen Schätzungen rund vier Millionen Muslime.
Wohlfahrtsangebote für Ältere wie Seelsorge, Altenheimplätze oder Bestattungen,
die islamische Regeln berücksichtigen, fehlen. Einige Pioniere nutzen die
Marktlücke und versuchen, spezifische Angebote zu schaffen.
Der
Mindestlohn ist eine Erfolgsgeschichte. Massenentlassungen sind ausgeblieben.
Das
traditionelle Meister-Schüler-Verhältnis bröckelt in der modernen Bildungswelt.
Verkommt der Lehrer zum Lernbegleiter? Welche Rolle spielt er noch als Vorbild?
Der
Global Slavery Index schätzt, dass weltweit über 35,8 Millionen Menschen in
Sklaverei leben. Sie werden ausgebeutet für Sex und billige Arbeit – zu unserem
Nutzen.
Der Dom
bleibt unbeleuchtet oder das Asylpaket II wird als „menschenfeindlich“
gegeißelt: Die Evangelische und Katholische Kirche mischen sich deutlich in die
Debatte um den Umgang mit den Flüchtlingen ein und werden dabei zu deren
Sprachrohr – nicht jeder findet diese Politisierung gut.
Während
der NS-Zeit versuchte das Reichsarbeitsministerium, sich über die
internationale Darstellung seiner sozialpolitischen Maßnahmen zu profilieren.
Nachhaltige Verbesserungen brachte die nationalsozialistische Sozialpolitik
zwar nirgendwo. Aber sie hat erstaunlich lange dazu beigetragen, das Regime zu
stabilisieren.
Nicht
nur Politiker beschäftigen sich mit der Flüchtlingskrise – auch Wissenschaftler
machen sich Gedanken über Gesetzgebung und Fluchtursachen. Aber werden sie von
der Politik überhaupt gehört?

BR: Wie arbeiten private Wach- und Sicherheitsdienste? (23.03.2016)
Von Nachtwächter-Romantik keine Spur: Wachleute, die rund um die Uhr Werksgelände sichern oder den Eingangsbereich von Bürogebäuden kontrollieren, haben einen ebenso eintönigen wie verantwortungsvollen Job. Zunehmend werden private Sicherheits-Dienstleister auch für Aufgaben im öffentlichen Raum in Anspruch genommen. Einen ungeahnten Boom erlebt die private Sicherheitsbranche in jüngster Zeit durch die Flüchtlingswelle. Dabei geht es gerade in Flüchtlingsunterkünften um sehr viel mehr als das Wacheschieben. Als einzige rund um die Uhr vor Ort, sind die Sicherheitskräfte dort als umfassende Ratgeber, mitunter auch als Streitschlichter gefordert.

DLF: Digitales Arbeiten – Die App als Arbeitgeber (20.03.2016)
Crowdworker erledigen Kleinstjobs. Sie brauchen dafür nicht viel mehr als einen Computer und einen Internetzugang. Viele Webunternehmen setzen dabei auf die disruptive Kraft ihrer Geschäftsidee, wollen alte Regularien aufbrechen. Sie sind auf Profit aus – in der anonymen Masse wird so die Arbeit allerdings schnell zur digitalen Tagelöhnerei degradiert.

SWR: Die neuen Junkies: Wie verändert sich die Drogenszene? (18.03.2016)
Es diskutieren: Dr. Raphael Gaßmann – Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Suchtfragen e.V., Prof. Dr. Volker Auwärter – Forensischer Toxikologe, Universitätsklinikum Freiburg, Prof. Dr. Derik Hermann – Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim

DLF: Polizei im Einsatz – Ausnahmesituation Alltag (18.03.2016)
Die Polizei soll Gefahren abwehren, sie soll Recht und Gesetz durchsetzen – und gerät immer wieder in die Schlagzeilen: schleppende Ermittlungen, zu brutale Einsätze, zu laxe Einsätze. Fremdenfeindlichkeit, zu viel Angst vor Rassismusvorwürfen.

HR: Algorithmen, Roboter, hybride Teams – Arbeitswelt 4.0 (16.03.2016)
„Industrie 4.0“ steht auf den Schildern der Datenautobahn, die uns schnurgerade in digitale Arbeitswelten führt. Wo Maschinen nicht nur die Arbeit machen, sondern sich auch gleich selbst miteinander über die Arbeitsteilung verständigen und wo mein eigener Arbeitsplatz überall und nirgends ist. Auf dieser Strecke sind wir längst unterwegs. Und genau wie auf der asphaltierten Autobahn sehen sich die einen nur von Rasern, die anderen nur von Schleichern umgeben. Die einen hupen ungeduldig bei jedem Investitionsstau und blicken von Deutschland und Europa aus neidvoll auf Amerikaner und Asiaten, die digital an ihnen vorüberziehen. Die anderen würden sich am liebsten auf den Standstreifen zurückziehen und sich erst einmal über die Strecke Gedanken machen, die da vor uns liegt, darüber, was sie uns abfordert und wohin sie uns am Ende führen wird. Welche Berufsgruppen und Branchen werden künftig auf der Überholspur sein und wer läuft Gefahr unter die Räder zu kommen? Eines ist klar: Geisterfahrer zu sein, bekommt einem schlecht, aber statt nur auf das Navi anderer zu vertrauen, sollte man sich lieber selbst orientieren.

BR: Das Unbehagen an der Kulturarbeit (15.03.2016)
Projektverträge, schlechte Bezahlung, unzählige Überstunden – wer in einem Kulturbetrieb arbeitet, ist mit diesen Bedingungen vertraut. Ist Prekarität der Normalzustand in der Kultur?

Deutschlandradio Kultur: Inklusion in Schweden – Behindertenfreundliches System in Gefahr (14.03.2016)
Jeder fünfte Schwede lebt mit einer Behinderung. Was die Rechte Behinderter angeht, ist Schweden ein Musterland. Es gibt ein funktionierendes System guter Behindertenintegration – noch, denn Kritiker sehen dieses System in Gefahr.

Deutschlandradio Kultur: Menschen mit Behinderung – Der mühsame Kampf für ein selbstbestimmtes Leben (14.03.2016)
Mit dem geplanten Bundesteilhabegesetz sollten vor allem Barrieren für behinderte Menschen abgebaut und ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Doch der jetzt vorgelegte Arbeitsentwurf enttäuscht viele.

WDR: Abstiegsangst und Verteilungskämpfe – wie gerecht geht es zu im reichen Deutschland? (13.03.2016)
Gäste: Julia Friedrichs, Publizistin; Rainer Hank, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung; Stephan Hebel, Publizist; Dorothea Siems, Die Welt/Welt am Sonntag

BR: Von Frauen, die die Brötchen verdienen und Männern, die sie schmieren. Geschlechterverhältnisse im Umbruch (13.03.2016)
Der Mann geht arbeiten, die Frau wäscht, putzt und kocht daheim. So ist es oft immer noch, doch bei jedem zehnten Paar in Deutschland ist es inzwischen die Frau, die die Familie ernährt. Wie gehen Männer und Frauen damit um? Durch die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt haben sich Anstellungsverhältnisse massiv verändert. Minijobs, Teilzeitjobs oder Leiharbeit sind für viele zur Normalität geworden. Oft verlieren dann die Männer ihre Arbeit, und die Frauen müssen die Scherben aufkehren. So gibt es immer mehr Frauen, die – oft unfreiwillig – zu Familienernährerinnen werden. In Deutschland sind es um die 10 Prozent. Werden die Alleinerziehenden als Hauptverdienerinnen berücksichtigt, dann schaffen in gut 20 Prozent aller Mehrpersonenhaushalte in Deutschland Frauen das Haupteinkommen ran.

DLF: Soziale Ungleichheit – „Wir haben keine soziale Marktwirtschaft mehr“ (12.03.2016)
Wer aus einem sozial schwachen oder bildungsfernen Haushalt kommt, hat weniger Chancen, einen guten Bildungsabschluss zu bekommen – diese Erkenntnis ist nicht neu. Allerdings verfestige sich dieser Zustand in Deutschland über Generationen, sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, im DLF – und das bremse auch das Wachstum.

SWR: Wir machen alles alleine: Die Krise selbstgesteuerten Lernens (12.03.2016)
Der Trend geht zum selbstgesteuerten Lernen – doch funktioniert das auch? Bildungsforscher haben Zweifel.

DLF: Saarland – Mehr Arbeitslose dank guter Arbeit (10.03.2016)
Die Verfahren für Flüchtlinge, die guten Chance haben, anerkannt zu werden, laufen im Saarland inzwischen so schnell, dass die Zahl der Arbeitslosen steigt. Denn bevor sie eine Arbeit aufnehmen können, müssen viele erst einmal einen Sprachkurs machen. Aber auch die Wartezeit soll im Saarland sinnvoll überbrückt werden.Deutschlandradio Kultur: Krank in die Reha – „Blutige Verlegung“ aus dem Krankenhaus (10.03.2016)
Im Fachjargon spricht man von einer „blutigen Verlegung“. Gemeint ist folgende Situation: Um Kosten zu sparen, entlassen Krankenhäuser die Patienten früher als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Die Reha-Kliniken sind so gezwungen, mehr medizinische Aufgaben zu übernehmen.

SWR: Kapitulieren Architektur und Städtebau vor der Flüchtlingsnot?: Container, Modulbauten und Ghettos (09.03.2016)
Es diskutieren: Prof. Thomas Fenner – Landschaftsarchitekt, Düsseldorf , Prof. Jürgen Friedrichs – Stadtsoziologe, Köln, Prof. Jörn Walter – Oberbaudirektor, Hamburg

BR: Herausforderung Integration – Wie Flüchtlinge das deutsche Bildungssystem durchrütteln (08.03.2016)
Tagtäglich kommen neue Flüchtlingskinder in den Schulen an – ohne Deutschkenntnisse und mit anderen kulturellen Voraussetzungen. Doch wie kann die Integration von Flüchtlingen gelingen? Gabriele Knetsch ist der Frage nachgegangen.

DLF: Europäisches Patentamt – Deutsches Arbeitsrecht gilt hier nicht (06.03.2016)
Das Europäische Patentamt hat seinen Sitz in München, aber es ist eine außerstaatliche Institution. Deshalb gilt hier kein deutsches Arbeitsrecht. Mitarbeiter berichten von Schikanen, wollen sich aus Angst nicht öffentlich äußern. Ein Gericht stellte sogar eine Verletzung von Grundrechten fest.

BR: „..und raus bist du!“ Die mühsame Eingliederung von Langzeit-Arbeitslosen (02.03.2016)
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat der Langzeitarbeitslosigkeit den Kampf angesagt. Als langzeitarbeitslos gelten diejenigen, die seit mindestens einem Jahr ohne Job sind. Während die Bundesagentur für Arbeit derzeit Monat für Monat gute Nachrichten von hoher Beschäftigung und geringer Arbeitslosigkeit vermeldet, profitieren die Langzeitarbeitslosen kaum von der guten Konjunktur. Seit Jahren verharrt ihre Zahl bei etwa einer Million. 90 Prozent der Langzeitarbeitslosen sind Bezieher der Grundsicherung, im Volksmund: Hartz IV. Was kann man tun, um ihnen wirksam zu helfen? Das Arbeitsministerium hat mehrere Programme aufgelegt, die den Langzeitarbeitslosen den Weg in den Job ebnen sollen. Doch nicht jedes Programm führt zum Erfolg: Mit dem so genannten ESF-Programm zum Beispiel, das die Betroffenen mit Hilfe von EU-Geldern wieder in Arbeit bringen soll, tun sich die Jobcenter schwer: Zu hohe Hürden, zu viel Bürokratie, heißt es. Eleonore Birkenstock zeigt, wie schwer es ist, Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bringen.

Die soziale Einheit ist 26 Jahre nach der Wiedervereinigung in großen Teilen erreicht. Aber etwa 300.000 Frauen im Osten Deutschlands leben an oder unter der Armutsgrenze. Weil sie zu DDR-Zeiten geschieden wurden, steht ihnen kein Versorgungsausgleich für gemeinsame Ehejahre zu. Das wurde im Einigungsvertrag schlicht vergessen.

SWR: Keine Ketten und trotzdem nicht frei: Moderne Sklaverei (25.02.2016)
Als Sklaven gelten Menschen, die ihrer persönlichen Freiheit beraubt und wie Ware verkauft werden. Früher wurden Sklaven in Ketten gelegt – heute sind die Abhängigkeiten viel komplizierter. Armut treibt den Menschenhändlern immer wieder Kinder in die Arme, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben verkauft werden. Sklaverei ist ein weltweites Phänomen. Die Formen sind unterschiedlich: Menschenhandel, Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Kindersoldaten und Schuldknechtschaft. In Haiti, wo nach Schätzungen von Amnesty International etwa 200.000 Kinder arbeiten müssen, kostet ein Mädchen 50 Dollar. Sklaverei gibt es aber auch in Europa: Hier sind laut der Europäischen Kommission 880.000 Menschen Opfer von Menschenhandel, vor allem Frauen und Mädchen – Deutschland ist eines der Hauptzielländer für Zwangsprostitution in Europa.

DLF: Private Altersvorsorge – Was am Ende übrig bleibt (25.02.2016)
Als Reaktion auf die Finanzkrise haben die Notenbanken das Geld billig gemacht. Die Folge sind Mini-Zinsen. Sparpläne, Fonds und Lebensversicherungen werfen deswegen kaum noch Rendite ab. Für die private Altersvorsorge, um die sich seit der Rentenreform 2001 jeder Arbeitnehmer bemühen soll, ist das ein Problem.

SWR: Königreich Krankenhaus: Der Frust mit starren Hierarchien (23.02.2016)
Einige Krankenhäuser haben in den letzten Jahren neue Kooperationsmodelle entwickelt.

Deutschlandradio Kultur: Asylunterkünfte – Goldgräberstimmung bei Sicherheitsdiensten (23.02.2016)
Eine Asylunterkunft rund um die Uhr schützen zu lassen, kann einen hohen sechsstelligen Betrag kosten. Das lockt Unternehmen – auch dubiose. Einige sorgten für Schlagzeilen. Branchenvertreter aus Nordrhein-Westfalen über gute Geschäfte und Imageprobleme.

BR: Kampf der Prostitution! – Wie Stuttgart das Gewerbe in die Schranken weist (23.02.2016)
In Stuttgart gibt es etwa 160 Wohnungen und Bordelle, in denen Prostituierte arbeiten. Täglich prostituieren sich 500 bis 600 Menschen. Aber die Stadt hat seit 20 Jahren ein Netz aus Hilfsangeboten gesponnen.

Deutschlandradio Kultur: Cairo, Illinois – Wo die Menschen zu arm zum Streiten sind (21.02.2016)
Cairo, Illinois, war einmal eine Stadt, die in den USA von sich Reden machte: In den 60er-Jahren trafen sich dort die Köpfe der Bürgerrechtsbewegung. Seither geht es mit Cairo bergab. Es gibt nichts mehr zu verteilen und nichts mehr zu verlieren.

HR: Solidari – was? Ein Begriff und seine Realität (19.02.2016)
„Es gibt noch so etwas wie Solidarität!“ – sagen wir meistens dann, wenn wir den Verdacht haben, es gibt keine mehr. So wie jetzt. Denn nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage war Solidarität noch nie so wertvoll wie heute, sie ist zur Mangelware geworden. „Die EU ist keine Solidargemeinschaft, sie ist eine Vertragsgemeinschaft“, hat in diesen Tagen der slowakische Europa-Abgeordnete Richard Sulik gesagt, Gründer und Vorsitzender der Partei “Freiheit und Solidarität“. Nun kann Solidarität durchaus ein Vertragsprinzip sein. Sie ist ja auch ein Prinzip des Generationenvertrags in unserer Sozialversicherung. Aber was hilft es, wenn wir vom Solidarprinzip nur das Prinzip übrig lassen und uns ansonsten entsolidarisieren? Lässt sich Solidarität verordnen oder auch nur einfordern? Fragen, die gerade heute unsere „uneingeschränkte“ Aufmerksamkeit verdienen – zwischen dem Flüchtlingsgipfel in Brüssel und dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit.

Deutschlandradio
Kultur: Der Traum vom Apfelschälen – Roboter in der Altenpflege

(18.02.2016)

Findige
Geschäftemacher nutzen die Notlage vieler Gemeinden aus, die sich um die
Unterbringung der Flüchtlinge kümmern müssen. So werden auch Wohnungen angeboten,
die zweckentfremdet wurden, und horrende Tagessätze abgerechnet. In Berlin soll
damit aber bald Schluss sein.
Wohnungslosigkeit
– das trifft vor allem Alleinstehende, Alleinerziehende und Rentner. Vermehrt
aber sind auch anerkannte Flüchtlinge auf der Suche nach einer Bleibe. Das stellt
die Städte und Gemeinden vor gewaltige Probleme.